White Wolves! Verloren in der Wildnis

GeschichteDrama / P12 Slash
Echizen Ryoma Fuji Syusuke Kikumaru Eiji Momoshiro Takeshi Oishi Syuichirou Tezuka Kunimitsu
04.03.2006
25.07.2006
15
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Dieses Kapitel
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Titel: White Wolves – Verloren in der Wildnis
Untertitel: Abenteuer Wildnis
Teil: 1/?
Autor1: Nicnatha
Email: 2X-Treme@web.de
Autor2: Yamica
Email: yamica@craig-parker.de
Fanfiction: Prince of Tennis
Rating: PG-14
Genre: Drama
Inhalt: Ein Ausflug in die freie Natur wird zum grössten Kampf, denn das Team rund um Tezuka je zu bestehen hat.
Warnungen: [yaoi][angst]
Pairing: noch keines
Archiv: ja
Disclaimer: Prince of Tennis und die Charaktere daraus gehört natürlich nicht uns (schön wär's) und wir verdienen hiermit auch kein Geld.
Anmerkung: Storyline basiert auf einem gleichnamigen Film, den einige vielleicht kennen.
Danksagung: Ein ganz grosses Danke geht an meine liebe Freundin Nic, ohne die ich nicht in der Lage gewesen wäre diesen Plotbunny umzuwandeln.



Das Stimmengewirr war kaum auszuhalten. Zwei komplette Teams quatschen die ganze Busfahrt durcheinander und diskutierten über die bevorstehende Wanderung in den Bergen, was sie erleben würden, welche Herausforderungen sie meistern würden und keiner dachte daran seine Kräfte für die kommenden Strapazen zu schonen. Nun ja, fast keiner. Ausser dem Teamcaptain von Seigaku, denn Tezuka wusste was aus sie zu kam, nicht umsonst hatte er die Führung seiner Gruppe übernommen. Das war der Ansporn für ihre Gegner, in diesem Fall Hyotei, gewesen, ebenfalls auf einen ausgebildeten Experten zu verzichten, denn Atobe war überzeugt, er würde sein Team schneller als Tezuka zum Treffpunkt führen können.

So flogen die Fetzen zwischen den beiden also wortlos und bestand im Grunde nur daraus, sich gegenseitig mit Blicken zu traktieren und versuchen cooler als der andere zu sein. Atobe gab als erster auf und grinste Tezuka an, der das mit stoischer Miene aufnahm und anschliessend zum Fenster hinaus sah. Nicht mehr lange und sie würden an ihrem Ziel ankommen.

Das Geschnatter ging weiter, auch als der Bus anhielt und das Gepäck wieder an ihre Besitzer ausgeteilt wurde. Nun wurde es etwas ruhiger, der ein oder andere hatte doch etwas mit dem Gewicht auf seinem Rücken zu kämpfen, dabei hatten alle die selbe Grundausrüstung dabei, sponsored by Daddy Atobe. Nur die Kleidung und Toilettensachen waren Privateigentum, aber das fiel kaum ins Gewicht. Da alle Standartgrössen der Rucksäcke hatten, hatten besonders die kleineren Spieler recht zu kämpfen, so dass bei Hyotei schon eifrig hin und her geschoben wurde und Yuushi einiges von Gakuto in seinem Rucksack verstaute. Eiji versuchte Oishi ebenfalls etwas von seinen Sachen aufzuschwatzen, musste aber im Endeffekt zehn Tuben Zahnpasta beim Bus zurück lassen und sich mit einer einzigen zufrieden geben, was er lautstark beklagte und die anderen so zum grinsen brachte.

Momoshiro legte sich derweilen mit Kaidoh an, bis ihm auffiel, dass sein kleiner Freund Echizen es kaum schaffte sich den Rucksack richtig umzuschnallen. "Brauchst du Hilfe?", wollte er wissen und liess Kaidoh einfach stehen, um sich Ryoma zuzuwenden.

Dieser sah ihn ziemlich müde an, denn erneut hatte er nicht viel geschlafen. "Ja, wenn du mir die hälfte abnimmst.."

