Betrayal

von Channah
GeschichteAllgemein / P16 Slash
28.03.2006
22.11.2007
12
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Anmerkungen: Diese story basiert hauptsächlich auf dem Film "Alexander", allerdings erlaube ich mir auch, ein paar Details meiner Fantasie entsprechend zu verändern.. *lol* Die Charaktere gehören selbstverständlich nicht mir, die Handlungen sind von mir frei erfunden und ich verdiene kein Geld mit dieser FF!


BETRAYAL - Vertraue niemandem



Prolog

Hoch erhobenen Hauptes schritt er über den Marktplatz, ein zufriedenes Glitzern in den Augen, sobald alle Anwesenden ihm ehrerbietig Platz machten.

"Mein Prinz... mein Prinz!"

Die Menschen riefen seinen Namen, priesen ihn an, vergötterten ihn. Er hätte lügen müssen, wenn er sagte, dass er dies nicht genoss.

"Prinz Alexander... ich bitte Euch!!"

An einem Stand mit Schmuck blieb Alexander stehen. Wundervoll gearbeitete Halsketten, mit seltsamen Ornamenten verzierte Armbänder und lustig klackernde Fußkettchen wurden zur Schau gestellt. Versonnen betrachtete er eine Halskette aus kaltem schwarzem Stein. Es erinnerte ihn an das kalte Herz seiner Mutter, ebenso schwarz und ohne Liebe wie dieses häßliche Schmuckstück. Noch immer bedrängte sie ihn bei ihren immer häufiger werdenden Gesprächen, noch immer mit denselben Warnungen, mit derselben Nachdrücklichkeit.

"Prinz Alexander! So... lasst mich doch durch! Ich muss mit dem Prinzen sprechen!"

Eine warme Hand legte sich auf seine Schulter, ließ ihn aus seinen Gedanken fahren. Er legte die Kette zurück auf den Tisch und sah über die Schulter in Hephaestions besorgte Augen.

"Ist alles in Ordnung mit dir, Alexander?"

Aufmerksam wie eh und je. Diese aufrichtige Besorgnis seines Freundes und Kriegskumpanen erzeugte ein sanftes Lächeln auf seinen Lippen.

"Ja."

Hephaestion musterte ihn noch einen Augenblick, Skepsis blitzte in seinem durchdringendem Blick auf, doch dann ruckte sein Kopf demonstrativ zur Mitte des Platzes. "Wir sollten gehen. Ich denke, du hast genug Aufregung verursacht." Seiner Stimme klang ein amüsierter Unterton bei, doch Alexander ignorierte dies und warf seinem Freund einen ungnädigen Blick zu.

In dessen Augen spiegelte sich auf einmal Furcht und Reue wieder, als er rasch hinzufügte: "Das... meinte ich... so nicht... Ich meine, ich wollte..."

Alexander lächelte kurz, ehe er sich abwandte und seinerseits einen Blick auf das Getümmel auf dem Platz warf. "Ist schon gut, ist schon gut...", murmelte er nebenher und ging weiter.

Er sah den immer noch reuevollen Blick Hephaestions nicht, spürte nicht die Unsicherheit, die seinen tapfersten und treuesten Krieger ergriffen hatte. Eine Unsicherheit, die immer nur dann auftrat, wenn der Prinz in der Nähe war...

"PRINZ ALEXANDER!"

Der Prinz blieb abrupt stehen und drehte sich herum. Das Bild, welches sich ihm nun bot, ließ ihn ungewollt schmunzeln.

"Kleitos, ich wusste ja, dass du in die Jahre gekommen bist, aber ich dachte nicht, dass du nun bereits Schwierigkeiten mit einem alten Greis hast."

Er handelte sich umgehend einen giftigen Blick des älteren Kriegers ein.

"Prinz Alexander..."

"Alexander, hüte deine Zunge! Ich kämpfte bereits in wilden Schlachten, als du noch sorglos an den Brüsten deiner Mutter lagst!"

Ein paar der Krieger lachten, als Alexander unwillig das Gesicht verzog. Jeder wusste, dass der stolze Prinz nicht gerne über seine Mutter redete, geschweige denn nur an sie dachte.

"Kleitos, jetzt bin ich es, der dir rät, die Zunge zu hüten." Der spielerische Spott war aus seiner Stimme verschwunden - ein sicheres Zeichen dafür, dass es nun wirklich aufzupassen galt.

Kleitos hob auch sogleich abwehrend die Hand.

Nachsichtig wanderte Alexanders Blick zu dem Mann, welcher mit reger Mühe von dem Krieger festgehalten wurde, damit er nicht auf den Prinzen losstürmen konnte.

"Er will unbedingt mit dir reden", erklärte Kassander.

"Ja, er folgt uns schon seit wir den Platz betreten haben. Er läßt einfach keine Ruhe!", warf jetzt auch Philotas leicht genervt ein und betrachtete den Fremden wie eine lästige Kakerlake.

Alexander schritt nachdenklich auf den Mann zu. "Wer seid Ihr?"

Der Mann senkte den Kopf, als er sich so unvermittelt Aug' in Aug' mit dem Prinzen sah und antwortete demütigst: "Mein Name ist Serefores, Herr."

