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Anne im Traumhaus

von Steffi A
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anne Shirley/Blythe Gilbert Blythe Marilla Cuthbert Rachel Lynde
27.08.2006
13.09.2008
71
83.590
2
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27.08.2006 1.201
 
Kapitel 60 Moodys Entschuldigung

Anne brauchte eine Weile, bis sie sich nach diesem Erlebnis wieder beruhigt hatte. Susan war froh, dass der Doktor heute nicht viel zu tun hatte und daheim bleiben konnte. Er konnte die liebe Frau Doktor am besten beruhigen. Aber auch Susan hatte sich fürchterlich aufgeregt als sie die Geschichte mit Josie hörte. Wie konnte diese hochnäsige Person, Shirley einfach ohrfeigen. Zum Trost buk Susan ihre wundervollen Kekse für den kleinen Shirley.

Am Abend saßen Anne und Gilbert noch zusammen im Wohnzimmer, als es an der Tür klopfte.

„Nanu? Wer kommt den jetzt noch“, fragte Gilbert und stand auf um die Tür zu öffnen.

Als er wieder hereinkam war Moddy hinter ihm. Betreten hielt dieser seinen Hut in der Hand und lächelte zaghaft.

„Hallo, Anne“, sagte Moddy vorsichtig. „Ich... Ich bin gekommen, um mich bei euch zu entschuldigen.“ Er blickte zu Anne und Gilbert. „Es tut mir schrecklich leid, was da heute passiert ist. Josie hätte das natürlich nicht tun dürfen. Ich weiß gar nicht was in sie gefahren ist.“

Gilbert nickte ihm zu. Irgendwie tat ihm Moody sogar leid. Er war ein netter Kerl und mit Josie hatte er es bestimmt nicht einfach.

„Danke, Moody“, sagte Anne. „Bist du nur deswegen hier her gekommen?“

„Ja, ich weiß, dass Josie sich nicht bei euch entschuldigen wird, Anne. Darum möchte ich es zumindest tun. Sonst würde ich mich bis zum Rest meines Lebens in Grund und Boden schämen.“

„Ist schon gut, Moody. Aber du wirst verstehen, dass ich im Moment keine Lust habe auch nur ein Wort mit Josie zu sprechen.“ Antwortete Anne und bekam allein bei dem Gedanken an Josie erneut rote Backen.

Moody nickte verständig und verabschiedete sich.

„Was für ein schrecklicher Tag.“ Seufzte Anne, als sie sich auf das Sofa setzte.

Gilbert setzte sich zu ihr.

„Reden wir uns nicht mehr darüber auf, Anne. Josie wird sich nie ändern, soviel steht fest. Und ihr zwei werdet niemals Freundinnen werden.“ Er legte den Arm um sie.

„Wahrscheinlich liegt es daran, dass Josie schon immer eifersüchtig auf mich war. Sie hätte dich so gerne für sich eingenommen. Wer weiß, wenn mich der Zufall nicht nach Avonlea gebracht hätte. Vielleicht hättest du dann Josie geheiratet.“

Gilbert macht ein erschrockenes Gesicht: „Himmel! Gott bewahre! Was für eine schreckliche Vorstellung. Da ist ja jeder Albtraum besser. Moody tut mir irgendwie leid.“ Lachte Gilbert. „Aber ich bin froh, dass das Schicksal es so gut mit mir gemeint hat und dich nach Avonlea gebracht hat.“

Anne lachte und legte seine Hand auf ihren Bauch, als das Baby darin strampelte.

„Du bist auch froh darüber, nicht wahr?“ fragte Gilbert das Baby. „Du hast eine tolle und wunderschöne Mami, mein Kleines.“

Lachend versetzte Anne ihm einen Knuff.

„Hör nicht auf ihn.“ Sprach nun Anne zu ihrem Bauch. „Aber auf jeden fall hast du den besten Vater, den es gibt.“

Gilbert sprach nicht weiter, sondern küsste sie leidenschaftlich.


„Sag mal tut dir auch dein Rücken so weh, Anne?“ seufzte Diana und ließ sich auf den Stuhl fallen. Eine Hand hatte sie auf ihren runden Bauch gelegt.

„Es geht so. Manchmal schon.“ Antwortete Anne.

Sie saßen zusammen im Wohnzimmer des Traumhauses Es war ein wunderschöner Frühlingstag. Die Kinder tobten derweil im Garten und machten eine ganze Menge Geschrei. Fred und Gilbert waren ebenfalls draußen und hatten es sich auf der Veranda bequem gemacht. Nur Diana hatte nicht dort sitzen wollen. Sie klagte sie könne derzeit auf keinen Korbstuhl sitzen, sonst würde sie noch mehr Rückenschmerzen bekommen. Also war Anne schweren Herzens mit ihr hineingegangen. Sie wäre lieber an der schönen Frühlingsluft geblieben, aber was tat man nicht alles für seine Busenfreundin.

