Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The Healing Touch

von Panthera
GeschichteRomance, Thriller / P18 / Het
Cyclops / Scott Summers Gambit / Remy LeBeau Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Rogue / Mary D'Arcanto Wolverine
04.03.2006
06.01.2008
31
109.904
10
Alle Kapitel
143 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
04.03.2006 3.088
 
@kitana, Nenany & niah luna: Lieben Dank für die Rückmeldungen! *freu*

@Nenany: Das fragt sich Logan auch, die Sache macht ihn doch nervös. Er kämpft lieber gegen Bedrohungen, die körperlich greifbar sind. Und mal schauen, ob sich die beiden zusammenraufen…

@niah luna: Die Attacke hatte einen Grund, aber das bleibt vorerst mein Geheimnis. ;-) Und ob diese Nacht ausreicht, um sich wirklich richtig nahe zu kommen? Mal schauen…
Danke übrigens, ich gebe mir Mühe, die Charas plastisch zu machen, damit man sich gut in sie hineinversetzen kann!

@kitana: Logan hat zwar einen kleinen, genetischen Voorteil über andere Kerle, aber ich denke doch, daß es da draußen ein paar gute Exemplare gibt! *g*
Gut gedacht! Aber wie und warum? Das behalte ich noch eine Weile für mich. Es soll ja noch ein paar Überraschungen geben! :-)

Viel Spaß weiterhin!

============================================================================================================================



° ° °
„Wieso hast du nichts gesagt?“, hakte Logan nach.
Candy schnaubte: „Na, klar! Das ist genau das richtige Konversationsthema nach einer wilden Nacht, oder wie auch immer Du unser erstes Zusammentreffen nennen magst. Ich habe nie behauptet, daß ich keine Erfahrungen auf diesem Gebiet habe, das hast Du allein aus der Tatsache geschlossen, daß ich… Du weißt schon!“, beendete sie den Satz etwas lahm.
Diese anatomische Besonderheit war mit ein Grund, warum Candy sehr zurückhaltend gewesen war, wenn es um Beziehungen ging. Das und die Tatsache, daß man nicht an jeder Ecke Mutanten traf, mit denen man sich eine Beziehung vorstellen konnte.
Sie strich sich die noch feuchten Haare aus dem Gesicht und sah zögernd zu ihm rüber. Sie fragte sich, wie das zwischen ihnen weiter gehen würde. Immerhin sollte sie mit den Leuten von Professor Xavier zusammen arbeiten und Logan war nun so etwas wie ein Kollege. Gab es im Institut von Professor Xavier Richtlinien für Angestellte? Sie hatte ja keinen offiziellen Vertrag mit den X-Men, war sozusagen auf Probe dort. Das war alles so kompliziert!

„Ich würde ja sagen, lassen wir es langsam angehen. Zieh in die Mansion und dann sehen wir weiter, aber wenn wir beide unter demselben Dach schlafen, kann ich für nichts garantieren“, sprach Logan Candys Gedanken laut aus.
Sie blinzelte verwirrt, weil sein Einfühlungsvermögen sie überraschte, was er mit einem seiner typischen, schiefen Grinsen quittierte.
Was hatte er damit gemeint, daß er für nichts garantieren konnte?
„Komm her“, forderte er sie mit einem leisen Grollen in der Stimme auf, das ihr einen erwartungsvollen Schauer den Rücken herunterjagte.
Candy schluckte, als ihr klar wurde, was sein letzter Satz wirklich bedeutete, sie kroch zu ihm rüber und setzte sich mit gegrätschten Beinen auf seinen Schoß, während seine Arme sie umschlangen und sie fest an seinen muskulösen Oberkörper preßten.

