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DuckTales - Die andere Seite

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
07.07.2006
07.07.2006
1
7.620
 
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07.07.2006 7.620
 
Alle Figuren, die in dieser Geschichte namentlich genannt werden, sind entweder (c) Disney oder von Figuren abgeleitet, die es sind. Mir gehört gar nichts. Halt, doch, das Manain, aber nur, weil mir nicht eingefallen ist, wo ich etwas entsprechendes klauen kann (Oktiron wäre noch eine Möglichkeit gewesen, aber das wollte nicht so recht passen). Gewidmet ist diese Geschichte Kim McFarland. Wer weiß, wer das ist, weiß auch, warum.

Die andere Seite

Die Wünschelrute schlug nicht nur aus, sondern klopfte im Rhythmus eines Presslufthammers
auf den Boden.
„Hier ist es!“, stellte Gundel Gaukeley fest.
„Hier?“, fragte Poe, der auf ihrer Schulter saß, „Aber das ist mitten in Entenhausen!“
„Das ist mir egal. Der erste Knotenpunkt war auf dem Grund des Ozeans, der zweite in einem Wald voller giftiger Bäume und der dritte im gefährlichsten Teil von St. Erpelsburg. Hier ist es sicher. Außerdem ist dann der Weg kürzer!“
„Was ist mit Dagobert?“
„Dagobert? Was soll mit ihm sein? So lange er nicht weiß, dass ich hier bin, kann er auch nichts tun, oder?“

Der Klang einer Glocke riss Dagobert Duck aus dem Schlaf.
„Alarm!“, rief er, „Ruft die Polizei, den Grenzschutz, die Armee!“
Beim Anblick von Johann, der eine Glocke und einen Telefonhörer in der einen und den Rest des Telefons in der anderen Hand hielt, beruhigte sich der reichste Mann der Welt ein bisschen.
„Soll das ein Scherz sein, Johann?“
„Keineswegs, Herr Duck. Sie haben mir höchstselbst erlaubt, sie in einem Notfall zu wecken!“
„Also doch Alarm!“
„Nein, Herr Duck, ein dringender Anruf von Herrn Düsentrieb!“
„Dann geben Sie schon her!“
Ungeduldig riss Dagobert seinem Butler den Telefonhörer aus der Hand.
„Hier Duck!“, meldete er sich.
„Herr Duck!“, sagte Daniel Düsentrieb am anderen Ende, „Tut mir leid, dass ich Sie um diese Zeit wecke, aber es könnte dringend sein!“
„Dann raus damit!“
„Sie erinnern sich an den Magiedetektor, den Sie bei mir in Auftrag gegeben haben?“
„Das ist Ihre dringende Nachricht?“
„Nein. Das heißt, ja. Ich habe ihn gerade getestet, wissen Sie, ich konnte einfach nicht aufhören zu arbeiten, da ist es etwas spät geworden, vielleicht kennen Sie das ja...“
„Kommen Sie endlich zur Sache!“
„Gerne. Wie Sie vielleicht wissen, treffen sich in Entenhausen zwei größere magische Ströme...“
„Nein das wusste ich nicht, zur Sache, Düsentrieb!“
„Jemand zapft die Ströme genau am Schnittpunkt an!“
„Gundel Gaukeley!“
„Das weiß ich nicht, aber wer immer es ist, versucht offenbar einen größeren Zauber!“
„Wo ist dieser Schnittpunkt?“
„Im Stadtpark, nahe beim Teich!“
„Und ausgerechnet jetzt muss Fenton im Urlaub sein. Na gut. Wir treffen uns dort. Ich muss wissen was vorgeht. Und nehmen Sie ihr transportables Telefon mit, es kann sein, dass wir die Polizei brauchen!“
„Jawohl Herr Duck!“
Düsentrieb legte auf. Dagobert ebenfalls.
„Ich kann mir nicht helfen!“, murmelte letzterer, „Immer wenn Daniel so enthusiastisch klingt, werde ich nervös!“

Im Stadtpark konzentrierte sich Gundel Gaukeley. Je länger sie es beschwor, desto länger würde das Portal offen bleiben. Mit mehr Magie hätte sie ein dauerhaftes Portal beschwören können, doch nur an wenigen Orten gab es mehr Magie als hier und diese Orte mied sie lieber.

Dagobert Ducks Limousine hielt vor dem Tor zum Stadtpark.
„Fahren Sie zurück!“, wies Dagobert Johann an, während er ausstieg, „Eventuell muss hier Platz für die Streifenwagen sein und nach Hause komme ich auch zu Fuß!“
„Sehr wohl!“
Kurz drauf traf auch Düsentrieb ein.
„Ist es da drin gefährlich?“, fragte Dagobert.
„Das kommt auf den Zauber an. Leider kenne ich mich auf dem Gebiet nicht so gut aus, ich weiß nicht, welche Reichweite ein so mächtiger Zauber hat!“
„Wenn es Gundel ist kann ich mir vorstellen, dass die Reichweite bis zum Geldspeicher reicht!“
„Dann sollten wir vorsichtig sein!“

Ja. Es war fast geschafft. Schon erschien ein kleiner Strudel. Er musste so groß werden, dass er in den Rahmen passte, sonst würde er wieder verschwinden und sie müsste ihn auf der anderen Seite neu beschwören. Also: Konzentration!

„Was macht Gundel mit der Mülltonne?“, fragte Dagobert flüsternd.
„Es sieht so aus, als würde sie etwas hinein beschwören!“
„Einen Dämon oder so?“
„Fragen Sie mich nicht. Wie gesagt, ich bin kein Fachmann. Ich verstehe die Magie, aber nicht die Zauberei, wenn Sie verstehen was ich meine!“
„Sie meinen, Sie verstehen, wie Magie funktioniert, aber Sie wissen nicht, wie man sie anwendet?“
„In etwa!“
„Was immer da geschieht, es ist sicher nichts Gutes. Ich gehe jetzt da hin und halte Gundel auf!“
„Nicht. Wenn man eine Beschwörung unterbricht kann das fatale Folgen haben!“
Doch Dagobert Duck hörte schon gar nicht mehr zu.

Gundel konzentrierte sich weiter. Fast war es geschafft. Bald würde diese Mülltonne ein Portal sein. Und dann gehörte die Nummer eins ihr. Nur aus den Augenwinkeln sah sie, wie eine Gestalt aus dem Gebüsch auftauchte und auf sie zu rannte. Und sie mit voller Wucht rammte. Gundel fiel, der Kontakt brach ab. Kurz schüttelte sie sich, dann sah sie, was los war.
„Dagobert!“
„In persona. Etwas Knoblauchspray?“
„Ha! Wir befinden uns hier an einem Knotenpunkt. Da werde ich mit deinem Knoblauch schneller fertig als deine Großneffen mit einer Eiswaffel!“
„Das wollen wir erst mal sehen. Herr Düsentrieb, rufen Sie die... Was ist das?“
Die Mülltonne bewegte sich. Erst hüpfte sie leicht hin und her, dann begann sie, sich zu verformen als sei sie weich wie Gummi.
„Es gerät außer Kontrolle!“, stellte Gundel fest, „Wir müssen weg hier, ehe...“

Daniel Düsentrieb sah, wie die Tonne platzte und sich ein vielfarbiger Wirbel kurz stark ausdehnte und dann wieder zusammenzog und verschwand. Gundel Gaukeley und Dagobert Duck waren nirgends zu sehen. Oder besser, korrigierte er sich, sie waren nicht in seiner Sichtweite.

