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Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
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05.09.2006 6.051
 
Kelsey konnte nicht anders als ungläubig zu starren. Er sollte kämpfen? Nun es war nicht wirklich etwas Neues und an jedem anderen Tag, hätte ihn dies sogar erfreut. Der Tiefling mochte den Kampf, liebte es gegen Feinde anzutreten. Es war eine Herausforderung eine Freude seine Fähigkeiten zu erweitern, ganz zu schweige von dem süßen Vergessen, welches ihn immer wieder aufs Neue überkam.
Doch nun? Wie sollte er nur diesen Kampf so ausführen, dass Rash`net sein Gefallen daran fand? Müde lehnte er die Stirn, gegen den kühlen Fels des Raumes, um für einige Momente so die Augen zu schließen. Es stand außer Frage den Magier zu enttäuschen, ihn am Ende noch vor diesem Halbdruegar bloß zu stellen und zu seiner Sorge des Versagens, kamen gleichzeitig noch die Sorgen nicht an Rash`nets Seite zu weilen und diesen Händler bei jeder seiner Bewegungen zu beobachten, denn er traute keinem der aus der Tiefe des Unterreiches kam und schon mehr als einmal hatten sich  angebliche Partner, als Gefahr offenbart, egal wo sie herkamen.
Das Knurren seines Magens, zerriss die Stille, die nur von einzelnen Wassertropfen der feuchten Decken ansonsten untermalt wurde. Und langsam schüttelte er den Kopf, so dass seine Stirn über das kühle Gestein kratzte. Doch dies war ihm recht egal, so wie ihm egal war, dass seine Rüstung immer noch unberührt auf dem Boden des Zimmers ruhte und auch seine Waffen nicht länger an seinem Gürtel verweilten, sondern an der Wand wie er lehnten.
So verging die Zeit und erst als sich die Tür knarrend öffnete schreckte er aus dem Dämmerzustand, in welchen er verfallen war heraus. „Kelsey, du bist ja noch nicht fertig!“ Diese Worte waren mehr eine Feststellung, als ein Vorwurf, dennoch konnte der Tiefling nicht anders als zusammen zu zucken und den Kopf einzuziehen. Hatte er auch jeden erwartet, nur nicht den Halbling mit den engelsgleichen Locken, der ihn tadelnd ansah, schließlich auf ihn zu trat. „Du weißt, dass du nicht zu spät kommen sollst.“ Rondec klang eher als würde er plaudern, als ihn zurecht weisen und so war es an sich auch. Und genau diese Art zu reden drang zu Kelsey durch, konnte ein leichtes Lächeln auf die dünnen Lippen zaubern.
„Bin ich denn schon so spät dran?“ Die Sorge in seiner Stimme war unverkennbar und seine Bewegungen wurden hektisch, so wie der Teufelsschwanz unruhig hin und her hüpfte, während er versuchte die Rüstung anzulegen. Das Zittern seiner Finger kam genauso ungelegen wie das erneute Knurren seines Magens und frustriert hätte er am Liebsten diese verfluchte Lederrüstung in die nächst liegende Ecke getreten, doch so musste er mit ihr einig werden. Oder besser gesagt mit sich selbst.
Verzweifeltes Knurren und panisches Gezerre war alles was sich dem Halbling offenbarte und nicht lange konnte er dies mit ansehen, nun gut man müsste meinen, dass Rondec Angst vor dem viel größeren Kelsey hatte, vor allem nach der letzten Begegnung und der unsanften Bekanntschaft mit der steinernen Wand, doch dem war einfach nicht so. Bald mischten sich geschickte kleine Hände zwischen die Kelseys und ein Klaps auf jede Hand ließen den Tiefling endlich innehalten, auch wenn diesem ein leises warnendes Knurren entwich.
An sich war er sogar dankbar, doch dies würde er nie zu geben. Dafür zauberte der Anblick des Brotstückes, welches Rondec ihm unter die Nase hielt, ein Funkeln in die dunklen Augen. „Dafür dass du still gehalten hast.“ Der Tiefling bekam die Worte gar nicht mit, verschlang er schon eilig das Brotstück und erst als er den letzten Bissen hinunter geschlungen hatte war ein gebrummtes „Danke“ zu hören, während er sich einige der Krümel von den Lippen wischte.
Abwehrend hob Rondec die Hand und deutete zur Tür, um dann recht abwehrend zu sprechen: „Genug geredet Rash`net wartet nicht gerne und vor allem nicht lange, komm beeil dich.“


