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Der Ronin und die Schwertmeisterin

von Saraton
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
19.02.2006
23.02.2006
4
9.878
 
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19.02.2006 3.509
 
Die Rechte an Love Hina liegen beim Autor und beim Verlag. Ich bin nur ein Fan, der die Charaktere und die Geschichten liebt und eine - vielleicht etwas überschwengliche Phantasie - besitzt und die Auswürfe dessen anderen Fans zeigt.


Dies ist meine älteste Love Hina Fanfiction überhaupt. Ich hatte da schon einige Ranma-Fics geschrieben, als ich mich auch an dieser Serie herangetraut habe. Es ist ein Vierteiler und die restlichen Teile werde ich in den kommenden Wochen reinstellen. Also viel Spaß!!
Saraton

Der Ronin und die Schwertmeisterin - Teil 1

Keitaro Urashima saß alleine im Onsenbad und starrte vor sich hin. Im Moment war er alleine in der Pension Hinata. Motoko befand sich auf einem Kendo-Trainingslager und die anderen Mädchen waren für einige Tage an den Strand gefahren.
Normalerweise hätte Keitaro die Ruhe genossen, auch, daß er das Bad einmal ganz für sich alleine hatte, doch irgendwie war er mit den Gedanken ganz wo anders.
*Ich empfinde nichts für die Keitaro, es tut mir leid. Können wir nicht einfach nur gute Freunde sein?*
Mit diesen Worten hatte Naru ihm das Herz gebrochen und ihn in die Dunkelheit gestürzt. Der junge Mann dachte an seine eigene hohle Antwort zurück, die ihm immer noch leer vorkam.
*Ja, ich verstehe, dann laß uns gute Freunde sein.*
Er erinnerte sich nur dunkel an die nächsten Wochen, sie waren ihm wie ein verwischter Traum vorgekommen. Keitaro hatte die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht gehabt und sich nichts anmerken lassen.
Jetzt, wo er sich alleine auf Hinata befand, konnte er seinen Entschluß in die Tat umsetzen. Er wollte sein Leben beenden.
Der Ronin blickte auf das Messer hinab und dachte daran, wie lange es wohl dauern würde, bis der Körper blutleer war.
*Es ist das Beste so. Niemand wird mich vermissen und so falle ich keinem mehr zur Last.*
Keitaro lächelte traurig. Er strich sich seinen Kimono glatt. Das Kleidungsstück wirkte ungewohnt an ihm, doch es stand ihm gut.
*Wenn ich schon gehe, dann mit Stil*, hatte er sich gedacht und das traditionelle Gewand des Urashima-Clans angelegt.
*Motoko wäre wohl überrascht mich so zu sehen*, sinnierte Keitaro vor sich hin, *aber warum denke ich jetzt an sie? Wahrscheinlich, weil das, was ich jetzt tun will, eher ihr entspräche....*
Der Ronin schüttelte den Kopf. Er straffte sich und richtete sich auf.
*Ich werde noch ein wenig die Stille genießen und danach...*
Keitaro lächelte wieder und ließ seine Gedanken zu glücklicheren Tagen zurückstreifen.

Motoko Aoyama war verwirrt. Sie hatte das Trainingslager früher verlassen, weil der dortige Lehrer gemeint hatte, daß er ihr nichts mehr beibringen könne.
*Wo sind die anderen?*
Normalerweise wäre es in der Pension wesentlich hektischer zugegangen.
Sie hatte jetzt fast alle Gebäude durchsucht, aber niemanden gefunden.
Nur das Onsen-Bad blieb noch über.
Als sie die Tür beiseite schob blickte sie überrascht auf die einsame Gestalt, die mit geschlossenen Augen auf einen der im Bad befindlichen Felsen saß.
"Urashima?" murmelte sie.
Ihre Augen weiteten sich, als Motoko sah, wie er sich den Oberteil seines Kimonos herunterschob und mit entblößtem Oberkörper auf dem Felsen kniete.
Sie wußte, wonach dies aussah, aber das konnte doch nicht möglich sein.
*Keitaro ist kein Samurai, er wird nicht...* Ihre Gedanken brachen ab, als Keitaro ein Kurzschwert aufhob und in Position brachte.
"Urashima! Was tust du da!?"
Dieser starrte die Schwertmeisterin überrascht an.
"Motoko, ich dachte ... ihr seid alle weg."
Dann blickte er auf die Waffe in seinen Händen und errötete.
Langsam hob er den Blick wieder.
"Ich kann es erklären..." fing er zu sprechen an.
"Urashima, wir sollten reden...", unterbrach ihn diese und blickte den Ronin ernst an.
Keitaro seufzte auf.
*Vielleicht wäre das vorhin ja ein gnädigerer Tod gewesen.*
Schicksalsergeben meinte er: "Wenn es sein muß..."

