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Splinter Cell - Der Fall Nikoladze Teil 2

von Shannon
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
27.07.2006
27.07.2006
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                         Splinter Cell – Der Fall Nikoladze   Teil 2

                                                                                                                                                                 Von D.F.


Chinesische Botschaft, Yangon – Myanmar, 11.11.2004 – 20.13 Uhr


Sie hatten sich mit der Agentin namens Coen getroffen. Frances Coen war eine junge, schlanke Japanerin mit langen, schwarzen Haaren, die sie zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden hatte. Sie hatte sie bis zu einer Gasse in der Nähe der Botschaft gebracht. Sie stiegen aus dem Wagen. „O.K. Gut. Wir sind da. Näher kommen wir so nicht heran“ sagte Coen. „Ich kann nicht oft genug sagen, wie wichtig diese Mission ist. Wir können uns keine Toten erlauben.“ „Sollte kein Problem sein“ gab Sam zurück. „Der Kontakt, dessen Position Lambert ihnen geben wird, musste in Bewegung bleiben, damit man ihn nicht entdeckt“ erklärte Coen. „Wir sehn uns nach dem Job“ antwortete Sam. „Viel Glück“ wünschte Coen und fügte noch hinzu: „Herzliches Beileid wegen Lt. Wilkes. Ich hörte er war ein guter Mann.“ „Wir sehn uns nach dem Job“ sagte Sam noch einmal, diesmal jedoch deutlich aggressiver. „Vorsicht Coen, darauf reagiert er empfindlich........diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht....“ dachte Carrie.

„ Jetzt wies Lambert sie ein: „Euer Kontakt ist vor Ort. Unser Mann in Burma....oder Myanmar.“ „Egal. Wo finden wir ihn ?“ fragte Sam. „Auf einem Dach, ein paar Blocks von der Botschaft entfernt. Er sagte er sei unter einem großen, roten Schild. Parole: Es ist ein heller, kalter Apriltag. Missionsupdate auf deinem Opsat. Wenn ihr jemanden tötet, ist die Mission vorbei. Wenn ihr das vergeigt.....“ „.....suchen wir uns einen Atombunker und beten“ unterbrach ihn Sam. „Wir haben uns verstanden. Viel Glück“ sagte Lambert. Sam nickte Coen noch einmal zu, dann setzte er sich in Bewegung und lief die Gasse hinunter. Carrie folgte ihm. Sie kletterten auf einen  Müllcontainer und von dort auf eine Mauer. Dahinter lag eine weitere Gasse mit einer Abzweigung nach rechts.. Zwei chinesische Soldaten patrouillierten dort.

Carrie wollte schon hinunterspringen, doch Sam zögerte und hielt sie zurück, drehte sich nach Carrie um und sah sie an. . „Ist was nicht in Ordnung ?“ fragte sie. „Nein, .....ich...... bevor wir gehen...... ich wollte dir noch was sagen“ erwiderte Sam. „Ja....?“ „Hör zu.....wegen heute morgen.....in der Osprey......es tut mir leid.....ich wollte nicht.....“ Carrie lächelte ihn an. „Schon gut, vergiss es. Der Tod von Wilkes hat uns alle mitgenommen. Ist schon vergeben.“ Sam lächelte erleichtert zurück. „Gut. Gehen wir an die Arbeit....“  Jetzt sprang Sam als erstes in die Gasse hinunter und wartete bis Carrie ebenfalls unten war. Er nahm die Pistole und zerschoss die Lampe. Sofort wurde der eine Soldat aufmerksam, kam auf sie zu. „Ja, komm her....“ "dachte Sam. Er ließ den Mann vorbei gehen, dann schlich er ihm nach und schlug zu. „O.K. weiter.....“ sagte er zu Carrie. Sie liefen geduckt zum Ende der Gasse, der zweite Soldat ging die rechte Seite hinauf und wandte ihnen den Rücken zu. Schnell huschten sie vorbei, nach links rüber.Die Gasse endete hier, aber eine Leiter führte nach oben.

Jetzt befanden sie sich auf einem Gebäude oberhalb von einer langen Straße, drei weitere Wachen befanden sich dort unten. Die Straße war hell beleuchtet. „Das wird schwierig“ meinte Sam. „Wir hangeln uns erst mal rüber auf die andere Seite“ und zeigte auf ein dickes Kabel, das von diesem Haus querrüber zum gegenüberliegenden Gebäude führte. Drüben angekommen sah Sam nachdenklich nach unten, sah zu den Lampen. „Wir müssen sie ausschießen, sonst kommen wir nicht vorbei“ sagte er. „Aber werden die nicht misstrauisch, wenn gleich drei auf einmal kaputtgehen ?“ fragte Carrie. „Das Risiko müssen wir eingehen, wenn sie uns entdecken, lösen sie sofort Alarm aus, dann kommen wir erst recht nicht mehr zur Botschaft.“ Sie nahmen die SC 20 von der Schulter. Sam zielte auf die erste, Carrie auf die zweite. „Jetzt !“ flüsterte Sam. Fast gleichzeitig erloschen die Lichter, schon hatte Sam auch die dritte gelöscht. „So ein Mist“ schimpfte einer der Chinesen. „Was war das ?“ fragte ein anderer. Beide machten ihre Taschenlampen an. Zusammen gingen sie hin und begutachteten den Schaden. Die dritte Wache kam hinzu. „Vermutlich wieder eine Überspannung im Stromnetz“ meinte er nur und ging wieder zurück zum Ende der Gasse. Die anderen beiden suchten die Gasse ab, konnten jedoch nichts verdächtiges feststellen. Schließlich zuckte der eine mit den Schultern und sagte: Hier ist nichts......“ Damit gingen auch sie zurück auf ihre Posten. Sam und Carrie atmeten auf. Ihre List war geglückt. Jetzt lag die Straße fast völlig im Dunkeln. Ohne Schwierigkeiten konnten sie vorbeischleichen. Die Straße verbreiterte sich zu einem großen Platz. Hier befanden sich zwei weitere Wachen. Sam sah auf sein Opsat. Laut Grim gab es von hier aus keinen direkten Weg zum Treffpunkt mit dem Informanten. „Wir müssen durch die Kanalisation“ sagte Sam. „Na großartig“ entgegnete Carrie, die an die Ölplattform zurück dachte, als sie durch das Rohr mit dem Rohöl klettern mussten. Sam wartete, bis die Wachen weit genug entfernt waren, dann schoss er die Lampe aus, die sich in der Nähe des Kanaldeckels befand. Schnell huschten sie hinüber, der Einstieg war offen.

Sam deutete Carrie an, sie solle hinunter steigen, er kletterte als zweiter die Leiter hinab. Es war wie Carrie befürchtet hatte, der Gestank war abscheulich. Sie folgten dem schmalen Gang bis zu einer Abzweigung, als sie Stimmen hörten. Vorsichtig sah Sam um die Ecke, vor ihnen auf dem Hauptgang war eine weitere Patrouille mit 3 Mann. Langsam gingen die Chinesen weiter und zwar genau in die Richtung, die auch Sam und Carrie nehmen mussten. Sie warteten eine Weile und folgten ihnen mit großem Abstand. Der Weg führte über 500 Meter schnurgeradeaus. Dann führte der Gang um eine Kurve nach rechts und verlief dann wieder in gerader Richtung. Die Chinesen gingen weiter, Sam jedoch blieb stehen. Über ihnen befand sich ein weiterer Schacht, auch er war geöffnet. „Hier müssen wir hoch“ sagte er. Er erklomm die Leiter und kletterte hinauf. Plötzlich stoppte er und gab Carrie ein Zeichen, sie solle anhalten. Über ihnen, genau neben dem Ausstieg stand ein Wachposten.

Sam wartete einen Moment, der Mann wandte sich um und ging die Gasse hinunter. „Los, schnell jetzt“ rief er nach unten. Er kletterte aus dem Loch, lief nach links, erklomm ein Gerüst und kletterte hinauf. Ein Blick über die Schulter zeigte ihm, das Carrie dicht hinter ihm war. Unten drehte die Wache um und kam zurück, doch die Agenten waren hier oben erst mal sicher. Sam ging auf den Brettern nach rechts, doch hier war eine Lücke, einige Bretter fehlten. Sam hangelte sich an einem Rohr hinüber, dahinter war auf der linken Seite ein Fenster. Sie kletterten hinein, durchquerten den Raum und gelangten über ein weiteres Rohr nach oben aufs Dach. Vor ihnen befand sich ein rotes Reklameschild und in dem Durchgang darunter stand der Kontaktmann. Sam ging auf ihn zu, während Carrie die Umgebung im Auge behielt. „Es ist ein heller, kalter Apriltag.....“ sagte Sam. „Gut gut“ antwortete der Mann. „Nehmen sie das O.K. ?“ und reichte Sam eine Skizze. „Sie sind spät dran.......O.K., wir müssen uns beeilen.“ „Sprechen sie“ bat ihn Sam. „Auf dieser Karte ist das Büro des Generals verzeichnet.“ „Ich dachte, das sei ein Botschaftsbüro“ erwiderte Sam. „War es. Aber irgendein chinesischer General benutzt es. Sie werden es sehen. Nehmen sie den hinteren Serviceeingang, um hinein zu kommen.“ „Ist da ein Tor ?“ wollte Sam wissen. „Ja. Ein Lastwagen fährt dort in Kürze durch. Sie können an dem LKW vorbei hineinschleichen. Sie haben aber nur einen Versuch dafür.“ „Gute Arbeit“ sagte Sam. „Danke. Bin gut in meinem Job. Bye, Bye...“ Damit drehte sich der Mann um und ging. Doch dann fiel Sam noch etwas ein und er ging ihm nach.
Der Mann bemerkte es und blieb stehen. „Wer ist dieser chinesische General ?“ fragte Sam. „Keine Ahnung“ antwortete der Informant. „Aber er hat ein ganzes Bataillon bei sich.“ Sam winke Carrie und sie gingen zum Rand des Daches.

Sam holte ein Seil hervor und befestigte es an einem Schonstein. Er klinkte sich ein und ließ sich hinunter. Dann wartete er, bis Carrie ebenfalls am Boden ankam. Sie schlichen um die nächste Ecke. Mehrere Wachposten befanden sich auf der Straße vor ihnen. Doch im Halbdunkel kamen sie vorbei, ohne das man sie bemerkte. Als sie fast das Ende der Straße erreicht hatten meldete sich Lambert wieder: „Nur zur Info Fisher, dieser Laster ist eure einzige Chance in die Botschaft zu kommen........versaut es nicht.“ „Gibt es etwas von dem ich nichts weiß ?“ fragte Sam misstrauisch. „Folgendes.....wenn ihr Nikoladze darin seht, bereitet euch darauf vor zu verschwinden. Eine falsche Aktion könnte Krieg bedeuten. Wenn in der Botschaft Alarm ausgelöst wird, ist eure Mission beendet.“ Sie verließen die Straße und begaben sich in eine schmale Gasse, die zwischen den Häusern hindurchführte. Plötzlich sah Sam vor sich den Schein einer Taschenlampe, es gab keine Möglichkeit sich zu verstecken. Blitzschnell hob er das SC 20 an. Im selben Moment bemerkte der chinesische Soldat die beiden, doch bevor er auch nur einen Laut von sich geben konnte, erwischte ihn der Taser und er ging mit einem leisen Aufschrei zuckend zu Boden. Sie erreichten das Ende der Gasse, vor ihnen war eine breite Straße, die auf der rechten Seite vor dem Botschaftsgelände endete. Sam sah den Laster vor dem Tor stehen, sie mussten sich beeilen.

Direkt neben dem Tor war oben an der Wand eine Sicherheitskamera angebracht. Vor ihnen drehte eine Wache ihre Runde, eine weitere befand sich weiter hinten, in der Nähe des Tores. Sam schlich sich an die erste Wache heran und gab Carrie ein Zeichen, sie solle die Kamera ausschalten. Sie nahm das Gewehr und legte an. „Peng !“ Knackend und Funken sprühend gab die Kamera ihren Geist auf. Sam hatte sich den Wachposten geschnappt und zerrte ihn ins Dunkel. Der zweite Wachposten hatte nichts bemerkt. Leise schlichen sie zum Tor und gelangten an dem LKW vorbei, hinter die Kabine des Wachhabenden. Der kontrollierte die Papiere des Fahrers. Sam sah in den Hof und konnte einen weiteren Mann erkennen. Doch da kam noch ein zweiter von links und zwar.......mit einem Hund., einem großen Rottweiler. Sam fluchte. Es gab kaum etwas, das seine Arbeit so sehr erschwerte wie ein Hund. Dessen gute Nase ließ sich nicht täuschen. Da !  Es war schon zu spät. Wie angewurzelt blieb der Hund plötzlich stehen, schnupperte in der Luft herum. Dann senkte er den Kopf und kam auf Sam und Carrie zu.
„Was ist ?“ rief der Wachposten. „Riechst du was ?“ „Kein Wunder, bei dem Gestank  den wir aus der Kanalisation mit uns rumschleppen“ dachte Carrie. Schnell nahm Sam seine Waffe und legte ein Ringgeschoss ein. Sam hatte kein Problem damit, einen Hund zu erschießen, aber das hätte die Wachen aufgeschreckt und Lambert hatte es deutlich gesagt, sollte es Alarm geben, würde er die Aktion abblasen. Surrrr.....Das Geschoss traf den Hund am Kopf, sofort kippte er um und fiel auf die Seite. „Was ist nur mit dem blöden Köter los ?“ schimpfte der Chinese. Er und die andere Wache sahen sich um, hinter dem Wachhaus sahen sie jedoch nicht nach. „Nichts.......kein Zeichen eines Eindringlings“ meinte der eine und sie gingen auf ihre Posten zurück. Jetzt schlichen Sam und Carrie über den Hof und gingen geduckt an der Mauer vorbei zum vorderen Teil des Botschaftsgeländes. Sie liefen durch den Garten und sahen nun zur Vorderfront hinüber. Sam warf einen Blick auf die Karte, die er bekommen hatte und sah wieder zum Haus. Er konnte das besagte Büro ausmachen und sah auch den General, wie er am Fenster stand und telefonierte. Schnell zog Sam das Lasermikrofon aus der Tasche und richtete es auf das Fenster.

