Lebe wohl und viel glück

von Lemoneye
GeschichteAllgemein / P6
Jarod Mr. Parker
23.03.2006
23.03.2006
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Disclaimer: Die bekannten Charaktere der Fernsehserie 'The Pretender' gehören nicht mir, sondern MTM, NBC, TNT und 20th Century Fox. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken.
Zeitpunkt: Die Geschichte spielt nach den zweiten Pretender-Film 'Island of the haunted'
Inhalt: Miss Parker lassen die Geschehnisse der vergangenen Wochen nicht los. Jarod bringt sie dazu eine Entscheidung zu treffen.
Kontakt: Faith_69@web.de

***Feedback ist ausdrücklich erwünscht***




Lebe wohl und viel Glück



Delaware, Blue Cove, Haus von Miss Parker

05:30 Uhr

Schweißgebadet wachte sie auf, mal wieder. Sie hatte noch nie einen sehr guten Schlaf, doch in letzter Zeit war es schlimmer geworden. Immer wieder schreckte sie nachts hoch, immer wieder hatte sie dieselben Albträume, dieselben Visionen und dieselben Erinnerungen. Alles vermischte sich miteinander, und manchmal, kurz nachdem sie aufwachte, wußte sie nicht einmal mehr was wirklich geschehen war und was ihre Phantasie ihr nur vorspielte.

Auch heute dauerte es wieder einige Minuten bis sie ganz bei Sinnen war. Draußen war es noch dunkel, sie hätte noch gut eine Stunde schlafen können, aber daran war jetzt nicht mehr zu denken.

Wiederwillig stand sie auf, so hellwach wie ihr Geist jetzt war, so müde waren noch ihre Knochen. Sie strich sich die Haare aus den Gesicht als sie in die Küche ging um sich einen Kaffee zu kochen.

Noch immer sah sie die Bilder aus ihren Traum vor sich, doch sie wußte das sie im Laufe der nächsten Stunden verschwinden würden. So war es jeden Tag seid her. Jeden Tag seid ihr Vater aus den Flugzeug gesprungen ist. 'Ihr Vater' . Sie verzog das Gesicht bei diesen Gedanken. Ihr ganzes Leben wurde auf Lügen aufgebaut. Aber sie hatte immer ihren Vater, er gab ihr Sicherheit, Vertrautheit, er war ihre Familie. Und jetzt war auch das nur eine Lüge.

Gab es überhaupt noch etwas auf das sie sich verlassen konnte? So vieles hatte sich verändert...!

Jarod! Er war der einzige der immer ehrlich zu ihr war. Die Wahrheit die er ihr schenkte war meist schmerzhaft, aber nichts desto trotz war sie insgeheim froh das es diesen einen Menschen in ihren Leben gab der ...

Nein! Sie wollte jetzt nicht an ihn denken. Zu viele verschiedene Gefühle löste er in ihr aus, Gefühle die sie nicht bereit war zuzulassen. Und je weniger sie darüber nachdachte, desto mehr kann sie diese Gefühle von sich fern halten. Zumindest war es das was sie sich einzureden versuchte.



Center, Miss Parkers Büro

08:30 Uhr

„Guten morgen Miss Parker.“ Seid einigen Minuten stand er jetzt schon in der Tür zu ihren Büro und sie hatte es nicht gemerkt. Sie schien irgendwie weg getreten zu sein. „Syd.“ nickte sie ihn zu und war selbst erstaunt wie wenig überrascht sie klang als sie hochsah.

„Sie wirken sehr angespannt in letzter Zeit Miss Parker, sie sollten sich etwas Ruhe gönnen.“ Stellte er mit kritischer Mine fest.

„Ha, das Center ist ein Full-Time-Job! Sie wissen so gut wie ich das es hier nicht von Interesse ist, wie viel Ruhe man bekommt“. Ihre Stimme klang lauter und härter als sie beabsichtigt hatte.

Er legte seine Hand grübelnd ans Kinn. „Wenn sie darüber reden wollen, sie wissen das ich ... „

Abwehrend streckte sie ihn ihre Handfläche entgegen und blickte starr ins Leere. „Suchen sie sich ihre Forschungsobjekte wo anders Doctor Doolittle!“

„In diesen Fall bin ich nicht Psychiater, sondern ein Freund. Sie sollten ihren Freunden vertrauen.“ Seine Stimme war sanft und doch durchdringend.

„Vertrauen!?!?“ Ihr lachen bestand aus reiner Ironie. „Jedes mal wenn jemand das zu mir gesagt hat wurde ich danach bitter enttäuscht! Ich kann und will nicht mehr vertrauen!“ Sie sah ihn kurz in die Augen bevor sie sich von ihn abwandte. „Gehen sie jetzt, ich habe noch einiges zu erledigen!“

Ohne noch ein weiteres Wort zu sagen verlies er ihr Büro. Wie konnte ein Mensch nur so viel Leid ertragen? Der Schmerz den er in ihren Augen gesehen hatte war nicht in Worte zu fassen.