Gundel Gaukeley erwachte mit furchtbaren Kopfschmerzen. Eine gestörte Beschwörung war wirklich nichts Angenehmes. Und wahrscheinlich war auch noch der Rückweg versperrt. Nun, immerhin hatte das Portal sie ausgeworfen, ehe es zusammengebrochen war. So etwas konnte viel übler ausgehen.
Sie stand auf und stellte fest, dass sie auf jemandem gelegen hatte. Auf Dagobert Duck. Er hatte doch nicht etwa...
Sie durchsuchte die Taschen des ohnmächtigen Erpels. Nein, kein Glückszehner. Aber immerhin zehn Taler und das Knoblauchspray. Dann würde sie wohl bei ihrem ursprünglichen Plan bleiben.

Daniel untersuchte die Stelle, an der die Mülltonne gestanden hatte. Etwas Erde war aufgewirbelt, sonst war nichts Aufregendes zu sehen. Offenbar hatte Gundel einen Durchgang beschworen. Aber wohin?
„Suchst du etwas?“, fragte ein Rabe, der vor dem Ingenieur auf dem Boden landete. Ein Rabe mit einem Hut.
„Ja!“, antwortete Daniel, „Einen Hinweis der mir sagt, wohin Gundel wollte!“
„Wohin sie wollte kann ich dir sagen. Allerdings nicht, ob sie auch dort angekommen ist!“

Als Dagobert Duck erwachte, dämmerte es bereits. Offenbar hatte ihn das gestörte Ritual umgehauen. Warum hatte ihn Herr Düsentrieb nicht geweckt? Oder wenigstens nach Hause gebracht? Er hatte schließlich wichtigeres zu tun als ohnmächtig im Park zu liegen. Außerdem trieb sich hier in der Nacht allerlei Gesindel herum. Was wenn...
Dagobert griff in seine Tasche.
Tatsächlich, seine zehn Taler waren weg. Und das Knoblauchspray auch. Diesem Düsentrieb würde er etwas erzählen.
Was war hier überhaupt passiert? Hatte das Ritual einen Haufen Müll über den Park verteilt? Das war ja regelrecht widerlich!
„He!“, ertönte plötzlich eine Stimme hinter dem Erpel.
Dagobert dreht sich um und sah Fenton Crackshell, der plötzlich bleich wurde.
„Entschuldigung, ich hatte Sie nur von hinten gesehen und da dachte ich, Sie seien ein Stadtstreicher...“
„Schon gut!“, beruhigte ihn Dagobert, auch wenn er keine Ahnung hatte, was Fenton von einem Stadtstreicher wollen konnte.
„Was ist Ihnen zugestoßen? Ich meine, nicht dass ich neugierig wäre, aber es ist nicht gerade normal, dass Sie hier im Dreck liegen, Sie verstehen schon...“
„Ja ja, ist schon gut!“
Warum war der Kerl nur so nervös?
„Ich hatte einen nächtlichen Zusammenstoß mit Gundel Gaukeley, das ist alles!“
„Gundel Gaukeley? Aber der Zehner ist doch...“
„Keine Sorge, ich konnte ihr Ritual verhindern!“
Er sah auf die Uhr.
„Keine Zeit mehr, nach Hause zu gehen, ich gehe gleich zur Arbeit!“
„O, ich muss ja auch los!“
„Wieso? Sie haben doch Urlaub!“
„Habe ich? O ja, ja, habe ich. Dann machen Sie’s gut Herr Duck, wir sehen uns... Wann ist mein Urlaub vorbei?“
„Nächsten Montag!“
„O ja, gut, danke Herr Duck!“
Fenton eilte davon. Was war nur los heute? Erst ließ ihn Daniel im Stich, dann war der Park übersäht mit Abfall und jetzt benahm sich auch noch Fenton... nun, noch seltsamer als sonst.

„Ein Dimensionsportal also!“, fasste Düsentrieb zusammen, „In das Universum mit diesen Koordinaten?“
Er zeigte auf ein Blatt Papier.
Der Rabe nickte.
„Aber ich weiß nicht, ob sie wirklich dort angekommen ist!“, erklärte er, „Das Ritual wurde gestört. Wenn sie dort ist, wo sie hin wollte kriegt sie den dortigen Glückszehner und kann mit ihrem Amulett zurückkehren. Wenn nicht, braucht sie womöglich Hilfe!“
„Und Herr Duck natürlich auch. Aber ich weiß zu wenig über Parallelwelten. Gundel hat doch sicher ein Buch darüber, wenn sie in eine anderen Welt reisen wollte, oder?“
„Nicht nur das. Sie hat sogar eine Kristallkugel so eingestellt, dass sie das Universum in das sie wollte beobachten kann!“
„Dann ist es wohl das Beste, wenn wir dem Labor deiner Schwester mal einen Besuch abstatten!“

Der Geldspeicher sah... anders aus. Die ganze Stadt wirkte anders, irgendwie heruntergekommener, und die Leute waren alle ungewöhnlich nervös, aber der Geldspeicher hatte die extremsten Änderungen durchgemacht. Gundels Zauber konnte doch nicht so große Auswirkungen gehabt haben! Oder doch?
Der Speicher war größer, seine Farben waren dunkler. Und er strotzte nur so vor Waffen. Kanonen waren vom Dach aus auf den Hügel gerichtet, aus jedem Fenster ragte ein Strahler. Der Hügel selbst war übersäht mit Kratern. Und vor dem Speicher stand... Armstrong.
Es konnte natürlich nicht Armstrong sein. Es musste ein Nachfolgermodell sein, das Herr Düsentrieb gebaut hatte. Hoffentlich eines, das nicht durchdrehen würde. Vorsichtig näherte
sich Dagobert der Speichertür.
Der Roboter rührte sich nicht. Hatte Dagobert den Schlüssel noch? Ja, hatte er. Aber die Tür hatte kein Schloss. Dafür gab es eine Art Bildschirm auf dem die Handfläche einer linken Hand abgebildet war, Beziehungsweise die spiegelverkehrte einer rechten Hand. Er legte seine rechte Hand darauf und die Tür öffnete sich. Wer hatte das alles so schnell umgebaut? Immerhin hatte dieser jemand offenbar nicht die Absicht, ihn auszusperren.

Gundel Gaukeley sah, wie sich die Tür öffnete. Das war eindeutig das falsche Universum. In dem, das sie sich ausgesucht hatte, war der Geldspeicher kaum gesichert. Hier hingegen gab es nicht nur diese blöde Tür sondern auch einen Wachroboter. Die Tür war jetzt offen, wenigstens vorübergehend, aber der Roboter würde sie wohl kaum vorbei lassen. Aber vielleicht gab es eine andere Möglichkeit...

