Die Sache mit der Liebe

GeschichteHumor / P18 Slash
Draco Malfoy Harry Potter Lucius Malfoy Remus "Moony" Lupin Seamus Finnigan Sirius "Tatze" Black
04.07.2006
30.07.2006
8
34.600
12
Alle Kapitel
52 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
04.07.2006 4.288
 
Titel: Die Sache mit der Liebe

Autorin: KrissyNightwish

Disclaimer: Alle Charaktere gehören JKRowling und ich verdiene hiermit auch kein Geld.

Beta: Dies war eine Gemeinschaftsarbeit meiner beiden Betas Alexia und Bridry. Vielen Dank an euch beide *knuddel*

Dank: Ich bedanke mich bei Kathi, die mir mit vielen (mehr oder weniger guten) Ideen zur Seite stand. *zwinker*

A/N.: Ich melde mich mit einer sonnig sommerlichen Geschichte zurück, in der es um Feindschaften, Überraschungen und Gefühle geht. Ich wünsche euch allen wunderbare Unterhaltung.



Kapitel 1: Die Filzlaus

Mit einem wohligen Seufzen streckte Lucius sich auf seiner Couch aus und schloss die Augen. Endlich war er alleine. Nach dieser anstrengenden Woche im Ministerium war er mehr als dankbar, dass seine finanzielle Situation es ihm erlaubt hatte, hier dieses wunderbare Strandhaus zu errichten.

Es lag an einem einsamen Strand - einsam wohl deswegen, weil es der Privatstrand der Malfoys war -, eingezäunt von Dünen und einigen Felsen. Zu jeder Jahreszeit krachten die Wellen mit ihrer prachtvollen Gischt an die wenigen Felsen und flößten dem menschlichen Augen Respekt, aber auch Bewunderung und Erstaunen über die unendliche Kraft der Natur ein.

An den Stellen, wo der goldene Sand das Bild dominierte, glitt das Meer sanft wie eine Feder, die von einem stetig abflauenden und zunehmendem Wind geleitet wird, auf den Strand und wieder zurück. Das glitzernde Wasser hinterließ dann tausende Tropfen, die langsam in dem Gold des Sandes versanken, wie Diamanten, die umhüllt von Gold in einen Ring gefasst wurden.

Leicht wehte der Wind vom Meer her und glitt durch die geöffneten Glastüren in das Wohnzimmer, wo er erst mit den luftigen, orangefarbenen Vorhängen spielte und dann zärtlich hinüberglitt zu dem Platz, wo ein gewisser blonder Slytherin entspannt auf dem Sofa lag.

„Das nenne ich Leben.“, murmelte Lucius und sämtliche seiner Muskeln wurden weich.

So gemütlich döste er ein wenig vor sich hin. Er träumte von einem knackigen Hintern und honigfarbenen Augen, die ihn Lust verschleiert ansahen. Eine kleine Zunge leckte über geschwollene Lippen und ein Lächeln gleich dem Strahlen der Sonne erschien auf dem Gesicht des anderen. Lucius lächelte zurück und während der andere Mann sich immer näher auf ihn zu bewegte, wuchs seine Erregung mit jedem Schritt.

Plötzlich war er nackt und zärtliche Hände strichen sanft über seine Haut, berührten jeden Teil seines Körpers und hinterließen so deutlich fühlbare, fast brennende Schauer, dass Lucius ein Keuchen entwich. Langsam streichelten die Hände weiter über jeden Zentimeter seiner Haut. Lucius glaubte vor prickelndem Verlangen zu verglühen, wie ein Frosch, der ohne Ausweg in der Wüste bei gleißend hellem Sonnenlicht gefangen war. Die Hände näherten sich unaufhörlich seiner Männlichkeit.

‚Gleich...’, dachte Lucius voller sinnlicher Vorfreude. Die Hände glitten weiter. Dann berührten sie einen Nabel und –

Ein lauter Knall ließ Lucius wie vom Blitz getroffen erwachen. Völlig verwirrt und absolut erstarrt lag er auf dem Sofa und lauschte wie ein gejagtes Tier, das jeden Moment dem Tod ins Auge blickt.