"Die Hälfte? Bist du wahnsinnig? Zieh das Ding erst mal richtig an, dann klappt das schon..." Er hob den Rucksack an, so dass Ryoma in die Träger schlüpfen konnte. Dock kaum liess Momoshiro los, begann der Kleine zu taumeln, so dass Kawamura mitleidig vor ihn trat und meinte, er könne ihm schon was abnehmen. Doch kaum hatte Kawamura das angeboten, brauste Momoshiro auf. "Das kann ich ihm auch abnehmen! Zeig mal her..." Er begann die Zeltstangen von Ryomas Rucksack abzuschnallen und bei seinen zu befestigen.

"Mada mada Dane..", murmelte der Kleine und grinste nur, während sein Gewicht immer weniger wurde.

Weitere zehn Minuten später drängte Tezuka zum Aufbruch, da Hyotei schon fünf Minuten zuvor aufgebrochen war.

Eilig ging Oishi zu Tezuka und sah ihn fragend an. "Wo lang?"

"Hyotei hat den rechten Weg genommen, also gehen wir links. Pass auf, dass keiner zu weit vorläuft, das wäre zu gefährlich."

"Soll ich am Ende der Gruppe gehen?"

"Wenn du Kikumaru da hinten halten kannst", meinte Tezuka nur trocken und schon Sekunden später wusste Oishi was gemeint war, denn Eiji hüpfte mit lauten "oi, oi, oi"- Äusserungen an ihnen vorbei hinter Kaidoh, Momoshiro und Echizen hinter her.

Seufzend schlug er sich gegen den Kopf und folgte dem rothaarigen Wirbelwind.

Im Endeffekt bildete Tezuka zusammen mit Fuji, Inui und einem reichlich beladenen Kawamura das Schlusslicht, während die Jugend vorneweg hüpfte.

"Wenn ich die Daten richtig im Kopf habe", meinte Inui mit einem Mal in die ach so friedliche Stille hinein und es war ziemlich sicher DAS er die Daten richtig im Kopf hatte oder sonst sicher auf seine Notizen zurück greifen konnte. "...wird Eiji spätestens in sechszehn Minuten aufhören zu hüpfen und das Gewicht auf seinem Rücken spüren. Berechnet man Echizens Grösse, abzüglich des Gewichts das Momoshiro und Kawamura für ihn tragen, wird er zwei Minuten danach zurück fallen.....Kaidoh und Momo werden zu 89%iger Sicherheit in einer halben Stunde nach einer Pause verlangen...."

"Ohne deine Daten während wir alle verloren...", grinste Fuji, dessen lächeln man nie aus seinem Gesicht zu bekommen schien.

Und sie waren zuverlässig, denn kurz darauf begann Eiji vor ihnen sichtlich zu ruhigen und tapste nun brav neben Oishi her und bewunderte die Natur um sie herum, während vor ihnen die drei jüngsten Mitglieder des Teams noch immer versuchten sich gegenseitig zu übertrumpfen, ohne wirklich zu rennen und doch schneller als die anderen zu sein.

Ryoma achtete eigentlich nicht wirklich auf Kaidoh und Momo, denn die beiden konnten es mal wieder nicht lassen, sich ständig überragen zu wollen, er selber lief eigentlich nur so schnell, weil er sich so am wohlsten fühle.

Kaidoh hingegen legte sich alle zwei Meter mit Momo an und zischte leise. "Du schlägst mich nie, ich komme als erste an der Hütte an."

"Baka Mamushi, heute Nacht pennen wir draussen...die Hütte ist erst morgen dran....", grinste Momoshiro Kaidoh an.

Kaidoh blieb stehen und packte ihn am Kragen.
"Was soll der Scheiss Mamushi?!"

"Oi....was ist denn los?" Eiji sah die beiden erschrocken an und blieb hinter Oishi in sicherem Abstand stehen.

Doch Kaidoh liess ihn schon weder los und ging weiter ohne zu antworten.

Ryoma seufzte leise und sein Blick ging zu Momo. "Könnt ihr nicht wenigstens hier einmal Ruhe geben?"

"Hey, er hat angefangen, nicht ich", verteidigte sich Momo.

"Dann sei einfach ruhig und komm, sonst bilden wir das Schlusslicht." Ryoma ging weiter ohne auf ihn zu achten.

