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Code Of Honour: SWALLOWED IN THE SEA (#2)

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P16 / Het
Captain Jack Sparrow Elizabeth Swann Governor Swann Lord Cutler Beckett Ragetti Will Turner
20.08.2006
21.08.2006
9
28.396
1
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9 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.08.2006 2.153
 
bisherige und Nachfolgeteile dieser Serie:
- Teil 1
- Teil 3
- Teil 4




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Serie: Pirates Of The Caribbean: Code Of Honour
Titel: SWALLOWED IN THE SEA (#2)
Titelbild
Autor: Storm{X}Padmé
Disclaimer: Alle originalen Charaktere und Elemente gehören Disney, den Rechteinhabern und allen, die dafür bezahlen. Ich geb sie ja wieder zurück, ich leih sie mir doch nur... Ich tu ihnen auch nicht weh… Jedenfalls nicht sehr *G*.
Universum: AU ab dem Ende von POTC 2
Zeitlinie: kurz nach dem Ende von POTC 2
Paarung: Will/OC, Elizabeth/wirdnochnichtverraten
Zensur: R (Gewalt)
Zusammenfassung: Jack und Will sind mit ihrer Crew auf der Suche nach einem verheißungsvollen neuen Schiff, während Elizabeth herausfinden muss, wie weit ihr Wille geht, Beckett aufzuhalten...
formale Bemerkungen:
- kursive Sätze = Erinnerungen oder zur Betonung
- Sätze in ‚ ‚-Zeichen = eigene Gedanken oder indirekte Rede
Feedback: Ist nicht nur erwünscht sondern wird auch geknuddelt, abgeschmust, gestreichelt und George genannt :D







Pirates Of The Caribbean: Code Of Honour
SWALLOWED IN THE SEA
(#2)



You put me on a shelf and kept me for yourself.
I can only blame myself… You can only blame me.

And I can write a song, a hundred miles long.
Well that’s where I belong, and you belong with me.

And I can write it down and spread it all around…
Get lost and then get found- or swallowed in the sea.

You put me on a line and hold me out to dry.
And darling that’s when I decide to go to sea.

You cut me down to size and open up my eyes,
made me realize what I could not see.

Oh, what good is it to live when nothing left to give?
Forget but not forgive… Not loving all you see…

You belong with me- not swallowed in the sea.


Coldplay – Swallowed in the sea







1



Port Royal hatte sich verändert.
Es dauerte nur ein paar Minuten, um das zu erkennen, selbst in der Dunkelheit des Hafens und vor allem der völlig leeren Straßen. Verstört sah sich Elizabeth auf dem Steg um, während Tia ihr Segelboot vertaute. Es war anders, seit sie das letzte Mal hier gewesen war, obwohl das eigentlich gar nicht so lange zurück lag. Die vielen fremden Schiffe im Hafen… Die Trading Company machte deutlich, wer hier im Moment das Sagen hatte.
Und wo waren die Leute? Das Licht in den Bars war aus, niemand stand am Straßenrand und unterhielt sich…

„Es ist zu still.“

„Menschen haben Angst“, meinte Tia mit schulterzuckend. „Große Leute kommen und gehen. Das war nie anders. Aber wenn sie da sind, sollte man lieber den Kopf einziehen, wenn man keinen Ärger will.“

„Und wir?“, fragte Elizabeth schwach lächelnd.

„Wir wollen keinen Ärger.“ Tia klopfte ihr freundschaftlich auf die Schulter. „Wir sind nur hier, um ein paar alte Freunde besuchen. Bleib hier.“
Sie schlenderte zum diensthabenden Offizier der Anlegestelle und erzählte ihm irgendetwas, was Elizabeth nicht hören konnte, aber es half wohl, denn er winkte sie durch.
„Hier.“ Tia händigte ihr ein wenig Geld aus, als sie außer Sichtweite waren. „Nimm dir ein Zimmer. Wir sollten nicht zusammen gesehen werden. Beckett wird deinen Vater und somit auch dich sicher im Auge behalten. Es sollte so wenig Zusammenhang wie möglich zwischen uns geben.“ Zum sicher hundertsten Mal an diesem Tag zupfte sie ihr weites, helles Kleid zurecht, mit einem genervten Gesichtsausdruck. Für den Ausflug in die Stadt hatte die Hexe sich ein wenig gewöhnlicher und biederer als sonst anziehen müssen, was ihr sichtlich nicht gefiel. Aber sie hatte Jack beim letzten Abschied nun mal versprochen, ein wenig auf Elizabeth aufzupassen.