Etliche Türen verlangten Dagobert weitere Tests ab. Stimmerkennung, Netzhautscan, Fußabdruckabgleich. Einmal musste er sogar eine Schwanzfeder in einen Schlitz stecken. Schließlich aber erreichte er sein Büro. Beziehungsweise ein Büro, das sich da befand, wo seins sein sollte und das seinem entfernt ähnelte. Er verwendete allerdings keinen Dolch um seine Papiere auf dem Schreibtisch zu halten, hatte keine mysteriösen dunklen Flecken auf dem Teppich und würde auch niemals Bilder von Grabsteinen aufhängen.
„Ist etwas nicht in Ordnung, Herr Duck?“, fragte Fräulein Rührig. Aus irgendeinem Grund trug sie heute schwarzes Leder, das tatsächlich zur Atmosphäre passte.
„Nein, ist schon in Ordnung!“, log Dagobert, „Hat sich Moneysac inzwischen zurückgemeldet?“
„Ich bezweifle, dass das möglich ist, Herr Duck. Haben sie die Nachrichten nicht gesehen?“
„Nein!“ Aber es war vielleicht eine gute Idee. Vielleicht würde er dann erfahren, was hier vorging.
„Beschränken wir uns darauf, festzustellen, dass Quack seinen Auftrag erfüllt hat!“
So. Langsam war diese Situation nicht nur unangenehm, sondern regelrecht bedrohlich.
„Rufen Sie Herrn Düsentrieb an!“, wies Dagobert an, „Ich muss ihn sprechen!“
„Er hat ohnehin in fünf Minuten einen Termin mit ihnen!“
„So...“
Dagobert ließ sich in seinen Bürostuhl fallen.
Wie sah es denn nun mit den Papieren aus.
„Abgaben von der Panzerknacker-Juwelierkette.“
Hä?
Der Rest des Zettels war mit Daten im Wochenabstand und nicht eben niedrigen Geldsummen gefüllt. Es sah so aus als würden die Panzerknacker eine Kette von Juwelierläden betreiben und ihn für irgendetwas bezahlen. Aber wofür?
Das nächste Blatt hatte die Überschrift „Aufträge für Quack“. Darauf standen eine Menge Namen, größtenteils von Geschäftsleuten, fast alle waren durchgestrichen. Der unterste war Mac Moneysac. Ein Name, der dritte auf der Liste und erste, der nicht durchgestrichen war, war „Gundel Gaukeley“.
Die Tür zum Büro schwang auf und gab den Blick auf zwei Personen frei. Die eine war Daniel Düsentrieb. Die andere war Dagobert Duck.
„Sehen Sie?“, fragte Düsentrieb, „Ich habe ihnen ja gesagt, Armstrong irrt sich nicht. Wenn er sagt, Sie seien bereits da, dann sind Sie bereits da!“
„Und ob er sich irrt. Er ist auf einen Betrüger hereingefallen!“
Dagobert begriff gar nichts mehr. Dass sich alle seltsam verhielten und die Umgebung anders war, das verstand er ja noch. Aber dass er nun auch noch doppelt auftrat, ging über seinen Verstand. Jedenfalls hatte er den Eindruck, dass es nicht gut war, hier als Hochstapler zu gelten.
„Sie sind der Betrüger!“, behauptete er.
„Mich hat das Sicherheitssystem als Dagobert Duck identifiziert!“, widersprach der andere.
„Was glauben Sie, wie ich hier rein gekommen bin?“
„Das kann ich bestätigen!“, sagte Fräulein Rührig.
„Und ich kann bestätigen, dass dieser Mann als Dagobert Duck erkannt wurde!“, warf Düsentrieb ein, „So wie es aussieht haben wir ein Problem. Armstrong!“
„Hier Armstrong!“, ertönte Armstrongs Stimme.
„Notfallcode 3-6-5-a-7-k-r-0!“
„Verstanden!“
„Was haben sie getan?“, fragte Dagobert.
„Armstrong auf meine Stimme umprogrammiert!“
„Was? Wer hat ihnen das erlaubt?“, fragte der andere Duck.
„Das habe ich für einen solchen Notfall vorbereitet. Gaukeley musste früher oder später einen wirklich guten Doppelgänger einsetzen!“
„Ich bin kein Doppelgänger!“, beklagte sich Dagobert.
„Wie kommen Sie denn darauf, dass ich sie meinte?“
Die Tür schwang erneut auf und Armstrong trat ein.
„Ich erwarte Befehle!“
„Fessle beide Dagobert Ducks und bring sie in mein Labor. Ich muss herausfinden, wer der echte ist!“
„Armstrong fesselt prima!“

Daniel sah in die Kristallkugel.
„Ich sehe einen Dagobert Duck. Aber ich kann nicht erkennen, ob es unser Dagobert ist. Also werde ich ihn fragen!“
„Also dazu haben Sie die Zeitwanne mit der Kristallkugel verbunden!“, begriff Quack, „Ich habe mich schon gefragt, wozu sie mich das Ding hierher fliegen lassen!“
„Ich habe sie in eine Weltenwanne umgebaut. Primär dient sie natürlich dazu Herrn Duck zurückzuholen, aber ich kann die Wanne auf diese Weise auch zu Aufklärungszwecken nutzen!“
„Ich komme mit!“, beschloss der Rabe, „Sonst vergisst du Gundel noch!“
„Meinetwegen. Quack, Sie halten hier die Stellung!“
„Oki-doki!“

Gundel Gaukeley staunte nicht schlecht, als sie das Eingangstor sah. Es war ein Lebendes Tor. Sie hatte so etwas niemals hinbekommen. Allerdings war das Magieniveau in dieser Welt auch höher. Deshalb konnte sie ja auch ohne weiteres ein neues Portal beschwören und in ihrer Welt die Abwesenheit von Dagobert Duck ausnutzen. Dazu musste sie allerdings wissen in welcher Welt sie war. Und dazu brauchte sie ihre Bibliothek und ihre Kristallkugel.
„Du wünschst einzutreten?“, fragte das Tor, das ihr Gesicht hatte.
„Ja!“, antwortete Gundel.
Das Tor schwang auf. Fantastisch.
Es folgten weitere Lebende Tore. Eines besaß einen Rüssel, mit dem es sie von oben bis unten beschnüffelte, ein anderes besaß ein Schlangengesicht und überprüfte ihre Körpertemperatur. Bei wieder anderen hatte Gundel keine Ahnung, was sie taten. Schließlich gelangte Gundel Gaukeley in ihr Labor.
Besser gesagt, in das Labor der anderen Gundel, die gerade im Laborkittel und mit Handschuhen und Schutzbrille zwei Substanzen zusammenschüttete.
Im Reagenzglas in dem sich die Flüssigkeiten mischten erschien nun ein winziger Strudel.
„Diesmal habe ich dich, Dagobert Duck!“, sagte die zweite Gundel und schob ihre Schutzbrille hoch. Erst jetzt bemerkte sie den Eindringling.
Sie schnipste mit den Fingern und unter Gundel öffnete sich eine Falltür.

Die Weltenwanne erschien auf einem Tisch.
Daniel sah sich um und war nicht überrascht, überraschte Gesichter zu sehen. Allerdings war er überrascht, als er sah, wessen Gesichter es waren.
„Herr Düsentrieb, was machen Sie hier?“, fragte Tick.
„Was machst du hier?“, fragte Daniel zurück, „Das ist das Labor von Gundel Gaukeley!“
„Wissen wir!“, meinte Track, „Aber warum sollten wir nicht hier sein?“
„Nun... Darf ich die Instrumente hier benutzen?“
„Wenn Sie wollen!“
Daniel besah das Labor. Die Beleuchtung war in dieser Welt rot, Spinnen krabbelten überall. Alles wirkte ziemlich heruntergekommen.
Ah, da war die Kristallkugel. Daniel pustete den Staub herunter und schloss seine Instrumente an.
„Die Gundel hier muss noch schräger drauf sein als meine Schwester!“, stellte der Rabe fest.
„He, wer hat diesem Tier erlaubt, schlecht über Tante Gundel zu sprechen?“, fragte Track.
„Tante Gundel?“, wunderte sich Daniel.

Derzeit in einer kleinen aber festungsgleichen Werkstatt:
„Ich weiß jetzt, wer von ihnen der echte ist!“, verkündete Düsentrieb, „Sie sind beide echt!“
„Was?“, fragte Duck, „Das kann nicht sein!“
„Da muss ich ihm ausnahmsweise mal zustimmen!“, äußerte sich Dagobert.
„Doch, doch, das kann schon sein. Jeder von ihnen ist Dagobert Duck, aber einer von ihnen kommt aus einer anderen Welt!“
Jetzt begriff Dagobert. Das war es, was Gundel getan hatte. Sie hatte ein Tor in eine andere Welt geschaffen. Und weil er das Ritual gestört hatte, war es wieder verschwunden und er saß hier fest!
„Dahinter muss Gundel stecken!“, sagte Duck, „Sie hat ihn hergeholt, damit er meinen Zehner für sie stiehlt. Sie können doch feststellen, wer von uns der Eindringling ist, oder?“
„O ja!“, antwortete Düsentrieb und zeigte auf Dagobert, „Stecke den hier in einen Roboanzug!“
Während Dagobert unter heftigem Protest von Armstrong in etwas verpackt wurde, das dem Krach-Bumm-Anzug ähnelte, aber schwarz und überall mit Stacheln besetzt war, sprach Düsentrieb weiter:
„Das Universum aus dem er kommt hat ein niedrigeres Magieniveau als unseres, daher enthält sein Körper weniger Magie. Wenn er lange genug hier ist sollte sich das angleichen aber noch ist er eindeutig zu identifizieren!“
„Dann würde ich ihn lieber beseitigen. Für einen nahezu perfekten Doppelgänger ist ein Roboanzug nicht sicher genug. Außerdem kannst du Armstrong erst wieder auf meine Stimme umprogrammieren, wenn er weg ist, oder?“
„Das lässt sich arrangieren. Allerdings habe ich ungern Flecken in meinem Labor. Die Vakuumkammer sollte geeignet sein!“
Plötzlich schrillte eine Sirene.
„Geldspeicheralarm!“, stellte Duck fest, „Sofort alle Roboter zum Speicher, Gundel nutzt Armstrongs Abwesenheit aus!“

