Who wants to live forever?

von Afaim
GeschichteAbenteuer, Angst / P12
Davis Harrison Davies Jack Harper Tru Davies
09.03.2006
09.02.2007
6
10802
 
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
I.

24 Stunden zuvor:

„Guten Morgen, Tru.“
„Guten Morgen, Elise.“ Elise Mitchell war Trus neue Nachbarin. Sie war erst um Neujahr herum eingezogen und damals, an ihrem längsten Tag seit langem, hatte Tru einem Lieferanten, der nach ihr gesucht hatte, noch nicht weiterhelfen können. Erst einige Tage später hatte sie ihre neue Nachbarin kennen gelernt. Sie musste zu geben, dass sie Elise recht schnell ins Herz geschlossen hatte. Elise war nett, cool, witzig und offensichtlich auf ihrer Wellenlänge. Und da sie, seit sie ihre „Bestimmung“ entdeckt hatte, nicht mehr so leicht Freundschaften schloss bzw. ihre Freunde behielt wie früher, war sie natürlich für jede neue Freundschaft umso dankbarer. Und da es seit Neujahr keinen sich wiederholenden Tag mehr gegeben hatte, hielt Elise sie auch noch nicht für sonderbar, was bei neuen Bekanntschaften natürlich immer einen entscheidenden Vorteil darstellte.
„Gehst du arbeiten?“, erkundigte sich Elise. Tru schüttelte den Kopf. „Nein, ich hab zuerst Vorlesung“, erwiderte sie, „Ich hab leider nicht viel Zeit zum quatschen, ich bin wieder mal  spät dran.“
„Hey, Schatz, wo bist du, mit wem redest du denn da?“ Mit diesen Worten tauchte Harrison hinter Elise in ihrer Wohnungstüre auf. „Harri?!!!!“
Ihr Bruder grinste verunsichert und meinte: „Oh, hi, Tru.“ Mehr sagte er allerdings nicht. Tru sah zwischen ihrem Bruder und ihrer Nachbarin hin und her, beide schienen zwar peinlich berührt, machten aber keine Anstalten etwas zu sagen, also blieb ihr nichts anderes über als zu fragen: „Habt ihr beide mir vielleicht irgendetwas zu sagen?“
Irgendwie mochte sie Elise nun schon nicht mehr so sehr. Und dabei war sie es selbst gewesen, die die beiden einander vorgestellt hatte. Was, übrigens, noch nicht so lange her war. Allerdings war Harrison, was seine Frauenbekanntschaften anging, noch nie der langsame Typ gewesen, weswegen sie eigentlich nicht überrascht sein sollte.
„Es ist nicht so, dass wir es dir verheimlicht haben“, erklärte Harrison dann, „Es gab nur noch keine gute Gelegenheit darüber zu sprechen.“
„Findest du, ja?“ Eigentlich war sie bisher immer der Meinung gewesen, sie und ihr Bruder würden sich sehr nahe stehen und sich solche Dinge anvertrauen. Doch offensichtlich hatte sie sich geirrt.
„Du – äh – hast doch kein Problem damit, oder?“, erkundigte sich Harrison vorsichtig.
„Nein, wieso? Ich freue mich für euch beide“, meinte Tru. „Wunderbar!“, strahlte Elise und Harrison grinste dümmlich. Tru deutete in Richtung Stiegenhaus. „Ich muss dann“, meinte sie, „Ich hab Vorlesung.“ Sie bewegte sich unsicher von dem Pärchen fort und sah dabei immer wieder zurück.
„Bis später!“, rief ihr Harrison hinterher. „Bye!“, stimmte Elise ein. „Wir sehen uns!“, rief Tru zurück, winkte und floh dann.
Wie kann sie es nur wagen sich an meinen kleinen Bruder ran zu machen, und das auch noch hinter meinem Rücken?!! Nein, je mehr sie darüber nachdachte, desto weniger konnte sie Elise Mitchell leiden.