Rash`net war mehr als gut gelaunt, niedergelassen auf ein Lager aus Kissen war sein neuer Platz um den Kampf zu beobachten mehr als bequem und der erlesene Wein in dem schweren Bleikristallglas tat sein übriges. Sicher er war bestimmt nicht dazu geneigt sich völlig zu entspannen,nicht so lange Orbak im gegenüber saß. Dieser Halbdruegar war wohl das hässlichste was Rash`net über den Weg gelaufen war und eine Unterhaltung war so gut wie undenkbar. Nun gut die waren für den roten Magier bei allen von recht geringen Niveau solange er mit Nichtmagiern sprach, denn der Intellekt aller anderen ließ doch wirklich zu wünschen übrig.
So verhielt er sich doch die meiste Zeit als sei er etwas besseres und genau dies machte er auch diesem Orbak klar. Der Mischling mochte ein guter Händler sein, ein gutes Mittel um an Sklaven zu kommen aber mehr nicht. Und Rash`net scheute sich nicht davor diesen zu beseitigen, sollten die Zeiten sich mal wieder ändern. Er würde dies auch selbst übernehmen, denn eines besaß der rote Magier zu Haufe, Selbstbewusstsein und Arroganz wenn es um die eigene Macht ging. Natürlich war es angenehm andere den Dreck aufräumen zu lassen, doch hin und wieder war es spaßig genau dies selbst zu tun.
Doch vorerst war von all dem nicht die Rede, viel mehr amüsierte er sich des kleinen geplanten Schauspiel, versprach es Zerstreuung von der alltäglichen Arbeit, der Verantwortung die er zu tragen hatte und seiner verbissenen Suche nach den letzten Teilen der Steine, die ihm den Weg zu neuere ungeahnter Macht öffnen würde.
„Irgendwann Rash`net, da müsst ihr mir euren Tiefling verkaufen, er würde da unten soviel Geld bringen und noch mehr für meinen Ruf tun!“ Sie waren mal wieder bei dem Thema angelangt, welches der rote Magier nur ungern ansprach, denn es nervte ihn, ein Nein bedeute es und dieser Orbak sollte es langsam verstehen, so dass er auch nun nur den Kopf schüttelte und erneut an dem Wein nippte. „Wenn euch der Fang ausgeht, kann ich euch vielleicht Abhilfe schaffen was das besondere angeht, aber den Tiefling bekommt ihr nicht.“
Murren half da nicht wirklich, dies war Orbak bewusst und viel mehr interessierte ihn was diese Abhilfe darstellen sollte. So stellte er unsanft das Glas auf der einfachen Ablage ab. „So könnt ihr das?“ Laut polterte die dunkle Stimme, sie bei jeder Silbe zu grollen schien. Sicher er hatte unzählige Quellen für den Sklavenhandel, doch leider waren es meist Menschen und keine Besonderheiten, die so gewinnbringend schienen wie der Tiefling.
„Später.“ Bestimmt deutete der rote Magier auf die Grube, welche sich zu ihren Füßen erstreckte. „Nun möchte ich erst sehen, wer von uns beiden diese Wette gewinnt und danach lasst euch sagen Tay ist ein Land voller Möglichkeiten, alles nur eine Frage des Preises.“


Wie sehr Kelsey die Grube verabscheute, in ihr hatte er in all den Jahren kämpfen gelernt. Sein Kampf entsprach keinem Stil, keine Schule würde ihn unterrichten nur die Straße, denn so voller Hinterhalt konnte er sein. Doch hier unter der erde in der Grube saß auch der Ursprung seines infernalischen Triebes. Darauf würde er wenigstens schwören. Denn jedes Mal, es gab keine Ausnahme vergaß er in ihr all seien Taktiken und jeder Kampf endete in einem Gefühlschaos aus Schuld und streben nach mehr Blut.
So war es auch dieses Mal, kaum sah er die hohen Felse die ihn umgaben, kehrten die alt gewohnten Stimmen zurück, schrien danach, dass er tötete, vernichtete und wie gerne hätte er nur einmal die Hände über die Ohren geschlagen, ihnen entgegen gebrüllt, dass er dies nicht wollte. Irgendwo in all diesem Wut, in dem tobenden hass lauerte noch eine kleine Stimme, fast verstummt schon.
Kampf ist eine Kunst, der letzte Ausweg, doch man sollte sich nie verlieren darin. Versteh das endlich!

Nein er würde es nie verstehen.
Es tut mir so leid Hasuvar. Ich weiß, dass hättest du nie gewollt.

Es war das letzte aufbegehren seines Verstandes. Ein Halm an den er sich klammerte, doch bald verlor er auch diesen und ein leises Knurren entwich ihm, während er in die Mitte der Grube trat. Für Kelsey war egal geworden, dass dieser Kampf unfair würde. Nicht nur das der stämmige Druegar ausgeruhter und um einiges stärker wirkte, wie der eher schlanke Tiefling, sondern dass dieser auch noch im Gegensatz zu Kelsey ein gepanzerter Rüstung besaß, geschweige denn von dem Schild und der scharf wirkenden Axt.

Rondec, der sich zwischen die Zuschauer des Spektakels gestohlen hatte, hätte fast leise aufgestöhnt vor Entsetzen. Die Reihe in der er stand, waren einzig angehörige der Enklave oder die Begleiter Orbaks, doch der Halbling fiel in diesen Momenten zwischen ihnen nicht wirklich auf. In was für eine Gilde war er da nur hineingeraten? Und wie sollte er aus dieser nur herauskommen ohne sein leben zu gefährden? Ihm blieb mal wieder nichts weiteres als schweigend alles mit anzusehen und zu hoffen.
Ein ungläubiges Raunen ging durch die Reihen. Der Tiefling musste mal wieder den Verstand verloren haben, denn wenn man erwartete, dass dieser an diesem Tage Vorsicht zeigte, vielleicht erst seinen Gegner studierte um eine Schwäche in seiner Verteidigung zu finden. Doch dem war nicht so und Rondec unterdrückte nur schwer den Impuls seine Hände vor die Augen zu schlagen.