„Dafür hast Du dich aber in den letzten Tagen ziemlich gut in der Gewalt gehabt, Logan.“, meinte sie neckend.
Sie hob ihre Hände und fuhr mit gespreizten Fingern in seine Haare, die noch feucht waren und sich dadurch seltsam weich anfühlten. Sie sah ihm mit einem amüsierten Glitzern in ihren Augen tief in seine, die fast schwarz erschienen, weil seine Pupillen so geweitet waren.
Seine Antwort war ein tiefes Knurren und dann hatte er sie gepackt und rücklings auf ihre Couch geworfen, um sich auf sie zu stürzen. Er machte jede Unterhaltung unmöglich, da er sie mit wilden Küssen zum Schweigen brachte, sie konnte ihn gerade noch davon abhalten, ihren Lieblingskaftan in Fetzen zu schneiden, bevor ihr alles egal wurde, weil Logan sie erneut auf einen gewaltigen Gipfel trieb, der alles andere auslöschte…


~
Sie mußten auf der Couch eingeschlafen sein, denn Candy erwachte, weil sie in ihrer Nacktheit fröstelte. Sie lag auf Logan, dessen Arm um ihre Taille lag und ihr Halt gab. Sie überlegte gerade, ob sie ihn wohl wecken würde, wenn sie vorsichtig von ihm herunterglitt, um eine Decke zu holen, als er heftig in die Höhe schnellte und sie dadurch von ihm herunter gestoßen wurde und ziemlich unsanft auf dem Boden landete.
Er sprang behende auf die Füße, stieß ein aggressives Knurren aus und die Klauen schossen mit einem zischenden Laut aus seinen Händen. Candy starrte ängstlich zu ihm auf, er sah wirklich gefährlich aus. Sie hielt ein nervöses Kichern zurück, als ihr der Gedanke durch den Kopf schoß, daß Logan so eindrucksvoll aussah, nackt und in Angriffsstellung, daß sie ihn am liebsten abgelichtet hätte.
Was war nur los mit ihm?
Candy hob die Arme schützend vor die Brust und versuchte, das Zittern ihrer Glieder unter Kontrolle zu bringen. Sie hätte am liebsten angsterfüllt aufgeschrieen, als er einen Schritt auf sie zuging, doch sie preßte sich eine Hand auf den Mund, um den Ausruf zu unterdrücken. Sie wollte Logan nicht unnötig erschrecken.
Logan sah sich gehetzt in dem Zimmer um, sein Atem kam nur noch stoßweise und ein Schweißfilm bildete sich auf seinem in mürrische Falten gezogenen Gesicht.

„Logan?“, Candy bekam seinen Namen vor Nervosität kaum über ihre blassen Lippen.
Er zuckte zusammen und fuhr zu ihr herum. Einen Moment dachte sie voller Schrecken, er würde sich auf sie stürzen, doch er ballte die Fäuste und ließ seine Klauen wieder in seinen Händen verschwinden.
„Irgendjemand lauert uns auf! Das ist nicht normal, ich kenne keine Angst“, keuchte Logan und glitt auf die Knie, da die Empfindungen immer stärker wurden.
Candy robbte zu ihm herüber und legte ihm vorsichtig eine Hand auf den Arm, um ihn nicht weiter zu ängstigen. Sie aktivierte ihren sechsten Sinn und zuckte sofort zurück, als sie die Panikwelle überrollte, die Logan gerade durchlitt. Sie war viel schlimmer als diejenige, die Candy im Tunnel gespürt hatte.

„Logan was soll ich tun?“, fragte sie ängstlich.
„Wir müssen sofort verschwinden, wer immer dahinter steckt, könnte uns jetzt angreifen und ich könnte dich nicht beschützen.“, brachte Logan stockend hervor.
Candy griff nach ihrem Kaftan und zog ihn schnell über, während sie fieberhaft überlegte, wie sie hier wegkommen könnte, ohne diesem mysteriösen Angreifer in die Falle zu gehen. Ihr Herz begann noch schneller zu hämmern, wenn sie daran dachte, daß jemand ihnen draußen vor der Tür auflauern könnte, sollten sie ihre Wohnung verlassen.