Fast richtig. Richtiger wäre gewesen: Zwei Gundels nutzen Armstrongs Abwesenheit aus.
Die gefangene Gundel hatte der anderen erzählt, sie sei beim Schaffen eines Dimensionsportals von ihrem Erzfeind Dagobert Duck gestört worden und sitze jetzt hier fest und brauche deshalb Hilfe, was ja auch der Wahrheit entsprach.
Die andere hatte daraufhin erklärt, sie wolle Dagobert Duck schon lange seinen so genannten Glückszehner stehlen um ihn einzuschmelzen und ihrem Amulett hinzuzufügen. Damit wolle sie dem skrupellosen Mafiaboss endgültig das Handwerk legen und anschließend andere Städte aus der Herrschaft diverser Paten befreien. Diese Gundel hatte auch die Idee, dass beide zusammen, ausgestattet mit ihrer neuesten Waffe, wahrscheinlich in den Geldspeicher eindringen und den Zehner bekommen konnten.
Die erste Gundel hatte zugestimmt. Allerdings hatte sie nicht vor, den Zehner dieser Wohltäterin zu überlassen.

Das erklärte den Anblick, der sich Dagobert nun bot. „Alle Roboter“ schloss offenbar auch die Roboteranzüge mit ein, auch seinen. Was er sah war Gundel Gaukeley, die die Tür mit einer magischen Bombe aufsprengte. Eine zweite Gundel, im Laborkittel, hielt ein Reagenzglas mit einer rosa Flüssigkeit aus dem ein riesiger rotierender rosa Trichter ragte, der Kanonenkugeln und Schlimmeres abfing.
Armstrong eilte auf diese Gundel zu und fuhr dabei gleichzeitig seine Teleskoparme aus um sie schneller zu erreichen.
Mit der freien Hand schoss sie einen Blitz auf den Roboter ab, der ihn aber nicht zu stoppen schien.
„Nimm Wasser!“, versuchte Dagobert zu rufen, aber er konnte unter dem Helm den Schnabel nicht weit genug öffnen.
Außerdem war er gerade im Begriff, die andere Gundel anzugreifen.
„In Deckung!“, rief die Gundel im Kittel und der Trichter hörte für einen kurzen Moment auf, Geschosse aufzufangen und stülpte sich stattdessen über Armstrong. Der verschwand spurlos. Dieser kurze Moment bewirkte mehr als erwartet: Dagoberts Helm wurde von einer Kanonenkugel getroffen und der Erpel selbst fiel zu Boden. Gundel, die im schwarzen Kleid, hatte sich in den aufgesprengten Eingang in Sicherheit gebracht. Jetzt kam sie wieder heraus, nur um zwei Roboteranzügen in die Hände zu fallen.
„Vernichte sie!“, rief sie.
„Ich kann nicht!“, erwiderte die andere, „Da drin stecken unschuldige Menschen!“
Im Eingangsbereich des Geldspeichers ertönte eine Explosion. Die zweite Tür. Offenbar war Gundel deshalb noch einmal herausgekommen.
Dagobert versuchte, sich zu bewegen. Es war schwer, der Anzug behinderte ihn, aber es ging. Die Kugel hatte offenbar die Kontrollen außer Gefecht gesetzt.
„Dann halte sie wenigstens irgendwie auf!“
Grüne Blitze sprangen von der Laborkittel-Gundel auf die Anzüge über, die kurz langsamer wurden. Die andere nutzte das, um sich loszureißen und lief wieder ins Innere des Speichers.
„Verdammt. Noch eine Tür!“, hörte Dagobert sie rufen.
Jetzt hatte er sich aus seinem Anzug befreit. Was konnte er tun? Dumme Frage: Nichts. Den Anzügen war er nicht gewachsen. Er musste doch Verbündete in dieser verdrehten Welt haben.
Natürlich. Die Panzerknacker. Wenn sie vom hiesigen Dagobert Duck unter Druck gesetzt wurden, würden sie vielleicht mit seinem Gegenspieler zusammenarbeiten.
Dagobert hoffte, dass die Juweliere hier in den gleichen Gegenden waren wie in seinem Entenhausen.

Daniel fasste die neuen Informationen in Gedanken zusammen. Die hiesige Regierung, die den ganzen Planeten regierte, hatte durch ein kompliziertes System von Steuern und Unterstützungen alles Geld so verteilt, dass praktisch jeder gut leben konnte. Dagobert Duck war hier also nicht der reichste Mann der Welt. Gundel Gaukeley war hier, aufgrund des niedrigeren Magieniveaus, nur eine harmlose Amateurzauberin – und seit einiger Zeit mit Dagobert Duck verheiratet. Der Glückszehner war hier aufgrund geringer Gefahr also relativ ungesichert, das ideale Ziel für Gundel. Vorausgesetzt, der erste selbstverdiente Zehner des ehemals reichsten Mannes der Welt wirkte auch oder Gundel wusste nicht, dass dieser Dagobert Duck nicht mehr der reichste Mann der Welt war. Ganz offensichtlich hatte das Portal in dieses Universum führen sollen. Und gleich würden ihm seine Instrumente zeigen, ob es das getan hatte.
„Und?“, fragte der Rabe.
„Keine Spuren. Das Portal war nicht in diesem Stadtpark!“
„Dann ist die böse Gundel nicht hier?“, fragten Tick, Trick und Track wie aus einem Mund.
„Nein!“, antwortete Daniel, „Ich muss wohl ein Universum weiter!“

„Herr Duck!“
Dagobert blieb stehen.
Johann hielt die Limousine an.
„Herr Duck, was machen Sie hier alleine auf der Straße? Sie haben viele Feinde. Warum ist Fenton nicht bei ihnen?“
„Ich habe etwas zu erledigen. Etwas, über das nicht gleich jeder bescheid wissen sollte!“
„So? Nun, sie werden wohl nicht dazu kommen!“
Etwas piekste Dagobert ins Bein. Er sah hinunter und entdeckte einen kleinen Pfeil, der aus einem der Löcher in der Radkappe gekommen sein musste. Ehe er sich richtig darüber wundern konnte, sank er zu Boden.

Gundel griff nach dem letzten Sprengsatz, den ihr ihre Doppelgängerin gegeben hatte. Sie selbst war auch schon im Gebäude, ein Stockwerk tiefer, und hielt die Anzüge auf. Und hinter der letzten Tür wartete der Glückszehner. Perfekt.
Gundel warf das Reagenzglas und zog sich ein Stück zurück. Zwei Flüssigkeiten vermischten sich, es zischte, dann gab es einen gewaltigen Knall. Auch die letzte Tür stand offen. Gundel betrat das Büro. Wo war nun der Zehner? Natürlich, im Tresorraum. Doch noch eine Tür. Und sie hatte keinen Sprengstoff mehr. Immerhin war es nur eine einfache Tresortür, kein düsentriebsches Wunder der Technik. Damit würde sie schon fertig werden.
„Fräulein Gundel?“
Gundel dreht sich um und ihr erster Gedanke war, dass das schwarze Leder bei Fräulein Rührig einfach albern aussah. Ihr zweiter Gedanke war, dass sie ein Problem hatte, denn Rührig hatte beide Hände an einem Hebel.
„Tschüß!“
Offenbar war heute Tag der Falltür.

