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Splinter Cell - Der Fall Nikoladze Teil 1

von Shannon
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
27.07.2006
27.07.2006
1
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27.07.2006 17.797
 
Vorwort

Ich bin ein absoluter Splinter Cell Fan. Deshalb habe ich auch diese Fanfiktion geschrieben. Das meiste ist 1 zu 1 aus dem Spiel übernommen, ein Teil selbst erfunden und ein paar „Fakten“ sind aus dem Buch Splinter Cell – Babylon Phönix. Ich denke, das Sam Fisher einMann ist, der nur tötet, wenn es absolut notwendig ist ( auch wenn es anders gespielt werden kann) und genauso ist diese Story angelegt. Außerdem erzählt die Story auch etwas über Sams Privatleben, etwas das im Spiel so gut wie gar nicht vorkommt. Wer das Spiel kennt, wird sich sicher in manch einem Level anders verhalten haben. Ich habe die Story halt so geschrieben, wie ich sie gespielt habe. Zudem habe ich einen Level des Mission – Packs hinzugenommen, weil er mir 1.)  Gut gefällt und 2.) weil er gut in die Story passt. Die anderen beiden habe ich jedoch weggelassen, die Story ist ohnehin schon lang genug. Ich hoffe jedenfalls, das die Story euch gefällt. Ich denke auch schon darüber nach, mit Teil 2 weiter zu machen. Ich hoffe auf viele euer Reviews. Viel Spaß beim Lesen.
                         


                          Splinter Cell  -  Der Fall Nikoladze  Teil 1

                                                                                                                                                                                                                                                                 Von D.F.




NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland - USA, 11.07.2004 – 9.48 Uhr

Colonel Irving Lambert saß in seinem Büro, vor sich auf dem Tisch lag ein hoher Stapel mit Personalakten, er suchte nach qualifizierten Auserwählten für das „Splinter – Cell Programm“.  Am Nebentisch arbeitete Anna Grimsdottier ebenfalls einen Stapel durch. „Grim“ wie Lambert sie meist nannte, war seine rechte Hand und die Chefprogrammiererin der neuen Abteilung der NSA, genannt „Third Echelon“.
„Ich glaube, hier habe ich noch einen vielversprechenden Kandidaten, oder besser gesagt Kandidatin“ sagte Lambert und reichte Anna die Akte rüber, um ihre Meinung zu hören. Sie schlug sie auf und sah sie kurz durch. „Mmhh...........Carrie Masters.........studierte mehrere Semester Medizin und Psychologie, angeworben vom CIA 1989. Beherrscht mehrere Kampfsportarten. 1994 zum NSA gewechselt. Hat eine ganze Reihe von Auslandseinsätzen mitgemacht. Spricht 5 Sprachen fließend. Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch, Spanisch. Spricht weitere Sprachen in ihren Grundzügen.......ja.......klingt nicht schlecht.......“ stimmte ihm Anna zu. „Ich nehme sie in die engere Auswahl“ sagte Lambert und legte die Akte auf einen kleineren Stapel mit 4 weiteren Akten.




NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland - USA, 05.08.2004 - 08.15 Uhr




Die attraktive Frau folgte dem Verlauf des Flurs bis zum Aufzug, trat in die Kabine und fuhr nach oben. Sie war 1,75 m groß, blond, mit braunen Augen und machte augenscheinlich einen durchtrainierten Eindruck.
Carrie Masters verließ den Aufzug und ging den Gang hinunter zum Büro zum Stellvertretenden Direktor William Black Jr.  Ihre Gedanken kreisten um die Nachricht, die sie bekommen hatte, sich unverzüglich beim SD zu melden. „Geht es um einen neuen Auftrag....oder hab ich wieder was angestellt ?“ dachte Carrie und erreichte das Büro. Nun, sie würde es wohl kaum herausfinden, wenn sie hier auf dem Gang herumstand. Mit einem etwas mulmigen Gefühl klopfte sie an. „Herein“ kam die Antwort von drinnen. Carrie trat ein. Black saß hinter seinem Schreibtisch und sah ein paar Papiere durch. „Guten Morgen, Sir. Sie wollten mich sprechen ?“ „Guten Morgen Agent Masters,......Ja, ich habe einen neuen Auftrag für sie.“ „Worum geht es Sir ?“ „Es ist ein Spezialauftrag. Sie wurden ausgewählt, weil sie zu unseren absolut besten Agenten gehören.“ Mit einem festen Blick sah Black sie an, den sie jedoch kühl erwiderte. „Sir, aber was......“ „Ihren genauen Auftrag erfahren sie an ihrem Zielort.“ Damit reichte er ihr einen Umschlag. „Hier sind die von ihnen benötigten Papiere und ihr Flugticket. Ihr Ziel ist Camp Perry, Virginia. Der Abflug ist morgen. Man wird sie am Flughafen abholen.“ Carrie nahm den Umschlag entgegen. „Das ist alles Agent Masters“ sagte Black knapp und wandte sich wieder seinen Akten zu. „Ja, Sir“ sagte Carrie und verließ das Büro. Sie ging zurück zu ihrem Auto, stieg ein und öffnete den Umschlag. Dort drin befand sich nur ihr Flugticket, eine schriftliche Anweisung nach Virginia zu fliegen und ein Ausweis für den Zugang zu Camp Perry. Ihre Hoffnung, mehr Informationen über ihren Auftrag zu bekommen, hatte sich nicht erfüllt. Nun, dann würde sie jetzt nach Hause fahren und packen. Ihre Neugierde würde sie halt noch zügeln müssen.

Carrie wohnte in Parkville, ein kleiner Vorort von Baltimore. Sie war hier her gezogen als sie zum NSA wechselte. Früher hatte sie in Hampton gewohnt, als sie noch in Langley arbeitete. Geboren wurde Carrie in Boston, ihr Vater war Banker und ihre Mutter war früher ein bekanntes Model gewesen. Ihr Vater starb bei einem Flugzeugunglück als sie 13 Jahre alt war. Ihre Mutter wollte, das Carrie ihr nacheiferte und das sie auch ein respektables Mitglied im Kreis der Schönen und Reichen wurde. Doch daran war Carrie überhaupt nicht interessiert. Sie war als Kind schon immer zurückhaltend und eine Einzelgängerin. Statt die schöne, reiche Tochter zu spielen, blieb sie lieber für sich allein. Irgendwann gab ihre Mutter auf. Seit Carrie ein Teenager war, beachtete ihre Mutter sie nicht mehr. Nach dem Verlassen der Highschool ging Carrie aufs College und studierte Medizin und Psychologie. Sie hatte nicht unbedingt den Wunsch Ärztin zu werden, aber damals hatte sie großes Interesse an einem Medizinstudium. Ihr Vater hatte ihr genug Geld hinterlassen, sie war nicht reich, aber vermögend. Ein enger Freund ihres Vaters legte das meiste Geld gewinnbringend für sie an und so wuchs ihr Einkommen langsam, aber stetig. Eigentlich hätte sie überhaupt nicht arbeiten müssen, aber das war nicht ihr Ding. Nach einer Weile jedoch hatte Carrie das Gefühl, sich falsch entschieden zu haben. Eine Zeitlang war sie sich nicht sicher, was sie tun sollte, bis der CIA in ihr Leben trat. Für die Regierung zu arbeiten empfand Carrie als neue Herausforderung und sie ließ sich anwerben. Eigentlich hatte sie nie vorgehabt Außenagentin zu werden, doch ihre Vorgesetzten erkannten schnell ihre Qualitäten und stellten die Weichen, die sie letztendlich zum NSA geführt hatten. Zu ihrer Mutter hatte sie seit Jahren keinen Kontakt mehr, sie wusste nicht, wo sie war und es war ihr auch egal. Carrie führte ein sehr zurück gezogenes Leben. Sie hatte hier in Parkville weder Freunde noch Bekannte, aber eigentlich war ihr das ganz recht. Sie fuhr den Wagen in die Garage und ging ins Haus.  


CIA Trainingsgelände Camp Perry, Virginia – USA, 07.08.2004 – 5.30 Uhr

Carrie war gestern abend in Virginia angekommen und wie abgesprochen am Flughafen von einem Angestellten aus Camp Perry in Empfang genommen worden. Zusammen waren sie nach Camp Perry gefahren, wo man sie in einem kleinen Zimmer untergebracht hatte. Hier befanden sich nur ein Bett, ein Schrank und ein  Schreibtisch. Der Mann hatte ihr gesagt, sie solle sich am anderen Morgen um 05.30 in Gebäude 3 einfinden, was sie hiermit getan hatte. Einer der Wachhabenden brachte sie zu einem Büro, öffnete per Zahlencode die Tür und bat sie, hier zu warten. Ein paar Minuten später ging die Tür auf und ein Mann trat ein. „Agent Masters ?“ Sie nickte. „Guten Morgen, ich bin Lt. Sutton. Colonel Lambert ist noch nicht hier, aber ich habe die Anweisung, schon mal anzufangen. Sie bekommen jetzt ihre Spezialausrüstung und dann können wir loslegen.“ „Sir, ich bin noch nicht über den Auftrag informiert worden“ entgegnete Carrie. „Nun, über einen Auftrag bin ich auch nicht informiert. Ich soll sie nur schon mal über den Trainingskurs schicken. Colonel Lambert hält das zwar für Zeitverschwendung, aber die Anweisung kam von oben, also muss er sich fügen. Folgen sie mir bitte.“ Lt. Sutton führte sie in den Nebenraum. Dort lagen auf einem Tisch ein Anzug und verschiedene Teile einer Spezialausrüstung. Lt. Sutton wies auf den Anzug. „Dies ist ein Spezial – Overall. Er ist mit Fotozellen versehen. Außerdem besitzt er ein hochmodernes Opsat, eine Art integrierter PDA. Es ist ihre Verbindung zur Einsatzzentrale und speichert wichtige Daten und Notizen. Auf der Anzeige des Opsats ist auch eine Anzeige für die Lichtintensität. Ist der Wert Null, sind sie ein Schatten, bei 4 hell erleuchtet wie ein Weihnachtsbaum. Versuchen sie immer so weit wie möglich im dunkeln zu bleiben.“ Carrie nickte. Lt. Sutton fuhr fort. „Schusssichere Weste mit extra Taschen...... Kampfstiefel mit einer speziellen Sohle. Wenn sie sich langsam bewegen, verursachen sie kaum ein Geräusch und sind so für ihre Umgebung kaum wahrnehmbar . Das ist natürlich auch vom Untergrund abhängig.......... Und hier haben wir ihre restliche Ausrüstung. Sie brauchen sie jedoch erst im richtigen Einsatz.  Dies ist der Prototyp eines Sturmgewehrs. Das SC 20 K. 5,56 x 45 mm Geschosse, Schalldämpfer. Außerdem verschießt sie Betäubungsgeschosse und eine Haftkamera.

.....Die SC 57 Pistole ist ebenfalls ein Prototyp. 5, 72 x 28 mm Stahlmantelgeschosse.
Der Schalldämpfer ist besser als der des Gewehrs.

Sie können sich später auf dem Schießstand mit den Waffen vertraut machen......

Das Multivisionssichtgerät.

Speziell entwickelt für die NSA. Es verfügt über Nachtsichtgerät und Wärmebildkamera......Der Rest dürfte ihnen bekannt sein.....Kampfmesser, verschiedene Granaten. Flexible Optik, Laser Mikrofon, Einwegsdietriche. Noch Fragen ?“ Carrie schüttelte den Kopf. „Na gut, probieren sie ihn mal an“ meinte Sutton und verließ den Raum. Carrie sah etwas skeptisch auf den Anzug. Er sah sehr eng aus, würde sie sich darin frei bewegen können ? Sie zog ihre Sachen aus, nahm den Anzug vom Tisch und schlüpfte hinein. Sofort stellte Carrie fest, das sie sich getäuscht hatte. Der Anzug war eng und lag an wie eine zweite Haut. Gleichzeitig war er jedoch sehr dehnbar. Carrie machte ein paar Stretchingübungen. Aus welchem Material dieses Ding auch gefertigt war, es machte jede Bewegung mit. „Wow.....daran könnte ich mich gewöhnen“ dachte Carrie und lächelte.


CIA Trainingsgelände Camp Perry, Virginia – USA, 07.08.2004 – 6.00 Uhr

Colonel Irving Lambert ging den Gang hinunter zum NSA Büro.

Er gab den Zahlencode in die Tastatur ein und öffnete die Tür. Als er eintrat,  sah einen Mann am Fenster stehen. „Fisher, du warst ja schneller hier als ich !“ sagte Lambert. „Ich bin gern früh da. Hallo Colonel.“ „Keine Sorge, der Raum ist absolut sauber....“ Fisher nickte ihm zu. „Lambert...“ „Schön dich zu sehen. .......Und bei der NSA ? Ist alles in Ordnung ?“ fragte Lambert.

„Es geht. Die sind sich irgendwie nie einig, was ich wissen darf und was nicht“ entgegnete Fisher. „Das liegt in der Natur der Sache. Wir lassen nie eine Person alles wissen. Daher müssen wir alle zusammen arbeiten.“ „Obwohl ich da draußen allein bin ?“ fragte Fisher. „Du wirst uns mehr Daten senden, als du dir vorstellen kannst. Wir stehen durch dein Ohr - Implantat und das Opsat in Verbindung“ erklärte Lambert. „ Läuft das Training auch so ab ?“ „Ja. Sorry, das ich dich über den Kurs hetze. Ich weiß, das du gut trainiert bist.“ „War schon länger nicht im aktiven Dienst“ meinte Fisher. „Mag sein, aber so was verlernt man nicht. Ist wie mit dem Radfahren“ sagte Lambert. „Oder mit den hohen Absätzen“ erwiderte Fisher spöttisch. „Ha, ha“ lachte Lambert. „Sei vorsichtig, Fisher. Jedes unserer Worte wird überwacht werden. Du weißt wie nervös die hohen Tier im Bezug auf die 5th Freedom sind.“ „Geb mir Mühe.“ „Gib dir viel Mühe. Third Echelon ist ein Experiment. Deine Missionen werden entscheidend dafür sein, ob die NSA in Zukunft weiter Offensivmissionen durchführt. Wir sehen uns auf der anderen Seite des Kurses.“ Fisher nickte Lambert zu und begab sich zur Halle. Lambert sah ihm nach. Er wusste, was er Fisher noch zu sagen hatte, würde ihm nicht gefallen.


Lambert ging zum inneren Teil des Kurses, hinter die Glasscheiben, um Fisher zu beobachten, als Lt. Sutton neben ihn trat. „Guten Morgen, Sir.“ „Guten morgen, Lt..... Ist Agent Masters schon eingetroffen ?“ „Natürlich, Sir. Gestern abend. Sie war bereits heute morgen um 5.30 hier und hat den Kurs absolviert.“
„Erfolgreich ?“ fragte Lambert . „Sicher Sir, genau wie sie vermutet haben. Ihre Fähigkeiten sind ausgezeichnet und ihre Zeit war sehr gut“ berichtete Lt. Sutton. „Na dann, es sieht so aus, als hätten wir unser Team zusammen.“ „Aber Agent Fisher ist doch noch nicht fertig....“ meinte Sutton. „Er ist der beste Agent, den wir haben. Wenn ich irgendwelche Zweifel hätte, das es nicht so ist, wäre er nicht hier. Das gleiche gilt für Agent Masters, auch sie gehört zu den Besten. Die beiden gehen über den Kurs weil die Führung es so fordert. Wenn es nach mir ginge, hätten wir uns das sparen können.....“ meinte Lambert. „Holen sie Agent Masters bitte her.“ „Ja Sir“ sagte Sutton.  Gleich darauf kam er zurück, Carrie folgte ihm. „Agent Masters, das ist Colonel Irving Lambert, er ist der Leiter ihrer kommenden Missionen“ stellte Sutton vor. „Sir....“ sagte sie und reichte ihm die Hand.

„Schön sie bei uns zu haben, Agent Masters. Bevor ich sie genau informiere und ihnen die anderen Mitglieder des Teams vorstelle, möchte ich sie allerdings warnen.“ „Und wovor Sir ?“ fragte Carrie. „Sie wurden einem unserer besten Agenten als Partner zugeteilt. Der Haken dabei ist, das dieser Mann es gewohnt ist, allein zu arbeiten und ich kenne ihn gut genug um zu wissen, das ihm dieser Befehl nicht schmecken wird. Sollte er sich also......sagen wir..........negativ äußern, hat das nichts mit ihnen persönlich zu tun, oder mit der Tatsache, das sie eine Frau sind. Für ihn zählt nur Können, nicht das Geschlecht, aber er wird nicht erfreut sein“ erklärte Lambert. „Ich verstehe, Sir.“ „Ich wollte ihnen das nur sagen, damit sie seine Reaktion nicht falsch auffassen.“ „In Ordnung, Sir. Ich werde es mir merken“ sagte Carrie.