*****

Lachend entstieg er seinem glänzend dunkelblauen Cabriolet, warf mit einem lässigen Schwung die Tür zu und bewegte den Kopf mit einer Eleganz nach hinten, dass seinem Gegenüber die Luft wegblieb. Graue Augen sahen mit einem spitzbübischen Lächeln in blaue, welche sich vor Erregung zu weiten schienen.

„Das Strandhaus“, entgegnete Draco nonchalant mit einer einfachen Geste nach hinten.

Langsam richtete sich Sirius’ Blick auf das Haus vor sich, während sein langes, schwarzes Haar leicht im Wind wehte.  

„Nicht schlecht die Hütte!“, sagte er anerkennend und auf Dracos Gesicht stahl sich ein noch strahlenderes Lächeln. Dann rannte er schnell auf Sirius zu, der ihn überrascht musterte, ergriff seine Hand und zog ihn in Richtung Haus.

„... und es steht das ganze Wochenende leer“, hauchte der Slytherin und drehte sich betont sexy nach hinten um, schlang die Arme um den Nacken des anderen Mannes und zog ihn zu sich. Verlangende Lippen legten sich auf die des Älteren und eine Zunge drang mit spielerischer Freude in die Wunderhöhle ein.

„Wow“, keuchte Sirius überrascht. „Nicht nur der Kasten vor mir hat es in sich.“

Draco lächelte nun sehr slytherinmäßig. „Damit hast du nicht unrecht, mein wilder Tiger!“

Der Ältere grinste. „Du weißt doch, dass ich ein Hund bin.“

Blonde Haare wehten im Wind als Draco seinen Kopf schüttelte, sich dann langsam vor beugte und an Sirius’ Ohr knabberte.

„Aber nur als Animagus! In Wahrheit bist du ein Kätzchen.“ Der Slytherin kicherte.

„Ein Kätzchen?“, rief Sirius gespielt entsetzt und wich einen Schritt zurück. „Nun gut, dann wird dir dein Kätzchen mal zeigen, welche Krallen es hat.“

Lachend lief Draco davon und ins Haus hinein. Der Mann mit den hüftlangen, schwarzen Haaren folgte schnellen Schrittes, während dröhnende Lacher seiner Kehle entflohen. Kichernd rannte Draco ins Haus, schlüpfte durch die Tür und lief durch das geräumige Wohnzimmer, welches zur linken in einem Flur mündete und sich zur rechten lang und offen erstreckte. Lachend folgte Sirius und stürzte sich auf den Jüngeren.

„Ich hab dich gleich!“, rief er voller Übermut uns setzte zum Sprung an.

Lucius öffnete starr vor Schreck die Augen. Das konnte doch nicht sein? Diese Stimme kannte er nur zu gut. Was wollte dieser räudige Hund, dieses Stück Hundekuchen in seinem Haus? Wie konnte DER es wagen in sein Haus einzubrechen? Lucius wollte sich gerade erheben, doch dann-

„Von wegen, alter Mann!“, entgegnete Draco herausfordernd und sprang im letzten Moment zur Seite. Polternd landete Sirius auf dem Boden.

„Verflucht“, rief er aus, als auch schon einen Moment später Draco auf seinem Schoß saß und ihn mehr als breit grinsend von oben ansah.

„Doch keine elegante Katze, eher ein tollpatschiger Hund.“

Lucius’ Mund klappte mehrmals auf und zu. Sein Sohn? Was machte sein Sohn mit Black? In Gedanken fluchtend schlug er lautlos die Hände vors Gesicht. Er erinnerte sich.

*****

Es war vor einigen Monaten gewesen, bei einer Party zu der hunderte Gäste im Schloss Hogwarts eingeladen gewesen waren. Als Schulrat hatte Lucius natürlich daran teilnehmen müssen, aber da sein Sohn auch da war, hatte er wenigstens einen weiteren Grund diese Party zu besuchen. Leider war Draco auch der Grund gewesen, warum Lucius an diesem Abend fast die Beherrschung verloren hätte.