Daniel Düsentrieb sah sich erneut um. Diesmal war er allein. Wieder war er in Gundels Labor, doch dieses war aufgeräumter und moderner. Es gab einen Versuchstisch, allerlei Gerät, sogar mehrere Computer. Damit ließ sich doch etwas anfangen.

Langsam öffnete Dagobert die Augen. Und sah eine Decke, die ihm sehr bekannt vorkam. Er lag auch auf einem Untergrund, der ihm sehr bekannt vorkam. Und als er den Kopf dreht, erkannte er auch sehr bekannte Wände. Er lag in seinem Bett. Hatte er all das nur geträumt? Aber warum war er dann in die Decke gewickelt wie ein Baby?
„Ah, du bist wach!“
Tricks Stimme. Der Junge musste vor dem Bett stehen, doch Dagobert konnte sich nicht aufrichten um ihn zu sehen.
„Natürlich ist er wach!“, meinte Track, „Die Dosis war exakt berechnet. Das Junior-Mafiosi-Handbuch irrt nie!“
Junior-Mafiosi-Handbuch? Langsam wurde die Sache ein wenig albern.
„Sollen wir sie holen?“, fragte Tick.
Die Tür schwang auf.
„Nicht mehr nötig!“, sagte eine helle, aber hart klingende Stimme, „Sucht in eurem Buch lieber nach einer Wahrheitsdroge!“
„Nicky?“
Ja, es war Nicky, die jetzt auf das Bett sprang und zu Dagoberts Kopf kam.
„Ich habe gerade erfahren, dass sich ein Hochstapler als Dagobert Duck ausgibt. Jetzt wüsste ich natürlich gerne, wer du bist!“
Der Ausdruck purer Bosheit auf dem kindlichen Gesicht trieb Dagobert die Tränen in die Augen.
„Wer bist du?“, wiederholte Nicky und trat gegen Dagoberts Kopf.
„Dagobert Duck!“, antwortete der mit bebender Stimme.
„Dagobert Duck würde nicht so flennen. Du bist der Hochstapler!“
„Ich bin Dagobert Duck!“
„Du bestehst also darauf, ja? Nun, ich hatte gehofft, dass du mir helfen kannst den echten in die Finger zu kriegen, aber früher oder später gelingt mir das auch so. Jungs, kümmert euch draußen um ihn, ich will hier drinnen keine Flecken!“
„Warte. Du verstehst nicht. Ich bin Dagobert Duck, aber aus einer anderen Welt!“
„Ja, klar!“
„Gundel Gaukeley hat mich hergebracht!“
„So? Wickelt ihn aus. Ich denke, mein Plan wird doch noch funktionieren!“

„Ich nehme an, du bist die Gundel Gaukeley aus dem Paralleluniversum!“, begann Dagobert Duck.
„In der Tat, das bin ich!“, antwortete Gundel.
Sie war mit eisernen Kabeln an einen Stuhl gefesselt. Das Eisen dämpfte ihre Magie.
„Und warum arbeitest du mit unserer Gundel zusammen?“
„Ich sitze in dieser Welt fest, so lange ich nicht genau weiß, welche es ist. Sie hat die Informationen. Wo ist sie?“
„Einer meiner Scharfschützen hat ihr Reagenzglas zerstört und sie ist geflohen. Egal. Hat sie dich hergeholt?“
„Nein, das war ich selbst!“
„Und warum?“
„Ich wollte eigentlich in eine andere Welt. Eine, in der der Zehner kaum gesichert ist. Doch mir kam etwas dazwischen!“
„Und was willst du mit dem Zehner?“
„Ihn zu einem Amulett einschmelzen, das mich zur mächtigsten Hexe der Welt macht!“
„Um die Herrschaft des Verbrechens über die Städte Amerikas zu beenden?“
„Nein. Um selbst reich und mächtig zu werden!“
„Und der andere Dagobert...“
„Er war es, der dazwischen kam!“
„Dann ist sein Zehner in deiner Welt jetzt ohne Besitzer?“
„Deshalb wollte ich in meine Welt zurück!“
„Ich mache dir ein Angebot: Du hilfst mir, die hiesige Gundel Gaukeley loszuwerden und ich überlasse dir ihr Labor, damit du nach Hause gelangen kannst!“
Auf dieses Angebot hatte Gundel gehofft.
„Einverstanden!“
„Fräulein Rührig, rufen Sie Quack an, Düsentrieb, machen sie den Jet startklar. Aber vorher sorgen Sie noch dafür, dass der anderen Dagobert hier nicht wieder einfach reinspazieren kann!“

Gundel Gaukeley staunte nicht schlecht, als sie in ihrem Labor einen Eindringling an ihrem Computer hantieren sah.
„Düsentrieb!“, erkannte sie, „Wie sind Sie hier rein gekommen?“
„Damit!“, antwortete Daniel und zeigte auf die Weltenwanne.
„Was ist... O natürlich. Sie sind auch aus einer Parallelwelt!“
„Auch?“

„Gehen wir den Plan noch einmal durch!“, begann Nicky, „Du bist wer?“
„Dagobert Duck!“
„Und du gehst wohin?“
„Zu Fenton Crackshell!“
„Und erzählst ihm was?“
„Dass Daniel Düsentrieb mich verraten und durch einen Doppelgänger ersetzt hat!“
„Gut. Und wenn du den anderen losgeworden bist?“
„Dann trete ich zu deinen... Ihren Gunsten zurück!“
„Schön. Und denk dran, wir behalten dich im Auge. Eine falsche Bewegung und der nächste Pfeil ist mit dem Gift der Schwarzen Witwe präpariert, klar?“
„Klar!“
War er nicht mittlerweile eigentlich zu alt für solche Nummern?

„Ich habe sie gefunden!“, sagte Gundel, „Zwei Personen mit geringer magischer Ausstrahlung. Die eine ist in Entenhausen. Die andere... fliegt uns entgegen!“
Gundel, Daniel und der Rabe waren unterwegs in Gundels Flugzeug, samt Weltenwanne und Computer. Ihnen entgegen kam ein Flugzeug auf dem ein großes Dollarzeichen prangte. Und es eröffnete das Feuer.
„Keine Angst!“, meinte Gundel, „Ein Zauber schützt das Flugzeug!“

„Diesen Zauber kenne ich!“, sagte Gundel Gaukeley, „Er schützt vor Kugeln, aber nicht vor Strahlen!“
„Quack, Laserkanonen: Feuer!“, befahl Duck.
„Aye-aye Käpten!“, kam es aus dem Pilotensitz.