„Um was geht es bei dieser Mission ?“ fragte sie Lambert. „Hat Black ihnen nichts gesagt ?“ erwiderte er erstaunt. „Nein Sir, gar nichts“ gab Carrie zurück. Lambert und Sutton sahen sich besorgt an. „Agent Masters, es geht hier nicht um eine einzelne Mission. Die NSA hat eine neue Unterabteilung ins Leben gerufen, das „Third Echelon“. Ich hatte die Absicht, sie für diese Abteilung zu rekrutieren und zwar dauerhaft. Black sollte sie eigentlich darüber informieren und sie fragen, ob sie dazu bereit sind. Da sie gestern ankamen, habe ich angenommen, das sie zugestimmt haben. Und jetzt muss ich feststellen, das sie überhaupt nicht in Kenntnis gesetzt wurden.“ Lambert wirkte äußert verärgert.

„Sir, was genau ist Third Echelon ?“ wollte Carrie wissen. „Wir haben leider nicht viel Zeit, doch ich werde versuchen,  es ihnen in der Kurzfassung erklären“ sagte Lambert. Die Third Echelon ist oder besser wird eine Subagentur des NSA, eine Mannschaft von Strategen, Hackern, Elitesoldaten und Agenten. Ihre Aufgabe ist es Informationen zu sammeln und auf Krisen des Informationskriegs zu antworten. Durch den ständig wachsenden Anstieg von Informationen und der schnell wachsenden und moderner werdenden Welt des 21. Jahrhunderts steigt auch der Missbrauch und die Kriminalität in diesem Bereich. Wie sie selbst wissen, hat sich der NSA seit den letzten fünf Jahrzehnten mit der passiven Sammlung von bewegenden Daten beschäftigt und Kommunikationen abgefangen, von überall rund um den Globus. Aber die Kommunikation wird immer mehr digitalisiert und hoch entwickelte Verschlüsselung wird allgegenwärtig, weshalb eine passive Sammlung nicht mehr genügt.
Die Second Echelon war allein nicht mehr in der Lage, die Staatssicherheit zu gewährleisten. Deshalb ergriff der NSA die Initiative und es wurde die streng geheime
Third Echelon ins Leben gerufen.

Eine Abteilung, deren Aufgabe es ist, physische Operationen durchzuführen. Mit dieser Abteilung kehrt der NSA zur klassischen Spionage zurück, die durch technisch fortschrittlichste Überwachungsgerätschaften und neueste Waffentechnik aufgewertet werden. Die Existenz dieser Abteilung wird von der Regierung offiziell geleugnet. Die Third Echelon setzt ab sofort „Splinter Cell“ ein, dies sind Agenten, die meist allein operieren, unterstützt von einer weit entfernten Mannschaft. Ein Splinter Cell sollte wie der Splitter eines Glases sein, klein, scharf und fast unsichtbar. Ihre Aufgabe ist es, in physisch gefährliche und empfindliche, feindliche Positionen einzudringen, um die erforderlichen Informationen durch beliebige, notwendige Mittel zu sammeln. Third Echelon - Agenten agieren nach den folgenden Direktiven:
-    aggressiv Informationen beschaffen, die für die US – amerikanische Sicherheit lebenswichtig sind,

- kritische US – amerikanische Informationssysteme zu schützen,
- alle Operationen auszuführen ohne das diese öffentlich bekannt werden
- außerhalb von internationalen Verträgen zu arbeiten und zu wissen, das die US – Regierung ihre Operationen weder anerkennen noch unterstützen werden.

Kurz gesagt: wenn sich Geheimdienstinformationen, die im Rahmen der nationalen Sicherheit von Interesse sind, nicht auf den herkömmlichen Wegen beschaffen lassen, tritt "Third Echelon" in Aktion. Die Splinter Cell haben eine außergewöhnliche Ausbildung und Sachkenntnis. In den meisten Fällen arbeiten die Agenten allein, höchstens zu zweit. Die Fähigkeit, auf diese Weise zu funktionieren, nennt die NSA "Fifth Freedom",  d. h. die Freiheit zu tun, was auch immer für notwendig gehalten wird. Unter dieser inoffiziellen Fünften Freiheit kann ein Agent sämtliche internationalen Verträge, jedes Gesetz, Abmachung oder Fachwerk des Moralverhaltens ignorieren, um die Mission zu vollbringen. Die Kehrseite ist offensichtlich. Wenn ein Splinter Cell gefangen oder getötet wird, wird die US-Regierung behaupten, dass diese Person nicht existiert“ schloss Lambert. „Das ist ja nichts neues“ erwiderte Carrie. „Nun, Agent Masters, wären sie bereit auf Dauer für Third Echelon zu arbeiten ?“ „Ja Sir, natürlich“ antwortete Carrie. Lambert atmete erleichtert auf. Hätte Carrie „Nein“ gesagt, wäre sein ganzer Zeitplan über den Haufen geworfen worden. „Gut, dann können wir ja weiter machen“ sagte Lambert. „Folgen sie mir.“


Fisher erreichte das Ende vom Übungskurs, trat durch die Tür und ging den Flur hinunter, in Richtung Einsatzzentrale. Doch da kam ihm Lambert schon mit zwei weiteren Personen entgegen. Es waren eine junge Frau und ein junger Mann. „Das muss er sein“ sagte der junge Mann bewundernd.
„Ja......Sam Fisher, darf ich dir Vernen Wilkes Jr. vorstellen ...“ sagte Lambert und nickte zu dem jungen Mann hin. „Hallo“ sagte Sam. „Hey, ich hab Geschichten über dich gehört“ sagte Wilkes. „Hoffe du bist nicht sauer“ meinte Lambert. „Hab ihm von deinen Kuwait - Missionen erzählt.“ „Sind doch eine Familie“ entgegnete Fisher. „Genau“ stimmte Wilkes zu. „Vernen arbeitet schon lange für die NSA. Er wird Fahrzeuge, Flugzeuge und Waffen für dich organisieren. Er ist für deine Versorgung verantwortlich.“ „Großartig“ meinte Sam. „Ja, Mann“ sagte Wilkes aufgeregt. „Kannst es bestimmt nicht erwarten wieder in den Einsatz zu gehen,
was ?“ „Ist halt meine Spezialität“ meinte Fisher. „Genau was wir brauchen“ sagte Wilkes. „Und das hier ist Agent Masters“ sagte Lambert. „Auch sie arbeitet schon mehrere Jahre bei der NSA. Sie wird in den kommenden Missionen dein Partner sein und dich unterstützen.“ Fishers Blick wurde eisig, seine Mundwinkel zogen sich herunter. „Jetzt wird es schwierig“ dachte Lambert. „Colonel, sie wissen, ich arbeite allein“ sagte Fisher fest und man hörte einen leichten Ärger in seiner Stimme. „Ja, normalerweise. Aber diesmal wird es anders sein. Masters ist eine erfahrene Agentin und die Third Echolon muss sich erst noch bewähren. Wenn etwas schief geht, wird das Projekt umgehend wieder eingestellt. Das dürfen wir nicht riskieren.  Du hast das Kommando in eurem Team, aber bei den Missionen seid ihr zu zweit“ entgegnete Lambert bestimmt, in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete. „Ich bin mir sicher, das wir fabelhaft zusammen passen werden. Third Echelon ist ein neues Projekt. Wir müssen vielen Leuten etwas beweisen.“ Sam sah ein, das weiterer Widerstand wohl keinen Zweck hatte. Und wenn Lambert Masters vertraute, musste er es wohl auch tun. „O.K.“ sagte er zu Lambert, auch wenn man ihm anmerkte, das er nicht gerade begeistert war. „Ihr drei seid unser erstes Team im Bodeneinsatz“ erklärte Lambert. „Gebt alles. Wir wollen stolz auf euch sein.“


Towson, Baltimore,  Maryland – USA, 10.08.2004 – 6.53 Uhr

Sam Fisher erwachte, so wie fast immer, ein paar Minuten bevor der Wecker klingelte. Schnell erhob er sich, suchte sich ein paar Sachen aus dem Kleiderschrank und begab sich ins Badezimmer. Für Sam gab es nichts besseres, als eine kalte Dusche am Morgen, um richtig wach zu werden. Anschließend schlüpfte er in seine Kleidung und ging hinunter in die Küche. Das Haus in dem Sam wohnte, war für einen allein stehenden Mann eigentlich viel zu groß.

Es erstreckte dich über 3 Etagen. Oben befanden sich 3 Schlafzimmer (sein eigenes, das von seiner Tochter Sarah und eins für Gäste) und das Badezimmer mit einer großen Badewanne. In der mittleren Etage waren die Küche, das Esszimmer und das große Wohnzimmer. Unten befand sich Sams Büro, eine Bibliothek, ein Fitnessraum und ein zweites, kleines Badezimmer mit einer Duschkabine. Aber andererseits, da Sam so gut wie nie ausging und auch sonst kaum Kontakte zu anderen Menschen pflegte, fühlte er sich in dem großen Haus auch nicht eingeengt. Seine Nachbarn hielten ihn vermutlich für so was wie einen verschrobenen Einsiedler.

Auch beim Einkaufen war es nicht anders. Wenn Sam etwas hasste, dann waren es Einkaufszentren. Er bevorzugte lieber kleine Geschäfte oder ging ins Internet, um sich online etwas zu bestellen. Hin und wieder besuchte ihn seine Tochter Sarah. Sie war  19, ging aufs College und wohnte in einem Wohnheim, zusammen mit einigen ihrer Mitschüler. Wenn sie Sam besuchen kam, kochten sie beiden oft zusammen.  Im Kochen war Sam richtig gut. Zum einen musste er sich als allein stehender Mann selbst versorgen können, zum anderen verabscheute Sam Fast – Food. Erstens schmeckte das Zeug nicht besonders gut und zweitens musste er auch auf seine Ernährung achten, um in Topform zu bleiben.

Jetzt saß Sam am Frühstückstisch, mit 2 Toast mit Marmelade, einer Schüssel Müsli mit frischem Obst und einem großen Glas Milch. Was Sam ebenfalls verabscheute war Kaffee. Das Zeug war nicht gerade gesund, besonders nicht in großen Mengen. In dem Punkt unterschied er sich von Lambert, der vermutlich mehr Kaffee trank, als er Luft atmete. Wenn Sam etwas warmes trinken wollte, bevorzugte er Tee oder Kakao. Ansonsten trank er am liebsten Saft, obwohl er einem Bier oder einem Glas Whiskey ab und zu auch nicht abgeneigt war.  

Jetzt stellte er die Margarine und die Marmelade zurück in den Kühlschrank. Dabei fällt sein Blick auf Sarahs Foto, das mit einem Magnet am Kühlschrank befestigt ist. „Sie sieht ihrer Mutter so ähnlich, hübsch und klug“ dachte Sam. Von Sam hatte sie ihr sportliches Talent und natürlich den Dickkopf. Seine Frau war gestorben als Sarah 11 war. Jedoch lebten sie zu dem Zeitpunkt schon lange getrennt. Er hatte seine Frau sehr geliebt, doch durch seinen Beruf hatte sich aus dem anfangs glücklichen Paar eine schwierige Fernehe entwickelt. Nach 4 Jahren beschlossen sie, getrennte Wege zu gehen. Da war Sarah gerade mal 3 Jahre alt. Jahrelang hatte er kaum Kontakt zu den beiden.

Dann rief seine Frau ihn an und erzählte ihm von ihrer Krebsdiagnose. Ihr blieb weniger als ein Jahr. Da hatten sie sich versöhnt und als seine Frau starb, kam Sarah zu ihm. Am Anfang war ihr Verhältnis schwierig gewesen, sie mussten erst wieder zu einander finden. Doch heute verstanden sie sich prima. Sam wünschte sich, er würde Sarah öfter sehen. Er schüttelte den Gedanken an Sarah ab, ging in den Flur und nahm den Autoschlüssel vom Haken. Es war Zeit sich auf den Weg zum Hauptquartier zu machen.


NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland – USA, 10.08.2004 – 08.20 Uhr

Das Team war nach Fort Meade zurück gekehrt und befand sich jetzt im NSA Trainingslager. Es liegt unterirdisch und erstreckt sich fast über die gesamte Fläche von Fort Meade. Hier gibt es mehrere große Hallen, verschiedene Angriffskurse und Kulissen, ein großes Schwimmbad, eine Sauna und mehrere Schießstände. Lambert wollte, das sich das Team besser kennen lernt. Er und Fisher kannten sich zwar schon seit Jahren, doch hier ging es ihm mehr um die anderen. Mit  zum Team gehörte auch Anna Grimsdottier. Doch am meisten ging es Lambert darum, das sich Sam, Carrie und Wilkes mit einander vertraut machten.

Vor zwei Tagen musste sich Carrie einer kleinen Operation unterziehen, als man ihr die Implantate einsetzte. Jetzt war Carrie in einer der großen Hallen. Hier waren mehrere Boxringe, Sandsäcke und große Matten für Kampfsport angelegt. Sam war noch nicht eingetroffen. Vernen kam gerade herein. Er war auf dem Schießstand gewesen um seine Zieltechnik zu verbessern, denn zu seinem Leidwesen war er kein so guter Schütze. Jetzt sah er zu Carrie herüber, die auf einen großen Sandsack einboxte.

„Wilkes ! Du kommst gerade richtig ! Komm hilf mir“ meinte Carrie. „Wie denn ?“ fragte er. „Als mein Sparringspartner !“ Oh nein ! Ich hab’s nicht so mit Kampfsport“ winkte er ab. „Als NSA – Agent im Außendienst solltest du ihn aber beherrschen“ erwiderte Carrie. „Hey, ich bin Versorgungsmann ! Ich bin der Mann im Hintergrund.“ „Ach komm schon“ bat Carrie und reichte ihm einen Kopfschutz. „Oh nein, ohne mich.“ „Na, schön, dann mach ich erst mal Pause.“ Beide setzten sich auf eine der großen Matten. „Wie bist du zum NSA gekommen ?“ wollte Wilkes wissen. Sie kannten sich erst seit ein paar Tagen, doch da sie lange Zeit eng zusammenarbeiten würden, waren sie direkt zum „Du“ übergegangen. Beide hatten nicht bemerkt, wie Sam hereinkam und sich hinter sie gestellt hatte. „Bei mir war es ähnlich wie bei Sam. Ich war zuerst bei der CIA und bin dann zum NSA gewechselt“ antwortete Carrie. Wilkes hatte irgendwie das Gefühl, das Carrie nur ungern darüber reden wollte und fragte nicht weiter.

„Guten Morgen !“ kam es da von hinten. „Hey Großer“ rief Wilkes. „Wo kommst du denn so plötzlich
her ?“ „Von da“ sagte Sam, zeigte auf die Tür und grinste.“ „Ich habe deine Akte gelesen“ sagte Sam zu Carrie. „Darin steht, das du Medizin und Psychologie studiert hast.“ „Das stimmt, aber irgendwie war es nicht das richtige. Als dann der CIA an mich herantrat um mich anzuwerben, habe ich angenommen“ sagte Carrie. „Du wolltest doch Nahkampf trainieren“ meinte Sam. „Wenn unser Kleiner keine Lust hat, wie wäre es mit mir ?“ „Na dann los“ antwortete Carrie und erhob sich.



NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland – USA, 15.10.2004 – 16.50 Uhr


Lambert saß in der Einsatzzentrale und sah die täglichen Berichte durch, als Anna Grimsdottier hereinkam. „Irving ? Ich habe hier eine wichtige Mitteilung vom
SD Black“ sagte sie und reichte ihm die Akte. Lambert schlug sie auf. Die erste Seite war ein kurzes Memo von Black.

Mitteilung von der CIA aus Langley. Zwei Agenten, die in Tiflis, Georgien im Einsatz waren,  werden seit mehreren Tagen vermisst. Die CIA bittet uns um Unterstützung. Machen sie ihr Team bereit und schicken sie es umgehend nach Georgien. Die wichtigsten Informationen sind kurz in dieser Akte zusammen gefasst.
                                                     
                                                     William Black



Lambert schlug die nächste Seite auf.

Name :        Alice McCarthy Madison  CIA Agentin

                  Seit dem 24.05.02 in Georgien. Arbeitete im Kabinett von Präsident Nikoladze.

28.09.04 Bericht über verdächtigen Datenverkehr zwischen mehreren Stellvertretern von Nikoladze.
03.10.04 Täglicher Bericht nicht in Langley eingegangen.
06.10.04 Kein Empfang mehr von Madisons Implantat


Name:         William Robert Blaustein  CIA Agent

                  Wurde am 06.10.04 nach Tiflis geschickt. Sollte das Verschwinden von Agentin Madison untersuchen.