„Danke für deine Hilfe.“
Elizabeth zog sich ihren Hut tief ins Gesicht und marschierte entschlossen los. Sie wusste bereits, wo sie hinwollte. Es gab für jemanden, auf den die Todesstrafe ausgesetzt war, nur die Möglichkeit, sich entweder eine Unterkunft zu suchen, wo einen niemand erkannte oder einen Freund. Und da es im Hafen niemand geben würde, der sie nicht erkannte, musste sie einen der besten Freunde ihres Vaters aufsuchen.
Sie versuchte es vorerst mit Unauffälligkeit und setzte sich in seiner Gaststätte angekommen erst einmal an die Bar. „Ich brauche ein Zimmer, mein Herr.“

Der Wirt schenkte ihr kaum mehr als einen zweiten Blick sondern schrie seiner Angestellten unwirsch zu, sie sollte einen Raum fertig machen.
„Kann ein bisschen dauern. Was zu trinken, Junge?“

Sollte es sie stören, dass man ihr den Mann in Hosen und abgeschnürter Brust so einfach abkaufte? Elizabeth runzelte missbilligend die Stirn. „Tee mit Rum. Fragt Ihr Eure Gäste nie nach ihrem Namen?“

„Nicht wenn sie mich sowieso anlügen würden, Elizabeth. Schau nicht so entgeistert. Ich hab dich schon auf den Schultern durch die Gegend getragen, als du noch von Piraten geträumt hast anstatt dich selbst wie einer zu benehmen. Mich täuschst du mit dieser Maskerade nicht.“ Ihr Gegenüber schob ihr eine Tasse zu und hielt ihre Hand für einen Moment unauffällig fest. „Wir haben uns Sorgen um dich gemacht. Es heißt, du bist tot. Und wenn du es nicht bist, werden sie dich suchen. Du hättest nicht herkommen sollen.“

„Ich musste.“ Sie legte ihre Hände um die Tasse, um wenigstens zu versuchen, die Kälte von Angst und Ratlosigkeit in ihrem Innern ein wenig zu vertreiben. „Ich muss zu meinem Vater.“

„Ich werde ihm sagen, dass er herkommen soll. Er wird sich sehr freuen, von dir zu hören.“

„Mein Vater ist frei?“ Überrumpelt stellte Elizabeth ihre Tasse ab. Soviel zu der Information, die sie so dringend gesucht hatte. „Wo ist er?“

„Er lebt wieder in eurem Anwesen und erledigt seine frühere Arbeit als Gouverneur.
Der Kopf der Trading Company hat ganz in der Nähe Stellung bezogen. Offiziell wollen sie sicherstellen, dass hier alles in geordneten Bahnen läuft und dass die Stadt vor Subjekten wie Piraten sicher ist. Damit seid ihr auch gemeint. Inoffiziell wissen sie natürlich auch einfach um die hervorragende Lage von Port Royal. Wir werden bald nur mehr ein Umschlagplatz sein. Sie bleiben hier, um darüber nachzudenken, wie sie als nächstes am meisten Geld machen können“; erklärte der Wirt bitter.
„Dein Vater hat keine Wahl als zu gehorchen. Er hat sein Leben gegen diese Kooperation mit der Trading Company eingetauscht. Er ist frei und doch nicht. Aber darüber soll er selbst mit dir reden.
Du legst dich erst mal hin, Kindchen. Du siehst aus, als wärst du dem Teufel persönlich begegnet.“

„Er hat nicht sein Leben getauscht. Das hätte er niemals getan. Er hat meins getauscht…“ Aber ihr alter Freund hatte Recht, das musste sie mit ihrem Vater selbst besprechen, und dafür brauchte sie ein wenig Geduld. Wenn sie einfach ihr altes Zuhause aufgesucht hätte, hätte sie nichts in der Hand gehabt, kein Wissen, was Beckett genau plante, keine Bestätigung, dass sie Begnadigung bekommen hatte, nichts. Sie musste auf morgen warten.
Und zur Abwechslung endlich einmal wieder in einem weichen Bett schlafen… Das klang eigentlich richtig gut.





