Weil ich dich Liebe

GeschichteDrama / P16 Slash
14.02.2006
15.05.2010
10
15527
 
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Dieses Kapitel
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Halli, hallo an alle User,

Am 02.4.2006 hatte "Weil ich dich liebe" ihr letztes update....

Ich hab euch lange warten lassen.

Sehr lange.

ZU lange!!!!

Es tut mir unendlich leid!!!! >.<

Ich hoffe, ich bin bei euch nicht in Vergessenheit geraten und ihr habt die Story noch nicht aufgegeben?

Ich jedenfalls nicht!!!!


Fast ein halbes Jahr ist es schon her...

Wahnsinn!

Ich hab echt geschlampt -_-

Aber ich hatte auch nie so wirklich Zeit!

Mein Leben war ein bisschen drunter und drüber...

Aber jetzt bin ich wieder da und stehe euch mit voller Power wieder zur Verfügung!!!


KApitel 8 - Endlich!

Ich wünsch euch sehr viel Spaß beim lesen!

Auf Kapitel 9 müsst ihr nicht so lange warten... versprochen!!!!




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Kapitel 8


Die Zwillinge und David saßen nun im Wohnzimmer beisammen.
Siemone stand derweilen in der Küche und bereitete ein paar Getränke vor.
Mit einem riesen Tablett in der Hand erschien sie im Wohnzimmer, stellte es auf dem Wohnzimmertisch und nahm selbst Platz auf der Couch.
Mit einem charmanten Lächeln bedankte David sich bei ihr, nahm sich eine Tasse Kaffee und lehnte sich entspannt im Sessel zurück.
Genüsslich roch er an der Tasse. „Mmhh. Ich liebe das Aroma von frisch gefiltertem Kaffee!“
„Das ist gar kein Filterkaffee…. Das ist lediglich Kaffeepulver mit heißem Wasser übergossen.“, entgegnete Siemone schmunzelnd
„Ach, wirklich? Man, das muss aber teures Kaffeepulver sein, wenn das soooo gut duftet!“
„Der ist ausm Aldi David!“
„Oh haha… Dann werde ich mir das nächste mal auch….“
„Wolltest du uns nicht etwas mitteilen?“, fiel Bill David ins Wort und verdrehte genervt die Augen.
Tom, der breitbeinig auf den Sofa saß und seinen Kopf auf der Hand stützte, musterte seinen Produzenten eindringlich.
„Ja genau! Wie war das noch? Wenn wir auf Tour sind? Oder was hast du eben gesagt?“
„Ach stimmt ja!“, gab David als Antwort. „Hätte ich beinahe vergessen!“
Er grinste breit und stellte seine Tasse zurück auf den Tisch.
Egal wie gut er in seinem Job war, manchmal neigte er doch dazu einige Dinge einfach zu vergessen, wenn man ihn nicht daran erinnerte. Tom und Bill hatten schon öfters sein Gedächtnis spielen müssen.
Letztendlich konnte man sich trotzdem immer auf ihn verlassen. Er war halt Profi in seinem Gebiet.
„Wie ihr ja selbst wisst, verkauft sich euer Album super… überall wo ihr auftaucht gibt es Massenhysterien… die Medien reissen sich um euch… und nun haben wir das Angebot für eine kleine Tour bekommen! Euer erstes Konzert werdet ihr voraussichtlich in Leipzig geben.“ David machte eine Pause und sah zu Siemone rüber, die ruhig an ihrem Kaffee nippte.
„Wir haben halt nur noch ein kleines Problem…“
„Moooomeeeent!“, meldete sich Bill zu Wort. „Du meinst eine richtige Tour? In ausverkauften Hallen? Mit tausenden von Leuten, die nur kommen um uns zu sehen?“
Bei dieser Vorstellung, fingen Bills Augen an zu glänzen.
Tom war fasziniert von diesem Anblick und musste ein paar mal schlucken, bevor auch er realisierte, was das zu bedeuten hatte.
„Das ist ja der helle Wahnsinn!“, jubelte er begeistert und sah Bill freudestrahlend an.
„Immer schön langsam Jungs!“, versuchte David die Zwillinge zu beruhigen. „Wie gesagt hätten wir da noch ein kleines Problemchen….“
Er linste noch einmal zu Siemone, bevor er leise weitersprach. „…Mit dem Jugendamt.“
Klirrend stellte Siemone ihre Tasse auf den Tisch, sodass alle erschrocken zusammenzuckten.
„Wie meinst du das, es gibt Probleme mit dem Jugendamt?“, fragte sie David forsch.
Verlegen kratzte sich der Produzent am Hinterkopf.
„Nun ja… genau deswegen wollte ich auch mit dir sprechen Siemone….  Die Tour beinhaltet zwar nur 6 Konzerte, allerdings quer durch Deutschland…. Und eine Tour bedeutet viel Arbeit und vor allem viel Zeit….. Für die Schule bleibt dann nicht viel Zeit übrig…“
Neugierig spitzten die Zwillinge ihre Ohren.
Für Schule bleibt dann nicht viel Zeit übrig? Soll das etwa bedeuten, des wir gar nicht mehr zur Schule gehen müssen?, dachte Bill und sah seinen Bruder an, der wohl genau das gleiche zu denken schien.