Ankunft in Tiflis
Agent Blaustein meldete Behinderung der Untersuchung durch örtliche Polizei. Wurde beinahe verhaftet.
11.10.04      Täglicher Bericht nicht in Langley eingegangen.
12.10.04      Täglicher Bericht nicht in Langley eingegangen
13.10.04      Täglicher Bericht nicht in Langley eingegangen.


Lambert sah besorgt auf den kurzen Bericht. Vermutlich waren beide Agenten tot. „Was immer dort in Georgien vorgeht, es ist nichts Gutes“ dachte Lambert und wandte sich an Grimsdottier. „Anna, rufen sie die anderen zusammen. Es geht los.“

Zwei harte Monate lagen hinter ihnen. Carrie hatte oft mit Sam trainiert und obwohl selbst eine erfahrene Agentin, konnte sie nicht abstreiten, das Sam ein absoluter Experte war. Sie hatte in den letzten Wochen einiges an Erfahrung dazu gewonnen. Inzwischen waren sie ein gut eingespieltes Team. Jetzt drehten Carrie und Sam im Schwimmbad ihre Runden, als Wilkes hereinkam. „Carrie, Sam macht Schluss für heute, wir sollen uns in der Einsatzzentrale melden.“ „Was ist denn los ?“ wollte Sam wissen. „Keine Ahnung, aber wir sollen alle um 17.30 Uhr dort sein.“

Sofort schwamm Carrie zum Rand und stieg aus dem Wasser. Sie nahm ihr Badetuch von einer der steinernen Bänke und rieb sich die Haare trocken. Sam konnte nicht umhin, sie anzusehen. Carrie hatte eine tolle Figur, kein Gramm Fett zuviel, aber auch nicht zu mager, wie es heute bei vielen Frauen Mode war. Ihr langes Haar fiel ihr über den Rücken. Seit dem Tod seiner Frau hatte ihn keine Frau mehr interessiert und er war auch keine neue Beziehung eingegangen. Sein Beruf machte eine Liebesbeziehung mehr als schwierig. Nichts desto trotz erfreute er sich an dem Anblick einer schönen Frau und Carrie machte da keine Ausnahme. Obwohl er sich erst gesträubt hatte, mit ihr zusammen zu arbeiten, hatten die beiden sich angefreundet und er mochte Carrie. Vielleicht auch deshalb, weil sie sich so ähnlich waren.

„Reiß dich zusammen !“ mahnte Sam sich selbst. „Sie ist deine Kollegin und Partnerin. Selbst wenn du es wolltest, laut Dienstvorschrift darfst du dich nicht mit ihr einlassen !“  Jetzt stieg auch Sam aus dem Wasser. Ohne das er es bemerkte, warf Carrie einen Blick zu ihm rüber. Sam war fast 10 Jahre älter als sie, sah aber wesentlich jünger aus. Er hatte einen kräftigen, muskelbepackten Körper, an dem kein einziges Fettpolster erkennbar war.
„Oh Mann, da könnte ich echt in Versuchung geraten“ dachte Carrie. „Du bist verrückt ! Er ist nicht nur dein Kollege, sondern auch dein Vorgesetzter ! Selbst wenn er vielleicht Interesse hätte, er wird für dich wohl kaum seine Karriere aufs Spiel setzten !“ überlegte Carrie
„Geh schon mal vor“ sagte Sam zu Wilkes. „Wir gehen nur schnell duschen und kommen dann nach“ sagte er und sah Carrie an, die bestätigend nickte.  „O.K., bis gleich“ antwortete Wilkes und machte sich auf den Weg nach oben.

Etwa 20 Minuten später war Vernen auf dem Weg zur Zentrale. Er ging gerade den Gang entlang, als er hinter sich Stimmen hörte. Da kamen Sam und Carrie um die Ecke. „Hey !“ grüßte Wilkes und zusammen gingen sie zur Einsatzbesprechung. Doch als sie die Halle betraten war nur Anna dort.

„Ah, da seid ihr ja“ sagte sie. „Lambert musste noch mal weg. Er hat gesagt, wir sollen schon mal die Ausrüstung zusammen packen und uns zum Abflug bereit machen.“ „Dann geht es also los ?“ fragte Wilkes und Anna nickte. „Was ist denn passiert ?“ fragte Sam. „Etwas genaues weiß ich auch noch nicht. Lambert hat gesagt er informiert uns später.

                       
               
Türkischer Luftraum –  Richtung Georgien, 16.10.2004 – 19.49 Uhr

Sie waren mit der Osprey auf dem Weg. Anna Grimsdottier bereitete sie auf den Einsatz vor.
„Das wird etwas pieksen“ sagte sie zu Sam und hantierte an seinem Ohr herum. „Nur zu“ entgegnete er locker. „Halt mal“ sagte sie zu Sam und drückte ihm ein Ende des Kabels in die Hand. „Mann ist das gruselig“ meinte Wilkes. „Was denn ?“ fragte Sam. „Die gute Grim steckt dir Kabel in den Kopf, Mann !“ sagte Wilkes. „Ich muss nur seine subthermale Verschlüsselungsstruktur mit der von Fort Meade angleichen“ erklärte Grim. „Nicht anmachen“ sagte Sam bestimmt
zu Wilkes, der im Begriff war sich eine Zigarette anzustecken. Sam Fisher war absoluter Nichtraucher und hasste diese qualmenden Glimmstengel. Eine Abneigung, die er mit Carrie voll und ganz teilte. „Ich weiß“ beschwichtigte Wilkes. „Ist für nach der Landung.......Beeil dich lieber, Grim. Noch 15 bis zur Landung in Georgien.“

„Bin schon fertig“ sagte sie und sprach in das Mikro von Sams Ohr. „Lambert ? Hey Irving , hörst du  mich ?“ fragte Grim. „Er hört dich“ bestätigte Sam. Jetzt wandte sich Grim zu Carrie und konfigurierte ihr Implantat ebenfalls. Carrie stellte fest, das sie alles, was Lambert zu Sam sagte, auch mithören konnte. „Um Missverständnisse zu vermeiden, werde ich immer Sam ansprechen, wenn ich Informationen habe. Ist ihnen das recht Agent Masters ?“ „Natürlich Sir.“ „Gut. Bist du bereit für den Job ?“ fragte Lambert. „Würde mich besser fühlen, wenn ich wüsste was los ist“ entgegnete Sam. „Du weißt wirklich genug. Die CIA hat einen Maulwurf namens Alice Madison im Kabinett des georgischen Präsidenten Kombayn Nikoladze verloren. Der Agent William Blaustein, der nach ihr suchen sollte, wird auch vermisst“ sagte Lambert. „Arbeiten wir mit den Jungs von der CIA zusammen ?“ wollte Sam wissen. „Blaustein verfügt über die gleichen Implantate wie du und Masters. Das sollte euch genügen, um ihn zu finden.“ „Du hast meine Frage nicht beantwortet“ maulte Sam. „Du weißt alles, was du wissen musst. Ihr seid da draußen nicht allein, Fisher. Über mich seid ihr mit einem Dutzend der besten NSA Leute verbunden. Die politischen Verhältnisse in Georgien sind zu verworren, um sie kurz zu beschreiben“ erwiderte Lambert. „Das war eine schöne, kleine Ansprache Lambert“ witzelte Fisher. „Ja, du hast gefragt“ sagte Lambert. „Das ist die Jungfernreise des Third Echelon, die muss wirklich wie geschmiert ablaufen. Ihr landet gleich in Georgien. Bereit machen.“ Wilkes reichte ihnen die letzten Waffen, während die Maschine zur Landung ansetzte.


Tiflis - Georgien, 16.10.2004 – 20.01 Uhr

Vom Stadtrand aus hatte Grim sie sich durch enge Gassen bis zum Zentrum gelotst.
Lambert meldete sich über Funk: „Fisher, die Sonne ist untergegangen. Zeit um an die Arbeit zu gehen. Die Suche nach Agent Blaustein hat oberste Priorität. Eine NSA Kontaktperson wird euch helfen.“ „Schon unterwegs“ antwortete Sam. „Haltet euch von den Straßen fern. In den Straßen wimmelt es von Ordnungshütern und wir haben keinerlei Rückendeckung aus Washington. Macht euch auf den Weg.“ Sam sah sich um und deutete auf eine Treppe. Sie schlichen sie hoch, eine Feuerleiter an der Wand führte aufs Dach.
Dort befand sich eine Luke. Sam öffnete sie, darunter befand sich ein Versorgungsschacht, durch den Rohre und Kabel verlegt waren. Sam sprang hinunter, Carrie folgte ihm. Der Schacht war niedrig, sie mussten in der Hocke hindurch. Nach etwa 5 Metern führte der Schacht nach oben. Sie kletterten an einem Rohr aufs nächste Dach. Gegenüber von diesem Gebäude, etwas weiter unten,  lag ein Warenhaus, das hell in Flammen stand.

„Sag mir nicht das Gorgenize da drin ist.....“ meinte Sam zu Lambert. „Warum sollte ich dir sagen, was du schon weißt ?“ gab Lambert trocken zurück. „Grimsdottier vergleicht die Sonaraufzeichnungen einer Drohne mit den Blaupausen des Warenhauses. Sie wird euch übernehmen.“ Sam seufzte und fasste nach dem Drahtseil, das zum Gebäude rüberführte.
Er rutschte daran entlang und sprang in eins der Fenster, die Scheiben waren bereits nicht mehr vorhanden. Carrie tat es ihm nach. Sofort hüllte eine unerträgliche Hitze sie ein. Carrie seufzte. Als ob ihr nicht schon heiß genug wäre. Der Spezialanzug an sich war Spitze, er hatte nur einen Nachteil, man schwitze da drin wie verrückt. Grim meldete sich jetzt und würde sie durch die Räume und Flure dirigieren. Sie liefen durch den Raum, über den Flur und wollten geradeaus ins Treppenhaus, als dieses zusammen stürzte. So wandten sie sich nach links.
Durch den nächsten Raum gelangten sie in ein weiteres Treppenhaus, auch hier loderten schon die Flammen, doch es war noch intakt und passierbar. Sie liefen ein Stockwerk tiefer, nach rechts, der Boden des Flur war hier bereits weggesackt, so mussten sie sich an einem Rohr an der Decke bis zum nächsten Raum hangeln.
Wieder ging es in ein Treppenhaus, die Treppe hoch und nach links in einen weiteren Raum und dort in der Mitte, am Boden lag ein Mann.

„Gorgenize ?“ fragte Sam. „Ja“ antwortete der. „NSA. Wir holen dich hier raus“ sagte Sam zu ihm. Carrie kniete sich neben ihn, um sich seine Verletzungen anzusehen, doch der Mann winkte ab. „Nein, ich bin so gut wie tot. Sie suchen nach Blaustein und Madison....“ „Ja“ sagte Sam. „Madison hatte es in Nikoladzes Kabinett weit gebracht. Sie war an etwas großem. Blaustein muss davon gewusst haben“ sagte Gorgenize. „Wie können wir ihn finden ?“ „Blausteins Blackbox.....der Sendeknoten seiner Implantate, sie ist in seinem Haus, westlich des Mukhianiplatzes versteckt.“ „Lambert, können wir ihn hier raus holen ?“ fragte Fisher. „Nein, lassen sie nur“ lehnte Gorgenize erneut ab. „Was immer Madison gefunden hat, ist etwas großes. Sie sagte.... Beweis würde Krieg bedeuten. Ich glaube, Nikoladze ......“ Gorgenize stöhnte noch einmal auf und sackte dann zusammen. „Gorgenize ist abgereist“ meldete Sam. „Lasst ihn bei den Flammen“ befahl Lambert. Sie liefen durch den Raum zur Hintertür. Kaum hatten sie den Raum verlassen, stützte hinter ihnen alles zusammen. Sam und Carrie sahen sich an. Das war knapp gewesen. Jetzt standen sie auf einer Balustrade, die um den ganzen Häuserblock herumführte. Sie folgten dem Weg, bis zu einer Lücke im Geländer. Dort sprangen sie über die Straße, auf die andere Seite der Balustrade.

Grimsdottier bestätigte ihnen, das Blausteins Haus sich direkt hinter der nächsten Biegung befand. Als sie näher kamen, hörten sie, wie ein Mann vor dem Haus mit jemandem telefonierte. Offensichtlich war es einer von Nikoladzes Männern. Er hatte mit einem weiteren Mann das Haus durchsucht. Der zweite Mann befand sich noch im Haus. Sam gab Carrie ein Zeichen, sich um den Kerl im Haus zu kümmern. Er würde sich den im Garten vornehmen. Carrie schlich zum Haus und sah vorsichtig durch ein Fenster. Der Mann  ging in die hinteren Räume. Leise öffnete sie die Tür, als sie hörte, wie Sam den anderen Mann niederschlug und zur Seite schleifte. Sie schlich ins Haus und versteckte sich in einer dunklen Ecke. Sie hörte Schritte, der Mann kam zurück. Ohne sie zu bemerken, ging er an ihr vorbei......da schlug sie zu. Mit einem Stöhnen fiel der Kerl bewusstlos zu Boden. Sie schob ihn in die Nische und löschte das Licht, da betrat Sam das Haus. „Alles klar ?“ fragte er und sie nickte.

Zusammen durchsuchten sie das Haus. Nikoladzes Männer hatten ganze Arbeit geleistet. Überall lagen Papiere und zerbrochene Möbel herum. Im Wohnzimmer war nichts zu finden, auch nicht im Flur, der Küche oder dem Badezimmer. Jetzt betraten sie das Schlafzimmer. Fisher sah hinter das Bild neben dem Bett....und grinste. Nikoladzes Männer hatten alles durchwühlt, doch den Terminal hinter dem Bild hatten sie nicht gefunden. Er schob das Bild beiseite und gab den Zugangscode ein. „Mist !“ meldete sich Lambert. „Was ist los ?“ fragte Sam. „Blausteins Herz hat vor 43 Stunden aufgehört zu schlagen“ berichtete Lambert. „Und die CIA hat das nicht gewusst ?“ wunderte sich Sam. „Doch“ sagte Lambert. „Schön, das sie es uns gesagt haben“ meinte Sam sarkastisch. „Sein Implantat hat sich 6 Stunden nach seinem Tod deaktiviert. Die letzten Daten kamen von einer Polizeidienststelle“ sagte Lambert. „Dann sollten wir uns da mal umsehen“ sagte Sam zu Carrie. Er öffnete die Tür zum Balkon und rutschte an einem Kabel auf das gegenüberliegende Dach. Er schlich zur nächsten Tür und wartete, bis Carrie zu ihm aufgeschlossen hatte. Der Flur hinter der Tür führte zu einem Fahrstuhlschacht, die Kabine befand sich unten. Sie rutschten an den Kabeln zur Kabine hinunter und kletterten durch die Luke in den Lift.

Sie befanden sich in einem Abstellraum. Da meldete sich Lambert noch einmal: „ Fisher, ich widerrufe meinen Befehl bezüglich der Straßen. Wir haben den Funkverkehr der Polizei von T`Bilisi abgehört. Die Jungs sind Gauner, aber wenigstens wollen sie keinen Ärger. Es steht euch ab jetzt frei, jede Straße zu benutzen. Tut was ihr tun müsst, um die Vermissten zu finden.“  Die Tür an der hinteren Wand führte über die Terrasse eines Hauses zurück auf die Straße. Vor ihnen lag eine  teils hell beleuchtete Gasse, wo sich zwei Polizisten befanden, die einen Landstreicher aufgegriffen hatten.

„An denen kommen wir so nicht ungesehen vorbei“ meinte Carrie. Sam deutete auf eine Holztreppe hinter den Polizisten, die zu einem Ladenlokal nach unten führte. „Wir könnten uns zur Treppe schleichen und uns am Geländer entlang hangeln. Die Hausecke dahinter liegt im dunkeln.“ Carrie überlegte und nickte dann. „Das könnte klappen.“ „Aber sei vorsichtig, das Holz könnte knarren“ sagte Sam. Sie kletterten über das Terrassengeländer auf einen Müllcontainer und von dort in die Gasse. Hier waren sie noch geschützt. Doch nun mussten sie in das Licht der Laternen, zur  Treppe hin. Die Polizisten standen mit dem Rücken zu ihnen und bemerkten sie nicht. Carrie war dankbar für ihre " Leisetreter“, ihre Stiefel mit der besonderen Sohlenmischung. Sie verursachten wirklich auf fast jedem Untergrund so gut wie kein Geräusch, vorausgesetzt man bewegte sich langsam.