Logan konnte kaum mehr zusammenhängend denken, die Angst zerfraß jeden vernünftigen Gedanken, es war umso schlimmer für ihn, da er dieses Gefühl kaum kannte. Dennoch schaffte er es, sich aufzurichten und zu seiner Lederjacke zu torkeln, die immer noch auf dem Boden lag.
Er durchwühlte die Taschen nach dem Miniatur-Funkgerät, das er immer auf Missionen mitnahm, um eventuell Verstärkung herbei rufen zu können.
Kurt! Er wartet bestimmt noch auf mich!
Der Name des Teamkollegen blitzte plötzlich in seinem Kopf auf und er wählte mit zitternden Fingern seine Nummer.

„Candy, sprich Du mit ihm, ich… kann nicht.“
Er streckte die Hand mit dem Funkgerät aus und ließ sich wieder auf den Boden gleiten, wo er die Beine anzog und versuchte, nicht komplett den Verstand zu verlieren. Es war kein besonders angenehmes Gefühl.
„Logan, soll ich dich abholen? Wo steckst Du?“, tönte die jungenhafte Stimme von Kurt aus dem Gerät.

„Kurt, hier spricht Candy! Logan ist bei mir, es… irgendetwas stimmt nicht. Er meint, daß wir angegriffen werden. Kannst Du uns holen? Bitte! Es wird immer schlimmer!“, stammelte sie aufgeregt, weil sie plötzlich auch einen Anflug der Angst spürte.
Kurt fragte sie nach ihrem genauen Standort und war dann innerhalb von Sekunden in ihrer Wohnung mit einem leisen „Bampf“ aufgetaucht. Er hielt sich nicht weiter mit der Begrüßung auf, nachdem er Logan und Candy nebeneinander sitzend auf dem Boden des Wohnzimmers entdeckte. Sie klammerten sich wie zwei ängstliche Kinder hilfesuchend aneinander.

„Kurt, schnell! Ich… diese Angst ist unerträglich!“, flehte Candy den jungen Mann an.
Er ging hinter den beiden in die Knie und legte jeweils einen Arm um Logan und Candy, um den Kontakt mit ihnen während ihrer Reise halten zu können. Mehr als drei Leute hatte er bisher nie teleportiert, aber Logan mußte man doppelt zählen, er war viel schwerer als ein normaler Mann, da das Adamantium um seine Knochen sein Gewicht so gut wie verdoppelte.
Kurt sandte ein kleines Gebet zum Himmel und packte fest zu, er schloß die Augen und konzentrierte seine Kräfte, um die beiden Passagiere sicher nach Hause zu bringen.
Wieder ein leises „Bampf“ und nur eine dunkle Rauchwolke und ein leichter Geruch nach Schwefel blieben von ihnen übrig. Der Aufbruch war keine Sekunde zu früh gekommen, denn in dem Moment wurde die Tür zu Candys Wohnung eingetreten und zwei dunkle Gestalten betraten den Raum.

„Sie sind weg! Das kann doch nicht sein!“, rief eine der Gestalten mit einer hohen Stimme aus.
Er eilte durch die Wohnung und durchsuchte sie, doch kann niemanden entdecken.
„Die anderen Person war ein Mutant und ziemlich stark, ich habe einfach zu lange gebraucht, es tut mir leid, mein Freund.“, meinte er bedauernd, als er sicher war, daß sich niemand mehr in der Wohnung aufhielt.
„Es ist gut. Ich bin jetzt sicher, daß sie am Leben ist. Wir werden sie wieder finden, mach dir keine Vorwürfe. Laß uns nach Hause gehen.“
Der Mann mit der angenehmen Stimme verließ die Wohnung und sein Freund folgte ihm mit hängenden Schultern schweigend nach draußen…