Währendessen sah Oishi seinen rothaarigen Freund fragend an. "Was ist mit Kaidoh los?"

"Vielleicht hat er seine Tage?", meinte Eiji unschuldig.

Sofort sah Oishi ihn verwirrt an. "Was redest du da? Hast du Fieber?"

"Nein...", hopste Eiji von dannen. "Ich mein nur...meine Schwester ist auch manchmal so gereizt und meint dann immer, sie hätte die Tage..."

"Aber doch nicht... Kaidoh.... oder doch?" Oishi wurde bei dem Gedanken rot und senkte den Kopf.

Währendessen war Fuji bei Tezuka geblieben und lächelte noch immer vor sich her.

Irgendwie schein der Captain schon wieder etwas angepisst von dem Ganzen. "Ich freu mich auf übermorgen", kam es knurrend von ihm und gab so schon mal die Überraschung preis, dass er sich tatsächlich auf etwas freuen konnte.

"Wieso übermorgen?" fragte Fuji und öffnete zum ersten Mal seine Augen um Tezuka anzusehen.

"Der Tag nach dem Rafting.....nach anstrengenden Strapazen....sie werden zahm wie Lämmer hinter uns her marschieren."

"Hai....", grinste Fuji. "Vielleicht sind sie auch heut Abend schon müde genug."

Zwar ruhiger als zu Beginn, doch auch gegen sieben Uhr Abends keiften sich Momo und Kaidoh noch immer an und hatten noch nicht einmal mit dem Aufbau des Zeltes angefangen, dass sie zu dritt bewohnen sollten. "Ich schlaf doch nicht mit dem in einem Zelt", bellte Momo wütend, während Ryoma allein mit Duzenden von Zeltstangen gelassen wurde.

Kaidoh sah genauso missmutig drein. "Ich schlaf eher draussen, als zusammen mit dem in einem Zelt!"

Die beiden anderen Zelte standen bereits und Tezuka verteilte bereits neue Aufgaben. "Nun macht vorwärts", befahl er den drei Jüngsten. "Sonst schlaft ihr alle unter freiem Himmel und...."

"Nya.....Chibi-chan kann doch bei uns mitschlafen", quäkte Eiji dazwischen. "Der passt sonst sicher auch noch zu uns, ne Oishi? Taka-san?"

"Ahm, hai...sicher...", meinte Kawamura, schien aber nicht wirklich glücklich und eher bereit beim Aufbau des Zeltes zu helfen.

Auch Oishis Blick sagte, das er lieber helfen würde, das andere Zelt aufzubauen, denn mit vier in einem Dreimannzelt dürfte es doch arg eng werden.

Tezuka nickte. "Helft ihnen! Danach sucht Holz, wenn ihr keine kalte Dosensuppe essen wollt."

Schliesslich hatten alle zusammen das Zelt aufgebaut, na ja ausgenommen von Momo und Kaidoh die sich etwas in den Wald verdrückt hatten und noch immer stritten.

Derweilen liess Tezuka die anderen versuchen ein Feuer zu entfachen - ohne Streichhölzer und Feuerzeug.

Was jedoch gar nicht so leicht war, denn keiner von ihnen hatte jemals so etwas getan.

Also bekamen sie es von Tezuka gezeigt mit der Auflage es noch selber zu versuchen, da sie es morgen alleine machen müssten, es sei denn, jemand wollte wach bleiben und das Feuer erhalten bis zum Frühstück.

Das gesamte Team sass um ihn herum und beobachtete ihn, wobei man ab und an leise "Ahhh..." und "Oooh..." vernahm.

Das schliesslich von lautem Gähnen unterbrochen wurde. "Gomen", kam es leise von Eiji.

Oishi half ihm beim aufstehen. "Ich denke wir gehen ins Bett... oder eher... auf die Matte."

"Aber das Abendessen.....", jammerte Kikumaru.

"Hast du Hunger?"

"Hai, hai...."

"Dann lass uns etwas machen..." Oishi war nun voller Tatendrang und begann wie ein wilder Dosensuppen zu öffnen.

Währendessen sass Ryoma etwas abseits und versuchte seine Dose ebenfalls aufzubekommen.