Es war schon drei Uhr morgens und die meisten Gäste waren schon gegangen, als Lucius seinen Sohn mit niemand anderem als Sirius Black auf der Tanzfläche sah. Es war mehr als eindeutig, dass sich die beiden sehr sexy umtanzten und wenn Lucius es richtig beobachtet  hatte, waren die beiden schon den ganzen Abend immer wieder umeinander hergetanzt. So wie es schien, funkte es bei den beiden gewaltig.

Als Sirius Draco küsste und ihn verlangend an seinen Körper presste, verschluckte Lucius sich an seinem Drink. Spuckend und röchelnd traute er seinen Augen nicht. Doch ein Röcheln links von ihm, lenkte ihn ab. Ein Blick genügte und er sah Lupin, der mit mordlustigem Ausdruck auf die Tanzfläche starrte und ebenfalls noch etwas seines ausgespuckten Drinks am Kinn herunter laufen hatte. Lucius musterte den anderen und stellte überrascht fest, dass dieser mordlustige Ausdruck auf Lupins Gesicht sehr sexy war.

Kopfschüttelnd wandte er sich wieder der Tanzfläche zu und musste mit ansehen, wie sein Sohn und dieser Hund im Menschenkostüm sich leidenschaftlich küssten. Mit vor Wut zitternden Händen stand Lucius auf und ging in Richtung Tanzfläche. Diesem Köter würde er es zeigen. Doch eine Hand auf seiner Schulter hielt ihn zurück. Lupin hatte sich dazu erdreistet ihn festzuhalten.

„Ich glaube es beruht auf Gegenseitigkeit!“, sagte der Werwolf schlicht. Seltsamer Weise überzeugten Lucius diese Worte und gemeinsam setzten sie sich, beide vor Wut und Eifersucht völlig verrückt, wieder hin und bestellten sich einen Drink.

*****

Lucius schüttelte den Kopf. Ja, daran erinnerte er sich noch. Aber wer hätte ahnen können, dass das eine längere Sache war? Er hätte Black damals umbringen sollen. Jetzt hatte er diesen haarigen Hund in seinem Strandhaus.

„Tollpatschiger Hund?“, fragte Sirius, während seine Augen blitzen. „Du...“

Lucius ahnte, dass die beiden gleich übereinander herfallen würden. Und das auf seinem Teppich! Das konnte er nicht zulassen.

„Was geht hier vor?“, rief er plötzlich laut. Erschrocken blickten die beiden Turtelnden auf, um niemand geringeren als Lucius Malfoy im dunkelroten Morgenmantel zu sehen, der vor der Couch stand und sich gerade die Migränemaske vom Gesicht zog.

Schnell rappelten sich die beiden vom Boden auf. Betreten blickte Draco von einem zum anderen. Ein befriedigendes Lächeln huschte über Lucius’ Züge. Er hatte die beiden erfolgreich getrennt. ‚Bravo Lucius!’, lobte er sich selbst und verlieh sich innerlich  einen Orden für diese erfolgreiche Mission.

„Ich dachte, du wärst dieses Wochenende nicht hier!“, sagte Draco etwas kleinlaut. Lucius sah seinen Sohn abschätzend an.

„Und da dachtest du, du bringst gleich mal diesen...“ Mit einer abwertenden Geste deutete Lucius in Sirius’ Richtung

„...Köter mit. Wieso?“ Mit den Augen eines Adlers durchbohrte er seinen Sohn. Dieser straffte die Schultern und Trotz glomm in seinen Augen auf.

„Weil er mein Freund ist!“ Stille. Die Worte hingen wie eine bleierne Schwere im Raum zwischen Vater und Sohn. Lucius dachte er spinne. Das konnte doch nicht wahr sein! Da wollte er sich einmal ein entspanntes Wochenende in seinem Strandhaus gönnen und dann traf er auf diesen Köter. Warum hatte sich sein Sohn mit Black eingelassen? War er etwa sexuell frustriert? Vielleicht sollte er mal ein ernsthaftes Gespräch mit ihm führen. Die Ursache allen Übels schien das anscheinend komisch zu finden, denn ein leises Lächeln huschte über sein Gesicht.

„Nun mach dir mal nicht ins Hemd, Daddy. Leg dich lieber wieder hin. In deinem Alter kann Aufregung schnell gefährlich werden.“ Sirius blickte Lucius herausfordernd an und dieser schien jeden Moment einen Mord zu begehen.