[Es knackte einmal kurz, dann hörten sie die Stimme des Generals laut und deutlich: „Gib mir noch 3 Tage. Die Geräte können am ersten Tag bewaffnet und am zweiten platziert werden.........Natürlich die Arche, aber du kennst die Details.........Wir müssen gemeinsam zuschlagen, sonst können wir es vergessen.......Nikoladze hör zu..........weil du uns verraten wirst..........Das ist absurd, warum sollten sie uns zuhören ?........Das ist paranoid, aber gut..........Mmhhh.... gut, wir führen ein sicheres Gespräch aus meinem Auto.“ Das Gespräch war beendet. Sam schaltete das Mikro ab, als sich Lambert aufgeregt meldete: „Himmel Fisher ! Das ist General Kong Feirong !“ „Himmel !“ erwiderte Sam dramatisch und fügte dann trocken hinzu: „Wer ist das ?“ „Er war der Vorsitzende von Chinas zentraler Militärkommission bis 01. Hohes Armeetier“ antwortete Lambert. „Ein chinesischer General der mit Nikoladze spricht ?.....nicht gut.“ „Wir müssen unbedingt mitbekommen, was die beiden sich zu sagen haben. Es ist an der Zeit für euch unsichtbar zu werden. Wenn euch jemand sieht, ist die Mission beendet.“

Sam und Carrie schlichen weiter nach vorn in Richtung Haupttor und gingen hinter einer Hecke in Deckung. Da kam auch schon ein Wagen vorgefahren. Sam schaltete das Mikro wieder ein. Feirong kam aus der Botschaft und stieg ins Auto. Sam richtete das Mikro auf das hintere Fenster und sie hörten wieder Feirongs Stimme: „Abhörspezialisten sind vielleicht nicht die größte Bedrohung, aber vielleicht die fähigsten........Natürlich........wie oft  wird das Signal
umgeleitet ?..........Ihr dachtet doch auch, das eure Kolahalbinsel-Basis unaufspürbar sei.......Ja..., ich verstehe, psychologische Kriegsführung.......Ja, ja, ich habe schon viele Exekutionen gesehen, aber noch nie mit Amerikanern.........Einen Moment, Raoul, wie lange noch bis zur Mouke Tsoe Bo - Schlachterei ?“ „Zehn Minuten, vielleicht auch mehr. Wir müssen eine Polizeikontrolle passieren.“ „Nein, ist die Mühe nicht wert. Werde mir die Übertragung dann ansehen wie alle anderen. ........Hi,hi,hi,hi, ja wie wahr.......Hi,hi,hi, sie sind ein böser Mensch, Mr. Nikoladze. Ich hoffe die Übertragung läuft glatt. Viel Glück.“

Sam schaltete das Mikro ab. Sein Blick war eisig. Er sah Carrie an, die entsetzt zurück blickte. „Sie wollen die Soldaten exekutieren !“ sagte Lambert ebenso entsetzt. „Scheint so“ meinte Sam. „Ihr müsst sie aufhalten ! Trefft euch mit Coen. Ich schicke euch die Daten für Mouke.“ „Mouke Tsoe Bo.....“ sagte Sam. „Genau“ sagte Lambert. „Verheißungsvolles Jagdrevier....“ meinte Sam. „Verdammt richtig. Die Zeit der Zärtlichkeit ist vorbei. Ich muss das weitermelden, vielleicht bedeutet das Krieg.“ Jetzt mussten sie zusehen, das sie möglichst schnell zur anderen Seite hinüberkamen. Eine Wache befand sich im Wachhaus am Tor. Zwei weitere patrouillierten im Hof. „Wir erledigen sie mit den Tasern“ sagte Sam. Carrie nahm das SC 20 und legte den Taser ein. „Versuch ihn zu erwischen, wenn er sich im Schatten befindet.....“ meinte Sam und Carrie nickte. Jeder nahm einen Soldaten ins Visier. „Gleich hab ich dich.......“ dachte Carrie. „Warte.....warte......jetzt !“ Zuckend ging der Mann keine zwei Meter von ihr entfernt zu Boden. Sam hatte seinen in der Nähe der Eingangstür erwischt. Er lag nicht ganz im dunkeln, trotzdem hatte der dritte Wachmann noch nichts bemerkt. „Los jetzt....“ befahl Sam und sie liefen geduckt über den Platz zur Mauer auf der gegenüberliegenden Seite. Schnell kletterten sie hinüber. Am Ende der Gasse konnten sie Coen vor der Transporter stehen sehen. Schnell liefen sie darauf zu. Coen schien bereits von Lambert informiert worden zu sein, denn sie drängte zur Eile. „Einsteigen, wir müssen los. Halten sie sich gut fest.“



Mouke Tsoe Bo Schlachthaus, Yangon – Myanmar, 11.11.04 – 22.52 Uhr

Das Schlachthaus befand sich auf einem Militärgelände am Rande von Yangon. Coen hatte sie auf der Rückseite abgesetzt. Sie waren über den Zaun geklettert und befanden sich jetzt auf dem Gelände. Vor sich waren drei Soldaten, die das hintere Areal bewachten.
„Fisher wir nähern uns der Schwelle zum Krieg“ meldete Lambert. „Wenn Nikoladze diese Männer bei laufenden Kameras tötet, sind wir erledigt.“ „Machen uns die Toten oder die Übertragung Sorgen ?“ fragte Sam. „Fürs erste die Übertragung, dann gewinnen wir Zeit um das Töten zu beenden. Nikoladze sendet über eine Antenne auf dem Dach. Das ist euer erstes Missionsziel. Alles weitere auf dem Opsat.“ Sam nickte nach vorn. Carrie kletterte als erste über einen weiteren Zaun, so kamen sie an dem ersten Soldaten vorbei. Jetzt hatten sie die beiden anderen vor sich. Sam schlich nach links, hinter ein paar Fässer, als Carrie ihm auf die Schulter tippte und nach links wies. Dort war ein Schalter für die Gitter von ein paar Ablaufbecken die im Boden eingelassen waren. Sam nickte und legte den Schalter um. Die hinteren Becken öffneten sich. Verwundert wandten sich die Soldaten um. „Ich dachte, dadurch laufen die Becken ab...“ sagte der eine. „Dachte ich auch. Vielleicht ist was kaputt“ erwiderte der andere. „Betrifft uns ja eh nicht“ meinte der dritte und sie gingen auf ihre Posten zurück. Sam und Carrie schlichen zu den leeren Becken und sprangen hinein. Sie waren unterirdisch miteinander verbunden. So konnten sie unbemerkt die Wachposten passieren. Am Ende des zweiten Beckens kletterten sie wieder heraus. Über ein paar Fässer kamen sie über die Mauer und über einen weiteren Drahtzaun. Sie befanden sich jetzt im Zentrum des Militärbereichs. Hier stand ein Wachturm mit einem Suchscheinwerfer, Ein weiterer Scheinwerfer war am hinteren Gebäude. Überall standen Kisten und Container herum.

Sam schaltete sein Sichtgerät auf Wärmebild. „Verdammt....das hatte ich befürchtet“ schimpfte er leise. „Was ist ?“ fragte Carrie. „Das ganze Gelände ist vermint. Ein falscher Schritt und wir enden als Hundefutter.....“ Sam sah sich genau um, folgte mit den Augen dem Licht der Suchscheinwerfer und sah sich das Gelände genau an. „Ich glaube, ich hab einen Weg gefunden. Aber das Timing muss genau stimmen, sonst werden wir von den Suchscheinwerfern erfasst. Ich gehe voraus. Folge mir, wenn ich dir ein Zeichen gebe, klar ?“ Carrie nickte. Sam wartete ab, bis beide Suchscheinwerfer sich entfernten, dann zog er sich auf ein paar Kisten, lief zur anderen Seite und ging hinter einem Container in Deckung. Er wartete, bis das Licht wieder umschwenkte und winkte Carrie, die ihm sofort über die Kisten nachfolgte. „So weit, so gut......“ meinte Sam. „Jetzt müssen wir über diese beiden Kisten da vorne. Unter dem Balkon können sie uns nicht erfassen. Er ging wieder voraus, gelangte ungesehen hinüber und ging  in Deckung. Carrie sah sich nach den Scheinwerfern um, damit sie den richtigen Moment erwischte. Dann lief sie los, kletterte über die Kisten und sprang neben Sam zu Boden. Erleichtert klopfte er ihr auf die Schulter. Sie schlichen an der Mauer entlang und kamen zu einem Durchgang. Hier standen allerdings nur zwei Müllcontainer, der Weg schien eine Sackgasse zu sein. Etwas ratlos sah Sam sich um. „Da oben !“ sagte Carrie und zeigte in die rechte Ecke. Tatsächlich war dort über ihnen ein schmaler Durchgang, etwa 4 m über ihren Köpfen. Allerdings gab es keine Leiter oder Treppe, nur glatte Wände. Sam zog einen kleinen Enterhaken aus der Tasche und befestigte ihn an dem Seil. Er schwang das Seil und warf den Haken genau in den Durchgang, dann ruckte er an dem Seil, um sicher zu gehen, das der Haken sich richtig festgekrallt hatte. Er zog sich hinauf. Der Durchgang war niedrig, er konnte nur in der Hocke drin stehen. Carrie ergriff das Seil und folgte ihm. Als sie fast oben war, packte er sie am Arm und half ihr hinauf. „Danke....“ sagte sie. „Wofür hat man Partner“ sagte Sam und grinste. Er sah sie an, Carrie blickte zurück, der Augenblick dehnte sich, dieser Blick von Sam ließ Carrie innerlich erschaudern. Endlich rissen sich beide los. „Gehen wir weiter“ sagte Sam verlegen und kroch den Gang entlang. Er endete auf einem Wellblechdach, am anderen Ende konnten sie die Antenne sehen.

Durch eines der Fenster im Dach konnten sie unter sich Grinko sehen, wie er Anweisungen an seine Leute gab: „Alle verräterischen Details aus dem Raum entfernen. Haltet das Licht von den Wänden weg. Man soll ihre Augen sehen können, wenn sie sterben. Wo ist der Tontechniker ? Wir müssen nah ran, um ihre Gebete zu hören....“ Wut kroch in Carrie hoch. Wenn sie diesen Grinko zu fassen kriegen sollten, dann......

Sam schlich sich vorsichtig zur Antenne hinüber. Er legte den Schalter um und schaltete die Antenne ab. Dann  nahm er sein Messer und brach den Schalter auseinander. Die würde sich nicht so schnell wieder einschalten lassen. Da schallte von unten lautes Schimpfen herauf: „Was zur Hölle ist passiert ? Die Sendeantenne ist ausgefallen, wir haben kein Signal nach draußen !“ schimpfte einer der Soldaten. „Wir werden angegriffen ! Die Amerikanski sind hier ! Sie haben die Sendeantenne ausgeschaltet“ sagte der Oberst. „Schafft Nikoladze hier raus“ befahl Grinko. “Ich will seinen Helikopter zügigst in der Luft sehen. Ich will das Techniker und eine Eskorte auf das Dach gehen, um die Antenne zu reparieren. Und ich will diese Amerikaner tot sehen !“ „Jawohl !“ erwiderte der Oberst. „Klingt als hättet ihr ordentlich aufgeräumt. Das verschafft uns aber nur ein paar Minuten. Sucht die Soldaten Fisher !“ sagte Lambert. Schnell eilte Sam zu Carrie zurück, als sie auch schon Schritte hörten, die eine Treppe heraufstürmten. Dann ging die Tür auf  und zwei Soldaten kamen heraus. „Da sind sie !“ rief der eine und feuerte los. Doch schon erwiderten die beiden das Feuer. Der erste Soldat wurde von Sam getroffen, als er hinter einer Ecke in Deckung gehen wollte. Der zweite wurde von Carrie erwischt, ehe er richtig zur Tür hinaus gegangen war. Er stolperte und fiel auf den Gang, der zur Antenne führte. „Los verschwinden wir, bevor Verstärkung kommt“ sagte Sam. Sie eilten zur Tür, doch sie war wieder eingeschnappt, Carrie öffnete sie mit dem Dietrich. Hinter der Tür führte eine Treppe nach unten eine nach rechts. Sam ging rechts entlang. Unten war eine zweite Tür.

