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Code Of Honour: ANSWER (#3)

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P16 / Het
Captain Jack Sparrow Elizabeth Swann James Norrington Pintel Ragetti Will Turner
04.09.2006
04.09.2006
8
31.410
1
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
04.09.2006 2.210
 
bisherige und Nachfolgeteile dieser Serie:
- Teil 1
- Teil 2
- Teil 4




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Serie: Pirates Of The Caribbean: Code Of Honour
Titel: ANSWER (#3)
Titelbild
Autor: Storm{X}Padmé
Disclaimer: Alle originalen Charaktere und Elemente gehören Disney, den Rechteinhabern und allen, die dafür bezahlen. Ich geb sie ja wieder zurück, ich leih sie mir doch nur... Ich tu ihnen auch nicht weh… Jedenfalls nicht sehr *G*.
Universum: AU ab dem Ende von POTC 2
Zeitlinie: kurz nach dem Ende von POTC 2
Paarung: Will/OC, Elizabeth/Beckett
Zensur: R (Gewalt, non-con)
Zusammenfassung: Die Crew der Night Pearl muss Will aus Becketts Fängen befreien. Elizabeth hilft dabei und stößt an ihre Grenzen…
formale Bemerkungen:
- kursive Sätze = Erinnerungen oder zur Betonung
- Sätze in ‚ ‚-Zeichen = eigene Gedanken oder indirekte Rede
Feedback: Ist nicht nur erwünscht sondern wird auch geknuddelt, abgeschmust, gestreichelt und George genannt :D







Pirates Of The Caribbean: Code Of Honour
ANSWER
(#3)



I will be the answer at the end of the line.
I will be there for you while you take the time.
In the burning of uncertainty
I will be your solid ground.
I will hold the balance
if you can’t look down.

If it takes my whole life,
I won’t break, I won’t bend.
It will all be worth it,
worth it in the end.

‘Cause I can only tell you what I know,
that I need you in my life.
When the stars have all gone out,
you’ll still be burning so bright.

Cast me gently into morning,
for the night has been unkind.
Take me to a place so holy
that I can wash this from my mind.
The memory of choosing not to fight…


Sarah McLachlan - Answer







1



Sie waren gestern nachts gekommen, und sie würden auch heute erst kommen, wenn es dunkel geworden war.
Will nutzte die Zeit tagsüber, die wenigen Stunden zwischen ihren Besuchen, um Kraft zu sammeln, um sich körperlich und seelisch darauf vorzubereiten, was passieren würde.

Beckett betrat seinen Kerker nicht, solange es hell war, vermutlich, um nicht bei seinen vielen Besuchern falsche Aufmerksamkeit zu erregen. Die Zelle, in der Will seit gestern Abend festsaß, musste zu seinem persönlichen Anwesen gehören, wie sich Will inzwischen klar geworden war. Beckett war zu beschäftigt mit seinen Hochzeitsvorbereitungen, um jeden Abend eine lange Anreise auf sich zu nehmen.

Jedes Mal, wenn auch nur der Gedanke an diese Hochzeit sich in Wills Bewusstsein drängte, wuchs die Wut auf Beckett in ihm weiter. Und die Angst. Nicht vor der Gefangenschaft und davor, was ihm dabei noch alles passieren mochte, oder vor dem ihm drohenden Galgen…

Sondern Angst um Elizabeth, die von ihrem Vater zu dieser Heirat mit Beckett gezwungen wurde. Was würde Beckett erst mit ihr machen, wenn er sie vor Gott und dem Gesetz ganz in seiner Gewalt haben würde?

Diese Angst bereitete Will eine schlaflose Stunde nach der anderen, noch mehr als die Schmerzen an seinem rechten Unterarm, den seit gestern Nacht ein Brandzeichen zierte.