Doch die beiden wurden sofort von ihrer Mutter aus diesen wunderschönen  Gedanken gerissen.
„Niemals werde ich zulassen, dass meine Söhne die Schule schmeißen!“, fuhr sie David an.
„Nicht doch, nicht doch. Das sagt ja auch niemand!“, versuchte David zu erklären. „Wir hatten da so eher an eine Art Beurlaubung gedacht… Für ein Jahr oder so. In der Zeit können die Jungs das Leben in der Musikbranche besser kennen lernen und ihre Fähigkeiten verbessern.“
„Wäre sonst auch zu schön gewesen.“, rutschte es Tom heraus, der sofort einen bösen Blick seiner Mutter einkassierte.
Nein. Sie war so ganz und gar nicht begeistert davon, was David ihr da erzählte. Sie war eine gute und fürsorgliche Mutter, die die Zügeln öfters lockerte, damit sich ihre Söhne  frei entfalten konnten. Aber es gab auch Grenzen. Und hier wurden genau diese gerade beinahe überschritten.
„Tut mir leid David, aber ich sehe es nun mal nicht ein, dass meine Söhne die Schule vernachlässigen, nur um in der Weltgeschichte rumzureisen  und Konzerte zu spielen. In den Ferien ist das okay, aber nicht während der Schulzeit!“, fuhr sie fort und massierte sich eindringlich ihre Schläfen.
„Aber Mum!“, fingen die Zwillinge an zu betteln.
„Nein und dabei bleibt es auch!“
Aufgebracht sprang Bill auf. „Du bist so was von fies, weißt du das? Das ist richtig unfair!“, protestierte er bockig und als Tom ebenfalls aufsprang um seinen Senf dazuzugeben, riss Siemone der Geduldsfaden.
„Schluss jetzt! Oder wollt ihr, dass ich euch gleich alle weiteren Auftritte verbiete?!“
Erschocken sahen die Zwillinge ihre Mutter an.
„Das kannst du doch nicht machen!“, entgegnete Tom ihr mit fester Stimme. „Wir haben Verträge abgeschlossen, die für die nächsten 2 Jahre gültig sein werden! Du hast sie selbst unterschrieben… Das kannst du doch nicht einfach so canceln!“ Verunsichert sah er zu David rüber, der die Diskussion still belauschte.
Wieso schwieg er jetzt auf einmal? Eben schien er doch noch ziemlich gesprächig zu sein? Er konnte ihn und Bill doch nicht einfach so hängen lassen.
„Und ob ich das kann, mein Lieber!“, ergriff Siemone wieder das Wort. „Schließlich bin ich eure Mutter und für euch zuständig!“ Sie seufzte laut auf. „Versteht das doch. Gordon und ich werden eine Menge Ärger bekommen, wenn ihr beide nicht mehr zur Schule geht und dann wird es für euch mit der Musik nur schwerer.“
Schmollend ließ sich Tom wieder neben Bill fallen, der schon längst wieder Platz genommen hatte und verschränkte die Arme vor der Brust.
Ihre Mutter hatte ja recht. Einfach die Schule schmeißen war nicht drin, zumal sie noch minderjährig waren und Siemone die Verantwortung für sie hatte. Aber irgendwie müsste man das doch wohl regeln können, oder nicht?
Andere Junge Bands hatten das doch auch irgendwie geschafft, wieso sollte es also bei ihnen nicht klappen?
Mürrisch sah er zu Bill, der aufmerksam auf die Tasten seinen Handys tippte.
Als Tom verstohlen einen Blick auf das Display erhaschen wollte, hielt Bill ihm das Handy außer Reichweite. „Noch nie was von Briefgeheimnis gehört?“
Tom zog seine Nase kraus. „Doch schon, aber das hier ist ja schließlich kein Brief! Also zeig mal!“
„Nein!“
„Warum nicht!?“
„Weil es Dinge gibt, die dich nichts angehen!“
„Zick mal nicht so rum, Bill! Sonst darf ich deine SMS auch immer lesen!“
„Aber nicht alle…“
Bill versenkte sein Handy zurück in die Hosentasche, stand auf und ging in Richtung Tür.
„Wo willst du denn jetzt so plötzlich hin?“, fragte Siemone ihren jüngeren Sohn verwirrt.
„Ich fahr zu Andi, wenn das kein Problem ist.“ Er wandte sich zu David. „Oder gibt es noch irgendetwas wichtiges zu besprechen, wo ich unbedingt dabei sein muss?“
David winkte ab. „Nein, nein. Schon okay. Ich glaube Siemone und ich reden da noch ein bisschen in Ruhe drüber…“
„Alles klar, dann werd ich mal… Bis später!“
„HEEEEEEE! Und was ist mit mir?“, rief Tom seinen Bruder beleidigt hinterher.
Bill sah ihn fragend an. „Was soll denn mit dir sein?“
„Na, schon mal dran gedacht, dass ich vielleicht auch mit will?!“ Tom stand auf. „Schließlich ist er auch mein bester Freund!“
„Ja und?! Deshalb müssen wir doch nicht immer alles zu dritt machen…“ Mit diesen Worten spazierte er in den Flur, nahm seine Jacke und verließ das Haus. Tom hatte er einfach im Wohnzimmer stehen gelassen.