Den restlichen Center-Angestellten gegenüber verhielt sie sich nicht viel anders. Jeder der sie anredete musste mit ihrer Wut rechnen, mit der sie um sich schmiss. Keiner konnte sagen wann sie das letzte mal gelächelt hatte. Gewiss, das war auch vorher nicht oft vorgekommen, dennoch spürte man jetzt deutlich die Kälte wenn sie einen Raum betrat, noch ehe man sie sah.



Center

10:20 Uhr

„Wir haben ihn!“ Überschwenglich stürmte Broots in ihr Büro. Als sie ihn mit hochgezogenen Augenbrauen ansah.

„Oh, äh entschuldigen sie Miss Parker. Es ist nur , nun ja wir haben ihn aufgespürt!“ Voller Stolz überreichte er ihr den Artikel den er gerade aus den Internet gezogen hatte.

Miss Parker überflog in kurz. Es war ein Bild zu sehen auf den eine abgedeckte Leiche lag, im Hintergrund konnte man Jarod in der Uniform eines FBI Agenten erkennen.

„Der Artikel ist von heute Morgen! Wenn Jarod den Mord an der Frau aufklären will, dann wird er sicher noch dort sein.“ Dies war einer der wenigen Momente in denen Broots sein Job richtig Spaß macht. Nicht das er Jarod unbedingt fangen wollte, aber er liebte es diesen Genie auf die Spur zu kommen.

„Lassen sie den Jet startklar machen, wir fliegen in einer Stunde los! Sagen sie Sidney bescheid und lassen sie ihre Hemden mit den süßen kleinen Giraffen diesmal zu Hause!“ Damit war das Gespräch für sie beendet.



Arizona, Phoenix

18:00 Uhr

„Wo genau ist nun dieses FBI Gebäude Broots?“ Eigentlich wollte er fahren, aber Miss Parker verließ sich immer noch am meisten auf sich selbst, also hatte sie ihn den Stadtplan in die Hand gedrückt und sich hinter das Steuer gesetzt. Sidney beobachtete die Szene schmunzelnd vom Rücksitz aus.

„Ähm, in der übernächsten Querstraße müssen wir rechts abbiegen und dann ... „ Dabei drehte er die Karte in seinen Händen um 180 ° und machte nicht den Anschein als ob er sich seiner Sache sicher wäre, als plötzlich die Reifen quietschten und er gegen den Gurt gepresst wurde.

„Wie wäre es damit!“ Miss Parker zeigte auf das wuchtige Gebäude zu ihrer Linken, während sie sich mit der anderen Hand bereits abschnallte.

Als sie in der riesigen Eingangshalle standen kam bereits ein Security auf die drei zu. „Kann ich ihnen helfen M'am?“

„Wir suchen diesen Mann.“ Dabei hielt sie ihn ein Bild von Jarod hin „Er ist erst neu hier.“

„Oh, das ist Jarod! Ein feiner Kerl.“ Die Mine des Securitys hellte sich bei Jarod's Anblick auf. Einen liebenswertes Genie wie ihn viel es nicht schwer schnell neue Freunde zu finden.“Er wollte noch einmal zu den Tatort seines derzeitigen Falles, wenn sie wollen gebe ich ihn die Adresse“


In den Straßen von Phoenix

19:00 Uhr

Es dämmerte bereits als sie nur noch eine Querstraße entfernt waren von der Stelle an der Jarod sich aufhalten sollte. In Gedanken schon etwas voraus bemerkte Miss Parker zu spät das der Wagen vor ihr scharf abbremste. Mit einen lauten Krachen fuhr sie in das Heck des blauen Ford's.

„Verdammt!“ schimpfte sie als ihr die Situation bewusst geworden war.

„Nur nicht aufregen Miss Parker, wir klären das schon.“ Es war erstaunlich woher Sidney diese innere Ruhe nahm.

„Richtig!“ sagte sie während sie ausstieg und nachsah ob sie ihre Waffe auch wirklich bei sich hatte „Sie kümmern sich darum, ich suche nach unseren Wunderknaben.“ Und damit machte sie sich schnellen Schrittens auf den Weg.

Sie bog in die dunkle Gasse ein und sah ihn auf den Boden kauernd, da wo die junge Frau hinterrücks erschossen wurde. “Lassen sie die Männer die Arbeit machen die dafür bezahlt werden! Ihre Arbeit wartet bereits im Center auf sie!“ Mit festen Griff hielt sie dabei ihre Waffe auf ihn gerichtet.

Blitzschnell schreckte er hoch und drehte sich zu ihr um. „Parker!“

„Ja, so sieht man sich wieder. Zeit nach Hause zu kommen!“ Sie versuchte ihre Stimme dabei so hart wie möglich klingen zu lassen.

Ihren Blick auf Jarod gerichtet bemerkte sie plötzlich die dunkle Gestalt die hinter ihn auftauchte und ebenfalls mit einer Waffe auf ihn zielte. „Jarod! Weg da!“ schrie sie ohne nachzudenken.

Ehe er wußte was geschah, hallte auch schon ein Schuss durch die Gasse. Die Kugel verfehlte ihn knapp. Ein weiterer Schuss löste sich, diesmal aus Parkers Waffe. Der Mann verschwand so plötzlich wie er gekommen war, Jarod suchte mit seinen Augen in der Richtung wo er den Mann vermutete, aber er konnte nichts entdecken.