„Black“, knurrte er dunkel. „Wie kannst du es wagen...“

„Verlier bloß nicht die Fassung, das steht dir nicht. Außerdem brauchst du dir keine Sorge zu machen, noch werde ich mich von dem süßen, knackigen Hintern deines Sohnes fernhalten.“

Lucius’ Augen weiteten sich und Draco blickte entsetzt von einem zum anderen. Zwar war es toll, dass sein Freund der einzige war, der es bisher geschafft hatte seinem Vater Paroli zu bieten und ihn somit sprachlos machte, aber auf der anderen Seite... Ob das so gut war?

Lucius schaffte es tatsächlich, sehr zu Dracos Überraschung, mit den Augen zu rollen und sich durchs lange blonde Haar mit beiden Händen zu fahren.

„Ich ertrage diesen plappernden Idioten einfach nicht!“, sagte er theatralisch und winkte Draco hinter sich her. Wie konnte es ein, dass dieses wandelnde Fellknäuel in seinem Haus war, noch dazu mit seinem Sohn liiert zu sein schien und ihn obendrein auch noch in seinem Haus und auf seinem Teppich beleidigte? Schnellen Schrittes verließ Lucius das Zimmer und ging in die Küche, die direkt mit dem Wohnzimmer verbunden war. Draco warf Sirius einen kurzen, entschuldigenden Blick zu und folgte seinem Vater.

Innerlich überlegte sich Lucius schon mal eine gepfefferte Predigt, damit sein Sohn diesen Köter sofort rauswarf. Doch als er sich umdrehte und in die entschuldigenden Augen seines Sohnes sah, konnte er nicht mehr klar denken.

„Dad“, sagte Draco ehrlich. „Es tut mir leid, ich hätte dich fragen sollen, aber ich wollte auch wirklich ungestört mit Siri sein.“

„Siri?“, fragte Lucius flüsternd, aber nicht minder entsetzt.

„Ist dir klar, mit wem du dich da einlässt?

„Aber...“, entgegnete Draco, doch Lucius unterbrach ihn und hob die Hand.

„Nein, Draco. Dieser Kerl ist ein Hund. Überleg doch mal, du könntest dir Filzläuse einfangen oder er verspeist dich mitten in der Nacht, wenn er mal wieder seine tierischen Triebe befriedigen muss.“ Draco brach in ein haltloses Kichern aus.

„Das ist doch nicht dein Ernst, oder?!“ Eine Hand vor den Mund pressend um seinen Vater nicht allzu offensichtlich auszulachen, sah Draco Lucius an.

„Zum einen ist Siri geimpft - so viel zum Thema Filzlaus –  außerdem schlafen wir noch nicht miteinander und zum anderen ist er nur als Animagus ein Hund und kein Werwolf.“ Entrüstet sah Lucius auf seinen Sohn, während er immer mehr zu kochen begann.

*****

Sirius blickte den beiden einen Moment nach und fing dann an zu grinsen. So bezaubernd lächelnd schaute er sich in dem großen Wohnzimmer um. Es war recht modisch eingerichtet. In der Mitte stand diese weiße Couchgarnitur, die einen edlen Glastisch auf einem Sockel in Form einer Meerjungfrau umrahmte. Zu einer Seite hin war eine breite Fensterfront durch die man Blick auf das Meer hatte, da das Haus auf einer Düne stand.

Auf der anderen Seite des Raumes stand ein Esstisch an dem mindestens acht Leute Platz haben konnten. Sirius’ Blick fiel auf die Haustür rechts daneben. Es war schon eine wahre Augenweide dieses Wohnzimmer und sozusagen der Mittelpunkt des Hauses. Es war offen und man konnte nicht nur direkt die Haustür erreichen, sondern auch alle weiteren Zimmer, da das Wohnzimmer in einem Flur mündete.

