Das Buch Lord Asriels

GeschichteAllgemein / P16
13.04.2006
10.08.2006
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Das Buch Lord Asriels

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Es war ein lauer Abend in Oxford. Lyra stand in ihrem Zimmer und schaute durchs Fenster hinaus. Sie dachte an ihren Freund, mit dem sie so viel durchgestanden hatte. Der ihr in jeder Situation geholfen hatte, der sie gerettet hatte als sie bei Mrs.Coulter gefangen gewesen war. Mrs.Coulter, ihre unausstehliche und doch charmante Mutter. Die hatte jeden um ihren Finger gewickelt. Dadurch bekam sie Macht und Reichtum. Ihre böse Mutter, die aber doch für sie gestorben ist zusammen mit ihrem Vater, dem mächtigen und doch verrückten Lord Asriel, der die Brücke zwischen den vielen Welten geschaffen hatte. Doch am meisten dachte sie an Will.
Pantalaimon, Lyras Daemon, saß auf der Fensterbank und beobachtete einen Vogel der auf dem Dach herumsprang.
Daemonen sind so was wie ein zweites Ich des Menschen aus ihrer Welt, sie nehmen immer die Gestalt des Menschen an, dem er am meisten ähnelt. Zuerst hatte Will keinen Daemonen gehabt, doch dann als sie in die Totenwelt gingen, mussten sie ihre Daemonen zurücklassen und gingen zusammen mit den Gallivespieren Tialys und Salmakia in die Welt der Toten. Danach  war er plötzlich da, Wills Daemon Kirjava die Katze, als sie aus dem Land der Toten wiederkamen. Genau wie Lyra an Will dachte, dachte auch Pantalaimon oft an Kirjava.
Lyra dachte daran als sie sich verabschiedet hatten, wie er sie noch ein letztes Mal geküsst hatte und sie durch diese schnelle Bewegung mit ihren Kiefer zusammengestoßen sind. Und wie er dann durch das Fenster gestiegen ist, das er mit seinem Magischen Messer, für das er seine zwei Finger, den Ring- und kleinen Finger lassen musste, geöffnet und für immer verschlossen hatte.  
Das war alles jetzt schon zwei Jahre her. Trotzdem hatte sie ihn nicht vergessen und sie konnte es auch nicht. Eine Träne lief über ihre Wange.
Sie war jetzt auf dem College der Dame Hannah. Und sie hatte auch schon wieder gelernt das Alethiometer besser zu lesen. Das Alethiometer, dass wie ein Kompass aussieht und sehr schwer ist, ist sehr selten und sagt nur die Wahrheit, doch es ist schwierig es zu lesen. Einst hatte Lyra die Gabe gehabt es ohne Bücher zu lesen, doch nachdem sie dann mit Will die Geister aus dem Land der Toten befreit hatte, hatte sie sie wieder verloren. Sie musste es jetzt mit Büchern versuchen wieder zu erlernen.
Es klingelte und sie musste sich für die nächste Stunde bereitmachen. Es war ihre letzte Stunde am heutigen Tag. Sie hatte den Lehrer Mr. Nicholsen, er war Experiementaltheologe und gerade war der Lernstoff Staub. Natürlich war es kein gewöhnlicher Staub sondern das wodurch alles seinen Lebenslauf hatte und immer noch hat. Lyra erinnerte sich so an Dr. Mary Malone und ihr Abenteuer bei den Mulefa, die antilopenähnlichen Tiere mit ihren Elefantenrüsseln und mit ihren in einer Raute stehenden Beine. Da hatten sich Will und Lyra ihre Liebe gestanden. Alles erinnerte daran.
Sie packte schnell ihre Sachen zusammen und machte sich auf dem Weg in ihren Klassenraum. Sie wusste über Staub bestens Bescheid und ihr Lehrer staunte nur so. Die Stunde verging schell und Lyra verschwand wieder in ihrem Zimmer. Was würde sie dafür geben wieder mir Will vereint zu sein. Fragen quälten sie auch, wie: Ob er schon eine neue Freundin hat? Hat er mich schon vergessen? Will er überhaupt noch mit mir zusammensein? Doch Pantalaimon schlug ihr diese unsinnigen Fragen wieder aus dem Kopf. Natürlich liebte er sie noch.
Plötzlich gab es einen lauten Knall. Sie erschrak und Pantalaimon hüpfte blitzschnell auf ihre Schulter. Was war das? Es war schon nach Abendessenszeit und eigentlich streifte da niemand mehr im College herum. Da sie sich schon ausgezogen hatte, zog sie sich ihren Morgenmantel an.