Als er sich wieder seiner Verfolgerin zuwande, sah er das sie am Boden kauerte und leise aufkeuchte.

Mit wenigen Schritten war er bei ihr. „Miss Parker, sind sie verletzt?“ Echte Sorge spiegelte sich in seinen Augen wieder.

Als er vorsichtig ihre Hand von ihrer Seite nahm, sah er das ihre helle Bluse bereits rot gefärbt war. Sie konnte nicht sprechen, sie war genug damit beschäftigt einen Schmerzschrei zu unterdrücken.

„Sie müssen in ein Krankenhaus!“ stellte er fest als er sie bereits behutsam nach oben zog.

„Nein!“ keuchte sie jetzt. „Auf keinen Fall ... gehe ich in ... ein Krankenhaus, es ... es geht schon wieder.“ Bei diesen Worten krampfte sie sich stark zusammen.

„Miss Parker, es sieht zwar nur nach einer Fleischwunde aus, aber es muss trotzdem behandelt werden!“ Er hatte es noch nicht ganz ausgesprochen als sie auch schon das Bewusstsein verlor.



Phoenix, Jarod's Apartment

00:40 Uhr

Als sie zu sich kam fehlt ihr jeglicher Orientierungssinn, sie wußte beim besten Willen nicht wo sie war. Der Geruch von Desinfektionsmittel stieg ihr in die Nase. Als sie sich aufrichten wollte spürte sie das schmerzhafte ziehen in ihrer Seite.

Eine Hand drückte sie sanft nach unten. Sie suchte in den dämmrigen Licht nach den Gesicht dazu. Als sie es fand erinnerte sie sich wieder. Die Gasse! der Mann! Schüsse! Jarod ...

„Sie sind noch schwach und sollten sich besser etwas ausruhen.“ Sagt er mit sanfter Stimme als er die Verwirrung in ihren Augen sah. Er saß neben ihr auf den großen Bett.

„Jarod.“ brachte sie kaum hörbar heraus. „Wo sind wir?“

„Ich habe sie in meine bescheidene Unterkunft gebracht, sie wollten ja nicht in ein Krankenhaus. Und da liegen lassen konnte ich sie doch auch nicht.“ erwiederte er mit einen leichten Schmunzeln auf den Lippen.

„Wieso haben sie mir geholfen? Mein Job ist es sie zu fangen, falls sie das vergessen haben!“ Diesmal klang sie schon etwas gefasster.

„Wie könnte ich das vergessen.“ Nach einer kurzen Pause meinte er „Sie sollten jetzt wirklich etwas schlafen, wir bereden alles andere morgen früh.“

Ohne auf einen Wiederspruch ihrerseits zu warten verließ er das Schlafzimmer.



Morgens

„Guten Morgen Miss Parker.“ Gut gelaunt stand er vor den Bett.

Verschlafen blinzelte sie ihn an und sah dann auf seine Hand. „Diese Gemüsebrühe können sie sich schenken, bringen sie mir lieber einen Kaffee!“ Ihr Kopf dröhnte „mit einen Schuss Wodka!“

„Möhrensaft ist jetzt genau das richtige für sie. Und wenn man bedenkt wie viel Schmerzmittel sich in ihren Blut befindet, sollten sie weder Kaffee noch Alkohol trinken!“ Er schaute sie dabei mit gespielt ernster Mine an. Dann ging er in Richtung Tür, sie brauchte Ruhe.

„Jarod?“ Ihre Stimme klang noch immer ziemlich dünn.

Er blieb stehen und drehte sich zu ihr.“Ja?“

„Was jetzt?“ Sie sah besorgt aus. „Was machen sie jetzt mit mir? Mich wieder mal per Container ins Center zurück schicken?“

„Zuerst kommen sie mal wieder auf die Beine. Dann sehen wir weiter.“ Damit verließ er das Zimmer.



Jarod's Apartment

13:00 Uhr

Jarod saß vor seinen Computer. Er wußte längst wer die Frau von gestern auf den Gewissen hatte. Dieser Fall zählte zu den Leichteren. Normaler Weise hätte er wieder eine seiner Show's abgezogen und den Täter zu einen Geständnis gebracht. Aber diesmal würden die Beweise die er gesammelt hatte ausreichen. Er war gerade dabei alles an die FBI Zentrale zu schicken.

„Wird es ihnen nicht irgendwann einmal langweilig Robin Hood zu spielen?“ Amüsiert hatte sie ihn einige Minuten beobachtet.

„Miss Parker, sie sollten doch noch im Bett bleiben!“ Wieso war diese Frau nur so unvernünftig?

„Oh, das hätten sie wohl gern?!“ Es war eigentlich nur eine ihrer gewohnten Spitzen, aber irgendwie  schien ihr dieser Kommentar auf einmal äußerst unangebracht. Leicht nervös schaute sie sich in der Wohnung um. „Nett haben sie es hier, richtig gemütlich!“ Die Fenster waren vor Schmutz als solche fast nicht zu erkennen. Seine Reisetasche stand offen neben der Couch, seine Sachen und einige Akten lagen verstreut. Er hatte sich nicht erst die Mühe gemacht alles auszupacken und auf den Küchentisch stand dreckiges Geschirr.