Mit dem Effekt, dass er sich lediglich den Dosenöffner in die Hand rammte.

Sofort kniff er die Augen zusammen und presste die Lippen aufeinander, denn er wollte keinen Schmerzenslaut ausstossen.

Augenblicke später trat etwas vor ihn und nahm ihm das Licht das von dem Feuer ausging und er konnte in der Dämmerung nur einen Schatten erkennen. Einen Schatten der sich vor ihm hinhockte und seine Hand in die seine nahm und ein sauberes Taschentuch drum wickelte.

Verwirrt blickte er die Person an und wusste nicht, was er sagen sollte.

"Alles okay?", fragte ihn dann eine bekannte Stimme. "Lass uns näher ran gehen, wir brauchen auch unsere Ration, schliesslich müssen wir noch wachsen..."

Ryoma nickte nur und stand dann auf. "Danke... Momo-senpai..."

Tatsächlich blubberte die Suppe bereits vor sich hin, als sich die Zwei zu den anderen ans Lagerfeuer setzten. Und nicht nur die beiden Jungspunde warteten sehnsüchtig auf das Essen, auch der Rest der Mannschaft war Hungrig und so hört man alsbald das erste laute Magenknurren - von Tezuka.

Sofort legten sich alle Augen auf ihn und Fujis grinsend wurde breiter. "Hunger Captain?"

"Es ist fertig, du kannst sie verteilen", bekam er nur als Antwort und die anderen versuchten vehement nicht zu kichern.

Fuji verteilte die Suppe und gab Tezuka dann eine extra grosse Portion.

Was dieser mit hochgezogener Augenbraue registrierte, aber nichts dazu sagte. Seine Schüssel war jedenfalls nachher vollkommen leer, auch wenn er im Gegensatz zu Eiji aus Gründen der Würde darauf verzichtete die Schüssel auszulecken.

Oishi gab Eiji schliesslich noch etwas von seiner Suppe ab, da er Sorgen hatte, der Jüngere würde verhungern.

Dafür bekam er einen strahlenden Blick aus grossen, glänzenden Kulleraugen geschenkt und schnurrend kuschelte sich Eiji an seinen Doppelpartner, während er vor sich hinmümmelte.

Sofort schloss Oishi die Augen und seufzte leise.

Währendessen war Kaidoh mit seiner Portion längst fertig und sah in die leere Schüssel. "Das war alles?"

"Wenn du mehr willst, geh in den Wald und fang es dir", kam es sofort wie aus der Pistole geschossen von Momoshiro.

"Shhhhhhhhh....", war von Kaidoh zu hören, dann stellte er seine Schüssel hin und ging zum Zelt.

"Na wenigstens werden wir keine Mäuse und Ratten im Zelt haben, wenn ne Viper darin schläft", meine Momo grinsend und blickte zu Ryoma. "Hey, schmeckt dir die Suppe nicht oder warum ist die kleine Schüssel noch nicht leer?"

Sofort blickte der Jüngere zu ihm hoch. "Äh... ich..... hai..." Er begann schnell zu essen und leerte die Schüssel.

Derweilen begannen die Temperaturen zu sinken und nur noch das Feuer spendete Licht. Eiji kroch Oishi schon fast auf den Schoss weil er fror, während Inui klugerweise eine Decke geholt hatte.

Auch Fuji begann etwas zu zittern, was man ihm jedoch nur ansah, wenn man ihn genau beobachtete. Kaidoh hatte sich in das Zelt zurück gezogen und bald darauf hörte man lautes schnarchen aus dieser Richtung. Ryoma zog sich die Jacke über, aber fand es dennoch noch zu kalt.

"Wir sollten schlafen gehen", entschied Tezuka für die Allgemeinheit, sah dabei jedoch nur Fuji an.

Dessen Blick hing noch immer auf dem Feuer, während Ryoma den Kopf schüttelte. "Ich kann nicht in dem Zelt schlafen, hörst du wie er schnarcht?"

Tezuka ignorierte das. Spätestens morgen würde Echizen auch neben einem Sägewerk schlafen.

Ein fast schon verzweifelter Blick traf nun Momo.

"Ich weck ihn auf...", knurrte der und marschierte entschlossen zum Zelt.

