All I Want Is You

von Blackball
GeschichteRomanze / P18 Slash
Kai Sagano Masanori Araki
05.03.2006
03.01.2008
16
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Kapitel 1

Mit einem leisen Seufzen schloss Masanori Araki die Akte, welche vor sich auf dem Schreibtisch lag, setzte seine Brille ab und rieb sich die Augen. Es war Zeit. Zeit um den blonden Wirbelwind abzuholen. Er richtete sich auf, griff nach seinem Mantel und seinem Schal und verließ dann sein Büro.

Er war schon spät dran, also beschloss er den schnellsten Weg über die Autobahn zu nehmen. Kai warten zu lassen, war nicht gut. Außerdem wollte er nicht, dass der jüngere sich erkältete bei diesem Wetter. Zu gut kannte er ihn, um zu wissen, dass der blonde Mann den Wetterverhältnissen nicht entsprechend gekleidet war.

Als er am Bahnhof eintraf fiel sein erster Blick auf die Anzeigetafel. //Der Zug hat Verspätung...//, dachte der Yakuza grimmig und ging zum Gleis.

Seufzend blickte er in die Richtung aus welcher der Zug kommen sollte. Es war sehr kalt. Immer wieder trat er von einem Bein auf das andere und hoffte, dass der Zug bald eintreffen würde. //Dafür hab ich mich jetzt so beeilt…// Dachte er ironisch und lief ein Stück auf und ab, bis er plötzlich in der Ferne den Zug erkennen konnte. //Endlich…// Ein Lächeln schlich sich über sein Gesicht.

Es war lange her, dass sie sich gesehen hatten und dass Kai dieses Mal darauf bestanden hatte, bei ihm seine Ferien zu verbringen… darüber freute sich der Yakuza mehr als er zugab. Vor einigen Monaten hatten beide erst einmal ihr Gefühlschaos hinter sich gelassen und mittlerweile waren sie einfach nur gute Freunde.

Es dauerte noch gute 5 Minuten, bis der Zug endlich still stand. Viele Menschen strömten heraus und Masa hielt Ausschau nach seinem Bon. Aber nirgends konnte er ihn entdecken. Ein wenig nervös fragte er sich, ob nicht vielleicht was passiert war oder Kai mal wieder seine Meinung geändert hatte, was ja auch relativ häufig vorkam.

Erst als so ziemlich alle anderen den Zug verlassen hatten, flog ganz bei ihm in der Nähe eine große Tasche aus der Tür, eine weitere folgte. Masa kannte diese Taschen, eine hatte er selbst Kai geschenkt. Zielstrebig ging er zu der Tür, als Kai auch schon heraus gesprungen kam.

Schnell trafen sich ihre Blicke und auf das Gesicht des blonden Mannes trat ein breites Grinsen. Endlich war er da. "Ich hätte nicht gedacht das du es schaffst", sagte Kai ehrlich und lächelte überglücklich darüber, dass er sich geirrt hatte. "Puuh...hier ist es eindeutig kälter als in Tokio...", fügte der Jüngere schnell noch hinzu und rieb sich die Hände.

Auf Masas Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. Genau damit hatte er gerechnet gehabt. Er zog seinen Schal aus und legte ihm dem Blonden um den Hals. "Du wirst nie lernen, dich den Wetterverhältnissen entsprechend anzuziehen".

Kai wollte protestieren, aber er unterdrückte seine aufkommenden Worte und lächelte ihn dankend an. Ihm wurde gleich ein wenig wärmer. Er schloss einen Moment die Augen atmete tief durch und sah seinen gegenüber dann wieder an. //Hmmm…der Schal riecht nach ihm…//, schossen ihm sogleich die Gedanken in den Kopf.

Anfang des Jahres hätte ihm diese kleine Geste noch Hoffnung gemacht, aber nun war er mit diesem Thema durch. Masa und er waren Freunde geworden.

"Für mich gibt es nur Sommer und Sonne...", "...und eine starke Erkältung nach der anderen", beendete der Schwarzhaarige den Satz und griff nach den zwei Taschen. "Komm, lass uns zum Auto gehen", forderte ihn Masa auf.

~*~

"Fühl dich wie zu Hause...aber das brauch ich dir ja nicht sagen...!" Masa stellte die Taschen im Flur ab und zog seinen Mantel aus. "Möchtest du was trinken...?" Kai nickte stumm und sah sich in der Wohnung um. "Hier hat sich einiges verändert...", stellte er fest und folgte Masa in die Küche. "Und ich störe wirklich nicht? Ich meine, also wenn ja, dann kannst du mir das ruhig sagen!!" Kai war bekannt das Masa eine Affäre am laufen hatte, oder vielleicht auch ein wenig mehr. Auch wenn er gerne bei dem Yakuza war, so wollte er ihn nicht stören.