Der Weg endete auf einem Balkon über einem Waschraum. Unten konnten sie eine Wache sehen. „Gib mir Deckung“ befahl er Carrie. Er kletterte über das Geländer und ließ sich nach unten fallen. Dann zog er seine Pistole und streckte die Wache mit einem Kopfschuss nieder. Ein zweiter Mann kam aus dem hinteren Teil angelaufen, doch er wurde von Carrie von oben erschossen.
Schritte liefen über den Flur, Wache Nr. 3 rannte Sam genau in die Schusslinie. Jetzt kletterte auch Carrie hinunter. Sie versteckten die Leichen und gingen den Flur entlang. Durch eine Flügeltür führte der Gang weiter, die nächste Tür war jedoch blockiert. Durch die Scheiben der Tür konnten sie mehrere Soldaten sehen, die sich unterhielten.  Links von der Tür befand sich ein Büro, in dem ein einzelner Soldat saß. Sam ging zu dem Büro und öffnete leise die Tür. Er packte den Kerl von hinten und nahm ihn in den Würgegriff. „Verdammt ! Was.....“ japste der Soldat. „Wo haltet ihr die Amerikanischen Soldaten gefangen ?“ fragte Sam. „Grinko wird mich erschießen“ jammerte der Soldat. „Ich bin da etwas kreativer.....Wo sind sie ?“ fragte Sam wütend. „Au.....Aaahhh......“ „ "]Wo ?“ „Im Kellergeschoss....“ Sam schlug den Kerl K.O. und ließ ihn einfach fallen. Er ging zu Carrie auf den Flur zurück, da erhielt einer der anderen Soldaten einen Funkspruch. „Das war Grinko. Er will das wir die Soldaten ins Studio eskortieren.“

„Hast du das gehört Fisher ? Die Exekutionen gehen weiter.....“ meldete Lambert. „Hab`s gehört“ bestätigte Sam. „Irgendwelche Ablenkungsmanöver ?“ „Versuchs mal mit deiner Knarre. Stellt sicher, das die Eskorte nicht unsere Jungs erreicht.“ Vor dem Büro war ein Versorgungsschacht im Boden. Da die Tür blockiert war kletterten sie hinein und krochen hindurch. Am Ende war ein Rohr, das hinauf auf eine Art Dachboden führte. Sie kletterten das Rohr hoch. In der Hocke gingen Sam und Carrie nach links, bis zu einer Luke. Unter sich konnten sie die Eskorte sehen, bestehend aus 3 Mann, die sich gerade abmarschbereit machten. Sam zog eine Splittergranate aus der Tasche. Carrie ging ein paar Schritte zurück. Sam zog den Stift, warf die Granate hinunter und ging ebenfalls in Deckung. „Was war das ?......“ „Passt auf....“ doch es war zu spät. Bevor die Soldaten reagieren konnten, explodierte die Granate und erwischte alle drei zusammen. Sam ging zur Luke und sprang hinunter, dann folgte ihm Carrie. Vor ihnen lagen mehrere Kühlhäuser. Durch die Kälte und den Nebel war die Sicht stark eingeschränkt. So mussten sie auf Wärmebild umschalten, um Gegner auszumachen. Der Vorteil war, das Nikoladzes Männer keine solchen Geräte hatten. Vorsichtig tasten sie sich im Kühlhaus vor. Da konnte Sam deutlich 2 Körper vor sich sehen. Er schoss dem ersten in den Kopf und tötete auch gleich den zweiten. Sie durchquerten das Kühlhaus und gingen auf das zweite zu, als sie ein Summen hörten. „Ein Automatisches Maschinengewehr“ sagte Sam. „Warte hier.“ Sam ging zu einem Schrank und kletterte darüber. Auf der anderen Seite sprang er herunter und landete hinter dem Gewehr. Er wandte sich der Steuerung zu, die sich in einem Koffer neben dem Gewehr befand und schaltete es ab. Sie gingen zum nächsten Kühlhaus, in dem sich 3 weitere Soldaten befanden. Diese konnten die NSA Agenten jedoch nicht ausmachen. Sie erschossen die ersten beiden Wachen, der dritte erwiderte das Feuer und versuchte in Deckung zu gehen, wurde aber von Carrie in die Brust getroffen. Vor ihnen befand sich ein weiteres Maschinengewehr. Sam fasste nach einem Rohr an der Decke und hangelte sich daran entlang.

Der Soldat im nächsten Raum sah ihn nicht und auch das Gewehr reagierte nicht auf ihn. Als Sam neben dem Gewehr anlangte, ließ er los und landete leise neben dem Koffer. Er schaltete die Freund – Feind – Erkennung aus und gab einen einzelnen Schuss in die Wand ab. „Wer ist da ?“ rief der Soldat, nahm sein Gewehr und kam auf ihn zu. Da wurde er von dem Sensor des Gewehres erfasst und erschossen. Jetzt schaltete Sam das Gewehr ab und Carrie kam herein. Sie traten hinaus auf den Flur und gingen um die Ecke.......noch ein Kühlhaus. Wieder hielten sich 3 Soldaten hier auf. Auch sie konnten die beiden nicht sehen, aber diese die Soldaten dafür umso besser. Ein paar Schüsse und die 3 rührten sich nicht mehr. Das Kühlhaus hatte keinen zweiten Ausgang, aber auch hier gab es einen Versorgungsschacht. Sie krochen hindurch und kamen in einem Raum hinter den Ställen hoch. Carrie schoss die Lichter aus. Da kam eine Wache die Treppe hoch. Sam schlich sich hinter ihn und schlug ihn nieder. Sie gingen nach unten, ein Graben führte zu den Ställen rüber, abgetrennt durch ein Schott. Carrie betätigte den Schalter und öffnete es. Dann schlichen sie zu den Ställen rüber. Sam schoss die Lichter im ersten Stall aus, als sich Schritte näherten. Sie gingen in einer Box in Deckung. „Hey ! Wer hat das Licht ausgemacht ?“ Wieder schlug Sam von hinten zu, der Kerl fiel um wie ein Baum. Carrie war inzwischen in den Flur hinaus gegangen, als ein zweiter Wachposten erschien. Ein schneller Tritt, der Soldat flog in die Ecke und rührte sich nicht mehr. „Was ist da drüben los“ rief ein dritter und kam um nachzusehen. Auch er wurde von Carrie ausgeschaltet.

Sie gingen den Flur hinunter, als ihnen noch zwei Wachposten entgegenkamen.  „Eindringlinge !“ rief der eine, doch schon wurden sie getroffen und fielen zu Boden. Der Flur endete in einem großen Stall. Auch hier standen zwei Maschinengewehre, wohl um zu verhindern, das die Geiseln sich aus dem Staub machten. Sam schaltete sie ab. „Wir müssen damit rechnen, das wir noch mehr Besuch bekommen“ sagte Sam. „Schieß sämtliche Lichter aus, das verschafft uns etwas mehr Deckung. Ich werde noch eine kleine Überraschung vorbereiten.“ Er zog 3 Haftminen aus der Tasche und schaltete auf  Nachtsichtmodus. Zwei Minen brachte er direkt im Flur neben den beiden Durchgängen an. Die dritte befestigte er an einer Betonwand vor den Boxen. Carrie hatte inzwischen die Lampen zerschossen und sah sich hinten um. In einer großen Box fand sie die Amerikaner. „Oh Gott sei Dank. Holen sie uns hier raus ?“ fragte einer. „Nein“ antwortete Carrie. „Aber wir sorgen dafür, das niemand euch zu nahe kommt, bis die Verstärkung eintrifft.“ Die Soldaten waren in einem schlimmen Zustand. Ausgehungert und geschwächt konnten sie sich kaum auf den Beinen halten.

Carrie ging zu Sam zurück. „Wie sieht`s aus ?“ wollte er wissen. „Nicht gut. Sie brauchen dringend medizinische Versorgung.“ „Bleib hier und pass auf“ sagte er und ging in die andere Box, wo sich die Chinesen befanden. Einer von ihnen trat auf ihn zu. „Sie sind Amerikaner“ sagte er. Es war mehr eine Feststellung als eine Frage. „Sie sind Chinese“ erwiderte Sam. „Ich bin der Botschafter der Volksrepublik China in Myanmar“ stellte er sich vor. „Ich muss mit einem Vertreter ihrer Regierung sprechen.“ „Die hören mit. Legen sie los“ sagte Sam. „Kong Feirong handelt nicht nach dem Willen Chinas. Er gehört zu einer Gruppierung von Wirrköpfen und Idioten innerhalb unserer Armee.“ „Und was genau will er ?“ fragte Sam. „Zuerst Taiwan, danach den Rest. Er glaubt das die Volksrepublik China solche Geschenke nicht ablehnen kann.“ „Welche Rolle spielt Nikoladze dabei ?“ „Er ist Händler. Feirong liefert Gerät und Munition und im Gegenzug liefert Nikoladze waffenfähigen Atommüll.“ „Wissen die Chinesen davon ?“ „Nein. Und solange es keine greifbaren Beweise für Feirongs Aktivitäten gibt, fürchte ich das Schlimmste.“ „Es gibt Beweise ?“ „Auf dem Computer in seinem Büro.......meinem Büro.“ „Wenn ich ihn  dazu zwinge den Computer zu entsperren und die Daten an unser und ihr Land weiterleite, gibt es keinen Krieg ?“ „Das hoffe ich jedenfalls“ meinte der Botschafter.

„Sam !“ rief Carrie von vorn. Sam lief zurück zu ihr. „Sie kommen !“ Jetzt hörte er es auch. Trampelnde Geräusche von Männern in Kampfstiefeln, die in ihre Richtung kamen.
„Geh in Deckung !“ befahl er Carrie, sie gehorchte sofort und ging auf der rechten Seite hinter einer Bande in die Hocke. Jetzt hatten die Männer den Flur erreicht und kamen zum ersten Durchgang, als die von Sam angebrachte Mine hochging. Schmerzensschreie waren zu hören, die hinteren Männer liefen jedoch weiter und wurden von der zweiten Mine erwischt. Danach herrschte erst mal Stille. Sam wollte sich schon erheben, als weitere schnelle Schritte im Flur zu hören waren. Sam lugte vorsichtig über den Rand der Box, in der er in Deckung gegangen war und konnte Grinko mit zwei von seinen Männern sehen. „Fisher, erledige Grinko“ befahl Lambert. „O.K.“ „Seine Männer sind Söldner, die interessiert nur Geld und ihre eigene Haut.“ „Glaubst du, die verschwinden, wenn Grinko tot ist ?“ fragte Sam. „Hoffen wir`s“ erwiderte Lambert.  Einer von Grinkos Männern lief auf Sam zu. Er hatte eine Granate in der Hand und steuerte auf die Box mit den Chinesen zu, als er in den Erfassungsbereich der dritten Mine geriet und sie explodierte. Jetzt begann Grinko mit einer Uzi auf sie zu feuern. Der andere Mann blieb in Deckung. Sam verließ die Box und schlich vorsichtig nach vorn. Da sah er Grinko von links auf sich zukommen. Jetzt sah der auch den Amerikaner, doch bevor er schießen konnte, hatte Sam schon eine Salve in Grinkos Körper gejagt. Wie Lambert vermutet hatte, drehte sich der letzte von Grinkos Männern um, ergriff die Flucht und stürmte den Flur hinunter. Das letzte was Sam erkennen konnte war, das er sein Funkgerät aus der Tasche riss. Jetzt tauchte Carrie neben ihm auf. „Alles O.K. bei dir ?“ fragte sie und Sam nickte. „Fisher ! Echelon hat gerade eine Nachricht abgefangen. Feirong weiß das Grinko tot und Nikoladze abgehauen ist“ meldete Lambert.  „Das ist nicht gut“ stimmte Sam besorgt zu. „Begebt euch zur Botschaft. Er versucht bestimmt die Beweise zu vernichten, die einen Krieg noch abwenden könnten.“ „Ja“ sagte Sam. Sie verließen das Schlachthaus und eilten zu Coen, die draußen mit dem Transporter auf sie wartete.