Doch Ryoma folgte ihm. "Das bringt doch nichts Momo, er schnarcht nachher trotzdem wieder."

"Dann zieh Kopfhörer an....", schlug Momo vor. "Und hör laut Musik..."

"Danke das du dich um mich kümmern willst, ich schaff das schon."

"Hö?", machte Momo verwirrt, kroch dann aber ins Zelt und nachdem er sich die Wanderschuhe abgestreift hatte, auch direkt angezogen in seinen Schlafsack.

Ryoma folgte ihm und lag dann beengt zwischen Momo und Kaidoh, der sich sofort an ihn kuschelte.

Nach einer Weile vernahm Ryoma gedämpfte Musik. Scheinbar hatte Momo seinen Discman tatsächlich mit dabei und hörte nun Musik, anstatt das furchtbare Geschnarche ihres Zeltgenossen.

Er selber hatte leider nicht an so was gedacht und versuchte sich nun irgendwie aus Kaidohs Umarmung zu lösen und sich vor dem schnarchen zu schützen.

Auch zwanzig Minuten später lag er immer noch hellwach und unruhig in seinem Schlafsack, als er mit einem Mal etwas an seinem Kopf spürte und kurz darauf Musik direkt in seine Ohren gespielt bekam.

Sofort wanderte sein Blick zu Momo.

Der nickte nur verschlafen und schien schon wieder halb im Land der Träume versunken zu sein, kein Wunder, machte ihm Kaidohs Sägerei nichts mehr aus.

Ryoma schloss also ebenfalls die Augen und schlief danach ein, auch wenn er sich von dem Aufdringlichen Kaidoh schützen musste.

Doch am Morgen dann war er mehr als froh, denn es war eiskalt in dem Zelt.

Aber nicht nur bei ihnen, auch die anderen wurden am Morgen durch die Kälte wach. Mit zwei Ausnahmen, die es seltsamerweise schön mollig warm hatten. Allerdings verpassten sie dafür Kawamura fast Nasenbluten, denn Eiji hatte sich einfach zu Oishi in den grossen Schlafsack geschmuggelt und seinen darüber ausgebreitet, so dass sie beide es schön warm hatten und nun friedlich aneinander gekuschelt schliefen und den Teamkollegen so aus dem Zelt trieben, weil er ja auch gar nichts gesehen haben wollte.

Oishi wurde nur langsam wach, denn er wollte die Wärme nicht missen und selbst dann blickte er nur auf Eiji und lächelte still.

"Nya.....nyaaaa....", schnurrte dieser im Schlaf friedlich vor sich hin und schien die schönsten Träume zu haben.

Also streckte Oishi seine Hand aus und strich ihm sanft über die Wange, was er sich nur getraute wen der andere tief und fest schlief.

Doch bekanntlich endete es meistens, wenn es am schönsten war und so begann Eiji sich kurz darauf zu regen und blinzelte hoch zu Oishi. "Ohayo...", gähnte er und hob nur kurz den Kopf, um sofort wieder zurück zu schrecken und sich im Schlafsack zu vergraben. "Brrrrr....dass ist ja scheisskalt da draussen..."

"Ja, dagegen haben wir es hier richtig gemütlich warm." Oishi lächelte ihn an.. "Aber wie ich Tezuka kenne müssen wir gleich raus."

"Hmm? Taka-san ist schon weg?"

"Ja, hab ihn nur rausrennen gehört, keine Ahnung wieso."

"Hmm....vielleicht aus dem selben Grund wie ich gleich...." Kikumaru begann sich frei zu strampeln und zog sich die Jacke über. "Die Natur ruft..."

"Schade...", flüsterte Oishi und erhob sich ebenfalls, seine Jacke anziehend.

Draussen begann sich wieder Leben zu regen. Eiji kam gerade aus dem Wald zurück und ging zum Lagerfeuer, dass Fuji gerade versuchte wieder in Gang zu bekommen, während Tezuka ihm ungerührt dabei zusah.

Scheinbar waren alle anwesend, abgesehen von Ryoma, Momo und Kaidoh.

Allerdings war es in deren Zelt auch verdächtig ruhig. Nicht einmal Kaidohs Schnarchen war zu hören.

