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Anne im Traumhaus

von Steffi A
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anne Shirley/Blythe Gilbert Blythe Marilla Cuthbert Rachel Lynde
27.08.2006
13.09.2008
71
83.590
2
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27.08.2006 784
 
Kapitel 69 Ist Jem verliebt?

Jem saß unten am Weiher und angelte. Max, der schwarze Labrador und Jems treuer Freund, lag neben ihm und beobachtete angestrengt das Wasser. Jem ging sehr gerne angeln, dabei konnte man ausgezeichnete seinen Gedanken nachhängen. Max wedelte aufgeregt mit dem Schwanz, als es plötzlich an der Angelschnur zupft. Doch als Jem die Leine einholte, hatte der Fisch sich schon wieder selbstständig gemacht. Max schaute enttäuscht zu seinem Herrchen auf.

„Tut mir leid Max. Versuchen wir es halt weiter“, liebevoll tätschelte Jem ihm den Kopf.

Auf einmal sah Jem ein Mädchen den Weg entlang kommen. Als sie näher kam, bemerkte er, dass es Faith Meredith war und sofort fing sein Herz heftig zu pochen an. Er hatte Faith sehr gerne. Faith war ein hübsches blondes Mädchen mit stahlblauen Augen. Doch Jem mochte sie nicht nur, weil sie hübsch war. Sie war intelligent und sehr nett. Ihre Stimme war zauberhaft und wenn sie lächelte konnte es einem glatt den Atem verschlagen.

Aber Jem hatte das Gefühl, dass sie Fred Wright mehr mochte, als ihn. Denn dauernd redete sie mit Fred, während sie mit ihm nur sehr selten sprach. Jem konnte natürlich nicht wissen, dass eigentlich genau das Gegenteil der Fall war. Faith sprach nicht viel mit ihm weil sie viel zu schüchtern war. Sie mochte Jem, sehr und sie hatte fast immer Angst knallrot zu werden wenn sie etwas zu ihm sagte. Ihr Herz schlug ihr dann jedes Mal bis zum Hals.

Faith und Jem waren im gleichen Alter. Und es war auch nicht verwunderlich, dass man mit dreizehn auch mal noch rot wird.

Jetzt hatte auch Faith ihn entdeckt und einen Moment lang blieb sie unentschlossen stehen. Dann jedoch entdeckte Max sie und freute sich riesig sie zu sehen. Mit einem freudigen Bellen sprang er auf und rannte zu ihr. Faith kniete sich zu ihm hinunter und strich ihm über das Fell. Das Max sie dabei vor lauter Begeisterung mit seiner langen Hundezunge abschleckte, schien sie nicht zu stören. Die beiden waren voll in ihre Begrüßung vertieft, so dass sie nicht bemerkten, dass Jem näher kam.

„Hallo Faith“, sagte Jem etwas schüchtern.

Faith blickte hoch und stand hastig auf: „Hallo Jem“, kam es leise über ihre Lippen.

„Max lass es gut sein“, mahnte Jem, als Max immer noch ihre Hand abschleckte.

„Ist schon in Ordnung“, Faith lächelte Max zu und streichelte ihn erneut. „Er freut sich einfach nur. Er ist wirklich ein süßer Hund.“

„Er kann dich wirklich gut leiden, Faith.“ Antwortete Jem.

Für einen Moment herrschte Schweigen zwischen ihnen.

„Hast du was gefangen?“ unterbrach Faith die Stille.

„Was?“ Jem war ein bisschen verwirrt. Er schien nicht zu verstehen, was sie meinte.

„Ich meine, ob du einen Fisch gefangen hast?“

„Ach so, natürlich... Ich meine, nein. Nein, sie beißen heute nicht so richtig“, stammelte Jem und er glaubte seine Wangen würden brennen. „Wo gehst du denn hin?“

„Eigentlich wollte ich zu Anne-Cordelia, sie wollte mir ein Buch ausleihen.“

„Ach so.“ Bestimmt war Fred zu hause und Faith wollte ihn bestimmt sehen. „Richte Fred einen Gruß von mir aus.“ Erwiderte Jem ein wenig unwirsch und ging nach einem Tschüß wieder hinunter zum Weiher..

„Wieso Fred?“ fragte sie irritiert. Was hatte nun Fred damit zu tun? Doch sie bekam keine Antwort mehr von ihm. Max leckte ihr noch einmal die Hand und zog dann auch von Dannen. Verwirrter, als zu vor ging Faith weiter.

Ungehalten packte Jem seine Sachen zusammen. Was sollte der ganze Unfug? Er sollte einfach nicht mehr an Faith denken. Sie verschwendete ja auch keinen Gedanken an ihn. Missmutig machte er sich auch den Heimweg.

Anne saß auf der Veranda, als Jem zurückkam.

„Hast du was gefangen?“ fragte sie fröhlich.

„Nein!“ brummte Jem und stellte den Eimer ab.

Anne war über seinen Tonfall etwas erstaunt. „Ist irgendwas nicht in Ordnung?“

„Nein, es ist nichts.“ Er sah in ihre Augen und ihm tat sein böser Tonfall leid. Schließlich konnte seine Mutter ja nichts dafür. Und sie war die beste und liebste Mutter, die er sich nur wünschen konnte.

„Es ist wirklich nichts, Mommy.“ Er setzte sich zu ihr und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Ich war nur ein bisschen enttäuscht, nichts gefangen zu haben.“ Jem lächelte sie freundlich an.

„Marilla hat heute einen von ihren köstlichen Pflaumenkuchen rüber gebracht, vielleicht solltest du dir ein Stück nehmen. Zu mir hat Marilla mal gesagt, dass nach einem Stück Pflaumenkuchen die Welt schon wieder viel besser aussieht. Und ich hatte damals wirklich einen grausigen Tag.“ Anne strich ihm durch das rote Haar.

„Eine gute Idee. Soll ich dir auch ein Stück bringen?“

„Nein, danke, Schatz. Ich hab vorhin schon eines gegessen.“

Jem stand auf und ging in die Küche.
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