Dead boy's poem

GeschichteDrama / P12
13.08.2006
13.08.2006
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Hallo leute, mal wieder eine NW FF von mir XD Die Story ist recht kurz, wie ihr bemerken werdet, das liegt daran, dass dies die Story ist mit der ich an einem Fanfiktion-Wettbewerb einer Zeitschrift teilnehmen möchte und die länge war vorgegeben. Diese ist doch ein ganzes Stück anders als meine bisherigen, ich hoffe es gefällt euch ^.~
Also solltet ihr irgendwann in nächster Zeit möglicherweise diese Story in einer zeitschrift sehen könnt ihr sagen ihr hab sie schon vorher gelesen *lol*
Über Kommies würde ich mich wie immer sehr freuen, ich widme die story Hi_chan (endlich wieder eine FF nach deinem Geschmack ^.~) und Kaya (danke fürs Beta-lesen ^_^)
Im übrigen werdet ihr vermutlich bald eine weitere lange NW story von mir zu lesen kriegen, ich bin gerade dabei eine zu schreiben ^.~

                             ~*~Dead boy’s poem~*~
Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, scheint es alles eine gewaltige Dummheit gewesen zu sein, nur das habe ich damals anders gesehen. Es war der einzige Ausweg gewesen, den ich gesehen hatte. Ich hatte das Gefühl, es könnte nicht mehr wehtun, als der Schmerz, den ich bereits empfand. Als ich meinen Entschluss gefasst hatte, wollte ich noch einmal auf die Bühne gehen, einige weitere, wundervolle Stunden nur für meine Musik leben und der Welt vorspielen, es sei alles in Ordnung. Diese letzten Stunden werden wohl auf ewig in meinem Gedächtnis bleiben. Es ist als könnte ich noch Jukkas Hand auf meiner Schulter spüren und ihn fragen hören, ob alles in Ordnung sei. Ich hatte nur genickt und mich dann zu einem Lächeln gezwungen. Sicherlich hatte er gemerkt, dass es nur aufgesetzt war, doch ich ließ ihm nicht die Chance nachzufragen, da ich vorschlug, auf die Bühne zu gehen. In dem Moment, in dem wir auf der Bühne standen und die ersten Akkorde von ‚Dark Chest of Wonders’ erklangen, war alles wieder wie immer. Ich vergaß für diese Zeit meinen Entschluss und gab mich der Musik hin. Die Menge tobte und sogar ein leises Lächeln erschien auf meinem Gesicht. Ich sah hinüber zu meinen Bandkollegen, während meine Hände fast automatisch über die Tasten des Keyboards flogen. Jukka schlug wie wild auf die Drums ein, noch hatte er keinen Stick zerbrochen, aber ich war mir sicher, dass es nicht mehr lange dauern konnte. Emppu stand am linken vorderen Rand der Bühne, jeder Akkord, jeder Griff saß, nichts anderes hatte ich von ihm erwartet. Marco stand nicht weit von mir mit einem Fuß auf einer Box, er schüttelte seinen Kopf heftig hin und her, wobei sich seine langen, blonden Haare in den Saiten seiner Bassgitarre verfingen, es schien ihn jedoch nicht großartig zu stören. Als letztes fiel mein Blick auf Tarja. Sie stand in der Mitte der Bühne, in der einen Hand ihr Mikro, mit der anderen hielt sie den Mikrophonständer fest. Ihre Augen waren geschlossen, während sie sang. Ich musste in diesem Moment auch meine Augen schließen, ich wusste nicht, was mich dazu zwang, aber es war so. Für einen kurzen Moment lauschte ich nur ihrer Stimme, bis ich bemerkte, dass ich mich verspielt hatte. Schnell sah ich zurück auf meine Tasten. Bis zum Ende des Songs wagte ich es nicht mehr, sie anzusehen, stattdessen blickte ich lieber ins Publikum, das begeistert auf und ab sprang. Oh ja, es war alles wie immer, bis zu dem Moment, gut eine Stunde später, als Tarja einen weiteren Song ansagte. Ich hatte vergessen, dass wir vor hatten diesen Song zu spielen und ihre Worte klingen immer noch in meinen Ohren wieder: „Es ist Zeit ruhig zu werden. Ihr werdet das Gedicht eines verletzten Herzens hören...“ Langsam und irgendwie benommen begann ich die ersten Akkorde zu spielen und bemerkte, wie mich die Gedanken der letzten Tage wieder überkamen, jedes Wort, was ich vor so langer Zeit in dem Text dieses Stückes gesagt hatte, war jetzt für mich Wirklichkeit geworden.