„Ähm“ ihm war die Unordnung gar nicht aufgefallen, aber jetzt wo sie es sagte... „ich hatte nicht vor hier länger zu bleiben. Ich wollte spätestens morgen wieder weg sein.“

„Ja Ja, der ewige Nomade.“ Noch immer lies sie ihren Blick schweifen. Sie hatte schon viele von seinen Verstecken gesehen, aber jetzt war es etwas anderes! „Wollen sie denn nicht langsam mal sesshaft werden?“

„Und ich nehme an sie wissen auch schon wo; Im Center!!!“ böse funkelte er sie an.

„Jarod, so sind die Regeln!“ Ihre Stimme klang sanfter.

„Ich habe aber keine Lust mehr auf 'dieses Spiel'!“ Er stand jetzt dicht vor ihr und spuckte die letzten Worte gerade zu aus.

„Was soll ich denn machen Jarod?“ sie blickte zur Seite. Wenn er schon so dicht vor ihr stand, konnte sie ihn nicht auch noch in die Augen sehen.

Sein Gesicht entspannt sich langsam. „Diesen Center des Schreckens den Rücken kehren und ein neues Leben beginnen! Was glauben sie wo sie enden wenn sie nicht endlich einen Schlussstrich ziehen?“ er suchte dabei nach ihren Augen. „Ich würde sagen; 6 Fuß unter der Erde!“ Hohn schwang in den letzten Worten.

Sie drehte sich um und stand jetzt mit den Rücken zu ihm. „Wie naiv sind sie eigentlich? Sie wissen so gut wie ich das die mich niemals gehen lassen würden! Soll ich so leben wie sie? Ständig auf der Flucht? Heute hier morgen dort?!“ dabei machte sie mit den Armen eine ausschweifende Bewegung auf Jarod's Wohnung. „Sie vergessen dabei das ich kein solches Genie bin, wie sie es sind. Es wäre nur eine Frage der Zeit bis die mich schnappen würden!“

„Ich würde ihnen helfen!“ Er legte vorsichtig seine Hand auf ihre Schulter.

Überrascht drehte sie sich um. „Wieso? Jarod, verdammt, wieso wollen sie mir immer helfen?“

„Weil sie mir damals geholfen haben, als wir Kinder waren!“ Er lächelte bei den Gedanken.

„Wie denn?“ sie verstand nicht ganz.

„Sie zeigten mir was Freundschaft ist. Durch ihre Besuche war das Leben dort manchmal nicht ganz so ... trist!“

Tränen stiegen langsam in ihr auf als sie zurück dachte. Sie hatte damals den Schmerz in seinen Augen gesehen, aber sie hatte es stets verdrängt.

Als sie sich wieder etwas gefasst hatte;  „Und was dann? Was ist wenn ich das Center verlasse, wenn ich 'frei' bin! Was ist dann?“

„Dann steht ihnen die Welt offen.“ Hoffnungsvoll blitzten seine Augen auf. Hatte er es wirklich geschafft? Nach all den Jahren? „Sie können gehen wohin sie wollen, und sie können machen was immer sie wollen! Ich besorge ihnen eine neue Identität und alles was sie brauchen.“

Sie wurde wieder etwas ernster. „Ich muss noch einmal zu meinen Haus. Ich brauche noch ein paar Dinge.“

„Das ist zu gefährlich, die werden sie bereits suchen. Alles was sie brauchen kaufen sie unterwegs ein, die Centerkonten sind gut gefüllt.“ Er blinzelte sie verschwörerisch an.

„Das was ich brauche kann ich nirgendwo kaufen.“ Sie dachte an all die Gegenstände in ihren Haus die Erinnerungen in ihr wach riefen. Durch sie fühlte sie sich manchmal nicht ganz so einsam.

„Also gut, sind sie wieder kräftig genug dafür? Ich buche die Flüge, dann können wir heut Abend wenn es dunkel ist zu ihren Haus gehen.“ Damit setzte er sich an den Computer.



Delaware, vor Miss Parker's Haus

22:00 Uhr

„Jarod, wir warten jetzt schon seid weit über einer Stunde! Ich glaube die Luft ist rein!“ Sie klang leicht genervt.

„Also gut.“ Er stieg aus den Wagen. „Wir nehmen das Badezimmerfenster, das ist am sichersten.“

Mit hochgezogenen Augenbrauen sah sie ihn an und blieb stehen.

„Jetzt kommen sie schon, je schneller wir hier wieder weg sind, desto besser!“ Aus den Augenwinkel sah er wie sie ihre Waffe entsicherte. Er hoffte das sie sie nicht gebrauchen musste.



Im Haus

Miss Parker ging in ihr Schlafzimmer und begann Sachen aus ihren Kleiderschrank in eine Reisetasche zu packen.

„Ich dachte sie wollen nur ein paar Kleinigkeiten mitnehmen?“ Dabei nahm er ein Fotorahmen von ihren Nachttisch und hielt ihn hoch.