Sie erreichten das Geländer und hangelten sich zur anderen Seite. An der Hausecke, die im Schatten lag, zogen sie sich hoch und gingen in Deckung. Vor ihnen verlief die Straße weiter, ein Mann patrouillierte dort. „Um den kümmere ich mich“ sagte Sam. „Warte“ warnte ihn Carrie, über uns ist noch einer, da.....auf dem Balkon“ sagte sie und zeigte nach oben. Sam wartete, bis der Mann auf dem Balkon zur anderen Seite herüber ging, dann schlich er sich an die Wache in der Gasse an, knockte ihn aus und legte ihn im dunkeln ab. Er winkte Carrie zu, sie solle ihm folgen. Sie überzeugte sich, das der andere Mann sie von oben nicht sehen konnte und schlich Sam nach. Am Ende der Gasse führte eine Holztreppe nach oben, der Weg ging weiter rechts um die Ecke.

Vor ihnen lag ein Platz mit einem Springbrunnen. Dahinter befand sich das Polizeirevier. Grim teilte ihnen mit, das es auf der anderen Seite des Polizeigebäudes eine Hintertür gab, wo sie ungesehen eindringen konnten. Vorsichtig schlichen sie über den Platz und durch das Tor, als sie Schritte hörten, die ihnen entgegen kamen.
Schnell tauchten sie im Schatten unter. Zwei Polizisten kamen auf sie zu, gingen jedoch an ihnen vorbei, hinaus auf den Vorplatz. „Los weiter“ flüsterte Sam. Sie liefen nach links durch die Gasse, vor ihnen führte der Weg nach rechts, wo ein weiterer Polizist Wache hielt.
Auch diesen schickte Sam kurzerhand ins Land der Träume. Sie folgten dem Weg, der nach rechts abknickte und durch einen Palisadengang führte.

Am Ende des Ganges stand eine weitere Wache, jedoch sah er in ihre Richtung. Ein Niederschlagen war so nicht möglich. Sam zog seine Waffe vom Rücken und legte ein Ringgeschoss ein. Ein kurzes „ Plop“ und der Mann ging bewusstlos zu Boden. Sam versteckte ihn in einer Ecke, dann liefen sie nach vorn zur Mauer und kletterten über einen Müllcontainer in einen kleinen Hof, wo sich die Hintertür befand. Sie war mit einem Zahlenschloss gesichert. Sam zog einen kleinen Adapter aus der Tasche und verband das Zahlenschloss  mit dem Opsat. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann hatte er das Schloss gehackt und konnte die Nr. auf dem Opsat ablesen.
Sam gab den Code ein und öffnete die Tür. Sie befanden sich in einem Zellentrakt. Jeweils 4 Zellen lagen links und rechts. Am Ende des Ganges konnten sie das Wachbüro sehen, in dem ein Polizist saß. Sie schlichen sich an den Zellen vorbei. Einer der Inhaftierten sah verwundert auf. „Wer zur Hölle seid ihr denn ?“ fragte er lallend. „Habt ihr auch 2 Kommandoeinheiten gesehen ?“ fragte ein anderer aus einer Zelle gegenüber. Sam und Carrie kümmerten sich nicht darum. Sie stiegen leise die Stufen zum Wachbüro hinauf und schlichen geduckt an der Wache vorbei.

Der nächste Raum war ein Labor, ein Techniker stand an einem der Tische und arbeitete. Sam schlich hinter ihn und packte ihn. „Eine Bewegung und du bist erledigt“ warnte Sam ihn. „Ich will Informationen.“ „Äähh...O.K.“ antwortete der Mann. „Wir suchen 2 Amerikaner, vermutlich tot“ sagte Sam. „Ich ....Grinko tötet mich“ erwiderte der Mann ängstlich und zögerte. Doch Sam gab nicht nach und drückte fester zu. „Aahh !! Im Leichenschauhaus. Ich habe dabei geholfen die Chips aus ihren Körpern zu entfernen.“ „Die Implantate“ sagte Sam. „Ja ! Bitte nicht wehtun !“ flehte der Mann. Sam drückte ihm die Luft ab, bis er bewusstlos wurde, dann ließ er den Mann zu Boden gleiten. Mit grimmigem Gesicht eilte er nach nebenan in die Leichenhalle. Er zog seine Waffe und zerstörte die Sicherheitskamera. Carrie folgte ihm in den Raum  Jetzt stand Sam vor 2 Bahren, auf denen sich die Leichen eines Mannes und einer Frau befanden. „Habe die Agenten Blaustein und Madison“ meldete er Lambert. Carrie atmete einmal tief durch. Sie hatten geahnt, das die Agenten getötet worden waren, doch sie hier liegen zu sehen, war etwas anderes. „Ruhet in Frieden. Jemand hat die Implantate heraus geschnitten“ gab Lambert zurück. „Was machen wir jetzt ?“ fragte Sam. „Wenn möglich, den Implantaten folgen“ sagte Lambert. „Hmm, hier ist eine Sicherheitskamera“ meinte Sam. „Gute Idee“ sagte Lambert. „Wir verfolgen die Implantate über die Aufzeichnungen der Kameras. Der Überwachungsraum ist im obersten Geschoss.“

Sie verließen die Leichenhalle und gingen weiter den Flur entlang zum Treppenhaus und nach oben. Als sie durch die Tür traten, kamen sie zur Eingangshalle des Polizeireviers. Hier war ein Informationsschalter in dem ein Polizist saß und sich mit einem Passanten unterhielt. Sie schlichen im Dunkeln vorbei zur gegenüberliegenden Seite, wo eine Treppe in die oberen Räume führte. Im Büro saßen 2 Polizisten an ihren Schreibtischen. Sam nickte Carrie zu und zeigte nach links. Sie sollte den linken ausschalten, er selbst ging zum Tisch rechts. Auf Sams Zeichen hin packten sie beide die Polizisten und schlugen sie nieder. Mit der flexiblen Optik überprüften sie die anderen Räume. An der hinteren Wand waren ein Lagerraum und ein Verhörraum, in dem ein Gefangener saß. Hinter der ersten Tür auf der rechten Seite fanden sie den Datenraum. „Bleib hier und pass auf“ sagte er zu Carrie. Leise ging er hinein, ein Mann befand sich dort, den Sam K.O. schlug. Dann machte er sich an dem Computer zu schaffen. „Gute Arbeit Fisher“ meldete sich Lambert. „Wir scannen jetzt die Videobänder.“ „Das ist unser Mann“ sagte Grim. „Haben ihn auf frischer Tat erwischt.“ „Kannst du sein Gesicht durch Echelon jagen ?“ fragte Lambert. „Schon geschehen“ bestätigte Grim. „Hey seht mal, ein Nummernschild .....84 – KP – 214.“ „Phantastisch Fisher, wir haben was wir wollten“ erklärte Lambert. „Trefft euch mit Wilkes, eure Arbeit ist getan. Wir melden uns später  wieder, wenn das Material gesichtet ist.“ Sam verließ den Raum. „Wir sind hier fertig. Los verschwinden wir“ sagte er zu Carrie. Sie gingen zurück in die Eingangshalle und verließen das Revier leise durch den Haupteingang.  Im selben Moment stoppte ein  Transporter auf der Straße, Wilkes saß hinter dem Steuer. Schnell stiegen sie hinten ein und Wilkes gab Gas.


Georgisches Verteidigungsministerium, Tiflis – Georgien, 16.10.2004 - 23.01 Uhr

Sie befanden sich auf dem Dach des Verteidigungsministeriums. Carrie warf einen kurzen Blick über die Lichter der Stadt, als sich Lambert meldete: „Echelon hat eine positive ID eures Ziels von einer Sicherheitskamera. Es handelt sich um einen gewissen Vyacheslav Grinko. „Wie finden wir ihn ?“ fragte Sam. „Anhand seines Kennzeichens“ antwortete Lambert. „Und was, wenn er nicht im Auto ist ?“ „Dann wird es sein Fahrer sein. Schnapp ihn dir und bring ihn zum Reden. Wirst doch gerne mal ein bisschen grob“ meinte Lambert. „Wer ich ?“ fragte Sam sarkastisch und blinzelte Carrie zu, die anfing zu grinsen. Da meldete sich Lambert noch einmal: „Grimsdottier hat soeben den Grundriss des Ministeriums besorgt. Sie haben im Hof ein aktives Lasersicherheitsnetz.“ „Also halten wir uns vom Hof fern“ sagte Sam. „Ihr dürft keinen Alarm auslösen. Wir haben für diesen Einsatz immer noch keine Genehmigung von oberster Stelle. Ein Fehltritt...... und die Mission ist vorbei.“ Sie seilten sich vom Dach ab, bis zu einem offenen Fenster

Sie befanden sich in einem Aktenraum. Ein Mann stand mit dem Rücken zu ihnen, Carrie schlug ihn nieder, während Sam die Sicherheitskamera lahm legte. Sie verließen das Zimmer und gingen hinaus auf den Flur. Etwa 10 Meter von ihnen entfernt befanden sich 2 Wachen, die den Flur absicherten. Sie warteten bis sich beide am Ende des Ganges befanden und schlichen vorbei. Durch die Tür auf der linken Seite kamen sie ins Treppenhaus und sie liefen hinunter in die Tiefgarage. Sie schlichen an den Kameras vorbei und fanden Grinkos Wagen. Sein Fahrer stand daneben und rauchte eine Zigarette. „Bleib hier und deck mir den Rücken. Gib mir ein Zeichen, wenn sich jemand nähert. Ich nehme mir Grinkos Fahrer vor“ sagte Sam.

Leise schlich er sich von hinten an und packte den Kerl, der völlig überrumpelt wurde. „Was zur Hölle .....?“ rief Grinkos Fahrer erschrocken. „Ich werde dir jetzt ein paar Fragen stellen, bekomme ich das Gefühl, das du lügst, mache ich das......“ sagte Sam und drückte ihm die Kehle zu. „Aaahhh“ keuchte der. „Für wen arbeitest du ?“ „Vyacheslav Grinko.“ „Erzähl mir von ihm.“ „Er war mal ein Speznas, aber jetzt ist er Söldner. Er arbeitet für Präsident Nikoladze.“ „Wo finde ich Grinko ?“ „Er trifft sich mit Masse (sprich Messi ), beim Aufzug, auf dem Hof.“ „Wer ist Masse ?“ „Phillip Masse,.... so ein Computerheini. Er hat Zutritt zu Nikoladzes Büro.“ „Worum geht es bei den Treffen ?“ „Ich weiß es nicht, ich..... ich schwöre. Es muss was ernstes sein, wenn Nikoladze Grinko persönlich sehen will.“ „Du solltest unsere kleine Unterredung jetzt vergessen.“ „Ich....verstehe.“ „Gut.....Warum sollte ich dir glauben ?“ „Wenn die es erfahren, bringt Grinko mich um.“ „Und du hast Angst vor Grinko ?“ „Gott....ja...“ Im nächsten Moment traf ihn Fishers Faust und Grinkos Fahrer sackte zusammen. „Ich will wissen, was Grinko und Masse beim Aufzug besprechen“ sagte Lambert. „Um dort hin zu kommen müssen wir das Lasernetz deaktivieren“ meinte Sam. „Dann macht es“ sagte Lambert knapp.

Sie liefen den Weg zurück, den sie gekommen waren. Sie gingen den Flur hinunter, rechts durch eine Tür in ein Büro, von dort aus auf den Balkon. „Wir hangeln uns an der Regenrinne rüber, bis zu dem offenen Fenster dort drüben“ sagte Sam zu Carrie. Sam ging voraus, Carrie folgte ihm.
Sie gelangten durch das Fenster in eine Küche. 2 Köche bereiteten dort Speisen vor. Sie waren so beschäftigt, das sie die vorbei schleichenden Agenten gar nicht bemerkten. Hinter der Küche lag ein Speisesaal. Auf dem Flur war eine Wache, die von Sam ausgeschaltet wurde. Vorsichtig sahen sie in die Halle hinunter. Eine Etage tiefer war ebenfalls eine Wache, unten in der Halle befanden sich noch 2. Sie schlichen die Treppe hinunter und Carrie schaltete die Wache im ersten Stock aus, während Sam sich bereits auf dem Weg in die Halle befand. Er packte die Wache auf der linken Seite, die andere Wache hatte sie nicht bemerkt. Diese nahm Sam sich als nächstes vor. Sie legten die bewusstlosen im Dunkeln ab, dann sah Sam sich um.

„Mist !“ sagte er. „Was ist ?“ „Die nächste Tür ist durch ein Retinaschloss gesichert.“ Doch schon meldete sich Lambert: „Da kommt ein Oberst, Fisher. Schnapp ihn dir. Er muss bei Bewusstsein und kooperativ sein, damit er den Retinascanner für die Tür zum Hof bedienen kann.“ „Woher weißt du das alles ?“ fragte Sam. „Es ist mein Job, alles zu wissen“ meinte Lambert trocken. Sie verbargen sich unter der Treppe. Der Oberst kam herunter, warf noch einen Blick in die Halle und setzte sich an den dort stehenden Schreibtisch. Sam schlich an den Oberst heran, packte ihn und hielt ihm seine Waffe an den Kopf. Er zerrte den Mann rückwärts zum Retinascanner und drückte seinen Kopf auf den Abtaster.
„Nach wenigen Sekunden und einem kurzen „Piep...Piep...“ ging die Tür auf. Sam zerrte den Oberst mit sich, knockte ihn aus und legte ihn ab. Carrie schoss die Sicherheitskamera aus, dann traten sie hinaus auf den Hof. Sam holte das Lasermikrofon hervor. Sie konnten sehen, wie zwei Männer den Aufzug betraten. Der linke Mann mit der Glatze war Grinko. Der andere war dunkelhaarig und trug eine Brille. Das musste demnach Masse sein. Sam richtete das Mikro auf den Aufzug. Im nächsten Moment konnten sie das Gespräch der Männer mithören.

„Ihr Wilden ! Habt ihr das etwa mit Zangen rausgerissen ?“ fragte Masse Grinko. „Wir hatten Probleme mit Blausteins Chip. Wie du siehst, kleben immer noch Muskelfasern dran“ erwiderte Grinko. „Uähh, ganz schön eklig“ meinte Masse. „Du hast den falschen Job, wenn du kein Blut an die Hände bekommen willst“ gab Grinko zurück. „Was immer Nikoladze in Aserbaidschan auch macht, hat er selbst zu verantworten“ sagte Masse. „Du bist also nur Werkzeug ?“ fragte Grinko. „Du bist ein Werkzeug, ich bin die Hochtechnologie, der „Reinemachmann“. Blut klebt an deinen und Nikoladzes Händen, meine sind sauber“ verteidigte sich Masse. „Und es ist.....“ sagte Grinko. „Ist was ?“ „Sauber“ sagte Grinko. „Aserbaidschan ? Klar Alter“ meinte Masse. „Die Operation ist gottverdammt,  absolut sauber. Bis auf die Dateien die Nikoladze auf seinem Rechner hat. Du musst mit ihm endlich darüber reden“ sagte Masse zu Grinko und sie verließen den Aufzug.

„Klingt, als hätten wir die Implantate gefunden“ sagte Lambert. „Ich bekomme ein schlechtes Gefühl, wenn die bösen Jungs blutige Witze reißen“ meinte Sam. „Ich werde dieses Gespräch direkt an die Führung weiter leiten. Wir werden noch mehr brauchen“ sagte Lambert. „Nikoladzes Computer“ vermutete Sam. „Erraten“ sagte Lambert. „Geht in sein Büro und aktiviert den Computer. Der Alarm braucht euch nicht mehr zu stören. Wir agieren jetzt im Rahmen der 5th Freedom.“ Sie liefen über den Hof, zum gegenüberliegenden Gebäudetrakt und kletterten auf einem Rankengitter hinauf in den ersten Stock. Sie fuhren mit dem Aufzug zur obersten Etage, liefen über den Flur zu einer Abstellkammer und kletterten die Leiter hoch aufs Dach. Grim gab ihnen den genauen Standort von Nikoladzes Büro an. Sie seilten sich vom Dach ab. Eine Wache stand in dem Büro, Sam schoss den Mann mit einem Kopfschuss nieder.

