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Anne im Traumhaus

von Steffi A
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anne Shirley/Blythe Gilbert Blythe Marilla Cuthbert Rachel Lynde
27.08.2006
13.09.2008
71
83.590
2
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27.08.2006 1.008
 
Kapitel 61 Das Picknick

Das Picknick fand am darauffolgenden Sonntag statt. Mr. Barry ließ es sich trotz seines inzwischen fortgeschrittenen Alters nicht nehmen, diese Tradition in Avonlea fortzusetzen.

Im wesentlichen hatte sich nichts am Picknick geändert. Immer noch gab es Kaffee und Kuchen. Die Leute plauderten fröhlich miteinander und die Kinder tobten über die Wiesen. Auch das Drei-Bein-Rennen würde wie immer statt finden.

Als Anne und Gilbert mit den Kindern ankamen, stürmten diese gleich begeistert zu all den anderen Kindern aus Avonlea.

„Benehmt euch bitte“, rief Anne ihnen noch nach, während Gilbert ihr vom Wagen runter half.

Anschließend ergriff Shirley die Hand von seinem Papa und gemeinsam liefen sie zu Diana und den anderen hinüber. Shirley war das einzige Kind in der Runde und wurde von allen einmal auf den Arm genommen.

Auch Captain Jim war zum Picknick gekommen. Anne freute sich ganz besonders ihn zu sehen. Seine Besuche im Traumhaus waren in den letzten Monaten selten gewesen, da er seinem Großneffen beim Umbau des Hauses half.

„Captain Jim, wie schön sie zu sehen, wie geht es ihnen?“ begrüßte Anne ihn.

„Bestens. Ich muss schon sagen, sie sehen von Tag zu Tag hübscher aus, Mrs. Blythe“, er lächelte ihr freundlich zu.

„Sie sind ein schlechter Lügner, Captain Jim. Ich sehe im Moment fürchterlich aus. Ich komme mir vor, wie ein laufendes Fass.“ Lachte Anne.

„Das ist aber nun wirklich nicht wahr.“ Antwortete er erbost. „Ich finde ihr Baby steht ihnen wirklich gut. Der Doktor kann stolz auf sie sein. Ich muss zugeben des öfteren habe ich ihn schon beneidet.“

Gilbert grinste und drückte Annes Hand. „Machen sie meiner Frau nicht so viele Komplimente. Sonst werde ich noch eifersüchtig“, sagte Gil lachend.

„Mama, Mama“, Nan und Di unterbrachen die Unterhaltung und kamen auf sie zugestürmt.

„Deine Zwillinge sehen ja wirklich süß heute aus, Anne.“ Sagte Mrs. Andrews die jetzt zu ihnen getreten war.

„Wir wollen am Drei-Bein-Rennen mitmachen, Mama“, rief Di aufgeregt dazwischen. „Bitte, bitte schaut uns doch zu“, bettelte sie weiter.

„Natürlich, werden wir es uns ansehen“, antwortete Gilbert.

„Wir werden sie alle schlagen“, sagte Nan und reckte siegesgewiss ihre Nase in die Höhe. Es war genau die gleiche Geste, die Anne so oft als Kind gemacht hatte.

Marilla lachte auf, als sie es sah.

Alle warteten mit Spannung auf das Rennen. Eigentlich war es ein wenig unfair, dass die Großen gegen die Kleinen antreten sollten. Walter wollte mit David Wright an den Start gehen.

Zunächst wollte auch Jem mit Fred teilnehmen. Aber als er sah, dass seine beiden Schwestern unbedingt gewinnen wollten verzichtete er darauf. Schließlich waren er und Fred schon viel größer und so hätten sie überhaupt keine Chance gehabt. Stattdessen gesellte er sich zu seinen Eltern und sah zu.

Der Startschuss fiel und alle rannten zielstrebig los. Zunächst lagen Nan und Di einige Meter zurück. Doch dann stolperte das in Führung liegende Paar Samuel Sloan und Alex Pye. Sie fielen so unglücklich, dass sie Walter und David die hinter ihnen lagen mit sich rissen.