„Wie groß die Kinder doch schon sind. Dein Fred hört ja überhaupt nicht mehr auf zu wachsen und Anne-Cordelia ist ja schon eine richtig junge Dame. Sie sieht wirklich reizend aus“, lachte Anne.

„Ich glaube das findet euer Jem auch. Er schaut sie immer so verträumt an.“

„Das ist mir noch gar nicht aufgefallen.“ Sie blickte zum Fenster hinaus und beobachtete die Kinder. „Ich bin wirklich froh, dass nur zwei von meinen Kindern rote Haare haben. Ich hoffe dieses hier“, vorsichtig strich sie über ihren Bauch. „Wird auch keine bekommen.“

Diana lachte laut auf. „Anne du bist unmöglich. Wieso nur, machst du dir immer Sorgen um die Haarfarbe?“

„Weil ich weiß, wie sehr ich als Kind unter meinen Haaren gelitten habe und das möchte ich meinen Kindern eben ersparen.“ Sagte sie ernst.

„Also ich glaube nicht, dass Jem und Di unter ihren Haaren leiden. Im Gegenteil Di sieht einfach liebreizend aus und Jem wird auch einmal ein hübscher, junger Mann. Ich würde mir da keine Sorgen machen.“

„Vielleicht hast du ja recht.“ Nachdenklich blickte Anne zu ihren Kindern.

„Aber lass und das Thema wechseln. Kommt ihr nächsten Sonntag zum Picknick?“ fragte Diana sie.

„Ja, natürlich. Wie könnten wir das verpassen. Die Kinder sind schon ganz verrückt danach. Nan zum Beispiel fragt mich die ganze Zeit, ob ich bis dahin auch mit ihrem neuen Klein wirklich fertig bin. Sie ist ganz schön eitel, meine kleine Nan. Di hingegen ist das nicht so wichtig, sie ist ein richtiger Wildfang. Ich kann schon froh sein, wenn sie nicht mit zerzaustem Haar auf dem Picknick aufkreuzt, weil sie mal wieder auf einen Baum geklettert ist.“

Diana lachte. „Ich glaube mit Di hast du es wirklich nicht leicht, Anne.“

„Nein, sie ist so temperamentvoll. Wo sie das wohl her hat?“ Anne blickte zu Diana und beide lachten laut los. „Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass sie Gil um den kleinen Finger wickeln kann. Das macht es auch nicht gerade leichter. Ich hab schon oft mit ihm deswegen geschimpft. Aber es hilft alles nichts. Dann sieht er mich mit diesem `ich kann nichts dafür` Blick an und ich ertappe mich wieder dabei, wie er mich um den Finger wickelt.“

„Oh, jetzt tut mir schon wieder mein Rücken weh“, jammerte Diana und rutschte auf dem Stuhl hin und her. „Ich beneide dich manchmal, Anne. Wie kommt es, dass du nie bei einer Schwangerschaft so fürchterlich zunimmst, wie ich. Und nachher bist du dann auch noch so rank und schlank wie vorher. Wie machst du das nur?“

„Ich mache gar nichts, Diana. Ich denke das ist irgendwie auch Veranlagung. Du weißt doch noch, wie spindeldürr ich mit 14 war. Oh, wie sehr habe ich mir immer so wunderschöne Grübchen gewünscht, wie du sie hast, Diana. Aber meine Hoffnung auf Grübchen habe ich schon längst begraben.“

„Ich würde dir gerne meine Grübchen geben, wenn du mir ein paar Kilos abnimmst.
Erneut fingen beide an zu lachen.

"Hier geht es aber lustig zu. Wahrscheinlich machen sich die Damen mal wieder über ihre Ehemänner lustig. Was meinst du Fred?" Sagte Gilbert, als die beiden ins Wohnzimmer kamen.

"Wir haben uns eher schon über uns selber lustig gemacht. Sie uns doch an! Dick und rund wie wir sind." Antwortete Anne immer noch lachend.

"Anne, du musst eher sagen, das die liebe Diana noch viel dicker ist." Lachte Diana.

Fred und Gilbert warfen sich eine Blick zu und sagten dann beide:
"Hier sind die zwei schönsten Frauen, von ganz Kanada."

Dann ging jeder zu seiner Frau und küsste sie.
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