„Ach was, du störst nicht.“ Erklärte er Masa lächelnd und wusste natürlich genau auf was der Jüngere angespielt hatte. „Ich bin nicht mehr mit ihm zusammen…“ erklärte er gleich, während er Kaffee aufsetzte. Kai sah ihn überrascht an, davon hatte er noch gar nichts gewusste. „Oh… und warum?“ Wollte der Blonde wissen. Er wollte nicht taktlos oder neugierig erscheinen, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass es den Älteren bedrückte.

„Nun, ich habe eben festgestellt… dass er nicht ehrlich war, er hat mich mehr als einmal betrogen. Wenn ich eine Beziehung führe, dann erwarte ich von meinem Partner Treue… sonst brauch ich mich auf so etwas einzulassen.“ Masa rollte mit den Augen und blickte aus dem Fenster.

„Stimmt…“ Gab Kai leise zu und auch wenn er es ungern zugab, so war er froh, dass Masa nicht mehr mit diesem Typen zusammen war. Er hatte ihn ohnehin nicht gemocht. „Ach du findest sicher wieder jemanden.“ Erklärte er dann, er wollte einfach etwas Aufmunterndes sagen, aber Masa schüttelte den Kopf „Ich bin nicht sicher, ob ich das noch mal will.“ Erklärte er leise und seufzte. „Wie lange wirst du bleiben?“ Der Yakuza wechselte das Thema, denn er hatte keine Lust an diesen verflossenen Typen zu denken, der ihm nichts als Ärger gemacht hat.

„Naja, wir haben 4 Wochen Ferien… also bin ich einige Zeit hier… wenn dir das zu lange ist…“ „Ach was, ich freu mich, dass du hier bist… dann ist die Wohnung nicht so leer. Bleib so lange du willst.“ Unterbrach Masa ihn lächelnd. „Danke… musst du noch mal ins Büro?“ Wollte der Jüngere wissen, als Masa ihm eine Tasse Kaffee reichte. „Ja… aber ich denke ich bin gegen 20 Uhr zu Hause.“ Irgendwie rechnete Masa mit dem Protest und dem Ärger des Jüngeren, so wie es bisher immer der Fall gewesen war.

Kai seufzte leise, trank einen kleinen Schluck der heißen schwarzen Flüssigkeit und sah Masa dann wieder an. „Schade, aber muss wohl sein…“, gleich bildete sich wieder ein Lächeln auf dem Gesicht des Jüngeren. „Sag, kann ich ohne weiteres in die Stadt, oder hat der Clan Ärger, was es für mich zu gefährlich machen würde?“ Kai wollte, wenn Masa schon nicht da war, nicht nur dumm rum sitzen. „Ähm…“ Der Schwarzhaarige war sehr überrascht über die Reaktion des Jüngeren. Er hatte wirklich mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass Kai ruhig blieb und vor allem nicht damit, dass dieser sich nach der Gefährlichkeit informieren würde.

Der Yakuza räusperte sich und trank einen Schluck Kaffee. „Du kannst ohne weiteres Einkaufen gehen, im Moment ist die Lage sehr entspannt…“. „Schööön!“ Freute sich Kai und ließ sich auf einem Stuhl nieder.

„Du bist also so gegen 20 Uhr zurück ja?“ Hakte der Blonde nach. „Ja, versprechen kann ich nichts…“, „Ich weiß, aber du wirst es versuchen!“ Fiel Kai ihm ins Wort und lächelte. Masa nickte stumm. „Lass uns heute Abend was essen gehen, ja?“
Masa wollte, wenn er schon am Tag keine Zeit für seinen Bon hatte, immerhin den Abend mit ihm verbringen.

„Ja gern. Also bist heute Abend dann.“ Erklärte der Jüngere dann.

~*~

Der Tag war mehr als anstrengend verlaufen. Während Masa von einem Termin in den nächsten hetzte, verbrachte Kai den Tag mit Shoppen und ließ keines der Geschäfte aus. Das liebte er an Osaka. Tokyo hatte mindestens dreimal so viel Geschäfte, aber nie die gleiche Auswahl wie hier. Irgendwie war es schön mal wieder hier zu sein, auch wenn er nicht in der Nähe seines Vater war.

Kai traf selbst erst kurz nach sieben wieder zu Hause ein und packte seine Einkäufe mal aufs Sofa. Er hatte ordentlich zugeschlagen, konnte er ja auch… immerhin hatte sein Vater Geld wie Heu. Grinsend ging erst mal ins Bad um sich zu duschen.

