Riven by Grief Part One

von Blackball
GeschichteDrama / P18 Slash
Kai Sagano Masanori Araki
05.03.2006
03.06.2007
4
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„Hey Kai…“, rief eine junger Mann und rannte Kai so schnell er konnte hinterher. „Kai?!“ Rief er erneut, doch Kai schien ihn nicht zu hören und ging stur weiter. „Verdammt Sagano bleib stehen…“, schrie er nun laut das dieses Mal sogar sich einige Leute zu ihnen Umdrehten und etwas fragend blickten. Doch dieses mal mit Erfolg, Kai blieb stehen, drehte sich aber nicht um. Mit wenigen Schritten hatte er den blonden Mann nun eingeholt. „Sag mal bist du taub, oder hast du deine Ohren gegen ein bisschen mehr Hirn verkauft?“.

Kai blickte sein Gegenüber müde und zugleich sauer wegen seines Spruches an. „Ach Tachibana, du bist es…“, murmelte er und gähnte kurz darauf, ihm war nicht danach seinen immer frecher werdenden Freund zu Recht zu stutzen.

.„Na, was haben wir die Nacht gemacht?“ Fragte sein Freund ihn stichelnd, ein breites grinsen zeigte sich auf dessen Gesicht.
„Versuchen die Ruhe zu bewahren, was denn sonst…du Idiot“. Kai war absolut mies gelaunt und hatte nicht wirklich Lust sich diese Dummen Fragen von Tachibana an den Kopf werfen zu lassen. „Oh, der terrorisiert dich also immer noch?“ Fragte sein Freund nun, mit deutlich ernsterer Mine. „Die ganze Nacht, hat entweder das Telefon geklingelt oder es hat an meiner Tür geklopft…“. „Warum hast du nicht die Polizei angerufen?“. Kai lachte ironisch. „Hättest du es getan?“ Sofort schüttelte sein Tachibana den Kopf. „Nein, mein Alter hätte mir den Kopf abgerissen, wenn ich die Polizei rufen würde und nicht ihm so etwas sagen würde…“. Kai nickte, denn genau aus diesem Grund, hatte er diese Nacht nicht die Polizei gerufen und auch die letzten eineinhalb Wochen schon nicht.

Der blonde Mann war mit den Nerven ziemlich am Boden. Diese ständigen, Obszönen Anrufe, dieses nervende Klopfen an seiner Tür diese schäbigen und Furcht einflößenden Briefe. Sie trieben ihn nervlich in den Wahnsinn.

„Du solltest dir doch überlegen, heute nach Osaka zu fahren und deine Semesterferien dort zu verbringen…“, versuchte Tachibana ihn zu überreden. „Lieber nicht, da hab ich genau so einen Terror…und zwar von meinem Alten, und Masa zu sehen, würde ich auch nicht ertragen“. Kai schüttelte den Kopf.
Nach Osaka wollte er auf keinen Fall. Alleine der Gedanke an Masa machte ihn wütend und traurig zugleich.

Vor nicht gar zu langer Zeit, hatte Masa ihn in Tokio besucht, um endlich, wie er es sagte ‚reinen Tisch’ zu machen. Sein Beschützer sagte ihm, dass er ihn zwar auch liebte, aber dass ihre Liebe zueinander keine Chance haben würde. Kai hatte Masa nach einer kurzen Diskussion über diese Aussage hochkant aus der Wohnung geschmissen und ihm gesagt, dass er ihn nie wieder sehen wolle. Seit dem hatte der Blonde nicht einen Ton mehr von Masa gehört und er selbst wagte es auch nicht sich bei ihm zu melden, wieso denn auch?!

„Hör mal, was ist dir lieber! Endlich mal wieder ein wenig schlafen zu können und für die Uni zu lernen, oder nervlich noch tiefer zu sinken? Wenn das überhaupt noch geht…“, Tachibana ließ sich auf einer Bank nieder und zog den blonden Mann auch darauf.