Sirius’ Grinsen vergrößerte sich, als sein Blick wieder auf die Couch vor ihm fiel und er dort Lucius’ Migränemaske liegen sah. Lässig ging er in seiner hellblauen, ausgewaschenen Jeans und dem dunkelblauen Shirt die letzten trennenden Schritte auf das Sofa zu, schnappte sich die Migränemaske und ließ sich auf der Couch nieder. Es sich gemütlich machend, legte er die Beine auf den gläsernen Tisch, kurz nachdem er seine Schuhe abgestreift hatte, als plötzlich Stimmen aus der Küche zu ihm drangen.

„Ich will nicht, dass dieser Idiot in meinem Haus bleibt!“, rief Lucius’ schneidende Stimme. Er war nicht mehr in der Lage gewesen zu flüstern.

„Ich habe ihn aber eingeladen und ich will, dass du meinen Gästen denselben Respekt entgegenbringst wie deinen!“, entgegnete Draco bissig.

„Diesen Abschaum kannst du ja wohl kaum als...“

„Lasst euch nicht stören. Ihr braucht euch wirklich keine Mühe zu machen um leiser zu sprechen!“, rief Sirius vom Wohnzimmer aus und die beiden in der Küche verstummten. Mit einem noch breiteren Grinsen ließ er sich wieder ins Sofa sinken, setzte die Migränemaske aufs Gesicht und lächelte mit geschlossenen Augen vor sich hin.

„Du scheinst dich ja wie zu Hause zu fühlen“, sagte eine Stimme abwertend und ehe Sirius sich versah hatte Lucius die Migränemaske gepackt, sie ein Stückchen von dessen Gesicht entfernt und dann mit voller Wucht zurückschnacken lassen.

„Autsch“, rief Sirius entsetzt aus und griff sich ans Gesicht. Wütend riss er sich die Maske runter.

„Spinnst du jetzt vollkommen?“, fragte er Lucius wutentbrannt und funkelte den anderen Mann düster an. Lucius, der immer noch in seinem Morgenmantel bekleidet auf der Lehne der Couch saß, beugte sich zu Sirius vor.

„Du bist hier unerwünscht, Black!“, sagte er leise und überheblich. Die grauen Augen spiegelten denselben Abscheu, den Sirius empfand.

„Aber...“, sagte Lucius weiter und man sah ihm förmlich an, dass er sich dazu durchringen musste, das zu sagen.

„Mein Sohn schätzt seine Anwesenheit, warum auch immer, und deshalb werde ich dich dieses Wochenende hier dulden. Und danach...“, fuhr er drohend fort.

„...wirst du verschwinden und dich nie wieder in diesem Hause blicken lassen, klar?“

Graue Augen funkelten gefährlich und Lucius’ Gesicht war nur wenige Zentimeter von Sirius’ entfernt.

„Sehr gerne“, antwortete der schwarzhaarige Mann. „Ich kann dein Engelsgesicht mit diesem fiesen Charakter sowieso nicht ertragen.“

Ein gerissenes Lächeln überzog das „Engelsgesicht“ und Lucius kam Sirius noch ein Stückchen näher, sodass sich ihre Nasenspitzen sachte berührten.

„Und genau das ist meine Stärke.“, hauchte er und stand dann abrupt auf um aus dem Raum zu verschwinden. Sirius sah ihm einen Moment nach, dann seufzte er.

„Spinner!“, flüsterte er leise und verbarg für einen Moment sein Gesicht in seinen Händen. Na das konnte ja ein tolles Wochenende werden.  

Lucius ging mit einem durchaus befriedigenden Gefühl aus dem Raum. Diesem Spinner hatte er es gegeben. Er war ihn zwar nicht los, aber immer hin hatte er klargestellt, wer hier die Hosen anhatte.

Apropo Hose! Lucius ging durch den Flur in sein Zimmer und langsam glitt der Morgenmantel von seinen Schultern. Mit einem prüfenden Blick nach unten stellte Lucius zufrieden fest, dass noch alles an Ort und Stelle war.

In Blacks Gegenwart hatte er nämlich immer Angst um sein bestes Stück. Diesem Hund würde er jederzeit zu trauen, dass er an Stellen seine dreckige Nase hatte, an denen sie nichts zu suchen hatte.

