Der Morgen ist wieder ein Anfang

von Lemoneye
GeschichteDrama / P6
Jarod Ms. Parker
23.03.2006
23.03.2006
1
9220
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Disclaimer: Die bekannten Charaktere der Fernsehserie 'The Pretender' gehören nicht mir, sondern MTM, NBC, TNT und 20th Century Fox. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken.
Zeitpunkt: Die Geschichte spielt nach den zweiten Pretender-Film 'Island of the haunted'
Inhalt: Jarod und Parker finden etwas über die schriftrollen heraus.
Kontakt: Faith_69@web.de

***Feedback ist ausdrücklich erwünscht***


Der Morgen ist wieder ein Anfang



Blue Cove, Centre, 23 Uhr


In ihren Büro schien nur noch gedämpftes Licht, überall sonst in den riesigen Gebäude war es weitgehend still. Ab und zu konnte man ein paar leise Stimmen auf den Gängen wahr nehmen, aber die meisten waren schon zu Hause. Da sollte sie jetzt eigentlich auch sein ,aber sie konnte sich mal wieder nicht losreißen. Sie arbeite in letzter Zeit viel zu viel. Sie hatte nicht gezählt wie viele Nächte sie hier verbracht hatte, aber es waren weitaus mehr, als sie zu Hause war.

Es tat ihr gut sich in die Arbeit zu stürzen und an nichts anderes zu denken. Das glaubte sie jedenfalls. Sie beschäftigte sich hier so lange, bis ihr vor Müdigkeit die Augen zu fielen. So wusste sie, das sie daheim in einen tiefen Schlaf fallen und sich nicht erst Stunden lang im Bett wälzen würde, mit den Schatten ihrer Vergangenheit.

Dieser Punkt war jetzt wieder einmal erreicht. Sie legte die Akte die sie gerade bearbeitet hatte zur Seite und holte ihren Mantel. Noch einmal lies sie ihren Blick schweifen, als sie an der schon offenen Tür stand. Ihr Gesicht verriet keine Emotionen und ihr Blick war leer.



Miss Parker's Haus, 09:30 Uhr

„Was?!“ verschlafen rieb sie sich die Augen, welcher Idiot klingelte sie aus den Bett?

„Ähm, Miss Parker, wir haben uns Sorgen um sie gemacht, sie hätten schon vor 2 Stunden im Center sein sollen!“ Broots war etwas verwirrt, hatte er sie etwa gerade geweckt?

„Hm, ich bin auf den Weg.“ sie legte auf ohne auf eine Antwort zu warten und schaute auf den Wecker. Sie hatte wirklich verschlafen. Sie hatte Probleme mit den Einschlafen und auch damit durch zu schlafen, aber noch nie hatte sie verschlafen.



Blue Cove, Centre, 11:00 Uhr

„Was gibt es denn so wichtiges das sie mich halb in der Nacht aus den Bett holen?“ Sie sah gut aus, fast schon erholt. Egal wie sich sich auch fühlte, ansehen sollte man es ihr auf keinen Fall.

Etwas verständnislos sah der Techniker sie an  „Mitten in der Nacht? Miss Parker es war bereits ...“

„Broots...“ Ihre Augen traten leicht hervor.

„Äh, ja sie haben Post bekommen, von Jarod!“ er trat einen Schritt zur Seite, damit sie das Paket sehen konnte.

Das Päckchen, das sie jetzt vorsichtig öffnete war nicht sehr groß. Etwas überrascht schaute sie auf den Gegenstand den sie herausholte.

„Ein ... Blumentopf.“ neugierig schaute er über Miss Parkers Schulter.

„Was sie nicht sagen, ohne sie wäre ich aufgeschmissen!“ damit drückte sie Broots die Pflanze in die Hand. Es war ein weißes Rosenstöckchen, in einen hellen Keramiktopf. „Finden sie heraus was uns der Wunderknabe mit den grünen Daumen damit sagen will!“

„Äh, ja Miss Parker!“ noch immer schaute der Techniker etwas verdutzt.



Blue Cove, centre, 14:00 Uhr


„Ich habe nachgeforscht, diese Art Rosen gibt es nur an der Westküste der U.S.A.! Das schränkt das Gebiet schon mal ein.“ nervös lief Broots dabei hin und her. „Dann habe ich die Erde in den Topf untersuchen lassen, da wurde aber nichts besonderes gefunden, ganz gewöhnliche aus den Baumarkt.“

Miss Parker packte ihn am Arm und hinderte ihn so daran weiter hin und her zu laufen. Das machte sie wahnsinnig. „Haben sie nun etwas brauchbares oder nicht?“ Dabei sah sie ihn fest in die Augen.

„Einen Moment, mein Cousin Eddie ersten Grades töpfert in seiner Freizeit wahnsinnig gern, ich erinnerte mich daran das er mal sagte, das der Ton den er benutzt aus Portland kommt. Er lässt ihn extra anliefern, weil dieser besonders fein ist. Er sagte das man anhand der Beschaffenheit des Tones genau sagen konnte woher er kommt. Also habe ich eine Probe des Keramiktopfes ... !“

„BROOTS!“ diesmal war ihre Reaktion schon heftiger. Sie hasste es wenn er das machte.

Unbewusst zuckte er zusammen und nahm ein Papier vom Tisch. „Ähm ... der Ton kommt aus einer kleinen Stadt names Forest Langcast in Georgia. Und da gibt es nur noch einen aktiven Töpferer. Und dieser stellt seine Gefäße ausschließlich für den hiesigen Zentralfriedhof her.“

„Na also. Packen sie ihre Sachen, wir fliegen nach Forest Langcast!“ sie machte Anstalten den Raum zu verlassen.

„Ähm, Miss Parker, morgen ist Debbie's Geburtstag und ich habe ihr versprochen das ... .“ zerknierscht sah er sie an.

„Schon gut.“ Sie hatte die Kleine irgendwie in ihr Herz geschlossen. „Dann sagen sie Sydney bescheid.“ wieder setzte sie zum gehen an.

„Der ist noch auf diesen Seminar in Frankreich.“ er traute sich kaum sie anzusehen, obwohl es ja nicht seine Schuld war.

Sie murmelte zähneknirschend etwas vor sich her und verließ schließlich das Büro.



Georgia, Forest Langcast, 22 Uhr


Als sie in Forest Langcast ankam war es schon spät Abends. Sie checkte in ihr Hotel ein, heute hatte es keinen Sinn mehr nach Hinweisen auf Jarod's Aufenthaltsort zu suchen. Gleich morgen früh würde sie diesen Töpferer einen Besuch abstatten.



Forest Langcast, 9.00 Uhr


Es war ein ruhiger kleiner Ort an der Westküste, fast schon friedlich. Jeder kannte jeden hier, dementsprechend neugierig waren die Blicke der Einwohner als sie Miss Parker sahen. Diese hatte gerade ihren Wagen vor den Zentralfriedhof geparkt und schaute sich um. „Wo zum Teufel bin ich hier gelandet? Ich habe das Höllentor gar nicht gesehen durch das ich gegangen sein muss!“

Ein paar Kinder näherten sich ihr vorsichtig und bestaunten den SL.

„Hey ihr, könnt ihr mir sagen wo ich hier einen Töpferer finde?“ Sie setzte ihr freundlichstes Lächeln auf, wenn auch erzwungen.

Die Kinder rannten kichernd davon, nur ein kleiner Junge blieb stehen. „Sie meinen sicher Onkel Ike! Der ist gleich da drüben, in diesen alten Gebäude neben der Steinmauer, da ist seine Werkstatt!“

Sie hockte sich vor den Jungen „Er ist dein Onkel?“

„Nein, jeder nennt ihn hier Onkel Ike.“ kichernd rannte er den anderen Kindern nach.



Onkel Ike's Werkstatt


Vorsichtig öffnete Miss Parker die hölzerne Tür, sie nahm einen staubigen Geruch war, hier wurde sicher nicht oft gelüftet. „Hallo, ist hier jemand? Ich suche einen gewissen Ike!“ Unsicher schaute sie sich um. Es kam keine Antwort.

