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Monk - Sie werden es mir noch danken, Randy.

von messssem
GeschichteHumor / P6 / Gen
30.05.2006
30.05.2006
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SIE WERDEN ES MIR NOCH DANKEN, RANDY


Im Polizeipräsidium von San Francisco: Im Büro von Captain Stottlemeyer halten sich neben Disher noch etliche andere Polizisten auf:
Stottlemeyer: Also Leute, wie Euch bekannt sein dürfte, erhält unser Sonderberater, Adrian Monk, seit Tagen Drohbriefe von einem Kerl, den er einst ins Gefängnis gebracht hat. Da dieser Verbrecher ihm androht, ihn eines Nachts zu besuchen, müssen wir Monk in Schutzhaft nehmen. Wir können es ihm selbstverständlich nicht zumuten, hier in der Gefängniszelle im Präsidium zu schlafen und in seiner Wohnung können wir auch keinen Bewacher unterbringen, da er sonst vollkommen ausflippen würde. Also gibt es nur eine einzige Lösung: Wir werden Monk in den Wohnungen unserer Polizisten unterbringen; und zwar jede Nacht bei einem anderen. Also, wer meldet sich freiwillig?
Die Cops tun so, als ob sie den Captain nicht gehört hätten. Sie pfeifen vor sich hin, spielen an ihren Fingernägeln herum und starren Löcher in die Luft.
Stottlemeyer: Also los, Männer, nur Mut! Schließlich seid ihr harte Kerle.
Aber keiner hebt die Hand, alle tun so, als würde sie die ganze Sache nicht das Geringste angehen.
Stottlemeyer: Na schön, dann muss ich das eben anders regeln. Wir werden es ausknobeln.
Er nimmt ein Päckchen Streichhölzer, das auf seinem Schreibtisch liegt, nimmt eines heraus und bricht es ab. Dann lässt er seine Untergebenen der Reihe nach ziehen. Einer nach dem anderen atmet äußerst erleichtert auf und Randy zieht schließlich den Kürzeren. Er starrt das kurze Hölzchen zwischen seinen Fingern fassungslos an und seufzt:
Disher: Also schön, so schlimm wird's schon nicht werden.
Er fährt zu Monk nach Hause, um jenen abzuholen. Bepackt mit dem Notwendigsten für eine Nacht, verstaut in zwei riesigen Koffern, macht sich Monk auf den Weg zu Randys frisch bezogenem Appartement. Dieser lebt in einem Hochhaus in einem äußerst ausgefallenen Design. Der Architekt, der dieses Gebäude geplant hatte, hatte eine ausgesprochene Vorliebe für Glas. Überall in der Wohnung gibt es Glastüren und der Boden ist bedeckt mit großen Fliesen.
Monk richtet sich häuslich ein, bezieht das Gästebett mit der von zu Hause mitgebrachten Bettwäsche und beginnt, Randys Junggesellen-Bude, die auch danach aussieht, aufzuräumen.
Disher (der sein gewohntes Chaos eigentlich lieber behalten möchte): Aber Mr. Monk, das brauchen Sie nicht zu tun!
Monk: Doch, denn es ist bitter nötig! Und Sie werden sehen, Sie werden es mir noch danken! Außerdem muss ich mich mit irgendetwas beschäftigen, während Sie im Dienst sind. Also, wo sind der Staubsauger, der Schrubber und die Putzmittel?
Disher resigniert gezwungenermaßen, zeigt ihm seine Putzutensilien und Monk fängt sofort damit an, alles piccobello zu reinigen. Randy begibt sich unterdessen wieder zurück zur Arbeit. Als er am Abend in seine Wohnung zurückkehrt ist alles blitzblank geputzt und die Glastüren und Fenster sehen aus, als wären sie unsichtbar. Man verbringt gemeinsam einen halbwegs gemütlichen Abend (was man in Monks Anwesenheit eben so als halbwegs gemütlich bezeichnen kann) und Randy erzählt Monk von seiner neuen Freundin.
Randy: Sie ist Italienerin und Stewardess. Und so wie die meisten Südländerinnen ist sie äußerst heißblütig und eifersüchtig.
Monk: (beiläufig und eher desinteressiert) Wem's gefällt!
Man begibt sich schließlich zu Bett und nach einer Nacht ohne außergewöhnliche Ereignisse (wenn man von dem Umstand absieht, dass Monk vor dem Zubettgehen noch alle Dinge, die ihn vom Schlafen abhalten könnten, zurechtrückt) steht man einigermaßen ausgeschlafen auf.
Sharona erscheint, um Monk zu Dr. Kroger zu fahren, und Randy eilt in die Küche, um sich zum Frühstück ein paar Eier in die Pfanne zu schlagen. Als er gerade das Öl eingießt und den Herd einschaltet, läutet es an der Tür. Es ist seine neueste Flamme, die temperamentvolle Italienerin, die sich sofort argwöhnisch in der Wohnung umsieht.
Charlotta: Bist Du mir in den letzten Tagen auch treu gewesen?
Disher: Selbstverständlich, mein Liebes. Ich war ganz artig.
Charlotta (skeptisch): Und Du bist Dir da vollkommen sicher?
Randy (der gerade die Eier in die Pfanne schlägt): Selbstverständlich, ich liebe nur Dich!
Charlotta: (lauter werdend) Lüg' mich nicht an, Randall Disher! Du hast eine Andere! Ich weiß es ganz genau!
Disher: Aber Schätzchen, wieso sollte ich eine Andere haben?
Charlotta: (noch eine Spur lauter) Das sieht doch ein Blinder, dass hier jemand geputzt hat. Heraus mit der Sprache, Randy! Wer ist dieses Miststück!
Disher (lässt die Eier in der Pfanne Eier sein und dreht sich zu ihr um): Ich schwöre Dir hoch und heilig: Es gibt keine Andere. Der Putzteufel war ein ehemaliger Detective, der ein paar merkwürdige Macken hat. Unter anderem die, dass alles keimfrei sauber zu sein hat.
Charlotta: (schreiend) So eine fadenscheinige Lügengeschichte hab' ich noch nie gehört! Verkauf' mich nicht für Dumm, hörst Du! Das war eindeutig eine Frau! Das mit uns kannst Du vergessen! Es ist aus! Ich verlasse Dich!
Sie eilt zur Tür, um die Wohnung zu verlassen. Randy, der ihr den Weg abschneiden will, nimmt eine Abkürzung und läuft auf eine der Glastüren zu, die normalerweise immer offen steht. Da sie jedoch so blank geputzt ist, dass man das Glas fast nicht sehen kann, wird sie Randy beinahe zum Verhängnis. Gerade noch im letzten Moment erkennt er, dass sie zu ist. Er will stehen bleiben, rutscht jedoch auf den blitzblank polierten Fliesen, die außerdem noch eingewachst sind, aus, und schlittert erst recht durch die geschlossene Tür hindurch.