„Wissen sie was diese Sachen hier gekostet haben? Wenn sie denken ich lasse alles hier, dann liegen sie verdammt falsch!“ Unbeirrt packte sie weiter.

Er verzog kurz die Mundwinkel und ging in Richtung des Wohnzimmers.

Als sie kurz danach mit einer voll gepackten Reisetasche nachkam, sah sie ihn, wie er über eine Kiste kauerte und gerade wieder 2 Bilder einpackte.

„Sie waren mehr als einmal in meinen Haus, nicht wahr?!“ Sie blickte in die Kiste und er hatte bereits alles gefunden und eingepackt was sie auch mitgenommen hätte.

„Man sollte seine Feinde kennen, Miss Parker.“ Er richtete sich auf und sah sie an. Ein leichtes Lächeln zog sich über sein Gesicht.

Ihr Blick dagegen war ernst. „Feinde. Sind wir das?“

Mit dieser Frage hatte er nicht gerechnet. Gerade als er ansetzte etwas zu erwidern wurde die Tür aufgestoßen.

„Hab ich mir doch gedacht, meine Schwester hat sich unseren Wunderknaben angeschlossen. Wir waren schon alle besorgt, über ihr plötzliches Verschwinden. “ Er grinste über das ganze Gesicht und rieb sich dabei über die Stelle an seiner Linken Hand, wo mal sein Daumen war. „Daddy wäre nicht sehr begeistert, das sein Engelchen jetzt mit der Laborratte ins Bett geht! Aber ich glaube nicht das ihn das noch interessiert, jetzt wo er mit den Fischen schwimmt!“

„Lyle! Du mieser kleiner ...!“ Sie gab sich keine Mühe ihre Wut zu verbergen, im Gegenteil.

„Schluss jetzt mit diesen Bonnie & Clyde Spielchen. Es ist Zeit nach Hause zu kommen. Für sie Beide.“ Wie auf Kommando tauchten hinter Lyle zwei kräftige Sweeper auf. Miss Parker kannte sie nicht, sie mussten neu sein.

„Los schon, packt sie in den Wagen. Aber denkt daran, sie sind nicht zu unterschätzen!“ Den letzten Satz sprach er leise, so das ihn nur die Sweeper hören konnten. Er verließ das Haus und ging in Richtung des Autos.

Mit einen typischen Gangster-Gesicht kamen die beiden Sweeper auf Jarod und Miss Parker zu. Sie waren sich ihrer Sache so sicher, das sie Lyle's Warnung außer Acht liesen.

Der Größere setzte gerade an, Jarod die Hände auf den Rücken zu fesseln. Mit einer schnellen Bewegung packte Jarod ihn, und warf ihn Kopfüber zu Boden. Nur einen Augenblick später rammte Miss Parker den anderen Sweeper ihr Knie in den Unterleib.

Lyle war gerade dabei im Center anzurufen und die frohe Botschaft zu verkünden, als er ein lautes Krachen hörte. „So ein verdammter Mist!“ Er konnte sich denken was los war. Seine Waffe vor sich haltend betrat er langsam das Haus.

Miss Parker holte aus und schickte ihn mit einen gezielten Schlag zu Boden. „Das wollte ich schon immer mal machen, kleiner Bruder!“

Jarod packte den bewusstlosen Lyle am Kragen und zog ihn dicht zu seinen Gesicht. „Sehen sie, man sollte seine Feinde eben doch kennen!“



Phoenix, Flughafen

06:00 Uhr morgens

Gähnend stand Jarod vor der Gepäckausgabe.

„Ich glaube jetzt brauchen sie einen Kaffee.“ Miss Parker lächelte ihn an, sie sah um einiges frischer aus als er.

„Hätte ich den ganzen Flug verschlafen so wie sie, wäre ich jetzt auch nicht müde.“ Dabei zog er Miss Parkers Tasche von den Förderband.

Er stellte sie vor ihr ab und zog einen Umschlag aus seiner Jackentasche.

„Was ist da drin?“ Die Rechnung für das Flugticket ja wohl kaum.

„Das ist ihr neuer Ausweis, Sozialversicherungsnummer, Zeugnisse etc., das ganze Programm. Außerdem noch ein Flugticket, die Anschrift zu ihrer neuen Wohnung und die ihrer neuen Arbeitsstelle. Ach ja, und eine kleine 'Spende' vom Center, als Startkapital so zu sagen.“ Stolz sah er sie an und hielt ihr noch immer den Umschlag entgegen.

Sie machte keine Anstalten ihn anzunehmen, sah stattdessen seitlich zu Boden.

„Miss Parker? Ist etwas nicht in Ordnung?“ Er fragte sich ob er etwas vergessen hatte.

Jetzt hob sie langsam ihren Kopf und sah ihn an. „Ich schaffe das nicht alleine Jarod!“ Es passierte ihr nicht oft, das sie einfach das sagte was sie dachte.

Er versuchte seine Erleichterung zu verbergen. „Kommen sie, wir gehen in mein Apartment. Wir finden eine Lösung.“ Er nahm ihre Tasche und ging los.

Mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Verwunderung sah sie ihn nach, bevor sie ihn folgte.  