Chinesische Botschaft, Yangon – Myanmar, 12.11.04 – 0.11 Uhr


Sie waren wieder in der Nähe der Botschaft, diesmal aber auf der anderen Seite, in der Nähe des Haupttores. Coen hatte sie vor einem Restaurant abgesetzt, als sich Lambert meldete: „Um es kurz zu machen, wir brauchen Beweise, das Feirong zu einer Splittergruppe innerhalb der chinesischen Regierung gehört.“ „Sind wir immer noch an der Leine ?“ wollte Sam wissen. „Nein, ihr habt die Genehmigung Gewalt einzusetzen. Fifth Freedom bei allen, außer Feirong. Wir können es nicht riskieren ihn auszuschalten, bevor wir die Beweise haben. Die Spielereien sind vorbei. Wir sind im Krieg.“ Jetzt wandte Coen sich noch einmal an Sam : „Näher können wir so nicht heran. Lambert hat Angst Feirong zu verschrecken.“ „Das wird schon klappen“ versicherte Sam. „Geben sie ihr Bestes. Ich will keinen Krieg.“ Damit drehten Sam und Carrie sich um und gingen zum Seiteneingang des Restaurants. Vorsichtig öffnete Sam die Tür und schaltete das Licht in der Küche aus. Sofort rief ein Chinese empört: „Wer war das ?“ Leise huschten die zwei durch die Küche bis zu einer Leiter. Sie führte zu einem Lagerraum über die Küche. Dort war ebenfalls eine Leiter die raufging zum Dach. Da gab Lambert noch eine Meldung durch: „Fisher, ihr werdet vor jeder Menge Türen stehen, die durch Codefelder gesichert sind. Ihr könnt euch nicht auf erpresste Informationen verlassen. Ihr müsst improvisieren.“ Sam schoss eine einzelne Glühbirne aus und sie stiegen hinauf aufs Dach. Vorsichtig sahen sie sich um. Ein paar Bretter führten über die Gasse zu einem verfallenen Nebengebäude auf der anderen Seite, welches direkt neben dem Botschaftsgelände lag. Ein einzelner Soldat hielt dort Wache und streifte durch das Haus. Sam wartete bis er in Sichtweite kam und schoss einen Taser auf ihn ab. Dann liefen sie über die Bretter hinüber und durchquerten das Haus bis zu einem Balkon. Von hier konnten die das Botschaftsgebäude sehen. Sam stieg auf das Geländer, fasste sich ein Kabel und hangelte sich zur Botschaft rüber. Dann folgte Carrie ihm nach.

Sie schlichen über ein Vordach zu einem Rohr und kletterten daran hinauf zu einem Schacht. Dieser lag über dem Flur des ersten Stocks. Sam öffnete eine Luke und sie sprangen hinunter. „Wir haben eine Idee, was wir mit den Codefeldern der Türen machen können“ sagte Lambert. „Die durchschnittliche Temperatur in der Botschaft könnte niedrig genug sein, um einen Temperaturunterschied auf den Codefeldern zu sehen“ schlug Grim vor. „Es wäre einen Versuch wert. Nur durch diese Türen kommen wir weiter“ meinte Lambert. Sie gingen über den Flur bis zu einem Abstellraum. Ein Teil der Wand war herausgebrochen. Dahinter lag ein schmaler Durchgang zwischen den Wänden. Sam und Carrie schlichen hindurch und rutschten am Ende an einem Rohr ins Erdgeschoss.
In dem Raum hinter der Wand befanden sich drei chinesische Soldaten, die dabei waren, alle Computer im Raum zu zerstören. Sam schlich bis zur Öffnung, da wurde er entdeckt. Sofort eröffneten die Chinesen das Feuer. Sam schoss, erwischte einen Soldaten und versuchte in Deckung zu gehen, wurde jedoch am Arm getroffen. Aber auch die beiden anderen Chinesen gingen in einem Kugelhagel zu Boden. Carrie, die sich noch hinter der Wand befand und von den Männern noch nicht bemerkt worden war, hatte mit dem Lauf des SC 20 einfach die dicke Pappe durchschlagen und durch die Wand geschossen. Jetzt lief sie zu Sam. „Bist du in Ordnung ?“ „Nicht weiter schlimm, nur ein Kratzer“ entgegnete Sam. Carrie holte eine Binde aus ihrem Medipack und verband Sams Arm.

Sie betraten den Computerraum und versteckten die Leichen der Soldaten. Dann traten sie hinaus auf den Flur, hier stand ein weiterer Computer, der noch intakt war. Sam ging zum Schreibtisch und griff auf das System zu. „Grim ? Wie sieht’s aus ?“ fragte Lambert. „Ich weiß nicht, wie viel wir noch benutzen können. Ist fast alles gesäubert........Lambert sieh mal.......“ „Oh Mist. Sie haben das Americium 239 gefunden. Sind gleich zurück Fisher.“ Sie gingen durch die nächste Tür, weiter den Flur entlang, als sich Lambert wieder meldete. „Neues Missionsziel, Fisher. Da ist ein LKW Konvoi in einem Lagerhaus auf dem Botschaftsgelände. Sorgt dafür, das er nie losfährt. Ich weiß ihr habt nicht genug Sprengsätze, aber.......“ „Aber alles mit einem vollen Tank, ist eine Bombe, die auf einen Zünder wartet“ bestätigte Sam. „Müssen wir auf Strahlung achten ?“ „Die Komponenten sind nicht zusammen gesetzt, es wird keine Kettenreaktion geben“ beruhigte ihn Lambert.

Sie betraten das Treppenhaus und hörten Schritte über sich. Sam schoss die Lampe aus und sie gingen unter der Treppe in Deckung. Da kam auch schon die Wache runter um nachzusehen. Sam schlug ihn nieder und zog ihn unter die Treppe, während Carrie weiter nach oben ging. Sie zerstörte die Sicherheitskamera, als ein zweiter Wachmann auf sie zukam. Sie betäubte ihn und versteckte ihn ebenfalls im Dunkeln, als Sam die Treppe hoch lief.  Sie gingen über den Flur und standen vor der Tür zu einer großen Halle, die mit einem Codeschloss gesichert war. Sam benutzte das Wärmebild, doch es waren keine Abdrücke zu sehen. Da kamen Schritte über den Flur. Schnell versteckten sie sich in einem Büro am Ende des Flurs. Sam benutzte die flexible Optik und sah einen Oberst mit einem weiteren Soldaten. Der Oberst blieb vor der Tür zur Halle stehen und gab den Code ein. „Da haben wir ja Glück“ dachte Sam.

Sie warteten bis die beiden Männer die Halle betreten hatten und gingen zur Tür. Wieder schaltete Sam auf Wärmemodus. Jetzt konnte er die Tasten erkennen, die der Oberst gedrückt hatte und gab den Code ebenfalls ein. Er öffnete die Tür und hörte das Summen mehrer Maschinengewehre. Vorsichtig betrat er die Halle. Direkt neben der Tür befand sich ein Regal. Sam sprang und hielt sich fest, dann zog er sich hoch. Carrie tat es ihm nach. Sie schlichen über das Regal und konnten eins der Gewehre von oben sehen. Ein weiteres war auf dem Flur über ihnen. Sam deutete nach oben und Carrie nickte. Während er nach unten kletterte, um das Automatikgewehr zu deaktivieren, nahm Carrie sich das obere vor. Sie wollte es gerade abschalten, als sie Stimmen hörte. Drei Soldaten kamen den Flur entlang. Anstatt das Gewehr zu deaktivieren, schaltete sie nur die
Freund – Feind Erkennung aus. Als die Soldaten sich nährten feuerte das Gewehr los. Getroffen gingen alle drei zu Boden. Jetzt schaltete Carrie das Gewehr ab. Inzwischen war Sam zu ihr hochgeklettert. Sie versteckten die Leichen und sahen sich um. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich eine Tür mit Retinascanner. Doch über der Treppe stand ein weiteres Gewehr. Sie konnten den Flur nicht erreichen, ohne davon erfasst zu werden. Da hatte Sam eine Idee. Über ihnen befand sich eine Leuchterschiene mit mehreren Scheinwerfern. „Aber wie kommen wir durch den Retinascanner ?“ meinte Carrie. „Das überlegen wir uns, wenn wir drüben sind“ sagte Sam.

Er zog sich hoch und hangelte sich zur anderen Seite. Doch bevor er den Flur erreichte ging auf der anderen Seite eine Tür auf und der Oberst kam zurück, in Begleitung eines weiteren Soldaten. „Es müsste einen offiziellen Befehl geben“ sagte der Oberst zu ihm. „Keine Zeit dafür“ erwiderte der Soldat. „Ich muss zum Konvoi, bevor er losfährt.“ „Verstehe, aber das ist eine Ausnahme“ meinte der Oberst. Er trat vor den Retinascanner und legte sein Gesicht auf den Abtaster. Die Tür öffnete sich und der Soldat trat hindurch. Der Oberst ging davor in Stellung. Leise hangelte Sam sich weiter und ließ sich hinter dem Oberst hinunter. Dann packte er ihn von hinten, hielt ihm die SC Pistole an den Kopf und zwang ihn, den Retinascanner noch einmal zu benutzen. Als die Tür sich öffnete, schlug er ihn nieder. Carrie ging an Sam vorbei und erledigte den Soldaten, der sich noch in dem Büro befand. Dann sprangen sie aus dem Fenster in einen kleinen Garten, der zu einem Hinterhof führte. Vorsichtig sah Sam um die Ecke.


Drei  Wachen waren dort auf Patrouille, einer davon mit einem Rottweiler. „Vielleicht derselbe, mit dem wir schon einmal zu tun hatten“ dachte Sam. Er nahm ein Ringgeschoss und betäubte den Hund, während der Soldat sich verwundert umsah. Dann kam er auf sie zu. Sam ließ ihn vorbei gehen und knockte ihn aus. Neben dem Hof zog sich ein Wassergraben über das Gelände. Sie schlichen ins Wasser und kamen so ungesehen an den beiden anderen Wachen vorbei. Eine Gittertür führte zu einem weiteren Hof, wo nur ein Mann Wache hielt. Sam verpasste ihm eine Ladung mit einem Taser und schoss den Scheinwerfer aus. So konnte die Kamera über der Tür sie nicht erfassen. Die Tür führte zu einem Lagerhaus. Als sie es betraten, sah Sam, wie ein weiterer Offizier ein Codeschloss auf der anderen Seite der Halle benutzte und durch die Tür trat. „Los schnell“ rief er Carrie zu und spurtete los. Er musste das Schloss erreichen, solange die Zahlen noch erkennbar waren. Wieder benutzte er das Wärmebild und gab die Zahlen ein. Hinter der Tür war ein Abstellraum, der in ein weiteres  Lagerhaus führte. Sam schoss das Licht aus, da kam der Offizier zurück. Sam schlug ihn nieder, während Carrie sich die Wache schnappte, die vor der Tür zum Lagerhaus stand. Vorsichtig sah sie um die Ecke. „Da sind noch zwei“ flüsterte sie Sam zu. „Außerdem befindet sich eine Kamera neben der Tür.“ „Übernimm du die Kamera, ich erledige die Wachposten“ sagte Sam. Carrie benutzte das Störsystem, während Sam die erste Wache niederschoss. Da kam auch schon der zweite Soldat um die Ecke. Gerade als er sich über seinen Kameraden beugte, traf ihn ebenfalls eine Kugel. Jetzt schoss Carrie auf die Kamera und legte sie endgültig lahm. Sie durchquerten das Lagerhaus, Sam zerstörte eine zweite Kamera, dann  kletterten sie über ein paar Kisten auf einen Steg der zur Lagerhalle führte.

Vorsichtig schlichen sie um die Ecke und konnten jetzt die beiden LKW sehen. Ein Soldat war dabei, den rechten aufzutanken. „Das reicht, Pen. Wir haben mehr Benzin als wir brauchen. Wir müssen langsam mal los“ sagte der andere Fahrer zu ihm. „O.K.“ sagte Pen. Sam und Carrie nickten sich zu. Während Sam auf den linken LKW zielte, nahm Carrie sich den rechten vor. Fast gleichzeitig schossen sie auf die großen Tanks der Lastwagen. Mit einem gewaltigen Knall gingen die Benzintanks hoch, dann explodierte die Ladung der beiden LKW.
„Gute Arbeit Fisher, diese Atombomben erreichen niemanden mehr“ sagte Lambert.  „Jetzt der General“ meinte Sam. „Genau. Wir vermuten das er und sein Terminal im Büro des Botschafters sind. Ihr braucht Feirong also lebend.“

„Los machen wir das wir wegkommen“ sagte Sam zu Carrie. „Den Knall hat man sicher auf dem ganzen Botschaftsgelände gehört.“ Sie liefen die Treppe herunter und stiegen durch eine Luke in einen Wartungsschacht. Vor ihnen ging ein Soldat durch den schmalen Gang. Sam schlich ihm nach und schlug ihn K.O. Dann gingen sie vorsichtig weiter, als ein weiterer Soldat auftauchte. Doch bevor er die beiden erreichte, blieb er plötzlich stehen und griff nach seinem Funkgerät. Sie konnten nicht hören, was gesagt wurde, der Soldat antwortete nur: „Wo bist du ?“ dann drehte er sich um und rannte den Weg zurück, den er gekommen war. „Da stimmt was nicht“ meinte Sam. „Schnell ihm nach.“ Sie verließen den Wartungsschacht und kamen auf einen Flur. Am Ende war eine Tür mit Codeschloss, die der Soldat gerade durchquerte. Die Tür schloss sich wieder. Mit dem Wärmebild gab Sam den Code nochmals ein. Hinter der Tür befand sich ein Aufzug. Sie hörten, wie er über ihnen stoppte und geöffnet wurde. Sam drückte den Rufknopf, um ihn wieder herunter zu holen. Endlich erschien die Kabine, sie stiegen ein und fuhren nach oben. Vor ihnen lag wieder der Flur, in dem sie herein gekommen waren. Rechts lag das Büro des Botschafters. Da hörten die Schüsse aus dem Büro. Sam benutzte noch einmal das Wärmebild, um den Code für die Tür zu bekommen. Schnell liefen sie durch den Vorraum und standen dann vor dem Büro. Zwei Soldaten lagen tot am Boden. Der General saß hinter seinem Schreibtisch, in einer Hand einen Pistole, in der anderen eine Flasche Schnaps. Er schien ziemlich betrunken zu sein. Jetzt sah er auf und blickte auf die beiden Eindringlinge.