Dadurch holte das Zwillings-Pärchen auf und gewann tatsächlich. Gilbert war furchtbar stolz auf seine zwei Mädchen und drückte sie an sich. Walter machte es nichts aus, dass er verloren hatte, im Gegenteil er war ebenfalls sehr stolz auf seine zwei kleinen Schwestern.

Alex Pye sagte bissig: „Die zwei hätten nie gewonnen, wenn wir nicht gefallen wären.“

Dieser Ausspruch missfiel Walter sehr. „Was ist schlimmer Alex, dass du nicht richtig rennen kannst, oder, dass du gegen zwei Mädchen verloren hast?“ fragte er deshalb.

Alex Pye bekam einen roten Kopf und wollte schon am liebsten auf Walter losgehen. Doch Samuel hielt ihn am Arm fest.

„Die besseren haben gewonnen“, gab Samuel ehrlich zu.

Am Abend arbeitete Gilbert noch lange in seinem Büro. Er hatte eine Menge Papierkram zu erledigen. In den letzten Tagen war er einfach nicht dazu gekommen.

Anne war müde und wollte schon zu Bett gehen. Doch das Baby in ihrem runden Bauch ließ sie einfach nicht schlafen. Es kickte und trat unermüdlich in ihrem Bauch. Unruhig drehte Anne sich im Bett herum. Nach einer Weile stand sie seufzend auf. Es hatte keine Zweck, anscheinend wollte dieses Baby sie einfach nicht schlafen lassen. Es war bereits Mitternacht, doch Gilbert war immer noch am arbeiten. Anne ging ans Fenster und blickte hinaus. Friedlich lag der Garten im hellen Mondschein vor ihr.

“Man könnte fast meinen, jemand hat das Licht angelassen“, dachte Anne und lachte.

Sie hörte Gilbert die Treppe raufkommen.

„Anne! Ich dachte du schläfst schon“, sagte er als er leise an sie herantrat.

„Ich würde ja gerne schlafen, aber irgendwie, hat unser Baby etwas dagegen. Es tritt mich die ganze Zeit über.“

Gilbert küsste ihren Nacken und legte seine Hände auf ihren Bauch. Anne lehnte sich mit dem Rücken an ihn.

„Du hast recht, Anne. Unser Kind scheint heute wirklich sehr lebhaft zu sein“, er spürte wie das Baby um sich trat.

„Autsch“, rief Anne plötzlich. „das wird ja immer doller.“ Sagte sie lachend.

„Soll ich mal ein ernstes Wort mit ihr reden?“ fragte Gilbert schelmisch.

„Wieso mit ihr?“

„Na, weil ich glaube, dass wir ein Mädchen bekommen.“

„Das klingt vielleicht komisch, aber ich glaube es auch, Gil. Ich weiß zwar nicht warum, aber es ist so ein Gefühl.“

„Also, kleine Tochter, dann hör mal, was dein Daddy dir zu sagen hat. Lass deine Mama noch ein bisschen schlafen, ja? Du wirst uns noch lange genug wach halten. Also sei ein braves Mädchen“, flüsterte er zu Annes Bauch.

Anne lachte: „Gil, du bist einfach unmöglich.“

„Komm gehen wir ins Bett, Karotte, sie wird sich sicher gleich beruhigen.“

Sie legten sich hin und Anne kuschelte sich an ihn, während er über ihren Bauch strich.

„Es ist wirklich ruhiger geworden“, sagte Anne nach einer Weile.
„Na siehst du. Da muss nur der Daddy mal was sagen, dann klappt das schon.“ Sagte Gilbert stolz.

„Oh je, dann stehen mir ja noch schöne Zeiten bevor. Wenn unsere Baby jetzt schon nur auf dich hört.“

Gilbert lachte und küsste sie.

„Ich liebe dich, Gil.“

„Ich liebe dich auch, Anne-Mädchen.“
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