„Verdammt!“, rief Gundel, „Für ein Lasergefecht ist mein Flieger nicht gebaut. Wir müssen zur Insel zurückkehren und uns einschließen!“
„Sie vergessen, dass die andere Gundel durch ihre Sicherheitssysteme kommt. Außerdem habe ich noch eine andere Idee, aber ich fürchte, alles zu berechnen würde zu lange dauern!“
„Das Rechnen kann mein Computer übernehmen!“

Gundel Gaukeley beobachtete wie das Flugzeug ihrer Entsprechung im Sturzflug auf das Meer zuraste, offenbar um dem Laserfeuer zu entgehen. Quack folgte auf derselben Bahn und schoss weiter. Plötzlich erschien eine Wanne im Cockpit.
„Sie entschuldigen!“, sagte Daniel Düsentrieb, der darin stand, packte Gundel und legte einen Schalter um. Das Flugzeug verschwand.
Die Wanne befand sich im freien Fall.
„Was haben Sie getan?“, fragte Gundel.
„Nur die Welt gewechselt. In dieser hier sind die beiden Flugzeuge gerade nicht hier!“
Daniel sah auf die Uhr. Jetzt.
Das Flugzeug der Parallel-Gundel erschien um die Wanne herum.
„Was zum...“
„Eine effektive Methode um mobile Hindernisse zu überwinden. Man muss nur das Timing gut abstimmen!“, kommentierte Daniel und stieg aus der Wanne. Gundel blieb darin sitzen.
„Jetzt holen wir noch Herrn Duck ab und dann können wir alle wieder nach Hause!“
„Ich soll auf den alten Knacker warten?“
Poe ließ keuchend ein kleines Päckchen in die Wanne fallen und setzte sich hinein.
„Was ist...“, fragte Gundel, dann leuchteten ihre Augen auf.
„Ein Fallschirm. Macht’s gut ihr Trottel!“
„Nein!“, rief Daniel, doch es war zu spät. Die Wanne war bereits verschwunden.
„Ich fürchte, die Gute wird jetzt ein ganzes Stück paddeln müssen!“
„Das müssen wir auch, wenn wir diesen Duck nicht loswerden!“
An Bord des anderen Flugzeuges hatte man sich offenbar mittlerweile von der Irritation erholt und beschlossen, das Feuer wieder zu eröffnen.
„Und jetzt?“, fragte Gundel, „Ohne die Wanne können wir nichts gegen sie unternehmen!“
„Dann müssen wir versuchen, es bis zur Insel zu schaffen!“

Dagobert staunte nicht schlecht. Das war nicht der Wohnwagen, den er kannte, das war eine Villa auf Rädern. In dieser Welt schienen sich Verbrechen tatsächlich auszuzahlen. Er hoffte nur, dass nicht er derjenige sein würde, der sie auszahlen musste.
Er drückte eine Klingel.
Fentons Mutter öffnete.
„Herr Duck!“, staunte sie, „Kommen Sie doch rein!“
„Nein danke. Ich bin nur hier, um Fenton zu sprechen!“
„Der ist im Urlaub. Sie hatten ihm doch frei gegeben!“
„Was? Wann soll das gewesen sein?“
„Na heute Morgen im Park, als er das Übernachtungsgeld von den Stadtstreichern kassieren wollte. Oder...“ Ihre Augen weiteten sich. „War das etwa der Hochstapler?“
„Würden Sie erwarten, dass ich Fenton frei gebe?“
„Äh... Nein!“
„Na also. Wo ist er?“
„Wenn Sie Glück haben erwischen Sie ihn noch am Flughafen!“
„Danke. Johann, zum Flughafen!“

Das Flugzeug krachte in den offenen Schnabel von Gundels Vulkan, der sich sofort schloss.
Daniel kroch aus dem Wrack.
„Die Landung hätte auch von Quack sein können. Warum können Flugzeuge nicht aus Plastik sein?“
„Das fragen Sie mich?“, fragte Gundel zurück.
„Sie haben recht, das weiß ich natürlich selbst. Aber etwas resistenter könnten sie schon sein!“
„Überlegen Sie erstmal, wie wir die da draußen loswerden!“
„Wie haben Sie das denn sonst gemacht?“
„Ich habe gewartet bis sie weg waren. Aber wenn die zurück nach Entenhausen fliegen, bekommt das ihrem Freund sicher nicht besonders!“
„Nein. Haben Sie nichts um ein Flugzeug zum Absturz zu bringen?“
„Theoretisch schon. Aber ich bezweifle, dass ich das Flugzeug treffe. Wenn mich nicht alles täuscht sitzt Quack am Steuer und der versteht sich darauf, Geschossen auszuweichen!“
„Und wenn wir hier raus kommen, ohne dass die da draußen es merken?“
„Dann sind wir vor ihnen in Entenhausen. Aber wie sollen wir das machen?“
„Geben sie mir ein paar Minuten!“

Dagobert hatte keine Schwierigkeiten damit, Fenton ausrufen zu lassen. Tatsächlich erschienen er und Gandra Dee bald am Eingang.
Beide wirkten nervös, Fenton auch enttäuscht, Gandra eher erleichtert.
„Was gibt es, Herr Duck!“
„Sie haben von dem Hochstapler gehört, der sich in der Stadt herumtreibt?“
„Da war etwas im Fernsehen. Aber ich habe nicht richtig zugehört!“
„Wie auch immer, ich habe herausgefunden, dass Düsentrieb dahinter steckt. Er hat es auf mein Vermögen abgesehen!“
„Was? Aber ich habe immer geglaubt, Daniel Düsentrieb sei der loyalste Mitarbeiter den sie haben!“
„Das habe ich auch gedacht. Kommen Sie mit mir!“
„Jawohl. Einen Moment: Kochende Fischsuppe!“
„Suppe?“
Ein Haufen schwarzes Metall kam angeflogen und wirbelte um Fenton herum. Kurz darauf trug er einen Anzug, der den Roboteranzügen glich, nur dass mit roter Farbe eine große 1 auf seine Brust gemalt war.
„So, wohin soll es gehen!“
Dagobert sah sich um. Er befand sich noch im Visier der Radkappen-Pfeile.
„Sie wollten zu Herrn Düsentriebs Werkstatt!“, erinnerte Johann.
„Ja? O ja, richtig!“

Düsentriebs Werkstatt war nicht viel weniger gesichert als der Geldspeicher. Eigentlich sogar mehr, denn es gab einen Magiedetektor, der Personen mit zu geringer magischer Ausstrahlung meldete, sobald sie das Gelände betraten. Ein Laser verfehlte Dagobert nur knapp.
„Düsentrieb will nicht, dass ich hier reinkomme!“, rief Dagobert, „Helfen Sie mir!“
Fentons Anzug fuhr zwei Greifer aus, die eine spiegelnde Folie ausrollten und vor ihn hielten. Der Laser wurde wirkungslos davon zurückgeworfen.
„Großartig!“
Beide Enten schlichen sich an die Werkstatt heran.
„Die Tür wird mich auch nicht reinlassen!“, erkannte Dagobert.
„Kein Problem!“, erwiderte Fenton und sein Brustpanzer klappte auf. Ein Raketenwerfer samt riesiger Rakete wurde ausgefahren.
Dagobert staunte nicht schlecht. Er hatte schon ähnliche Kunststücke gesehen, etwa den Propeller, der tatsächlich in Krach-Bumm-Entes Helm passte, aber das hier war ein ganz anderes Kaliber. Offenbar ließ sich der Raum in diesem Universum stärker komprimieren.
Fenton schoss.
Trotz ihrer enormen Größe schaffte es die Rakete gerade mal, dass die Tür aus dem Rahmen kippte.
„Worauf warten sie noch?“, fragte Dagobert und lief hinein, nur um sofort in eine Falltür zu fallen. Fenton hielt ihn mit einer Metallhand fest, kurz bevor er in ein Becken mit Roboter-Piranhas stürzen konnte.
„Ich dachte, sie kennen das Sicherheitssystem hier!“
„Nicht so gut. Ich musste mich ja noch nie damit herumschlagen!“
„Lassen sie mich nur machen!“
Fenton kämpfte sich durch Greifer, Laserstrahlen und verschlossene Türen, bis der Weg zur eigentlichen Werkstatt schließlich frei war.
„Da wären wir. Im Allerheiligsten des Erfinders!“
„Gut!“
Dagobert trat an Fenton vorbei und sah sich um. Da war die Ecke in der er und der andere gefesselt gesessen hatten. Und dieser Trumm war das Gerät mit dem Düsentrieb sie beide gescannt hatte.
Ein Krachen riss ihn aus seinen Überlegungen. Fenton war vornüber gefallen. Aus einer winzigen Stelle Gefieder im Nacken, die die Rüstung freiließ, ragte ein kleiner Pfeil.
„Ein perfekter Schuss, Johann!“, lobte Nicky.
„Danke. Die Entfernung war ja auch nicht groß!“
„Aber was...“
„Ich habe erfahren, dass Onkel Dagobert und Düsentrieb nicht da sind. Deshalb gibt es eine kleine Änderung. Wenn er aufwacht wird er glauben, ein neues Sicherheitssystem hat ihn erwischt. Den Anzug nehmen wir mit. Los Jungs, ich brauche die Kontrolleinheit für die Roboanzüge!“
„Wozu?“, wagte Dagobert zu fragen.
„Wenn das Sicherheitssystem hier dich nicht durchgelassen hat, dann wird Düsentrieb dafür gesorgt haben, dass es die Roboteranzüge vor dem Geldspeicher auch nicht tun!“
„Die Kontrolleinheit ist nicht hier!“, meldete Trick.
Nicky schien nachzudenken.
„Wie kann man euch beide unterscheiden?“, fragte sie Dagobert.
„Herr Düsentrieb sagte, das Magieniveau in meinem Universum sei niedriger. Aber ich verstehe nicht...“
„Ich schon. Jungs, steht in eurem Handbuch auch, wie man jemanden mit Magie voll pumpt?“
„Klar!“, antwortete Tick, „Und es scheint alles da zu sein, was wir brauchen!“
„Dann lasst uns ein Imperium übernehmen!“
Ein Blick auf Nickys Gesichtsausdruck genügte um zu wissen, dass sie mit „uns“ ausschließlich sich selbst meinte.