Als Masa die Wohnungstür aufschloss, erblickte er als erstes das Chaos auf dem Sofa und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Das war sein Bon, niemand sonst konnte solches Chaos verbreiten, aber das mochte er an ihm. Kai brachte ein wenig Aufregung in sein Leben. //Als ob ich davon noch nicht genug hätte…// Dachte er ironisch, aber diese Aufregung liebte er im Gegensatz zu der die in seiner Arbeit fand.

Zuerst ging Masa ins Schlafzimmer, um sich umzuziehen. Sagano hatte ihn doch allen ernstes aus einer Besprechung raus gerufen und nach Hause geschickt, damit Masa sich um seinen Sohn, „Den ich ja noch nicht mal zu Gesicht bekommen habe!“ wie er etwas ärgerlich sagte, kümmerte.

Kai genoss das warme Wasser bis zum Ende. In seiner ‚Leichtsinnigkeit’ dachte er nicht mal im Entferntesten daran, dass Masa vielleicht auch noch mal warm duschen wollte. Schnell drehte er das Wasser ab, bevor ihn auch nur ein Tropfen der Kühle treffen konnte. Er ließ sich Zeit beim Abtrocknen und fertig machen, da er nicht damit rechnete, dass Masa pünktlich nach Hause kam.

Als er aus dem Bad trat blieb er erschrocken stehen. Masa stand im Flur und schien etwas in einer Schublade zu suchen. „Du bist ja schon zu Hause…“ stellte er freudig fest. Masa schloss die Schublade und sah den Blonden an. „Natürlich, wir haben kurz nach Acht“. //Hättest du nicht gedacht, was?// Masa dachte dies letzte lieber nur, Kai zu Provozieren in irgendeinem Sinne, war das letzte was er wollte. Und manchmal reicht eine solche Aussage schon um den Jüngeren auf die Palme zu bringen. „Ähh…du wolltest nicht zufällig noch duschen?“ Ein leicht roter Hauch legte sich auf Kais Wangen.

Zu süß fand Masa diesen Anblick gerade. „Nein, hatte ich nicht vor…und wie ich dich kenne werde ich die nächste halbe Stunde keinen Tropfen warmes Wasser bekommen…“. Masa lachte leise, als Kais Wangen sich noch ein wenig mehr färbten. „Ich kenn dich doch Bon! Also wollen wir gehen?“

Kai nickte lächelnd ermahnte sich, beim nächsten Mal daran zu denken, dass er hier ja nicht allein wohnte und doch ein wenig Rücksicht auf Masa nehmen musste.

Masa hatte sich umgezogen, eine weißes Hemd mit einem schwarzen Pullover darüber und Jeans. Manchmal hatte er einfach keine Lust auf seine Anzüge und für das Restaurant, in dass er gehen wollte, brauchte er nicht so ‚fein’ gekleidet zu sein.

Der Abend verging wie im Flug und gegen 2 Uhr hockten beide noch in einer Bar, gleich um die Ecke zu Masas Wohnung. „Wie sieht’s eigentlich bei dir aus, in Sachen Beziehung?“ Wollte Masa wissen und irgendwie hoffte er, auch wenn er es sich nicht erklären konnte, dass sein Bon noch solo war.

„Naja… eigentlich…“ Kai blickte auf sein Glas, seufzte und griff da nach. „Lassen wir das Thema lieber…“ Er winkte ab und trank das Glas in einem Zug leer. Masa bemerkte natürlich gleich, dass er damit einen wunden Punkt seines Freundes getroffen hatte. „Tut mir leid.“ Erklärte der Schwarzhaarige und seufzte. „Aber falls du doch mal darüber reden willst…. ich bin da.“ Masa tat es seinem Bon gleich und trank sein Glas leer. „Wollen wir langsam nach Hause, ich muss ja morgen arbeiten…“ Kai nickte und so machten sie sich zu Fuß auf in Richtung Wohnung.

~*~

"Schlaf gut...", rief Kai aus dem Gästezimmer zu Masa, welcher noch im Flur stand und schloss dann seine Tür. "Du auch...", murmelte Masa leise, er wusste das Kai es, auch wenn er es laut gesagt hätte, nicht mehr gehört hätte.

Der Blonde war total müde, die lange Zugfahrt, das Shopping in der Stadt und dann noch der lange Abend und der Alkohol. Er hatte es gerade noch geschafft in seinen Pyjama zu schlüpfen und sich unter die Decke zu kuscheln. Schnell schlief er ein.

Masa hingegen war wieder wach. Nachdem er zwei Mal einen Anlauf versucht hatte zu schlafen, schaltete er das kleine Licht auf seinem Nachttisch wieder ein, stand auf und verließ das Schlafzimmer. Kurz darauf setzt er sich wieder in sein Bett und blätterte in einer Akte.
Wenn er schon nicht schlafen konnte, dann wollte er was Nützliches machen.