Sie sprangen in das Büro. Carrie schoss die Lampen aus, während Sam zum Computer ging. Carrie öffnete die Tür zum Flur einen Spalt breit und hielt Wache.
„Oh verdammt !“ meldete sich Lambert. „Was empfangt ihr ?“ fragte Sam. „Schlechte Nachrichten, übertrage weiter, mal sehen , was sonst noch kommt.“ „Was ist los ?“ wollte Sam wissen. „Leichen, Flüchtlingslager. Die hatten  schon seit Wochen Kommandos in Aserbaidschan. Wie konnten wir die nur übersehen ? Sende weiter....“ „Sam ! Achtung !“ rief Carrie. „Da kommen 3 Wachen den Flur entlang gelaufen !“ „Schnell !“ Zurück zum Fenster !“ rief Sam, ließ sich über die Kante rutschen und klammerte sich am Rand fest. Carrie tat es ihm nach. Die Tür wurde aufgestoßen, die 3 Soldaten stürmten herein und durchsuchten den Raum. Als sie niemanden finden konnten, liefen sie zurück auf den Flur. „Fisher, wir brauchen den Rest der Dateien von Nikoladzes Computer. Das Zeug geht direkt an den Präsidenten. Es könnte zu einem Militärschlag kommen und wir brauchen wasserdichte Informationen“ sagte Lambert. Sam zog sich hoch, half Carrie hinauf und begab sich wieder zum Computer, um die fehlenden Dateien zu senden. „Das war`s. Gott sei Dank“ sagte Lambert. „Was geht da vor sich ?“ fragte Sam. „Du wirst es nicht glauben, aber Nikoladze schlachtet sich systematisch durch ganz Aserbaidschan.“ „Und wir haben nichts davon gewusst ?“ „Niemand wusste es“ sagte Lambert. „Was hat er vor ?“ wollte Sam wissen. „Ihr könnt euch die Nachrichten später ansehen. Trefft euch mit Wilkes und lasst euch da raus holen.“ Sie verließen das Büro, liefen den Gang hinunter, über eine Treppe aufs Dach zu einem Aufzugsschacht. Sie rutschten an einem Rohr den Schacht hinunter und landeten in der Tiefgarage. Sie liefen Richtung Ausgang, als sie Schüsse hörten. Sie bogen um die Ecke und sahen Wilkes, wie er mit gezogener Waffe über einem Wachmann stand. „Was um Himmels Willen habt ihr da gefunden,  Mann ? Lambert flippt völlig aus“ sagte Wilkes zu ihnen. „Was sagt er denn ?“ fragte Sam. „Das wir in den Krieg ziehen“ antwortete Wilkes. Sie stiegen in den Transporter und verließen die Tiefgarage.


GFO Ölplattform, Georgische Gewässer – Kaspisches Meer 27.10.2004 - 09.38 Uhr

Die Osprey hatte sie in der Nähe der Ölplattform abgesetzt. Mit einem Schlauchboot waren sie zur Pipeline gefahren. „Fisher, wir haben eure Missionsziele hochgeladen“ meldete sich Lambert. „Grimsdottier sagt, das die Verschlüsselungsprotokolle der Ölplattform wasserdicht sind. Wir müssen also warten, bis einer von Nikoladzes Schwachköpfen sich einloggt, bevor wir auf irgendwelche Daten zurück greifen können.“ „Warum versuchen sie diese Plattform zu halten ? Nicht gerade Nikoladzes bester Schachzug“ meinte Sam. „Genau das hat uns misstrauisch gemacht. Nikoladze hat einige Zellen geopfert um sie zu schützen. Was immer durch das Netzwerk geht, muss äußerst wichtig sein“ erklärte Lambert.

Sam und Carrie suchten sich einen Weg über die Rohre zur Plattform. „Da vorn ist eine Brücke“ sagte Sam. Sie hangelten sich an einem Rohr entlang zu einem Gitter und rutschten an einem Seil auf eine Plattform,  als die Brücke gesprengt wurde. „Schätze, die haben schon gemerkt, das Besuch kommt“ sagte Sam. Er sah sich um und entdeckte ein Loch in dem Hauptrohr, das von der Plattform wegführte. „Sieht aus, als wäre das der einzige Weg“ sagte Carrie und Sam nickte.
„Schlechte Nachrichten Fisher“ sagte Lambert. „Das Militär ist soeben aufgewacht.“ „Oh Mann“ stöhnte Sam. „Die Ölplattform ist soeben zu den NATO Angriffszielen hinzugefügt worden. Sucht euch einen Techniker und besorgt die Daten. Die Zeit wird knapp“ sagte Lambert.
]Sie kletterten auf das Rohr und ließen sich in das Loch hinab. Der Gestank des Rohöls raubte ihnen den Atem. Geduckt liefen sie durch das Rohr bis zu einem Sicherungsschacht. Dort stiegen sie die Leiter hoch und befanden sich nun auf der Plattform. Von weitem sahen sie den Techniker, der von zwei Soldaten eskortiert wurde. „Wir müssen ihnen unauffällig folgen“ sagte Sam. Sie stiegen eine weitere Leiter hoch, eine Etage höher.

Sam hörte ein Dröhnen, das näher kam und lauter wurde. Er sah sich um und konnte 3 Kampfjets erkennen, sie sich näherten. Dann kletterten sie auf einen Schaltkasten und hangelten sich an einem Rohr hinüber auf die andere Seite. Unter ihnen patrouillierte eine Wache. Als sie genau unter Sam herging, ließ er sich fallen. Von der Wucht des Aufpralls sackte der Mann bewusstlos zusammen. Vorsichtig schlichen sie dem Techniker und seinen Bewachern nach. . Explosionen waren zu hören, hier und da fielen Schüsse. „Das sind unsere Freunde von der Luftwaffe, Bodentruppen sind im Anmarsch, halte euch auf dem laufenden“ sagte Lambert.
Sie folgten ihnen bis zu einer Tür, die von 2 weiteren Soldaten bewacht wurde Sam nickte Carrie zu und sie zogen ihre Waffen. 2 Schüsse..... und die Wachen an der Tür waren ausgeschaltet. Schnell zogen sie die Leichen hinter einen Flüssigkeitstank. Da kamen der Techniker und seine Leibwächter plötzlich zurück und gingen den anderen Weg. Sam wollte schon hinterher, als Lambert sich wieder meldete: „Der Plan hat sich geändert Fisher. Schnappt euch Piotre, den Techniker. Wir wollen den Koffer, den er bei sich trägt.“ „Die Daten sind in seinem Koffer ?“ fragte Sam. „Es steckt ein Labtop drin. Tut, was immer nötig ist.“ Sie liefen außen herum und hangelten sich durch ein zerborstenes Fenster in einen der Arbeitsräume.

Piotre verließ gerade den Raum mit einem der Wachmänner. Der andere blieb zurück und zerstörte mit Schüssen die Computer. Sam zog seine Waffe und streckte den Mann mit einem Kopfschuss nieder. Sie sprangen in den Raum und liefen Piotre nach. Er war auf  der Treppe, auf dem Weg zum Hubschrauberlandeplatz, als der Hubschrauber von einer Rakete getroffen wurde. Piotres Leibwächter wurde zu Boden geworfen, er selbst lief in Panik davon. Der Soldat rappelte sich wieder auf, als er die zwei Amerikaner entdeckte. Er eröffnete das Feuer, doch Carrie war schneller und traf ihn in der Brust. Eilig liefen sie Piotre nach. Sie liefen die Treppe hinunter, als ein weiterer von Nikoladzes Männern sie entdeckte, doch er wurde von Sam getötet, ehe er auf sie schießen konnte.

Sie liefen weiter die Treppe hinunter und folgten der Gangway bis zur Bootsanlegestelle. Dort kauerte Piotre in einer Ecke, die Hände schützend über den Kopf gelegt. Sam packte ihn und nahm ihn in den Würgegriff. „Wozu nur all diese Risiken ?“ fragte er Piotre. „Wer zur Hölle sind sie ?“ entgegnete der Techniker. „Keine Fragen, nur Antworten und zwar schnell“ sagte Sam ärgerlich und drückte fester zu. „Ja, verstehe“ japste Piotre.  „Warum Daten von Hand aus einem umkämpften Gebiet bergen ?“ „Die Daten sind mit einem nicht übertragbaren Hardware – Codeschlüssel verschlüsselt.“ „Was sind das für Daten ?“ fragte Sam. „Daten über eine Arche, ich bin nur Bote, ich weiß nicht“ antwortete Piotre. „Was ist das ?“ wollte Sam wissen. „Weiß nicht. Nikoladze will es unbedingt.“ „Wohin solltest du den Koffer bringen ?“ fragte Sam weiter. „Keine Ahnung, das sollte ich erst erfahren, wenn ich das Fluchtboot erreicht habe. Masse ist ein Sicherheitsfanatiker.“  „Masse ?“ hackte Sam nach. „Bitte ich will nicht....“ sträubte sich Piotre, doch Sam gab nicht nach und verstärkte den Druck erneut. „Aaahhh......Phillip Masse, Nikoladzes Chefprogrammierer“ sagte Piotre schnell. „Ich schwöre, mehr weiß ich nicht.“ Damit gab sich Sam zufrieden. Er schlug Piotre nieder und schnappte sich den Koffer. „Gute Arbeit Fisher, jetzt verschwindet von dort“ sagte Lambert. Schnell machten sie sich auf den Weg, zurück zum Schlauchboot. Sam warf den Motor an und fuhr los. Sie entfernten sich ein paar Kilometer von der Ölplattform, als auch schon die Osprey auftauchte, um sie aufzunehmen.
„Hey Sam !“ sagte Carrie. “Ja ?” “Warum lässt du mich eigentlich nicht mal einen dieser Kerle in die Mangel nehmen ? Ich kann das genauso gut.....“ „Ich weiß “ antwortete Sam. „Aber ....?“ „Ich mache es viel zu gern, als das ich es dir überlassen würde....“ sagte er und grinste, während Carrie lachend den Kopf schüttelte.



Über dem Atlantischen Ozean, 30.10. 04 – 17.11 Uhr

Sie waren wieder in der Osprey. Sam hatte Grim das Labtop gegeben. Jetzt machte sie sich daran, die Daten auszuwerten. Carrie sah die Ausrüstung durch und lud die Waffen nach, während Sam neben Wilkes stand, der über Satellit ein abhörsicheres Gespräch vorbereitete. Sam wollte seine Tochter anrufen. Wilkes hatte Carrie erzählt, das Sam eine Tochter im Teenageralter hatte, seine Frau war vor ein paar Jahren an Krebs gestorben.

„Wie lange wird es denn noch dauern ?“ frage Sam Wilkes. „Deine Tochter ist gleich am Apparat, wir lassen die Verschlüsselung laufen“ antwortete Wilkes. „Verdammter Mist !“ schimpfte Grim von hinten. „Was ist los Grim ?“ fragte Sam.  „Die Daten die du von der Ölplattform besorgt hast. Die Georgier können ohne einen Helfer in den Reihen der CIA unmöglich so viel wissen“ erklärte Anna. „Fisher, du kannst“ sagte Wilkes und hielt Sam den Hörer hin.

„Vater ?“ meldete sich eine Stimme. „Sarah, hi“ sagte Sam. „Wo bist du ?“ fragte Sarah. „Auf dem Weg nach Hause“ erklärte Sam. „Du wolltest doch letzte Woche anrufen“ meinte Sarah ärgerlich. „Ist was dazwischen gekommen ich......tut mir leid“ entschuldigte sich Sam. „Ist schon gut. Warst du in Georgien ?“ erkundigte sich Sarah. „Schatz, du weißt, das ich nicht antworten darf“ sagte Sam. „Ja, ich weiß. Ich hatte nur im Fernsehen........Aahhh !“ „Sarah ? Sarah !“ rief Sam beunruhigt ins Telefon. Carrie sah Sams besorgtes Gesicht. „Hey ! Was ist los ?“ fragte Wilkes.

In diesem Moment jaulte der Alarm auf. Die Osprey ging zum Sturzflug über, schwang nach links und rechts, machte Ausweichmanöver. Alle wurden davon überrascht. Carrie, Grim und Wilkes riss es von den Füßen, als einziger hielt sich Sam einigermaßen auf den Beinen, doch auch er schwankte und kämpfte um sein Gleichgewicht. Carrie wurde gegen eine Konsole geschleudert und fiel zu Boden. Verzweifelt klammerte sie sich an den Fuß des Drehstuhls, der vor der Konsole fest geschweißt war, um nicht noch mehr durch die Osprey geschleudert zu werden. Das ganze dauerte etwa 10 Sekunden, dann stabilisierte sich die Maschine wieder.

„Masters, Grimsdottier, Wilkes ? Alles okay ?“ rief Sam. „Glaube schon“ sagte Grim. Wilkes und Carrie nickten, Sam reichte Wilkes die Hand und half ihm auf die Beine. „Hoffe, es geht euch gut dahinten“ meldete sich der Pilot. „Wir hatten gerade eine Kollisionsfehlwarnung. Habe so etwas noch nie gesehen. Das Hub hat völlig verrückt gespielt.“ „Hat jemand Verbindung zum Third Echelon ?“ fragte Sam. „Ich bin hier Fisher“ meldete sich Lambert. „Was zum Teufel geht hier vor ?“ fragte Sam wütend. „Nikoladze hat den USA den Krieg erklärt“ sagte Lambert. „Was ?“ fragte Sam ungläubig. „Die Georgier haben unsere Kommunikations- und Energiesysteme angegriffen. Zur Zeit wissen wir nichts über die Schwere der Schäden“ berichtete Lambert. „Was ist mit unserer Abwehr ? Was werden wir machen ?“ fragte Sam. „Was haben wir denn ?“ meinte Lambert missmutig. „Nikoladze hat uns kalt erwischt. Alles was uns bleibt, ist das Labtop, das ihr von der Plattform geholt habt.“ „Meine Tochter ist......“ begann Sam. „Ich weiß, ich weiß“ beruhigte ihn Lambert. „Ich habe schon Männer losgeschickt. Überall herrscht völliges Chaos.“ „Ich muss zu Sarah“ sagte Sam fest. „Du weißt was zu tun ist“ widersprach Lambert. „Wir sind hilflos, bis wir Nikoladze haben. Begib dich zur CIA, Fisher. Deine Mission ist für uns überlebenswichtig.“


CIA Hauptquartier, Langley, Virginia – USA, 31.10.04 – 22.19 Uhr

Es regnete in Strömen. Sam befand sich etwa 200 Meter vom Haupteingang entfernt und sah zu dem bewachten Eingang hinüber. Durch die Vordertür würde er jedenfalls nicht reinkommen.
„Zeit an die Arbeit zu gehen, Fisher“ meldete sich Lambert. „Fassen wir zusammen: Keine Verletzten. Die NSA operiert nicht innerhalb der USA. Wir spionieren nicht die eigenen Leute aus.“ „Bin gar nicht hier“ bestätigte Sam. „Stimmt genau. Du bist für uns nicht existent, bis deine Mission beendet ist. Um nicht noch mehr Aufsehen zu erregen, wirst du hier allein arbeiten. Masters bleibt bei Wilkes. Wir haben den Timer auf deinem Opsat mit einer Pause des Lüftungssystems synchronisiert. Du hast nur begrenzte Zeit zum Zutritt.“

Geduckt lief Sam auf das Gebäude zu und schlich zum Maschendrahtzaun, der sich links vom Haupteingang befand. Er kletterte hinüber und erklomm den großen Kasten eines Generators.
Von dort sprang er auf den kleinen Mauervorsprung an der Wand und dann zur Ventilatorenöffnung herüber. Er schob das Fenster in die Höhe und kroch hinein, unter den großen Flügeln des Ventilators durch. Er erreichte ein breites Gitter und schlich zu dem Gang hinüber. In diesem Moment setzte der Ventilator wieder ein und begann zu laufen. Sam sah einen einzelnen Wachmann, der sich gerade wieder auf seine Runde begab. Schnell schwang er sich von dem Gitter herunter, kletterte über das Gittertor und folgte dem Mann in den breiten Kellerflur. Er sah, wie der Mann das Ende des Flurs erreichte, sich noch einmal prüfend umsah und dann zurück kam, in seine Richtung. Sam presste sich an die Wand, in der dunklen Ecke war er kaum auszumachen. Die Wache ging vorbei ohne ihn zu bemerken.  Sam ging er vorsichtig den Flur hinunter. Am Ende des Flurs war eine Sicherheitskamera. Sam wartete bis die Kamera umschwenkte und huschte schnell vorbei. Leise schlich er die Treppe hinauf.

Oben konnte er eine weitere Wache sehen, der Mann hatte ihm den Rücken zugewandt.  Ein schneller Hieb und die Wache war neutralisiert. Sam ging die Treppe hinunter. In dem Gang vor ihm patrouillierte eine weitere Wache. Sam wartete bis er sich am Ende des Ganges befand. Dann schlich er durch eine Tür nahe der Treppe in ein Büro. Er durchquerte den Raum und lugte vorsichtig um die Ecke. Er befand sich jetzt im hinteren Teil der Eingangshalle in der 2 weitere Wachen ihre Runden drehten, eine weitere befand sich im Raum gegenüber. Leise schlich er weiter nach hinten und kam zu einer weiteren Halle. Eine Wache stand neben den Aufzügen, rechts war eine Trennwand aufgestellt, ein Agent stand in der Mitte der Halle und telefonierte mit seinem Handy. Der Agent beendete das Gespräch, begab sich zum Aufzug und fuhr nach oben. Vorsichtig schlich Sam näher. Die Wache stand voll im Licht und mit dem Rücken zur Wand, was ein anschleichen unmöglich machte. „Ich muss ihn irgendwie ablenken !“ dachte Sam. Er sah sich um. „Ja, das wird gehen !“ Sam sah ein paar Meter entfernt eine leere Coladose liegen. „Ts, ts, ts……haben die hier noch nie was von Mülleimern gehört ?“ Sam griff sich die Coladose und schlich zu der Wache zurück. Er holte aus und warf die Dose dem Mann vor die Füße. Scheppernd fiel sie zu Boden. „Hey ! Wer ist da ?“ rief der Mann, griff nach seiner Waffe und ging in die Mitte des Raumes. Er sah sich um, doch er konnte niemanden sehen. Geduckt schlich Sam sich an die Wache heran, packte den Mann von hinten und würgte ihn, bis er bewusstlos wurde. Er schleifte ihn ins dunkel hinter die Trennwand und legte ihn dort ab. Dann begab er sich zum Aufzug und fuhr nach unten.

