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Monk - Sie werden es mir noch danken, Sharona

von messssem
GeschichteHumor / P6 / Gen
30.05.2006
30.05.2006
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SIE WERDEN ES MIR NOCH DANKEN, SHARONA


Sharona hat seit ein paar Wochen einen neuen geheimnisvollen Liebhaber und Monk, der wie immer äußerst skeptisch ist, was die Verehrer seiner Assistentin Schrägstrich Betreuerin angeht, fragt nach:
Monk: Wie heißt Ihr neuer Freund eigentlich und was macht er so beruflich?
Sharona: Adrian, ich weiß ganz genau, was Sie vorhaben. Aber ich versichere Ihnen, dieses Mal haben auch Sie nichts zu meckern, da er ein grundanständiger Kerl ist!
Monk: Womit meine Frage noch nicht beantwortet wäre.
Sharona: Ich werde mich hüten, ausgerechnet Ihnen genauere Details zu geben. Und - um es auf die harte Tour auszudrücken: Es geht Sie nichts an!
Weitere Tage voller romantischer Rendezvous, die von Monk äußerst kritisch zur Kenntnis genommen werden, vergehen und eines Morgens erscheint Sharona in Adrians Apartment um ihm freudestrahlend etwas mitzuteilen:
Sharona: Adrian, stellen Sie sich vor, Hank hat mich heute Abend nach Las Vegas eingeladen.
Monk: Hank heißt er also, ist ja interessant. Und was will er mit Ihnen ausgerechnet in Las Vegas?
Sharona: Können sie alles immer nur von der negativen Seite aus sehen?
Monk: Ich lebe nun mal dort - auf der negativen Seite, meine ich.
Sharona: Und dort scheinen Sie sich auch außerordentlich wohl zu fühlen.
Monk: Ja das tue ich! (Er überlegt.) Also, genau genommen fühle ich mich eigentlich nirgends wohl; egal auf welcher Seite.
Die Stunden vergehen, und Sharona fiebert immer mehr dem aufregenden Abend entgegen.
Sharona: Er will mit mir die tollsten Shows besuchen und mir ein paar äußerst wichtige Leute vorstellen.
Monk: Das kann ich auch.
Sharona: Wie bitte, was?
Monk: Ich meinte, äußerst wichtige Leute vorstellen. Ich kenne so einige Prominente, die mir zwar mittlerweile aus dem Weg gehen, wenn sie mich sehen, aber zumindest kenne ich sie. Das mit den Shows bekomme ich noch nicht so ganz hin. Ich bin nämlich nicht gerade ein Partylöwe!
Sharona: Ach, auch schon bemerkt?!
Sharona fährt nach Hause, wirft sich in Schale, schminkt sich - und harrt erwartungsvoll den kommenden Dingen. Doch kurz bevor der ominöse Hank sie abholen kommt, erhält sie einen Anruf:
Sharona: Hallo?
Monk: Ich bin's Adrian, Adrian Monk, ihr Boss und Scheckaussteller.
Sharona: Ja, ich weiß! Was wollen Sie?
Monk:(panisch) Sie müssen sofort her kommen! Ich brauche Sie! Das ist ein Notfall!
Sharona: Und wozu brauchen Sie mich?
Monk: Ich glaube, ich habe eine Maus im Haus.
Sharona: Eine was?
Monk: Eine Maus. Kevin hat sich ein Haustier zugelegt, obwohl ich ihm eindringlich davon abgeraten habe. Aber er hat meine Befürchtungen einfach außer Acht gelassen, und sich ein derartiges Nagetier zugelegt. Irgendwie muss dieses Vieh ausgekommen und bei mir eingedrungen sein. Ich habe es gerade durch die Küche flitzen sehen. Es sitzt jetzt irgendwo hinter den Schränken. Ich kann es nämlich atmen hören.
Sharona: Sieh mal einer an, das können Sie? Wo ist Kevin?
Monk: Bei seiner neuen Freundin.
Sharona: Und wo sind Sie?
Monk: Auf dem Küchentisch, bewaffnet mit einem Besen.
Sharona: Na, wenigstens können sie mit dieser Waffe bestens umgehen! Also schön, ich komme.
Sie ruft Hank an und sagt ihr Rendezvous ab. Wenig später trifft sie bei Monk ein und nach einer Suche von zweieinhalb Stunden, die Monk überängstlich auf dem Küchentisch ausgeharrt hat, hat Sie die Maus endlich gefunden und einstweilen in einer durchlöcherten Schachtel verstaut.
Sharona: So, das Untier hätten wir. Und Kevin werde ich was erzählen. Während er die Zeit mit seiner neuen Freundin genießt, muss ich nach seinem Nager suchen. Und dabei könnte ich jetzt irgendeine tolle Zauber-Show ansehen und Champagner trinken.
Monk: Sie werden sehen, dass sie nichts Wichtiges versäumt haben. Die lassen dort auch nur irgendwelche Mäuse verschwinden, egal ob lebendig oder aus Papier. Sie werden es mir noch danken.
Sharona: Ja ja, wer's glaubt wird selig.
Monk: Sie werden es sehen. - Und Sie sind sich sicher, dass das Vieh nicht aus der Schachtel heraus kann?
Während Sharona an diesem Abend das Glück nicht beschieden war, hat ihr Freund unterdessen in Las Vegas an einem einarmigen Banditen den Jackpot von 7,5 Millionen Dollar geknackt und anschließend selbstverständlich mit ihr Schluß gemacht.