„Wie kann sie es nur wagen sich an Harrison ran zu machen, und das Ganze hinter meinem Rücken?! Wer denkt sie denn, dass sie ist?! Wie kommt sie auf die Idee gut genug für Harrison zu sein?!“, beschwerte sich Tru nach der Vorlesung bei ihrer Freundin Avery als sie den Campus entlang spazierten.
„Wahrscheinlich war ihr nicht klar, dass sie dich um Erlaubnis bitten muss“, warf Avery unschuldig ein.
„Was willst du damit sagen, etwa, dass ich überbesorgt bin?! Findest du, ich verhalte mich wie ein Glucke?!!“, wollte Tru entsetzt wissen.
„Na, ja …“
„Du kennst Harrison nicht so wie ich. Ich hab Erfahrung in Sachen Harrison und Frauen, und glaub mir, wenn man von seiner eher unglücklichen Beziehung mit Lindsey absieht, wo ich andauernd alles gerade biegen musste, dann hat er einen schrecklichen Geschmack, was Frauen betrifft. Ich meine seine vorletzte Freundin, wollte ihn dazu bringen, dass er ihren Ex-Mann für sie ermordet!“ Sie schnappte nach Luft und setzte dann ihre Triade fort: „Er braucht jemanden, der auf ihn aufpasst. Und jetzt, wo er für unseren Vater arbeitet, sollte er sich von privaten Dingen schon überhaupt nicht ablenken lassen. Außerdem glaube ich, dass er noch immer nicht wirklich über Lindsey hinweg ist. Was wenn er sich in diese Beziehung stürzt um seinen Schmerz zu kompensieren, obwohl er noch gar nicht bereit dafür ist?!“
Avery zuckte eingeschüchtert die Schultern. In diesen Augenblick kam Jensen zu ihnen. „Hallo, Schatz“, meinte er, zog Tru an sich und küsste sie kurz auf den Mund, „Was ist denn los? Ich hab gehört, wie du dich über irgendetwas aufgeregt hast.“
„Harrison hat was mit Elise Mitchell“, erklärte Avery, „Und das scheint Tru sehr mitzunehmen.“
„Ist das nicht deine neue Nachbarin?“, erkundigte sich Jensen und legte einen Arm um Trus Schulter. „Ja, genau die. Er kennt sie noch gar nicht so lange“, sagte Tru, „Wieso denkt  er, er würde sie gut genug kennen um mit ihr eine Beziehung einzugehen?“ Sie gingen weiter.
„So entstehen menschliche Beziehungen nun einmal, Tru. Wenn man immer warten würde, bis man jemanden schon einige Monate oder Wochen kennt, dann würde man mit niemanden jemals eine Beziehung zu Stande bringen“, meinte Jensen, „Außerdem macht es manchmal Spaß ein Risiko einzugehen.“
Tru blickte ihn irritiert an. „Findest du? Ich dachte eigentlich, du wärst der Meinung, dass man sich zuerst eine freundschaftliche Beziehung zu jemanden aufbauen sollte, bevor man weiter geht….“ Diese Aussage klang irgendwie so gar nicht nach Jensen.
„Früher war ich dieser Meinung, das ist richtig. Aber seit du mein Leben gerettet hast, sehe ich das nicht mehr so. Das Leben ist doch viel zu kurz um alles langsam anzugehen“, meinte Jensen schulterzuckend, „Man sollte jeden Augenblick auskosten, solange er anhält.“
Tru löste sich von Jensen und tat ihr bestes um das Gefühl der Beunruhigung, das in ihr aufsteigen wollte, zu unterdrücken. Jensen schien solche Dinge in letzter Zeit öfter zu sagen und sie wusste einfach nicht, was sie damit anfangen sollte. Er veränderte sich immer mehr, und irgendwie schien es sich nicht um eine Veränderung zum Positiven zu handeln. „Ich muss dann los. Zu Davis, in die Leichenhalle“, erklärte sie.
„Sehen wir uns heute Abend?“, fragte ihr Freund. „Vielleicht, ich weiß  noch nicht“, erwiderte sie ausweichend. Jensen schien enttäuscht zu sein und Avery meinte schnell: „Wir sehen uns dann heute beim Einkaufen?“ Tru nickte und machte sich nach einer kurzen Verabschiedung auf zu Davis.