Leise machte sie die Tür auf. Eigentlich konnte sie nichts mehr erschrecken weil sie ja schon so viel erlebt hatte. Sie schlich zum Geländer an der Treppe. Da sah sie eine Katze..... Der kleine Tisch, der sonst immer dort stand, war umgeschmissen. Die Katze sah im Mondschein genauso aus wie Kirjava, der Daemon von Will. „Kirjava?“ fragte Lyra leise. Doch die Katze antwortete nicht. Es hatte sie nicht gewundert. Denn sie konnte niemals in diese Welt kommen. Plötzlich stand Dame Hannah neben ihr. „Warum treiben sie sich noch so spät hier herum?“ fragte sie. „Ich habe einen Knall gehört und wollte sehen was es war.“ antwortete Lyra. „Dort unten sitzt eine Katze. Ich weiß bloß nicht was sie gemacht hat. Es hat sich so angehört als hätte sie etwas umgeschmissen.“ Lyra vertuschte, dass sie wusste was passiert, denn irgendetwas machte sie stutzig an dem Verhalten der Katze. Sie bewegte sich auf die Katze zu. Doch diese bewegte sich nicht davon, obwohl sie es von den Katzen hier nur so kannte. Lyra sah, dass die Katze auf irgendetwas saß, also schob Lyra die Katze etwas zur Seite. Sie ließ es geschehen. Ein Papier??? Lyra schaute sich den weißen Gegenstand noch mal genauer an. Sie hob es auf. Nein es war ein Brief. Ja, es gab keinen Zweifel. Was stand da? An Lyra Belacqua! Lyra erschrak einen kurzen Moment. Sie packte ihn schnell ein, weil sie die Dame die Treppen runterkommen hörte. „Was war es?“ fragt die Dame mit gedämpfter  Neugierde. „ Ähm... Die Katze hat den Tisch hier umgeschmissen.“, antwortete Lyra. „Ich glaube ich gehe jetzt zu Bett, Dame Hannah.“ „ Ja tun sie das. Gute Nacht.“ Lyra wünschte Dame Hannah auch noch eine „Gute Nacht“ und verschwand in ihrem Zimmer. Schnell machte sie das Licht an und nahm den Brief aus ihrer Morgenmanteltasche.
An Lyra Belacqua,
ich hoffe sie kennen mich noch. Ich bin der Engel Xaphania. Ich konnte nicht auf eine andere Weise mit ihnen sprechen, denn ich werde hier in meinem Königreich gebraucht.
Lyras Herz blieb für einen Moment stehen, denn sie konnte es kaum fassen. Sie las weiter:
Es gibt wieder Probleme denn der Regent ist zurückgekehrt. Er will das Werk seines Vaters vollenden. Wir versuchen ihn aufzuhalten, doch es ist schwierig. Sie müssen in die Welt ihres Freundes zurückkehren und ihn mit sich nehmen. Denn ich habe die Messerstücke gefunden und sie wieder verein durch die Hilfe von König Iorek Byrnison. Ich werde sie morgen von einem Engel in diese Welt bringen lassen. Ihre Gabe das Alethiometer ohne Buch zu lesen wurde ihnen wieder erteilt.
Packen sie schnell.
Oberfeldwebel Xaphania
Lyra konnte es kaum fassen. Pantalaimon konnte sich nicht mehr einkriegen und sprang im ganzen Zimmer umher. „Shhhht, Pan du weckst noch alle auf.“flüsterte Lyra. Doch auch sie konnte ihr Freude nicht verbergen. Endlich sah sie ihren geliebten Will wieder. Pantalaimon hüpfte auf ihre Schulter, sprang dann in ihre Arme und schleckte ihr Gesicht ab. Aber was ihr Unbehagen verursachte war, dass der Regent wieder zurück gekehrt sein sollte. Wie konnte das passieren? „ Später werden wir bestimmt mehr erfahren! Ich kann wieder das Alethiometer befragen.“sagte sie glücklich. „Ob Will auch diesen Brief bekommen hat?“fragte Pantalaimon. „Ich kann ja das Alethiometer fragen.“ Und sie holte es zu sich. Strich sich die Haare hinter die Ohren und drehte an den Zeigern. Sie konnte es wieder. Einfach in Gedanken zusammenfassen.
„Hat Will diesen Brief bekommen?“ Die Antwort lautete darauf:
Ja, er hat den Brief bekommen. Er wartet auf dich.
„Wann werde ich von dem Engel abgeholt?“
Morgen früh. Bereite dich vor.
Sie sprang auf und packte ihre Sachen zusammen. „ Schon in ein paar Stunden ist es soweit!“ dachte sie überglücklich.