Als er den Aufzug verließ, meldete sich Lambert wieder. „Unser Mann dort sagt, das deine F 2000 an ihrem Platz ist. Du kannst sie dir im Lagerraum hinter dem Notstromaggregat abholen. Wir geben dir eine Waffe, lass sie aber im Holster. Ein Toter innerhalb der Agentur und deine Mission ist beendet.“ Sam schlich sich den Flur entlang und kam zu einer Kreuzung. Der Gang führte einmal nach links und nach rechts. Sam warf einen Blick auf sein Opsat mit dem Lageplan des CIA Gebäudes. Nach links ging es zum Überwachungsraum, da sollte er sich besser nicht blicken lassen. Also bog er nach rechts ab, da sah er auch schon die hell erleuchteten Fenster des Überwachungsraumes. Dort befanden sich die Monitore der Sicherheitskameras, die das Areal überwachten. Ein Wachmann stand vorn am Fenster und sah auf den Gang hinaus. Geduckt schlich Sam unter dem Fenster vorbei.  Etwas weiter vorn war ein Büro mit einem weiteren Agenten. Ein Techniker war auf dem Flur und arbeitete an der Tür zum Technikraum. Dieser war mit einem Zahlenschloss gesichert, das jedoch noch nicht richtig funktionierte, weil der Techniker noch daran arbeitete. Deshalb konnte Sam sein Opsat hier nicht benutzen.  „Grim ?“ sagte Sam leise. „Hab’s schon gesehen.....Moment. Es ist sehr schwierig sich in das System des CIA  zu hacken“ gab Grim zurück. „Jetzt hab ich`s...... 7687.“ „Was würde ich nur ohne dich machen ?“ meinte Sam. „Du müsstest lernen durch Wände zu gehen“ sagte Anna spöttisch. Sam wartete bis der Techniker kurz im Nebenraum verschwand, vermutlich um ein Teil oder Werkzeug zu holen, dann schlich er zur Tür und gab den Code ein. Er befand sich jetzt im Generatorenraum. Auch hier hielten sich 2 Agenten auf. Sam drückte den Lichtschalter und schaltete sein Nachtsichtgerät ein. „Hey !  Du Idiot ! Warum machst du das Licht aus ?“ schimpfte der eine mit seinem Kollegen. „Ich war das nicht....“ meinte der andere. Leise schlich Sam an ihnen vorbei und aus dem Raum. Noch bevor einer von ihnen das Licht wieder einschalten konnte, war Sam draußen und die Treppe hinauf.

Hier war der Lagerraum. Sam sah sich um. „Ah da....."Dort lag sein SC 20, zusammen mit ein paar Betäubungsgeschossen und einer Haftkamera. Er nahm alles an sich und schlich hinaus auf den nächsten Flur. Sam kam an einem Aufenthaltsraum vorbei, wo ein hell erleuchteter Getränkeautomat stand.  „Gegen eine kalte Limo hätte ich jetzt nichts einzuwenden“dachte Sam. Leider hielt sich dort ein weiterer CIA Mitarbeiter auf, der telefonierte. Sam ging weiter den Flur hinunter.  Vor ihm zu seiner linken befand sich eine Glastür, rechts lagen einige Büros.  „Fisher, dem GPS zufolge bist du in der Nähe des Servers“ meldete sich Lambert. Grimsdottier wartet und wird das Leck verfolgen, sobald du uns Zugriff verschafft hast."

Ein Mitarbeiter lief bei den Büros herum, eine Wache befand sich auf dem Flur vor ihm. Sam wartete ab, bis die Wache außer Sicht war und der andere Mann sich entfernte. Dann schlich er durch die Glastür, durch den Gang zur Tür mit dem Zahlenschloss. Sam hackte sich in das Schloss ein.  Die Tür ließ sich öffnen. Sam ging durch den Raum und schlich die Treppe hinunter, als ihm ein Mann entgegenkam. Sam duckte sich und wartete. „Das brauche ich am meisten in meinem Job....Geduld“ dachte Sam. Der Mann näherte sich ihm, war fast auf gleicher Höhe und......Zack !!....schnellte Sam`s Arm hoch und verpasste dem Kerl einen erstklassigen Kinnhaken. Ausgeknockt sackte er zusammen. Sam schleifte ihn zur Seite und legte ihn ab. Sam schlich weiter und sah vorsichtig um die Ecke. Vor ihm, in der Halle, befand sich ein Mechaniker. Er hatte ihm den Rücken zugewandt  und arbeitete an ein paar Kabeln.
Sam näherte sich ihm und bevor der arme Kerl begriffen hatte, wie ihm geschah, ging er auch schon K.O. Auch ihn zog Sam ins dunkel, dann ging er zurück in die Halle und an den Computer des Servers.

„Lambert ? Kann losgehen“ sagte er.  „Gut. Grim ?“ meldete sich Lambert. „Bin drin“ bestätigte Grim. „Ja....da. Das Leck ist ein PC der unteren Sicherheitsstufe. Registriert auf einen Mitchell Dougherty.“ „Großartig. Doughertys PC ist dein neues Missionsziel. Ich sende dir die Details auf das Opsat“ bestätigte Lambert. Sam begab sich wieder nach oben, zurück auf den Hauptflur. Am Ende vom Flur war ein Wachbüro. Dahinter lag eine große Halle. „Verdammt ,jede Menge Lampen und Sicherheitskameras !“So ungern Sam es zugab, aber ein wenig vermisste er Carrie. Er hätte sie hier gut brauchen können. Doch er musste die Dinge nehmen, wie sie waren. Zuerst musste er die Wache ausschalten. Er nahm das SC 20 und legte einen Taser ein. „Verzeihung....“ dachte Sam und drückte ab. Mit einem leisen Aufschrei ging der Mann zuckend zu Boden. Elegant schwang sich Sam über das Fenstersims, legte den Mann in eine Ecke und schaltete das Licht aus. Dann schlich er zur Halle rüber. Er nahm das Gewehr und schoss der Reihe nach die Lampen auf der rechten Seite aus. Diese lag jetzt im dunkeln und Sam konnte durch die Halle schleichen ohne von den Kameras erfasst zu werden.

Hinter der Halle ging der Flur weiter. Links befand sich ein weiteres Büro, doch Sam schlich vorüber ohne bemerkt zu werden. Am Ende des Flurs führte eine Treppe nach unten. Dort war eine weitere Sicherheitskamera und ein Zahlenschloss. Sam schoss wieder das Licht aus, dann hackte er sich in das Schloss. Er gab den Code ein und öffnete die Tür. Hier befand sich ein weiteres Büro, auch dieser Mitarbeiter telefonierte. „Herrje, arbeiten die hier auch mal ?“ dachte Sam und schmunzelte. Er schlich vorbei, im nächsten Raum befand sich ein Schießstand. Die Tür zu den Aufzügen war verschlossen, doch mit den Dietrichen hatte Sam sie in wenigen Sekunden auf. Erging zum Aufzug und drückte den Rufknopf. Er betrat den Aufzug und fuhr in den 5. Stock.

Er verließ den Aufzug und ging den Flur entlang. „Da meldete sich Lambert wieder: „Ich habe dir Doughertys Akte geschickt. Er ist bei der Informationsbeschaffung, Büro 508.“ „Was soll ich mit Dougherty machen ?“ wollte Sam wissen. „Bleib weg von ihm“ befahl Lambert. „Wir melden uns, sobald wir mehr über ihn wissen.“ Die nächste Tür führte zum Datenraum. Hier waren mehrere Tape – Kästen zum Abspielen und analysieren von Tonbändern. 3 Männer hielten sich dort auf. Im Halbdunkel schlich Sam hinter die Konsolen her und kam so ungesehen vorbei zum anderen Ende des Raumes. Die Tür stand offen und der nächste Raum war angefüllt mit mehreren Schreibtischen. Dahinter lagen 2 verschlossene Büros. Das linke hatte die Nr. 508. Er sah wie Dougherty das Büro verließ und den Gang herunterging. Sam ging auf die Tür zu und drehte am Türknauf, sie war nicht verschlossen. Er trat ein und schaltete das Licht aus, dann widmete er sich Doughertys Computer. „Gut gemacht, Fisher ! Wie läuft`s Grim ?“ fragte Lambert. „Bin dabei......Vom System her sieht es nach einer Arbeit von Phillip Masse aus, wechsele den Server.......Servkalina_va. .........Das ist.....das Kalinatekgebäude. Oh Mist ! Die haben mich entdeckt......die fahren das........“ „Wir melden uns“ unterbrach Lambert. Es dauerte ein paar Sekunden dann sprach Lambert wieder: „Fisher, du musst Dougherty für uns kidnappen.“ „Was ist mit Grimsdottier ?“ fragte Sam.  „Wir kümmern uns darum, kümmere du dich um Dougherty. Warte bis er Zigarettenpause macht. Das wird deinen Angriff erleichtern. Details auf dem Opsat.“

Sam verließ das Büro und folgte dem Weg, den Dougherty genommen hatte. Dann hatte er jedoch ein Problem. Am Ende des Flurs saß eine Wache.„Zum Anschleichen ist es zu hell und wenn ich die Lampe ausschieße, wird er es hören. Ich muss mir einen anderen Weg suchen !“Sam sah sich um. Links von ihm lag ein großer Besprechungsraum, wo sich mehrere Mitarbeiter aufhielten. Einer führte eine Diashow vor und hielt anscheinend einen Bericht darüber. Der Raum war dunkel. Sam schlich hinein und bahnte sich einen Weg durch die Sitzreihen. Auf der rechten Seite des Raumes war eine weitere Tür. „Wenn mich nicht alles täuscht, führt die raus auf den anderen Gang“ dachte Sam. Er ging vorsichtig weiter und versuchte die Tür zu öffnen. „Abgeschlossen.“ Also wieder die Dietriche. Sam hoffte das der Kerl noch eine Weile seinen Vortrag hielt. „Wenn die das Licht wieder anmachen, bin ich dran“ dachte Sam. Ein letztes Klick, die Tür ließ sich öffnen. Leise schlich er hinaus. Er sah nach links und erkannte Dougherty, wie er durch die nächste Tür verschwand. Sam ging ihm nach. Wieder ein Zahlenschloss. Wieder Hacken mit dem Opsat. Hinter der Tür befand sich ein weiterer kurzer Flur, dahinter lag der „Raucherraum“ mit einer Tür nach draußen.

Sam öffnete leise die Tür und stand dann direkt hinter Dougherty. „Er war versucht „Hu, hu“ zu rufen, ließ es aber bleiben. So schlug er einfach zu und Dougherty sackte in die Knie. „Wilkes wartet bereits auf dich. Bei ihm ist Spezialagent Baxter, ein Verhörexperte. Die beiden haben hinter dem Laden einen Laster geparkt“ sagte Lambert. Draußen schlich aber noch eine Wache herum. Doch es war sehr dunkel und es regnete immer noch stark. Für Sam war es kein Problem,  an den Mann heranzukommen und ihn ins Reich der Träume zu schicken. Nett wie er war, nahm er den Wachmann mit ins trockene und legte ihn neben Dougherty ab. Dann nahm er Dougherty auf die Schultern. „Oh, Mann, der Kerl ist nicht gerade ein Leichtgewicht“ dachte Sam. Er ging hinaus über den Platz und eine Metalltreppe herunter.

Er folgte dem Weg und ging eine weitere Treppe hinunter, als sich Lambert noch einmal meldete: „Es gibt weitere Komplikationen. Irgendein CIA Sicherheitsfuzzi labert Wilkes und Baxter zu.“  „Wie hat er sie entdeckt ?“ fragte Sam. „Sie hatten sich nicht versteckt“ widersprach Lambert. „NSA Anwesenheit ist in Langley legitim.“ „Hmmm.......das einzige Problem sind Dougherty und ich.......“ begriff Sam. „Genau. Ein Spezialagent – Ninja mit einem bewusstlosen Büroaffen auf der Schulter, dürfte recht irritierend wirken. Bleib unentdeckt“ befahl Lambert. Sam öffnete die Tür und ging ins nächste Gebäude. Er folgte der Metalltreppe nach unten und hörte Schritte. Leise legte er Dougherty ab. Er schlich nach vorn und sah um die Ecke. Vor sich sah er einen Mechaniker, ein Wachmann befand sich ebenfalls im Raum. Leise schlich sich Sam an den Mechaniker an und zerrte ihn ins dunkel, doch der Wachmann hatte ihn gehört. „Wer ist da ?“ rief er. Schnell schlug Sam den Mechaniker nieder und duckte sich. Der Wachmann ging an ihm vorbei und sah den bewusstlosen Mechaniker. Er wollte sich gerade umwenden, um Alarm zu schlagen, da traf ihn Sam mit dem Ellenbogen im Gesicht. Der Kerl fiel wie ein Baum auf den Rücken. „Hey ! Was ist da oben los ?“ hörte Sam eine weitere Stimme. Schnell schlich er hinter die Tür. Jemand kam von draußen die Treppe hoch. Sam nahm die F2000 und einen Taser. Der Wachmann kam mit gezogener Waffe herein, als der Taser ihn traf. Sofort sackte er zusammen.  Jetzt ging Sam zurück und nahm Dougherty wieder hoch. Er ging durch den Raum und die Treppe ins freie herunter. Er folgte dem Weg um die Hausecke, da hörte er es: „Patsch, patsch, patsch.....“ Vor ihm befand sich noch ein Wachposten. Wieder musste er Dougherty ablegen. Er sah in seine Tasche, er hatte noch einen Taser. Er legte ihn ein und wartete, bis der Wachmann zurück kam und auf ihn zuging. „Aaahhh....“ stöhnte der Mann leise und wurde bewusstlos. „Und weiter....“

Dougherty holen, die Treppen runter und geradeaus zum Tor. Von weitem konnte er den Laster sehen, Wilkes und Baxter standen am Heck, während Carrie nicht zu sehen war. Der Mann vom CIA wandte Sam den Rücken zu. „Ich kann nicht einfach mit Dougherty an ihm vorbei spazieren !“ dachte Sam. Wieder ließ er ihn runter und schlich näher. Er hob einen Stein auf und warf ihn gegen einen Container, der in der Nähe stand. Sofort fuhr der Wachmann herum. „Ich weiß, das da jemand ist ! Kommen sie raus !“ Er zog seine Waffe und kam auf Sam zu. Wilkes reckte den Kopf, doch der Wachmann verschwand aus seinem Blickfeld. Ein paar Sekunden später hörte man nur ein unterdrücktes: „ Wüüürghhh !!“ Dann tauchte Sam auf, mit Dougherty auf dem Rücken. „Mann ich dachte der geht nie weg“ meinte Wilkes. „Ist das dein Kumpel ?“ fragte Baxter. „Ja, das ist er“ bestätigte Wilkes. „Schön euch zu sehen“ sagte Sam. „Und das muss Dougherty sein“ vermutete Baxter. „Er gehört dir“ meinte Sam gönnerhaft. „Wir gehen nirgendwo hin, bis du mir Dougherty gegeben hast“ sagte Baxter. Als Antwort legte Sam ihm den Mann vor die Füße.
„Hat Lambert dir von Sarah erzählt ?“ fragte Wilkes. „Nein“ entgegnete Sam neugierig. „Es geht ihr gut. Der Blackout hat sie erschreckt, aber es geht ihr gut.“
„Aaahhh....“ atmete Sam erleichtert auf. „Keine Zeit für Emotionen. Verschwinden wir“ meinte Wilkes. „Danke Wilkes“ sagte Sam. In diesem Moment ging die Beifahrertür auf und Carrie sprang heraus. „Alles klar ?“ fragte sie. „Ja“ antwortete Sam. „Aber so schnell möchte ich da nicht wieder einbrechen müssen. Bei dem Tumult, der nach heute Nacht dort ausbrechen wird, die werden die Sicherheitsmaßnahmen erst mal extrem erhöhen“ witzelte Sam. „Wie viele Kerle hast du bewusstlos zurück gelassen ?“ wollte Carrie wissen. „Frag nicht“ antwortete Sam knapp und beide grinsten.  