Da aber noch alles da und vor allem unversehrt war, griff Lucius nach seiner Lieblingsbadehose und machte sich auf den Weg zum Pool. Durch sein Zimmer konnte man über eine Tür auf die Terrasse und in den Garten gelangen, der auch einen Pool mit einigen Liegen hatte.

Der Garten war umringt von Dünen und lag direkt hinter dem Haus, wo er in einer Vertiefung angelegt worden war, sodass man vom Haus aus über den Garten hinwegschauen und auf den Ozean blicken konnte. Im Garten selber konnte man nur durch eine Spalte zwischen zwei Dünen einen Blick auf die rauschende Brandung des Meeres erhaschen.

Lucius streckte sich und zog eine Sonnebrille an. Dann legte er sich völlig entspannt auf eine der Liegen und ließ sich in der Sonne braten. Was er allerdings nicht ahnen konnte war, dass er nicht der einzige war, der vorhatte zu schwimmen...  

*****

„Schnuffelchen?“, fragte plötzlich eine Stimme von der Tür her, die zur Küche führte. Sirius drehte sich ihr entgegen und sah seinen Draco nur mit Shorts bekleidet ihm Türrahmen stehen.

„Kommst du mit schwimmen?“ Ein Grinsen überzog das Gesicht des Älteren.

„Da kann ich ja kaum widerstehen“, sagte er lächelnd und folgte Draco durch das Wohnzimmer, dann durch den dazugehörenden Flur in ein Zimmer. Umsichtig schloss Draco die Tür.

„Das sieht hier aber nicht nach Wasser raus“, sagte Sirius grinsend und Draco zuckte mit den Schultern.

„Richtig erkannt, mein Tiger. Das ist mein Zimmer in dem wir die nächsten Tage bleiben werden.“ Sirius’ rechter Mundwinkel zog sich nach oben. Es war sozusagen, das charakteristische Pendant zu Severus Snapes Augenbraue.

„Außerdem...“, fügte Draco hinzu und öffnete eine Tür in der Nähe des Schrankes.

„...geht es hier zum Pool.“

„Ihr habt einen Pool, wo das Meer nur einige Meter entfernt ist?“, fragte Sirius verblüfft. Draco grinste.

„Klar, was sollte man sonst mit dem vielen Geld machen!“

„Du bist unverschämt“, sagte Sirius und blickte sich um. Ein großes Bett, welches mit blauen Laken überzogen war, kam in sein Sichtfeld. Der Schrank war genau gegenüber und daneben die Tür, die in den Garten führte. Der Boden war, wie im gesamten Haus mit einem weißen, flachen Teppich ausgestattet. Eine ruckartige Bewegung seines Kopfes riss ihn aus seinen Gedanken. Draco stand vor ihm, hatte ihm am Kinn gepackt und sein Gesicht zu ihm gedreht.

„Und deshalb stehst du ja auch auf mich!“ Graue Augen sprühten vor Übermut. Dann bewegte Draco seinen Kopf auf Sirius zu und legte seine Lippen auf die des anderen. Ruckartig stieß er seine Zunge vor und umtänzelte die des Gegenübers. Arme schlossen sich um Körper und Draco zerrte an Sirius’ Kleidung. Mit Händen, die es eindeutig eilig hatten, fummelte er an dessen Jeans und machte sie auf. Das Shirt riss er einfach in der Mitte durch.

Lucius hätte bei diesem Anblick wohl in die nächste Hecke gekotzt.

„Hast du es so eilig?“, gluckste Sirius und ein Keuchen entfloh ihm, als Draco in seine Brustwarze kniff und sich dann von ihm entfernte.

„Hier“, rief er und warf Sirius eine Badehose zu. „Schließlich will ich nicht, dass mein Vater vielleicht mehr sieht, als er sollte.“ Die Erwähnung von Lucius war für Sirius Grund genug die Hose anzuziehen und gleichzeitig verflog seine sich aufbauende Erregung wie im Flug.

*****

Der Erregungskiller, nach Sirius Meinung, lag immer noch friedlich auf der Liege in der Sonne, als er mal wieder durch Lärm aus seinen Tagträumen gerissen wurde. Er konnte gerade noch miterleben wie der Zerstörer seines ruhigen Wochenendes mit seinem Sohn Hand in Hand über den Sand hinunter in Richtung Pool lief und sie lachend immer weiter auf den Pool zu rannten.