„Ich werde mich erschießen“ drohte er. „Nicht ins Gesicht“ bat ihn Sam. „Sie sind Amerikaner. Sie sind der Grund für alle meine Sorgen, ja ?“ fragte Feirong. „Tun sie mir den Gefallen und töten sie mich“ bat er. Als sie sich nicht rührten, stand er auf und ging auf sie zu. Er feuerte ein paar Schüsse ab, doch betrunken wie er war, konnte der General nicht treffen, zumal Sam und Carrie sich auch aus der Schusslinie hielten. Jetzt wurde es Sam allerdings doch zu dumm. Er lief hinter Feirong,  packte ihn und hielt ihm die Waffe an den Kopf.
„Ich werde die Daten auf dem Computer freischalten und sie werden mir helfen“ sagte er zu Feirong. „Zur Hölle mit ihnen“ schimpfte Feirong. „Einen Toten können sie zu nichts mehr zwingen:“ „Sie sind noch nicht tot“ korrigierte ihn Sam. „Noch können sie selbst entscheiden, wie qualvoll ihr Ende sein wird.“ „Mein Leben war schon vor ihrem Erscheinen leidvoll. Quälen sie mich nur“ meinte der General. „Gern“ stimmte Sam zu. „Wo ist Nikoladze hin ?“ fragte er Feirong. „Ich weiß es nicht, mir egal“ sagte der. „Sie schulden dem Mann keine Loyalität. Er ist weg und hat sie verraten“ meinte Sam. „Ich hoffe, das sie ihn finden und töten. Aber ich weiß nicht wo er ist“ sagte Feirong. „Töten sie mich. Nun machen sie schon“ flehte Feirong. Doch Sam zerrte ihn mit sich zum Computer und zwang Feirong die Daten zu entsperren. Da schrie der General plötzlich auf und brach tot zusammen. Verwundert sahen Carrie und Sam sich an. Entweder hatte er schon vorher Gift oder Medikamente genommen. Zusammen mit dem Alkohol eine gefährliche Mischung. „Sehr gut Fisher“ meldete sich Lambert. „Ts,ts,ts.....diese Selbstmörder“ meinte Sam. „Grim, wie sehn die Daten
aus ?“ fragte Lambert. „Gut. Genug Beweise dafür, das Feirong nicht im Namen der Regierung gearbeitet hat“ antwortete sie. „Fantastisch. Ich leite die Daten an unsere Chefs weiter. Die Chinesen bekommen sie dann von der CIA. Fisher euer Job in Myanmar ist erledigt. Trefft euch mit Coen und verschwindet“ sagte Lambert. Sam und Carrie wollten sich gerade zur Tür begeben, als es eine Explosion auf dem Flur gab und die Tür zum Büro aufgerissen wurde. Draußen loderte ein Feuer. Schnell liefen sie hinaus und in den nächsten Raum, bevor der Flur unpassierbar wurde. Sie kamen in einen Gebetsraum, von dort gelangten sie in ein Treppenhaus. Durch ein Fenster konnten sie draußen die Osprey sehen. Sie schwebte über einem Hubschrauberlandeplatz, der sich hinter der Botschaft befand. Sam öffnete das Fenster, sie sprangen hinaus und liefen auf die Osprey zu, als schon die Klappe geöffnet wurde. Coen stand an der Rampe und erwartete sie bereits. Schnell kletterten sie hinein. Coen schloss die Klappe wieder und die Osprey flog davon.


Russischer Luftraum – Richtung Georgien, 12.04.04 – 5.59 Uhr

Sam saß an einem Computer in der Osprey und ließ die Verschlüsselung laufen, er wollte mit seiner Tochter telefonieren, bevor sie Georgien erreichten. Doch erst wollte Lambert noch mit Sam sprechen, während Carrie aufmerksam zuhörte.  „Fisher, wir müssen über die Arche sprechen“ sagte Lambert. „Was ist das ?“ fragte Sam. „Das was Nikoladze am dringlichsten will, das Ding mit dem wir ihn schnappen werden“ antwortete Lambert. „Mehr wissen wir nicht ?“ entgegnete Sam. „Wir wissen, das die Arche irgendwo im georgischen Präsidentenpalast versteckt ist und wir wissen das Warlam Kristavi sie ihm geben wird.“ „Wer ist Cristavi ?“ wollte Sam wissen. „Der neue Präsident von Georgien. Von unseren CIA Freunden an die Macht gehievt.“ „Das ergibt doch keinen Sinn.“ „Lass das unsere Sorge sein“ beschwichtigte ihn Lambert. „Primäres Missionsziel in Georgien ist Nikoladze. Wenn wir ihn schnappen, haben die guten Jungs gewonnen.“ „Haben sie mit Lambert gesprochen ?“ fragte Coen. „Ja.....wann werden wir Georgien voraussichtlich erreichen ?“ „Wir landen nicht, sie werden abspringen“ antwortete Coen. „Na klasse“ erwiderte Sam. Dann hatte er Sarah am Apparat. „Dad ? Bist du das ?“ „Sarah ! Schön deine Stimme zu hören.“ „Kommst du nach Hause ? Im Fernsehen sagen sie, das sie Nikoladze haben.“ „Das ist nicht so einfach.....“ „Also kommst du noch nicht“ sagte Sarah enttäuscht. „Nein, noch nicht Schatz, aber bald“ versprach Sam. Schweren Herzens legte er auf. Sie mussten sich bereit machen, sie hatten die Absprungzone fast erreicht.



Präsidentenpalast, Tiflis – Georgien, 13.11.04 – 00.04 Uhr

Mit dem Fallschirm war Sam auf einem Vorsprung direkt an der Mauer vom Präsidentenpalast gelandet. Carrie befand sich ein paar Meter weiter rechts von ihm.
„Willkommen zurück in Georgien Fisher. Der direkteste Weg zur Arche führt über die Daten von Präsident Cristavi, siehe Opsat“ sagte Lambert. „Was ist wenn wir Cristavi sehen ?“  „Nicht anfassen. Der gehört der CIA. Wenn Cristavi stirbt, ist die Mission vorbei.“ Sam kletterte zu Carrie herüber. Nacheinander kletterten sie an einem Rohr die Felswand hoch, ein weiteres waagerechtes Rohr führte nach rechts an der Wand entlang.
Sam und Carrie hangelten sich daran rüber zur anderen Seite, bis zu einem weiteren Vorsprung. Von hier aus sprangen sie zur nächsten Felskante herüber und an einem weiteren Rohr ging es hinauf auf die Mauer. Vor ihnen lag ein weitläufiger Platz. Hinter den Rasenflächen wuchsen große Hecken, der Weg führte zwischen den Hecken hindurch zum Palast. Auf einem Wachturm stand ein Soldat und erleuchtete mit einem Scheinwerfer die Umgebung. Zwei Wachen suchten mit ihren Hunden das Gelände ab. Sam und Carrie schossen ein paar Lampen am Rand des Gartens aus. Eine der Wachen drehte sich um und sah sich die kaputten Lampen an. Dann kam sein Kollege auf ihn zu. Die Hunde wechselten die Richtung und wandten sich Sam und Carrie zu. Doch die waren schon bereit und betäubten sie mit den Ringgeschossen. Jetzt schlichen sie durch die Dunkelheit, mussten aber aufpassen, nicht vom Suchscheinwerfer erfasst zu werden. Sie nahmen den Weg durch die Hecken. Am Ende war ein kleinerer Vorhof mit einem großen Springbrunnen.

Dort stand eine weitere Wache. Vor dem Brunnen war ein Gittertor, gesichert durch ein Zahlenschloss.  Hinter dem Tor patrouillierte ein weiterer Wachmann. Sam schlich sich von hinten an den ersten Soldaten an und schlug ihn nieder, während Carrie bereits zum Tor schlich. Sie hackte das Schloss, da kam Sam ihr nach. Sie warteten bis der zweite Wachposten sich entfernte und schlichen nach links bis zu einem Kellerfenster. Sam öffnete es und sie sprangen in den Raum. Leise gingen sie die Treppe nach oben, sie endete in einem Wachraum. Dahinter lag eine große Halle, hier waren einige Bilder und Kunstgegenstände in Glaskästen ausgestellt.
Laserstrahlen blockierten den Ausgang. Sam und Carrie betraten die Halle und gingen bis zur Mitte als sie Stimmen hörten. Schnell schlichen sie in eine Ecke, löschten dort die Lampen und versteckten sich in der Dunkelheit. Die Laserstrahlen vor der Tür erloschen, vier Wachen betraten die Halle und durchsuchten sie.  „Haben wir einen stillen Alarm ausgelöst ?“ flüsterte Carrie zu Sam. „Glaube ich nicht“ sagte er. „Ich denke Nikoladze ist nur vorsichtig. Er steht unter Druck und weiß das er gejagt wird.“ Zwei Wachen kamen in ihre Richtung. Sam nickte Carrie zu. Sam schlich nach links, Carrie nach rechts. Fast gleichzeitig schlugen sie die Männer nieder. Jetzt kam auch die dritte Wache in ihre Richtung. Der vierte ging in den Wachraum. Sam betäubte Wachmann Nr. 3, dann schlichen sie durch die Tür und kamen in einen Flur, eine Treppe führte in den ersten Stock. Diese war jedoch unten und oben auch mit Laserstrahlen abgesichert. Sam kletterte auf einen Heizkörperkasten und hangelte sich an einer Holzleiste bis zur Mitte der Treppe und kletterte dann über das Geländer. Während Carrie ihm noch folgte öffnete er die nächste Tür und warf einen Blick in das Treppenhaus. Mehrere Soldaten hielten sich hier auf.

„Das sind keine Palastwachen, das sind Spezialeinheiten“ sagte Sam. „Georgische Elitetruppen. Vermutlich Cristavis Leute. Das macht die Sache nicht einfacher“ stimmte Lambert zu. „Ändert das unsere Ziele ?“ fragte Sam. „Nein. Sucht die Verhörprotokolle. Cristavis Männer werden nicht viel freundlicher zu euch sein als die von Nikoladze. Der Einsatz von Gewalt ist hiermit genehmigt.“ „Hast du noch genug Taser ?“ fragte er Carrie und sie nickte. Sam hatte nicht vor wild herumzuballern, wenn es sich vermeiden ließ. Das würde nur die anderen Soldaten alarmieren. Sam zerschoss ein paar Lampen und sie zogen sich in den Flur zurück. Die Soldaten suchten das Treppenhaus ab, konnten aber niemanden finden. Als sich die Lage beruhigt hatte, öffnete Sam erneut die Tür. Zwei Wachen befanden sich im Erdgeschoss und stellten momentan keine Gefahr dar. Die beiden anderen allerdings......Sie schlichen durch das Dunkel. Sam schoss einen Taser auf die Wache im ersten Stock. Zuckend fiel der Mann zu Boden. Dann gingen sie die Treppe rauf in den ersten Stock. Carrie legte die zweite Wache lahm. Sam ging zur Tür und hackte das Codeschloss. Er öffnete die Tür. Hier waren zwei weitere Palastwachen, außerdem 2 Spezialeinheiten. Sam und Carrie schossen ein paar Lampen aus und schlichen an den Soldaten vorbei über den Flur. Die zweite Abzweigung auf der linken Seite führte zu Cristavis Büro. In dem Gang war eine Sicherheitskamera. Carrie schoss die Lampe aus, dann öffnete Sam die Tür mit dem Dietrich. Direkt hinter der Tür waren noch zwei Laserfallen. Unter der ersten schlichen sie hindurch, bei der zweiten sprangen sie drüber. Doch ein georgischer Offizier befand sich in dem Nebenraum vom Büro und hatte sie gehört: „Präsident Cristavi ? Sind sie das ? Nikoladze und seine Männer sind fast in der Bibliothek. Wir warten bis er drin ist nicht war ? Hallo Präsident Cristavi ?” Als er immer noch keine Antwort bekam wurde der Mann misstrauisch. Er ging zum Lichtschalter und wollte ihn gerade umlegen, Carrie ihn mit einem Kopfschuss erledigte. Sam ging zum Computer und fing an zu tippen.