Jarod's Apartment

13:00 Uhr

„Na, haben sie ihren Schönheitsschlaf beendet?“ Sie hielt ihn einen Kaffee entgegen.

„Schönheitsschlaf?“ Er hatte sich gleich nach ihrer Ankunft hingelegt. Eigentlich war es kein Problem für ihn eine Weile ohne Schlaf auszukommen. Doch die letzten Tage waren ziemlich anstrengend.

„Was ist es für ein Gefühl endlich ihr Leben zurück zu haben, frei zu sein.“ Er nippte an den Kaffee. Er war zu stark.

„Um ehrlich zu sein, war ich mir bis zuletzt nicht sicher ob ich diesen Schritt wirklich gehen kann. Aber als Lyle dann vor mir stand, wurde mir einmal mehr klar, das es so nicht weitergeht. Es gibt nichts mehr was mich in Blue Cove halten würde. Meine Familie besteht aus Mördern, Lügnern und Heuchlern!“ Wie schafft er es nur das sie sich ihn so offenbarte?

„Aber sie haben es geschafft!“ Und er war wirklich stolz auf sie. „Was halten sie davon wenn wir das heute Abend feiern?“

„Sie bezahlen!“ Sie blinzelte ihn zu und ging ins Badezimmer.



Murphie's

21:00 Uhr

„Nette kleine Bar, haben sie den Restaurant-Kritiker der Stadt heimlich gelesen?“ Es war gemütlich hier. Gedämpftes Licht und Musik. Sie saßen an einen Tisch in der Ecke des Lokales.

„Nennen sie es Intuition.“ Sie musste nicht wissen das er nicht das erste mal hier war.

„Darf ich ihnen etwas bringen?“ Die Kellnerin nickte Jarod zu.

„Einen Gin Tonic, on the rocks!“ Miss Parker fragte sich ob Jarod die junge Frau kannte.

„Ähm, ich nehme nur eine Cola.“ Die Situation war ihn etwas unangenehm. Er hatte ganz vergessen das Cara Hier arbeitete.

„Eine Cola?“ Paker zog eine Augenbraue hoch.

Nun ja, angesichts der Ereignisse der letzten Tage... “... ok, einen Cola Whisky!“

„Kommt sofort!“ Die Bedienung warf Jarod noch schnell einen verführerischen Blick zu.

„Woher kennen sie sie?“ Parker versuchte die Frage so beiläufig wie möglich klingen zu lassen.

Amüsiert sah er sie von der Seite an. „Wie kommen sie darauf das wir uns kennen?“

„Denken sie ich habe nicht gesehen wie sie sie angeschaut hat?“ Für wie blöd hielt er sie eigentlich?

„Vielleicht“ er kam mit seinen Gesicht näher „habe ich auch nur eine sehr intensive Wirkung auf Frauen?!“

„Möglich, aber nicht bei jeder!“ Sie versuchte seinen Blick mit ernster Mine stand zu halten. „Ich gehe mich kurz frisch machen!“ Es war nicht so einfach ihn anzusehen und dabei die Kontrolle zu bewahren.



Damentoilette

Sie hielt ein Taschentuch unter das kalte Wasser und tupfte sich das Gesicht ab. „Du bist eine Närrin! Fast jeder Mann würde dir die Welt zu Füßen legen. Und du willst ihn!“ Sie sprach zu ihren Spiegelbild wie zu einer guten Freundin.



Am Tisch

„Ein Cola Whisky für dich und ein Gin Tonic für die Lady!“ Dabei stellte die Kellnerin die Getränke auf den Tisch. „Wo hast du sie denn aufgegabelt?“ Sie erinnerte sich wie einsam und verloren er damals gewirkt hatte. Wie gern hätte sie ihn in ihren Bett etwas Trost gespendet ...

„Aufgegabelt?“ Ob es irgendwo ein Buch für Redewendungen gab?

Sie lacht kurz. „Woher du sie kennst?“

„Oh.“ Jetzt lachte auch er. „Nun, ich kenne sie fast schon mein ganzes Leben lang.“ Sein Blick war kaum deutbar.

„Die Glückliche!“ Wie gern hätte sie mit ihr getauscht.

„Ich kann nicht versichern das sie das genau so sieht.“ Zumindest nicht in den letzten Jahren.

„Nun, dann scheint sie nicht zu wissen was sie an ihnen hat!“ Herausfordernd sah sie ihn von oben herunter an.

„Ich glaube kaum das sie das etwas angeht!“ Miss Parker stand direkt hinter der Kellnerin. Ihre Stimme klang so scharf wie eine Rasierklinge.

Ohne ein weiteres Wort zu sagen drehte sich die junge Frau um und ging in Richtung Bar.

Amüsiert beobachte Jarod seine einstige Verfolgerin die sich wieder zu ihn an den Tisch setzte.

Sie bemwerkte seinen Blick. „Na ist doch so!“ Mit einen Schluck leerte sie ihr halbes Glas.

Er sah es nicht gern wenn sie Alkohol trank, aber er sagte nichts. Sie würde eh nicht auf ihn hören.