Mose war nicht gerade leicht zu erreichen. Besonders ohne Auto.
Das Dorf war so klein, dass nur alle zwei Stunden ein Bus von Wolmirstedt aus fuhr.
Also hieß es für Bill, vom Zielitzer Bahnhof erst mal nach Wolmirstedt zu fahren.
Mit dem Rad dauerte es knapp 13 Minuten, bis er am Bahnhof ankam. Er stellte sein Fahrrad ab und stieg in den Zug, der schon auf ihn zu warten schien.
Ganz schön umständlich, dachte sich Bill, auch wenn es nach Wolmirstedt nur 10 Minuten waren.
Wäre seine Mutter gefahren, wär er sicher viel eher da gewesen, aber so musste er, als er aus den Zug ausstieg noch über 20 Minuten warten, bis endlich der Bus anrollte.
Mit ein paar anderen Personen stieg er vorne in den Bus ein und löste vorne bei den Busfahrer sein Fahrticket.
„Oh, darf ich heute tatsächlich einen Weltstar herumkutschieren? Nein, was für eine Ehre! Leider muss ich Ihnen jedoch sagen, dass wir in unserem Bus leider keinen V.I.P. Sitz haben!“, ließ dieser ironisch als Kommentar ab.
Bill hätte am liebsten nen Gegenspruch abgelassen, aber er hatte keine Lust darauf als „Starzicke“ in allen Klatschzeitungen abgestempelt zu werden.
Also setzte er sich stillschweigend auf einen der vielen freien Plätze und schaute schmollend aus dem Fenster.
Solche Sprüche würde er in nächster Zeit wohl öfter zu hören bekommen, da war er sich ganz sicher.
Das Berühmtsein hatte eben auch seine Schattenseiten, das war ihm von Anfang an bewusst gewesen. Schon als er bei „Star Search“ mitgemacht hatte und im Achtelfinale hochkant rausgeflogen war, konnte er sich Wochenlang dumme Sprüche auf dem Schulhof anhören.
Tom hatte ihn zwar immer verteidigt, aber dadurch kam er nur selber in die Schusslinie der Mobber.
Zu zweit standen sie über so was immer darüber, aber alleine wollte man sich am liebsten in sein Schneckenhaus zurückziehen, um so von den Sprüchen und Pöbeleien nichts mitzubekommen, doch leider weiß dieses Schneckenhaus des öfteren große Risse auf, die alles durchdringen ließen.
„Nächster Halt: Mose – Dorfstraße!“, kam es von der elektronischen Busansage und Bill betätigte den „Stopknopf“ neben seinem Sitz.
Als der Bus anhielt und Bill ausgestiegen war, musste er sich erst mal genüsslich strecken.
Dass Busfahren aber auch immer so müde machen musste…
Mit den Händen in den Hosentaschen vergraben, schlenderte er rüber zu Andis Haus.
Gott sei Dank hatte dieser die Bushaltestelle direkt vorm Haus, so musste Bill nur die Straße überqueren.
Es war wirklich kaum zu glauben, dass in Mose weniger los war als in Loitsche. Der Ort bestand quasi nur aus zwei Straßen… Zumindestens hatte Bill nicht mehr von Mose gesehen…
Knarrend öffnete er das Tor, welches in den Hof führte.
Dort war ein kleiner grüner Golf geparkt, kein Neuwagen oder so. Einfach nur eine kleine sympathische Karre mit Ausbeulungen, die ihrem Zweck diente: Nämlich fahren.
Auch das Haus war alles andere als neu. Im rustikalen DDR Stil gebaut. Bill hatte schon manchmal die Befürchtung, dass das Haus irgendwann in sich  zusammenfallen würde.