Kai seufzte leise. „Na ja, so gesehen, wohl das erste…“, sagte er ehrlich. „Dann fahr nach Hause Kai!“, „Aber Ma…“, „Verdammt, ignorier ihn, dass wirst du noch eher ertragen als diesen Psychoterror, oder sag deinem Alten was los ist, dann erledigt sich das ganze Problem sehr schnell…“. Kai lachte höhnisch auf. „Vergiss es…lieber sterbe ich, als dem mein Leid zu klagen, diesem Arroganten, verklemmten alten Idioten“.

~*~

Einige Zeit herrschte Stille zwischen beiden. „Also, was ist, fährst du nun?“
Kai stand auf und seufzte. „Ja, ich hole mir jetzt noch die Klausurergebnisse, die mir wahrscheinlich noch mehr Ärger zu Hause einbringen und dann packe ich und fahre nach Osaka…“. Auch Tachibana stand nun auf. „Ach Quatsch, komm, du wirst schon nicht so schlecht gewesen sein“, versuchte er seinen Freund immerhin etwas zu beruhigen, schließlich hatte Kai ihm übers Semester immer wieder bei Problemen helfen können.

~*~

Kai hatte geahnt, das seine Klausur Ergebnisse, mies waren, aber das diese so verdammt schlecht waren, daran hatte er nicht einen Gedanken verschwendet. Starr vor Schock blickte er auf das Blatt mit den Ergebnissen. Wenn das sein Vater sehen würde, dann wäre er Tot, verdammt tot, toter als tot…ging das überhaupt noch? Aber ihm blieb nichts anderes übrig, als seinem Vater zu sagen, dass er dieses Semester nochmals wiederholen musste.

//Na klasse…schlimmer kann es doch nicht mehr kommen, ich knall ihm den Zettel hin, hör mir sein Geschrei an und verdrücke mich dann auf mein Zimmer…da bleib ich dann bis ich alt und grau geworden bin und vertreib mir die Zeit damit Computer zu spielen oder mir einen runter zu holen…HAHA//, dachte Kai überaus ironisch und seufzte schwer.

Das seine Ergebnisse so schlecht ausgefallen waren, lag nicht daran das er es nicht konnte, im Gegenteil, er war ausnahmsweise einer der wenigen die dieses Semester keinerlei Probleme hatte, den verlangten Stoff zu verstehen. Schuld war einzig und alleine dieser Psychoterror, welcher kurz vor den Prüfungen angefangen hatte.

~*~

Kai stieg fluchend die vielen Treppen zu seiner Wohnung im vierten Stock hoch. Schon wieder war der Aufzug im Arsch. Am liebsten würde er dem Vermieter den Hals umdrehen. Er hasste es, diese vielen Treppen hinauf zu gehen.

Gerade noch rechtzeitig sprang er zur Seite als ein Mann die Treppen hinunter gerannt kam, an ihm vorbei rannte und aus seinem Blickfeld verschwunden war. „Arschloch…hast du keine Augen im Kopf“, schrie Kai laut und stieg die letzten Stufen noch wütender als vorher hinauf. Nachdem er ein ganzes Stück des langen Flures zu seiner Wohnung gegangen war, blieb er ruckartig stehen.

Vor seiner Tür erkannte er ein Päckchen. Sofort begann sein Herz wie wild in seiner Brust zu klopfen, seine Hände wurden feucht vor Nervosität. Langsam, Schritt für Schritt ging er auf seine Tür zu. Als er von oben auf das Päckchen blickte, packte ihn die nackte Angst.

Auf dem Päckchen war seine Adresse, in genau derselben Schrift geschrieben, wie schon die Briefe welche er seit mehr als einer Woche täglich bekam. Er bückte sich und hob das Päckchen mit zittrigen Händen auf. Nervös sah er sich um, doch es war niemand zu sehen. So schnell er konnte, kramte er seine Haustürschlüssel raus und verschwand in seiner Wohnung.