Der Tiefling machte einen recht großen schwungvollen Satz nach vorne, auf dass der Staub des Bodens aufgewirbelt wurde, stand nun genau vor dem Dunkelzwerg viel zu nahe in Reichweite der Streitaxt. Das bisherige Grinsen des Zwerges verwandelte sich in einen Ausdruck der Verblüffung und dann war es ein lautes Lachen, welches die angespannte Stille zerriss. Nein dieses zerzauste Wesen dort konnte der Krieger nicht ernst nehmen.
Kein Wort drang über die Lippen des Tieflings. Was hätte er auch groß sagen sollen? Nun gut eine Beleidigung für das Lachen und vielleicht etwas wie „Du bist tot!“ Kelsey redete nicht viel und so drang er zur Antwort mit wirbelnden Schwert auf seinen Gegner ein. Er musste schnell sein, konnte nur hoffen seinen Gegner bald zu besiegen, denn der Tiefling wusste, dass er müde und erschöpft war, während sein Gegner ausgeruht schien. Wenigstens soweit funktionierte sein Verstand noch.  Doch der Zwerg würde dem Tiefling diesen Gefallen sicher nicht tun. Es war ein erfahrener Krieger, vielleicht drei vier Fuß kleiner als dieser, aber auch dies war sein Vorteil, da Kelsey noch nie gegen kleinere Gegner angetreten war. Ein lauter, dumpfer Hall erklang im nächsten Moment als das Schwert auf das hochgerissen Schild prallte und kurz darauf erklang ein leises ungläubiges Ächzen, da Kelsey Dämmerlied befürchtete, dass jener Aufprall ihm das Schwert aus den Händen riss, trotz der vollen Kraft seines Angriffes geschah nichts außer, dass ihm die Arme schmerzten.

`Was macht er da nur?` In seinen Gedanken kam ihm kurz hoch, dass er wahnsinnig geworden sein musste. Und wie gerne hätte Rondec Kelsey zu geschrien, dass sich jener endlich zusammenreißen sollte und auch Rash`net kam zu dieser Erkenntnis und Gnade dem Tiefling, wenn dieser ihn jetzt blamieren würde.

Seine Hast wurde dem Tiefling fast zum Verhängnis, denn während dieser immer noch mit den Auswirkungen des Aufpralles kämpfte, benommen blinzelte nutzte der Dunkelzwergenkrieger seinen so entstandenen Vorteil. Schwang er schlicht die gewaltige Axt mit einem Hieb hinter dem Schild hervor und traf das weniger stabile Schwert. Der Tiefling musste schnell handeln. In dieser ungünstigen Position könnte ihm einfach das Schwert aus der Hand gerissen werden und Zeit es zu suchen würde ihm bestimmt nicht bleiben, eher würde er sich tot auf dem Boden wieder finden und nicht das Schwert.
Es gelang ihm nicht nur, sein Schwert aus der Bahn des Angriffes zu bringen, er schaffte es auch einen Hieb an dem Unterarm seines Gegners anzubringen. Es wäre auf jeden Fall ein Treffer gewesen, doch aus diesem Winkel fehlte die Kraft und einzig allein ein Scheppern war zu vernehmen, als Stahl au die Rüstung traf und diese entlang kratzte. Wieder war es der Zwerg der die neue Situation zu wissen wusste und so zog er sich einen halben Schritt zurück, nu um die gewaltigen Muskeln anzuspannen und dann mit Schwung sich mit dem Schild voraus gegen den Tiefling zu werfen, wobei er das Schild in einer Aufwärtsbewegung führte, auf dass das kalte Metall in Richtung des Kinnes schnellte.
Verdammt hatte dieser Zwerg Kraft und beim Abyss war dieser schnell, man konnte es nicht ahnen, nicht unter all diesem Metall und so hatte er den Zwerg schlicht mehr als etwas unterschätzt. Dieser Fehler würde ihm bestimmt kein zweites Mal unterlaufen, entweder weil er aus diesem Fehler gelernt hatte oder weil er nie wieder einen Fehler begehen könnte. Jeder andere hätte nun angefangen Furcht zu fühlen, doch in Kelsey steigerte sich die Wut.
Der unsanfte Hieb gegen das Kinn riss ihn zu Boden, doch der Schmerz war kaum spürbar, zu weit nach hinten gerückt und er nutzte den Schwung um sich hinweg zu rollen, wollte er einfach aufspringen und sich erneut auf seinen Gegner werfen, diesmal würde es ihm sicher besser gelingen.  Er erlebte eine Überraschung, als er schließlich die Beine unter sich bekam mit Schwung aufsprang und den Teufelsschwanz nutzte um sein Gleichgewicht wieder zu finden, denn der Duergar hatte mitgehalten und setzte in diesem Augenblick zu einem wilden Angriff über. So wild, dass es seinem eigenem Toben recht ähnlich war.
Die Axt sauste in Richtung des schmalen Bauches, durchschnitt Leder und hinterließ einen blutigen Striemen, da Kelsey gar nicht so schnell nach hinten hechten konnte. Na gut dieser Zwerg wollte ihn Toben sehen, das konnte er nun haben.
Der Tiefling stürmte hervor, offenkundig begierig darauf, seinen Gegner auszulöschen. Doch diesmal hatte er gelernt und bevor er sein Schwert sinnlos gegen den schweren Schild schmetterte sprang er zur Seite. Wirre blauschwarze Haarsträhnen fielen in sein Gesicht verdreckten die dunklen Augen und das kalte Funkeln in ihnen. Kelsey war mit Leib und Seele ein Straßenkämpfer und dies kam nun zu Tage. Denn der Teufelsschwanz wischte über den steinigen Boden als der Tiefling herumwirbelte, warf Dreck und Staub in Richtung der Augen des Zwerges. Dass dieser ins Schwanken geriet, die nächsten Bewegungen nicht sah, war für den Tiefling endlich ein Hoffnungsschimmer.