Alexander verlagerte das Gewicht seines Körpers auf das rechte Bein und blickte streng auf den Mann hinab.

"Serefores... warum verfolgst du mich?"

Nun hob der Mann seinen Kopf, wagte es, seinem Gebieter direkt in die Augen zu sehen. "Herr, ich muss Euch warnen!"

Alexander hob eine Augenbraue, überging das einsetzende Gemurmel seiner Freunde. "Warnen? Wovor?" Er klang nicht überzeugt und das war er auch nicht. Was faselte der Alte da nur? Offenbar hatte sein Alter ihn senil gemacht und ließ ihn Dinge sehen, die gar nicht existierten.

Seit einigen Monaten herrschte nun schon Frieden in den eroberten Ländern. Weder König Philipp II. noch dem feindlichen Heer der Perser dürstete es nach weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen - zum Leidwesen Alexanders.

Doch vor was sollte ihn ein alter Mann warnen können? Was sollte er schon wissen?

"Herr... ich..." Serefores geriet ins Stocken und sah sich unruhig um. Alexander beobachtete ihn gelangweilt.

"Sprich endlich!", forderte er scharf, sodass der Mann zusammenzuckte.

"Ich... hier..." Zaghaft hob er eine Hand und streckte sie nach Alexander aus, doch schon nach wenigen Sekunden wurde sie grob weggeschlagen. Philotas stellte sich schützend vor Alexander und blickte verächtlich auf den alten Mann herab.

"Was soll das, alter Mann?"

Kaum hatte er diese Worte gesprochen, schon wurde er unbarmherzig von seinem Freund und Gebieter angesehen.

"Philotas, tritt beiseite. Ein alter Greis stellt wohl kaum eine Gefahr dar. Selbst mit einem Messer in der Hand." Angesprochener ging folgsam aus dem Weg, als Alexander sich dicht vor Serefores hinstellte und die geschlossene Faust des Mannes öffnete, seine Augen dabei nicht von denen seines Gegenübers lassend.

Etwas verwundert förderte er wenig später ein vergilbtes Pergamentblatt zu Tage.

"Was..." Doch ehe der blonde Prinz seine Frage zuende stellen konnte, entstand ein Tumult - Attalos betrat den Schauplatz.

Schlagartig änderte sich die durchaus fröhliche Stimmung der Krieger. Besorgte Blicke wurden ausgetauscht, als der Makedonier mit einem selbstgerechten Grinsen auf sie zu kam.

Alexander versteifte sich merklich. Er bemerkte nicht, wie Hephaestion an seine Seite trat und auch nicht die kalten Blicke seiner Freunde, die ausschließlich Attalos galten, dem Onkel von Eurydike, König Philipps zweiter Ehefrau.

"Ah, Olympias' Sohn lässt sich also herab, sich von seinem Volk feiern zu lassen", begrüßte Attalos den Prinzen mit beißender Verachtung.

Es herrschte einen Moment lang eisiges Schweigen bis Alexander mit gepresster Stimme erwiderte: "Ich bin auch der Sohn König Philipps!"

Attalos nickte leicht, das falsche Grinsen auf seinem Gesicht beibehaltend.

"Lass gut sein, Alexander", flüsterte Hephaestion beschwörend auf den Prinzen ein und erntete zustimmendes Nicken von Kleitos. "Ein Streit auf dem Marktplatz würde dein Vater nicht dulden..", fügte letzterer hinzu.

Alexander nickte leicht, doch entging niemandem der plötzlich traurige Zug in seinem Gesicht. "Mein Vater duldet ja nicht einmal mich." Mit diesen leise gesprochenen Worten machte er auf dem Absatz kehrt und verließ mit wiegendem Schritt den Platz, dicht gefolgt von seinen Freunden.

Attalos blieb mit offenem Mund zurück, doch das hämische Grinsen blieb ihm noch immer erhalten...
~~~


Zurück im Schloss machte sich Alexander sofort auf den Weg zu einem der Waschräume, um sich zu baden. Seine Gedanken waren noch immer bei Attalos und seinem Vater.

Er wies ein paar Dienerinnen an, ihm frische Kleider und Tücher zu bringen, ehe er begann, sich auszuziehen. Auf einmal flatterte ein zusammengeknülltes Pergamentblatt zu Boden. Neugierig beugte sich Alexander hinunter und hob es auf. Er erinnerte sich an den alten Mann, der es ihm gegeben und während des Auftauchens von Attalos so plötzlich verschwunden war.

Mit geübten Fingern entfaltete er das Blatt und las die Botschaft:

,Vertraut niemandem. Der Tod wartet auf Euch und er trägt nicht das Gesicht eines Fremden...'

Sanft segelte das Blatt erneut zu Boden, als es aus Alexanders Händen glitt.

~~~

Ich habe den Account gelöscht, wo ich die FF ursprünglich online hatte, und nun wollte ich sie endlich wieder weiterführen. Falls noch Interesse besteht. Ich arbeite zur Zeit an Kapitel 4, also falls Interesse besteht, lasst es mich bitte wissen!
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