"Sollen wir nicht mal nachsehen?", fragte Fuji und sah zu Tezuka.

"Wozu? Sie wissen wann wir aufbrechen, wenn sie sich nachher stressen wollen....ihr Problem."

"Aber... wenn sie doch keiner weckt?"

Tezuka seufzte lautlos und ging zum Zelt, um ein paar Mal gegen die Plane zu treten. "Aufstehen! Wenn ihr in fünf Minuten nicht fertig angezogen seid, könnt ihr zwanzig Mal runter zum Fluss und wieder hoch laufen!"

Sofort schlug Ryoma seine Augen auf und stellte fest, das er sich in einer sehr innigen und festen Umarmung Kaidohs Befand.

Auch Momo war sehr schnell wach gewesen und tat seinen Unmut nun kund, indem er Kaidoh sein Kissen überbriet. "Lass den Kleinen los, du Kinderschänder!"

Sofort zog dieser die Arme zurück und keifte Momo wie wild an, während Ryoma aufstand und nach draussen kroch.

"Nummer eins...", erklang es sofort. "Noch drei Minuten....", ratterte Tezuka runter und behielt seine Uhr im Auge, um abzuwarten wie lange die anderen haben würden.

Ryoma sah zurück zum Zelt und zog seine Jacke über. "Momo beeil dich lieber, du kannst den Rest des Tages streiten."

Knurrend und vor sich hin meckernd kam auch Momoshiro aus dem Zelt. Tezuka war froh, dass spätestens in einer Stunde, wenn sie wieder unterwegs waren, Ruhe herrschen würde. Denn was nun kam, war nicht mit dem Vortag zu vergleichen, dagegen war der gestrige Tag ein Sonntagsspaziergang gewesen.

Was damit gemeint war, merkten die Teammitglieder, als sie gegen zehn an einen Fluss kamen, wo grosse, gelbe Gummiboote vertaut waren.

Sofort wurde das Gemurmel laut, denn keiner von ihnen hatte so etwas schon einmal gemacht. Fuji wurde es regelrecht schlecht bei dem Gedanken, denn er hatte Angst vor Wasser.

Tezuka ordnete an, dass alle ihr Gepäck in die grossen Plastiktüten verstauen sollten, die in einer Kiste in den jeweiligen Booten aufbewahrt waren. "Verschliesst sie gut, sonst habt ihr heute Abend nasse Schlafsäcke und durchweichtes Brot", riet ihnen Tezuka.

"D-das ist nicht sein Ernst, oder?", wollte Eiji von Oishi wissen. "Das kann er nicht machen...wir werden alle ersaufen...."

"Kannst du nicht schwimmen Kikumaru-senpai?", wollte Momoshiro grinsend wissen.

Ryoma stiess ihn in den Rücken und knurrte leise. "Mach keine Witze drüber, schau dir lieber Fuji an."

Dieser stand etwas abseits und blickte noch immer wie versteinert aufs Wasser.

"Huh?", machte Momo nicht sehr intelligent. "Was ist denn mit ihm?"

"Hmm....", erklang es neben ihnen von Inui, der seine Sachen bereits verstaut hatte. "Scheint ein Fall von Aquaphobie zu sein...interessant..." Die neue Erkenntnis wurde sofort in sein Notizheft gekritzelt.

Während alle ihre Sachen verstauten und sogar Kaidoh ruhig war, hatte Fuji sich noch immer nicht von der Stelle bewegt.

Schliesslich trat Kawamura neben ihn. "Fuji....kann ich dir helfen? Fuji...?" Als er keine Antwort bekam, wandte er sich hilfesuchend an ihren Captain. Tezuka mochte oft kalt und arrogant und seinen Mitmenschen nicht besonders feinfühlig gegenüber wirken, doch er erkannte auch, wenn etwas wirklich ernst war. So schob er Kawamura nun bei Seite und trat vor Fuji, um dessen Blick auf das Wasser zu unterbrechen.

Sofort hob sich dessen Blick und er sah Tezuka fragend an. "Hai...?"

"Alles in Ordnung?" Eine einfache Frage, doch eine Frage, die jede Lüge erkennen würde.