„Warum wollte der Mann in der Gasse sie umbringen?“ Sie drehte ihr Glas in den Händen.

„Das war der selbe Mann der die junge Frau getötet hatte. Er hatte wohl Angst das ich ihn auf die Schliche komme.“ Er nippte an seinen Getränk und er konnte nicht gerade behaupten das es ihn schmeckte.

„Sind sie ja auch. Ich hoffe er wird für lange Zeit hinter Gittern sein.“ Sie musste bei solchen Themen zwangsläufig an ihre Mutter denken.

„Oh, das wird er! Die Frau war schwanger! Im 5. Monat. Der Killer war der Vater des Babys, ein Abgeordneter der Stadt. Er ist verheiratet und als sie ihn nach ihrer Affäre sagte das sie schwanger sei, verlangte er von ihr das Kind abzutreiben. Sie tat es nicht ... und das bezahlte sie mit ihren Leben.“ Der Gedanke an ein solches Verbrechen lies ihn noch immer einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

„Dieser Bastart! Man sollte ihn kastrieren und ans Kreuz nageln!“ Sie leerte ihr Glas und bestellte per Handzeichen ein neues.

Beide schwiegen sich eine Weile an. „Jarod?“ Sie wußte das sie diese Frage besser nicht stellen sollte, aber sie musste eine Antwort darauf haben! „Was wäre passiert wenn Ocee damals nicht herein gekommen wäre?“ Sie musste nichts weiter erklären, er wußte was sie meinte.

Verlegen blickte er auf sein Glas. „Ich denke wir hätten ...“

„Lady!“ Diesmal brachte nicht die junge Kellnerin, sondern ein Mann das Getränk. Miss Parker hatte sie wohl etwas verschreckt.

„Danke.“ Sie nickte ihn zu.

Jarod war froh über diese kurze Unterbrechung. Was war das für eine Frage! Was denkt sie denn was passiert wäre?

„Glauben sie das es für uns das richtige wäre? Sind wir nicht nur zwei verlorene Seelen, Suchende, die sich aneinander festhalten?“ Sie wurde traurig bei ihren Worten. „Vielleicht interpretieren wir unsere Gefühle falsch. Vielleicht fühlen wir uns nur miteinander verbunden weil wir soviel erlebt und gesehen haben, Dinge die andere nicht begreifen könnten.“ Sie starrte ins Leere.

„Vielleicht“ er nahm ihre Hand „sind wir verlorene Seelen. Und vielleicht haben wir immer schon nach der Seele des anderen gesucht.“ Der Schmerz in seinen Gesicht war selbst für einen Blinden erkennbar.

„Jarod, sie sind ... oh mein Gott, ich hätte nie gedacht das ich das mal sage! Sie sind im Moment das einzige was ich habe. Was ist wenn es nicht funktioniert? Ich möchte das alles nicht für eine kurze Affäre wegwerfen!“

„Ich kann ihnen nichts versprechen Miss Parker. Vertrauen sie auf ihr Gefühl!“ Er lies langsam ihre Hand los. Sie würde das richtige tun.



Jarod's Apartment

01:30 Uhr

Als sie aufwachte fühlte sich ihr Mund trocken an. Sie stand auf und ging in die Küche um sich ein Glas Wasser zu holen. Mittlerweile kannte sie sich ziemlich gut aus in der Wohnung. Jarod lag schlafend auf der Couch. Sie ging zu einen der großen Fenster hinüber. Am Nachmittag hatte sie Jarod überredet sie zu putzen. Sie haste Schmutz und Unordnung.

Sie stand eine ganze Weile so da. Nur mit einen viel zu großen T-Shirt bekleidet, das Glas in der Hand und den Blick in die Nacht gerichtet. Auf einmal wurde ihr unbehaglich, sie hatte das Gefühl nicht allein zu sein.

Als sie sich umdrehte stand er plötzlich dicht vor ihr. Sie erstarrte. Nicht vor Angst. Sie bewunderte eher den Augenblick.  Das Mondlicht verleihte seinen Gesicht einen besonderen Ton. Sie hob ihre Hand und fuhr sanft, kaum spürbar seine Konturen nach. Er schloss die Augen und ließ sie gewähren.

Sie stellte ihr Glas auf den kleinen Tisch neben sich. Als sie ihn wieder ansah hatte er die Augen wieder offen.

„Hey.“ Es klang wie ein Flüstern aus seinen Mund.

„Hey.“ Sie hatte das Gefühl ihr würde ein Klos im Hals stecken.

Beide erforschten mit ihren Blicken das Gesicht des anderen. Es war so viel Vertrautheit zu sehen. Zum ersten Mal in ihren Leben fühlten sich beide zu Haus.

Er strich ihr eine Strähne aus den Gesicht und lies die Hand dann auf ihrer Wange ruhen.

Ihr Kopf glitt langsam nach vorn, sie lehnte sich mit der Stirn an seine Schulter. Eine heiße Träne rann über ihre Wange. Sie wollte ihn, mehr als alles andere.

Er schloss sie in seine Arme, hielt sie fest und hauchte ihr einen Kuss auf ihr Haar. Sie roch so gut.