Dass Elizabeth das alles freiwillig auf sich nahm, um Beckett vermutlich in einem günstigen Moment zu verwunden oder gar zu töten und vor allem, um das Herz von Davy Jones an sich zu nehmen, war kein Trost. Im Gegenteil. Seine ehemalige Verlobte wusste nicht, konnte nicht wissen, was da auf sie zukam…

Er hatte es ihr klarmachen wollen, sie von Port Royal wegholen, bevor es zu spät war, und war als Resultat hier gelandet, wegen seiner eigenen Dummheit. Er hatte nicht aufgepasst, nur für einen Moment…

Nur ein einziges Mal hatte er seine Konzentration auf seine Umgebung vernachlässigt, und schon waren da Becketts Männer gewesen, die gleichen, die nachts nach der Gefangennahme zum zweiten Mal zu ihm gekommen waren und jetzt ein drittes Mal auf dem Weg waren. Erhörte ihre Schritte bereits draußen auf dem Gang.

Ob Beckett sich diesmal zeigen würde? Will bezweifelte, dass er sich noch mal die Finger schmutzig machen würde, jetzt wo er seine dringendste Priorität erledigt und Will das Piraten-Brandmal aufgedrückt hatte.
Er behielt Recht, Beckett wollte auch bei dieser zweiten Befragung nur dabei sein. Aber auch wenn er in den Schatten des Kerkers blieb, Will wusste, er war anwesend.

Es war die Art, wie sich seine Männer immer wieder umsahen, wie sie ihren Tonfall mäßigten, wie ausgewählt sie ihre Handlungen setzten, immer mit den Gedanken an den Mann im Hintergrund, der – sicher wieder mit diesem unerträglichen Lächeln der Zufriedenheit – der Folter seines Gefangenen beiwohnte.
Diese Vorsicht seiner Leute bezog natürlich das Objekt ihrer Bemühungen selbst nicht mit ein.

Beim sinnlosen Versuch, sich zu wehren, als sie Will hoch zerrten, bekam er seinen bereits zur Gewohnheit gewordenen Tritt in die Seite, immer an die gleiche Stelle, die seit gestern Nacht kontinuierlich vor Schmerzen pochte, und jeglicher Widerstand verschwand für den Moment. Den Knebel ersparten sie ihm heute, was Will wenig beruhigte- Beckett wollte schlicht Informationen von ihm. Mit Knebel ließ es sich so schwer sprechen.
Vorläufig schaffte er es, einigermaßen würdevoll zu wirken, was seinen Peinigern nicht in ihr Konzept zu passen schien. Will bekam einen heftigen Faustschlag in die Magengrube, der ihn nach vorn sacken ließ. Seine Hände wurden nach hinten gerissen. Handschellen klirrten. Die linke passte. Die rechte schnitt schmerzhaft in das entzündete, angeschwollene Fleisch rund um das Brandmal herum, bis sie endlich geschlossen war.
Eine Kette wurde bei den Handschellen eingehakt, die schon die ganze Zeit wartend von der Decke gehangen war, ohne dass Will in der Dunkelheit hätte erkennen können, was sich dort befand… Jetzt wusste er es. Das Brennen in seinem Unterarm wurde im Vergleich zu dem, was sich in seinen Schultern abspielte, als die Kette nach oben gezogen wurde, zu einem Streicheln. Noch konnte er stehen, noch war es nur die Belastung und die erniedrigende Haltung, weil er seinen Oberkörper nicht mehr aufrichten konnte. Es würde nicht dabei bleiben.

„Da wir nun ganz unter uns sind, Turner, und Ihr Euch Euer restliches, sehr kurzes Leben ohnehin nur noch leichter machen könnt…“ Beckett kam auch jetzt nicht aus seiner Deckung hervor. Seine belustigte Stimme hallte in dem leeren Keller unheimlich wieder und machte die Dunkelheit noch erdrückender. „Die beste Gelegenheit, mir alles zu erzählen, was Ihr über Jack Sparrow wisst.“

Die Antwort war Schweigen.





Cutler Beckett lächelte. In ein paar Tagen würde die Tochter des Gouverneurs von Port Royal ihm gehören- seine Festung hier stand dann in Stein gemeißelt. Und bis dahin konnte er sich die Zeit damit vertreiben, einem halbwüchsigen Piraten Manieren beizubringen. Obwohl er noch nicht wusste, was er mit Davy Jones’ Herz genau anstellen konnte, fühlte er sich im Moment vollkommen zufrieden und der ganzen Welt überlegen.