"Ja, ich schaff das schon...", murmelte der Angesprochene etwas verlegen.

"Wir haben Schwimmwesten....dir kann nichts passieren...." Die Stimme klang mit einem Mal so sanft, so fremd, so ungewohnt, doch nur in Fujis Ohren, denn für alle anderen waren die Worte zu leise gesprochen.

Fuji nickte und sah dann erneut zu Tezuka. "Bleibst du in meiner Nähe?"

"Uhm....wir brauchen nur zwei Boote, wir können im selben mitfahren...", nickte Tezuka und half Fuji anschliessend auch seine Sachen noch Wasserdicht zu verpacken.

"Heee....seht euch das an", grinste Momo. "Wir dürfen uns selber abrackern, aber dem Tensai hilft unser Captain natürlich."

Ryoma gab ihm einen Stoss in die Seite. "Mach endlich, und verstau deine Sachen, wenn du sie behalten willst.

Kaidoh und der Rest der Gruppe war längst fertig, und warteten nun alle auf Tezukas Anweisungen.

Oishi würde das eine Boot übernehmen, währen Tezuka das andere steuern würde.

Im Grunde war es nicht schwer und Momo bekam richtig gehend Freude daran und ruderte was das Zeug hielt. Eiji grinste nur, musste fast nichts machen, da Momo auf der einen Seite, Kaidoh auf der anderen versuchte den jeweils anderen zu übertrumpfen.

Trotzdem blieben sie brav hinter dem Boot, mit Tezuka, Fuji, Inui und Kawamura, die als erste die Stromschnellen nahmen.

Fuji hatte die meiste Zeit die Augen geschlossen, aber das Lächeln war aus seinem Gesicht verschwunden und wenn man genau hinsah, sah man, das er zitterte.

Die Boote wurden ziemlich herum geworfen, doch die Jungen schafften immer wieder den Ausgleich und gelangten so heil bis zu dem ruhigeren Flussabschnitt, wo die Boote dann nur noch gemächlich vor sich hindümpelte.

Als Fuji auch nach mehreren Minuten noch immer nicht ruhiger wurde, legte ihm Tezuka behutsam eine Hand auf die Schulter. "Stell dir einfach vor, du sitzt auf einer Luftmatratze im Pool.....hier kann dir nichts mehr passieren.....und wir haben in den zwanzig Minuten eine Strecke hinter uns gebracht, für die wir sonst drei oder vier Stunden gehabt hätten."

Fuji nickte nur. "Es geht schon, aber wann steigen wir wieder aus?"

"In etwa zehn Minuten sollten wir die Anlegestelle erreicht haben. Dort machen wir dann auch schon Rast, damit wir nachher zeitig aufbrechen und unser nächstes Ziel zum Übernachten noch erreichen."

"Gut..", flüsterte der Braunhaarige und blickte wieder nach vorn, endlich hatte auch das zittern etwas nachgelassen.

Oishi und seine Gruppe waren derweil weniger gut davon gekommen. Gegen Ende der Stromschnellen war Momo ins Wasser gefallen und die ganze Gruppe dabei ebenfalls nass geworden. Da die Luft abgekühlt war, sassen die meisten nun zitternd im Boot.

"Ich will kein Wort mehr darüber hören", blaffte Momo Kaidoh an, kaum dass dieser den Mund öffnen wollte. Aber im Gegenzug begann Eiji nun zu meckern und drohte Momo, falls er sich nun eine Lungenentzündung einfing, wo er doch schon die ganze Woche davor leicht verschnupft gewesen war und gerade erst seit zwei Tagen wieder beschwerdefrei war.

Oishi schwieg verbissen. Ihm war selber kalt, aber sie würden den Rest der Strecke hoffentlich schaffen, ohne das Momo und Kaidoh sich prügeln würden. Ryoma gab sich deswegen auch grösste Mühe Momo abzulenken und kuschelte sich etwas an ihn, da er wahnsinnig fror.

Endlich an der Anlegestelle angekommen und die Boote sicher vertaut, wurde als erstes trockene Kleidung ausgepackt. Zufrieden seufzte Momoshiro auf, als er sich in seinen trockenen, warmen Fleecepullover kuschelte.