„Mann, wie ich das hasse !“ schimpfte Lambert. „Was empfangt ihr ?“ fragte Sam. „Verhöre, Folter und......oh mein Gott !“  „Was ?“ „Die Arche ist eine SADM !“ “Eine was ?” “Eine Special Atomic Demolition Munition” antwortete Lambert. „Eine tragbare Atombombe...“ meinte Sam. „Ja......wir melden uns wieder....“ Besorgt sahen Sam und Carrie sich an. „Die Arche ist euer Missionsziel. Holt sie euch. Sie ist in einem Keller in der Bibliothek. Der Safe hat ein Retinaschloss, das auf Nikoladze anspricht.“ „Also werden wir Nikoladze lebend brauchen, um die Arche zu bekommen.“ „Stimmt genau.“ Sie verließen das Büro und schlichen weiter den Flur entlang. Die beiden hatten fast die nächste Tür erreicht, als diese aufging und ein georgischer Soldat ihnen entgegenkam. Schnell drückten sie sich an die Wand und der Mann ging vorbei. Unbemerkt schlüpften sie durch die Tür in den nächsten Flur. Dieser endete vor einer weiteren Tür mit Zahlenschloss. Sam hackte das Schloss und sie kamen in einen weiteren Flur. Er endete in einer Halle, in deren Mitte sich ein Aufzug befand. Drei weitere Spezialeinheiten bewachten die Halle. „Der Aufzug führt runter in die Bibliothek“ sagte Sam. Carrie schoss die Lampen im Flur aus. Eine der Wachen kam auf sie zu. Sam legte ihn mit einem Taser lahm. Unter leisem Stöhnen wurde er ohnmächtig. Sofort wurden die beiden anderen aufmerksam und liefen zu ihrem Kameraden, als es auch sie erwischte. „Das war fast zu leicht“ bemerkte Carrie und Sam grinste. Sie stiegen in den Aufzug und fuhren nach unten.

Die Türen öffneten sich und sie stiegen aus, als sie Rufe hörten: „Aufpassen ! Da sind sie !“  Vier Spezialeinheiten stürmten in die Bibliothek. „Verdammt ! Das ist ein Hinterhalt !“ dachte Sam. Schnell duckten sich beide hinter den Bücherregalen in Deckung, da pfiffen ihnen schon die ersten Kugeln um die Ohren. Sam fuhr hoch und feuerte los, erwischte einen der Soldaten und ging sofort wieder in Deckung. Ein anderer versuchte über die Balustrade an sie heran zu kommen, wurde aber von Carrie erschossen. Einer der Soldaten verließ seine Deckung und rannte auf Sam zu, doch der war schneller und stoppte ihn in vollem Lauf. Den vierten erwischte Carrie, als sie durch eine Lücke zwischen den Büchern schoss und ihn mit einem Schuss in die Brust zur Strecke brachte. Sam kam zu ihr rüber. „Bist du in Ordnung ?“ „Ja, du
auch ?“ und Sam nickte. „Gehen wir in den Keller....“ Vorsichtig folgten sie dem Gang nach unten, falls sich dort weitere Soldaten aufhalten sollten. Doch niemand war zu sehen. Der Keller stand voll mit großen Kisten. Im hinteren Teil stand der Safe. Sam ging darauf zu, als er Nikoladze entdeckte. „Habt ihr sie getötet ?“ fragte der, dann wurde ihm klar, das er nicht seine Leute sondern die Amerikaner vor sich hatte. Er drehte sich herum und versuchte in Deckung zu gehen, doch Sam war schneller und packte sich Nikoladze. „Erzählen sie mir von der Arche“ forderte Sam. „Lassen sie mich, ich mache sie reich“ erwiderte Nikoladze. „Ich weiß was sie ist, ich will wissen woher sie stammt“ sagte Sam. „Das bringt ihnen nichts.“ „Was wollen sie mit ihr machen ?“ „Womit ?“ „Die Arche ! Wo wollen sie sie zünden ?“ „Töten sie mich oder lassen sie mich gehen, was sie tun ist zwecklos“ meinte Nikoladze. „Erzählen sie mir von der Arche !“ forderte Sam noch einmal. „Zeitverschwendung. Ich sage nichts mehr“ erwiderte Nikoladze trotzig. Sam gab auf, zerrte Nikoladze zum Retina – Scanner und drückte ihn auf den Abtaster. Der Safe öffnete sich, doch die Arche war nicht da. Nur eine Plastikkarte mit einer eingestanzten Nummer lag darin. Sam nahm sie an sich. Carrie hörte Schritte, drehte sich herum und sah sieben Spezialeinheiten in den Keller stürmen. Sie wollte Sam noch eine Warnung zurufen, doch es war zu spät. Schon waren sie von sechs der Männer umstellt. Der siebte bewachte den Eingang zum Keller. Alle besaßen Nachtsichtgeräte.

„Keine Bewegung !“ „Hände hoch !“ „Keine Bewegung ! Keine Bewegung !“ kamen die Befehle von allen Seiten. Sam ließ Nikoladze los und stieß ihn nach vorn, dann hoben beide die Arme. Der Anführer wandte sich an Nikolatze: „Kombayn Nikoladze, wer sind ihre Freunde ? Amerikaner ?“ „Fragen sie sie selbst“ antwortete der. „Sie werden uns die Arche geben !“ „Bin ich Gott ?“ „Sie werden uns die Arche geben.“ „Ich weiß wirklich nicht, wovon sie sprechen“ versuchte Nikoladze sich rauszureden. „Cristavi weiß, das es eine nukleare Kofferbombe ist, er weiß das sie sie haben.“ „Mmhh....ein schlauer Mann. Weiß er auch, das sie bereits in Amerika ist ?“ „Was ?“ fragte der Soldat verblüfft. „Die Arche ist nicht hier“ bestätigte Nikoladze. „Ich höre“ sagte der Soldat. „Das einzigste hier im Keller ist der Aktivierungsschlüssel. Die Bombe ist in Amerika. Garantiert Cristavi meine Freiheit, sage ich ihm, wo die Arche ist.“ „Her mit dem Aktivierungsschlüssel !“ befahl der Anführer. „Dieser Spion hat den Schlüssel. Ihr werdet ihn euch holen müssen. Ich kann euch sagen, wo die Arche ist, im Gegenzug für meine Sicherheit und Freiheit.“ „Gut. Ihr zwei eskortiert Mr. Nikoladze aus der Bibliothek.......Sie wer sind sie ?“ richtete sich der Anführer jetzt an Sam und Carrie. Doch beide reagierten nicht. Zwei Soldaten gingen mit Nikoladze aus dem Keller. So blieben noch fünf übrig. „Sagt nichts Fisher“ befahl Lambert. „Wir arrangieren in 5 Sekunden ein Blackout. Macht das Beste daraus.“ Sam sah Carrie aus den Augenwinkeln an und nickte ganz leicht nach hinten. Das sollte heißen, sie solle bei den Kisten hinter ihnen Deckung suchen, sobald es dunkel wurde. Sie nickte ganz  leicht zurück, als Zeichen, das sie verstanden hatte. „Geben sie mir den Schlüssel zur Arche, sie können ihn mir geben oder ich nehme ihn. Sie haben 5 Sekunden........4 Sekunden.......3..........2........“ In diesem Moment verlöschte das Licht. Sofort gingen die zwei in Deckung. „Wer war das ?“ rief einer der Soldaten überrascht. Dann bemerkten sie, das die Amerikaner sich verschanzt hatten und eröffneten das Feuer. Die zwei vorderen waren nicht in Deckung gegangen, sie erwischte es zuerst. Sam warf eine Granate, damit war ein weiterer außer Gefecht. Während Sam den vierten unter Feuer nahm schlich Carrie zum Eingang und wurde sofort entdeckt. Er schoss auf sie, zielte jedoch daneben, die Kugeln hämmerten in die Kiste dicht neben ihr. Dafür erwischte sie ihn in mit einem Bauchschuss und er fiel nach hinten. Sam hatte den anderen getötet, jetzt eilten sie nach oben.

„Fisher, Nikoladze darf nicht entkommen !“ „Du glaubst er weiß, wo die Arche ist ?“ „Ja, er darf mit dieser Information nicht weiter leben.“ Sie liefen durch die Bibliothek, durch die offene Flügeltür nach draußen in den Innenhof. In der Mitte befanden sich zwei Springbrunnen, umrahmt von einer Hecke. Vier Soldaten bewachten den Hof. Jeweils zwei patrouillierten auf der linken und rechten Seite, einer unten, er andere im ersten Stock. Sam schoss zwei Lampen auf der linken Seite aus und kletterte an einem Rohr in den ersten Stock. Unten kam der Wachposten auf sie zu. Carrie betäubte ihn mit zwei Ringgeschossen. Sam ließ die Wache im ersten Stock vorbei gehen und schlug ihn nieder. Carrie kletterte jetzt auch nach oben. Sam lief voraus zur Tür, sie war verschlossen. Er musste sie mit dem Dietrich öffnen. Dahinter lag ein weiterer Gang. Sam schoss die Lampen aus und ging weiter, als Carrie ihn einholte. Sie konnten von dort Cristavis Büro sehen, er betrat es gerade zusammen mit Nikoladze und sie setzten sich in der Nähe des Fensters an einen Tisch. „Da meldete sich Lambert: „Um es ganz deutlich zu machen. Erschieß Nikoladze von dort aus. Tu es jetzt ! Schieß nicht daneben ! Du bekommst vermutlich nur diese eine Chance.“ Sam zögerte keine Sekunde. Er nahm das SC 20 vom Rücken und zoomte an das Fenster heran. Durch die Gardine sah er Nikoladze genau vor sich. Er zielte.........und drückte ab. Nikoladze sackte zusammen.

„Gut Fisher. Zeit von dort zu verschwinden“ befahl Lambert. Die Daten die du hast, sind die letzten.“ „Die letzten von was ?“ fragte Sam. „Nikoladzes letzte Bedrohung gegen die USA. Unsere höchste Priorität liegt darin, zu schützen was du bei dir trägst. Die Osprey wartet.“ Die Tür zum Erdgeschoss ging auf und ein Soldat stürmte auf den Gang. Da es jedoch stockdunkel war, sah er die Amerikaner nicht sofort. Da erwischte ihn auch schon der Schuss von Sam und er fiel zu Boden. Sie liefen die Treppe hinunter und kamen zu einem Speisesaal. Zwei von Cristavis Leuten betraten mit gezogenen Waffen den Raum, ein weiterer kam von oben die Treppe herunter. Carrie schaltete ihn aus, bevor er sie bemerkte. Dann warteten sie auf die beiden anderen. Noch bevor sie den Flur richtig betreten hatten, trafen sie die tödlichen Geschosse. „Fisher, die Osprey erwartet euch an der Stelle, wo ihr hochgekommen seit. Ihr müsst nur noch den Hof überqueren um sie zu erreichen“ gab Lambert durch. Sam und Carrie liefen durch den Speisesaal zu einem Vorraum. Je eine Tür links und rechts führte ins Treppenhaus. Sam überprüfte die linke Tür mit der flexiblen Optik. Zwei Palastwachen standen dahinter und warteten nur darauf, das sie die Tür öffneten. Carrie sah bei der rechten Tür nach. „Hier sind auch zwei“ flüsterte sie. Sie gingen in einer Ecke in Deckung und Sam gab einen einzelnen Schuss auf die Tür ab. „Kommen sie raus“ rief einer der Soldaten, doch natürlich kamen sie diesem Befehl nicht nach. Vorsichtig wurde die Tür geöffnet, die zwei Soldaten schlichen sich herein. Da schossen sie beide einen Taser ab und Cristavis Männer fielen nach vorn und rührten sich nicht mehr. Leise schlichen sie ins Treppenhaus und zur Vordertür, die Wachen auf der rechten Seite bemerkten die beiden nicht, da sie ihnen den Rücken zugewandt hatten. Lautlos öffnete Sam die Tür. Am Ende vom Hof, hinter der Mauer, konnten sie die Osprey sehen, sie wartete mit heruntergelassener Klappe auf sie. Jetzt gab es nur eins, rennen was das Zeug hielt. Sam atmete noch einmal tief durch. „Fertig ?“ fragte er Carrie. „Ja, auf geht’s“ antwortete sie. „Na dann......los“ sagte Sam und spurtete voran. Sie jagten zwischen den Hecken hindurch, über den Rasen, neben ihnen schlugen überall Kugeln ein, doch sie wurden nicht getroffen. Sam und Carrie erreichten die Mauer, stießen sich ab und mit einem großen Sprung landeten sie auf der Rampe der Osprey. Sie warfen sich hinein und sofort fuhr Coen die Klappe hoch. „O.K. wir haben sie, weg hier“ rief Coen. Der Pilot gab Gas und die Osprey flog davon.


Russischer Luftraum – Richtung Japan, 13.11.04 - 02.10 Uhr

Sam und Carrie hatten ihre Ausrüstung abgelegt, sich aus ihren Anzügen gezwängt und wieder „normale“ Kleidung angezogen.„Was gäbe ich jetzt für `ne heiße Dusche“dachte Carrie. Jetzt, wo alles vorbei war und es endgültig nach Hause ging, merkte sie erst wie K.O. sie war. Sam war vorn und unterhielt sich noch mit Coen, während sie ihre Sachen zusammen packte. Sie würden Coen in Japan absetzten und dort auftanken, dann würden sie in die USA zurück fliegen. Carrie streckte sich auf einer der Pritschen aus und schloss die Augen. „Nur einen Moment ausruhen“ dachte sie. Doch sie war wirklich müde und das monotone Brummen der Motoren in der Osprey tat ihr übriges. Nach wenigen Minuten war sie eingeschlafen. Sam kam nach hinten, in der Hand ein paar Sandwichs. Er hatte Carrie eigentlich fragen wollen, ob sie auch Hunger hatte, doch als er sie so da liegen sah, schmunzelte er. Er nahm eine Decke aus dem Regal, deckte Carrie zu und strich ihr sanft über den Arm.. Sie murmelte nur einmal kurz, schlief aber weiter. Vorne beobachtete Coen amüsiert die Szene.„Ich weiß nicht, ich weiß nicht.......“ dachte Coen. „Fisher, ich glaube es hat dich erwischt....“  Lächelnd wandte sie sich ab.