Endlich! Blut floss! Und es war nicht das des Tieflinges, wenigstens nicht schon wieder, denn jener blutete aus einer recht tiefen Wunde am Kinn. Nein es war das Blut des Dunkelzwerges, welches nun den steinigen Boden tränkte, ihn nährte. Aus einer Wunde am Bein des Zwerges konnte Rondec  die helle Flüssigkeit tropfen sehen.
Und doch war es irgendwie lächerlich, eine Farce dies mit an zusehen. Es war sichtbar, dass der Tiefling nicht über die Kraft verfügte Schild und Rüstung zu durchdringen, genauso wie es fast unmöglich war eine Axt abzulenken oder gar zu parieren. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Dunkelzwerg den richtigen Zug machte, oder Kelsey Dämmerlied einfach die Tricks ausgingen.

Innerlich stöhnte Kelsey auf. Dieses Spiel war nicht nach seinen Vorstellungen und für einen Augenblick schaffte der Schmerz es durch den Schleier von Wut zu dringen. Doch kurz darauf folgte schon wieder eine Reihe von Niederschlägen auf das Schild, dumpfes Knacken und der Krieger musste wirklich einige Schritte zurückweichen, denn Kelsey beendete die Dinge immer, welche er angefangen hatte.
Nicht lange konnte er diesen Sturmangriff aufrecht erhalten, denn bald schien sich der Dunkelzwergenkrieger auf diesen eingestellt zu haben und als er ausholte um wieder den Zwerg zurückzudrängen sah er sich plötzlich der Axt gegenüber. Die glitzernde Schärfe, die nach seinem Blut schrie, sich unaufhaltbar auf ihn zu bewegte und der Schwung zurück, weg vom glatten Tod warf ihn zu Boden. Ein lautes Knacken ein ungläubiges Keuchen aus den Reihen der Zuschauer als ein kleiner Teil des einen Teufelshornes schlicht davon gerissen wurde, da Kelsey nicht völlig ausweichen konnte.
Es war nicht tragisch, es war schon des öfteren passiert. Und jedes mal wenn der Tiefling nah am Tod stand passierte es auch, dass diese Hörner schlicht abfielen, nur um größer nach zu wachsen. Es war ihm nach der neusten Erfahrung mit dem Gift erspart geblieben und jetzt hatte der Zwerg dafür gesorgt, dass es zum Teil geschah. Das Grollen, welches erklang war sicher nicht mehr menschlich, es klang auch nicht mehr nach einem Tier, etwas ganz anderes regte sich in den Tiefen des infernalischen Mischlings.
„Das wirst du bereuen!“
Wie eine Schlange schlängelte sich der Teufelsschwanz vor, wickelte sich um das Bein des Druegars bevor noch jener verstand was da vor sich ging und zog diesem mit einem festen Ruck das Bein weg, sorgte dafür, dass er zu Boden knallte und Kelsey hatte so zeit gewonnen um sich selbst wieder auf die Beine zu bringen. Oh er würde einfach sein Schwert in den Hals des anderen Kriegers rammen und die Sache so beenden.
Unsanft rammte er die Klinge genau in die Richtung des Halses und erneut kam ihm das verfluchte Schild in den Weg. Er knurrte frustriert und strich einer Raubkatze gleich um den aufstehenden Zwerg herum.

Die nächsten Minuten waren endlos, für jeden der Zuschauer, immer wieder war da das Klingen wenn Stahl auf Stahl traf und das Aufschreien oder schmerzliche Aufkeuchen der beiden Gegner. Immer wieder konnte Kelsey kleinere Treffer landen, doch sie sollten nicht reichen.

Die Axt zischte ihm nach und traf ihm schmerzhaft im Rücken. Ein Schrei so laut, dass man glaubte die Decke würde einstürzen. Sein Rücken war vollständig taub geworden und seine Seite explodierte förmlich vor Schmerz. Zum Glück konnte Kelsey nicht das Blut sehen, die Wunde, denn zum Schmerz haben und schwach zu sein war jetzt nicht der richtige Moment.
Ein Satz beiseite und der nächste Angriff ging ins Leere. Und dann? nun wer nun erwartete der Tiefling würde nun diesen Kampf auf leben und Tod verlieren der irrte. Vielleicht wäre es das Beste gewesen, ein Ende in einem leben aus Kampf, Wut und Schmerz. Doch dazu war er zu stur, dazu hatten seine Triebe schon zu viel seines Denkens eingenommen. Kelsey drang mit einer Wucht vor, deren Ursprung unerklärlich blieb,hielt den Blick des Duergars mit seinem eigenen dunkeln Augen gefangen.
Ich habe keine Angst vor dir! Denn du bis der der sterben wird!

Sein Schwert wirbelte weit aus eigenem Antrieb herum, in rasender Geschwindigkeit und ungewohnter Kraft, kämpfte er doch wild, aber mit kontrollierter Präsizion, und dann schließlich noch ein Schlag und es barst. Splitterregen hüllte die beiden Gegner ein, als das Schild dem Ansturm nachgab.
Düsteres Lächeln auf dünnen Lippen. Das bleiche Gesicht verzogen zu einer Grimasse, die nur eines bedeutete. Endlich eine Ewigkeit später schließ der Tiefling das Schwert fallen. Grimmig lächelnd würdigte er die Leiche auf dem Boden keines weiteren Blickes. Viel mehr schweifte sein Blick hinauf, hin dort wo er seinen Herrn wusste und dessen kurzes Nicken ließ ihn sich endlich beruhigen. Es war vorbei.
Erst jetzt wurde er sich wieder Schmerzen und Erschöpfung gewahr. Schmerz, der immer stärker wurde und keuchend setzte er sich auf den Boden. Am Liebsten würde er zur Seite umkippen und sich nie wieder bewegen. In seinem Kopf machte sich ein Dröhnen breit und er spürte wie etwas sein Gesicht lang rann. Er war wohl auch im Gesicht oder am Kopf getroffen worden ohne es wirklich zu merken.


„Nun mein Lieber Orbak mögen wir uns unseren Geschäften widmen, diese kleine Darbietung war doch mehr als unterhaltsam. Findet ihr nicht?“ Die Finger Rash`nets spreizten sich in einer desinteressierten Geste, bevor ein wolfsähnliches Grinsen seine Gesichtszüge schmückten. Wie er erwartet hatte ein profitabler Tag.




~~~~~~~~~~





Oh wie sehr er Treppen hasste, gerade an Tagen wie diesen. Denn mittlerweile meldete sich jenes Knie, welches ihm einst mehr als einmal zerschmettert wurde wieder und er konnte kaum mehr als mit den Zähnen zu knirschen während seine Schritte schwerfälliger wurden. Den Blick richtete er nur kurz auf Acharn Zephyr, als würde er erwarten in ein belustigtes Gesicht zu schauen, Spott zu erblicken, den er in diesen Momenten nicht ertragen konnte. Doch dem war zu seinem Glück nicht so. Viel mehr wirkte er zwar ungeduldig und wäre wohl am Liebsten alleine die Treppen hinauf gehastet, doch der Anstand ließ ihn warten und noch dazu schien es als wäre der Hauptmann mit etwas ganz anderen beschäftigt. Nur hin und wieder erklang dessen Stimme um ihn freundlicherweise vor der einen oder anderen Falle zu warnen, welche sich zwischen den Treppenstufen verbarg.
Endlos schienen die Stufen zu sein und irgendwann konnte er nicht anders als stehen zu bleiben und ein schiefes Lächeln huschte über seine Lippen. „Ihr könnt voraus gehen Acharn, es scheint als würde sich mein alter mit jedem tag mehr bemerkbar machen!" Ein schiefes Lächeln huschte über die verborgenen Gesichtszüge und seine Stimme war mehr als bitter. In diesem Augenblick konnte Acharn Zephyr bei Weitem nicht verstehen, warum Abysitor nur Fürst Mondflüstern zu seinem Stellvertreter ernannt hatte und nicht ihn. Nicht dass er dem Fürsten böse sinnte, nein er war einer derjenigen, die es geschafft hatten in all den Jahren nicht die Missgunst bei dem Hauptmann zu erlangen. Und doch, der Fürst war alt und gebrechlich, er mochte vielleicht weise sein, aber nicht in der Lage hart durchzugreifen. Acharn selbst hatte es Mondflüstern angesehen, dass dieser überhaupt nicht von dieser Entscheidung des Priesters begeistert war und so konnte er in diesem einfach keine Bedrohung erkennen, sah in ihm Niemanden der nach seinem Ruhm und seiner Macht strebte.
Die Bitterkeit in den Worten war ihm nicht entgangen und es wunderte ihn doch ein wenig, denn an diesem Tage schien es dem verhüllten Fürsten noch schlechter zu gehen, als in den Tagen zuvor, in denen er auf jenen getroffen war. Zum Glück für den verhüllten Fürsten ahnte Zephyr nicht, dass es daran lag, das er schon einmal an diesem Tage diesen Weg hinter sich gebracht hatte. Niemand würde wohl in Traum daran denken und er tat alles daran um dies zu bestätigen. So wäre er mit voller Absicht auch in eine der Fallen gelaufen, hätte ihn Hauptmann Zephyr nicht im letzen Moment gewarnt. Denn er durfte nichts von diesen Fallen wissen, waren sie doch recht neu angebracht worden, nach seiner Zeit als ehemaliger Berater in diesem Adelshaus.
„Ich warte auf euch."
So freundlich auch Acharn Zephyr bisher immer zu ihm war, so sehr misstraute er ihm doch. In all den Jahren hatte Fürst Mondflüstern gelernt Menschen zu beurteilen und seine kleine innere Stimme lag selten falsch, auch wenn sie ihm nicht das Ausmaß der Taten und Gesinnungen beschreiben konnte, so wie leider bei Rothillion. Zu gerne hätte er sich endlich zurückgezogen, um über die letzten Geschehnisse nachzudenken, zu gerne hätte er seinem geschundenen Körper die Ruhe gegeben, nach der er schrie. Doch er hatte eine Rolle zu spielen und es wäre wohl zu auffällig würde er sich für diesen schrecklichen Einbruch nicht interessieren.
So hatte er geduldig Acharns Worten gelauscht, den Ausführungen und seinen Vermutungen und zum größten Teil amüsierte es ihn, wie unfähig der Mann doch war. Eins stand wohl fest, seine Sicherheit würde Mondflüstern nie in die Hände des Hauptmannes legen. Es gab sowieso keinen, dem er traute, sein Vertrauen war schon zu oft erschüttert worden.
Die knappe Zeit zwischen dem Einbruch und der Verabschiedung von Abysitor hatte er gerade dazu nutzen können die schwarze Kleidung gegen sein übliches Gewand einzutauschen, ja und den Oberarm hatte er sich mehr schlecht als recht umbunden, fürchtete er doch, dass ihn die rote Farbe des Blutes sonst verraten könnte. Noch immer schmerzte die Wunde und er fragte sich, welch dunkeln Zauber Rothillion auf ihn geworfen hatte, denn er war zwar wohl allem recht gut ausgewichen, doch um ehrlich zu sein, es war mehr Reflex als wahres Wissen gewesen.