Der Rest war auch froh endlich umgezogen zu sein und alle sassen kurz darauf an einem kleinen Feuer, das Fuji diesmal ganz allein angefacht hatte.

Was ihm bewundernde Kommentare von Kawamura und Eiji eingebracht hatte. Von
Zweiterem besonders, da er trotz frischer Klamotten fror.

Oishi sah ihn deswegen die ganze Zeit besorgt an und legte ihm schliesslich eine Decke um die Schultern.

Sofort strahlte der Kleinere ihn an. Wohl kaum jemanden hätte es besonders erstaunt, wäre er ihm noch um den Hals gefallen. Aber scheinbar war Oishis Sorge unbegründet, denn Kikumaru plapperte die ganze Zeit munter wie ein Äffchen vor sich her, bis sie nachmittags dann langsam in höhere Gefilde kamen und es einen ersten Berg zu erklimmen galt.

Wieder gab es eine kurze Anleitung von Tezuka zwecks Sicherung an steilen Hängen.

Schliesslich nickten alle und schienen es verstanden zu haben. Die meiste Zeit blieben sie hintereinander und machten keine Dummheiten.

Und schliesslich konnten sie die erste, wundervolle Aussicht geniessen. Freie Natur so weit das Auge reichte. Sogar Eiji hielt kurzzeitig die Klappe und lehnte sich ganz gedankenverloren an Oishis Seite.

Seufzend blickte dieser erst auf Eiji hinab und dann in die Natur hinaus, gestört wurde dieser Frieden nur von Momo und Kaidoh die es mal wieder nicht lassen konnte sich zu zoffen, da Kaidoh in Momo hinein gelaufen war.

"Ich hätte beinahe den Chibi umgeworfen, weil du Blindschleiche mal wieder nicht aufgepasst hast!", fauchte Momoshiro und schob Ryoma etwas bei Seite, damit der nicht dazwischen geriet, was dem sicher recht war, wenn er etwas weg vom Abgrund kam.

Ryoma trat wirklich etwas zurück, währen Kaidoh näher an Momo heran kam. "Nenn mich nicht Blindschleiche du Wurm!"

"Ha! Was willst du dagegen machen, Mamushi? Ach nein, du bist ja keine Viper mehr, nur noch eine Blindschleiche..."

Kaidoh griff ihn wieder am Kragen. "Nimm das zurück!"

"Jungs, hört schon auf. Geniesst lieber die Aussicht...", versuchte Kawamura zu schlichten, wurde aber konsequent ignoriert.

Oishi liess Eiji nun los und wollte dazwischen gehen.

Aber Eiji hielt ihn fest. "Lass sie doch. Das ist doch normal..."

"Aber sie kommen dem Abgrund immer näher!" Oishi riss sich los und wollte nach vorn springen.

Doch Momoshiro stiess ihn zurück in Eijis Arme, er wollte niemanden, der für ihn schlichtete. Wütend packte er Kaidoh am Kragen.

Was zu viel war, war zu viel. Der Ausflug sollte den Teamgeist fördern, nicht umgekehrt. "Ihr beiden! Sofort Schluss damit", kam es bedrohlich von Tezuka, doch seine Worte verhallten ungehört, denn mit Runden um den Platz konnte er hier schlecht drohen. Also musste er schliesslich doch eingreifen und versuchte das Handgemenge zu unterbinden, indem er dazwischen ging.

Kaidoh aber liess nicht los und stiess Tezuka etwas zur Seite.

Sofort hatte er Momoshiro wieder am Hals, der aber Sekundenbruchteile später erschrocken innehielt und zu Tezuka starrte - oder besser gesagt an die Stelle, wo Tezuka noch kurz zuvor gestanden hatte.

Doch das lockere Erdreich hatte nachgegeben und war unter dem Gewicht einfach weggebrochen und hatte den Teamcaptain von Seigaku einfach mit sich in die Tiefe gerissen. Das Ganze war so schnell passiert, dass Tezuka nicht einmal richtig schreien konnte, ehe er aus dem Sichtfeld seiner Mitspieler verschwand.

Geisterhafte Stille umgab die restliche Gruppe, ein grauenhaftes Entsetzen der Erkenntnis folgend setzte ein.
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