Als sie sich zum gehen drehte stand ein älterer Mann in der Tür. Seine wenigen Haare die er noch hatte waren bereits ergraut. Er trug tiefe Falten im Gesicht, die ihn eine gewisse Symphatie verliehen. „Man nennt mich Onkel Ike, was kann ich für sie tun mein Kind?“ durch sein Lächeln traten seine Gesichtskonturen weiter hervor.

Miss Parker schaute den Mann kurz schweigend an. „Ähm, so genau weiß ich das auch nicht, aber ich habe von einen, nun, sagen wir mal von einen 'alten Freund' ein Tongefäß aus ihrer Werkstatt bekommen.“

„Oh, ich erinnere mich, vor einigen Tagen kam ein junger Mann in die Stadt, er stellte viele Fragen und trieb sich oft auf den Friedhof herum. Er war ganz begeistert von meiner Arbeit.“ der Mann ging langsam zu einen Ofen in denen sich frisch gebrannte Tongefäße befanden. „Man könnte meinen er hätte so etwas noch nie gesehen.“ Er holte eine kleine Schale heraus und hielt sie bei den Worten hoch. „Normaler Weise sind die nur für den Friedhof gedacht, aber er wollte unbedingt das ich ihn eines verkaufe. Wie hieß er doch gleich ... ?“

„Jarod!“ erwiderte sie bevor er den Satz beenden konnte.

„Ja genau, er hieß Jarod.“ er sah sie etwas verdutzt an.

„Was genau stellte er denn für Fragen und was hat das mit den Friedhof zu tun?“ Sie konnte sich einfach keinen Reim darauf machen, vor allem nicht, weil er sie scheinbar an seiner Entdeckung teilhaben lassen wollte.

Ike ging, noch immer die Schale in der Hand haltend zu einen der Fenster. „Sehen sie diesen Baum da? Das Grab, gleich links daneben, das hatte es ihn besonders angetan, vielleicht finden sie da wonach er gesucht hat.“

Miss Parker schaute zu den besagten Ort. „Danke Ike. Und verbrennen sie sich ihre Finger nicht na den hübschen Töpfen!“ Dabei zwinkerte sie ihn zu und ging hinaus.



Forest Langcast, Friedhof


Es war ruhig hier, zu ruhig für ihren Geschmack, wie sie auf den Weg zu besagter Grabstätte feststellte.

Sie konnte nichts ungewöhnliches Feststellen, außer das auf den Grabstein kein Name stand. Es war nur der Schriftzug 'Ueid ed sterces sel ehcac ej rac, srap' zu lesen. Darunter war ein Bild eingraviert, ein See, oder so etwas, vermutete Miss Parker, auf den sich die Umrisse eines Gebäudes spiegelten. Es kam ihr bekannt vor, aber sie konnte es nicht einordnen. Dazu war die Gravur zu ungenau.

„Kann ich ihnen helfen?“ fragte die dunkle Männerstimme. Man mochte es hier nicht besonders wenn Fremde her kamen, bisher verhieß es nie etwas Gutes.

Durch die Art wie er die Frage stellte fühlte sich Miss Parker etwas ertappt. „Können sie mir vielleicht sagen wer hier begraben liegt?“ Erst jetzt sah sie ihn an, er war deutlich jünger als Ike, aber sehr ungepflegt.

Er zuckte mit den Achseln. „Vor ein paar Wochen kamen einige Männer und gaben uns denn Auftrag diesen Typen hier zu bestatten, mehr kann ich ihnen dazu auch nicht sagen!“ Er hoffte das sie bald wieder verschwinden würde.

Miss Parker nickte kaum merklich bevor sie ihn wieder ansah. „Haben sie keine Fragen gestellt? Sie können doch nicht einfach wahllos Leute vergraben?!“

„Oh keine Angst, natürlich haben wir das. Die Papiere der Leiche waren alle in Ordnung, aber ich kann ihn den Namen des Toten trotzdem nicht nennen.“ er lies sie seine abwehrende Haltung spüren, indem in seinen Worten ein bitterer Ton mitschwang.

Miss Parker trat dicht an ihn heran und vernahm dabei einen abstoßenden Geruch. „Gibt es irgendeine Möglichkeit für mich ...“ dabei schob sie ihren Mantel ein Stück nach hinten damit man ihre Waffe sehen konnte. Sie wollte sie den Typen nicht gleich an die Stirn halten, womöglich hätte er einen Infarkt bekommen, wenn die Einwohner dieser Stadt überhaupt wussten was eine Waffe war. „ ... herauszufinden wer hier liegt?“

Doch der Typ zeigte sich wenig beeindruckt. „Wie wäre es wenn sie sich mit den Mann zusammen tun der vor ein paar Tagen hier war, er hat dieselben Fragen wie sie gestellt. Onkel Ike kannte ihn näher. Wenden sie sich an ihn.“ Er drehte Miss Parker den Rücken zu. „Sie sollten jetzt gehen, wir sind hier nicht gerade für unsere Gastfreundschaft bekannt!“ Damit ging er.

Ein wenig wütend blickte Miss Parker sich um. „Klasse, wieder eine Sackgasse!“  Just in diesen Moment klingelt ihr Handy. „Was?!“

„Wie ich sehe hat Broots wieder einmal ganze Arbeit geleistet!“ er hatte gewusst das er sich auf den Spürsinn des Technikers verlassen konnte.

„Jarod! Wieso haben sie mich hier her geführt?“ Konnte er ihr nicht einmal etwas einfach sagen, ohne sie erst tagelang im Dunkeln tappen zu lassen?

„Oh, ich bin sicher das finden sie auch selbst heraus!“ er klang etwas belustigt.

„JAROD! Verdammt hören sie auf damit!“ sie schrie bitter in den Hörer, noch einen kurzen Moment klang ihre Stimme dagegen schon fast flehend und leise. „Ich habe keine Kraft mehr Jarod! Sagen sie mir wieso sie mich her gelockt haben oder ich werde ohne weiter zu suchen wieder abreisen!“

Man konnte Jarod tief durchatmen hören. „Also gut. Dieses Grab, es ist das ihres 'Vaters'.“ er machte sich keine Mühe es zu umschreiben.

Den Schock der ihr im Gesicht stand war deutlich zu sehen ,sie schaute fassungslos auf das Grab. Jetzt war es also wirklich amtlich. Ihr Vater war tot, wenn er ihr Vater war. „Jarod ... aber, wieso?
Wieso ist er hier? Und wieso wurde mir nichts davon gesagt?“ nervös trat sie von Fuß zu Fuß. „Das macht keinen Sinn!“

„Dann wird es Zeit nach den Sinn an dieser Sache zu suchen Miss Parker!“ damit legte er auf.

„Jarod nein!“ doch das Gespräch war bereits beendet. „Also gut Genie, ich glaub ich weiß da auch schon wer mir eine Antwort geben kann!“ damit machte sie sich schnellen Schrittens auf den Weg.



Blue Cove, Centre, 15:00 Uhr

Mit Schwung stieß sie die große Flügeltür auf und trat ein. „ Sie mieser kleiner Bastard! Wieso wurde mir nichts davon erzählt!“ sie trat direkt vor ihren Bruder und funkelt ihn böse an.

„Ich habe keine Ahnung wovon sie reden.“ sichtlich irritiert trat Lyle einen Schritt zurück.

Sie packte ihn fest am Kragen. „Belügen sie mich nicht, sonst vergesse ich mich! Sie wissen verdammt genau wovon ich spreche: das Grab meines ... unseres Vaters!“

Es brachte nichts es zu leugnen. „Was ist damit?“

Sie lies ihn los und schaute ihn fassungslos an. „Was damit ist? Wieso wurde mir nicht gesagt das er gefunden wurde? Wieso wurde er nicht hier beerdigt?“

Lyle setzte sich in den wuchtigen Ledersessel und lehnte sich scheinbar entspannt zurück. „Glauben sie mir, es ist besser so.“

Da er scheinbar nicht bereit war ihr eine zufrieden stellende Antwort zu geben, verlies sie wortlos sein Büro.