„Findest du es nicht merkwürdig, dass sich seit Neujahr kein Tag mehr wiederholt hat?“
Tru saß auf Davis Schreibtisch und wandte sich ihrem Boss nun mit einem fragenden Gesichtsausdruck zu. Davis schüttelte den Kopf. „Eigentlich nicht. Es gab ja schon öfter Flauten, die dann von fast täglich aufeinander folgenden Hilferufen abgelöst wurden. Solche Dinge passieren nicht zyklisch, das weißt du doch“, meinte er.
„Ja schon, aber es sind jetzt schon drei Wochen vergangen… Und vergiss nicht, dass das letzte Mal höllisch war. Diese ständigen Dauerwiederholungen… Hältst du es für möglich, dass … dass dabei was kaputt gegangen ist?“
Davis zog eine verwirrte Grimasse. „Kaputt gegangen? Ich bin mir nicht sicher, dass ich verstehe, was du damit sagen willst“, er schien angestrengt nach zu denken, „Außerdem war das nicht der erste Tag, der sich öfter als einmal wiederholt hat.“
„Ja, schon aber….“ Sie verstummte und seufzte. Vielleicht war sie wirklich nur paranoid. Es waren Jacks Warnungen und Andeutungen die ihr in den Ohren klangen. Verfluchter Mistkerl. Er hatte es wirklich geschafft sie dazu zu bringen wegen Kleinigkeiten auszuflippen. (Er würde jetzt sicher sagen, dass Weltuntergänge und solche Dinge immer mit Kleinigkeiten anfingen). Als ob es nicht bereits schlimm genug wäre, dass er sie zu Silvester geküsst hatte, und das auch noch vor Jensen. Der Kuss war auch eines dieser Themen, über die sie lieber nicht nachdenken wollte. Vermutlich hatte er es nur getan um sie zu ärgern und zu verunsichern, und es steckte nichts Tieferes dahinter. Aber er hatte auch Meredith gerettet, und auch dafür konnte sie keinen Grund nennen. Verunsichert hatte er sich auf jeden Fall. Sehr sogar.
„Bedrückt dich sonst noch etwas?“, erkundigte sich Davis, „Du wirkst schon die ganze Zeit irgendwie abgelenkt.“ Tru seufzte. „Es ist Harri. Er hat eine neue Freundin, und das offenbar schon länger. Wenn ich das nicht zufällig heute Morgen herausgefunden hätte, wüsste ich es noch immer nicht.“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich kann einfach nicht glauben, dass er so etwas vor mir geheim gehalten hat! Ich hasse es belogen zu werden! Warum können sich die Leute in meiner Umgebung nur  nie dazu durchringen, mir die wichtigen Dinge, die in ihren Leben passieren, anzuvertrauen?!“ Von ihrem Vater wollte sie gar nicht erst sprechen. Von Meredith war sie es ja gewohnt. Dann war da natürlich noch die ganze Sache mit Jack gewesen. (Um nur ein paar Beispiele zu nennen). Aber von Harrison hätte sie das nicht erwartet.
„Ähm, Tru, wo wir gerade beim Thema sind…“ Davis sah sie schuldbewusst an. „Ich muss dir, was sagen.“ Tru blickte ihn erwartungsvoll an.
„Weißt du, ich – äh- ich hab Carrie gesagt, was du kannst.“ Das war sein Geständnis.
„Was?! Wir waren uns doch einig darüber, dass wir es ihr nicht sagen!“ Tru konnte nicht fassen, was sie da hörte. Wie konnte Davis ihr Geheimnis einfach so herumerzählen? Noch dazu jemanden, der sich von Berufswegen mit psychischen Problemen befasste! „Carrie ist mir sehr wichtig, Tru. Ich habe es nicht ertragen Geheimnisse vor ihr zu haben“, rechtfertigte sich Davis. „Und wie lange weiß sie es schon?“
„Ähm, seit Weihnachten.“
„Was?! Was?! Davis, heute ist der 22. Jänner! Du hast es ein Monat lang nicht für nötig gehalten mir zu erzählen, dass Carrie von meiner Fähigkeit weiß?!“
„Wie du selbst gesagt hast, war außer der Sache zu Silvester nie mehr ein sich wiederholender Tag. Das Thema ist also nie aufgekommen“, verteidigte er sich in die Ecke getrieben, „Sei bitte nicht böse.“ Das war etwas zu viel verlangt. Wie sollte sie denn bitte nicht böse sein?!
„Weißt du, das Positive ist, dass mir das hilft die Sache mit Harrison und Elise in einem neuen Licht zu sehen“, erklärte Tru, „Im Vergleich zu deiner Tat ist das nichts.“ Einen solchen Verrat hätte sie Davis niemals zu getraut.
„Tru, sie kann uns helfen. Sie…“, begann Davis, doch sie ließ ihn nicht weiterreden. „Du hast mir schon genug geholfen! Ich nehme mir für den Rest des Tages frei. Ich muss erst einmal verdauen, dass du mir wichtige Dinge über längere Zeiträume hinweg verheimlichst, wo ich doch wirklich geglaubt habe, dass wir diese Phase hinter uns hätten. Auf Wiedersehen!“ Sie sprang von Davis Schreibtisch und verließ das Büro ohne sich noch einmal umzudrehen oder auf Davis Entschuldigungen zu hören.