~
Kurt hatte Logan und Candy sofort in die medizinischen Labors teleportiert, damit sich die Ärzte des Teams um die beiden kümmern konnten. In der ganzen Hektik hatte Candy total vergessen, daß Logan vollkommen nackt und sie ebenfalls nur leicht bekleidet war.
Sie wurde knallrot, als Jean sie beide in dem Krankenzimmer mit einem hochmütigen Heben der Augenbrauen begrüßte und ihr Blick auf Logan fiel, der immer noch unbekleidet auf einem Untersuchungstisch lag. Sie hatte zu ihrer Beschämung noch nicht einmal daran gedacht, Logans Blöße zu bedecken, nachdem Kurt den Untersuchungsraum verlassen hatte, um das restliche Team über den nächtlichen Notfall zu unterrichten. Sie war einfach nur froh gewesen, daß sie beide mit heiler Haut aus ihrer Wohnung heraus gekommen waren.
Die Ärztin sah trotz der späten Stunde wie aus dem Ei gepellt aus, als würde sie in ihren Kleidern und perfekt frisiert schlafen. Candy fragte sich mißmutig, ob diese Fähigkeit zu ihrer Mutation gehörte. Nervös versuchte sie, mit beiden Händen ihre wirren Haare wenigstens etwas zu glätten, die wohl in alle Richtungen abstanden, da sie nicht dazu gekommen war, sie nach dem Duschen zu frisieren. Sie war ja mit anderen Dingen beschäftigt gewesen…

Jean holte eine leichte Decke aus dem Schrank und warf sie über Logan, der die Augen geschlossen hatte und immer noch heftig atmete, als hätte er eben einen Sprint hingelegt.
Jean heftete ihre grünen Augen auf Candy, die am Kopfende des Tisches stand und besorgt auf Logan runterblickte.
„Was ist passiert?“
Die kühle Stimme der Ärztin riß Candy aus ihrer Erstarrung.

„Ich bin nicht sicher. Etwas oder jemand hat uns beiden Angst gemacht, es war schrecklich. Ich kann es einfach nicht erklären…“, sagte sie noch ziemlich durcheinander von den sich überschlagenden Ereignissen der letzten Stunden.

Jean runzelte irritiert die Stirn und meinte fordernd: „Ich muß es schon genauer wissen, Candy. Sonst kann ich Logan nicht behandeln.“
Candy zuckte schuldbewußt zusammen und versuchte, sich zusammenzureißen.
„Tut mir leid, Jean. Ich werde versuchen, es besser zu erklären.“, murmelte sie kleinlaut.
In dem Moment schlug Logan die Augen auf und richtete sich auf, indem er sich auf seine Ellenbogen stützte.
„Ich brauche keine medizinische Behandlung, Jean. Das muß ein ziemlich mächtiger Mutant gewesen sein, der da seine Fühler nach uns ausgestreckt hat. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß es dabei nicht um mich sondern um Candy ging. Schließlich war der erste Angriff direkt auf sie gerichtet und beim zweiten Angriff hielt ich mich in ihrer Wohnung auf. Es ist merkwürdig, daß wir von einem solchen Mutanten nichts wissen sollten. Ist Charles zuhause? Ich würde gerne mit ihm darüber sprechen.“
Candy war erleichtert, daß Logan sich soweit erholte hatte, daß er wieder normal sprechen konnte. Am liebsten hätte sie ihn berührt, um auch ganz sicher zu gehen, daß er nicht mehr litt, doch unter dem taxierenden Blick der stets beherrschten Jean wollte sie das nicht riskieren.

Jean schüttelte den Kopf: „Nein, er ist in New York und kommt erst am Wochenende wieder. Du weißt doch, daß er an der Columbia Seminare anbietet.“
Logan verzog bedauernd den Mund, das hatte er tatsächlich vergessen.
Professor Xavier war von einem Mitglied der Universitätsleitung gebeten worden, im Fachbereich Physik einige Seminare für Fortgeschrittene anzubieten. Xavier hatte dem Angebot nicht widerstehen können, da er in der Schule nie so weit in seinem Lieblingsthema vorstoßen konnte wie an der Universität. Das bedeutete natürlich auch, daß er wochenweise in der Mansion ausfiel.