Kalinatek Gebäude,  Langley, Virginia – USA, 1.11.2004 – 1.24 Uhr


Sam und Carrie kletterten über das Gittertor und befanden sich nun im Parkhaus des Gebäudes. „Fisher, euer Ziel ist ein Mann namens Ivan. Nachdem Grim in Kalinateks Server eingedrungen war, sind Nikoladzes Männer nervös geworden. Sie haben begonnen Spuren zu beseitigen, zu denen sie anscheinend auch Ivan und seine Kameraden zählen“ berichtete Lambert. „Wer ist Ivan ?“ wollte Sam wissen. „Einer von Nikoatzes Spinnern, ein Programmierer.“ „Sie töten ihre eigenen Leute ?“ fragte Sam. „Sieht ganz so aus. Hoffentlich findet ihr Ivan bevor sie es tun. Details auf deinem Opsat.“ Wilkes befand sich auf der anderen Seite des Gittertores. „Näher können wir nicht ran. Sicher das du den Ablauf verstanden hast ? Die letzten Minuten machen mich immer so nervös“ meinte Wilkes. „Es wird schon klappen.“ „Schön vorsichtig sein, ja ?“ meinte Wilkes noch. „Eine Mutter reicht mir, Wilkes“ sagte Sam ironisch. Der nickte nur mit dem Kopf und ging zurück zum Transporter. „Na, dann......aufgeht´s“ meinte Sam und nickte Carrie zu. Sie schlichen durch das Parkhaus. „Warte.....“ sagte Sam leise und sie gingen hinter einem Van in Deckung.

Vor ihnen waren 2 Wachleute aufgetaucht. „O.K. ich übernehme den linken, erledige du den anderen.“ Carrie zog ihr SC 20 von der Schulter und legte an. Der Zoom ging bis zur 4 – fachen Vergrößerung und sie sah den Kerl genau vor sich. Neben ihr peitschte ein Schuss auf. Der Wachmann fuhr noch herum, da drückte sie ab und er ging mit einem Kopfschuss zu Boden. Sam hatte den anderen erwischt. Sie zogen die Leichen zur Seite und schoben sie unter den Wagen. „Los weiter“ befahl Sam. Sie gingen ins Treppenhaus und schlichen eine Etage höher. Hier befanden sich gleich 3 Wachmänner. Sam ging auf Nummer sicher. Er zog eine Splittergranate aus der Tasche. Carrie lief die Treppe wieder herunter, in Deckung. Geduckt schlich Sam zurück, zog den Stift, warf die Granate im weiten Bogen durch die Türöffnung und lief sofort in Deckung. Er hörte noch wie einer der Männer rief: „Was zum.......“ da explodierte der Sprengkörper auch schon. Schreie gellten durch die Etage.  Das Fahrzeug, das direkt neben den Männern stand, explodierte ebenfalls. Vorsichtig schlichen die beiden wieder hoch. Die Überreste des Wagens standen hell in Flammen, von ihren 3 Gegnern war nicht mehr viel zu erkennen.  Ohne noch einmal hinzusehen ging Sam vorbei und zu ein Fenster.
„Da müssen wir rüber“ sagte er und deutete zum Gebäude auf der anderen Seite. „Vor dem Fenster stand ein großer Baukran, an dem ein Block mit Steinen hing. „Wir springen da rüber und hangeln uns bis zu dem Glasgang, der über die Straße führt“ meinte Sam. „Alles klar, Boss....“ entgegnete Carrie. Sam sah sie einen Moment genervt an, grinste dann aber. „Lass die Scherze, los jetzt......“

Er machte den Anfang, nahm Anlauf und sprang auf die Steine.
An einem Metallrohr hangelte er sich dann über den Glasgang und ließ sich fallen. Carrie blieb dicht hinter ihm. Unter ihnen war niemand zu sehen. „So weit, so gut....“ dachte Sam. Er nahm seine Pistole und feuerte auf das Glas, das klirrend zersprang. Schnell sprangen sie nach unten. Sam schoss die Lampen in unmittelbarer Nähe aus, so das es stockdunkel wurde. Da kam ein Mann mit Maschinengewehr auf sie zu. Er trat hinaus in den Glasgang und sah, das der hintere Teil im dunkeln lag. „Was war denn das ?“ wunderte er sich, nahm die Waffe hoch und ging weiter. Er hatte die beiden Kommandoeinheiten noch nicht gesehen und das würde er auch nicht mehr. Sam zog sein Messer und sprang auf den Mann zu. Noch ehe er begriff, was los war, hatte Sam ihm schon die Kehle durchgeschnitten. Mit gurgelndem Stöhnen fiel der Mann hin und rührte sich nicht mehr. Sie verließen den Glasgang und traten ins Gebäude. Vor ihnen waren 2 Metalldetektoren. Dort konnten sie nicht lang, wenn sie die Waffen behalten wollten. Rechts war eine Tür mit Zahlenschloss. Diesmal hackte sich Carrie ein, während Sam den Gang im Auge behielt. Carrie öffnete die Tür, dahinter lag ein Büro. Sie durchquerten das Zimmer und kamen in einen zweiten Raum, einen Generatorenraum. Von draußen vom Gang waren Stimmen zu vernehmen. Leider war nicht auszumachen, wie viele es waren. Sam schlich zur Tür und benutzte die flexible Optik, um in den Gang zu blicken. Er drehte sich zu Carrie um und hielt 2 Finger hoch. „Zwei also....wenn die uns entdecken und Alarm schlagen, dürften es sehr schnell mehr werden“ dachte Carrie.

Sam sah sich um und zeigte auf einen Lüftungsschacht. Carrie sprang hoch und zog sich hinein, Sam dicht hinter sich. Der Schacht führte am Flur vorbei, knickte dann nach rechts ab und endete in eine Art Warteraum. Sie hatten sich gerade aus dem Schacht herausgezwängt, als Schüsse zu hören waren. Schnell schossen sie die Lampen aus und sahen hinaus auf den Flur. Zwei Männer verfolgten zwei Programmierer. Der vordere lief geradeaus auf den Warteraum zu, als eine Kugel ihn in den Rücken traf. Der zweite rannte in ein Büro, wo er von dem anderen Mann  niedergeschossen wurde. Der erste Söldner platzierte noch eine Haftmine im Flur. Er sprach noch kurz mit dem anderen, dann ging er wieder nach hinten. Der zweite Söldner jedoch kam auf den Wachraum zu.  Als er sah, das der Raum völlig im dunkeln lag, wurde er misstrauisch und rief nach seinem Kollegen. Sam nickte Carrie zu und lief zur Tür. Er riss sie auf und feuerte sofort los.
Der erste Söldner ging getroffen zu Boden, der zweite warf sich in Deckung. Carrie schoss das Licht im Flur aus, als ein dritter den Gang entlanggelaufen kam.
„Halt ! Du Idiot !“ rief ihm der andere zu, doch es war zu spät. Er geriet in den Sensorbereich der Haftmine, die schnell zu piepsen anfing, um im nächsten Moment zu explodieren. Die Söldner wurden von ihrer eigenen Mine erledigt. „Los, schnell weiter“ flüsterte Sam. Sie liefen den Gang entlang, der an einem Aufzug endete. Dieser war jedoch defekt. Sam kletterte in die Kabine und öffnete die Notluke. Er zog sich rauf aufs Dach und half dann Carrie. Sie kletterten die Seile hoch in die nächsthöhere Etage.

„Wir haben noch etwas aus Ivan herausgekitzelt“ meldete Lambert. „Auf der 3. Etage ist noch eine Gruppe von Programmierern am Leben“ bestätigte Grim. „Sie sitzen hinter einem Wall aus Haftminen fest“ sagte Lambert. „Glaubst du sie verfügen über Codeschlüssel ?“ fragte Sam. „Wäre einen Versuch wert“ meinte Lambert. Sie sprangen aus dem Aufzugsschacht und gingen den Flur hinunter, als wieder Schüsse aufpeitschten.Zwei Söldner befanden sich im Büro nebenan und feuerten auf die Computer. Sie schienen einen Heidenspaß zu haben und lachten. Sam gab Carrie ein Zeichen, sie solle ihm schnell folgen. Sie spurteten den Gang entlang, zur Bürotür, die weit offen stand. Durch die Schießerei konnten die Söldner sie nicht hören, jetzt hatten sie die beiden NSA Agenten im Rücken, die ihren Vorteil ausnutzten und die Söldner erschossen, bevor sie die beiden bemerkten. Carrie und Sam liefen weiter. Sie kamen zu mehreren Büros, die teilweise brannten. In einem Büro links konnte Sam die Programmierer sehen, die sich ängstlich in eine Ecke drückten, links und rechts von Haftminen eingerahmt. In diesem Moment tauchten zwei weitere Söldner auf. Völlig überrascht starrten sie die Gegner eine Sekunde an, als sie jedoch zu ihren Waffen greifen wollten, feuerten Sam und Carrie schon los. Sie warteten einen Moment lang ab, bis sie sicher waren, das niemand die Schüsse gehört hatte, dann sahen sie nach den Programmierern. Beide nahmen sich je eine Haftmine vor und entschärften sie. Dann  wandte sich Sam an einen der Männer. „Ich brauche einen Codeschlüssel.“ „Wir haben keinen“ war die Antwort. „Warum sollte ich das glauben ?“ fragte Sam. „Es gibt eine Bombe !“ unterbrach der Mann ihn. „Was ?“ fragte Sam verwirrt. „Speznatz haben sie gelegt, um die Datenarchive zu zerstören. Wenn sie explodiert, fliegen die Gasleitungen und das Gebäude in die Luft !“ „Wie komme ich dorthin ?“ wollte Sam wissen. „Sie brauchen den Schlüsselcode für die Tür. Ich glaube er lautet 33575.“ Sofort wandte Sam sich um und lief los, Carrie dicht  hinter ihm.

„Grim hat sich die Gebäudedaten angesehen. Die Geschichte mit der Gasleitung hält uns auf“ sagte Lambert. „Sind schon auf dem Weg“ sagte Sam. „Beeilt euch. Ihr habt nicht viel Zeit.“ Sam gab den Code an der Tür ein. Er riss sie auf und..........Verdammt !! Sam hörte das Piepsen mehrerer Haftminen. „Auf welche Zeit ist der Timer der Bombe eingestellt ? Wie viel Zeit ist bereits abgelaufen ?“Diese Gedanken schossen Sam durch den Kopf. Aber sie durften nicht rennen, sonst würden die Haftminen losgehen und zum entschärfen war auch keine Zeit. Zudem versperrte ihnen das Feuer den direkten Weg durch den Flur. Sie mussten sich im Zickzack durch die Büroräume schlängeln. Diese waren verwüstet, überall lagen die Toten Programmierer herum. In der Nähe der Türrahmen waren überall Minen angebracht. Sie mussten durch 3 Büros, dann konnten sie zurück auf den Flur. Sam drehte den Türknauf von der Tür der Datenarchive. Verschlossen ! Sam zog die Dietriche heraus. Hektisch bearbeitete er das Schloss. Nach wertvollen Sekunden öffnete sich endlich die Tür. Er machte Carrie mit der Hand ein Zeichen, sie möge zurückbleiben. Besorgt sah Carrie ihm nach. Auch im Datenarchiv wütete ein Feuer. Sam sah die Bombe, sie war auf der gegenüberliegenden Wand befestigt. Um dort hin zu kommen, gab es nur eine Möglichkeit. Er musste über einen Aktenschrank klettern. Die Hitze raubte ihm den Atem, schnell sprang er auf der anderen Seite herunter. Sam sah sich die Bombe genau an, ein Timer war nicht zu sehen. Aber soweit er sehen konnte auch keine Falle. Die Bombe war einfach gestrickt, ein Kabel zur Batterie, eines zum Sprengstoff. Sam durchtrennte beide Kabel und das Piepsen der Bombe brach ab. Erleichtert atmete er auf.

„Gute Arbeit Fisher ! lobte Lambert. „Hätte ins Auge gehen können !“ „Die Sache hat einen Haken“ sagte Grim. „Ich habe mich in die Energiesysteme gehackt. Irgend jemand hat die Stromzufuhr der Feuerschutztür unterbrochen.“ „Du wirst die Türen also nicht öffnen können, bis du die Quelle der Störung gefunden hast. Details auf dem Opsat“ schloss Lambert. Sie gingen den Flur entlang zu einem großen Theatersaal. Ein Posten stand oben in der Loge, der zweite auf dem Treppenabsatz zum großen Saal. Sam sah Carrie an und nickte nach unten, dann schlich er nach links. Carrie nahm sich wie befohlen den anderen vor. Sie packte den Mann von hinten, hielt ihm den Mund zu und rammte ihm das Messer in den Rücken. Der Russe bäumte sich noch einmal auf, dann ging er zu Boden. Sam hatte inzwischen den anderen im Würgegriff. „Wie viele von euch halten sich hier auf ?“ fragte er. „Du kannst mich mal Bastard.......Aaahhh !“ „Falsche Antwort !“ erwiderte Sam. Immer noch schwieg der Mann. Erneut erhöhte Sam den Druck.....“Wird’s bald ......?“ Sam wurde ungeduldig. „Unten im Keller sind 3 Mann, im Stockwerk über uns 3 oder 4, wie viele sich oben auf dem Dach aufhalten......weiß ich nicht.“ „Danke für die Auskunft“ sagte Sam höflich und schlug seinen Gegner nieder. Sie gingen durch den Saal und die Treppe zum Keller hinunter.

Sam lugte um die Ecke, da sah er die 3 Russen schon heranstürmen.  „Los !“ rief er Carrie zu und fing an zu feuern. Carrie warf sich zu Boden und schoss von ]dort aus. Die 3 Speznas wollten noch in Deckung gehen, aber es war zu spät, tödlich getroffen fielen sie übereinander. Carrie erhob sich und Sam spurtete den Gang entlang. Am Ende fand er den Schalter für die Stromunterbrechung und legte ihn wieder um. „So weit so gut....“ meinte Sam. „Jetzt müssen wir nur noch den Terminal finden....“ Sie gingen zurück in den Saal, dort war inzwischen ein weiterer Speznas aufgetaucht, der sich in der Loge befand. Sam visierte ihn an und streckte ihn mit einem Kopfschuss nieder. „Wir müssen uns beeilen. Wenn die Russen Ivan vor uns finden.....“ Carrie nickte. Sam brauchte es nicht auszusprechen. Lambert würde ihnen die Hölle heißmachen. Der zweite Ausgang des Saals war mit einem Zahlenschloss gesichert, was jedoch kein großes Problem darstellte. Sie traten durch die Tür in ein großes Treppenhaus, das zu den Büroräumen führte. Wie Schatten huschten sie hinauf. Sie schlichen den Flur entlang, da kamen ihnen 2 Wachleute entgegen. Sie sahen die Eindringlinge und gingen in Deckung. Für ein langes Feuergefecht blieb keine Zeit, Sam nahm eine Splittergranate und schleuderte sie nach vorn. Mit einem lauten Knall wurden die Russen nach vorn geschleudert. Der eine blieb verletzt bewusstlos liegen, der andere war sofort tot. „Los weiter...Beeilung !“ rief Sam. Sie liefen an den Büros vorbei, um die Ecke......und Sam stieß beinahe mit einem weiteren Russen zusammen. Bevor der sich von seiner Überraschung erholt hatte, steckte Sams Messer schon in seiner Brust. Sam warf ihn zu Boden und eilte weiter. Er verlangsamte sein Tempo und wies nach links, wo ein Mann an einem Computer stand und nach seinem Kumpanen rief. „Bollod ! Hörst du mich ? Bollod ! Ich habe etwas gefunden ! Ein Computer mit einem geöffneten Fenster auf dem Feuerschutzsystem steht ! Bollod ! Bist du da ?......Zwecklos.....“ Sam schlich von hinten an den Mann heran und versetzte ihm einen heftigen Schlag. Dann wandte er sich dem Computer zu.

