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Der Ronin und die Schwertmeisterin

von Saraton
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
19.02.2006
23.02.2006
4
9.878
 
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19.02.2006 2.691
 
Die Rechte an Love Hina liegen beim Autor und beim Verlag. Ich bin nur ein Fan, der die Charaktere und die Geschichten liebt und eine - vielleicht etwas überschwengliche Phantasie - besitzt und die Auswürfe dessen anderen Fans zeigt.


So, hier ist Teil zwei der Geschichte.

Der Ronin und die Schwertmeisterin - Teil 2


Motoko und Keitaro lagen eng aneinander gekuschelt und schliefen friedlich.
Plötzlich ging die Tür ihres Zimmers auf und Su Kaolla stürmte herein.
"Motoko. Bist du da? Wir sind wieder zu...."
Abrupt bremste das junge Mädchen und starrte mit großen Augen auf die beiden Schlafenden.
"Kei...taro? Mo...toko?" stotterte sie verblüfft.
Das Mädchen sank auf die Knie und stupste die Schwertmeisterin vorsichtig an.
Diese rekelte sich schlaftrunken, wachte aber nicht auf.  Su kratzte sich am Kopf und wollte gerade sehen, ob sie Keitaro wach bekam, als Kitsune am Zimmer vorbeiging.
Bei dem Bild, das sich ihr bot, blieb sie abrupt stehen.
"Was..."
Kitsume riß ihre Augen weit auf und rief mit erstickter Stimme die anderen.
"Naru, Shinobu kommt her! Das solltet ihr euch ansehen. Ihr werdet nie glauben, wer bei Motoko im Zimmer schläft."
Durch diesen Aufruf wurden die Schlafenden geweckt und blickten entsetzt auf die anderen Bewohner von Hinata.
Naru schnaubte vor Wut. Shinobu war den Tränen nahe, während Kitsune breit grinste und auf das kommende Blutbad wartete.
Su beugte sich zu dem Ronin und der Schwertmeisterin vor, die nicht wußten, wie sie das erklären sollten und fragte mit unschuldiger Stimme: "Warum habt ihr nichts gesagt? Dann hätte ich doch mitgemacht. Das wäre sicher lustig geworden...."
Alle anderen Personen im Raum erstarrten einen Moment und liefen rot an.
"SU!!!!!!!!!!!"
Keitaro dachte, daß es am Mond sicher ganz angenehm wäre, zumindestens jetzt, denn es wäre wirklich sehr weit weg von Hinata.
"Das ist nicht so, wie ihr denkt!" schrie die junge Schwertmeisterin panisch.
Bevor sie weitersprechen konnte, erklang einer ruhige, melodisch klingende Stimme und ihre Augen weiteten sich
"Hm, Schwester, ich sehe, daß du Männer anscheinend nicht mehr so abstoßend findest..."
Entsetzt blickte Motoko auf ihre ältere Schwester Tsuroko, dem Oberhaupt des Shinmai-Clans.
Diese zog eine Braue hoch und lächelte unverbindlich.
"Du wolltest doch gerade etwas erklären, wir hören zu...."

Motoko war der Verzweiflung nahe. Was sollte sie ihrer Schwester und den anderen erzählen? Sie hatte Keitaro versprochen nichts zu sagen und die Sache mit "Keitaro war unwohl, deshalb hat er bei mir geschlafen" zu erklären, wäre mehr als nur verfänglich gewesen.
Ihre Schwester musterte sie ruhig und wartete, während die anderen sich gegenseitig fragend ansahen.
"Genug!"
Alle, bis auf Tsuroko zuckten zusammen. Keitaro war aufgesprungen und blickte die Versammelten fest an.
"Es ist hier nichts geschehen, was unstatthaft gewesen wäre. So weit solltet ihr Motoko doch kennen", fing er an, "...und bevor ihr fragt, was gewesen ist: Das geht euch alle nichts an!"
Motoko starrte verblüfft auf Urashima.
*Er wirkt so - männlich. Ah, was denke ich da?!*
Dieser nickte dem Mädchen zu.
"Ihr solltet jetzt gehen, ich denke, ihr habt noch einiges zu erledigen."
Naru wollte aufbrausen, doch ein kühler Blick von Keitaro bremste sie.
*Wie sieht er mich an*, dachte sie überrascht.
Mit kalter Stimme fuhr der Ronin fort zu sprechen: "Ich sage es ein letztes Mal, damit es alle verstehen: Zwischen Motoko-san und mir ist nichts geschehen, weder sie noch ich hätten so etwas getan."
Er wandte sich Tsuroko zu.
"Tsuroko-san, wenn es Euch recht ist, würde ich mich gerne mit Euch separat unterhalten."
Diese nickte nur und ging vorweg, während der Ronin ihr nachging.
Er drehte sich noch einmal zu den Mädchen um.
"...und damit meine ich separat!"
Keitaro sah zu der Schwertmeisterin und verbeugte sich vor ihr.
"Domo Arigato, Motoko-san, verzeiht mir die Unannehmlichkeiten, die Ihr meinetwegen gehabt habt", begann er formell.
Die Schwertmeisterin erwiderte die Verbeugung und sagte ruhig: "Es war mir eine Ehre zu helfen und die Unannehmlichkeiten sind nichts."
Als Keitaro hinausging, sah ihn Motoko einen Moment nachdenklich nach.
*Vielleicht habe ich mich doch in ihm getäuscht. Er ist ehrenhaft.*
Sie drehte sich um und blickte in die neugierigen Gesichter ihrer Mitbewohnerinnen. Motoko seufzte auf, als eine Frageflut über sie losbrach.
*Das ist wohl Schicksal*, dachte sie pragmatisch.