~*~

Ein lauter Knall ließ Kai aus seinem tiefen Schlaf aufschrecken. Kerzengerade saß er in seinem Bett und überlegte ob er sich dieses Geräusch nur eingebildete hatte. Sein Zimmer wurde kurz von einem blendenden Licht erhellt und ein erneuter lauter Knall ertönte. Sofort begann Kai zu zittern. „Ich hasse Gewitter…“, wimmerte er leise vor sich her.

Schnell sprang er aus dem Bett. Er wollte zu Masa, wollte nicht alleine sein. Doch im Flur blieb er stehen. Wie sah das denn aus, jedes mal kroch er zu Masa wenn ein Gewitter in der Gegend war. Nein dieses Mal nicht, er ging ins Wohnzimmer und schaltete das Licht ein. Mit einem erneuten noch lautren Schlag war das Licht im Wohnzimmer verschwunden und Kai zuckte erschrocken zusammen. Schnell lief er zum Sofa, schmiss sich darauf und zog sich die Decke über den Kopf.

Masa fluchte leise, als das Licht mit einem Schlag aus war. „Klasse…“ Säuerlich stand er auf und verließ sein Schlafzimmer. Er wollte zum Sicherungskasten. Langsam tastete er sich vor. Die ab und zu aufleuchtenden Blitze zeigten ihm den Weg. Als er endlich am Kasten angekommen war, stellte er schnell fest, dass es keinen Sinn machte. Denn jedes Mal wenn er die Sicherung reingedrückt hatte, sprang sie wieder heraus. „Na super…“ Flüsterte er leise und ging zu einem kleinen Schrank im Flur, um nach einer Kerze zu suchen.

Kai, der sich mittlerweile entschlossen hatte wieder in sein Bett zu verschwinden, tastete sich langsam durch die dunkle Wohnung. Natürlich bemerkte er Masa nicht und lief ihm so geradewegs in die Arme. „AHH!“ Rief er laut und erschrocken und verlor das Gleichgewicht.

Der Schwarzhaarige schloss schnell die Arme um den schlanken Körper seines Bons und hinderte ihn so am Hinfallen. „He… alles in Ordnung.“ Versuchte er ihn zu beruhigen, doch er kannte Kais Angst vor Gewitter.

„Komm mit zu mir, ich weiß genau, dass du so nicht schlafen kannst.“ Flüsterte er leise, griff nach der Kerze und führte Kai in sein Schlafzimmer. Dort zündete er die Kerze an und lächelte. „Danke…“ Kai kam sich irgendwie dämlich vor, wenn er ehrlich war. Er war 23 und hatte Angst vor einem Gewitter und wie jedes Mal, wenn er in Masas Nähe war, verkroch er sich in sein Bett… wie ein Baby.

Der Schwarzhaarige stellte die Kerze auf den Nachttisch, räumte die Akte weg und seufzte leise. „Lass uns schlafen.“ Erklärte er dann und kroch wieder ins Bett. Irgendwie ahnte Masa schon, dass er diese Nacht kein Auge mehr zu tun würde.

Kai seufzte leise und kuschelte sich eng an den warmen starken Körper seines Beschützers. Es lief immer auf das gleiche hinaus bei Gewitter, also warum sollte er gerade heute versuchen sich zu ändern. „Ja…“ flüsterte er leise. Aber Kai wusste, dass an Schlaf nicht zu denken war, solange draußen ein solches Wetter war.

Immer wieder zuckte er zusammen, als der Donner ertönte. Seine Augen hatte er fest geschlossen und sein Gesicht eng an Masas Körper verborgen um die Blitze nicht mit zu bekommen, doch der Donner reichte um ihm Angst zu machen.

Masa schlang die Arme noch etwas enger um den schmalen, zitternden Körper und flüsterte leise „Dir kann nichts passieren, ich bin bei dir Bon“. Kai nickte leicht. Das wusste er ja, aber seine Angst war eben da. Auch Masa wusste dies, flüsterte Kai immer wieder leise beruhigende Worte ins Ohr, bis das Gewitter sich fast verzogen hatte und der schmale Körper Kais nicht mehr zitterte.

Der Blonde war ruhig geworden, sein Herz hatte aufgehört zu rasen und er atmete nicht mehr heftig aus Angst, sondern ruhig und gelassen. Schlief Masa? Der Blonde blieb eng an dem Körper seines Beschützers gekuschelt. „Tut es weh?“ Fragte Kai leise. Wenn Masa schlafen würde, dann würde er es ja jetzt merken. //er schläft…//, dachte der jüngere doch sehr erleichtert, als kurz auf seine Frage keine Antwort kam.
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