„Ich kenne nicht viele Leute, die aus einem Flugzeugwrack ein U-Boot bauen können!“, staunte Gundel, als sie durch das Fenster die Unterwasserlandschaft vorbeirasen sah.
„Und ich kenne nicht viele Leute, die Stahl mit den Fingerspitzen schweißen!“
„Es ist auch ein kleiner Trick dabei. Streng genommen bin ich keine Hexe, sondern eine Zauberin!“
„Und wo ist der Unterschied?“
„Zauberer brauchen Hilfsmittel. Hexen haben von Natur aus eine so hohe Konzentration an Manain im Blut, dass sie ihre körpereigene Magie verwenden können!“
„Und wie kommt das?“
„Meistens ist es genetisch. Aber man kann Manain auch künstlich herstellen!“

„Diese Kabel aus künstlich produziertem Manain leiten Magie!“, erklärte Track, während Tick die Kabelenden in Dagoberts Schultern rammte. Jetzt wusste er, warum man ihn für diese Prozedur gefesselt und geknebelt hatte. Diese Schmerzen hätte er sicherlich nicht klaglos hingenommen.
„Und das Gerät da ist ein Magiesammler. Tick, du behältst den Bildschirm da im Auge. Wenn er in derselben Farbe erscheint wie ich, sind wir fertig. Bereit? Los!“
Interessanter Weise spürte Dagobert nur den Schmerz. Von Magie merkte er gar nichts.
„Fertig!“, rief Tick.
„Gut!“, sagte Nicky, „Dann auf zum Geldspeicher!“

„Wir sind weit genug weg!“, entschied Daniel, „Schwingen wir uns in die Lüfte!“
„Warten Sie. Da ist etwas passiert!“
„Und was?“
„Die magische Ausstrahlung ihres Herrn Duck hat zugenommen. Der Leuchtpunkt auf dem Bildschirm sieht jetzt aus wie die anderen!“
„Aber Sie wissen, welcher er ist?“
„Ja. Aber ich muss ihn im Auge behalten um ihn nicht zu verlieren!“
„Dann tun Sie das. Achtung, wir heben ab!“

Der Geldspeicher hatte wieder eine Tür und wurde von mindestens zehn Roboanzügen bewacht.
Nichts geschah, als sich Dagobert mit Johann und den Kindern zwischen ihnen hindurch bewegte.
Auch die Tür ließ sich öffnen.
Dahinter waren zwei Arbeiter mit den Reparaturen beschäftigt, beaufsichtigt von Fräulein Rührig.
„Schon zurück?“, fragte diese.
„Ja!“, antwortete Dagobert.
„Und haben Sie...“
„Was?“
„Also nicht!“
„Nein. Wenn ich ehrlich sein soll, ich habe langsam genug von diesem Job. Übertragen sie...“
Nein. Wenn er das wirklich tat würde Nicky ihn so schnell wie möglich loswerden wollen. Andererseits hatte sie Fenton nicht töten lassen. Aber vielleicht auch nur, weil sie ihn für irgendetwas brauchte?
„Ja?“, fragte Fräulein Rührig.
Womit auch immer Johann die Pfeile verschoss, es war sicher auf ihn gerichtet.
Aber Johann hatte auch Fentons Anzug dabei, in einer Tasche, die dafür viel zu klein zu sein schien. Der Krach-Bumm-Anzug reagierte auf jeden, der das Codewort sagte. Wenn dieser hier genauso funktionierte...
„Lassen sie meinen Gehrock reinigen!“, wies Dagobert an, „Er hat auf dem Weg hier her ein paar Flecken abgekriegt, kochende Fischsuppe, ich hoffe das Zeug geht überhaupt wieder...“
Der Anzug reagierte.
„Raus!“
Mit einem Metallhandschuh packte Dagobert Johann am Kragen und hob ihn hoch.
„Rückzug!“, befahl Nicky.
Sie und die Jungs rannten davon.
„Das ist der Hochstapler!“, sagte Johann.
„Und wie bin ich dann bitte hier rein gekommen?“
„Wir haben Ihren... ähm... Magiewert erhöht!“
„Reden sie keinen Blödsinn. Fräulein Rührig, die Anzüge sollen ihn in Gewahrsam nehmen!“
„Das geht nicht. Sie erinnern sich an die neuen Sicherheitsmaßnahmen gegen den Hochstapler? Nur Herr Düsentrieb kann den Anzügen neue Befehle geben!“
„Herr Duck?“, ertönte Daniels Stimme von draußen, „Sind Sie noch da drin? Ich komme nicht rein, obwohl der Handabdruck stimmt hat die Tür sich nicht geöffnet sondern auf mich geschossen!“
Dagobert begriff sofort.
„Ich komme raus!“, rief er.
„Bringen sie den Glückszehner mit!“
Dagobert wusste nicht, wozu Daniel den Zehner brauchen konnte, aber es konnte wohl nicht schaden, ihn mitzubringen. Dieser Zehner bedeutete ihm ja nichts.
„Verschwinden Sie!“, sagte er zu Johann und ließ ihn los.
Die übrigen Türen ließen ihn wie üblich durch (obwohl es schwer war, sich unter dem Anzug eine Schwanzfeder auszureißen). Dann stand er vor dem Tresor.
Die Kombination kannte er natürlich nicht. Oder doch? Er versuchte es mit der Kombination seines eigenen Tresors. Und die Tür schwang auf.
Dagobert bot sich ein fantastischer Anblick. In seinem Geldspeicher mochte sich im Laufe der Jahrzehnte unglaublich viel Geld angesammelt haben aber gegen das hier wirkte es wie der Inhalt eines popeligen Sparschweins. Fast hatte er Lust, den Anzug auszuziehen und darin zu schwimmen. Warum eigentlich nicht? In gewisser Weise war es ja sein Geld, oder? Es gehörte Dagobert Duck und er war Dagobert Duck.
Aber... etwas stimmte nicht mit dem Geld.
Die polierten Münzen glänzten, die Scheine verströmten einen angenehmen Geruch und alles zusammen strahlte eine erfrischende Kühle aus. Aber es hatte eine andere... Aura als das Geld im Geldspeicher. Irgendwie faulig. Es war schmutziges Geld, Geld, das er nicht besitzen wollte. Und das auch kein anderer Dagobert Duck besitzen sollte.
Dagobert griff nach der Glasglocke unter der ein einzelnes altes Zehn-Kreuzer-Stück lag, hob sie hoch und nahm es heraus, ohne sich an den plötzlich ausströmenden Knoblauchdämpfen zu stören.
Auf dem Weg zurück nutzte er die Kraft, die ihm der Anzug gab, um ein paar Veränderungen vorzunehmen.