“Born from silence, silence full of it, a perfect concert my best friend. So much to live for, so much to die for, if only my heart had a home…”  Genau das war es, was ich mir wünschte, aber ich wusste, dass manche Wünsche ewig unerfüllt bleiben würden.
„Never sigh for better world, it’s already composed, played and told, every thought the music I write, everything a wish for the night…” Auch war mir klar, dass es nie eine bessere Welt geben würde, denn diese war nie fair gewesen. Und jetzt war alles, was ich mir wünschte, diese Nacht.
“Wrote for the eclipse, wrote for the virgin, died for the beauty the one in the garden, created a kingdom, reached for the wisdom, failed in becoming a god…” Ja, schon lange war ich für jene, für mich einzige Schönheit gestorben und dennoch war sie mir nie nah gewesen. Deswegen hatte ich versucht, mir alle anderen Wünsche zu erfüllen. Durch das Gründen dieser Band waren viele meiner Träume in Erfüllung gegangen, aber eine Sache würde mir für immer fehlen.
„If you read this line, remember not the hand that wrote it. Remember only the verse, songmaker’s cry the one without tears, for I’ve given this its strength and it has become my only strength.” Und all das war tatsächlich meine einzige Stärke geworden.
“And you... I wish I didn`t feel for you anymore... " Das war mein einziger, wahrer Wunsch gewesen, denn das einzige, was gegen einen unerfüllten Traum helfen konnte, war das Vergessen...
Nach dem Konzert verabschiedete ich mich recht schnell von den anderen, die mich eigentlich noch überreden wollten, etwas zu feiern. Ich wehrte ab und machte meinen Weg rasch ins Hotel. Ich schloss die Tür hinter mir ab, als ich auf meinem Zimmer war und ging dann zum Nachttisch. Zunächst öffnete ich die Schublade und zog einen Brief heraus, den ich am Vorabend geschrieben hatte, er war an meine Band, Nightwish, adressiert. Als nächstes holte ich einen weiteren Umschlag heraus, auf dieser stand nur Tarjas Name. Das Letzte, was sich in der Schublade befand, war ein Messer. Ich nahm es in die Hand und begutachtete es, zufrieden feststellend, dass es sehr scharf war. So setzte ich es an meinen linken Unterarm an und schnitt ihn vom Ellenbogen bis zum Handgelenk auf. Überraschenderweise spürte ich kaum Schmerz, lediglich wie mein warmes Blut an mir hinab lief. Obwohl meine linke Hand nun kaum noch das Messer halten konnte, brachte ich es doch fertig, auch meinen anderen Unterarm aufzuschlitzen. Der Blutverlust machte mich benommen und schließlich verlor ich das Bewusstsein, meinen eigentlichen Tod nicht mehr wahrnehmend.
Wenn ich jetzt auf die Welt hinabblicke, frage ich mich, wohin die Liebe uns bringt. Für manche Menschen ist sie ein Segen, für andere ein Fluch. Doch das muss mich jetzt nicht mehr kümmern, denn es ist zu spät. Auch die Worte, die Tarja auf meiner Beerdigung gesagt hatte, können das Geschehene nicht rückgängig machen, denn Liebe ist doch nicht allmächtig.

Jetzt noch ein Review und ich bin glücklich XD
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