In Motokos Zimmer....
Keitaro sah sich nervös um. Motokos Zimmer wirkte, als ob man sich mitten in die Vergangenheit begeben hätte. Normalerweise wäre er sich fehl am Platze vorgekommen, doch nicht heute.
Er sah an sich herunter.
*Heute sehe ich aus, als ob ich ein Protagonist in einem Samurai-Film wäre und Motoko, der Dame meines Herzens meine Liebe gestehen muß....*
Keitaro schüttelte verwirrt den Kopf.
*Was denke ich da? Motoko, als Dame meines Herzens? Arrggghh...*
Obwohl dieser Gedanke durchaus etwas für sich hatte, wie er erstaunt feststellte.
"Urashima-San."
Er blickte auf und sah zu der Schwertmeisterin hinüber, die nun ebenfalls Platz genommen hatte.
"Erkläre dich! Warum wolltest du das vorhin im Bad tun?"
Motoko dachte daran, was wohl geschehen wäre, wenn sie zu spät gekommen wäre....
"Nun?..."
"Warum ich dies tun wollte?"
Keitaro wußte nicht, was er sagen sollte. Motoko wartete geduldig auf eine Antwort.
*Sein trauriger und verzweifelter Blick sagt alles.*
Natürlich wußte sie Bescheid, was zwischen ihm und Narusegawa gewesen war.
Bei einer der letzten "Feiern", die Kitsune wieder einmal in ein großes Trinkgelage verwandelt hatte, erzählte eine ziemlich angeheiterte Naru Motoko von dem "Vorfall" erzählt, daß Keitaro ihr seine Liebe gestanden und sie ihn abgewiesen hätte.
Die Schwertmeisterin war ziemlich überrascht gewesen, daß Urashima überhaupt den Mut gefunden hatte, seinen Gefühlen Ausdruck zu geben.
Narus Witze darüber fand sie mehr als unpassend.
Als einziger war ihr Keitaros melancholisches Verhalten aufgefallen, das er seitdem an den Tag legte.
Motoko ertappte sich dabei, wie sie Mitgefühl mit dem Ronin hatte, daß er so weit gehen würde....
Dieser saß noch immer mit gesenktem Blick da und dachte darüber nach, was für eine Antwort er ihr geben würde.
"Motoko, ich ... Ich wollte einfach nur vergessen... einfach nicht mehr...", er brach ab und schloß die Augen.
"Ich wollte einfach nur meinen Frieden wiederfinden, mehr kann ich nicht sagen."
"Ich verstehe."
Das tat Motoko wirklich, was ihn ziemlich überraschte.
"Und was wirst du nun tun?"
Keitaro sah sie überrascht an.
"Wie meinst du das?"
Motoko fixierte diesen.
"Nun, ich will wissen, ob du beenden möchtest, was du im Bad tun wolltest."
Sie sah, wie der Ronin den Kopf senkte und nichts sagte.
*Gut, auch das ist eine Antwort.*
Sie nickte kurz.
"Urashima, auch, wenn ich nichts von dir und deiner Art gut heiße gibt es einiges, das ich nicht zulassen kann."
Sie dachte an Su und Shinobu, wie die beiden es aufgenommen hätten Keitaro tot im Onsen zu finden - und auch alle anderen wären am Boden zerstört gewesen.
Sie hätten es sich niemals verziehen und ... was war mit ihr?
*Ich weiß es nicht.*
Die Schwertmeisterin überlegte kurz: *Das ist jetzt nicht wichtig, aber ich muß verhindern, daß er es doch noch in die Tat umsetzt.*
Motoko blinzelte kurz und sah ihn fest an.
"Urashima, richte deine Sachen für die Nacht her!"
"Motoko, was.."
"Du wirst heute nacht hier schlafen, da, wo ich dich unter Beobachtung habe und ich dafür sorgen kann, daß du keine Dummheiten machen kannst."
Keitaro riß seine Augen auf und sein Unterkiefer fiel herunter.
"Was? Ich soll ... hier?"
Seine Wangen röteten sich und er wich zurück.
"Motoko, ich ..."
Der Ronin spürte auf einmal Motokos Schwert am Hals.
"Komm auf keine dummen Ideen, denn in diesem Fall werde ich selbst deinem Leben ein Ende setzen, nur wird dies wesentlich schmerzvoller sein, als du dir vorstellen kannst!"
Ihre Augen sprühten dunkles Feuer.
Keitaro schluckte: "Ich wollte doch nichts...!"
"Urashima."
Motoko unterbrach das Gestammel des Ronin.
"Du solltest jetzt deinen Futon und deine anderen Sachen holen. Die Nacht bricht heran und ich möchte noch etwas Schlaf bekommen."
Als der Schwertmeisterin bewußt wurde, wie man ihre Worte auffassen konnte, errötete sie. Der Ronin war jedoch längst weg geeilt, seine Sachen zu holen, da er wußte, daß Motoko ihre Worte durchaus ernst gemeint hatte.
"Was habe ich getan? Keitaro in meinem Zimmer schlafen zu lassen.... Das ist unstatthaft. Er ist ein Perverser und Spanner.... Er ist - ein Freund?!"
Motoko dachte daran, wie Keitaro auch seine guten Seiten offenbart hatte und ihr bei diversen Gelegenheiten beigestanden war.
"Er ist eigentlich nicht schlecht..."
Motoko lächelte. "...und verdient es, daß man ihn rettet."
Zudem gab er in der traditionellen Kleidung keinen schlechten Anblick ab, wie sich die Schwertmeisterin zugestehen mußte.
Sie erstarrte.
"Was denke ich da?"
Errötend stellte  sie fest, daß Keitaro bald zurückkehren würde und sie beide ganz alleine in der Pension waren.
"Das wird wohl eine lange Nacht werden."
Bei diesem Gedanken griff sie wieder nach ihrem Schwert.
"Urashima, wage es nicht meine Tugend zu bedrohen ... das würdest du bezahlen...!" flüsterte sie.