Centre, 16:15 Uhr


„Miss Parker, ist alles in Ordnung? Sie sehen etwas gestresst aus.“ Broots wusste das es besser war sie nicht anzusprechen wenn sie diesen Blick hatte, aber er machte sich eben Sorgen um sie.

„Ich ... es... ist alles in Ordnung Broots. Machen sie sich keine Sorgen!“ Der Klang in ihrer Stimme verriet das das nicht die Wahrheit war.

„Aber Miss Parker, ich sehe doch das ... .“ er war nicht gut in solchen Dingen, aber sein gutmütiger Charakter trieb ihn dazu es trotzdem zu versuchen.

Sie warf ihnh einen ihrer Blicke zu, der sagte das es besser ist nicht weiter zu fragen. „Ich sollte nach Hause gehen, der Tag war ereignisreich genug!“ sie sprach mehr zu sich selbst und erhob sich.

„Schlafen sie sich mal richtig aus Miss Parker.“ Wenn er ihr doch nur irgendwie helfen könnte.

Sie setzte an um etwas zu sagen, an ihren Gesichtsausdruck konnte man sehen das es etwas ironisches sein musste. Entschied sich dann aber doch einfach zu gehen.



Blue Cove, Miss Parker's Haus, 19:00 Uhr


Sie schloss die Tür auf und trat ein. Sie machte kein Licht an, schließlich fand sie sich auch so zurecht. Als sie gerade dabei war ihren Mantel auszuziehen hörte sie ein leises Klicken.

Blitzschnell drehte sie sich um und schaute auf den im Sessel sitzenden Jarod, der die Leselampe angeschaltet hatte.

„Jarod!“ Auch das noch! Der Tag war perfekt!

„Haben sie ihre Antworten gefunden?“ mit einen diabolischen Grinsen schielte er sie an.

„Was glauben sie denn, das Lyle sich mir plötzlich offenbart? Natürlich nicht!“ sie hasste diesen selbstgerechten Gesichtsausdruck. „Sagen sie mir endlich was sie wissen!“

„Nun, im Moment nicht viel mehr als sie.“ er erhob sich.

„Sie sind mutig! Nennen sie mir einen Grund, warum ich ihnen nicht meine Smith & Wessom an den Kopf halten sollte?“ mit schmalen Augen sah sie ihn an.

„weil sie die Wahrheit herausfinden wollen. Und das können wir nur gemeinsam!“ Mit einen überlegenen Lächeln grinste er sie an.

Nach einer kurzen Pause sah sie ihn wieder an. „Wieso denken sie das ich etwas herausfinden könnte was sie nicht herausfinden können? Sie sind das Genie!“

Er kam näher „Und sie sitzen an der Quelle!“

„Sie meinen ich solle Lyle und Raines ausquetschen?“ Sie konnte nicht fassen was er da verlangte.

„Das, und ein paar Center-Akten suchen!“ er schaute ihr tief in die Augen. Lange genug um ihr Unbehagen zu spüren.

„Center-Akten? Was für Akten?“ Sie wich kaum merklich ein paar Schritte zurück.

„Akten über uns und unsere Familien. Akten die aus Sicherheitsgründen nie in einen Computer gespeichert worden sind. Akten die irgendwo im Center versteckt sind.“ Akten die er seid Monaten suchte, aber nicht gefunden hatte. Nur deshalb wagte er diesen Schritt, Miss Parker einzuweihen, noch ehe er eigentlich wusste, worum es ging.

„Irgendwo im Center?“ Ihr Blick war fragend, aber sie kannte die Antwort bereits in etwa.

„Irgendwo zwischen SL 13 und SL 21! Genaueres habe ich auch nicht herausgefunden. Ich hätte sie ja selbst gesucht, aber das Center hat die Sicherheitsvorkerungen verstärkt, das Risiko da 'einzubrechen' ist zu hoch für mich!“ eindringlich starrte er sie an.

Um seinen Blick auszuweichen, wande sie ihn den Rücken zu. „Und wie bitte schön kommen sie auf die Idee, das ich etwas finde, wonach unser Wunderknabe schon seid geraumer Zeit vergeblich sucht?“ Am Ende des Satzes drehte sie sich wieder zu ihn. Er war weg. Schweigend sah sie sich um. „Jarod! Nach welchen Akten soll ich suchen?“ aber sie wusste das er bereits außer Reichweite war. „Verdammt!!!“

Sie griff zum Handy. Es klingelte einmal-zweimal „Broots!“

„Sie sind noch da! Broots, sie müssen etwas für mich suchen!“ sie griff nach ihren Wagenschlüsseln.

„Ähm Miss Parker, es ist schon spät, und ich wollte gerade heim gehen, und ich ... .

„Broots! Ich bin nicht in der Stimmung mit ihnen zu diskutieren! Versuchen sie etwas über Akten herauszufinden, die nicht im Computer stehen. Ich bin in 30 Minuten da. Bis dahin will ich Ergebnisse, verstanden?“ Und damit legte sie auf.

„Ähm, ja Miss Parker ... „ er zog seine Jacke wieder aus, und setzte sich an seinen PC.



„Was ist, haben sie eine Spur?“ schnellen Schrittens stieg sie die wenigen Treppen hinab und kam auf ihn zu.

„Naja, es existieren scheinbar wirklich Akten, die nie im Zentralsystem gespeichert wurden. Laut diesen Angaben befinden sie sich noch hier im Center. Allerdings ist dieser Text verschlüsselt, und ich habe noch nicht alles lesen können. Möglich das ich auch einen Hinweis auf den genaueren Ort finde sobald ich den Rest kenne.“ mit einen wenig Angst und zugleich ein wenig Stolz sah er sie an.

„Worauf warten sie noch!?! Lösen sie das Rätsel!“ unangebrachte Härte lag in ihren Worten.

Ohne einen weiteren Ton zu sagen, konzentrierte Broots sich wieder auf den Bildschirm.


„Ich hab's!“ schoss es plötzlich aus Broots.

„Was haben sie?“ fragte Miss Parker gelangweilt.

„Ich glaube ich weiß jetzt wo die Akten sind nach denen sie suchen!“ seine Augen strahlten wie die eines Kindes.

Jetzt wurde auch Miss Parker hellhörig und kam näher zu Broots. „Wo sind sie?“

„Laut diesen Lageplänen und ein paar Anhaltspunkten, deutet alles darauf hin, das es zwischen SL17 und SL18 noch so etwas wie ein Zwischenstockwerk gibt. Es ist nicht sehr hoch, gerade mal 1, 50 Meter, aber es ist auch nicht für Menschen gedacht. Es dient lediglich als Lager für Dokumente.“ sichtlich stolz erwartete er Miss Parkers Antwort.

„worauf warten wir noch? Auf geht's!“ Sie zog den Techniker in die Höhe und ging in Richtung der Fahrstühle. Dann blieb sie abbrupt stehen. „Wie kommen wir bitte da hin?“

„Ähm, auf die selbe Weise wie sich Angelo im Center bewegt! Durch die Luftschächte.“ er erötete leicht.

„Oh na klasse, warum nicht gleich durch die Kanalisation!?!!“



Vorsichtig öffnete broots das Gitter und stieg heraus. „Passen sie auf Miss Parker, sie müssen gebückt gehen.“

„Oh sie Trottel das weiß ich selbst! Leuchten sie lieber mit der verdammten Taschenlampe hier her, damit ich weiß wo ich hintrete.“ kurz danach riss sie sie ihm einfach aus der Hand und leuchtete den Raum ab.

„Wie sollen wir hier etwas finden?“ Hunderte Akten waren hier gestabelt.

„Indem sie suchen!“ vorsichtshalber leuchtete Miss Parker die Decke nach Kameras ab.

„Vielleicht würde es helfen wenn sie mir sagen nach was wir eigendlich suchen!“ er blieb dicht hinter seiner Chefin und versuchte nicht so tief einzuatmen. Die Luft hier unten war alles andere als erholsam.

„Wenn ich das wüsste ... . Jarod sagte es hat mit meiner Familie zu tun. Und mit seiner.“ Sie nahm eine Akte und pustete den Staub runter.