„Wie geht es den beiden?“, fragte Scott Hank, die sich auf dem Flur vor dem Untersuchungsraum getroffen hatten.
Hank zuckte mit den Schultern und meinte: „Ich weiß nicht, Kurt hat mir eben Bescheid gegeben, daß es einen Zwischenfall gab. Am besten sehen wir nach.“
Scott klopfte telepathisch bei Jean an, die ihm gleich die Erlaubnis gab, den Raum zu betreten.
Candy hätte sich am liebsten in ein Erdloch verkrochen, als Hank und Scott das Zimmer betraten. Ihr war klar, daß die Kollegen über den Vorfall unterrichtet werden mußten, aber hätte das nicht warten können, bis Logan und sie wieder anständig angezogen waren?

„Was genau ist in New York passiert?“, fragte Scott sogleich, er mußte als Anführer der X-Men wissen, ob eines seiner Teammitglieder in Gefahr war.
Trotzdem entging seinem aufmerksamen Blick weder Candys und Logans Aufmachung noch die Tatsache, daß Logan bei Candy übernachtet hatte. Er unterbrach Logans Bericht jedoch nicht, die drohende Gefahr war viel wichtiger als sein Privatleben, das ihn im Grunde ja auch nichts anging. Jedenfalls solange es nicht mit den Interessen und der Sicherheit des Teams kollidierte.

Scott strich sich nachdenklich über das Kinn, während er aufmerksam zuhörte.
„Candy, bist Du jemals einem solchen Mutanten auf deinen Missionen begegnet? Oder hast Du dir Feinde gemacht, indem Du jemanden geheilt hast, der eigentlich sterben sollte?“, hakte er nach, als Logan seinen Bericht beendet hatte.
Alle Augen waren auf sie gerichtet und Candy wurde immer unbehaglicher zumute, sie konnte nicht glauben, daß irgendjemand ein Interesse an ihr haben könnte. Allein der Gedanke daran erzeugte ein Gefühl der Beklemmung in ihr.
„Ich habe bei meinen Einsätzen niemals solche Angst verspürt, in diesem Fall hätte ich auf ein Eingreifen verzichtet, das kannst Du mir glauben. Und ich bin auch noch nie bedroht worden, ich war immer sehr vorsichtig. Niemand hat jemals meinen Namen erfahren, ich bin immer gleich nach der Heilung verschwunden. Ich weiß, daß es Gerüchte gab, aber erst in letzter Zeit.“

„Auf jeden Fall bedeutet der Zwischenfall, daß Du allein in New York auf keinen Fall mehr sicher bist. Ich bin davon überzeugt, daß irgendeine Gruppierung Wind von deinen Fähigkeiten bekommen hat und sie gerne für sich nutzen möchte. Könnten es die Marauders sein, Logan? Hast Du in New York etwas herausbekommen können?“
Der Angesprochene richtete sich in eine sitzende Position auf, so daß Candy genau auf seinen nackten Rücken starren konnte, da sie genau hinter ihm stand. Sie konnte noch verblassende Spuren der Kratzer entdecken, die sie ihm mit ihren Fingernägeln während ihres Liebesspiels beigebracht hatte und versuchte sogleich, den Gedanken daran aus ihrem Hirn zu verbannen. Sie leuchtete bestimmt schon wie eine Ampel und offenbarte somit jedem Anwesenden, daß etwas zwischen ihr und Logan lief.

„Nein. Leider nicht! Hill und Shiva konnten nur von Angriffen einer anderen mutmaßlichen Gruppierung berichten, sonst gab es nicht Neues. Sie melden sich, sobald sie etwas Genaueres wissen. Sie sind dabei, einer vagen Spur zu folgen, haben aber noch nichts Konkretes.“

„Ich denke, daß wir für Heute genug Aufregungen hatten, jedermann sollte sich schlafen legen. Morgen steht wieder Unterricht an“, schloß Scott die provisorische Besprechung ab. Die Hauptsache war ja, daß keines seiner Teammitglieder ernsthaft verletzt worden war.

