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Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
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05.09.2006 6.101
 
Loririon seufzte als sich Acharn Zephyr umwandte um schlicht zu gehen, hatte er doch weitere Worte des Hauptmannes erwartet, doch dieser schien seinen Versuch den Elfen zu vertreiben aufgegeben zu haben. Und einige Momente lang fragte sich der Sonnenelf, ob es so klug gewesen war nicht einfach nachzugeben. Was hatte ihn diese Stadt schon zu interessieren? Doch so wurden sicher keine großen Heldenlieder geschaffen und wenn er nun ging würde er es am Ende vielleicht doch bereuen. Er mochte vielleicht nicht viel Sinn in den Handlungen der Stadt sehen, doch er war intelligent genug um zu erkennen, dass hier etwas vor sich ging. Und vor allem wurde er das Gefühl nicht los, dass bald etwas großes Geschehen mochte. Und er war sicher es würde nichts Gutes auf diese Stadt zu kommen.
Interessiert musterte Selene derweil den schlanken Sonnenelf und immer wieder spukte ihr eine Bedeutung im Kopf herum. Der goldene Krieger! War er es? War es nun soweit, das die letzten Tage gezählt waren und sich das Schicksal aller erfüllen sollte? Als Tyrpriesterin wusste sie mehr von der Prophezeiung, als es Acharn Zephyr bekannt war, sie war im Gegensatz zu dem Hauptmann  mit jener aufgewachsen und sie kannte den wahren Kern in ihr. Am liebsten hätte sie den Elfen einfach stehen gelassen, wäre hin zum Anwesen des Fürsten gerannt, um Abysitor aufzuhalten, ihn daran hindern aufzubrechen. Doch auch er hatte den Elfen gesehen und war nicht zu solchen Schlüssen gekommen. Oder mochte er in der Aufregung des Triadentreffens dies einfach vergessen haben?
Nun wo sie in Ruhe den Elfen mustern konnte unterschied er sich so sehr von dem einzig anderen Elf der ihr bekannt war wie Wasser von Feuer. Die kühle Ausstrahlung lies sie fast in seiner Nähe frösteln und als er den Blick auf sie wandte, die Augenbraue hob fühlte sie sich noch unbehaglicher. Noch nicht lange war sie Priesterin und so früh war sie es nur geworden, da Abysitor die Stadt nicht gänzlich ohne klerikalen Beistand wissen wollte, nun wo er auf dem Treffen der Triade war. Auch dies war Selene Lishta bewusst, so wie dass weder sie noch Acharn die stellvertretend für den alten Priester standen, sondern einzig allein der ehemalige Berater des Fürsten. Weiter  vermochte sie ihre Gedanken nicht zu spinnen, denn eine Regung des Elfen unterbrach jeden Versuch.
„Mir dünkt es gibt Dinge in dieser Stadt, die weit im Finstern liegen.“ so abwertend und kalt sein Blick auch sein mochte, von seiner Stimme fühlte sich die Priesterin angezogen und ein leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie sah, wie die kleine Tiny die Arme erneut um die Hüften des Sonnenelfen schlang und sich dieser diesmal nicht dessen erwehrte. Nur kurz löste er sich, um eine elegante Verneigung auszuführen. „Verzeiht ich habe mich bisher euch nicht vorgestellt, Loririon Drachenatem, so nennt man mich. Und es mag unhöflich sein so wenige Worte zu wechseln und euch schon mit Fragen zu bestürzen, doch ich schätze ihr mögt es mir vergeben. So sprecht doch bitte. Warum bin ich hier? Und von welch Prophezeiung sprach euer Hauptmann?“ Fast hätte er noch hinzugefügt: ´Seine Worte sind doch nur das Geschwätz eines Irren!` Doch es reichte sich genau das zu denken, es musste nicht ausgesprochen werden.
Loririons Blick war abwartend, ruhte auf der jungen Frau, der er nicht einmal zwei Jahrzehnte zu schrieb. Er wollte Antworten und es wurde Zeit sie zu bekommen und so kam er ihrer Aufforderung nach, als sie ihm deutete ihr zu folgen. Das Halblingsmädchen, welches ungeduldig an seiner Tunika zog, nahm er schlicht auf die Arme, um das strahlende Gesicht mit einem Lächeln zu bedenken. „Goldi böse?“ Auch der Kleinen war die Stimmung des Sonnenelfen nicht entgangen und auch waren die Worte Acharns den Ohren des Kindes nicht verborgen geblieben. Nun gut die Kleine mochte dies nicht alles verstehen, doch das irgendetwas nicht stimmte, das spürte auch sie.
Selene indes, die dem Elf den Weg hindurch durch die große Halle bis hin zu dem einfachen hellen Raum, in dem er erwacht war leitete, hielt fast den Atem an, als sie hörte wie Tiny den Fremden nannte. Erwartete sie doch nun nicht gerade freundliche Worte, da sie sich mit dem Rücken zu dem Barden befand, hatte sie auch gar nicht gemerkt, dass jener die Kleine schon längst wieder auf den Armen hatte und das ein Lächeln die kupferfarbene Gesichtszüge des Sonnenelfen schmückte. So war es an ihr, sich wiederum zu wenden, noch dabei die nächsten Worte zusprechen: „Tiny! Du sollst doch Fremde nicht anreden und vor allem nicht so unhöflich. Verzeiht mein Herr,...“ Weiter kam sie nicht, denn das Bild des Sonnenelfen der gerade versuchte seine Haar vor den Händen der kleinen Dame zu retten, entlockte ihr fast ein Lachen.
Zum Glück des Elfen bewirkten Selenes Worte, dass die kleine beschämt innehielt den Blick gen Boden richtete und vor allem die Hände aus der goldenen Flut aus Haaren löste. Doch Tränen wollte er nicht sehen und war er auch nicht so verärgert über  das Auftreten Zephyrs, das er es nun an Fremden auslassen würde. So schüttelte er nur den Kopf. „Es ist schon gut.“ Und wieder war es seine Stimme die Selene faszinierte, so dass sie ihn erneut mit verstohlenen Blicken aus dunkelbraunen Augen musterte. Hätte sie nicht denselben Verdacht wie Acharn Zephyr, dass es sich bei ihm um den goldenen Krieger handelte, sie hätte ihn spätestens nun gemocht. Doch so schenkte sie ihm nur ein knappes Nicken und deutete auf einen der hölzernen Stühle, waren sie doch in dem Raum angekommen.
Ihre Vorbehalte mochte Loririon spüren, aber erklärbar waren sie nicht und wirklich Lust um sich um diese zu kümmern verspürte er nicht. Nun gut er wusste wo er war, doch die Fragen häuften sich und auf jede Antwort, die er erhielt schienen noch mehr Fragen zu kommen. So war es an ihm die Frau zu mustern, die nach und nach an ihrer Ausstrahlung einzubüßen schien. Schweigen, wie sehr er es verabscheute und so ließ er sich zwar auf dem hölzernen Stuhl nieder, das Kind immer noch auf seinen Armen.
Laute Worte und Vorwürfe waren nicht angebracht, ob nun die kleine Tiny bei ihnen war oder nicht. So beobachtete er einige Momente aus hellen Augen das Treiben des Kindes, welches es sich auf seinen Beinen gemütlich machte, den Kopf an seiner Schulter barg und zufrieden wirkte. Ganz so als wäre er kein fremder,sondern ein Familienmitglied, dass ihr wohl bekannt war. Stahl sich auch schon eine Kinderhand in Richtung der spitzen Ohren, um die Ohrspitze vorsichtig zu berühren und beinahe hätte der Barde den Kopf eingezogen, doch ließ er es widerwillig geschehen und richtete seinen Blick wieder auf die junge Frau, welche nervös mit einer Hand durch die blonden Haare strich.
„Wie wäre es, wenn ihr mir euren Namen nennt?“ Es war nur ein kleiner Anstoß, ein Versuch das Gespräch endlich zu Gange zu bringe und dies mal sollte er sogar Erfolg haben. „Selene Lishta, ist der meine.“ War sie sich nicht sicher wie sie ihn ansprechen sollte, dennoch auch ihr war es nicht entgangen, das er auf seine Antworten bestand, wie freundlich er auch nun wirken mochte mit der kleinen Halblingsdame auf seinen Beinen, die nun wo alle ihre Namen verkündeten auf sich deutete: „Tiny!“ Fast hätte der Sonnenelf aufgelacht, doch so strich er dem Kind nur durch die gelockten Haare und flüsterte ihr ins Ohr: „Deinen Namen kenne ich meine kleine Dame und ich verspreche dir ihn nicht zu vergessen.“
Jetzt wo die schlanke Hand durch die Haare strich, fiel der Priesterin auch erst die silberne Haarspange auf, solch eine Spange wie sie der Elf in seinen haar trug und wieder war sie geneigt ihm freundlicher zu begegnen. „Ihr habt mich gefragt was ihr hier tut, Loririon Drachenatem. An was erinnert ihr euch? Denn als man euch zu uns brachte habt ihr die Besinnung verloren, doch warum, das kann ich euch nicht sagen. Ich fand kein Gift, keinen Zauber der dies verursachte, so wie keinerlei Krankheit. So könnt ihr vielleicht dazu beitragen warum dies geschehen ist und ich kann euch nach dieser Lösung aus den Häusern der Heilung entlassen.“
Sie wollte ihn entlassen? Welch herrlicher Spaß, so wie es schien hatte sie keine Antwort und so sehr er sich auch danach sehnte, er würde nicht untätig in diesem Tempel verweilen. Genauso verspürte Loririon wenig Lust mit der Priesterin zusammen nach des Rätsels Lösung zu suchen verspürte er nicht. Viel mehr schob er es auf den Lärm, die lange Reise, die hinter ihm lag. Ja sogar eine fremde Stimme, die sich in seinem Unterbewusstsein eingenistet hatte, seit der Begegnung mit dem Fremden auf dem Markt, drängte ihn zusätzlich dazu, war der größte Anstoß dafür. Sollte doch das Geschehene nicht so früh gelüftet werden.
So setzte der Sonnenelf einen unwissenden Blick auf, unschuldig wie das Lächeln Tinys und zuckte leicht mit den Schultern. „Meine Reise war lang meine Dame und ich würde sagen ich war ungeschickt.“ Beinahe drohend ob er einen Finger, als er fort fuhr: „Doch diese kleine Tatsache bleibt unter uns, wo kämen wir hin wenn auch nur einer wüsste, dass die Lerche bei ihren Flug einfach abstürzte.“ Sein Gehabe, seine Sorge, dass jemand erfuhr, dass er ungeschickt war, es wirkte auf Selene so echt und so verständlich, dass sie nickte, sogar aufstand und nach seiner Stirn griff. Sie hatte eine Beule gesehen, die er sich wirklich vom Sturz zugezogen hatte. Doch bei allem Respekt, bei aller Freude, dass sein Schauspiel gelungen war, Loririon schüttelte nur den Kopf. „Es ist in Ordnung.“ Wollte er keine weitere Nähe, denn die des kleinen Halblings waren genug seiner Meinung nach.
„Goldi gut?“ Es war Tiny nicht entgangen, dass Selene Sorge zeigte, dass sie nicht begeistert wirkte, als der Sonnenelf sie abwehrte. Doch wieder verstand sie nur einen Teil, den das sie sich Sorgen um ihren neuen besten Freund machen sollte. Diese unschuldigen Worte ließen beide ob Mensch oder Elf lächeln und der Sonnenelf nickt erneut, bevor er fragend zu der Priesterin blickte: „Sagt, diese kleine Dame, zu wem gehört sie.“
„Hasuvar!“ Ein Wort aus zwei Mündern gesprochen ließen den Sonnenelfen innehalten. „Und dieser Hasuvar ist wer, auch ein Halbling?“ Was so lustig war, das konnte Loririon nun wirklich nicht verstehen, doch Tiny fing an zu lachen während Selene es sich zwar verkneifen konnte, doch wirkte als stände sie kurz davor. Doch im Gegensatz zu dem Kind konnte sie nicht lange bei der Freude bleiben, viel mehr huschte ein Schatten über ihr Gesicht: „Er ist der Lehrer des Waisenhauses, das unser Tempel in dieser Stadt gegründet hat, früher war er auch der Leiter jenes und hat bei der Gründung mitgewirkt.“
Es erklärte so einiges. Hasuvars Kinder. Diese Worte der Menschen war gegenwärtig in seinen Erinnerungen, dann gehörte die kleine Tiny auch dazu und kaum merkbar legte er seine Arme etwas fester um sie. Und noch etwas kam zurück, die Worte des Betrunkenen. ´Er hat einem Kind das Leben gerettet!` So abwegig waren diese Worte nicht mehr und vielleicht war die Wahrheit darin verborgen. Doch bevor er darauf eingehen konnte, er musste wissen, welches Gewicht Zephyrs Worte in diesem Spiel hatten und so richtete er sich erneut an die Priesterin, während das Kind sich in seine Arme kuschelte, diesmal für den Elfen zu leise murmelte: „Auch spitze Ohren Hasuvar hat.“ Alles was er hörte, war seine eigene Stimme, die so fordernd erklang: „Nun es gibt noch andere Fragen. Die Worte die euer Hauptmann gesprochen hat.“
„Nicht hier und nicht jetzt.“ Und als sie auf Tiny deutete sah es auch Loririon ein, es gab Dinge die waren für Kinderohren nicht geeignet. „Ich werde sie zu Hasuvar bringen, werdet ihr warten, danach können wir uns gerne unterhalten?“
Der Barde nickte, auch wenn es wichtig war, dass er diesen Hasuvar traf, so war es wichtiger etwas zu tun, wobei er gerne die Priesterin aus dem Tempel hätte und so schenkte er ihr ein charmantes Lächeln und freundliche Worte: „Sicher meine Dame, ich werde auf euch warten.“




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Denn ich werde nicht fallen, nein die Zeit ist noch nicht gekommen. So sehr ich auch zittre und bebe, so sehr meine Seele nur aus Spaß gequält wurde, noch sind die Zeiten nicht vergangen. So sehr ich mich auch fürchte, so sehr ich auch glaube zu schwinden im Nichts, so sehr bin ich doch noch da, um von einem neuen Leben zu träumen.


Die Arme des Nachtfalken waren weit ausgebreitet, während die Schwerkraft ihn unweigerlich gen Boden riss. Scherben schmückten den Boden und funkelten im Sonnenschein, während die Luft an seinen schwarzen Kleidern riss, es ein Wunder war, dass ihm nicht das schlichte schwarze Tuch aus dem Gesicht gerissen wurde. Es sprach auch von einem Wunder, dass die Kapuze kaum verrutschte, einzig einige der schwarzblauen Haarsträhnen sich vorwitzig hervor stahlen. Und dann geschah das größte Wunder, je näher er dem Boden kam um so triumphierender wurde Rothillions Lachen, der hinaus aus dem zerbrochenen Fenster sah, um den Fall des Diebes zu beobachten. Welch ein Narr, der den Selbstmord da vorzog.
Fallen, hinab gen Boden, darauf dass er aufkam und Knochen knirschend brachen. So sollte man meinen. Aber dem Natürlichen zum Trotz, hätte sich der Nachtfalke vielleicht schwarze Katze taufen sollen, denn wie eine Katze kam er auf seinen Beinen auf und so viele Leben wie man einer Katze nachsagte schien er zu besitzen. Denn er tat nichts außer sich kurz hustend zusammen zu krümmen und schließlich den schwarzen Umhang zurecht zu werfen, bevor er kurz hinauf zu dem Fenster blickte. Und siehe da nicht nur, dass er die Dreistigkeit besaß diesen Sturz zu überleben, nein viel mehr deutete der ehemalige Krieger Ascalhorns eine höhnische Verneigung an und wirbelte schließlich wankend herum, floh über den leeren Hof in Richtung der Schatten eines Ganges, die ihn einladend verschluckten und zurück blieb ein Rothillion, der nicht begreifen konnte, was er da gerade gesehen hatte.

Die armen Wachen, welche die Stufen hinauf gehechtet waren hatten sich die Schreie des Magiers anzuhören und wurden sofort wieder hinab gejagt, sollten sie doch das Anwesen abriegeln, den Fremden abfangen, bevor er floh. Irgend einer dieser Stümper sollte Acharn Zephyr beischaffen, wie konnte es nur jemand wagen, bei ihm dem Hausmagier des Fürsten einzubrechen? Und vor allem wie konnte es jemand wagen, den Führer der Schattengilde auszurauben?
Und erst als die Wachen gegangen waren wagte es der Magier tief einzuatmen, sich das Unglück anzusehen. Auf den ersten Blick wirkte es so, als hätte jemand sich nur seiner magischen Reagenzen angenommen. Und er hatte doch nichts zu befürchten, alle beweise gegen ihn, diese befanden sich nicht an diesem Ort. Er war schließlich Magier, kein daher gelaufener Bauerntölpel. Er traute nur einen Mann zu, dass er es wagte ihn auszurauben und dies war Rash`net. Und so wuchs die Wut auf seinen Gegenspieler ins unermessliche während er durch den Raum stürmte, laut fluchte beim Anblick der leergeräumten Regale.
Nein für einen Raubzug Rash`nets waren zu wichtige Dinge noch da, waren Kleinigkeiten geplündert und diese seltsame Magie, die der Fremde an sich gehabt hatte, sie war unerklärbar. Immer noch voller Wut riss er den Korb von der zischenden Schlange und entgeistert blickte er auf das leere Geheimfach. Leer? Nein es war nicht leer, die beiden Pergamentrollen waren noch vorhanden und nur der einfache Holzkasten fehlte. Nun es war ärgerlich, doch der Magier selbst hatte nicht gewusst wie dieser zu öffnen war und was er beinhielt, so dass sich dort kein Beweis gegen ihn befand. Wäre jemand aus Rash`nets Gilde hier eingebrochen, so hätte er die Schriftrollen mitgenommen, dem war sich Rothillion mehr als sicher. Mit einigen bestimmten Gesten scheuchte er die Schlange zurück auf ihren Platz, wo jene wieder zu Stein erstarrte.
Polternde Schritte führten in in sein Schlafgemach und Erleichterung durchströmte ihm, beim Anblick des unberührten Spiegels, nur um hinfort geweht zu werden, als sein Blick auf das herabgefallene Bild gelenkt wurde. Dieses alte Versteck, er hatte es schon längst vergessen. Und mit bangen Herzen schritt der Nekromant in Richtung des Loches in der Wand nur um ein weiteres Mal seien Fassung zu verlieren. So lange war es her, mehr als ein Jahrzehnt, dass er dieses Versteck eingerichtet hatte und nun nach all den Jahren er hatte es vergessen. Und doch nun war seine Vergangenheit dabei ihn einzuholen und wenn der Dieb mehr wusste als ihm lieb war, hatte er etwas gefunden, dass nie ans Licht hätte geraten dürfen.

Und meine Stimme wird noch lange durch die Zeit hallen, dann wenn die deine schon längst in allen Erinnerungen vergessen sein mag.





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„Abysitor, wir sollten nun wirklich aufbrechen.“ Die Stimme Denethins war mehr als ungeduldig und abwartend blickte er zu dem Tyrpriester, der zwar abwesend nickte, aber nicht gewillt schien aufzubrechen. Abysitor ein Mann schon weit fortgeschrittenen Alters, mit grauen Haaren, war auch nun im hohen Alter immer noch Durchsetzungsstark, ja viel mehr schien der Priester mit jedem Jahr noch eigensinniger und auch willensstärker zu werden und nun war es sein Wille zu warten, egal wie sehr der Abgesandte der Triade dazu drängte nun die magische Reise zu beginnen. Denn der Treffpunkt war mehr als geheim und sobald sie aufbrachen, wäre es wohl ein schweres ihn zu erreichen, auch wenn Rothillion den Weg kannte. Man konnte ja nie sicher genug gehen. „Er wird kommen!“ Dieser Satz hatte etwas endgültiges an sich und Denethin wusste, dass es unsinnig war weiter darauf zu drängen. Bei jedem Treffen war es dasselbe, als würde sich die Gefüge Cauldrons ohne den Priester nicht weiter drehen.
Weitere Minuten verstrichen, Minuten in denen Denethin zu gerne schon längst aus dem Nebel dieser Stadt verschwunden wäre und schließlich war er es wieder, der das Wort an den Priester richtete: „Ihr habt nun wirklich alles geregelt, ihr habt alle Geschicke verteilt und es sind doch  nur ein paar Tage, in ihnen wird dieser Stadt nichts geschehen. Und ich verstehe nicht warum wir nun auf diesen Mondflüstern zu warten haben.“
„Für euch ist er immer noch Fürst Mondflüstern er mag zwar nicht der Fürst dieser Stadt sein, doch steht ihm dieser Titel zu und ihr habt ihm mehr zu verdanken als ihr nun zugebt. Die ganze Triade hat ihm zu danken, schließlich war er es der die Hand Torms barg.“ Der Priester schrie nicht aber die härte in seinen Worten war unverkennbar, denn dieses Thema, es war die Schande und sein Erfolg zu gleich. Die Bergung dieses göttlichen Artefaktes, die so viel Leid und Tränen gekostet hatte, doch es waren nicht die des Priesters gewesen, einzig allein die Mondflüsterns. Der Tag damals, er würde ihn nie vergessen als Acharn Zephyr ihm die fast tote Gestalt brachte, niedergestreckt von den eigenen Wachen Cauldrons, die ihn nicht erkannt hatten. Er würde es nie zugeben, doch Abysitor verbrachte viel Zeit damit Gebete an Tyr zu sprechen und oft die Frage nach dem Warum zu stellen, auch wenn ihm die Frage nie beantwortet wurde.
„Abysitor, mein Freund ihr seht aus als würde euch etwas belasten. Kann es sein, dass diese Treffen euch langsam mehr zu setzen, als ihr mir über gesteht?“ Leises Lachen riss ihn endgültig aus seinen Gedanken und entschärfte den milden Spott der gesprochen ward. Da stand nun der, auf den der Priester so lange gewartet hatte, ohne dass er dessen kommen bemerkt hatte. „Da seid ihr ja endlich, ih dachte schon ihr kommt nicht mehr.“
In der Nähe seines Gegenübers verlor auch der alte Priester so hin und wieder seine Fassade und er fühlte sich jünger und unbeholfener als er überhaupt war. Eine Hand bedeckt von weißem feinen Stoff legte sich auf die kräftige Schulter des Priesters. „Genau dies habt ihr auch letztes Jahr gesagt und all die Jahre über, als ihr noch jung ward und ich habe euch gesagt ich werde dann da sein wenn es erforderlich ist.“ Der leichte Tadel in der Stimme war nicht zu überhören und Denethin, der diese Situation kopfschüttend betrachtete fragte sich, wie man es nur wagen konnte, mit solch Worten zu einem der mächtigsten Priester Tyrs zu reden und vor allem, warum der Priester sich solch Worte einfach gefallen ließ.
Aufmerksam beobachtete Denethin wie sich der Tyrpriester einige Schritte beiseite begab, gefolgt von der kleineren und eindeutig schlankeren Person. Die Worte die nun gesprochen wurden, blieben seinen Ohren verborgen, so wie es ihm unmöglich war viel von Fürst Mondflüstern zu sehen, denn dieser bevorzugte wie meist Kleidung deren Herkunft wohl bei irgend einem der Wüstenvölker lag. Auf jeden Fall gaben die langen weißen fließenden Gewänder diesen Anschein, genauso wie der Turban den der Fremde aufwendig dazu nutzte sein Gesicht zu verschleiern. Hier und da stahlen sich einige Aspekte von Gold- und Silberschmuck zwischen die Kleidung, doch waren sie eher dezent gesetzt und unterstrichen gekonnt die exotische Ausstrahlung.
Welche Worte sie auch immer wechselten, das Lächeln des Priesters war unverkennbar, wie die gestenreiche Haltung des verborgenen Fürsten. Und doch Denethin glaubte so etwas wie Sorge in den Augen des Priesters zu sehen. Interessant und wieder haftete sich sein Augenmerk auf Fürst Mondflüstern, so sah also jener Unbekannte aus, der dazu in der Lage gewesen war, das göttliche Artefakt zu bergen. So viele hatten es zuvor versucht, ob Paladin oder Priester, sie waren nie wieder gekehrt und Denethin konnte nichts an dem Fremden entdecken, dass so großartig sein mochte, dass  er sich so von all den anderen Unterschied, nein viel mehr wirkte er kleiner und unbedeutender als die, die vor ihm waren.
Zwei weiß behandschuhte Hände legten sich um die ihm angebotenen Schriftrollen und Mondflüstern nickte langsam, nahm jene an sich und unter dem Stoff des Turbanes bildete sich ein Lächeln, das Abysitor nicht zu Gesicht bekam, aber dank der weichen, freundlichen Stimme erahnen konnte. „Ich danke euch mein Freund, doch nun euer Begleiter wartet schon voller Ungeduld und nun hört euch auf Gedanken zu machen, es mag das erste Mal seid langem sein, dass ich euch vertrete, doch ich gebe euch das Versprechen in Sinne von Gerechtigkeit zu handeln, wie viele Male zu vor.“
Dieses Versprechen es war unnötig, denn Abysitor kannte das Herz seines Gegenübers und wie sollte jemand, dem es gelungen war solch Taten zu verbringen nach etwas anderen trachten, als eben nach Gerechtigkeit und Ordnung. Beruhigung war das erste, das er spürte und so konnte er schließlich sich doch auf den Weg machen. Natürlich waren da noch die Morde und der Sonnenelf in seinem Tempel, doch Abystitor war sich sicher alles in fester Hand zurückzulassen. Wahrscheinlich kehrte er in einigen tagen wieder und diese Dinge wären geklärt, es würde ihn nicht verwundern. So nickte der Priester nur, bevor er seine Hand auf die Schulter Mondflüsterns legte und leicht zudrückte: „Möge Tyr über deine Wege wachen.“ Schließlich ohne weitere Worte wandte er sich wieder Denethin zu, deutete ihm, dass er mit dem Zauber beginnen konnte, der die beiden schließlich an den heimlichen Ort des Treffens brachte.

Kaum war der Zauber gesprochen und die beiden Männer für Mondflüstern nicht mehr sichtbar, trat jene Wache, die sich schon eine Weile auf Abstand hielt näher. „Verzeiht mein Herr, doch Rothillion wünscht euer erscheinen. Hauptmann Zephyr ist schon bei ihm, es wurde eingebrochen und unser verehrter Magier beraubt, ihr müsst kommen, er ist außer sich.“ Ein leises Seufzen entwich ihm, bevor er der Wache zu nickte, leise sprach: „Ich werde kommen, geht schon vor und richtet es aus.“
Nachdenklich war sein Blick, der Wache hinter her, bevor sich der schlanke Leib für einige Momente anspannte und seine Hand hin zu seinem Oberarm tastete ein leiser Fluch ihm entwich, dieser Tag würde lang werden, so befürchtete er. Dabei hatte er einer kleinen Dame versprochen bald zurück zu sein, nun denn dann hatte er sich wohl zu sputen.




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Ein langer Tag, ein harter Tag? Beides nicht unbekannt für Kelsey und auch nun glaubte er, dass die nächsten Stunden, die kommen sollten, ihn wohl wieder an die Grenzen seiner Kräfte brachten, wahrscheinlich sogar weit darüber hinaus. Jetzt wo er seine Wut auf Serno nicht weiter schüren konnte, zerrte der Hunger erneut an ihm, wusste er nicht einmal wie lange er dem Gift erlegen war, nur eines war ihm bewusst die letzte Mahlzeit hatte er Stunden vor seinem Aufbruch an die Oberfläche zu sich genommen. Doch von Hunger wagte er es nicht zu sprechen, während er immer noch folgsam wie ein Schoßhund hinter Rash`net her eilte. Einzig die Zeit hatte er sich genommen, das Schwert und den Langdolch an dem schlichten braunen Ledergürtel zu befestigen.
Die Illusionen an denen sie vorbei schritten, all die Kunstwerke der Gnome, sie erweckten kaum seine Aufmerksamkeit, denn er kannte sie schon längst und war ihrer überdrüssig geworden. Fand er in ihnen keine Zuflucht vor der Realität mehr, so wie er es als Kind getan hatte. Eben noch schlenderten sie durch eine Landschaft, die dem magischen Wald glich, nur dass sich hier in der Mitte ein See befand und spätestens, nach dem Rash`net schlicht über das Wasser des Sees lief, auf diesem stand, perlte die Illusion an Kelsey ab und verlor ihren Reiz. Wie konnte man nur soviel Macht, soviel Magie für solche verschwenderischen Illusionen verwenden? Und an sich erstaunte es Kelsey nicht, dass die Gnome irgendwann dahin gerafft waren, verschwunden. Vielleicht hatten sie sich in ihren eigenen Illusionen verloren?
Ein bunter Schmetterling umschwirrte den nachdenklichen Tiefling, schillernde Flügel, die vor seinen Augen tanzten und missmutig schlug er nach dem Insekt, auf dass es sich auflöste, kaum berührte es seine Hand. Es war nicht normal, dass sich Illusionen so zerstören ließen, so wie es auch die Blätter taten und ein Großteil der Trugbilder wenn Kelsey sie berührte, sie blieben auch nicht lange gebannt, sondern erschufen sich neu, doch wann immer der Tiefling sie verachtete, sie hasste passierte genau dies.
„Kelsey, träum nicht!“ Kalte ungeduldige Worte ließen ihn stocken, hatte er wirklich etwas Abstand zwischen sich und den roten Magier kommen lassen und eilig schloss er auf, während er weiter zurecht gewiesen wurde: „Du Sollst die Fähigkeiten, die man dir verlieh nicht verschwenden!“ Und er konnte nicht viel mehr als zu Nicken, zerknirscht den Kopf einzuziehen, auf dass der Magier zufrieden wirkte, auch wenn es dieser nicht war. Jedes Mal, wenn seine Schöpfung Dinge vollbrachte, die sie nicht können sollte, die er ihm nicht gegeben hatte, ärgerte es den roten Magier und wenn er könnte, er würde diese Fähigkeit Kelsey entreißen. Es war ein Unfall gewesen und an sich gehörte ihm diese Macht, nicht diesem Bastard.

Kelsey wusste nur eines, dieser Ort war schlimmer als jedes brennende Haus. Der Schmerz, den er hier erlitt, war größer, als es die Vorstellung zu verbrennen sein konnte. Dass seine Rettung sich bald als falsches Schauspiel entpuppt hatte, dies hatte auch der Junge verstanden, der nun wie von seinen schlimmsten Alpträumen gejagt durch die dunklen Gänge rannte. Doch es war nicht einer jener Alpträume, in denen man von irgend etwas verfolgt wurde von grausamen Dingen und man wusste, sobald man sich umdreht kam der Tod. Nein in diesen Träumen hatte man nur schnell zu laufen und sich nie umzudrehen, doch hier an diesem Ort brachte laufen nichts und ob er sich nun umdrehte oder nicht, sein Verfolger holte ihn doch ein.
Lange Jahre waren vergangen, auch wenn Kelsey die Zeit nicht messen konnte, nicht abschätzen lang er nun in der Stadt unter der Erde hauste. Anfangs hätte es noch spannend sein können, doch der kleine Junge hat schmerzlich begreifen müssen, dass seine Kindheit beendet war, noch bevor sie eigentlich anfing. Es gab keinen Hasuvar, der ihn schützend in den Arm nahm, ihm Trost spendete. Nein für Tränen gab es Schläge, denn sein Herr wie sich Rash`net selbst nannte, wollte diese nicht sehen.
Der einzigste Vorteil war, dass der Magier so gut wie keine Zeit für den Jungen fand und dieser so wild durch die dunkeln Gänge der unterirdischen Stadt streunte. Es war nicht wirklich ungefährlich, schon zwei Mal hatte er eine dieser hinterlistigen Fallen ausgelöst und beide Male wäre es wohl tödlich geendet, wäre da nicht der hagere Priester, der mit seinen Fähigkeiten den Jungen immer am Leben erhielt.
Serno war der, der ein Auge auf den Jungen hielt, auf ihn achtete, doch auch der, der sich wohl am meisten an dem kleinen Kelsey störte. Denn der Priester war es leid auf ein Kind acht zu geben, hatte er doch Studien zu betreiben und nicht ein Kind zu erziehen, so dass er den Tiefling nicht davon abhielt sich uneingeschränkt in den freigelegten Gängen zu bewegen. Kaum einer nahm Notiz von der kleinen zerrissenen Gestalt, die nach und nach verwilderte und deren Herz mit jedem Tag mehr brach. Wie oft hatte er gehofft, dass Hasuvar kam, ihn nach Hause zurück brachte. Er würde alles dafür geben, schweigend die Blicke und die Missgunst einiger Menschen ertragen, doch mit jedem weiteren Tag glaubte er nicht mehr daran.
Rash`net kannte die Gedanken des Jungen, war es doch ein einfaches diese zu lesen und bei jedem Aufeinandertreffen verhöhnte er das Kind für seine naiven Träume, hatte der Magier schon längst vergessen, wie es gewesen war selbst ein Kind zu sein. Spott und Hohn, die Wut entfachten, flammenden Hass und es sollte erschreckend sein, dass ein Kind solch etwas fühlte, noch dazu fr die Person, die einst das wichtigste in seinem Leben gewesen waren. So waren die Jahre, Jahre in denen die Taymagier nach und nach die unterirdische Stadt erkundeten, auch wenn viele Geheimnisse verschlüsselt blieben.
Kelsey war immer noch nicht mehr als ein kleiner Junge, doch an diesem Tag an dem er davon rannte, hatte er etwas getan, das er nicht hätte tun dürfen. Sein Herr hatte Besuch gehabt, von einem Magier in roter Robe, überall hatte der Tiefling Totenkopfschädel sehen können, die ihm mehr als Angst eingejagt hatten. Und so hatte sich der Kleine versteckt, war Zeuge eines Gespräches geworden, dessen Sinn er sowieso nicht verstand.
„Ihr steht in meiner Schuld Rash`net. Ich war es der dafür sorgte, dass euer Widersacher verschwand, ich war es, der dafür sorgte, dass man ihn nie wieder in dieser Stadt sah und er wird nie wiederkehren. Eure Rache ist vervollständigt und doch verweigert ihr mir Dinge, die mir zu stehen.“ „Er ist fort sicher, doch könnt ihr euch seines Todes sicher sein? Nein! Ich spüre das er lebt und dies war nicht Teil unser Abmachung.“ Die Stimme des Fremden war so kalt, so grausam gewesen, dass Kelsey geschaudert hatte, sich die Hand vor den Mund geschlagen hatte um nicht vor Schreck aufzuschreien, denn die Sätze die gefolgt waren machten ihm nur noch mehr Angst: „Oh glaubt mir, der Tod wäre gnädig gegen das Schicksal, dass ihn ereilte und dessen bin ich mir sicher. Der Tod wäre nun noch eine Gnade.“ Noch lange ging der Streit den Kelsey belauscht hatte weiter, es war der Anfang des Bruches zwischen den beiden Magier, doch dies konnte der Tiefling damals nicht verstehen. Und dann hatte man ihn verraten. Serno hatte ihn verraten, denn der Priester hatte nichts besseres zu tun als in der ungünstigsten Zeit nach dem Jungen zu suchen.
Angst, er hatte solche Angst und diese trieb ihn voran, hielt ihn dabei immer weiter zu rennen, auch wenn er wusste, dass sie ihn einholen würden, er konnte Sernos Schreie hören, doch noch waren die Kinderbeine flink genug, wetzte er durch die düsteren Gänge, die seine Heimat geworden waren und die er so gut kannte, wie kein anderer. Nein die Finsternis machte ihm nichts aus, fühlte er sich doch in ihr geborgen, so wie einst in Hasuvars Armen.
Hin um die nächste Ecke, ohne sich jemals umzusehen, denn wenn er sich umsah, dann würde entweder Rash`net oder Serno direkt hinter ihm stehen, dessen war er sich sicher. So kroch er durch einen Durchbruch in der Wand um durch einen Wald zu huschen, damals hatte er die Illusion nicht erkannt und sein Kinderherz staunte darüber, dass es Bäume gab die unter der Erde wuchsen. Doch auch die Bäume versprachen keine Sicherheit, so dass er weiter eilte. Verstecken, er musste sich verstecken. Huschend durch eine aus den Angeln gefallen Tür, kroch er wieder durch einen dunklen Gang um keuchend auf der anderen Seite liegen zu bleiben, die Augen fest zusammengedrückt.
Flirren und Summen in der Luft ließen ihn dann doch die Augen öffnen und befand sich dort ein kleines Mosaiksteinchen, im hellen grün, das lockend schillerte und vorsichtig streckte der Tiefling seine Hand aus, während der Teufelsschwanz sich aufgeregt umher wand, so als würde jener ahnen was nun geschah. Wäre Kelsey etwas älter und mehr in die Aufgaben eingebunden, so hätte er von der Suche nach genau solchen Steinen gewusst, denn an einer der unüberwindbaren Türen prangte ein steinernes Bild, das wie ein Puzzle wirkte und Rash`net hatte erkannt, dass jene das Heiligtum der Stadt erst preisgeben würde, wären alle Teile gefunden.
Doch so schlossen sich Kinderfinger um jenes kleines Teil, das erste was gefunden war und der Tiefling war der erste, der die Macht der Stadt zu spüren bekam wenn auch ungewollt. Schmerzhaft riss ihn die Woge aus Magie mit hinfort, zeigte ihm Bilder, die er nicht verstand. Überall war auf einmal in der Stadt leben, waren die Gänge voller Gnome und sie wirkten so glücklich. Neid keimte in dem Kind auf, waren seine Erinnerung an solch Zeiten fast verblasst. Doch auch hier sollte das Glück nicht lange wehren, denn Schatten kamen auf und legten sich um die Gnome, verschlangen einen nach dem anderen und Kelsey wusste, sie wären lieber gestorben, als dieses Schicksal zu ertragen. Ihre Schreie hallten zwischen seinen Ohren, bis der Junge selbst schrie um Gnade bat, ohne zu verstehen, was einst geschah. Er konnte die Teile der Stadt fallen sehen, die Verzweiflung der Einwohner spüren, als sich ihre Mächtigsten zusammenschlossen um dem Einhalt zu bieten. Heller Lichtschein der sich erhob und doch wurde auch dieser Verschlungen.
„Nun ist es an dir dunkles Herz, befreie uns! Hilf uns!“ Laut und herrisch war die Stimme erst und wiederholte immer wieder diesen Satz, doch bald wurde sie flehend ein jammern und unerträglich, so dass Kelsey erneut schrie, endlich den Stein fallen ließ um sich die Hände über die Ohren zu schlagen und endlich umfing Finsternis den Tiefling.
Als er wieder erwachte war der Schmerz allgegenwärtig und er befand sich in Rash`nets Gemächern, er konnte den Zorn des Magiers sehen, hatte der Tiefling Dinge ins Rollen gebracht, wurde so zu einem Teil der Rätsel der Stadt und wieder sollte sich sein Leben ändern, war er bisher auf sich allein gestellt, hatte man ihn vernachlässigt, so begannen nun die wirklich langen Jahre, denn nun lag das volle Interesse des roten Magiers auf ihm.

Rash`net atmete scharf ein, nun es war damals geschehen und er hatte auch Nutzen aus diesem Unfall gezogen, denn der Tiefling erwies sich als nützlicher als er sonst gedacht hätte. Und er hatte nicht vor ihn wieder herzugeben, selbst wenn die Tür zum Heiligtum endlich geöffnet wäre. Und es schien nicht mehr zu lange zu dauernd, denn fast alle Steine waren gefunden und an ihrem Platz, nur noch wenige fehlten. So zügelte er das Verlangen den Tiefling wieder auf die Knie zu zwingen, auf das ihm einige spaßige Zauber einfielen, viel mehr packte er das trödelnde Wesen am Halsband und zog es forschen Schrittes mit sich.
Er war zwar ein Magier, ein mächtiger roter Magier, doch den Händler den er traf, musste er nicht zu lange warten lassen, es war nicht gut für das Geschäft. Die Schritte hallten laut in dem spärlich beleuchteten Gang, der direkt zu einer riesigen geflügelten Tür führten, betsehend aus schwerem Eichenholz und massiven Silberbeschlägen. Einst hatten schwere Riegel und viele Schutzzauber sie versperrt gehalten, doch Rash`net hatte die Zauber entfernt und die Riegel wurden zerschmettert, so dass sie den weg preisgaben zu einem ganz neuen und sehr gewinnbringenden Handel, führten die Tür doch direkt in die Tiefe, noch weit tiefer unter die Erde.
Kelseys dunkle Augen weiteten sich leicht beim Anblick des angeblichen Händlers und das Halsband, welches ihn zwang dafür zu sorgen das Rash`net nichts geschah, ihn selbst davon abhielten Hand an seinen Herren zu legen, so wie auch die eingeprügelten Verhaltensweisen ließen den Tiefling sich anspannen leise grollen während er warnend seine Hand an den Griff des Schwertes legte. Oh für Fremde wirkte er wirklich beeindruckend, denn seine ganz Haltung sein Blick sprühten vor kaltem Hass. Auch wenn die groteske Erscheinung ihm gegenüber selbst als Kinderschreck umher wandelte. Und abschätzend musterten die flammenden, dunklen Augen des Tieflinges die Erscheinung des Mischlings vor sich. Während der Dunkelzwerg oder besser Halbduergar ein spöttisches Lächeln zeigte.
Und schlagartig hob sich Rash`nets Laune wieder, ja diese Verhandlungen mochten amüsant werden. Er hatte dem Händler dessen Eltern wohl Duergar, aber auch Ork waren einen Kampf zwischen dessen besten Kämpfer und seiner Schöpfung versprochen. Entweder er würde den doppelten Preis für die Sklaven bezahlen, oder er bekäme die nächsten umsonst und für ihn stand außer Frage, dass Kelsey verlor.
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