Nachdem er die Tür von innen mehrfach verschlossen hatte, ließ er seine Tasche, mit seinen Sachen für die Uni, achtlos auf den Boden fallen und trat in sein kleines Wohnzimmer. Langsam ließ er sich auf sein Sofa sinken und öffnete mit zittrigen Fingern das Päckchen. Darin lagen ein Videoband und ein kleiner Zettel. Er griff nach dem Zettel und las die wenigen Zeilen darauf.

~Man weiß nie wer einen beobachtet, doch du wirst mich noch kennen lernen mein Geliebter~

Ein Eiskalter Schauer jagte Kais Rücken hinunter. Nachdem er einen Moment tief durchgeatmet hatte stand er auf und legte das Videoband in seinen Rekorder und drückte seinen Fernseher an.

Erneut ließ sich der blonde Mann auf sein Sofa sinken und betrachtet den Bildschirm, worauf alles dunkel war. Er fragte sich was dies sollte, doch langsam fing er an etwas zu erkennen. Es war sein Schlafzimmer. Er sah genauer hin und erkannte wie er selbst in seinem Bett lag und sich seine steife Erektion massierte. Geschockt und mit Tränen in den Augen sah er noch einen Moment auf den Bildschirm und schaltet dann panisch den Fernseher aus.

Wie bitte war das möglich? Wie konnte dieses Videoband entstehen. Er wohnte im vierten Stock, da konnte man nicht einfach so etwas durch das Fenster aufnehmen. Nein, dieser Psychopath musste in seinem Schlafzimmer gewesen sein, und zwar genau zu diesem Zeitpunkt als er…!!!

Total verwirrt und von seiner Angst angetrieben, sprang Kai von seinem Sofa auf, rannte durch den kleinen Flur Richtung Schlafzimmer.
Er musste weg hier, musste seine Tasche packen und so schnell wie möglich einen Zug nach Osaka nehmen.

Der Blonde riss die Schlafzimmertür auf und blickte sogleich geschockt auf die Wand ihm gegenüber. In dunkelroten Buchstaben stand an der Wand hinter seinem Bett

~Glaubst du, dass du sicher bist, wenn du deine Tür abschließt?~

Kai schrie auf, Tränen der Angst liefen ihm aus den Augen und bahnten sich den Weg über seine Wangen.


Es dauerte einige Zeit lang bis sein Körper ihm wieder gehorchte und er notdürftig ein Paar Sachen in seine Sporttasche packte und schneller denn je seine Wohnung verließ.

~*~

Es war später Abend als der Zug in Osaka eintraf. Nervös stieg Kai aus dem Zug und blickte sich um. Schon während der ganzen Zugfahrt kam er sich beobachtet vor. Und das gefiel ihm nicht. Doch alle Menschen die aus demselben Zug wie er stiegen, verschwanden schnell vom Gleis. Kai seufzte schwer und überlegte einen Moment lang, doch im Clan anzurufen, dass ihn jemand abholen sollte. Er entschied sich nach einigem hin und her überlegen dagegen.

Nachdem er seine Tasche geschultert hatte, verließ er den Bahnhof und ging zum nächst besten Taxi. Genug Geld dafür hatte er ja, also warum sollte er dann nicht mit den Taxi fahren.

Nur zehn Minuten später, hielt das Taxi vor den schweren Metalltoren der Sagano Residenz, Kai bezahlte den Fahrer und stieg aus. Die Wachen welche am Eingang standen, blickten ihn etwas geschockt an, öffneten ihm, jedoch dann ohne weiteres zögern die Tür.

Kai wettete in Gedanken, dass bevor er überhaupt den Flur des Hauses betreten konnte, alle darin wussten das er da war. Und so war es auch. Er hatte gerade die Tür erreicht, als diese von einem jungen Yakuza aufgerissen wurde. Kai kannte ihn nicht. Aber das war normal, er kannte hier im Clan so gut wie niemanden. Etwas frech drückte er dem Mann seine Tasche in die Hand und befahl ihm, diese in sein Zimmer zu bringen.
Der Mann nickte nur kurz und verschwand mit der Tasche.