Keitaro Urashima setzte sich und atmete aus.
"Wir sollten miteinander reden. Ich möchte einige Mißverständnisse aufklären."
Tsuroko, die ihn ruhig musterte, nickte.
"Ja, das sollten wir, also...?"

Kitsune sah die anderen an.
"Ich wüßte gerne, was Keitaro wohl mit Motoko's Schwester bespricht.
Die Schwertmeisterin schnappte nach Luft.
"Das geht uns nichts an! Ich..."
Sie brach ab und starrte verblüfft auf Su, die triumphierend lächelnd ein elektronisches Gerät aufbaute, dann schloß sie noch zwei Boxen an und meinte noch immer breit lächelnd: "Das werden wir gleich wissen...."
Sie drückte auf einen Knopf und die Stimmen von Tsuroko und Keitaro klangen im Raum auf.
>>>>> "...Tsuroko-san, die Sache ist die, daß Motoko durch ihr Wort gebunden ist, nichts von dem zu erzählen, was vorgefallen ist. Dadurch konnte sie nichts tun, um das falsche Bild zu entkräften, das entstanden ist, als wir überrascht wurden... (sie hörten ihn schlucken) ...ich kann nur sagen, daß es mir leid tut, denn Eure Schwester ist eine Person mit großer Integrität, das müßt Ihr mir glauben.... (Keitaro schwieg, nach einiger Zeit begann Tsuroko zu sprechen) ...und was genau ist geschehen, daß sie verpflichtet ist zu schweigen? Es liegt an Euch sich zu erklären." <<<<<
Die Mädchen beugten sich vor um besser mithören zu können, als Motoko mit einem Kampfschrei ihr Schwert zog und die Abhöranlage mit einem Hieb zerschlug. Die Schwertmeisterin drehte sich zu den anderen um. Eine mächtige Kampfaura umgab die junge Kriegerin und in ihren Augen standen Tod und Verderbnis für jeden, der es wagen würde, sich ihr in den Weg zu stellen.
"Es ist vorbei. Niemand von euch wird es auch nur wagen, das Gespräch zu belauschen", flüsterte Motoko kalt, "habt ihr mich verstanden?"
Kalter Schweiß trat den Mädchen auf die Stirn und blaß starrten sie auf die Waffe in ihren Händen. Kollektiv schluckten sie und nickten.