Nein, einladend sah das von Außen ganz und gar nicht aus. Aber sobald man einen Schritt hineinwagte wurde man positiv überrascht.
Bill klingelte an der Haustür und kurze Zeit später öffnete sich diese und der schwarzhaarige wurde mit lautem Hundegebell begrüßt.
„Hallo Snoopy, lange nicht gesehen!“, begrüßte Bill den Vierbeiner und streichelte ihn ein wenig den Rücken.
Andis Mutter, die ebenfalls an der Haustür stand begrüßte Bill herzlich und schickte ihn hinauf zu Andis Zimmer.
Schon von weitem hörte man, wie laute Musik aus dem Zimmer dröhnte.
Die Ärzte…. Was denn auch sonst?, dachte sich Bill mit einem fetten Grinsen und betrat das Zimmer seines besten Freundes.
Andi hockte vorm PC und war damit beschäftigt wie wild auf der Tastatur rumzuhämmern.
„Boah! Meine Fresse, was soll denn der Scheiß hier?!“, fluchte er rum.
Bill schien er noch gar nicht bemerkt zu haben, Also schlich er sich von hinten an und tippte ihm auffe Schulter. „Hi…“
Andi drehte sich blitzartig um du fiel dabei fast vom Stuhl. „HE~ Musst du mir so n Schrecken einjagen?! Manmanman…“
„Wie wär’s mit einem: Schön das du da bist, Bill?“, grinste Bill den Wasserstoffblonden an und ließ sich rücklings aufs Bett fallen.
„Schön das du da bist…“, antwortete Andi und wuschelte sich verlegen durch die Haare. „Tut mir leid, aber irgend so n Spasti hat sich in den Fanclub eingehackt und jetzt geht gar nichts mehr… Mein E-Mail Postfach platzt schon vor lauter beschwerden der Fans. Und ich versuch mich schon die Ganze Zeit in den Server einzuloggen, aber der Hacker hat ne Sperre reingemacht und irgendwas Konfiguriert, das wohl alles down ist und….“
Bill verstand nur Bahnhof von dem, was Andi da vor sich hinbrabbelte.
Seine Ahnung von PCs war gleich Null.
So oft beschäftigte er sich ja auch nicht damit. Das einzige, wofür er seinen PC brauchte, war zum Mails checken und vielleicht n` bisschen im Internet rumzusurfen… Mehr nicht.
Andi dagegen war ein richtiger PC Freak.
Er konnte Stundenlang über irgendwelche „Module“ oder „Softwares“ reden, ohne sich irgendwie zu wiederholen.
Manchmal nervte er damit die Zwillinge ganz schön damit, aber es hatte ja schließlich auch seine guten Seiten. Zum Beispiel wenn der eigene PC mal nicht so wollte, wie man es selber gerne hätte. Andi konnte das alles wieder zum laufen bringen.
Noch dazu leitete er den offiziellen Fanclub, der ja jetzt anscheinend irgendwie „down“ war.
Gelangweilt untersuchte Bill seine Fingernägel. „Dauert das noch lange?“, fragte er gelangweilt.
„Nee, nee. Warte noch kurz, ich versuche das mal zu komprimieren, auch wenn ich sicher bin des das nicht daran liegt und des auch nichts bringen wird..“
Was bleibt mir auch anderes übrig?, dachte sich Bill und rollte sich auf den Rücken.
Zehn Minuten harrte er so schweigend auf dem Bett aus, bis er keine Lust mehr aufs warten hatte und sich prompt aufsetzte.  „Boah Andi! Mach mal hinne da! Mir ist langweeeeeeeeeliiiiig!“, quengelte er los.
„…Sterbens langweilig, man ist mir langweilig – ohne dich!“, fing Andi daraufhin an zu singen und konnte sich ein lachen nicht verkneifen.
