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Anne im Traumhaus

von Steffi A
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anne Shirley/Blythe Gilbert Blythe Marilla Cuthbert Rachel Lynde
27.08.2006
13.09.2008
71
83.590
2
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27.08.2006 852
 
Kapitel 32Komplikationen

Die Schwangerschaft verlief zunächst wie die vorhergehenden ohne Probleme. Aber als Anne im sechsten Monat war, änderte sich das. Anne war oft müde, mittags legte sie sich deshalb oft hin, während Susan sich um Jem und Walter kümmerte.

Zunächst sagte Anne nichts zu Gilbert, sie wollte nicht, dass er besorgt um sie herum streifte. Aber ihre Müdigkeit nahm nicht ab. Noch dazu wurde ihr jetzt schwindelig und übel. Auch hatte sie das Gefühl, dass dieses Baby nicht so oft ihn ihrem Bauch strampelte, wie es die anderen getan hatten. Als Gilbert eines Nachmittags heimkam, fand er Susan in der Küche vor.

„Wo ist denn Anne?“ fragte er.

„Sie hat sich etwas hingelegt, ihr geht es nicht gut. Ehrlich gesagt mach ich mir Sorgen, lieber Doktor. Ihr geht es in letzter Zeit öfter nicht gut“, antwortete Susan.

„Aber warum hat mir das keiner gesagt?“

„Ich dachte sie wüssten es“, antwortete Susan kleinlaut.

Doch Gilbert lief bereits die Treppen hoch. Anne lag mit geschlossenen Augen auf dem Bett.

„Anne“, rief er besorgt „was ist los?“

„Es ist nicht so schlimm, Gil. Ich bin nur müde, das ist alles. Ich wollte nicht dass du dir unnötig Sorgen machst“, antwortete Anne.

„Anne, wie kannst du so etwas nur sagen. Ich mache mir viel mehr sorgen, wenn du mir nicht sagst was los ist“.

Gilbert wusste nicht, warum es Anne nicht gut ging. Alles schien sonst ganz normal zu sein.

Deshalb beschloss er mit ihr nach Charlottetown zu einem Spezialisten zu fahren. Anne war zunächst von der Idee nicht begeistert.

„Bitte, Anne“, sagte Gilbert und sah sie flehend an.

„Also gut, ich möchte nicht, dass du dich noch mehr um mich sorgst. Fahren wir nach Charlottetown.“

Jem und Walter wurden der Obhut von Susan und Marilla überlassen. Und Anne und Gilbert fuhren zu dem Spezialisten. Anne wurde Blut abgenommen, sie wurde untersucht, der Herzschlag des Babys wurde abgehört und noch vieles mehr. Aber alles schien eigentlich normal zu sein. Keiner konnte sich ihr Unwohlsein erklären. Man riet ihr lediglich sich zu schonen.

Nach einer Weile, ging es Anne besser. Sie ruhte sich auf Gilberts Bitte hin jedoch weiterhin jeden Nachmittag aus.

Einen Monat später brachte Gilbert eine Überraschung mit nach Hause.

„Ich hab jemanden mitgebracht“, sagte er und hinter ihm trat Georg Miller hervor.

„George!“ rief Anne und umarmte ihn „Wie schön dich zu sehen. Was treibt dich denn nach Avonlea.“

„Ich wollte mal sehen, wie es euch so geht. Ich hatte in Charlottetown zu tun und da dachte ich mir, besuch doch mal Anne und Gilbert“, erklärte er lächelnd.

„Lass dich mal ansehen“, sagte Anne und betrachtete ihn „du hast dich überhaupt nicht verändert Georg.“

„Sieht man mir nicht an, dass ich inzwischen Chefarzt in der Klinik in Halifax geworden bin?“

„George“, sagte Anne mit einem Augenzwinkern „das ist ja großartig.“

„Aber nur dann, wenn man sich an das Klinikleben gewöhnen kann. Manchmal beneide ich ja Gilbert um seine eigene Praxis. Ich muss mich immer an die Spielregeln der Klinik halten. Aber ich muss schon sagen, Gilbert. Deine Frau hat ganz schön zugelegt“ sagte er und stieß Gilbert verschmitzt in die Seite.

„Also, ich muss schon sagen, George Miller, du bist ganz schön keck“, sagte Anne und stemmte ihre Hände in die Hüften.

„Verscherz es dir nicht gleich mit ihr“, warnte Gilbert ihn lachend.

„Du siehst gut wie immer aus, Anne“, versuchte George sie zu beschwichtigen.

„Pa, Pa,“ kam plötzlich Jem ins Zimmer gerannt „Stell dir vor, Susan macht heute mein Lieblingsessen“ rief er begeistert und Gilbert nahm ihn auf den Arm.

„Wir haben Besuch, Jem.“ Ermahnt Anne ihn.

„Das ist Jem“, verkündete Gilbert stolz „und das ist George. Sag mal artig Guten Tag, Jem“.

Jem streckte George die Hand entgegen. Anne drehte sich um und sah Walter in der Tür stehen. Fremden gegenüber war Walter immer zurückhaltend.

„Walter mein Schatz, komm und sag George, Guten Tag“, sagte sie und streckte ihm die Hand entgegen.

Walter hielt George artig die Hand hin, aber hielt sich dabei an Annes Rock fest.

Dann rannten beide Kinder in den Garten hinaus. „Ich hab ja wirklich entzückende Kinder“, bemerkte George.

„Gil, ich denke du solltest jetzt Susan gestehen, dass du einen Gast mitgebracht hast,“ sagte Anne augenzwinkernd.

„Oh je“, seufzte Gilbert, „bestimmt wird sie schimpfen, das ich unerwartet Besuch mitbringe“.

„Du schaffst, das schon, Gil. Deinem Charme kann Susan doch nicht widerstehen“, sagte Anne lachend und gab ihm einen Kuss.

George blieb für ein paar Tage in Avonlea und sie hatten viel Spaß zusammen. Abends saßen sie noch lange im Traumhaus zusammen und unterhielten sich prächtig. George hatte in Halifax eine Verlobt und die beiden planten im Frühjahr zu heiraten.

„Das ist ja großartig George. Wann werden wir sie mal kennen lernen?“ fragte Anne wissbegierig.

„Ich hoffe doch bald, ich wollte sie eigentlich mitbringen, aber ihre Tante ist kurzfristig erkrankt und Sarah wollte lieber bei ihr bleiben.“ Antwortete George.

„Wollt ihr nicht an Weihnachten herkommen? Weihnachten ist in Avonlea wunderschön. Was meinst du, Gil?“

„Das wäre toll, wie sieht es aus George?“ fragte Gilbert.

„Ich werde mit Sarah darüber reden, es ist ein nettes Angebot von euch.“
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