Zwei Stunden später in Stottlemeyers Büro: Während einer neuerlichen Besprechung sämtlicher Cops mit dem Captain läutet das Telefon und Stottlemeyer stellt den Lautsprecher an, so das alle mithören können. Es ist Randy, der sich beim Captain für sein Fehlen entschuldigt und ihm von seinem Unglück berichtet:
Randy: ....und dann bin ich mit vollem Karacho durch die Tür gefallen, an deren Glas ich mir unzählige Schnittwunden zugezogen habe. Außerdem habe ich mir auch noch ein Bein gebrochen. Zu allem Unglück hat das Öl in der Pfanne auf dem Herd Feuer gefangen und die gesamte Küche in Brand gesetzt. Zu meinem großen Glück hatte ein Nachbar den Rauch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert, die sofort die ganze Wohnung unter Wasser setzte. Glücklicherweise bin ich gut versichert, den mein niegelnagelneues Apartment sah anschließend aus wie ein riesiges Schlachtfeld. Jetzt liege ich im Krankenhaus mit einem gebrochenen Bein, und schmerzhaften Schnittwunden, von denen einige genäht werden mussten. Und zu guter Letzt hat mich auch noch meine Freundin verlassen.
Stottlemeyer spricht seinem Untergebenen mitleidvoll noch etwas Mut zu und legt den Hörer auf. In diesem Moment erscheint Monk in Begleitung von Sharona und steuert schnurstracks auf das Büro des Captains zu.
Stottlemeyer: Randy hat gerade angerufen.
Monk: Oh gut. War ganz nett bei ihm. Er hat eine tolle Wohnung, die ich ein wenig auf Vordermann gebracht habe.
Stottlemeyer: Ja, Randys Freundin hat es sofort zur Kenntnis genommen, als sie heute Morgen in der Wohnung an kam.
Monk: Wusste ich es doch, dass er mir nachher dafür dankbar sein wird. (Er wendet sich an die anwesenden Polizisten.) Also dann, bei wem soll ich die nächste Nacht verbringen?
Panikartig ergreifen sämtliche Cops die Flucht und einem von ihnen gelingt es gerade noch, die Streichholzschachtel des Captains aus dem geöffneten Fenster zu werfen.

ENDE
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