‚Ohoh’, dachte Lucius nur noch, doch dann war es zu spät. Der Hund war mit seinem Sohn voller Wucht in den Pool gesprungen. Das Wasser spritze in alle Richtungen und leider lag Lucius zu nah am Rand des Pools. Eine unglaubliche Menge Wasser flog in die Luft und suchte sich Lucius zum Runterkommen aus.

Völlig durchnässt und etwas bedröppelt, sah Lucius auf. Die beiden anderen planschten im Wasser. Bildete er es sich nur ein, oder blieb Blacks überheblicher Blick an ihm hängen? Tatsächlich! Dieser Hund grinste ihn frech an und stürzte sich dann wieder auf seinen Sohn.

‚Ist es denn möglich?’, dachte Lucius voller Zorn und eine Ader pochte gefährlich auf seiner Stirn. Sein sexy Körper und vor allem seine unwiderstehliche Frisur war mit einem Mal dahin. Unglaublich Wut durchflutete ihn. Wie konnte es diese Filzlaus wagen und ihn dermaßen entblößen?

„Schicke Badehose“, drang plötzlich die neckende Stimme Blacks in sein Bewusstsein. Als Lucius aufblickte, sah er eben jene Filzlaus vor seiner nassen Liege, tropfend, aber zu selbstgefällig grinsend, stehen, während Draco auf dem Weg ins Haus war. Wahrscheinlich um irgendwas zu holen.

Lucius’ Blick fiel auf seine Badehose beziehungsweise das, was eigentlich eine Badehose sein sollte. Diese vermeintliche Badehose war einmal weiß gewesen, doch mit dem unbeabsichtigten Wasserkontakt war sie... durchsichtig.

„Ist da etwas durch das kalte Wasser geschrumpelt oder bist du immer noch schlecht bestückt?“, fragte Sirius provokant und kicherte.

Lucius biss die Zähne zusammen. ‚Nein, bring ihn nicht um. Bring ihn nicht um!’, sagte er sich ständig. Seine Lider zuckten gefährlich und seine Zähne knirschten. Dann griff er sich lasziv zwischen die Beine und hielt seinen „Schatz“.

„Das, Black, ist der Traum eines jeden Mannes, mit dem ich selbst dich zum Winseln kriegen würde.“ Die malfoytypische Arroganz blitzte in seinen Augen auf und er musterte Black geringschätzig. Dieser schien einen Moment verunsichert.

Innerlich verlieh sich Lucius einen weiteren Orden. Seine Sammlung enthielt inzwischen mehr als dreißig Orden für die diversesten Verdienste, wie Black beleidigt, Black verspottet, Potter blamiert, Weasley herabgewürdigt, Weasley gedemütigt,... inzwischen fand jedes mal ein wahres Freudenfeuer in seinem persönlichen Ordensmuseum statt, wenn ein neuer dazu kam.

Leider schien Black sich wieder zu fangen.

„Da ist wohl der Wunsch-Vater des Gedankens!“ Lucius’ Kiefer mahlten.

„Du würdest mich doch am liebsten vögeln, Black. Denn wer will das nicht! Du willst doch gar nicht meinen Sohn, sondern mich!“, rief Lucius ihm wutentbrannt entgegen. Black lachte auf.

„Na klar, komm Lucy lass es uns tun. Hier und gleich! Ich kann mich kaum noch beherrschen.“ Black verdrehte die Augen und fasste sich theatralisch an die Stirn. „Ich halt es nicht mehr aus!“, stöhnte er.

„Du bist ein solcher Idiot“, schrie Lucius ihn an, sprang auf und schubste ihn rücklings in den Pool. Sirius schluckte Unmengen an Wasser und tauchte schließlich wieder völlig überrascht und vor allem mehr als sauer wieder auf.

„Das wirst du bereuen, Malfoy“, rief er Lucius hinterher, der wutentbrannt ins Haus zurückmarschierte.

*****

Draco währenddessen kam mit zwei Drinks aus dem Haus und ging zum Pool aus dem Sirius gerade kletterte. Als Sirius’ Blick auf Draco fiel, musste er an die Worte des alten Malfoys denken. Wie kam dieser auf die Idee, dass er nur mit Draco zusammen war, weil er den Alten wollte? Nun gut, alt war Lucius bestimmt nicht, aber sonst... Sirius schüttelte sich bei der Vorstellung und nahm den angebotenen Drink dankend an.

*****

Lucius hatte sich auf sein Bett geschmissen, nachdem er sich seinen Morgenmantel übergezogen hatte. Dieser Black war doch die reinste Pest. Das personifizierte Ungeziefer. Und er, Lucius Malfoy, hatte es eben jenem Ungeziefer erlaubt ihn zu beleidigen.

‚Was ist bloß mit dir los, Lucius?’, fragte er sich selbst und klang seltsamer Weise leicht hysterisch. Mit einem Mal wurde ihm schlagartig bewusst, dass er eben wie ein eifersüchtiger Ehemann geklungen hatte, als er Black als Idioten bezeichnete. Innerlich schlug er die Hände über dem Kopf zusammen. Na das konnte noch was werden. Black mit seinem beschränkten Gryffindorhirn wird wahrscheinlich jetzt annehmen, er, Lucius, wolle etwas von diesem Zotteltier! Wo hatte er sich da nur reingeredet und wieso hatte er so überreagiert?

Nun wirklich depressiv setzte er sich auf und starrte aus dem großen Fenster in den Garten. Natürlich fiel sein Blick auf das küssende Pärchen am Rande des Pools. Zum ersten Mal in seinem Leben, musste sich Lucius der wirklich unangenehmen Frage stellen, ob er sexuell frustriert war. Aber das konnte ja nicht sein, denn schließlich hatte er regelmäßig Sex und das nicht zu knapp. Was war es dann? Fehlte ihm etwas?

Lucius stampfte mit dem Fuß auf. Verdammt, er war ein Malfoy. Ihm fehlte nichts! Nun, da sein altes Ich wieder zurückgekehrt war, ging es ihm besser.

Nein, er war nicht umsonst ein Malfoy, begehrtester Witwer der Zaubererwelt, schärfster Ex-Todesser, der hübscheste Brecher männlicher und weiblicher Herzen, Pin-up der Monate Februar bis August in der Hexenwoche und erotischster Schulrat des Jahrhunderts. Nein, ihm fehlte wirklich nichts!

Durch den Flur in die Küche gehend, baute er sein Ego innerlich weiter auf bis er schließlich zu einer solch würdevollen und überheblichen Haltung gelangt war, dass ihm plötzlich ein stechender Schmerz durchs Kreuz fuhr.

„Verdammtes Alter“, murmelte er und machte sich erst einmal einen Gemüsedrink. Er wollte schließlich jung und vital bleiben. Leider glitt sein Blick erneut durch das Fenster und wieder blieb sein Blick an dem Pärchen hängen. Er gestattete sich einen kurzen sehnsuchtsvollen Blick, den er selbst leugnete, und setzte sich dann an den Küchentisch; den Rücken dem Fenster zu gewandt.

‚Nur noch zwei Tage’, sagte er sich selbst. ‚Dann werde ich endlich wieder absolut geilen Sex haben!’

Doch leider konnte er die leise Stimme in seinem Kopf nicht ganz ignorieren, die ihm sagte: ‚Glaubst du wirklich, dass das schon alles im Leben ist?’ – ‚Ja!!!’, kam sofort die Antwort eines anderen Teils seines Kopfes.

‚Wenn du meinst’!, kam es beleidigt und etwas zickig zurück.  

*****
Fortsetzung folgt...

Tja, wie kriege ich euch nun überzeugt mit einen Kommentar zu schreiben? *grübel* Das Argument, es wäre meine erste FF und ich bräuchte dringend eure Rückmeldung, zieht nicht wirklich. Auch zu sagen, dass ich sonst so wenig Kommentare kriegen würde, nimmt mir keiner ab. Tja, da bleibt mir lediglich übrig euch zu bitten mir einfach zu schreiben, weil euch das Kapitel gefallen hat oder nicht. Ich zähle auf euch.
Eure Krissy
Review schreiben