„Jarod?“ er hielt inne und schaute sie fragend an.

„Suchen sie!!!“ ihre Augen traten bei diesen Worten leicht hervor.



Langsam gelangweilt schob Broots einen weiteren Berg Akten beiseite, den er soeben durchgesehen hatte. Bisher war nichts wirklich erstaunliches dabei. Hauptsächlich waren darin Experimente beschrieben.  Oder es waren Dokumente aus der Anfangszeit des Centers, die wohl niemand für wichtig genug hielt, um sie im Zentralcomputer fest zu halten.

Dann sah er einen großen eckigen Gegenstand hinter den Aktenberg. Er leuchtete mit seinen Feuerzeug nöher heran und sah das es eine Art Tresorschrank war. „Miss Parker! Ich glaub ich hab hier etwas!“ vorsichtig versuchte er daran zu rütteln, aber er war zu schwer.

Schnell kam sie zu ihm und drückte ihn beiseite. „Was ist das?“

„es sieht aus wie ein Tresor!“ stellte Broots fest.

„Das sehe ich auch!“ scharf sah sie ihn kurz an, bevor sie sich wieder den Schrank zuwante. „Und wie bekommen wir ihn auf?“

Broots schaute etwas genauer auf das schloss. Dann nahm er eine Metallplatte ab und darunter kam eine Art kleiner Computer zum Vorscheinen. „Diese Dinger sind noch nicht so alt, der Tresor scheint also noch nicht allzu lange hier zu stehen“

„Leider hilft uns das kein bisschen weiter!“ langsam wurde sie ungeduldig.

„Miss Parker, wie sie vielleicht wissen, sind Computer mein Spezialgebiet!“ er legte 'seinen' Macho-Blick auf, sah dabei jedoch ziemlich dümmlich aus.

Parker verdrehte die Augen und lies sich zurück sinken.

Mit mehr oder weniger geübten Griff lockerte der Techniker ein paar Kabel, und verbannt sie dann wieder an anderen Stellen. Schon nach kurzer Zeit konnte man ein leises Klicken vernehmen.

Miss Parkers Aufmerksamkeit war schlagartig zurück gekehrt. „Gehen sie beiseite!“ In den Tresor war nicht viel, nur ein einziger großer Umschlag. Miss Parker nahm ihn heraus und zog ein Blatt Papier aus den Umschlag.

„Was ist das?“ Neugierig versuchte broots seiner Chefin über die Schulter zu schauen.

„Es ist auf jeden Fall älter als der Tresor ... !“ Das Blatt griff sich merkwürtig an, fast wie Pergamentpapier. Kurz überflog sie den nicht allzu langen Text. „Oh mein Gott ... !“ stieß sie dann mit gedämpfter Stimme hervor.



Blue Cove, Center, Miss Parkers Büro, ein paar Tage später


„Miss Parker?“ vorsichtig schaute Broots durch den Türspalt.

„Was ist Broots?“ ihre Stimme klang ungewohnt leise. Leise und kraftlos.

„Ähm, ich wollte sie nicht stören.“ er trat ein. „Hat sich Jarod bei Ihnen gemeldet?“

„Ich wüsste nicht was sie das anginge!“ dann schaute sie ins Leere als ob sie sich selbst zurecht weisen würde. „Nein, hat er nicht. Dieser kleine Bastart meldet sich nur immer dann wenn man ihn nicht braucht.“

Broots nickte zustimmend. „Ähm, wenn sie nichts dagegen haben, dann würde ich jetzt nach Hause gehen, Debbie wartet sicher schon.“

„War das eine Frage Broots? Ich bin nicht ihr Kindermädchen!“ in ihrer Stimme funkelte kurz die gewohnte Schärfe auf.

Ohne ein weiteres Wort zu sagen verschwand er.

Miss Parker versuchte sich wieder auf den Papierkram vor ihr zu konzentrieren. Aber schon nach wenigen Minuten lies ihre Konzentration wieder nach, sie lehnte sich in ihren Sessel zurück und blickte ins Leere. Jarod hatte ihr erst diesen 'Auftrag' gegeben, wobei er genau wusste das sie etwas wichtiges finden würde und dann meldete er sich nicht bei ihr. Was war nur los mit ihn? Für einen Moment überkam Miss Parker ein seltsames Gefühl. Ob Jarod etwas zugestoßen ist?

Just in diesen Moment klingelte ihr Handy und riss sie in die Realität zurück. „Was ist?“

„Haben sie etwas herausgefunden?“ Jarod klang etwas ungedultig.

„Oh mir geht es prima und ihnen?“ fragte Miss Parker mit glänzenden Sarkasmus in Ihrer Stimme.

Jarod verzog kurz die Mundwinkel. „Miss Parker, haben sie etwas herausgefunden?“

„Warum die Eile Jarod, in den vergangen Tagen schien es ihnen auch nicht besonders wichtig zu sein!“ für einen Moment hatte sie das Gefühl das sie die Fäden für dieses Gespräch in den Händen hatte, anders als bei all den anderen.

„Ich war ... nun ... sagen wir mal verhindert.“ dabei steckte er sich ein PEZ im den Mund.

„Also gut, wir haben eine Akte gefunden. Eine Akte über die Schriftrollen.“ am anderen Ende der Leitung wurde es kurz still.

„Wir? Wem haben sie noch davon erzählt?“ Sein Blick wurde ernster.

Sie schaute etwas erstaunt. Sie hatte etwas über die Schriftrollen herausgefunden und ihn schien es gar nicht zu interessieren. Wann würde der Tag kommen an den sie die Gedankengänge dieses Mannes nachvollziehen konnte. „Broots. Ohne ihn hätte ich diese Akte nicht gefunden.“

„Also gut.“ Broots schien keine ernsthafte Gefahr darzustellen. „Passen sie gut auf die Akte auf. Und auf sich.“

„“Wollen sie denn nicht wissen, was... „ doch sie vernahm nur noch einen langen Ton am anderen ende der Leitung. „Bastart.“



Blue Cove, Center, 23:00 Uhr


Zügig schritt sie durch die große Eingangshalle des Centers. Das Geräusch das ihre Schuhe bei der Berührung mit den gefliesten Boden wiedergaben schallte durch einige Gänge und Räume. Ansonsten war es todenstill.


Sie schloss ihr Auto auf und setzte sich hinters Steuer. Nachdem sie tief durchgeatmet hatte, startete sie den Motor und fuhr davon.

An einer roten Ampel fluchte sie, weil diese erst kurz bevor sie die Kreuzung erreichte umgeschaltet hatte.

„Ich glaube sie kann sie nicht hören.“ langsam richtete er sich vom Rücksitz ihres Wagens auf.

Nach einen flüchtigen Blick in den Rückspiegel, wante sie sich blitzschnell zu ihn um. Sie versuchte ihre Überraschung zu verbergen, was ihr nicht ganz gelang. „Wer kann mich nicht hören?“

„Die Ampel, im übrigen ist sie bereits grün.“ dabei zeigte er auf die große Metallstange.

Sie richtete ihren Blick wieder auf die Strasse und fuhr los. „Wieso in meinen Auto, wieso nicht bei mir zu Hause?“

„Weil ihr Haus längst nicht mehr so unüberwacht ist wie sie denken!“ er kletterte auf den Beifahrersitz.

„Oh verstehe, der Parkplatz vor dem Center ist also sicherer als mein Haus.“ Verdutzt sah sie ihn bei seiner akrobatischen Übung kurz zu. „Diese Akte scheint sie doch nicht so kalt zu lassen wie ich vermutet habe.“

Er antwortete ihr darauf nicht. „Da vorn links. Sie wären erstaunt wie viel einfacher es ist in ihr Auto zu gelangen als ungesehen in ihr Haus zu kommen.“

„Jarod was soll das Spiel, wo wollen sie hin?“ sie klang sichtlich genervt.

„Fahren sie 4 Meilen die Straße entlang. Dann kommt auf der rechten Seite ein kleines Motel. Da halten sie an.“ er schien sichtlich beschäftigt zu sein mit seinen Gurt.