„Elizabeth, deine Kutsche wartet.“

Nachdem sie sich die halbe Nacht schlaflos hin und her gewälzt hatte, fühlte sich Elizabeth nicht gerade viel ausgeruhter als gestern, als kurz nach Sonnenaufgang jemand lautstark an ihre Zimmertür hämmerte. Eine Kutsche? Für sie? Das musste wohl ein Missverständnis sein. „Es ist zu früh für dumme Scherze.“

„Schau selbst.“ Die tiefe, rauchige Stimme des Wirts klang belegt.

Eiskalter Schreck durchfuhr Elizabeth. War die Navy etwa doch jetzt schon gekommen, um sie zu holen? Mit zitternden Händen sprang sie auf und lugte durch den Spalt zwischen den morschen Fensterläden nach unten.

Vor genau jener edlen, teuren Kutsche, mit welcher man sie früher hingefahren hatte, wo immer sie hatte hingehen wollen, stand ihr Vater und sah zu ihr hoch.

„Bist du salonfähig, Elizabeth?“ Sekundenlang begriff sie in ihrer Überraschung gar nicht, dass das keine Stimme in ihrer Erinnerung war, sondern dass draußen immer noch ihr alter Freund stand und zu ihr wollte.

Bist du salonfähig, Elizabeth?
So hatte damals alles angefangen, an diesem einen schicksalhaften Morgen. Ihr Vater hatte sie – wieder einmal – mit Norrington zusammenbringen wollen und ihr dafür dieses sündhaft teuere Korsettkleid geschenkt, das kurz darauf von einem Piratendegen zerstört worden war…

Jack war an diesem Tag nach Port Royal gekommen, er hatte sie vor dem Ertrinken gerettet… Danach war ihr Leben aus den Fugen geraten und nie wieder so wie früher geworden. Jetzt war sie selbst Piratin, sie hatte nicht nur Norrington einen Korb gegeben sondern war gleich von zwei Männern abgewiesen worden, bei denen sie sich Chancen erhofft hatte, mit einem war sie sogar schon verlobt gewesen… Und jetzt stand da unten ihr Vater, obwohl der Wirt ihm gesagt haben musste, dass Elizabeth sich hier versteckte, und wartete offen auf sie.
„Was geht hier vor?“

„Dein Vater möchte dich nach Hause holen. Darf ich reinkommen? Ich soll dir ein Geschenk von ihm geben.“