Motoko lag auf ihrem Futon und dachte über die Situation nach.
Ihr Schwert lag neben ihr und bildete so eine Trennungslinie zu Keitaro, der neben ihr lag.
Er hatte seinen Futon erst ans andere Zimmerende gelegt, doch Motoko hatte ihn im Auge behalten wollen und deshalb aufgefordert seinen Futon neben den ihren zu legen.
Ihre Wangen röteten sich leicht, als sie daran dachte, wie man dies auslegen könnte.
*Aber so ist es nicht! Ich kann nicht sicher sein, daß er nicht wieder versucht sich zu töten! Urashima, dieser Narr...*
Sie seufzte auf und schloß ihre Augen.
"Motoko, bist du noch wach?" hörte sie Keitaro flüstern.
"Was willst du, Urashima?" erwiderte sie und hörte ihn schlucken.
"Ähm, ich, konnte nicht einschlafen und da dachte ich..."
Die Schwertmeisterin spannte ihre Muskeln an und griff langsam nach ihrer Waffe.
"... und da dachtest du was?!"
"... daß wir uns unterhalten können", beendete er seinen Satz.
Sie entspannte sich wieder.
"Unterhalten? Worüber?"
"Äh, na ja, verschiedenes. Uns wird doch etwas einfallen, oder?"
Sie mußte lächeln und öffnete ihre Augen.
"In Ordnung, reden wir...."
Er setzte sich auf.
"Ich wollte nicht aufdringlich..."
"Urashima", unterbrach Motoko ihn, "ich habe gesagt, es ist in Ordnung, also..."
Die Schwertmeisterin setzte sich ebenfalls auf.
Keitaro lächelte erleichtert.
"Gut, ich dachte schon..."
Ernster geworden sah er sie an.
"Motoko, dürfte ich dich etwas fragen?"
"Was willst du... gut, frage....", erwiderte sie rasch.
"Wirst du den anderen erzählen, was ich tun wollte?"
Motoko erstarrte bei dieser Frage.
"Urashima, ich ...", sie brach ab.
"Motoko, ich würde dich bitten, den anderen nichts zu erzählen."
Keitaro schluckte.
"Sie würden sich Sorgen um mich machen, es würde nichts bringen."
Die Schwertmeisterin starrte ihn groß an.
"Ich bitte dich, es nicht den anderen zu erzählen", fuhr Keitaro unbeirrt fort.
"Ich werde es tun, Keitaro Urushima, unter einer Bedingung!", entgegnete Motoko ihm.
"Du erzählst mir, warum du das tun wolltest, ohne wenn und aber, die Wahrheit."
Dieser zuckte zusammen und überlegte kurz.
Dann nickte er.
"Gut, ich werde es dir erzählen."
Er blickte Motoko in die Augen.
"Es..."