"Ich wollte mich töten", begann er zu sprechen.
"Dabei wurde ich von Motoko überrascht. Sie hat mich ... überzeugt, noch einige Zeit zu warten und das Ganze noch einmal zu überdenken."
Tsurokos Augen weiteten sich leicht bei diesen Geständnis, dann nickte sie.
"Ich verstehe", aufmunternd nickte sie dem Ronin zu fortzufahren.
"Was geschah dann?"
Keitaro atmete langsam aus.
"Da sie mir nicht ganz vertraute, wollte Motoko, daß ich in ihrer Nähe übernachte. Dabei müsse wir uns im Schlaf aneinander geschmiegt haben."
Keitaros Wangen röteten sich.
"Ich hätte nie..."
Tsuroko unterbrach ihn lächelnd: "Es ist gut, ich glaube Euch."
Sie wirkte amüsiert und betrachtete den jungen Mann, der immer verlegener wurde.
"Ihr habt Euch ehrbar verhalten, Keitaro Urashima. Gestattet Ihr mir eine Frage?"
Der Ronin nickte schlicht.
"Wollt Ihr Euch noch immer töten?"
Keitaro dachte kurz nach  und hob den Blick.
Vorsichtig begann er zu reden: "Ich habe Motoko versprochen noch zu warten, jedoch ..."
Er brach ab.
"Mhmh", die Samurai überlegte.
"In Ordnung, Urashima, hört zu!" Sie straffte sich und sprach den Ronin formell an: "Ich akzeptiere Eure Entschuldigung, wiewohl ich doch gewisse Umstände nicht verzeihen darf. Keitaro Urashima, vom Clan der Nachtkrieger, übernimmst du die Verantwortung und stellst dich den Folgen?"
Dieser setzte sich ebenfalls auf und erwiderte mit fester Stimme: "Ich danke Euch, Tsuroko Aoyana vom Clan der Dämonenjäger, ich übernehme die Verantwortung und stelle mich den Folgen."
Der junge Mann wirkte ernst und gefaßt.
"Gut, dann folgt mir!"
Tsuroko stand auf und ging wieder voran.

Motoko stand im Raum, ihr Schwert über ihre Schultern gelehnt und wartete.
Die Mädchen saßen eng an eine Wand gepreßt und blickten die Schwertmeisterin nervös an.
"Ach, Motoko, könnten wir nicht...", begann Su zu sprechen, wurde jedoch von ihr scharf unterbrochen.
"NEIN!!!"
Die Mädchen fuhren zurück.
Als die Tür aufging und Tsuroko mit Keitaro im Schlepptau eintrat, atmeten sie erleichtert auf.
Motoko entspannte sich ebenfalls.
Sie sah ihre Schwester fragend an.
Diese nickte ihr zu.
"Schwester..."
"Wenn du uns folgen würdest, wir müssen uns unterhalten."
Die Schwertmeisterin wandte sich ihrer älteren Schwester zu.
"Hai!"
Als die drei aus dem Zimmer gingen, sah Motoko noch einmal die Mädchen an, mit einem Blick, der allen das Blut in den Adern gefrieren ließ.
"Wagt es nicht!" flüsterte sie und wandte sich ab.
Alle schluckten. Sie wußten ganz genau, was Motoko ihnen sagen wollte, alle, bis auf Su.
"Wir könnten doch...", begann sie, wurde jedoch von Naru, Shinobu und Kitsune panisch unterbrochen.
"Nein, Su."

Keitaro und Motoko saßen nebeneinander und warteten, daß Tsuroko das Gespräch begann.
Nach einiger Zeit warf sie den beiden einen nachdenklichen Blick zu und fing dann an zu sprechen: "Motoko, ich weiß, daß du nichts Unrechtes getan hast und deine Absichten absolut ehrenvoll waren. Einem Freund beizustehen ist eine gute Sache."
Sie machte eine Pause.
"Durch den Umstand einer gemeinsam verbrachten Nacht", Keitaro und Motoko wollten etwas sagen, wurden jedoch von ihr mit einer Geste zum Schweigen gebracht, "durch diese Nacht, so unschuldig sie auch gewesen sein mag, seid ihr nach den alten Gesetzen der Clans einander versprochen und offiziell miteinander verlobt", stellte sie ruhig fest.