NSA Hauptquartier, Ford Meade, Maryland – USA, 15.11.04. - 10.25 Uhr


Die Osprey war vor knapp zwei Stunden auf einem nahe gelegenen Militärstützpunkt gelandet. Von hier aus hatte man sie umgehend nach Ford Meade gebracht. Carrie sah Sam von der Seite an, er kam ihr etwas nervös vor, dabei gab es doch keinen Grund, sich noch Sorgen zu machen. „Ich muss mit ihr reden, bevor ich nach Hause fahre. Ich muss es irgendwie schaffen sie allein zu sprechen !“dachte Sam. Sie betraten die Einsatzzentrale. Lächelnd kamen Lambert und Grim ihnen entgegen. „Sam, gratuliere. Hervorragende Arbeit. Das gleiche gilt natürlich für sie Agent Masters“ sagte Lambert „Danke sehr, Sir“ erwiderte Carrie. „Ich habe vorhin mit dem Präsidenten gesprochen, er ist sehr zufrieden......Nun, nach dieser erfolgreichen ersten Mission hat Third Echelon sich erst mal etabliert. Unser Budget wird erweitert und wir werden weitere „Splinter – Cell“ rekrutieren. Für euch heißt es jedoch erst mal ausspannen. Ihr habt euch eine Pause redlich verdient. Trotzdem hätte ich gerne innerhalb der nächsten zwei Wochen eure Berichte vorliegen. „Kein Problem“ meinte Sam. „Gut, dann fahrt erst mal nach Hause und ruht euch aus.“ Lambert nickte ihnen noch einmal zu und ging dann zurück an seine Arbeit.

Sam und Carrie verließen die Zentrale und gingen den Flur hinunter. „Tja, das war es erst mal“ meinte Carrie etwas wehmütig. „Ja....sag mal......hast du noch einen Moment Zeit ?“ fragte Sam. „Natürlich.......für dich doch immer“ sagte Carrie lächelnd. Sam sah sich um. „Warte.......gehen wir hier rein“ sagte er und öffnete die Tür zu einem leerstehenden Büro. „Was gibt’s denn ?“ „Oh Mann, wie soll ich ihr das bloß erklären ?“ dachte er. „Nun, eigentlich.......“ Etwas hilflos sah er sie an. „Ich wollte dir für die gute Zusammenarbeit danken“ begann er. „Oh, das Kompliment gebe ich gerne zurück. Und ich hoffe, das wir das wiederholen können. Doch irgendwie hatte Carrie das Gefühl, das Sam etwas ganz anderes auf dem Herzen lag. Sie sah ihn an. „Ist sonst noch etwas ?“ „Weißt du eigentlich.....“ Sam schaffte es nicht seine Gefühle in Worte zu fassen. Er sah sie an, sah ihr tief in die Augen.........und langsam dämmerte es Carrie.„Kann das möglich sein ?“ dachte sie. Ein strahlendes Lächeln huschte über ihr Gesicht und Sam wurde klar, das weitere Worte gar nicht nötig waren.  Er machte einen Schritt auf sie zu und zog sie zu sich heran. Falls er sich irrte, würde sie ihm vermutlich eine gehörige Ohrfeige verpassen, aber das war ihm jetzt auch egal. Das ganze endete in einem langen Kuss.

Nach einer halben Ewigkeit ließ Sam sie los. Jetzt grinste er. „Was ist ?“ „Ich fürchte, jetzt fangen unsere Probleme erst an“ sagte Sam. „Lambert ?“ vermutete Carrie. „Wenn er davon erfährt, wird er uns in Stücke reißen.“  „Nun, dann müssen wir vorsichtig sein und dafür sorgen, das er es nicht erfährt.“ „Auf Dauer lässt sich so etwas nie geheim halten“ meinte Sam. „Aber da ist noch etwas......“ „Du meinst deine Tochter Sarah, richtig ?“ „Ich habe keine Ahnung wie sie reagieren wird. Und ich habe schon genug Geheimnisse vor ihr. Ich will, das sie es weiß.“ „Nun, dann sag es ihr einfach“ schlug Carrie vor. „Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn ihr euch vorher mal kennen lernen würdet. Was hältst du davon, am Wochenende zum Essen zu kommen ? Sagen wir Samstag ? 19.00 Uhr ?“ „Du kochst ?“ „Selbstverständlich....“ sagte Sam. „Bin dabei“ stimmte Carrie zu. Sie ging zum Schreibtisch, nahm einen Zettel und schrieb ihre Telefonnummer darauf. „Ruf mich an“ sagte sie, reichte ihm den Zettel und gab ihm noch einen Kuss, dann verließ sie das Büro, drehte sich jedoch noch einmal um und lächelte ihm zu. Danach ging sie endgültig den Flur hinunter. Oh Mann Sam. Was hast du dir nur dabei gedacht ?“ überlegte er und stellte sich im Geiste Lamberts vor Zorn bebende Miene vor. „Nun, solche Gefühle kann man weder kontrollieren, noch abstellen“ dachte Sam und begab sich zu seinem Wagen, um nach Hause zu fahren.



Towson, Maryland – USA, 19.11.04 – 18.51 Uhr


Es war Freitag Abend. Sam saß mit Sarah zusammen im Wohnzimmer vor dem Fernseher und sie sahen sich die Nachrichten über Nikoladze an. Offiziell hieß es, er wäre bei einem Putschversuch von georgischen Soldaten getötet worden. Nachdenklich sah Sarah zu ihrem Vater herüber. Manchmal war er sehr in sich gekehrt, wenn er von einem Einsatz nach Hause kam. Aber die letzten Tage kam er ihr so losgelöst........ja, richtig glücklich vor. Vielleicht lag es an der neuen Kollegin ? Ihr Vater hatte erzählt, das sie morgen Abend zum Essen kommen würde. Sarah konnte sich nicht daran erinnern, wie lange es her war, das sie Besuch bekommen hatten. Gerade hielt im Fernsehen Präsident Bowers seine Rede an die Nation, in der er auch die Erfolge der Geheimdienste lobte, als Sam plötzlich zu Lachen anfing. „Dad ? Was ist so lustig ?“ fragte Sarah. Doch er antwortete nicht und lachte weiter. „Dad ? Was ist los ? Du hast nicht mehr gelacht, seit Reagan in Rente ist.....“ „Es ist nichts, vergiss es einfach“ beruhigte Sam sie.

In diesem Moment klingelte das Telefon. Sarah wollte schon aufstehen, doch Sam hielt sie zurück. „Das ist die sichere Leitung Schatz. Ist für mich.“ ]„Oh.....“ Sam erhob sich, nahm die Fernbedienung und stellte den Ton des Fernsehers ab. „Musst du etwa schon wieder weg,
Vater ?“ Doch Sam sagte nichts, ging zum Telefon und nahm den Hörer ab. „Hallo Lambert.....“ sagte er. „Sam, es tut mir leid dich schon wieder stören zu müssen. Ich wollte dir nur sagen, das wir möglicherweise eine Spur zu Masse haben. „Wir gehen der Sache noch nach, aber es kann sein, das wir dich bald wieder brauchen.  Ich melde mich wieder, sobald ich etwas genaueres weiß.“ „O.K.“ sagte Sam und legte auf. „Keine Sorge“ wandte er sich an Sarah. So schnell muss ich nicht wieder weg.“



NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland – USA, 18. 01.05 – 07.53 Uhr

Lambert betrat die Einsatzzentrale, als Grim auf ihn zukam. „Gut das du da bist Irving....“ „Gib` s was wichtiges ?“ „Oh ja.......“ sagte Grim und reichte ihm ein Blatt Papier. Er überflog kurz den Text und sah dann Grim  hoffnungsvoll an. „Ist das sicher ?“ fragte Lambert. „Nun, wir wissen nicht zu 100 %, ob sich Masse dort aufhält. Aber in mehreren Telefonaten ist sein Name gefallen. Sicher ist, das sich dort auf der Halbinsel eine von Nikoladzes Zellen befindet und das sie noch aktiv ist.“ „Wir müssen heraus finden, was sie planen und woran sie arbeiten. Und falls Masse sich wirklich dort aufhält........, diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Ruf das Team zusammen. Ich informiere Sam und Masters“ sagte Lambert.



Towson, Maryland – USA, 18.01.05 – 08.15 Uhr

Sam erwachte und richtete sich auf. Er blickte neben sich, wo Carrie lag und noch schlief. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Sam überlegte einen Moment, ob er sie wecken sollte, doch dann er ließ es bleiben. Er stand auf, streifte schnell ein T-Shirt und eine Hose über und ging hinunter in die Küche. Seit fast zwei Monaten war er nun mit Carrie zusammen und fühlte sich rundum wohl. Er dachte an den Besuch von Carrie und das Abendessen mit Sarah. Sie und Carrie verstanden sich auf Anhieb und das war eine Erleichterung für ihn gewesen. Doch was dann kam, damit hatte er nicht gerechnet. Sarah hatte längst begriffen, was gespielt wurde. Als Carrie gegangen war, hatte sie ihn gerade heraus gefragt: „Dad ? Magst du Carrie ?“ „Aber natürlich“  hatte er geantwortet. „Das meine ich nicht, ich meine liebst du sie ?“ Verblüfft hatte er sie angesehen und Sarah fing an zu Lachen. „Oh Dad, das finde ich süß...“ „Was ?“ „Das du rot wirst....“ “Weißt du, ich war mir nicht sicher, was du davon hälst, weil.....“ „Dad, Mom ist seit 8 Jahren tot. Und ich bin erwachsen.  Wenn du eine neue Beziehung eingehst, werde ich dir bestimmt keine Steine in den Weg legen. Außerdem ich mag Carrie, ich finde ihr passt gut zusammen.“ Seitdem Abend gab es keine Probleme, im Gegenteil. Carrie hatte ja ihre eigene Wohnung, doch sie übernachtete öfter bei Sam. Wenn Sarah am Wochenende kam, zogen die beiden auch schon mal allein los, meist zu einem Einkaufsbummel. Waren Sam und Carrie allein,  blieben sie meist bei Sam zuhaus, da sie beide keinen großen Wert auf Gesellschaft legten.

Sam ging hinunter in die Küche und wollte gerade Frühstück machen, als das Telefon mit der Sicherheitsleitung klingelte. Er ging ins Wohnzimmer und nahm den Hörer ab. „Lambert ?“ „Guten morgen Sam, tut mir leid, das ich dich so früh stören muss, aber wir haben Masse endlich aufgespürt. Wann kannst du hier sein ?“ „Ich würde sagen, in einer Stunde.“ „Gut, dann mach dich sofort auf den Weg.“ „Geht klar“ sagte Sam und legte auf. Er drehte sich um und ging nach oben, als Carrie ihm schon entgegenkam. „Hey, guten Morgen, du bist ja doch schon wach....“ sagte er zu ihr. „Ja, aber du warst wohl noch ein wenig schneller.“ Damit beugte sie sich vor und gab ihm einen Kuss. „Hör zu, Lambert hat sich eben gemeldet. Ich soll zur Zentrale kommen.“ „Was ist denn los ?“ „Anscheinend haben sie Masse gefunden.“ „Gut, ich werde dann mal nach Hause fahren“ sagte Carrie. „Vielleicht will Lambert ja, das du auch mitkommst....“ „Ja kann sein, aber dazu muss ich erst mal zuhause sein, damit er mich erreichen kann. Oder willst du ihm sagen, ich wäre hier ?“ „Lieber nicht“ meinte Sam. Zusammen verließen sie das Haus. „Pass auf dich auf“ sagte Carrie, bevor sie in den Wagen stieg und abfuhr. „Aber immer“ versprach Sam.


NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland – USA, 18. 01.05 – 09.08 Uhr

Sam fuhr mit dem Fahrstuhl nach oben und ging den Flur entlang zur Zentrale. Als er eintrat, sah Lambert auf und winkte ihn heran. „Ah Sam. Gut das du da bist.“ Lambert zeigte auf die Karte auf dem Touch – Screen – Bildschirm vor ihm. „Wir haben eine überlebende Zelle von Nikoladze aufgespürt, hier, in einer Fabrik auf der Kola – Halbinsel in Russland. Die Osprey wird gerade beladen und aufgetankt, in einer Stunde ist sie abflugbereit. Ich habe auch schon Coen informiert, sie ist zur Zeit frei und  bereits auf dem Weg , sie wird in Russland zu dir stoßen. Am liebsten wäre es mir, wenn Carrie dich begleiten würde, aber ich habe sie noch nicht erreichen können.“ Sam musste sich ein Grinsen verkneifen.„Wenn du wüsstest....“ dachte er. Da rief Grim von hinten: „Irving, ich habe Carrie am Apparat....“ „Oh gut. Sag ihr, sie soll herkommen, so schnell es geht.......nein warte, sag ihr, sie soll direkt zum Stützpunkt fahren. Ich lasse ihre Ausrüstung dorthin schaffen." Dann wandte er sich wieder an Sam : „O.K. mach dich fertig, ich will euch in spätestens zwei Stunden mit der Osprey in der Luft haben....“ „Geht klar“ sagte Sam und verließ die Zentrale, um sich umzuziehen.



