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Anne im Traumhaus

von Steffi A
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anne Shirley/Blythe Gilbert Blythe Marilla Cuthbert Rachel Lynde
27.08.2006
13.09.2008
71
83.590
2
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27.08.2006 805
 
Kapitel 37 Neue Hoffnung

Es war August und die Sonne ging langsam farbenprächtig unter, als Gilbert endlich müde und erschöpft nach Hause kam. Anne empfing ihn auf der Veranda.

„Ich weiß, du bist müde, Gil. Aber würdest du trotzdem mit mir den Sonnenuntergang im Garten genießen? Ich hab dir etwas zu erzählen,“ fragte sie ihn.

Gilbert lächelte ihr zu „Du weißt ich kann nie Nein sagen, wenn meine Königin einen Wunsch äußert.“

Dankbar küsste sie ihn auf die Wange, dann nahm sie seine Hand und lieb mit ihm in den Garten.

„Was ist los, Anne?“ Unter dem Kirschbaum blieb sie stehen und sah ihm in die Augen.

„Gil...,würdest du dich freuen, wenn ich dir sage, dass wir wieder ein Baby bekommen?“

Gilberts Herz spürte einen erschrockenen Stich, er schluckte und sein Puls wurde schneller. Anne sah ihn betroffen an.

„Du freust dich nicht?“ fragte sie, nachdem er einen Moment lang sprachlos war. Gilbert schüttelte den Kopf.

„Nein, Anne, das ist es nicht. Natürlich freue ich mich, aber....aber ich hab auch Angst,“ gestand er.

„Angst, dass wir dieses Baby verlieren könnten?“ fragte Anne und strich ihm über die Wange.

„Nicht nur. Ich hab vor allem auch Angst, dass ich dich verlieren könnte, Karotte.“ Er nahm ihre Hand und sah ihn ihre grau-grünen, funkelnden Augen.

Ein Lächeln huschte über Annes Gesicht. „Oh, Gil. Du wirst mich nicht verlieren. Ich bin stark und ich weiß, dass alles gut werden wird.“

„Ich könnte es nicht ertragen, dich zu verlieren, Anne.“

Sie legte ihre Arme um ihn und sagte: „Glaub mir Gil, es wird alles gut. Ich fühle es einfach.“

Er hielt sich fest an sich gedrückt. „Ich liebe Dich, mein Anne-Mädchen.“

„Ich liebe Dich auch, Gil.“ Dann küssten sie sich.

Annes Schwangerschaft verlief ganz normal. Es gab keinen Grund, besorgt zu sein. Doch Gilbert ließ Anne nicht aus den Augen. Er beobachtete jede noch so kleine Regung an ihr. Nachts wachte er oft plötzlich auf und beobachtete ihren Schlaf.

Anne versuchte ihn des öfteren zu beruhigen, aber sie wusste, wie sehr er sich trotzdem sorgte. Überhaupt schienen sich alle um sie zu sorgen. Susan, Marilla, Mrs. Lynde, Mrs. Blythe, dauernd war jemand zur Stelle und wollte ihr irgendetwas abnehmen. Manchmal wollte Anne am liebsten vor soviel umsorgt werden flüchten. Sie hatte keine Angst, dass etwas passieren würde. Das Baby strampelte und trat eifrig in ihrem Bauch und sie fühlte sich gut.

„Manchmal habe ich das Gefühl, als wenn dieses Baby mehr strampeln würde, als alle anderen,“ sagte sie einmal zu Gilbert. „Immer wenn ich denke, das es endlich zur Ruhe kommt, geht es an einer anderen Stelle weiter. Autsch...“ rief sie plötzlich.

Sofort kam Gilbert bestürzt zu ihr geeilt. „Anne, was ist?“ fragte er mit erschrockener, besorgter Miene.

Anne lachte: „Nichts, Gil,“ sagte sie beruhigend und nahm sanft seine Hand „es hat mich gerade nur so kräftig getreten.“

In dieser Schwangerschaft nahm Anne mehr zu, als in den bisherigen. Nach einer Weile, war sie ganz froh, darum, dass alle sie umsorgten. Denn es fiel ihr zunehmend schwerer, sich zu bewegen. Ab und an schmerzte ihr Rücken und ihre geschwollenen Füße plagten sie. Gilbert, als treusorgender Ehemann, massierte dann abends oft ihre Füße.

Anne war durch einen Tritt des Babys erwacht. Jetzt schmerzte auch ihr Rücken und sie konnte nicht mehr einschlafen. Mühsam krabbelte sie aus dem Bett und seufzt. Gilbert schlief tief und fest. Sie ging zum Fenster und blickte auf den sternenklaren Himmel. Es war eine ziemlich kalte Nacht. Sie legte sich eine Stola über die Schultern, da es sie fröstelte. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es gerade mal zwei Uhr morgens war.

Leise lief sie zum Kinderzimmer hinüber. Jem und Walter schliefen ebenfalls tief und fest. Walter hatte sich von seiner Decke freigestrampelt, behutsam deckte Anne ihn wieder zu. Jem hielt seinen Teddy fest in den Armen. Anne lief wieder ins Schlafzimmer zurück. Vielleicht sollte sie versuchen noch mal einzuschlafen. Aber ihr Rücken tat ihr immer noch weh. Eine Weile blickte sie einfach nur aus dem Fenster und träumte. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass Gilbert aufgewacht war. Plötzlich stand er hinter ihr.

„Anne, was ist?“ fragte er besorgt. Anne lächelte ihn an.

„Nichts, Gil. Mach dir keine Sorgen. Ich konnte nur nicht schlafen. Mein Rücken hat mir so weh getan,“ sagte sie während sie eine Hand an den Rücken legte.

„Mein armes Anne-Mädchen,“ sagte Gilbert und umarmte sie. „Aber es ist kalt, willst du nicht lieber doch wieder ins Bett kommen?“ fragte er.

Anne nickte. „Ich werde es versuchen“. Er küsste sie und hielt sei einen Augenblick in seinen Armen.

„Hoppela,“ rief er plötzlich und Anne begann zu lachen. „Ist das denn zu fassen?“ fragte Gilbert erstaunt. „Da wird man doch tatsächlich von seinem Kind getreten, während man seine Mutter küsst.“ Lachend legten sie sich wieder hin.
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