„Nicht so, Lani. Sitz gerade. Starr keine Löcher in die Luft. Schau mich an. Ich rede mit dir. Sitz gerade!
Besteck… Nein, noch mal… Besser. Wo fasst man sein Glas an?
Nächste Lektion… Du bist fürs Servieren zuständig. Abräumen bitte. Nein, nicht so! Steh endlich mal gerade! Wenn auf dem Teller etwas gewesen wäre, hättest du es über Becketts Schoß verteilt. Steh gerade, bei allen Geistern!“
Okay, das reichte. Irene ließ mit einem abgrundtiefen Seufzen ihren Kopf auf die Tischplatte sinken. Wie war sie auf die Idee gekommen, Lani Haltung beibringen zu wollen? Stimmt, weil Will bei Beckett festsaß und sie sich mit einem Vorwand in sein Haus schleichen und Lani ihm dabei als Hausmädchen unterschieben wollte…
Anders würde es nicht funktionieren. In ein Haus, das so gut bewacht war wie das von Beckett, kam man nicht so einfach hinein. Auch nicht einfach heraus.
Also hatte ein zweiter Plan geschmiedet werden müssen. Aber wenn das so weiterging, würde Beckett Leilani kündigen, bevor die Hochzeit begonnen hatte. „Das kannst du nicht alles in ein paar Stunden lernen. Gib mir noch einen Tag, dann klappt das wenigstens ein bisschen besser.“

Natürlich, und Will sitzt in der Zwischenzeit mit Beckett beim Kaffeetrinken, und sie besprechen, was er ihnen zur Hochzeit schenkt!“ Lani stapfte wütend zum Fenster und starrte hinaus.

Von dem Gasthaus aus, in dem sie beide untergekommen waren, während ihre Begleiter Stern und Kolin sich getrennt in einen anderen Stadtteil zurückgezogen hatten, damit man sie nicht zusammen sah, konnte man in der Ferne Becketts Haus erkennen. Auf dem Weg zum Anwesen herrschte reges Treiben. Die vielen Menschen dort zu sehen, machte sie beide fast wahnsinnig. Irgendwo in diesem Haus war Will, und niemand half ihm…

„Dann nicht. Zieh das hier an.“ Irene warf ihr eins von ihren biederen Kleidern zu, das sie kaum getragen hatte. Für ihre Auftritte als Sängerin und Tänzerin brauchte sie verführerische Kleidung, und an Deck eines Schiffs waren Hosen praktischer. „Von meinem Vater für den ersten Ausflug an Land. Sollte seinen Zweck erfüllen.
Na endlich, das ist hoffentlich Tia.“ Als es an der Tür klopfte, lugte sie vorsichtig durch einen Spalt auf den dunklen Gang hinaus. Mit Erleichterung erkannte sie die bekannte Silhouette ihrer Patentante draußen. Sie hatte sich Sorgen um die Zauberin gemacht.

Tia hatte zum Schein in einem Bordell angefangen zu arbeiten, um an Beckett und seine Leute heranzukommen, die dort regelmäßig abstiegen. Tia hatte zwar ihre Tricks, wie sie solcher Arbeit entgehen konnte und musste in der Nacht meistens nicht mehr tun als Freier neben sich schlafen zu lassen – anders als Irene, die in solchen Situationen weibliche Waffen verwenden musste, weshalb sie Tia auch immer ein wenig beneidete – aber in den letzten Tagen war Tia mit ihrem Zuhälter zusammen gekracht, weil sie unerlaubt ihr Zimmer verlassen hatte.

„Komm rein.“ Stirnrunzelnd musterte Irene Tias Gesicht, als sie ins Licht des Raums trat. „War er das?“ Misstrauisch berührte sie die dick überschminkte und trotzdem noch sichtbare verfärbte Stelle an ihrer Wange.

„Männer eben. Nur glücklich, wenn sie zuschlagen können.“ Tia überging die Sorge mit einem Schulterzucken. „Er wird es bereuen. In den nächsten Jahren wird er jedenfalls keinen Spaß mit seinen Mädchen mehr haben.
Los, zieh das an.“ Sie drückte ihr eine Schachtel in die Hand und schickte sie hinter das Paravent in der Ecke.