Sie hob ihren Kopf und war jetzt nur noch wenige Zentimeter von seinen Gesicht entfernt. Es gab jetzt kein zurück mehr, selbst wenn sie es gewollt hätte, sie konnte sich gegen ihre Gefühle nicht länger wehren.

Sein Kopf kam langsam näher. Als sich ihre Lippen berührten verschwand die Welt um sie herum. Sie hatten kein Gefühl mehr für Raum und Zeit. Die Art des Kusses wechselte von zaghaft sanft zu leidenschaftlich.

Er zog sie langsam in Richtung des Schlafzimmers, ohne jedoch den Kuss zu unterbrechen. Sie eckten ein paar mal an, doch auch das bemerkten sie nicht wirklich.

Als sie vor den Bett standen löste er seine Lippen von ihren. Er hatte befürchtet Zweifel in ihren Augen zu sehen. Doch da waren keine Zweifel. Ihr Blick war sanftmütig und sicher.

„Komm.“ Sie lies sich rücklinks auf das Bett gleiten und zog ihn mit sich.



Jarod' Apartment

09:00 Uhr  

Als er aufwachte war es schon hell. Er hielt die Augen noch geschlossen, als die Erinnerungen an die letzte Nacht wieder kamen. Er taste neben sich, doch das Bett war leer. Blitzschnell saß er im Bett und schaute sich um, als er sie im Türrahmen gelehnt sah.

„Hast du Angst ich laufe dir davon?“ Sie war wunderschön wenn sie so lächelte.

„Ach, nur ein Kindheitstrauma.“ Er lies sich wieder in die Kissen zurück sinken.

Sie legte sich neben ihn und küsste ihn sanft.

„Bereust du es?“ Fragte er danach mit ernster Mine?

„Machst du Scherze? Ich glaube das ist die beste Entscheidung die ich je getroffen habe.“ Sie strich ihn über seine Haare und strahlte dabei eine unglaubliche Ruhe aus. „Es gibt allerdings noch etwas was ich erledigen muss.“

Neugierig sah er sie an.

Sie nahm ihr Handy von ihren Nachttisch und schaltete es an. Seid den Abend in der Gasse hatte sie es lieber aus gelassen. Sofort begann es zu signalisieren das sie Nachrichten auf ihrer Mailbox hatte. Ohne sie abzuhören gab sie eine Nummer ein.

„Sidney.“ Er klang etwas genervt. Seid ein paar Tagen ging es im Center ziemlich wild her.

„Hi Sid. Wie geht es ihnen und Broots?“ Sie fühlte sich schuldig, weil sie ihren Freunden nicht gesagt hatte wo sie war.

„Miss Parker!!!“ Broots hatte es auch gehört, da Sidney auf Lautsprecher gestellt hatte. „Wo sind sie? Geht es ihnen gut? Sie werden es nicht glauben, aber hier im Center geht das Gerücht herum das sie und Jarod ... naja ... sie wissen schon.“ Leicht errötet sah er Sidney an, dessen Stimmung sich schlagartig verbessert hatte.

„Es geht mir gut! Wie läuft es im Center?“ Es tat gut ihre Stimmen zu hören.

„Mr. Lyle hat eine Platzwunde am Kopf, er sagt er wurde von ein paar Männern niedergeschlagen. Wann werden sie wieder kommen?“ Broots war so aufgeregt das er einige von Sidney's Akten von dessen Schreibtisch sties.

Nach einer längeren Pause gab sie zu; „Ich werde nicht wieder zurück kommen. Deshalb rufe ich an, um mich zu verabschieden.“ Tränen standen in ihren Augen.

„Miss Parker aber ... !“ Broots hatte mit allen gerechnet, nur nicht damit.

„Ist Jarod bei ihnen?“ Der Psychiater hatte seinen Beruf nicht verfehlt, er hatte da so eine Ahnung für ihre plötzliche Sinneswandlung.

Sie lächelte und sah Jarod an. „Ja, ist er!“

„Ich wünsche ihnen alles gute Miss Parker! Ihnen beiden! Ich glaube sie haben endlich gefunden wonach sie gesucht haben.“ Sidney lächelte zufrieden.

„Tun sie beide mir einen Gefallen? Wenn sie die Kraft dazu haben, tun sie es mir gleich!“ Sie hoffte es sehr. „Sidney, schließen sie endlich mit ihrer Vergangenheit ab und öffnen sie ihre Augen für neue Dinge. Broots, passen sie gut auf die kleine Debbie auf. Ich weiß, sie werden ihr ein besserer Vater sein, als es mein Vater mir gewesen ist.“

„Miss Parker, ich weiß nicht was ich sagen soll.“ Broots klang schrecklich hilflos. „Ich wünsche ihnen alles Gute. Wenn sie mal einen Freund brauchen, sie wissen wie sie uns erreichen!“ Jetzt stiegen auch ihn die Tränen in die Augen.

„Leben sie wohl, sie beide. Und viel Glück.“ Damit legte sie auf.

„Sind sie nicht traurig, das sie weg ist Sidney?“ Broots konnte es noch immer nicht ganz fassen.

„Nein.“ Und das war die Wahrheit . . .