„Ein Glück, dass die Anzüge ihnen gehorchen!“, meinte Gundel, „Wer weiß, was sie sonst mit mir gemacht hätten. Aber ich versuche besser nicht, in den Speicher zu kommen!“
„Das wird auch nicht nötig sein!“, versprach Daniel, „Herr Duck wird den Zehner gleich herausbringen!“
Die Tür schwang auf und ein nervöser Johann machte, dass er weg kam. Ihm folgte...
„Krach-Bumm-Ente?“, fragte Daniel.
„Killerduck. Dagobert Ducks Leibwächter!“, erklärte Gundel.
„Nein, keine Angst, ich bin es nur!“, antwortete Dagobert.
„Herr Duck!“, erkannte Daniel.
„Ja. Und jetzt begreife ich auch, wozu sie den Glückszehner wollen. Die Dame ist doch auf unserer Seite?“
„Zweifellos Herr Duck!“
Welchen Düsentrieb er vor sich hatte, danach musste Dagobert nicht fragen. Der andere wäre niemals in der Lage gewesen, ihn so zu imitieren. Zumal er ihn ja gar nicht kannte.
„Und der Zehner gehört mir!“
Am Fuß des Hügels standen der andere Dagobert Duck und der andere Daniel Düsentrieb.
„Ein Alarmsystem hat uns im Flugzeug mitgeteilt, dass ich den Speicher betreten habe!“, erklärte Duck, „Da sind wir natürlich sofort her geflogen!“
„Packt die drei!“, befahl Düsentrieb.
„Halt!“, rief Daniel.
„Packt sie!“
„Halt!“
„Los!“
„Halt!“
„Los!“
„Halt!“
„Los!“
„Ha...“
Weiter kam Daniel nicht, denn Fräulein Rührig, die sich von hinten angeschlichen hatte, hielt seinen Schnabel zu. Die Anzüge packten zu.
„Halte ihm den Schnabel zu!“,  befahl Düsentrieb.
Der angesprochene Anzug gehorchte.
„Und du zieh diesen Anzug aus, oder ich aktiviere den Selbstzerstörungsmechanismus!“
Offenbar kontrollierte Düsentrieb hier alles. Warum vertraute ihm dieser andere Dagobert Duck soviel an? Wenn dieser Düsentrieb so skrupellos war, warum hatte Duck keine Angst, dass er alles an sich riss?
„Wird es bald?“
Vielleicht, weil ihm eigentlich schon alles gehörte.
Egal, irgendwie musste er aus dieser Lage herauskommen. Das Problem war, dass er keine Ahnung hatte, wie die verschiedenen Funktionen des Anzugs ausgelöst wurden.
Moment... Was tat Fenton, der Fenton seiner Welt, in einer solchen Situation?
„Was soll das werden?“, fragte Duck.
„Er... er versucht alle Knöpfe zu drücken!“, erkannte Düsentrieb, „Sofortige Selbst...“
Zu spät.

Fenton hatte nicht übertrieben. Es tat weh. Furchtbar sogar. Dagobert fragte sich, ob er sich etwas gebrochen hatte. Nein, das schien nicht der Fall zu sein. Aber den Anzug hatte er verloren, die Einzelteile lagen auf dem Hügel verstreut. Offenbar besaß dieser Anzug einen „Auszieh-Knopf“, den er ebenfalls gedrückt hatte.
Er richtete sich auf und stellte fest, dass er nicht der einzige war, der seinen Anzug verloren hatte.
„Endlich!“, rief Oma Knack, „Wenn die Jungs mich sehen, werden sie durchdrehen vor Freude!“
„Und ich kann meinen Fernsehsender wieder übernehmen!“, bemerkte jemand, den Dagobert nicht kannte.
„O süße Freiheit!“, jubelte Dijon.
Auch Duck und Düsentrieb standen auf.
„Wir sind frei von der Herrschaft des Tyrannen!“, rief Duck.
Alle Augen richteten sich auf Dagobert.
„Dieser Heuchler ist der, den ihr wollt!“, sagte dieser.
„Wie unterscheiden wir die beiden?“, fragte Gundel.
„Ganz einfach!“, antwortete Dagobert, „Würde euer Dagobert Duck das tun?“
Er legte die Hand auf den entsprechenden Sensor.
Die Geldspeichertür schwang auf und gab den Blick auf einen freien Korridor frei.
„Ich habe ein paar automatische Schließmechanismen demontiert. Alle Türen sind offen!“
Die Befreiten jubelten. Einige liefen gleich hinein um sich aus dem Tresorraum zu bedienen.
„Und der ist für dich!“
Dagobert hob einen Zehner vom Boden auf und warf ihn Gundel zu.
„Und falls jemand noch nicht überzeugt ist, soll er sich meine Schultern ansehen. Da haben mir ein paar größenwahnsinnige Kinder Kabel reingerammt um mich mit Magie voll zu pumpen!“
Die Blicke der noch anwesenden richteten sich wieder auf Duck und Düsentrieb, einige auch auf Daniel oder auf Fräulein Rührig.
„Es wird Zeit zu verschwinden!“, entschied Düsentrieb, „Fluchtplan omega!“
Der Boden teilte sich direkt unter Düsentrieb, der Duck packte und mit herunterriss. Als beide verschwunden waren, schloss sich der Spalt wieder.
„Um die kann sich Gundel kümmern, wenn sie das Amulett hat!“, entschied Daniel.
„Ich fürchte daraus wird nichts!“, widersprach Gundel, „Das ist nicht der Glückszehner. Der echte Glückszehner war wahrscheinlich gar nicht im Speicher. Er kann ihn überall versteckt haben!“
„Aber sie können uns doch trotzdem zurückbringen, oder? Falls sie einen Knotenpunkt brauchen, im Park...“
„Nein, einen Knotenpunkt brauche ich nicht, das Magieniveau hier ist so hoch, dass ein einfacher magischer Strom genügt. Aber ich muss erst nachlesen, wie so ein Portal funktioniert!“
„Wir sollten ohnehin von ihrem Labor aus starten!“, fand Daniel, „In unserem Universum wartet Quack dort!“
„Entschuldigung!“, bemerkte Dijon.
„Ja?“, fragte Gundel.
„Dijon hat die Teile des Killerduck-Anzugs eingesammelt, vielleicht können sie ihn brauchen, ja?“
„Mit ein paar Modifikationen und wenn ich einen geeigneten Träger finde... Kommen Sie mit und laden die Teile in mein Flugzeug!“
„Jawohl!“

„Ich habe nicht vor, einen dauerhaften Durchgang zu erschaffen!“, erklärte Gundel und kniete sich auf dem Laborboden hin, „Er könnte von den falschen Personen verwendet werden. Das Portal wird nur kurz auf dem Boden erscheinen. Es hält nur so lange wie ich mich konzentriere, also lenkt mich nicht ab!“
„Moment!“, fiel Dagobert ein, „Ich bin voll mit Magie. Wird das in meinem Universum irgendwelche Auswirkungen haben?“
„Es wird sich mit der Zeit ändern. So lange passt eben etwas mehr in ihre Taschen!“
„Aha!“
„Nun!“, begann Daniel zögerlich, „Frau Gaukeley, ähm, Gundel...“
„Psst!“, zischte Dagobert.
Gundel hatte bereits mit der Beschwörung begonnen.
Kurz darauf erschien der vielfarbige Wirbel auf dem Boden. Dagobert sah hinein. Dann sprang er.
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