Tsuroko trank einen Schluck Tee und seufzte auf, als sie aus dem Fenster sah.
"Ein wirklich schöner Tag, was meint ihr?"
Sie wandte sich den beiden zu, die noch immer wie erstarrt dasaßen und sie entsetzt ansahen.
"Ver... ver... verlobt?" brachte Keitaro schließlich hervor.
"Ja, verlobt. Nach den traditionellen Regeln der Brautwerbung...."
Sie zuckten bei diesen Worten zusammen.
"...versucht der Mann soviel Zeit wie möglich in der Nähe der Frau zu verbringen, die er zu umwerben gedenkt."
Der Ronin und die Schwertmeisterin starrten sich an.
"...und wenn es schließlich für beide angemessen war, verbrachten sie eine Nacht miteinander. Es mußte nichts Unehrenhaftes geschehen, wichtig war nur, daß die ganze Sache heimlich geschah, ohne das Wissen der Familie oder Fremder. Am nächsten Morgen ließ sich der Mann dann "ertappen", normalerweise von einem engen Familienmitglied und war dadurch verpflichtet die Frau zu heiraten...."
Die Unterkiefer der beiden jungen Leute klappten herunter.
Tsuroko mußte lächeln.
"Ja, so ist das auch bei mir gewesen."
Motoko erstarrte.
"Ja, Schwester, als du mich und meinen jetzigen Ehemann gesehen hast..."
Die Schwertmeisterin nickte starr.
"Ja, ich erinnere mich", flüsterte sie.
Keitaro sah besorgt zu ihr hin. Ihm war dieser eigenartige Tonfall in Motokos Stimme nicht entgangen.
Tsuroko seufzte auf.
"Schwester, es war nie vorgesehen, daß du es bist, die uns findet...", hilflos brach sie ab, als sie den leeren Blick ihrer jüngeren Schwester sah.
Tsuroko straffte sich wieder.
"Eines noch..."
Sie sah Keitaro direkt in die Augen.
"Auch deinen Todeswunsch respektiere ich. Solltest du ... nach angemessener Zeit noch immer sterben wollen, kannst du den Weg der Ehre gehen."
Motokos Augen weiteten sich wieder.
"Jedoch durch den Umstand eurer offiziellen Bindung wäre Motoko verpflichtet, dir als Sekundant zu dienen", schloß die ältere Aoyama-Schwester kalt.
Keitaro schluckte, er wußte, was das bedeutete.
Sie wäre verpflichtet, ihm im Fall seines Selbstmordes zur Seite zu stehen und ihm im rechten Augenblick den Kopf von den Schultern zu trennen um ihm so unnötige Schmerzen zu ersparen.
Der Ronin brauchte sich nicht zu Motoko umzudrehen, um zu wissen, daß sie leichenblaß geworden war.
"Nein!"
Der junge Mann schüttelte den Kopf, "....das kann ich nicht zulassen."
"Du hast keine andere Wahl", entgegnete Tsuroko gelassen.
"Doch, die habe ich."
Keitaro lächelte einen Moment traurig und wurde dann wieder ernst.
"Ich, Keitaro Uroshima, vom Nachtkrieger-Clan, fordere Euch, Tsuroko, vom Shinmay-Clan zum Duelle. Nach den Gesetzen, auf die Ihr Euch beruft, sind alle Ansprüche und Forderungen, egal welcher Art, bei einem Sieg von mir, hinfällig."
Urashima blieb ruhig sitzen. Er sah die Überraschung im Gesicht von Motokos Schwester.
Obwohl er innerlich zitterte, ließ er sich seine Gefühle nicht anmerken.
Tsuroko faßte sich wieder.
"Ihr wißt, was geschieht, wenn..."
"Wenn ich verliere, gehöre ich dem Shinmay-Clan, der mit mir verfahren kann, wie es ihm beliebt", fuhr Keitaro mit unbewegtem Gesicht fort, "...ich weiß es."
Motoko fing an zu zittern.
"Das kann ich nicht zulassen", schrie sie auf, "Keitaro, das..."
Die Schwertmeisterin brach ab.
"...das wäre Selbstmord", hatte sie sagen wollen.
Der Ronin sah sie an.
"Es ist nicht so, wie du denkst, Motoko", meinte er gelassen.
"Ich habe nicht vor zu verlieren oder auf diese Art zu sterben. Das würde meinen Clan entehren und auch dich."
Diese errötete.
"Aber du bist kein Krieger."
Keitaro mußte lächeln.
"Nun, das würde ich so nicht sehen. Der Urashima-Clan hat seit vielen Generationen den Beinamen "Nachtkrieger" und diesen nicht umsonst."
Motoko runzelte verwirrt die Stirn.
"Ninjas!"
Sie wirbelte zu ihrer großen Schwester herum. Diese nickte bestätigend.
"Ninjas. Die Urashimas haben eine ebenso lange Tradition wie wir, Schwester. Sie sind seit Generationen Schattenkrieger und einige der besten Ninjas, die es je gegeben hat, kommen aus ihrem Clan."
Die Schwertmeisterin schüttelte den Kopf.
"Das würde ... einiges erklären."
Sie blickte zu Keitaro, dessen Augen es belustigt funkelte.
"Wie glaubst du, hätte ich sonst all eure Attacken überlebt?"
Dann wandte sich der Ronin wieder Tsuroko zu.
"Wie ist Eure Antwort?"
Diese trank einen Schluck Tee und setzte die Tasse ab.
"Ich akzeptiere", sagte sie schlicht.
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Ende des zweiten Teiles.
Das wäre es für heute, ich werde schauen, den dritten Teil so bald wie möglich reinzustellen, bis denn....
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