Logan und Candy blieben in dem Untersuchungsraum zurück, nachdem sich die anderen von ihnen verabschiedet und eine Gute Nacht gewünscht hatten.
Logan schwang die Beine über den Untersuchungstisch und griff gleichzeitig nach Candys Hand, um sie an sich zu ziehen, bis sie an seiner Brust landete und zwischen seinen Oberschenkeln gefangen war.
„So hatte ich mir die Nacht mir dir nicht vorgestellt.“, flüsterte er in ihr vom Schlaf zerzaustes Haar.
Candys Herz begann wild in ihrer Brust zu schlagen, als sie seine Lippen an ihrem Ohrläppchen spürte.
„Logan? Geht es dir wirklich wieder gut? Ich hatte solche Angst, als deine Klauen plötzlich herausschossen…“, fragte sie besorgt nach und sah ihm prüfend in die dunklen Augen..

„Mir geht es gut, Du mußt dir keine Sorgen machen. Der Angreifer hatte den Überraschungseffekt auf seiner Seite. Noch mal wird er mich nicht so treffen können. Angst ist ein physiologischer Prozeß, den meine Mutation genauso verarbeitet wie eine Verletzung. Eigentlich müßte es dir genauso gehen, oder?“
Candy blinzelte überrascht, sie hatte nicht damit gerechnet, daß Logan so gut über die medizinische Seite seiner Mutation Bescheid wußte. Aber schließlich lebte er seit Jahren mit den X-Men, da war es sehr wahrscheinlich, daß sie seine Fähigkeiten ebenfalls ausgelotet hatten.
„Nein, leider nicht. Das muß an der Empathie liegen, daß ich immer noch Angst verspüre. Aber wie reagierst Du dann auf Bedrohungen?“

„Ich bemerke die atmosphärischen Veränderungen durchaus, aber bin selbst nicht davon betroffen. Deshalb hat mich die Attacke vorhin auch so aus dem Konzept gebracht.“
Logan streichelte sanft ihren Nacken, als sie ihren Kopf auf seine Schulter bettete. Scott hatte recht gehabt, sie sollten wirklich schlafen gehen. Candy mußte sich von dem Angriff erholen, trotz ihrer Selbstheilungskräfte war sie nicht an die Auswirkungen von solchen Vorfällen gewöhnt. Wenn das Adrenalin erst mal nicht mehr durch den Körper jagte, stellte sich die Erschöpfung blitzartig ein.
Er glitt vom Tisch herunter und Candy trat einen Schritt zur Seite. Logan lief, so wie er war, die Decke war auf den Boden geglitten, zu einem Schrank in der Ecke, wo er eine Sweathose aus einem Regal zog, die er sich überstreifte.
Candy hatte die Decke vom Boden aufgelesen und zusammengefaltet auf den Tisch gelegt, um ihren Blick von seinem gestählten Körper loszureißen, dessen Anblick allein genügte, um ihr Herz wieder schneller schlagen zu lassen und das Verlangen nach ihm erneut zu wecken.

„Wir sollten uns jetzt schlafen legen.“
Logan wartete an der geöffneten Tür auf sie und sie folgte ihm zu den Aufzügen, die sie nach oben in den Wohntrakt führten. Als Candy den Knopf für ihr Stockwerk betätigen wollte, sie wohnte noch in dem Gästezimmer im ersten Stock, hielt Logan sie zurück und drückte den Knopf zur dritten Etage, wo er sein Zimmer hatte.
Ihre Kehle schnürte sich zusammen, als Logans intensiver Blick sie traf. Er schaffte es, ohne Worte seine Wünsche auszudrücken. Und Candy folgte ihm genauso wortlos, da sie sich genauso danach sehnte, die Nacht bei ihm zu verbringen.


Fortsetzung folgt...
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast