addiction

GeschichteDrama / P12 Slash
11.06.2006
20.07.2006
4
3.213
 
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11.06.2006 440
 
Er wachte auf, als das Dunkel der Nacht seine Tiefe zu verlieren begann und die Stadt in einem Grau-Braun dalag. Blinzelnd griff er nach dem Wecker auf seinem Nachttisch. 3 Uhr. Sich auf die Ellenbogen stützend warf er einen Blick hinaus in die abflauende Nacht. Wieso verdammt war er jetzt schon wach? Und wieso verdammt-. …Er sah neben sich. Wieso war er noch da, ging er doch sonst so schnell, ließ ihn zurück?
Und… Es war… ER war seltsam anzusehen so friedlich, so frei der sonst normalen Attitüde, so frei der Maske. Abwesend strich er ihm sacht über das Gesicht. Draußen, der Lärm der Stadt, war wie entferntes Rauschen. Unwirklich, diese Situation.
“Mhh…”, ertönte plötzlich ein verschlafenes Brummen und er zog halb erschrocken seine Hand weg. Der Andere schlug bedröppelt die Lider halb auf, schloss sie wieder, drehte sich auf die andere Seite und rieb sich die Augen. “Wie spät ist es?”
“Halb vier.”, seufzte er und ließ sich wieder zurückfallen, als hätte ihm erst wieder deutlich werden müssen, was es bedeutete.
“Wieso bist du schon wach?”
“Ich weiß nicht…” Schweigen. “Reita?”, fragte er nach einer Weile.
“Hm?”
“Wieso…” Es war vielleicht nicht richtig, aber… “Wieso bist du noch hier?” Was war schon richtig in diesem Chaos? Was war schon richtig in diesem Moment? Er konnte einfach nicht noch mehr Ungesagtes verkraften.
Angesprochener drehte seinen Kopf in seine Richtung, richtete sich schließlich auf, schwieg jedoch zunächst weiterhin. “Ich kann auch gehen…”
Uruha sah zu ihm hoch. “Nein… Ich meine…” Er drehte sich zur anderen Seite. “Es ist egal…” Wirklich?
Und er ging. Sang- und klanglos, als wäre nichts gewesen. Beinahe wie immer.
Und Uruha blieb zurück, drehte sich nicht um. Seltsam, dieses Gefühl, das blieb. Als wäre er eine Kurtisane. Einsam. Verlassen. Taub jeglicher Gefühle?


Der nächste Morgen begann, er fühlte sich beschissen und es war nicht förderlich, dass er das Gefühl hatte sein Zimmer, seine Wohnung würde mehr nur nach ihm selbst riechen. Ihm war schlecht, wieso auch immer und das Sushi vom Vorabend, das er achtlos hatte liegen lassen, half da nichts sonderlich. Matt machte er sich Kaffee, setzte sich und… Vielleicht war er einfach nicht der Typ für… solche Sachen. Für Heimlichtuereien… für so einen elenden triebgesteuerten Scheiß. Aber er konnte es nicht lassen. Als wäre er ein… ein Junkie.
Er sollte sich nicht so viele Gedanken machen. Wieso nur konnte er nicht so sein wie alle anderen Arschlöcher auf dieser Welt? Schließlich betrog er - im Prinzip - ja Niemand.
Langsam machte er sich auf den Weg zu dem anstehenden Interview. Einerseits brauchte er die Ablenkung, andererseits… Würde er so nicht bloß weiterhin diesem Teufelskreis folgen?
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