Das dunkle Geheimnis

GeschichteAllgemein / P12
Max Guevara
31.07.2006
31.10.2006
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"Das dunkle Geheimnis"





Eine weibliche Gestalt läuft die Straße entlang, vorbei an Obdachlosen Menschen, an streunenden Hunden und an verlassenen Häusern. Ziellos geht sie durch die Straßen der Großstadt, ohne jeglichen Orientierungssinn.
Ihre Zitteranfälle werden immer schlimmer, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, wird es für das Mädchen im Alter von 10 Jahren Schmerz leidender.
Sie weiß, wenn sie nicht bald etwas auftreibt, wird sie zugrunde gehen.
Ihr Fußmarsch wird immer schneller, sodass sie schon anfängt zu laufen. An einem Krankenhaus angekommen, schleicht sie sich hinein, direkt zu dem Raum wo die Schwestern die Medikamente aufbewahren. Schnell reißt sie die Türen der Schränke auf und sucht das besagte Mittel. Doch das kleine Mädchen hat keinen Erfolg.
„Irgendwo muss aber doch was zu finden sein“ denkt sie und sucht in einem anderen Raum weiter. Als sie auch die Suche in diesen Raum als beendet erklären will, sieht sie in letzter Sekunde eine kleine Dose, von der sie glaubt, dass das das besagte Mittel ist. Schnell rennt sie darauf zu, ließt es und schluckt es.
Ihre Kräfte wollen sie gerade vollkommen verlassen, als sie die Tabletten schluckt. Einen Moment versucht sie sich auf dem Boden, auf den sie sich nieder lies zu beruhigen, bevor sie sich, immer noch etwas wackelig auf den Beinen, auf den Weg macht um dieses Gebäude zu verlassen.
Wieder einmal kann sie sich in letzter Minute retten. Doch wie würde es das nächste mal ausgehen? Würde sie da elend zu Grunde gehen? Sie weiß es nicht. Seit dem sie und ihre Geschwister vor der grausamen Vergangenheit geflohen sind, ist alles anders, keiner bringt ihr mehr die Medikamente die sie so nötig braucht. Keiner von ihren Geschwistern ist mehr bei ihr, alle sind sie von nun an in der Welt zerstreut. Täglich denkt sie an jeden einzelnen, an Jondy, an Tinga, an Brin, an Zack und Ben. Einfach an alle. Es stimmt sie wieder einmal traurig, dass sie nicht bei ihr sind, sondern irgendwo ein anderes, besseres Leben, ohne sie begonnen haben. Seit gut Zwei Monaten irrt das kleine Mädchen mit ihren dunkelbraunen Augen durch die Gegend, immer wieder in der Hoffnung endlich ihr Leben zu beginnen, was sie all die Jahre versäumt hatte. Öfters sieht sie den Eltern dabei zu wie sie mit ihren Kindern freudig spielen. Sie will auch so glücklich sein, eine richtige Familie haben.
Erholend setzt sich das Mädchen auf eine Bank in einem Park und sieht in den Himmel. Sieht die Vögel Fliegen, hört den Wind Heulen. Es ist bitterlich kalt, sodass sie ihre Hände in ihren kaputten Handschuhen versteckt. Sonst macht ihr die Kälte eigentlich nichts aus, doch dieser Winter scheint nicht mehr normal zu sein.
„Was macht denn so ein kleines zierliches Wesen hier draußen, in der Dunkelheit, bei dieser Kälte?“ wird das Mädchen aus ihren Gedanken gerissen.
„Wie?“ bringt sie nur heraus, sie versteht es nicht, dass sie die Ältere Frau, in ihrem Mantel nicht kommen gehört hat. Sie hört doch sonst alles, doch dieses mal war es ganz anders, sie wurde erschreckt. Zu Tode erschreckt.
„Komm, ich geb dir etwas Warmes zum Anziehen“ hört sie die Frau in Trance sagen. Max, so heißt das junge Mädchen, sucht in der Person den Feind. Doch sie findet keinen, das einzige was sie findet, ist die Warmherzigkeit dieser Frau. So kommt es das sie mitgeht und ihr Leben beginnt, was sie sich so sehr wünscht...