Keitaro senkte kurz seine Augen und blickte dann wieder auf.
"Es ist nicht leicht ... über manche Dinge zu sprechen."
Er schluckte. "Aber ich werde es versuchen.
Motoko nickte ihm zu und wartete, daß er fortfuhr.
"Ich glaube, daß es kein Geheimnis ist, wie meine Gefühle für Naru sind...."
Keitaro lachte bitter auf und verbesserte sich: "Nein, waren... manchmal erkalten Gefühle, ich denke, daß es auch hier passiert ist."
Die Schwertmeisterin sah eine einzelne Träne, die seine Wange hinunter lief. Sie wußte, daß es besser wäre, jetzt aufzuhören, doch andererseits müßte sich Keitaro über kurz oder lang sowieso seinen inneren Dämonen stellen.
"Sie hat mich abgewiesen! Ich habe ihr alles gesagt und sie hat mich abgewiesen! Danach begann ich nachzudenken ... über mein Leben und andere Dinge."
Keitaro lächelte traurig.
"Die Antworten, die ich bekam, waren nicht wirklich die Dinge, die einen froh machten am Leben zu sein."
"Urashima", begann die Schwertmeisterin zu sprechen, wurde jedoch von ihm unterbrochen.
"Bitte, laß mich zu Ende sprechen, ich weiß nicht, ob ich hinterher noch den Mut dazu habe."
"Gomen, fahr fort", murmelte Motoko, die sich langsam begann schuldig zu fühlen.
"Ich bin schon fast zwei Jahre auf Hinata, die ganze Zeit war ich der Perverse, Spanner, Weichling und noch so manches andere für euch. Die Art und Weise, wie ihr mich behandelt habt, war mehr als nur rüde."
Keitaro sah zu Motoko, die den Blick gesenkt hatte.
"Du brauchst dich nicht schuldig zu fühlen, ich schätze, es waren oft genug Mißverständnisse, die alles haben eskalieren haben lassen. Ich habe es ertragen, weil ich ein Ziel hatte, doch was tut man, wenn man keines mehr hat und das eigene Leben in Trümmern vor einem liegt?"
Keitaro schluckte wieder.
"Die Vorstellung weiter zu machen, so zu tun, als ob nichts wäre und den Schatten einer Existenz zu leben... Ich kann nicht mehr..."
Er brach ab und starrte verloren vor sich hin.
"Urashima... Keitaro... ich kann nicht ungeschehen machen, was die letzten zwei Jahre passierte, ich kann nur versuchen, die Dinge in Zukunft anders zu machen."
Dieser blickte sie überrasch an.
"Ich habe keine Lösung, die ich dir anbieten kann, Keitaro, doch ich bitte dich für die nächsten paar Tage von deinem Vorhaben abzulassen."
Motoko richtete sich auf.
"Ich verspreche dir, daß niemand von den anderen davon erfahren wird! Doch bevor du ... wenn du dich entschließt ...", sie brach ab. "Ich will es vorher wissen. Hast du verstanden, Urashima?"
Keitaro lächelte dankbar und verneigte sich kurz.
"Ich danke... Euch, Motoko Aoyama vom Shinmai-Clan", sprach er sie formell an.
Die Schwertmeisterin sah ihn an und verbeugte sich ebenfalls.
"Es ist mir eine Ehre, Keitaro Urashima", entgegnete sie ebenso formell.
"Aber jetzt sollten wir wirklich versuchen noch etwas Schlaf zu bekommen bevor ich noch anfange einen echten Samurai in dir zu sehen", meinte sie trocken und sah, wie er über ihre Bemerkung lächeln mußte.
"Gut, ich glaube, du hast recht...."
Der Ronin fühlte sich etwas besser.
*Ich hätte nie geglaubt...*
Seine Gedanken brachen ab.
"Gute Nacht, Motoko", konnte er noch flüstern, bevor die Müdigkeit ihn übermannte und er einschlief.
Motoko saß noch einige Minuten da und blickte mit nachdenklichem Gesicht auf Keitaro hinunter, danach legte auch sie sich schlafen.
*Ob ich ihm helfen konnte?* waren ihre letzten Gedanken, bevor sie ebenfalls einschlief.