Das Einkaufen mit Avery heiterte sie auch nicht auf. Ganz im Gegenteil. Avery nutzte diese Gelegenheit um ihr mitzuteilen, dass sie sich Sorgen um Jensen machte. Große Sorgen. „Er hat sich so sehr verändert, weißt du. Ich erkenne ihn kaum wieder. Dir ist das sicher, auch schon aufgefallen“, erklärte sie, „Ich glaube nicht, dass diese Veränderungen gut für ihn sind. Er zieht sich inzwischen sogar anders an als früher. Vielleicht hat das ja alles nichts zu bedeuten, aber…“ Sie seufzte. „Außerdem misstraut er dir“, sagte sie dann, „Er glaubt, dass du ihm nicht die Wahrheit über dich und diesen Jack sagst. Seit Silvester liegt er mir ständig damit in den Ohren.“ Tru seufzte. „Ich verstehe. Ich werde mit ihm reden“, versprach sie. Noch ein Gespräch auf das sie sich nicht unbedingt freute. Allerdings hatte sie das sichere Gefühl, dass sie es lieber früher als später tun sollte.
In diesem Moment klingelte ihr Handy. Es war Harrison. Er war vollkommen aufgelöst.
„Harri, beruhig dich und sag mir, was passiert ist!“, forderte sie ihren Bruder auf.
„Es ist Elise. Sie hatte einen Unfall. Tru, ich hab Angst, dass sie stirbt!“


Tut mir leid wegen der ewig langen Wartezeit, aber ich hab zur Zeit sehr viel um die Ohren.
Letzte Nacht hab ich aber sogar eine neue Folge geträumt. Die muss aber irgendwann längere Zeit nach dieser FF spielen. Es ging um Jacks Vergangenheit. Er hat seine Schwester wieder gefunden, die das Opfer war, weswegen er mit Tru zusammengearbeitet hat und sie haben sich dabei sehr gut verstanden. (Etwas zu gut, vielleicht).

Wer weiß, vielleicht verwende ich Teile aus diesen Traum in Zukunft noch einmal in einer TC-FF.

Reviews?
Review schreiben