„Von mir aus.“ Der Wunsch, nach unten zu laufen, wenn nötig sogar im Nachtgewand, um ihren Vater zu begrüßen, um den sie so Angst gehabt hatte, den sie so vermisst hatte, verschwand auf der Stelle. Deswegen war er also hier. Um sie wieder einmal zu bevormunden. Leider war das ein hervorragender Weg, sicher an Beckett heranzukommen, also würde sie die Rolle der braven Gouverneurstochter wahren müssen.
Ohne Überraschung nahm sie ein helles, aufwändiges Kleid aus dem mitgebrachten Karton. Lächerlich war das. Ihr Vater musste doch wissen, wie sehr er ihr mit diesem aufgesetzten Getue und dieser Erinnerung an diesen Tag vor einem Jahr wehtat. Machte er das extra? Um sie an ihre Herkunft zu erinnern? Noch nie hatte sie sich so gesträubt, ein Kleid anzuziehen. Als sie vor dem Spiegel saß und versuchte, ihre vom Meerwasser angegriffenen Haare in eine annehmbare Form zu bringen, musste sie den Blick abwenden. Sie tat gerade genau dasselbe wie ihr Vater. Sie verkaufte sich. Und wofür? Für die vage Möglichkeit, sie könnte in Becketts Nähe etwas herausfinden…
Was hatte sie zu Will gesagt, nachdem sie Jack aus dem Kraken gerettet hatten? Dass Jack und sie sich ähnlich waren. Dass sie beide alles taten, um ihre Ziele zu erreichen. Sie hatte das ungute Gefühl, dass sie herausfinden würde, wie weit dieses alles wirklich ging.
Will… Jack… Die Americana… Wie sehr das alles in den letzten Tagen in ihren Gedanken verschwommen war. Sie fühlte sich stumpf, emotional müde. Sie hatte zuerst Will verloren, weil sie gedacht hatte, sie wollte Jack… Und dann hatte Jack sie zurückgestoßen. Jetzt hatte sie niemanden mehr. Nur ein Leben auf der See als Alternative zu diesem Schauspiel hier. Und eine Aufgabe, die sie erfüllen sollte. Egal, wie sehr es ihr davor graute.
Sie hätte Tia benachrichtigen sollen, fiel ihr ein, als sie das Haus verließ, aber dafür war es zu spät. Außerdem bezweifelte sie, dass Tia nicht merken würde, was los war. Die ganze Stadt würde es wissen. Zuerst würden die Leute reden. Aber ihre Verehrer würden zurückkommen, und auch ihr Ansehen. Irgendwann. Sie konnte wieder ihr altes Leben haben, unter den Auflagen der Trading Company, sicher, aber immerhin hängte man sie nicht…
Eigentlich hätte sie sich glücklich schätzen sollen, und genau das war es, was sie in den leuchtenden Augen ihres Vaters sah, als er sie an sich drückte. Als sie endlich wieder so aussah, wie er sie liebte und haben wollte. Aufgeputzt, wenn auch noch ein wenig blass, mit Korsett, Fächer und Make-up und vor allem schweigend. Es war ihr einfach nicht möglich, die Umarmung zu erwidern.

„Wir werden beobachtet“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Also versuch wenigstens auszusehen, als ob du dich freust.“

Sie zwang sich zu einem Lächeln. Das hätte sie sich denken können. Vermutlich war es der einzige Grund, warum Beckett ihr überhaupt Gnade gewährt hatte- weil er glaubte, dass sie ihn zu Will und Jack führen würde.
„Du hast mir gefehlt.“ Und das immerhin war nicht gelogen.

„Komm, fahren wir.“ Ihr Vater hatte es eilig damit, sie in die Kutsche zu schieben. Die Blicke der umstehenden Leute, die tuschelten und mit dem Finger auf Elizabeth zeigten, waren ihm sichtlich unangenehm.

Elizabeth musste sich erst einmal wieder daran gewöhnt, wie man sich mit einem so langen, schweren Rock und steifem Oberkörper bewegte und merkte erst, als sie fluchend und schimpfend Platz genommen hatte, dass sie nicht allein in der Kutsche waren.
„Ihr schafft es, mich zu überraschen, Lord. Überlasst Ihr solche niederen Arbeiten nicht Euren Mitarbeitern?“

„Mylady…“ Beckett ignorierte ihren giftigen Blick, nahm ihre Hand und drückte einen raschen Kuss darauf. „Es tut gut, Euch wohlbehalten zurück von Euren Reisen zu sehen. Ich habe mir erlaubt, diese kleine Sache mit dem Galgen aus der Welt zu schaffen, wie Euch die Mittelmänner Eures Vaters ohne Zweifel bereits gesagt haben.
Nun werden wir beide die große Freude der gegenseitigen Zusammenarbeit haben. Eure Erfahrungen im letzten Jahr werden von unschätzbarem Wert für die Trading Company sein.“

„Wir werden sehen, Lord.“ Elizabeth entzog ihm ihre Hand ruckartig und zwang sich, ihren Blick aus dem Fenster zu richten. Es hatte begonnen, das, weswegen sie hergekommen war und was sie hatte wissen wollen, viel schneller und unkontrollierter als gewollt. Jetzt gab es kein Zurück mehr.
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