Drei Wochen später bestellt Stottlemeyer Monk und Sharona ins Präsidium und teilt ihnen eine äußerst interessante Neuigkeit mit (Disher ist selbstverständlich auch anwesend).
Stottlemeyer: Ach, Sharona, Sie waren doch vor geraumer Zeit mit einem gewissen Hank Carter liiert?
Sharona: Ja, das ist wahr.
Stottlemeyer: Es hat sich herausgestellt, dass Hank Carter ein notorischer Heiratsschwindler ist, dem wir schon seit zweieinhalb Jahren auf der Spur sind.
Monk (unterbricht): Seh'n Sie! Ich hab' Ihnen doch gesagt, Sie werden es mir noch danken.
Sharona schweigt und hört weiter den Ausführungen des Captains zu.
Stottlemeyer: Er hat eine ganz besondere Masche. Er lädt seine potentiellen Bräute nach Las Vegas ein, macht sie betrunken und ehelicht sie anschließend in einer kleinen kitschigen Elvis-Kapelle in einem Schnell-Trauungsverfahren.
Sharona: Oh mein Gott! Dieser Mistkerl! Da hatte ich ja nochmal ein riesiges Glück. Adrian, ich bin Ihnen ja so dankbar!
Sie fällt dem sich sichtlich dagegen sträubenden Monk um den Hals.
Monk (der sich in dieser Lage ziemlich unbehaglich fühlt): Sehen Sie, ich habe Ihnen ja gesagt, dass mir eines Tages mal jemand danken wird.
Doch urplötzlich beginnt Sharona zu stutzen. Sie lässt Monk los und sieht den Captain und Disher mit ernster Miene an.
Sharona: Einen Moment mal! Da fällt mir gerade etwas ein. Was wird eigentlich aus den 7,5 Millionen Dollar, wenn der Kerl im Gefängnis sitzt?
Disher: Naja, die gehören nachwievor ihm. Nach Abzug des Geldes, das er seinen ehemaligen, geprellten Gattinnen schuldet, kann er, nachdem er seine Jährchen im Gefängnis abgesessen hat, wieder frei darüber verfügen.
Sharona: Und was wäre gewesen, wenn er zum jetzigen Zeitpunkt verheiratet gewesen wäre?
Stottlemeyer: Dann hätte selbstverständlich seine Frau über das Geld verfügen können.
Sharona: Und im Falle einer Scheidung?
Disher: Dann hätte ihr nach kalifornischem Recht die Hälfte des Vermögens gehört.
Sharona blickt Monk an, der vom letzten Teil des Gespräches nicht viel mitbekommen hat, da er gerade damit beschäftigt war, die Bleistifte des Captains gleich lang zu spitzen.
Sharona (mit sarkastischem Unterton): Danke, Adrian. Ich bin Ihnen wirklich außerordentlich dankbar!
Monk: Bitte, bitte - keine Ursache. Das hab' ich doch gern getan. Kann ich noch jemanden einen Gefallen tun?
Sharona, Stottlemeyer und Disher gleichzeitig: Nein, bitte nicht! Kein Bedarf - Vielen Dank!

ENDE
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