Motoko erwachte und schüttelte verschlafen den Kopf.
"Was..."
Sie hörte ein ersticktes Stöhnen und setzte sich auf.
"Urashima?"
Dieser wälzte sich mit schweißüberströmten Gesicht auf seinem Futon hin und her und Fieberschauer gingen durch seinen Körper. Sie beugte sich vor und griff nach seiner Stirn.
*Leichtes Fieber... Er scheint Alpträume zu haben.*
Mit einem Schrei erwachte Keitaro und wollte sich aufsetzen. Dabei verlor Motoko, die sich vorgebeugt hatte das Gleichgewicht und fiel auf den Ronin.
"Umpf. Was... Motoko...?"
Keitaro errötete.
"Ich habe nichts getan... Wirklich..."
Schicksalsergeben schloß er die Augen und wartete auf den folgenden finalen Schlag - der nicht kam...
Der Ronin öffnete die Augen und blickte Motoko direkt in die ihren.
Sie lag noch immer auf ihm, ihr Gesicht ebenso rot wie das seine.
Sich abstützend setzte sie sich langsam auf.
"Motoko, alles in Ordnung?"
Keitaro war erstaunt darüber, noch am Leben zu sein.
"Nicht, daß es mir etwas bedeuten würde."
"Was hast du gesagt, Urashima?"
Ihm wurde bewußt, daß er seine letzten Gedanken laut ausgesprochen hatte.
"Nichts - nichts, wirklich. Wegen vorhin..."
Sie seufzte auf.
"Urashima, das war in diesem Fall ein Mißgeschick. Ich bin bereit das zu akzeptieren und dich nicht zur Rechenschaft zu ziehen", stellte die Schwertmeisterin ruhig fest und sah zu dem Ronin.
"Du hattest Alpträume? Oder bist du krank?"
Dieser atmete langsam aus.
"Es ist ... nichts. Ich habe seit einiger Zeit diese Alpträume. Man gewöhnt sich daran", meinte der Ronin fatalistisch.
Sie nickte.
"Ich verstehe...."
Motoko fühlte die innere Unruhe von Keitaro, seine Ausstrahlung verriet ihn.
"Komm bitte näher! Und dreh dich um!"
Keitaro riß die Augen auf.
"Was?"
"Tu es einfach, Urashima", baffte sie ihn an, "Vertrau mir einfach", fuhr sie sanfter fort.
Vorsichtig rutschte er näher, dann drehte er sich um und verharrte.
"Gut. Schließ jetzt deine Augen!"
"Aber..."
"Keitaro!"
"Ist gut!"
Der Ronin schloß seine Augen und fühlte wie Motoko sich näher an ihn platzierte, dann begann sie ihm sanft den Rücken und den verspannten Nacken zu massieren.
Keitaro konnte ein Stöhnen gerade noch unterdrücken.
Es fühlte sich großartig an.
"Motoko, danke."
Die Schwertmeisterin konnte fühlen, wie sich sein Körper entspannte und auch seine Anspannung abfiel.
"Es ist in Ordnung, Urashima, für heute."
Keitaro erschlaffte und glitt langsam zu Boden.
Sie lächelte.
*Dieser Druckpunkt wirkt tatsächlich immer.*
Motoko wußte, daß der Ronin jetzt einige Stunden durchschlafen würde, ohne von seine Träumen gequält zu werden. Dann wurde ihr bewußt, daß Keitaro auf ihrem Futon lag und sich sein Kopf auf ihrem Schoß befand.
"Oh, ich sollte...", sanft lagerte sie ihn aufs Kopfkissen.
*Eigentlich ist er durchaus muskulös, das hätte ich nicht vermutet.*
Motoko fühlte die eigene Müdigkeit.
*Ich sollte mich auf Urashimas Futon legen.*
Doch irgendwie wollte sie das nicht.
Verwirrt stellte sie fest, daß sie sich an Keitaros Seite kuscheln wollte.
*Was denke ich da? Aber dadurch würde ich wach werden, falls er sich davonstehlen wollte. So könnte ich eventuell Dummheiten seinerseits verhindern.*
Sie überlegte noch einige Zeit, danach seufzte die Schwertmeisterin auf und legte sich zu ihm.
Als sich Motoko an seine Seite preßte, drehte er sich um und umarmte sie ihm Schlaf.
Motoko erstarrte zuerst, doch dann entspannte sie sich.
*Für heute, nur für heute*, murmelte sie und legte ihrerseits ihre Hände um ihn.
Irgendwie fühlte sich das gut an.
*Heute ist wirklich ein Tag der Überraschungen!*
Danach legte sie ihren Kopf an seine Brust und schloß die Augen.
*Für heute...* dachte sie noch bevor sie einschlief.


Das wäre der erste Teil. Ob es ein böses Erwachen geben wird? Was glaubt Ihr? Was wird die beiden noch erwarten? Laßt euch überraschen! Der zweite Teil folgt demnächst.
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