Verlassene Fabrik, Kola – Halbinsel – Russland, 19.01.05 – 17.11 Uhr

Sie hatten Coen auf einem Militärstützpunkt abgeholt und waren zur Kola – Halbinsel weiter geflogen. Die letzten Kilometer waren sie mit dem Transporter gefahren., jetzt hatte Coen sie auf der Rückseite der Fabrik abgesetzt. „Viel Glück“ sagte sie noch zu Sam und Carrie, dann stieg sie wieder ein. Sie kletterten über den Zaun.  „Fisher, wir haben von der Führung gerade das O.K. für Grimsdottiers Plan bekommen“ bestätigte Lambert. „Verrückt....“ meinte Sam spöttisch. „Du musst nur dafür sorgen, das Masse sich an sein Terminal setzt, ich mach den Rest.....“ erklärte Grim.
„O.K. Sam, es gibt zwei primäre Ziele bei dieser Mission“ sagte Lambert. „Zum einen müsst ihr die Programme von Masse bergen und zum anderen muss Masse ausgeschaltet werden. Er ist eine zu große Bedrohung und wir können es nicht riskieren, das er in Zukunft seine Fähigkeiten vielleicht anderen terroristischen Organisationen zur Verfügung stellt. Ansonsten habt ihr freie Hand. Fifth Freedom für alle, die sich im Inneren der Fabrik aufhalten.“ „Verstanden“ bestätigte Sam.

Durch einen Schacht krochen sie ins Innere der Fabrik. Der Schacht endete in einer kleinen Kammer. Eine Wache hielt sich dort auf. Sam zog seine Pistole und schoss ihn nieder. Dann gingen sie die Treppe hinauf und folgten dem Gang. Hinter bei einem Durchgang war eine Laserfalle. Sam und Carrie stiegen darüber. Rechts befand sich ein Retinascanner. Dahinter lag ein Lüftungsschacht. Sie gingen weiter geradeaus und kamen zu einer großen Halle. Hier stand ein Computerterminal auf einem großen Steg. Dahinter befanden sich mehrere Laserfallen. „Warte hier...“ flüsterte Sam und betrat die Halle. Er zog sich auf den Steg und begab sich an den Computer. Nach wenigen Sekunden kam er zurück. „Der Computer öffnet die Tür im nächsten Flur. Aber es ist sicherer, wenn wir die Laserfallen umgehen“ sagte Sam. Sie verließen die Halle wieder und Sam öffnete den Schacht. Sie krochen hindurch und kamen hinter der Halle wieder heraus. Vor ihnen befand sich die geöffnete Tür. „O.K. gehen wir weiter“ sagte Sam. Eine Treppe führte nach oben. Hier befand sich ein altes Büro mit zwei Schreibtischen und einem Bücherregal.
Die nächste Tür war verschlossen. Sam öffnete sie mit dem Dietrich. Sie kamen auf einen langen Flur, als sie Stimmen hörten. Sam schaltete das Licht aus, dann warteten sie bis die Wachen sich näherten. Sam schoss als erster und einer der Terroristen brach zusammen. Der zweite versuchte in Deckung zu gehen, als Carries Schuss ihn tödlich verletzte.

Sie gingen weiter den Flur entlang und eine Treppe hinunter, als ein weiterer Soldat ihnen entgegenkam. Doch schon hatte Sam seine Pistole gezogen und traf den Mann mit einem Kopfschuss. Sie versteckten die Leiche in einem weiteren Schacht. Dann kletterten sie über ein paar Kisten und kamen zu einem Lagerraum. Auch hier waren zwei von Nikoladzes Truppe. Leise kletterten sie auf ein paar Kartons und warteten, bis sie vorbeigingen. Sam nickte Carrie zu und sie sprangen von oben auf die beiden herab, die bewusstlos zu Boden gingen. Im nächsten Gang befand sich eine Kamera. Erst benutze Carrie das Störsystem und Sam schlich vorbei, dann machten sie es umgekehrt. Eine Treppe führte nach unten, auf ihr befand sich eine weitere Laserfalle. Am Fuße der Treppe lag der Serverraum. „Da wären wir“ sagte Carrie und wollte schon zum Computer gehen. „Warte....“ warnte Sam sie. „Was ist ?“ „Ich traue Masse nicht.......Erinnerst du dich, was in Georgien passiert ist, als wir uns an Nikoladzes Computer zu schaffen gemacht haben ?“ fragte Sam. „Ja, wir hatten sofort drei Wachleute am Hals.“ „Weil wir einen stillen Alarm ausgelöst hatten“ bestätigte Sam. „Und du denkst, Masse hat hier auch solche Fallen installiert ?“ „Ja, er ist ein Sicherheits – Freak.“ „Was schlägst du vor ?“ fragte Carrie. „Wir sollten uns absichern.....“ meinte Sam. „Wie viele Minen hast du ?“ „Drei“ antwortete Carrie. „Ja, ich auch. Wir legen zwei hier aus und heben die anderen noch auf. Da oben ist ein Schacht. Wenn wir die Daten abgerufen haben, springen wir auf den Kasten und kriechen da rein, da sind wir erst mal sicher, falls niemand kommt, können wir ja wieder rausklettern“ schlug Sam vor. „Wie du meinst“ stimmte Carrie zu.

Sam nahm zwei seiner Minen, eine brachte er am Eingang an, eine an einem der Server. Dann ging er zum Computer und fing an zu tippen. Sofort ging das Licht aus. „Wusste ich es doch“ dachte Sam. „Schnell ! Nach oben !“ Carrie zog sich in den Schacht, Sam folgte ihr und ging in Deckung. In diesem Moment hörten sie stampfende Schritte die Treppe hinunter kommen, dann ging die erste Mine hoch, direkt danach die zweite. Die Schmerzensschreie verstummten. Vorsichtig sah Sam hinunter, unten lagen drei tote Speznas. Sie kletterten wieder hinunter und gingen den Weg zurück, bis zum Lagerraum. Da meldete sich Lambert: „Fisher, ein georgischer Oberst namens Alekseevich nähert sich euch. Ihr braucht ihn, um durch den Retinascanner zu kommen.“ Sie verließen den Lagerraum und gingen hinter dem Kistenstapel in Deckung, als sie hörten, wie der Oberst sich mit einem der Wachposten unterhielt: „Wieso haben wir keinen Checkpoint passiert ?“ „Sir ?“ fragte der Soldat verwirrt. „Wir sind durch drei Stationen in ein Hochsicherheitsareal gelangt, ohne auch nur einmal angehalten worden zu sein“ schimpfte Alekseevich. „Sie haben eine Eskorte“ meinte der Soldat. „Verkaufen sie mich nicht für dumm, Towaritsch.“ „Ja Sir, Alekseevich, Sir.“

Der Oberst blieb oben auf dem Flur, während der Wachmann die Treppe herunterkam. Sam nahm die Pistole und erschoss ihn. Mit einem dumpfen Aufprall fiel er auf den Boden. Oberst Alekseevich wandte sich um. „Lieutenant ?“ Als er keine Antwort erhielt, kam er die Treppe hinunter. Dann stand er vor dem leblosen Körper. Sofort zog er seine Waffe und sah sich um, konnte jedoch niemanden sehen. Langsam drehte er sich um und ging wieder zur Treppe. Auf diesen Moment hatte Sam gewartet. Leise kletterte er über die Kisten und packte Alekseevich von hinten und hielt ihm die Waffe an den Kopf, dann nickte er Carrie zu, sie solle voraus gehen. Sam zerrte den Oberst hinter sich her. Als sie zur Halle zurück kamen hob Carrie die Hand. Zwei Wachen patrouillierten dort. Vorsichtig schlichen sie mit dem Oberst an ihnen vorbei und erreichten den Retinascanner. Sam drückte Alekseevich auf den Abtaster. Die Tür ging auf und Sam zog Alekseevich mit sich, dann schlug er ihn nieder.  In dem kleinen Raum führte eine Leiter nach oben. Sam wandte sich um und wollte schon die Leiter hochsteigen, überlegte es sich aber noch einmal anders. Er drehte sich zu Alekseevich zurück und verpasste ihm zwei Kugeln.„Du wirst keine unschuldigen Menschen mehr abschlachten !“ dachte Sam. Dann kletterten sie die Leiter rauf.

Oben befand sich ein Konferenzraum mit einem langen Tisch, der jetzt nur noch als Abstellkammer genutzt wurde. Sam nahm die flexible Optik und sah hinter die nächste Tür. Hier war ein großer Saal niemand war oben auf dem Gang zu sehen. Sam öffnete die Tür, schlich zur Brüstung und sah hinunter. Dort befanden sich ein weiterer Soldat und......Masse. Auf mehreren Tischen waren eine ganze Reihe Computer aufgebaut. „Mist ! Mist ! Mist !“ schimpfte Masse. „Aus dem Weg, schuh schuh ! Ihr inkompetenten Affen ! Mist ! Ich kann nicht denken wenn ein Haufen kommunistischer Neandertaler mich umzingelt !“ Der Soldat murmelte irgendwas auf russisch. „Was ? Was war das Nikolai ?“ fragte Masse wütend. „Hast du irgendwas gesagt ?“ „Nichts !“ entgegnete der. Masse sah ihn noch einen Moment grimmig an, ging dann aber wieder an seine Arbeit. Sam ging in den Abstellraum zurück.

„Es stimmt Masse ist da unten. Nur eine Wache ist bei ihm“ sagte er zu Carrie. „Also schnappen wir ihn uns.“ „Ja, aber vorher....“ „Ich weiß schon, sollten wir uns absichern“ beendete Carrie den Satz. „Wenn er im Serverraum eine Falle installiert hatte, dann hier erst recht“ meinte Sam. „Ich erledige die Wache und schnappe mir Masse. Hier.....“ sagte Sam und reichte Carrie seine letzte Haftmine. „Verteil sie hier im oberen Geschoss und komm dann nach.“ „Geht klar.“ Sam öffnete wieder die Tür, nahm das SC 20 und ging zur Brüstung. Er legte an und schoss den Soldaten nieder. Masse drehte sich gar nicht erst um, sondern rannte geduckt in Deckung. Sam hechtete über die Brüstung und sprang in den Saal hinunter. Masse kauerte in einer Ecke unter der Brüstung. Sam zerrte ihn hoch und zum Computer. Mit der Waffe in der Hand zwang er Masse, den Computer zu entsperren. Carrie kam angelaufen. „Alles klar“ sagte sie. Sam schlug Masse nieder und jagte ihm eine Kugel in den Kopf. Oben wurde die Tür aufgerissen. „In Deckung“ flüsterte Sam.

Sie liefen unter die Brüstung. Da detonierten zwei Minen gleichzeitig, kurz darauf eine dritte. Dann war es still. „Ich glaube, wir haben sie alle erwischt.“ „Sam euer Auftrag ist erledigt“ sagte Lambert. „Es halten sich aber immer noch ein paar von Alekseevichs Männern in eurer Nähe auf. Seht zu, das ihr zum Abholpunkt kommt. Coen wartet auf euch. Sie gingen runter und zurück in den Gang. Sam schaltete auf Nachtsichtmodus, er konnte drei Männer erkennen, die sich vor ihm befanden. Sam nahm eine Splittergranate und warf sie genau zwischen die Soldaten. Zwei wurden von der Granate erwischt, der dritte feuerte zurück. Sam schoss auf den Mann und er fiel getroffen nach hinten. Sie gingen den Flur hinunter als noch ein Soldat vor ihnen auftauchte. Sam und Carrie schossen gleichzeitig und erwischten ihn beide. Sie liefen zurück zur kleinen Kammer und krochen in den Schacht, kletterten über den Zaun und stiegen in den Transporter. Dann gab Coen Gas und fuhr davon.


Towson, Maryland – USA, 22.01.05 – 19.15 Uhr

Sam, Carrie und Sarah saßen beim Essen. Da der Fall Nikoladze endgültig abgeschlossen war, hofften Sam und Carrie ein paar Wochen Ruhe zu haben, bevor es wieder los ging. Sam sah erst zu Sarah rüber, wie sie sich angeregt mit Carrie unterhielt, dann blickte er zu ihr rüber. Im Augenblick war er glücklich, wie schon lange nicht mehr und war fest entschlossen, jeden Moment davon auszukosten. Was die Zukunft bringen würde, wer konnte das schon wissen, aber im Moment war er sehr zuversichtlich.


                                                                       Ende

                                                                                                                                                                Vorläufig......









































































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