„Was machst du hier?“
Kai war gerade mal die Hälfte des Flures in Richtung seines Zimmers gekommen, als er die strenge Stimme seines Vaters hinter sich vernahm. Er drehte sich um und blickte den Alten Mann sowie Masa, der hinter seinem Vater stand an. „Ich mache meine Semesterferien hier, was dagegen?“ Fragte er schnippisch und wollte den Weg zu seinem Zimmer weiter fortsetzten. „Wo sind deine Klausur Ergebnisse?“ Fragte der Alte Mann sogleich.
Kai seufzte. „In meiner Tasche…“, schnauzte er sauer „…scheiße“, murmelte er leise hinterher. „Was?“ Fragte sein Vater. „Ich hab sie zu hause vergessen…“ gestand Kai etwas kleinlaut.
Sein Vater musterte ihn mit einem bösen Blick, sodass Kais angeschlagenes Wohlbefinden noch ein ganzes Stück mehr sank.

Masa stand einige Zeit still da. Doch jetzt mischte er sich ein. Redete auf seinen Boss ein, welcher kurz vor einem Wutausbruch stand. Masa schaffte es, ihn so weit zu beruhigen das Sagano nur noch wissen wolle, wie GUT er bestanden hatte.

//Überhaupt nicht…//, dachte Kai. „Gut genug…“, sagte er jedoch laut und verschwand schnell.

~*~

Die nächsten zwei Tage verliefen angenehmer als Kai es sich gedacht hatte. Zum ersten Mal hatte er sich so sicher gefühlt, dass er ohne Probleme die Nacht durchschlafen konnte. Tagsüber war er damit beschäftigt ein wenig Playstation zu zocken. Sein Vater sowie Masa ließen ihn in ruhe, wofür er dankbar war.

Masa war er nur einmal noch über den Weg gelaufen, hatte aber auf stur gestellt und war ohne ihn eines wirklichen Blickes zu würdigen an ihm vorbei gegangen.

~*~

Mittlerweile war es spät abends, Kai kam gerade aus dem Bad und wollte in sein Bett, als es an seiner Tür klopfte. Erschrocken zuckte er zusammen, bis ihm klar wurde, dass er hier ja von jeglichem Terror weit weg war. „Ja..?“ Murmelte er gerade noch so laut, dass man es vor der Tür hören konnte.
Als die Tür aufging bereute er es sogleich, geantwortet zu haben. Masa stand in sein Zimmer.


„Was willst du?“ Fragte Kai abwertend und legte sich in sein Bett. „Mit dir reden!“ Masa schloss die Tür hinter sich und ging ein Paar Schritte auf Kais Bett zu. „Aber ich will nicht mit dir reden…kapier es einfach und verschwinde…“. Genau mit dieser Reaktion hatte der Yakuza gerechnet. „Kai, so kann es nicht weiter gehen!“. „Was denn?“ Kai blickte ihn fragend an. „Du weißt was ich meine, willst du mir denn jetzt immer aus dem Weg gehen?“
Der blonde Mann nickte eifrig. „Und meinst du das hat Sinn?“
Masa setzte sich auf sein Bett und sah ihn an.

Kai kochte vor Wut. „UND MEINST DU DEINE WORTE HÄTTEN DAS LETZTE MAL EINEN SINN GEHABT?“ Schrie er ihn sauer an und drehte sich von ihm weg. Masa seufzte schwer. „Für dich vielleicht nicht. Für mich aber schon. Kai es geht nun mal nicht und eigentlich weißt du es auch. Wenn du einmal deinen Sturkopf ausschalten würdest und mal an die Realität denken würdest, dann wüsstest du, dass ich Recht habe“. Der Yakuza rechnete jeden Moment damit, dass diese Worte, den jungen Mann endgültig ausrasten lassen würden. Doch Kai schwieg.
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