Langsam nickte der verhüllte Fürst und atmete tief ein, lehnte kurz den schlanken Leib gegen die kühle steinernen Wand. Die Zeit hatte nicht einmal gereicht den Inhalt des Beutels zu untersuchen, hatte er diesen wie all die anderen Dinge versteckt und würde sie später holen. So lange würde seine Neugierde nun warten müssen und so lange hatte er seine Gedanken zu kontrollieren, denn er wusste zu was Magier im Stande waren und ein Erkenntniszauber könnte ihn sogar ungewollt am Ende verraten.
Noch einige Momente nach Atem gerungen, während die unter einem weißen Handschuh verborgene Hand über das schmerzende Knie strich und schließlich zwang er sich zu einem Nicken, deutete Acharn Zephyr weiter voran zu schreiten und machte sich selbst daran jenem zu folgen. Schließlich wollten sie Rothillion nicht zu lange warten lassen. Die letzten Stufen überwand er schneller als ihm lieb war, denn abgelenkt durch die Sorge, doch einen Beweis hinterlassen zu haben, merkte er die Anstrengung nicht zu sehr.
Aufmerksam ließ er den Blick durch die Privaträume des Magiers schweifen, die Stirn dabei leicht in Falten gelegt und das erste, was ihm auffiel, war das geschlossene Geheimfach, auch die Schlange stand unschuldig wirkend wieder auf ihrem Platz und schien wie zuvor aus Stein. Danach stach das hässliche grüne Leuchten des Teppichs in seinen Blick und Fürst Mondflüstern lächelte schief, verborgen unter dem weißen Tuch, sicher wäre auch das Bild wieder an Ort und Stelle, so dass er froh sein konnte jenes Geheimfach entdeckt zu haben, musste die Dinge etwas besonderes sein und wieder wünschte er das kommende Gespräch zu Ende.
Doch so blieb ihm kaum etwas anderes als an Hauptmann Zephyr vorbei zutreten, hin zu dem Hausmagier, der sie beide nicht bemerkt hatte. Wie denn auch? Er war viel zu vertieft die beiden unglückseligen Wachen in Grund und Boden zu schimpfen. Sinnloses Geschwafel, Vorwürfe die sich überhäuften und immer wieder klagte Rothillion sein Leid, sein Unglauben darüber, wie man es wagen konnte einen Magier wie ihn zu bestehlen. Eines musste Mondflüstern ihm lassen, er war ein guter Blender und wäre er es nicht gewesen, der den Einbruch durchgeführt hätte, wäre er es nicht gewesen, der die dunklen Zauber durchleben musste, er hätte sich wohl weiter von dem Magier blind machen lassen.
Ein lautes Räuspern riss Rothillion aus seinen weiteren Ausführungen und verärgert verstummte jener, bereit dazu denjenigen, der es wagte ihn so unhöflich zu unterbrechen, mit einen Blick voller Missgunst zu bedenken, die passenden Worte waren ihm auch schon eingefallen. Aber soweit sollte er es nicht kommen, denn blickte er direkt auf die weiße Gestalt erhaschte den Blick, welcher ihn seine Worte verwerfen ließen, fühlte er sich von den türkisfarbenen Augen doch förmlich auseinander genommen.
„Fürst Mondflüstern, Hauptmann Zephyr wie schön wie schön. Das wenigstens ihr schnell zur Stelle seid und wohl mehr Kompetenz beweist wie andere Personen.“ Die beiden Wachen schrumpften bei diesen Worten, zogen die Köpfe ein, wussten sie ja, dass Rothillion sie gemeint hatte und für einen schrecklichen Augenblick lang fürchteten die beiden an Ort und Stelle unehrenhaft entlassen zu werden. So war es mehr als ein wenig Dankbarkeit als der verhüllte Fürst noch einig Schritte näher trat, die beiden mit einer Geste seiner Hand der Tür verwies und leise sprach: „Wir werden später über diese Dinge reden, doch nun lasst uns alleine, ihr steht nur im Weg.“
An jedem anderen Tag wäre der Protest laut gewesen, doch nun war es wohl besser im Weg zu sein, so die darauf kommenden Gespräche nicht zu belauschen, waren sie doch sicher vor dem weiteren Zorn des Magiers.

Nachdenklich drehte er den Kelch aus Gold und Kristallglas in seiner Hand, beobachtete die rote Flüssigkeit, welche wie ein Rubin in der Sonne glänzte, bevor er sich das Glas an die Lippen führte. Den Turban hatte er so geschoben, dass mittlerweile die untersten Gesichtszüge wieder frei lagen, eine Geste die er nur selten zeigte, doch die beiden anwesenden waren vertraut mit dem Blick auf die reine weiße Haut mit dem bläulichen Schimmer und vor allem mit dem Anblick der Narben, auch wenn diese aufwendig unter den blauschwarzen Haaren verborgen waren. Lange hatte der verhüllte Fürst schweigend den Ausführungen Rothillions gelauscht, genauso wie es Acharn Zephyr getan hatte.