„Gut gemacht Fisher !“ meldete sich Lambert. „Durch das Öffnen der Türen hast du euch, aber auch den Russen den Weg zu Ivan freigemacht. Ihr müsst unbedingt als erste bei ihm sein !“ Sam und Carrie liefen durch die geöffnete Feuerschutztür in den Flur, als Lambert sich erneut meldete. „Missionsupdate..... Um unsere Ärsche abzusichern haben wir das FBI eingeweiht. Wir werden ihnen Ivan überlassen.“ „Und was sollen wir dann hier ?“ fragte Sam. „Ivan ist Techniker, alles was wir brauchen um Nikoladze zu finden ist Ivans Codeschlüssel. Holt ihn und wir sind fein raus.“ Sie erreichten die obere Etage. Sam öffnete die Tür, als noch 2 Speznas um die Ecke kamen. Sie hatten die NSA Agenten nicht bemerkt. Der eine ging hinter dem Empfang in Stellung, der andere ging in den Gang zurück, aus dem er gekommen war. Sie schlichen an der ersten Wache vorbei und folgten dem anderen. Der war aufs Klo gegangen und stand nun vor der Schüssel, um zu pinkeln. Doch bevor er sein „Geschäft“ beenden konnte traf ihn Sams Faust. „Auf dem Flur ist ein Feuer, da kommen wir nicht durch“ meldete Carrie. Sam hob die Hand und Carrie verstummte. Sam lauschte. Er hörte leise Stimmen, sie kamen aus dem Lüftungsschacht über ihnen. Vermutlich vom Raum nebenan. „Da lang“ sagte Sam und zog sich in den Schacht. Er war ein paar Meter durchgekrochen, als er die Stimmen deutlicher hören konnte: „Mit wem sprichst du ?“ „Ich.....“ „Ich will wissen mit wem du da redest.“ „Bitte nicht !“ „Sag mir wer !“ „Hier...“ „Ich will das verdammte Telefon nicht, ich will das du mir sagst, mit wem du da redest.“ „Ich weiß nicht, ich dachte es seien die Bullen aber.....“ „Mit wem hast du gesprochen ?“ „Ich weiß nicht...“ „Du hast 5 Sekunden, um mir den Namen zu sagen Abschaum.“ Sam wusste, er musste sich beeilen. Wenn der Programmierer, den der Speznas erschießen wollte Ivan war......“ Er kroch schneller, auch auf die Gefahr hin gehört zu werden. Jetzt konnte er in den Waschraum sehen. Er zog seine Pistole. „....5.......4........“ da traf Sams Schuss den Russen in den Kopf. Der Programmierer zuckte zusammen und ging in Deckung.

Sam schwang sich aus dem Schacht und ging auf den Mann zu, während Carrie sich noch herausschlängelte.  „Bist du Ivan ?“ fragte Sam. „Ich.....ja....“ sagte der Mann und erhob sich. „Sind sie Amerikaner ? Polizei ?“ „Ja und nein. Die Polizei ist auf dem Weg. Bis dahin bin ich dein einziger Freund, aber kein sehr enger“ flachste Sam. „Wir müssen gehen ! Schnell ! Sie werden uns finden !“ „Das ist nicht meine Aufgabe. Ich will deinen Codeschlüssel.“ „So war das nicht abgemacht !“ protestierte Ivan. „Die Abmachung steht, man wird dich lebend finden, aber zuerst will ich den Codeschlüssel.“ „Das ist nicht, was ich mit der Frau am Telefon abgemacht habe !“ wiederholte Ivan. „Versuche ich dir zu erzählen, wie man Zivilisten abschlachtet ? fragte Sam. „Was ?“ entgegnete Ivan verwirrt. „Das tue ich nicht, also versuche du mir nicht zu erzählen, wie ich meinen Job machen soll ! Die Polizei ist auf dem Weg und du wirst es überleben. Gib mir den Schlüssel oder ich nehme ihn !“ „Das war nicht abgemacht !“ weigerte sich Ivan immer noch. „Glaube das sagtest du bereits. Hör mal gib mir einfach nur den Schlüssel. Ich hasse es Leute zum Schreien zu bringen, davon bekomme ich nur Kopfschmerzen“ erwiderte Sam sarkastisch.  Trotz der angespannten Situation konnte Carrie sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Hier....“ gab Ivan nach und reichte Sam den Codeschlüssel. Von diesem muskelbepackten Amerikaner wollte Ivan wohl doch lieber nicht in die Mangel genommen werden. „Jetzt such dir ein gutes Versteck, bis die Polizei kommt. „Verdammt !“ schimpfte Ivan.

„Fisher ! Das wird dir gefallen !“ sagte Lambert. „Es macht mich nervös, wenn du das sagst....“ gab Sam zurück. „Die Russen sind im oberen Geschoss verteilt. Ihr werdet ein bisschen aufräumen müssen, bevor die Osprey landen und euch da rausholen kann.....“  Entnervt sah Sam Carrie an. Die zuckte nur mit den Schultern. Sie gingen zum Aufzug und fuhren hoch zum Dachgeschoss. Die Fahrstuhltüren öffneten sich und sie schlichen hinaus. Vor ihnen befanden sich 3 Speznas. Sam wollte schon eine Granate rausholen, da nahm Carrie ihr SC 20 und feuerte schnell hintereinander ein paar Schüsse ab. Erstaunt sah Sam nach vorn, die Russen sprangen auf. Er konnte gerade noch das Schild „Explosiv“ auf einem Fass erkennen, als es bereits detonierte und die 3 Speznas in einen Feuerball einhüllte. „Nicht schlecht !“ lobte Sam. „Ich hatte einen guten Lehrer“ gab Carrie zurück und Sam grinste. Sie gingen an den toten Russen vorbei, die Tür zum Nebenraum war blockiert. „Wir klettern nach oben und über die Wand“ meinte Sam und zeigte auf ein paar Kisten. Er kletterte die Kiste hinauf und zog sich hoch. Er sah sich um, konnte jedoch keine weiteren Söldner erkennen. Was nicht hieß, das dort keine waren, vielleicht weiter hinten. Sam wollte sicher gehen, er nahm die SC Pistole und schoss die Lampen in unmittelbarer Umgebung aus. Er lauschte einen Moment, ob jemand vielleicht die Schüsse gehört hatte, doch nichts war zu hören.

Also sprang er hinunter. Er ging ein paar Schritte vor und sah um die Ecke. Carrie schloss zu ihm auf. „Und ?“ fragte sie. „Alles ruhig.......O.K. gehen wir weiter. Sie setzten sich wieder in Bewegung, auf die nächste Tür zu, als sie Stimmen hörten. Sam änderte die Richtung, zusammen gingen sie hinter ein paar Kisten in Deckung. Die beiden Russen gingen vorbei. Sam nickte Carrie zu, mit einem Ruck fuhren sie hoch und feuerten. Getroffen brachen die Soldaten zusammen. „Los komm“ flüsterte er Carrie zu. Sie gingen in den nächsten Raum, als plötzlich Schüsse aufpeitschten. Jetzt wurden die beiden NSA Agenten unter Feuer genommen. „Ah !“ hörte Sam Carrie aufstöhnen. Sofort warfen sie sich in Deckung. „Carrie ! Bist du O.K ?“ rief Sam. „Nur ein Streifschuss !“  Jetzt wurde Sam sauer. „Na wartet !“ dachte er. Sam ging auf Zoom – Modus. Er suchte die vor sich liegende Halle ab. „Da !“ Sam konnte einen der Schützen sehen. Er kauerte neben der Tür im nächsten Raum. „Zeit zu gehen !“dachte Sam grimmig und drückte ab. Getroffen fiel der Schütze nach hinten. Da hörte er einen Aufschrei. Sam schwenkte herum und sah einen zweiten Schützen regungslos neben einem Gabelstapler. Den hatte Carrie wohl erledigt. „Wie viele lauern da noch ?“ fragte er sich. Vorsichtig ging er ein paar Schritte vor.„Wo stecken die Kerle ?“ In der Halle war niemand zu erkennen. Wieder hämmerten Schüsse. Sam lauschte. „Das kommt von oben !“Er hielt das SC 20 höher. Jetzt konnte er noch einen Schützen sehen. Auf einem  Dach über der Halle. „Jetzt hab ich dich !“ Er feuerte und der Kerl fiel herunter.

Sam wandte sich um und eilte zu Carrie. „Lass mal sehen ....“ „Es ist nichts.....“ Sam überhörte den Protest und sah sich ihren Arm an. Carrie hatte recht, ihr Anzug war am Oberarm an einer Stelle aufgerissen, eine dünne Blutspur war zu sehen.„Er macht sich Sorgen um mich“ dachte Carrie und ihr wurde ganz warm bei diesem Gedanken. „Machen wir das wir weiter kommen....“ meinte Carrie zu Sam und er nickte. Sie gingen durch die nächste Halle, wo die drei Russen auf sie geschossen hatten und folgten dem Flur. Am Ende war eine Treppe, sie führte nach oben. Sam schoss die Lichter aus. Leise gingen sie die Treppe hinauf. Sam sah weitere Speznas, sie gingen in Deckung. „Es sind 3“ flüsterte er Carrie zu. „Hier muss ein Nest sein“ meinte Carrie ironisch. Sam zog eine Granate aus der Tasche und schleuderte sie in den Raum. Mit einem lauten Knall ging sie hoch, darunter mischten sich die Schmerzensschreie eines Speznas. „Einer weniger !“Carrie hatte den zweiten im Visier, der darauf wartete, sie ebenfalls zu Gesicht zu bekommen, jedoch tat sie ihm den Gefallen nicht. Carrie hatte auf den Kopf gezielt, doch im letzen Moment bewegte sich der Russe und die Kugel traf tiefer, in den Hals. In einer Blutfontäne stürzte er zu Boden. Der dritte Russe heulte auf und warf ihnen irgendwelche Verwünschungen entgegen, doch so hatte Sam seine genaue Position ausgemacht. Getroffen riss der Schütze die Arme hoch und stürzte von der Brüstung hinunter, auf der er sich verschanzt hatte. Sie warteten einen Moment, doch es blieb still. Sam und Carrie liefen durch die Halle und eine weitere Treppe hoch. Sie folgten dem Gang, durch einen weiteren Raum, als Sam abrupt abstoppte. „Noch welche von der Sorte......wieder drei.....“ flüsterte er. Die Speznas hatten sie noch nicht bemerkt. Sam nahm seine letzte Granate und warf sie in den Flur.

„Aufpassen !“ rief einer der Männer und sie versuchten noch in Deckung zu gehen, doch es war zu spät. Die Granate explodierte und erwischte alle zugleich. Sam und Carrie liefen an den Leichen vorüber, als Sam die Hand hob und anhielt. Da hörte Carrie es auch: „Piep......Piep.......“  Irgendwo hier war eine Haftmine angebracht. Vorsichtig gingen sie in den nächsten Raum, als Sam Schritte hörte. Eine weitere Wache kam ihnen entgegen. Sam hob sein Gewehr und zielte auf die Mine. Als der Russe an ihr vorüber ging schoss er. Mit einem lauten Knall explodierte die Mine und der Mann wurde in einem Feuerball zu Boden geschleudert. Sie liefen weiter. Wieder kamen sie in eine große Halle. Sie schlichen um die nächste Ecke, dort standen 3 weitere Einheiten. Direkt hinter ihnen standen noch mehr Fässer mit dem Schild  „Explosiv.“ Sam zielte und feuerte drei Schüsse ab, als das erste Fass hochging und die anderen sich anschlossen. Die drei Russen hatten keine Chance. Eilig liefen sie an dem Feuer vorbei, als sie wieder Schüsse hörten. Sie kamen um die Ecke.......und sahen über sich die Osprey schweben. Die Halle unter ihnen hatte kein Dach. Sam und Carrie erblickten auf einem Gerüst vor sich 2 Speznas, die auf irgend jemanden auf dem Dach feuerten. „Beeilen wir uns !“ sagte Sam und sprang in die Halle. Er lief nach rechts und kletterte auf ein paar Kisten. Jetzt konnte er den einen Schützen sehen. Er feuerte eine Salve ab, der Mann fiel in die Halle hinunter. Jetzt bemerkte ihn der andere Russe, ließ von dem Gegner auf dem Dach ab und feuerte auf Sam. Doch Sam war schneller und ging in Deckung. Sam hörte wie der Speznas seine Waffe nachlud und feuerte wieder. Der Speznas fiel nach hinten, die Waffe rutschte ihm aus der Hand. Carrie war bereits auf das Gerüst geklettert und auf dem Weg nach oben. Jetzt lief Sam durch die Halle zur Leiter und stieg ihr nach. Er hatte gerade die erste Ebene erreicht, als Carrie entsetzt rief:  „Sam ! Komm hierauf ! Schnell !“ Beunruhigt lief er noch schneller und kletterte weiter. Er erreichte die oberste Ebene, sah die Osprey und sah Carrie, wie sie neben einem Bewusstlosen kniete. Der Bewusstlose war Wilkes ........

Entsetzen kroch in Sam hoch. „Ist er schwer verletzt ?“ Carrie nickte. „Wir müssen ihn schnell in die Osprey schaffen.“ Sam winkte dem Piloten, er solle noch etwas tiefer kommen. Die Osprey senkte sich weiter herunter, dann öffnete der Pilot die hintere Klappe. Schnell trugen sie Wilkes hinein. Vorsichtig legten sie ihn auf den Boden. Carrie gab ihm ein blutungsstillendes Mittel. „Kannst du was für ihn tun ?“ fragte Sam. Carrie seufzte. „Sam......ich brauche dir nicht erklären, was los ist, das weißt du selbst. Auch wenn wir ihn in den nächsten Minuten in ein Krankenhaus schaffen könnten, sind seine Chancen gleich........“ Wilkes stöhnte auf. Sam sah auf ihn herunter. „Ja sie hat recht. Ein Bauchschuss ist schon übel genug. Aber aus der Wunde strömt dunkles Blut. Das heißt, irgendein inneres Organ ist verletzt. Leber....Niere...., egal was es ist....“

Sam dachte den Gedanken nicht zu Ende. Trotzdem eilte Carrie davon, um den Verbandskasten zu holen. Wilkes schlug die Augen auf und sah Sam an, der neben ihm in die Knie ging. „Sie haben mich erwischt ! Ich will nicht.....ich will nicht sterben !“ „Du wirst es schaffen !“ versprach Sam, obwohl er es besser wusste. „Sag, wie fühlt sich das an ? Du wurdest öfter angeschossen als jeder den ich kenne........Nein.........Ich komm schon durch “ stöhnte Wilkes. „Wilkes !“ sagte Sam. „Ich......ich werd`s überleben.......“ Sam sah auf Wilkes Wunde, immer noch strömte Blut hervor. Verdammt ! Noch nie hatte er einen Kameraden angelogen und er würde jetzt nicht damit anfangen ! „Du stirbst Wilkes !“ sagte Sam zu ihm.

Doch Wilkes reagierte nicht darauf. Vielleicht war es der Schock durch den hohen Blutverlust, das er es nicht mehr wahrnahm. Er sah Sam an, eine Welle des Schmerzes ging durch seinen Körper. Noch einmal hob er den Arm und streckte die Hand nach Sam aus. Dann fiel der Arm schlaff herunter. Carrie kam mit dem Verbandskasten angelaufen..........Es war zu spät.

Traurig senkte Carrie den Kopf. Sam streckte die Hand aus und schloss Wilkes die Augen. Carrie trat hinter ihn und legte ihm ihre Hand auf die Schulter, doch zornig fuhr Sam hoch und schüttelte sie ab. Schnell trat Carrie 2 Schritte zurück und hob abwehrend die Hände . „Entschuldige.......“ sagte sie leise. Sie glaubte nicht, das Sam sie schlagen würde. Aber er war in einer aufgewühlten und aggressiven Stimmung, da war es besser, vorsichtig zu sein. Jetzt versuchte es Lambert. „Geht es dir gut ?“ fragte er Sam. „Soll das ein Witz sein ?“ gab Sam ärgerlich zurück. „Tut mir leid....“ sagte Lambert.  „Wir kehren um“ meinte Sam. „Euer Ziel lautet Myanmar. Die Mission ist nicht vorbei“ widersprach Lambert. „Was ist mit Wilkes ?“ fragte Sam. „Wir schicken einen Ersatz. Wir haben eine Agentin in Japan, die wir vielleicht anfordern können, eine Frau namens Coen.“ „Was ist in Myanmar ?“ wollte Sam wissen. „Nikoladze. Wir haben ihn anhand der Serveronikaldaten in der chinesischen Botschaft in Yangon geortet. Chinesische Hilfe für Georgien ?“ meinte Sam verwirrt. „Die politische Lage ist nicht rosig. Wenn die Nikoladze helfen, brauchen wir dafür stichhaltige Beweise. Ich will nicht ohne Grund den 3. Weltkrieg auslösen“ erklärte Lambert. „Dir bleibt noch etwas Zeit, bevor ihr Yangon erreicht. Soll ich für dich eine sichere Verbindung zu Sarah aufbauen ?“ „Nein“ antwortete Sam knapp. Er war nicht in der Stimmung mit Sarah zu reden. Außerdem........es gab sowieso nichts, worüber er hätte reden dürfen...... Sam ging langsam zum Regal und nahm eine Decke heraus. Damit deckte er die Leiche von Wilkes zu.......









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