„Vertrauen sie meinen Fahrkünsten nicht?“ sie lächelte. Das erste mal seid langem. Doch als es ihr bewusst wurde, zwang sie sich sofort zu einer anderen Mine.




Vor dem Motel


Miss Parker bog von den asphaltierten Highway auf den Staubigen Platz vor den Motel. Es war eine große Leuchtreklame angebracht, an der allerdings schon einige Glühbirnen fehlten, auch sonst sah das Gebäude eher schäbig aus.

Jarod stieg aus den Wagen und lief zu eine der Wohnungen. „Was ist, wollen sie nicht mit herein kommen?“ fragte er spöttisch. Er nahm einen Schlüssel aus seiner Tasche und ging hinein. Parker folgte ihn in einigen Abstand.

„Sie haben auch schon besser gewohnt!“ stellte sie zweifellos fest.

„Mag sein, aber auch schon schlechter.“ Er zog seine Lederjacke aus und hing sie an einen Haken neben der Tür.

„Was wissen sie über das Grab meines Vaters?“ fragte sie.

„Sie kommen schnell zur Sache!“ stellte Jarod amüsiert fest.

Drohend sah sie ihn an. Stellte dann allerdings fest, das dieser Blick bei Jarod leider nicht die selbe unterwürfige Reaktion auslöste wie bei Broots.

Nachdem er ihren Blick einige Sekunden stand gehalten hatte, ging er zu seinen Laptop und fuhr ihn hoch. Auf den Bildschirm war ein Foto des Grabsteins zu sehen. „Was sehen sie Miss Parker?“ fragte Jarod dessen Blick weiterhin auf den Bildschirm gerichtet war.

Sie trat näher zu ihn heran und folgte seinen Blick. „Hm, einen Grabstein. Mit den Worten : Ueid ed sterces sel ehcac ej rac, srap! Und ein Gebäude das sich im Wasser spiegelt!“ stellte sie fest.

„Richtig, das Schlüsselwort heißt: Spiegel!“ er nahm den Spiegel der neben den Laptop lag und hielt ihn hinter das Bild. „Was sehen sie jetzt?“

„Pars, car je cache les secrets! Was bedeutet das?“ sie machte eine kurze Pause und bedrachtete angestrengt das Bild in den Spiegel. „Das Center, dieses Gebäude da, das ist das Center!“

„Richtig.“ bemerkte Jarod zufrieden. „Pars, car je cache les secrets ist französisch und es bedeutet nichts geringeres als: Ich verberge ...“

„... die Geheimnisse Gottes!“ beendete sie Jarods Satz. „Ich verstehe immer noch nicht.“

„Nun Miss Parker, in diesen Grab liegt nicht nur ihr Onkel, sondern auch die Schriftrollen!“ er schaute sie an und wartete auf eine Reaktion.

„Aber ... wieso sind sie da, man sollte doch meinen, das das Center sie in den sichersten Tresoren lagern würde die sie haben.“ fragte sie verdutzt, immer noch den Blick starr auf den Bildschirm gerichtet.

„Das ist für sie der sicherste Ort! Wenn die Afrikaner diese Schriftrollen in die Hände bekommen, dann ist es mit der Herrschaft der Parkers zu Ende, das würde ihre Familie nie zulassen. Deshalb haben sie sie da versteckt.“ er lief in Richtung des großen Fensters und sah hinaus. „Die Afrikaner schrecken nicht davor zurück Menschen zu töten, aber niemals würden sie die Ruhe eines Toten stören. Niemals würden sie dessen Grab öffnen. Deshalb liegen die Schriftrollen an diesen Ort. Da sind sie sicherer versteckt als in jeden Tresor.“ Er drehte sich um und schaute sie an.

„Warum haben die die Schriftrollen dann nicht gleich vernichtet?“ kaum merklich schüttelte sie den Kopf.

„Nun, man kann nie wissen, ob man sie nicht doch noch einmal braucht.“ er sah den Auto hinterher das draußen vorüber fuhr.

„Und die Afrikaner wissen nicht das die Schriftrollen gefunden wurden?“ jetzt sah sie ihn an.

Er lachte kurz auf. „Sie wissen nicht einmal das ihr Onkel gefunden wurde, geschweige denn von seinen Grab!“

„Mein Onkel, mein Vater, wer ist er nun?“ sie hatte den Gesichtsausdruck eines kleinen ängstlichen Kindes.

Wie gern hätte er sie in die Arme genommen, aber er hätte sicher nur eine Ohrfeige dafür bekommen, also lies er es besser. „Syd hat mir alle Unterlagen zugemailt, die er und Broots über Mr. Parker, Mr. Raines und über sie herausgefunden haben. Es gibt keinen Zweifel. Mr. Raines ist ihr Vater!“

Ihr Schock hielt sich in Grenzen. Sie hatte die vergangenen Wochen gehofft, ja fast schon gebetet das es anders wäre, aber in ihren inneren kannte sie die Antwort bereits. Trotzdem konnte sie es nicht verhindern das in ihr das Gefühl der Leere aufstieg. Wie konnte man sie nur so belügen?!


Jarod konnte praktisch fast schon sehen was sie dachte. Er mochte es nicht wenn sie sich selbst diesen schrecklichen Gefühlen aussetzte. „Geben sie mir die Akte.“ versuchte er sie abzulenken und hielt ihr seine Hand entgegen.

„Woher wollen sie wissen das ich sie bei mir haben?“ auf ihrer Stirn bildeten sich kleine Falten.

Er sah sie heraus fordernd an und hielt seine Hand unverändert.

Mit einen genervten Zischen aus ihren Mund, zog sie ein Stück Papier aus ihrer Jackentasche und reichte es ihn.

„Sie tragen es so mit sich herum?“ er hielt den zusammengefalteten Zettel demonstrativ hoch, der schon ein paar Eselsohren hatte.

„Das ist nur eine Kopie, das Original ist,... woanders.“ er musste nicht alles wissen.

Er setzte sich auf das große Bett und machte eine kleine Lampe an dessen Kopfende an. Durch die Leuchtreklame war es nicht ganz dunkel im Raum, aber nicht hell genug zum lesen. Aufmerksam studierte er die Worte auf den Papier, sein Blickt war ernst .

Miss Parker stand noch immer. Als ihr bewusst wurde das sie Jarod beobachtete, sah sie kurz weg, nur um ihn dann erneut anzusehen. Ihr wurde erst jetzt bewusst, das sie wieder allein mit ihn war. Ein seltsames Gefühl überkam sie. Ähnlich wie in jener Nacht auf Carthis. Sie konnte ihren Blick nicht von ihn abwenden. Und als er plötzlich zu ihr aufschaute, sahen sie sich für einen Moment  direkt in die Augen.

Nach schier endlosen Sekunden wand sie ihren Blick ab und knete nervös ihre Hände.

Jarod sah noch einen Moment länger zu ihr, bevor er zu sprechen begann. „So etwas in der Art habe ich schon vermutet.“

„Was?“ ihre Stimme klang als hätte man sie bei etwas verbotenen ertappt.

„Die Schriftrollen. Hier steht, das das Center über allen steht. Über Leben und Tod. Das Center allein entscheidet über Recht und Ordnung. Wer sich den Bedienungen und Regeln nicht fügt, wer sich als Verräter oder als Unwürdiger entpuppt, der muss dafür bezahlen und bestraft werden.
Wer schwach ist und die Macht nicht tragen kann, muss vernichtet werden. Demjenigen, der sich gegen alle Regeln stellt und Schande über uns bringt, dem wird die schlimmste Strafe von allen auferlegt.“ verächtlich schaute er auf diese Worte.

„Meine Mutter war für die eine Verräterin!“ ihre Augen wurden schmaler.

„Jeder ist für die ein Verräter, jeder der nicht das tut was die wollen!“ sein Blick ähnelte den ihren. „Hier steht noch mehr. Jeder der nicht reinen Blutes des Center-Gründers ist, muss sobald er einen Nachkommen mit Blutlinie gezeugt hat entfernt werden ... „

„Entfernt!“ wiederholte sie. „Als ob ein Menschenleben nur ein schmutziger Fleck ist.“

„Ihre Mutter hatte niemals eine Chance. Ihr Schicksal war von vorn herein besiegelt.“ diese Worte machten ihn wütend und traurig zugleich.