Es langweilte ihn zutiefst, er wusste mehr über die Vorgehensweise bescheid als der Magier und vor allem wusste er jene kleine Details, die dieser nun so sorgsam ausließ. Es hätte ihn auch erstaunt, wenn Rothillion jene Geheimfächer preisgab, die Zauber, die er auf den Plünderer gewirkt hatte. So nickte er nur hin und wieder, warf einige Fragen ein, wenn es ihm sinnvoll erschien und nippte an dem Wein, dessen Geschmack ihn einfach nicht munden wollte, ihm so falsch vorkam, dass er eher die paar Schlücke hinunterwürgte, als dass er sie zu schätzen wusste. Das Zittern seiner Hände konnte er meist geschickt verbergen, in dem er jene faltete auf seinen Beinen ruhen ließ und wenn er diese Stellung nicht mehr halten konnte, den Schmuck und den Gürtel zurecht rückte.
Mit der Zeit kam auch das Husten zurück und lies seine Laune noch weiter hinab fallen, aber von all dem drang nichts nach Außen, viel mehr wirkte er aufmerksam, gar höchst interessiert. Schließlich stellte er den Wein zurück auf den Tisch und erhob sich um zu dem zerbrochenen Fenster zu zuschreiten. „Ich werde veranlassen, dass ihr es ersetzt bekommt, außer euch ist ein Zauber bekannt, der es auf schnelleren Wege repariert.“ Kurz holte Fürst Mondflüstern tief Atem, er hatte Acharns Worte immer wieder gehört und alles lief auf die übliche Dämonenjagd hinaus, doch dies würde er nicht zu lassen, denn in diesem Ansichtspunkt widersprach er der üblichen Vorgehensweise, sowie es auch Abysitor getan hätte, wenn sie auch beide aus unterschiedlichen Gründen handelten.
Fein säuberlich geschrieben lag das Pergament mit der Aufzählung der gestohlenen Dinge auf dem Tisch und als er zurück zu Acharn und Rothillion trat deutet er genau auf jenes. „Dieser Diebstahl, er scheint mehr dafür um uns zu verhöhnen oder uns zu unbedachten Taten zu verleiten. Sind wir ehrlich ich weiß nicht was ihr besitzt Rothillion und ich frage nicht danach, denn ich weiß, dass Magier ihre Geheimnisse nur ungern lüften, doch ich werde richtig liegen mit der Vermutung, dass ihr weitaus wertvolleres aufbewahrt.“
Das zustimmende Nicken brauchte er nicht zu sehen, viel mehr wandte er sich schon an Hauptmann Zephyr. „Hauptmann ich kenne euren Wunsch und akzeptiere eure Vorgehensweise, doch nicht zu diesen Zeiten. Solange Abysitor fort ist, werde ich dieser sinnlosen Dämonenjagd nicht zu stimmen. Das letzte was wir gebrauchen können sind Unruhen in der Bevölkerung, sollen wir ihnen nun noch den Eindruck vermitteln, dass wir nicht einmal uns selbst zu schützen mögen? Wie sollen sie dann glauben, dass wir ihre Sicherheit gewähren?“
Zu gerne hätte Acharn Zephyr widersprochen, denn nun bot sich eine erneute Gelegenheit den Tiefling als Verbrecher zu zeichnen, ihn endlich mit gesetzestreuen Mitteln zu verfolgen, doch es war der eine kleine Seitenblick von Rothillion der ihn nicht seine Stimme erheben ließ. Nicht so wie er es sein Vorhaben war. „Nun Fürst Mondflüstern und wie wollt ihr denn nun vorgehen? Denn solch ein Verbrechen darf nicht unbestraft bleiben, der dies getan hat darf nicht entkommen.“
„Wie wir vorgehen, es wird Zeit herauszufinden welche Diebesbanden sich hier herumtreiben, ich habe genug von dem Gildenkrieg auf unseren Straßen.“ Und der Magier hätte sich bei dieser Behauptung fast an seinem Wein verschluckt. Woher nur wusste der verhüllte Fürst, dass es sich um zwei Gilden handelte, und woher wusste er von dem Krieg zwischen ihnen? Diese Frage musste er einfach aussprechen, denn außer Acharn und ihm wusste niemand davon.
„Woher ich diese Vermutung nehme. Die Zeichen sind mehr als deutlich und ich war nicht so lange Berater in Silbrigmond, nur weil ich meine Augen vor der Wahrheit verschließe. Wir Drei bilden die Pfeiler zum Fürsten Cauldrons, ihr Rothillion als Verstand, Zephyr ihr das Schwert und ich die Gerechtigkeit, solange bis Abysitor wieder kommen mag und solange werde ich nicht untätig bleiben und warten!“ Oh er glaubte nicht an solche Worte, eher schien Rothillion eine Bedrohung und Zephyr, er konnte ihn nicht einschätzen, aber er würde ihnen den Glauben lassen, dass er ihnen vertraute.
Währen Hauptmann Acharn eine ganz neue Seite an dem verhüllten Fürsten kennen lernte, kochte etwas in Rothillion, eine kleine Befürchtung trat auf und er fragte sich, wie beim Tode es Fürst Mondflüstern schaffte sich aus dem tiefen Loch zu erheben in das er geworfen worden war. Es schien als hätte der Priester genau gewusst was er da tat, als er den Fürsten zum Stellvertreter ernannt hatte und ein klein wenig der alten Stärke jenes schien zu entflammen, es durfte nicht geschehen und man musste sie ersticken, bevor das Feuer richtig geschürt wurde.