„Hallo.“ Mit dem freundlichen, neugierigen Lächeln, mit dem sie das Mädchen immer begrüßte, setzte Tia sich neben Leilani. „Wie geht es dir?“

Mit einer harschen Bewegung nahm Leilani ihre Hand weg. „Mies, aber das ist jetzt egal. Es geht hier nicht um mich.“ Sie fühlte sich, seit sie von Wills Gefangennahme erfahren hatte, den Tränen nahe, auch jetzt wieder, bei dem Gedanken, was Beckett ihrem Partner alles antun könnte. Wenn sie es nicht schaffen würden, ihn zu retten, würde Leilani ihn in wenigen Tagen am Galgen hängen sehen, während der grölende Pöbel applaudierte.

Hinter dem Paravent ertönte ein spitzer Aufschrei.

„Sie hat die Schachtel aufgemacht“, grinste Tia.
„Ich helfe dir gleich, Liebes. Probier es erst mal.“

Nein!“ Irene zog sich bereits wieder ihr Kleid von vorhin vom Paravent, sichtlich nicht gewillt, Tias Geschenk zu nutzen. „Kommt gar nicht in Frage! Menschen und ihre barbarischen Sitten! Ich mache da nicht mit!“

„Dir wird nichts anderes übrig bleiben, Liebes. Du sollst eine Dame guten Hauses vom ländlichen Adel spielen. Ich musste ganz schön hart schuften, um diese Identität herauszubekommen – und vor allem die wahre Dame dahinter für die nächste Woche zu beschäftigen – also versau mir das ja nicht!“

„Nein! Niemals! In so etwas hat mich mein Vater schon nicht hineinbekommen, Tia, du schaffst das auch nicht! Und überhaupt ist das eine lächerliche Idee! Beckett wird sowieso gleich wissen, dass ich nicht diese Frau bin…“

„Er hat sie bei einer Party vor fünf Jahren in London gesehen. Er war so betrunken, er würde sich nicht mehr daran erinnern, wenn er mit Jack persönlich getanzt hätte. Anziehen!“ Entnervt ging Tia hinter das Paravent, um Irene wenn nötig mit Gewalt in das Kleid zu stecken.

Zieh dieses verdammte Kleid an, Iry, oder ich ziehe es dir an! Ich gehe zur Not auch alleine zu Beckett und hole Will da raus!“ Leilani klang wirklich so, als würde sie die Drohung umsetzen. Sie hatte unglaubliche Angst.

Will war nur wegen Elizabeth selbst nach Port Royal gegangen, trotz der Gefahr, dass man ihn dort überall erkannte, eine Erinnerung, die Leilani nur schwer ertragen konnte- und jetzt würde er dort sterben...

Jacks Andeutungen, was Beckett seinem Gefangenen alles antun könnte, waren schlimm genug gewesen. Die Vorstellung, dass Will bald nicht mehr da sein würde, trieb Leilani in den Wahnsinn. Sie hatte sich in der kurzen Zeit mit ihm zusammen schon so sehr an ihn gewöhnt, an seine Nähe, seine Fürsorge... Sie brauchte ihn…

„Ich hasse euch alle.“ Nach mehrminütiger Prozedur, bei der Irene immer wieder in schöner Regelmäßigkeit protestierend gequietscht hatte, kam Tia mit einem breiten Grinsen und Irene mit einem Gesicht wie ein Orkansturm zurück. Sie hatte sich tatsächlich in ein aufwändiges, hellgelbes Korsettkleid gequält. Es war erstaunlich, wie viel Kraft sie in ihrer Stimme trotz ihrer sichtlichen Atembeschwerden noch hatte. „Ich schwöre dir, wenn das alles vorbei ist, mache ich eine Seeschnecke aus dir!“

„Wäre wenigstens ein gemütliches Leben“, antwortete Tia fröhlich.
„Ich muss wieder los. Lasst euch nicht auch noch gefangen nehmen. Wir sehen uns spätestens bei der Hochzeit wieder. Und es wird wieder in Strömen regnen, versprochen“, grinste sie hinterlistig, bevor sie binnen eines Wimpernschlags das Zimmer verließ.

„Ich als Lady und du als Zofe…“ Irene hängte sich seufzend bei Lani ein. „Ab in die Höhle der Katze.“

„Höhle des Löwen.“

„Von mir aus auch das. Lächle und sei schön. Und antworte nur wenn du gefragt wirst.“
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