„Sie war nur ein Brutkasten, für mich und meine Brüder.“ Sie zeigte mit der flachen Hand auf sich  selbst. „Damit das Center bestehen bleibt!“ Tränen flossen aus ihren Augen und ihre Hand verkrampfte sich an ihrer Jacke.

Jarod legte das Schriftstück bei Seite und kam auf sie zu. Zögernd nahm er sie in die Arme. Als sie seinen Druck erwiderte hielt er sie fester. Je mehr sie versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken, desto weniger gelang es ihr.


Sie standen einige Zeit so da, keiner von beiden sagte etwas. Jarod wusste das diese Geste ihr mehr half als alles was er hätte sagen können.

Langsam löste sie sich von ihn und sah ihn an. Ihre Augen wahren leicht geschwollen und errötet. Noch ehe sie es tun konnte, wischte er ihre Tränen weg. Sie konnte ihn nicht länger ansehen, blickte statt dessen zu Boden, doch er hob ihren Kopf an ihren Kinn vorsichtig an. Wieder sahen sie sich direkt in die Augen.

All die Jahre in denen sie getrennt waren, während ihrer Jugend und auch als sie Erwachsen wurden, hatte er diese Augen nie vergessen, diese Augen die ihn so oft Trost gespendet hatten. Diese Augen, in denen er einst ein loderntes Feuer gesehen hatte und in denen er sich verloren hatte. Das Feuer war nicht mehr da, aber irgendwo war noch ein Funken und er hoffte diesen wieder entfachen zu können.

Er verlor sich ein weiteres Mal. Was hatte sie an sich, was solche Gefühle in ihn auslöste? Sein blick wanderte kurz auf ihre Lippen und dann wieder zurück in ihre Augen.

Ihre Gesichtszüge entspannten sich sichtlich und sie öffnete ein winziges Stück ihren Mund.

Langsam kam er ihr näher. Er schloss die Augen und sie tat es ihn gleich. In der Sekunde als sich ihre Lippen berührten konnte man einen leisen Seufzer vernehmen. Ihre Lippen schienen nicht voneinander lassen zu wollen. Aber dann wich Miss Parker langsam zurück. Beide öffneten ihre Augen und sahen sich an. „Es tut mir leid Jarod.“ wieder blickte sie zu Boden.

„Der Kuss?“ fragte er und versuchte in ihre Augen zu sehen.

Sie blickte zum Fenster hinaus auf die leere Straße. „Ich kann das nicht. Es ist soviel passiert in den letzten Wochen und Monaten. Ich habe keine Kraft dafür.“ wieder stiegen ihr Tränen in die Augen und sie führte ihre Hand zu ihren Mund.

„Parker, du bist verwirrt, das bin ich auch, aber ... „ er wollte ihr seine Hand auf ihre Schulter legen, entschied sich dann aber dagegen.

Sie drehte sich um und schaute ihn an. „Jarod, versteh endlich, so soll es nicht sein.“

Er wurde ärgerlich, nicht weil sie ihn abwies, sondern weil er sich wieder an die Worte der Schriftrollen erinnerte. „Und wie soll es sein? Soll das Center töten und ausbeuten nach belieben. Soll das Center den Willen der Menschen brechen und Herr über Leben und Tod sein??!!“ sein Gesichtsausdruck war Angst einflösend.

„Verdammt das habe ich nicht zu entscheiden!“ auch ihre Stimme wurde jetzt lauter.

„Wer dann? Irgendwer muss den Anfang machen!“ seine Augen traten vorwurfsvoll hervor.

„Dasselbe wird sich meine Mutter ach gedacht haben, und wo ist sie jetzt?“ sie wollte nicht so enden wie ihre Mutter, sie und Catherine waren verschiedene Menschen und sie würden verschiedene Wege gehen.

„Dann mach es besser verdammt! Du musst nur für dich allein sorgen, nicht noch für ein kleines Kind!“ Man konnte ihre Stimmen bis in die angrenzenden Wohnungen hören.

„Mein ganzes Leben ist in diesen Center. Seid ich klein war wurde ich dafür 'trainiert' da zu arbeiten. Nie stand für mich zur Debatte je etwas anders zu tun. Und jetzt kommst du und sagst ich solle mein ganzes Leben umkrempeln?“ fassungslos schaute sie ihn an.

„Ich weiß es ist nicht einfach, aber schau mich an. Mir wurde jahrzehnte lang die ganze Welt vorenthalten, aber ich habe es auch geschafft!“ seine Stimme wurde wieder ruhiger.

„Du ... bist ein Pretender. Das ist der Sinn, das du dich in jeden hineinversetzen und dich optimal anpassen kannst!“ eine leichte Spur von Triumph war in ihren Gesicht zu sehen.

„Und du, bist auch ein Pretender. Sicher, du wurdest nie ausgebildet, so wie ich, aber du hast die Fähigkeiten dazu. Und du kannst es. Viel dir deine Schulzeit je schwer? Hattest du je Probleme irgendetwas zu kapieren?“ er kannte die Antwort.

Sie überlegte kurz bevor sie antwortete. „Also gut, dann habe ich eben diese Fähigkeiten in mir. Das ändert nichts an der Tatsache das das Center mich umbringen wird wenn sie mich finden. Und sie werden nicht aufhören mich zu suchen, ehe sie nicht ihr Ziel erreicht haben, das weißt du so gut wie ich!“

Dem hatte er nicht viel entgegen zu setzen. Er schien angestrengt zu überlegen ehe seine Augen plötzlich dieses Funkeln bekamen. „Ich mache dir einen Vorschlag, hör ihn dir an und dann entscheide dich. Wenn du nicht einverstanden bist, dann kannst du gehen und nie wieder einen Gedanken daran verschwenden.“

Erwartungsvoll sah sie ihn an. Sie redeten und diskutierten stundenlang und erst als es draußen bereits hell wurde, fuhr sie fort. Jarod blieb im Motel zurück. Er schaute aus den Fenster bis ihr Auto verschwunden war. Dann schloss er die Augen und atmete tief ein. Ihr Duft hing noch in diesen Raum. Vor seinen inneren Auge kamen die Erinnerungen an ihren Kuss wieder. Wie oft hatte er davon geträumt, sich gefragt wie es sein würde. Doch sie hatte ihn kurz darauf zu verstehen gegeben das sie es nicht will. Und er hatte Verständnis dafür. Auch wenn er es sich anders gewünscht hatte.




Miss Parker's Haus, 7:00 Uhr Morgens


Sie ging in ihr Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch. Ihre Gedanken hingen noch in der vergangenen Nacht. Er hatte sie geküsst. Er hatte sie einfach geküsst. Und es war ein wundervoller Kuss, schöner als in all ihren Träumen. Aber sie konnte es nicht so genießen wie sie es sich gewünscht hatte. Zuviel andere Gedanken waren in ihren Kopf. Sie liebte diesen Mann, das wusste sie nicht erst seid heute. Aber im Moment gab es wichtigere Dinge. Da hatte er einfach keinen Platz.

Sie nahm ihr Telefon und wählte eine Nummer.

„Broots.“ kam es gut gelaunt vom anderen Ende der Leitung.

Sie verdrehte die Augen. „Wie kann man so früh am Morgen schon so gute Laune haben. Sagen sie Raines das ich mir heute frei nehme.“

„Ist alles in Ordnung Miss Parker? Was soll ich Raines als Begründung sagen?“ diese Frau überraschte ihn immer wieder. Mal arbeitete sie nächtelang durch und mal rief sie einfach an und machte blau.

„Lassen sie sich etwas einfallen!“ damit legte sie auf.  