Doch vorerst hieß es mitspielen und so lauschte er zusammen mit Acharn den Ausführungen und beide waren erstaunt wie scharf doch der Verstand des alten zittrigen Fürsten schien. Jede einzelne Schlussfolgerung war schlüssig und die angestrebten Vorgehensweisen bewundernswert, nun gut sie würden scheitern, denn Acharn Zephyr würde sie mit Geschick zu vereiteln wissen, so dass es nicht weiter Wert war, sich jene zu merken. Doch was Rothillion am meisten Schlucken ließ, war dass Mondflüstern sogar wusste um welche Gilden es sich handelte, nun gut er sprach es als Vermutung aus und doch waren es doch die Schatten und die Des letzten Lachers.
Bald war ihr Treffen beendet, denn es schien als würde der Fürst zu keinen weiteren Taten mehr fähig, war seine Haltung doch immer verspannter geworden, sein Körper gekrümmt vor Schmerz und es war an ihm sich zurück zu ziehen. Welch Glück, denn Rothillion hätte sich nicht mehr lange beherrschen können.

„Er sollte am Boden sein und sich nicht erheben.“ Es waren die ersten Worte die Rothillion sprach, als die weißverhüllte Gestalt den Raum verließ, man die Schritte die Treppe hinab nicht mehr hörte. „Er ist nur ein alter Mann, auch wenn seine Worte weise sind, so sollten wir sie nicht fürchten!“ Acharn zollte zwar Respekt für solch Strategien, doch er fürchtete sie nicht.
Der Finger, der sich in seinen Brustkorb bohrte, ließ den Mann zusammenfahren und sich protestierend Räuspern, doch der Magier ließ sich nicht abhalten, viel mehr setzte er mehr Druck auf und knurrte leise: „Acharn ihr seid ein Narr, wenn die Geheimnisse die mir gestohlen wurden, entlüftet werden, dann wird er mein größter Feind und ich schwöre euch, gehe ich unter so werde ich euch mit in die Tiefen reißen.“
Der Ernst und die Kälte der Worte ließen Acharn Zephyr schlucken, einige Momente mit der schweren goldenen Amtskette spielen, bevor er verächtlich murrte: „Er ist ein alter Krüppel, was sollte er uns schon tun können?“ „Ihr versteht das nicht!“ Damit waren die Diskussionen beendet, und beinahe wäre Rothillion gewollt gewesen den Hauptmann von dem halbgefüllten Weinkelch trinken zu lassen, denn dieser streckte schon die Finger nach den Resten des Fürsten aus. Leider brauchte er Zephyr, vorerst noch.
„Ich an eurer Stelle würde dies nicht trinken, solange ihr an eurer Gesundheit haltet, solltet ihr meinen Rat befolgen!“ Und das glimmen in den Augen bedeutete alles andere als etwas gutes, so dass die ausgestreckte Hand herab sank. „Gift?“ Es schien, als würde der Hauptmann endlich einmal von Intelligenz gesegnet und Rothillion grinste hämisch: „Was meint ihr denn? Ich würde euch nicht warnen, wäre es nicht so!“
„Aber, ihr könnt ihn doch nicht umbringen!“ Es war in Ordnung diesen arroganten Sonnenelfen zu töten, er hatte es nicht mehr verdient, doch einen unschuldigen alten Krüppel, der über einige interessante Schlussfolgerungen verfügte, nein da sträubte sich doch ein kleiner Teil des verloren geglaubten Gewissens. Vielleicht einfach, weil er den verhüllten Fürsten bisher immer geschätzt hatte. „Ihr seid ein Trottel, ich töte ihn doch nicht. Dass würde nur Abysitor früher zurück holen, als es nötig ist! Nein es wird nur für eine kleine Krankheit sorgen, um unseren Fürst Mondflüstern aus dem Weg zu haben. Wir beide wissen er ist nicht der gesündeste, eine kleine Krankheit wird nicht weiter auffallen und muss nicht Abysitor wieder rufen!“
Dass er Schuld an dem jetzigen Zustand des Fürsten hatte, dass er es genoss sich an dessen Leiden zu weiden, dies verschwieg Rothillion. Und so stimmte der Hauptmann ihm zu, solange es nur eine Krankheit war, hatte er sich keine Gedanken zu machen und schief lächelnd stieß er das Gefäß um, so dass sich der rote Wein auf dem Tischtuch ausbreitete, dieses in hellem Rot tränkte.
„Nun dann, sollten wir uns anderen Dingen widmen. Das Goldkelchen hat der Einladung zugestimmt, mit Freuden sogar. Und wie es der Zufall so will, nun nach dem Raub auf euch Rothillion muss ich meine Wachen hier verstärken, nicht dass noch jemand auf die Idee kommt die Schatzkammer zu plündern, ihr wisst alles für die Sicherheit des Adels. Heute Nacht ist da draußen keiner der auf die Pfade achtet, wenn der Barde zurück ins Gasthaus kehrt. Nutzt die Stunde.“

Zu schade für die beiden Verschwörer, dass sie nicht mitbekamen wie eine gewisse Gestalt, völlig in weiß gehüllt im Garten des Fürsten solange wartete bis sie sich unbeobachtet fühlte, sich zwischen einige der kunstvollen Pflanzen schlug. Niemand außer einige Vögel waren Zeugen der kommenden Würggeräusche und Niemand außer den Pflanzen sah, wie sich Fürst Mondflüstern genau zwischen ihnen erbrach.
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