Miss Parker's Haus, 19:00 Uhr


Sie saß noch immer auf ihrer Couch, hielt ein Kissen umklammert und blickte ins Leere. Heute Mittag hatte sie es geschafft ein paar Stunden zu schlafen. Aber jetzt, wo es draußen dunkel wurde, überkam sie wieder die Einsamkeit. Sie dachte wieder zurück, an ihre Kindheit, die so schön war, bis zu jenen schicksalshaften Tag an dem ihre Mutter vor ihren eigenen Augen erschossen wurde. Damach war nie wieder etwas so wie vorher gewesen.

Jetzt, viele Jahre später, hatte sie erfahren, das ihre Mutter ihren Tod nur vorgetäuscht hatte, um letztendlich doch umgebracht zu werden.

Sie schüttelte kaum merklich den Kopf und ging in ihr Schlafzimmer. Sie hatte nichts brauchbares zu Essen mehr in Ihren Haus, also bestellte sie eine Pizza, was für gewöhnlich zwar nicht ihr Stil war, im Moment für sie aber keine Rolle spielte. Dann öffnete sie die kleine schwarze Tasche die Jarod ihr gegeben hatte und schaute den Inhalt einige Minuten schweigend an.

Es hatte bereits mehrmals kräftig geklopft, als Miss Parker öffnete.

„Na endlich, warum dauert das so lange?!“ ohne auf eine Einladung zu warten trat Lyle ein, dicht gefolgt von Raines.

„Ich wüsste nicht das ich sie eingeladen habe!“ mit einen lauten Krachen stieß sie die Tür hinter den beiden zu.

Durch das Geräusch drehten sich beide zu ihr um. „Wir haben uns -keuch- Sorgen um sie gemacht  Miss Parker, -keuch- sie wahren heute nicht im Center.“ brachte Raines dann schließlich hervor.

Miss Parker lachte spöttisch auf und verschränkte die Arme. „Sie haben sich Sorgen um mich gemacht? Das ich nicht lache!“

„Wir sind immerhin eine Familie und wir sollten aufeinander achten!“ warf Lyle ein, während er sich umschaute.

Sie trat direkt vor Lyle. „Suchen sie etwas, Bruderherz?“ dabei verzog sie ihren Mund zu einen breiten Grinsen, so das man ihre Zähne sah, welches dann ebenso schnell wieder verschwand wie es gekommen war.

Lyle setzte seinen 'du kannst mich nicht einschüchtern Blick auf'. „Um ehrlich zu sein ja! Vor ein paar Tagen wurde in ein geheimes Zwischengeschoss des Centers eingebrochen, wobei eine wichtige Akte gestohlen wurde. Sie wissen nicht zufällig wer dahinter stecken könnte?“

Sie drehte ihre Augen heraus und setzte ihren wütensten Blick auf. „Soll das eine Unterstellung sein?“

Er kam noch etwas näher an seine Schwester heran, ihre Gesichter waren nun nicht weiter als 20 cm von einander entfernt. „Vorsicht, wenn sie sich gegen uns stellen, wird Ihnen das sicher nicht gut bekommen!“

Die Adern auf ihrer Stirn traten leicht hervor. „Was denken sie denn was sie mit Ihren Drohungen erreichen? Das ich mich umdrehe und tot stelle??!!?“

„Schluss jetzt!“ wie Mr. Parker einst, stellte sich jetzt Mr. Raines zwischen die streitenden Zwillinge. „Wir sind nicht hier um -keuch- Ihre Machtkämpfe auszutragen. -keuch- Das können sie während der Jagt auf Jarod beweisen.“

Lyle verdrehte kurz die Augen ehe er sich wieder seiner Schwester zu wand. „Sie sollten nur aufpassen wem sie belügen und wem nicht. Womöglich enden sie am Schluss genau wie 'unser Daddy'!“ er verhöhnte die letzten Worte geradezu.

„Wenn er wüsste was sie hier für einen Zirkus veranstalten, dann würde er sich im Grabe umdrehen!“ ihre Stimme drückte tiefe Abscheu gegenüber ihren Bruder aus.

„Oh wirklich?“ Lyle hingegen, fand das Gespräch zunehmend amüsanter. „Dann machen wir das ganze noch mal: Dann liegt er wieder richtig herum!“

„Sie verfluchter ... !“ presste Miss Parker zwischen ihren Zähnen hervor.

„Ich habe gesagt es reicht!“ jetzt wurde auch Raines wütend.

Doch Lyle beachtete ihn nicht. „Wenn sie uns nicht sofort sagen wer die Akte hat dann lernen sie mich kennen!“

„Ich weiß es nicht verdammt!“ wieder traten ihre Adern hervor.

„Sie sind genau so eine verlogene Schlampe wie Catherine und ich hoffe sie werden genau da enden !“ Lyle schaffte es die wundesten Punkte der Menschen zu treffen, auch wenn er es nicht einmal ernst meinte.

Das war genug. Blitzschnell griff sie zu Ihrer Waffe die auf der Komode lag und richtete sie auf ihren Bruder. „Raus hier! SOFORT!“

Mr. Raines nahm seine Arme leicht nach oben. Für einen Augenblick zog er mit dieser unscheinbaren Geste Miss Parkers Aufmerksamkeit auf sich. Diesen Moment nutze Lyle und zog ebenfalls eine Waffe und richtete sie auf Miss Parker.

Sie standen nur ein paar Sekunden so da, als plötzlich die Tür aufgestossen wurde. „ Sweeper, die Miss Parkers Haus überwachten hatten alles von draußen mitbekommen und hatten sich jetzt entschlossen einzugreifen. Der eine richtete seine Waffe sofort auf Parker, der andere schaute etwas unsicher bevor er sie auf Raines richtete.

„Sie dämlicher Idiot -keuch- doch nicht auf mich -keuch- zielen sie auf sie!“ wobei Raines auf Miss Parker zeigte.

Der Sweeper folgte seinen Anweisungen. Es waren jetzt 3 Waffen auf Miss Parker gerichtet, aber sie dachte nicht daran nachzugeben! „Ich habe gesagt sie sollen verschwinden.“ um ehrlich zu sein, machten sie die Waffen doch schon etwas nervös.

Langsam ging sie einige Schritte rückwärts. Dann passierte alles blitzschnell. Miss Parker stolperte an einen Absatz, in ihren Schreck und während sie nach hinten fiel löste sich ein Schuss aus ihrer Waffe. Erschrocken darüber feuerte ein Sweeper seine Waffe ab und traf sie. In den Moment in den sie auf den Boden aufschlug, war ihr Körper bereits leblos.

Raines war der erste der etwas sagte. „Sie verdammter Idiot -keuch- wer hat gesagt das sie sie erschießen sollen??!“

Die Sweeper und Lyle steckten ihre Waffen in den Hosenbund. „Ist sie wirklich tod?“ fragte Lyle.

„Pizzaservice!“ rief es und ein junger Mann kam durch die offene Haustür. Als er de  leblosen Körper am Boden sah, lies er den Karton fallen und schaute entsetzt auf die Szene die sich ihn darbot. „Oh mein Gott!“ stieß er heißer hervor. Ohne die Männer eines Blickes zu würtigen rannte er aus den Haus.

„Sollen wir ihn verschwinden lassen?“ fragte einer der Sweeper.

„Das könnte schwierig werden!“ stellte der andere fest, der gerade wieder zur Tür herein kam, weil er den Pizzaboten ein Stück gefolgt war. „er hat draußen eine junge Frau mit einen kleinen Kind im Wagen sitzen und er hat bereits die Polizei verständigt.“

„Verdammt! Also gut, verschwinden wir. Er konnte unsere Gesichter nicht erkennen und wenn er doch etwas aussagen wird, dann werden wir ihn mal fragen wie wichtig ihm seine kleine Familie ist!“ damit verschwand Lyle durch die Hintertür und die anderen folgten ihn.




Blue Cove, Friedhof, eine Woche später



Es war ein schöner Tag, am Morgen war der Himmel noch grau, aber am Mittag klarte alles auf und die Sonne schien. Es war einer dieser Tage, an denen man tief durchatmete und sich einfach nur freute am Leben zu sein.

Die Beerdigung von Miss Parker war wunderschön gewesen. Sydney hatte ein paar Worte gesprochen. Er war der richtige dafür. Niemand konnte seine Worte so gut wählen und dabei ehrlich und aufrichtig klingen wie er. Er erzählte von den kleinen Mädchen die sie einst war. Und von der Frau zu der sie geworden ist.  

Nachdem alle gegangen waren wurde der Sarg in die Erde eingelassen und der Grabstein aufgestellt. Es stand nicht viel darauf, nur Ihr Name und ihr Geburtsdatum. Und an der Ecke des Grabstein, war ein kleiner Engel hervorgehoben. Das Grab von ihrer Mutter war gleich neben den ihren.

Als der Friedhofswächter die letzten Kränze der Angehörigen auf das frische Grab legte, trat mit langsamen Schritten ein Mann näher. Er hielt eine weiße Rose in den Händen und betrachtete lange das Fleckchen Erde vor sich. „Ich wusste sie schaffen es, kleine Miss Parker!“ ein zaghaftes Lächeln breitete sich auf Jarods Gesicht auf, während er die Rose auf den Stein legte.

Er wante sich um und verlies mit langsamen Schritten diesen Ort. Sein Lächeln wurde etwas größer als er wenige Meter vor sich ein Cabrio am Straßenrand stehen sah. Eine Frau lehnte daran, sie hatte einen großen Hut auf, und als sie den Kopf hob, konnte man sehen das auch sie lächelte.

Als Jarod vor ihr zum stehen kam, sahen sich beide kurze Zeit schweigend an. Dann nahm Miss Parker ihn in dem Arm.

„Wir sollten uns beeilen aus Blue Cove zu verschwinden!“ mit diesen Worten löste sich Jarod von ihr und stieg in den Wagen.


„Ich muss zugeben ich bin beeindruckt Jarod. Ich hätte nicht gedacht das ihr Plan so perfekt funktioniert!“ sie nahm ihren Hut ab, als sie gerade die Stadt verliesen und legte ihn auf den Rücksitz.

„Warum haben sie dann mitgemacht?“ noch einmal schaute Jarod in den Rückspiegel, doch es war niemand zu sehen der ihnen folgen könnte.

„Nun ja, sie können sehr überzeugend sein!“ Sie lachte, so schön und voller Liebe wie schon seid vielen Jahren nicht mehr. „woher wussten sie das Lyle sich so schnell auf diesen Streit einlassen würdet. Und das die Sweeper hereinkommen und auf mich schießen würden?“ sie betrachtete Jarod eine Weile lang von der Seite.

„Simulation, Miss Parker! Ich habe einfach das gemacht, wozu das Center mich mein Leben lang trainiert hatte!“ er setzte seine Sonnenbrille auf.

„Hm, und wann verraten sie mir wie sie die Platzpatronen in die Waffen der Sweeper bekommen haben?“ da er nicht zu antworten schien, setzte auch sie ihre Sonnenbrille auf, drehte das Radio lauter und lies sich den Wind durch die Haare wehen.

Nachdem Lyle, Raines und die Sweeper an jenen Abend abgezogen waren, wartete der Pizzabote vor dem Haus auf die Polizei und den Notarzt. Unterdessen holte Miss Parker ein kleines Fläschchen aus ihrer Hosentasche und trank den Inhalt. Es lähmte ihren Körper auf eine Weise das man annahm, das sie Tod sei. Der Notarzt untersuchte sie nicht lange, sondern lies sie sofort in die Gerichtsmedizin abtransportieren. Wo sie von Jarod empfangen wurde. Als Gerichtsmediziner getarnt, stellte er ihr einen Totenschein aus und wartete bis die Wirkung des Medikaments nachließ

Jarod packte ein paar Gewichte, in etwa so schwer wie Miss Parker in den Sarg, und lies ihn zum Friedhof abtransportieren. Niemand öffnete den Sarg noch einmal und so wurde lediglich eine Holzkiste gefüllt mit Blei beerdigt. Jarod lächelte bei den Gedanken daran.




Flughafen, 16:20 Uhr


„Wo ist er nur, wir wollten uns vor 10 Minuten hier treffen!?!“ nervös schaute Jarod sich um.

„Er wird schon kommen, nur keine Panik!“ Parker hatte sich in den letzten Tagen sehr verändert. Schon allein Jarods Gesellschaft, lies sie eine Seite von sich zeigen, die sie sonst immer verbarg.

„Hey! Hey, hier bin ich!“ winkend und lächelnd kam Ethan auf seine Geschwister zu, nacheinander nahm er beide in die Arme. „Ich habe nur schnell mein Gepäck abgegeben. Sorry das es etwas später geworden ist!“

„Schon gut. Ich habe lediglich das hier!“ dabei hielt Miss Parker eine kleine Tasche mit den nötigsten hoch. „den Rest kaufe ich mir wenn wir angekommen sind!“

Aus den Lautsprechern kam die Durchsage zu den Flug der in wenigen Minuten starten soolte.

„Ich glaube es wird Zeit uns zu verabschieden.“ traurig sah Jarod auf die große Uhr in der Halle.

„Und du willst wirklich nicht mit uns kommen?“ fragte Ethan seinen Bruder ein weiteres mal.

„Nein, ich werde mich wieder auf die Suche nach meiner Mutter machen, und sie hoffendlich irgendwann wohlbehalten zu Emilie und Dad bringen! Macht euch ein schönes Leben. In euch habt ihr beide die Familie gefunden die ihr immer gesucht habt!“ Jarod presste die Lippen aneinander. Er gab es nicht gern zu, aber er beneidete die Beiden.

Ethan sah Parker lächelnd an, bevor er sich an Jarod wante. „Komm her, großer Bruder!“ er nahm ihn fest in den Arm. Als er ihn los lies, schaute er ihn noch einmal fest in die Augen und checkte dann ein.

„Jetzt sind wir wohl an der Reihe was Jarod?!“ sie klang traurig.

„Hey, du solltest dich freuen Parker! Du hast jetzt die Chance dir ein Leben aufzubauen so wie du es willst!“ Jarod freute sich für sie, auch wenn es ihn das Herz brach.

„Ja du hast recht. Ich möchte es versuchen. Ich bin die vergangenen Jahre davor weggerannt, aber jetzt möchte ich es versuchen!“ In ihren Blick sammelte sich wieder Hoffnung.

Als er in ihre Augen sah, war er sich sicher das dies der richtige Weg war, langsam konnte er wieder das Feuer von damals darin sehen.

„Ich hoffe das du deine Mutter findest Jarod!“ ihre Stimme war aufrichtig.

„Nun ja, als erstes, vernichte ich die Schriftrollen, jetzt, da ich weiß wo sie sind! Und dann, werde ich sie suchen!“ Jarods Gesicht erhellte sich bei den Gedanken an seine Mutter.

Parker nickte. „Werde ich dich je wieder sehen?“

Jarod antwortete ehrlich. „Ich weiß es nicht. Womöglich nicht, aber ich werde dich nie vergessen.“

Ehe Jarod sehen konnte das sich Tränen in ihren Augen sammelten, umarmte Miss Parker ihn. Nach ein paar Minuten lies sie ihn wieder los, schaute ihn fest in die Augen und gab ihn einen letzten kurzen Kuss. Sie ging mit ihrer Handtasche in Richtung Check-In.

„Hey Parker!“ rief Jarod ihr zu. „Machen sie unseren Bruder keine Schande und versprechen sie, das sie die perfekte Lady sein werden.“

Sie lächelte. „Ich verspreche es!“ Just in diesen Moment rempelte sie ein Typ an. „Kannst du nicht aufpassen du dämlicher Trottel!“ blaffte die perfekte Lady hinter ihn her und checkte dann ein.

Jarod lacht großzügig. Er ging zu der großen Glasscheibe und sah sie an, sie stand nur einen Meter von ihn entfernt und doch war sie unerreichbar. Er drückte seine flache Hand gegen die Scheibe und sie tat es ihn gleich. Beide überkam dieses Deja-Vue Gefühl.

Und so endete die Geschichte zweier einsamer Seelen, so wie sie angefangen hatte.


The End