„Ha-ha…. Lass die Witze und beeil dich mal!“
„Ist ja schon gut….“ Damit schloss Andi diverse Fenster und schaltete seinen PC auf Standby. Dann ließ er sich neben Bill aufs Bett sinken.
„Zufrieden?“
„Ja!“, grinste Bill seinen besten Freund an. „Funktioniert der Fanclub wieder?“
„Nee, also ich weiß auch nicht so genau, was da is, aber wahrscheinlich…“
„Aha, achso.“, unterbrach Bill ihn schnell, damit Andi jetzt nicht noch Stundenlang über das Problem im Fanclub labern würde. So viel Zeit hatte er nun auch wieder nicht..
„Interessiert dich nicht, was?“, fragte Andi ein wenig angesäuert.
Bill senkte entschuldigend den Blick. „Nein… Nicht wirklich… Tut mir leid…“
„Ach, passt schon.“ , entgegnete Andi und klopfte Bill freundschaftlich auf die Schulter.
„Und? Hat Tom sich mittlerweile wieder abgekühlt?“
Bill musste wieder unweigerlich an die „Taschenlampen – Situation“ denken.
„Sagen wir es mal so… Er hat seinen Druck abgelassen…“, grinste er breit.
„Hä? Wie meinste denn das jetzt? Ihr habt euch doch nicht geschlagen, oder?“
Bill verdrehte die Augen. Manchmal stand Andi aber wirklich so was von aufm Schlauch…
„Er hat sich…. Sagen wir mal… erleichtert.“, entgegnete er und sah Andi mit einem erwartungsvollen Blick an, doch dieser begriff immer noch nicht worauf Bill hinauswollte.
„Maaaaaaaan Bill! Jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen! Was ist zwischen euch vorgefallen?“
Widerwillig begann Bill seinem besten Freund die ganze Story zu erzählen – über Toms „Bauchschmerzen“ bis hin zu der „Taschenlampe“.
Andi musste sich darüber so scheckig lachen, dass er beinahe vom Bett fiel.
„Manmanmanman, wie geil ist das denn? Das haste dir doch bloß ausgedacht, Bill!“
„Sicher doch, ich erfinde einfach so wilde Stories über meinem Bruder…“
„Mh… Auch wieder wahr…“ Andi unterbrach sich kurz durch ein lautes Lachen. „Oh man, wie geil Bill! Was du auch immer so mit Tom anstellst!“
Bill schaute Andi verwirrt an. „Was kann ich denn bitte dafür, wenn mein wertes Brüderchen seine Hormone nicht im Griff hat und irgend ner Fantasie mit nem Mädchen nachgeht?“
Andi grinste breit. „Najaaaaa….“
„Was na ja?“ Bill musterte seinen besten Freund eindringlich.
„Wer sagt denn, dass Tom an ein Mädchen gedacht hat?“
„An was soll er denn sonst denken?!“
Andi überlegte kurz bevor er weiter sprach: „Vielleicht an irgend einen Jungen…?“
Ungläubig zog Bill seine gepiercte Augenbraue hoch: „Ach komm, Tom wäre der letzte aus unserer Familie, der schwul wäre..“
„Der letzte? Soll des etwa heißen, dass du schon mal irgendwelche Gefühle für einen Jungen empfunden hast?“, hakte Andi neugierig nach.
„Das hab ich nicht gesagt!“, antwortete Bill und bekam sogleich rote Wangen.
„Aha, jetzt kommt’s raus!“, grinste Andi den schwarzhaarigen an.
„Heeey! Nun hör aber mal auf, Andi!“
„Hihi. Süß, wie du dich aufregst.“
Bill wurde noch roter um den Wangen. „Veräppeln kann ich mich alleine!“, schmollte er und schenkte Andi einen bösen Blick.
Dieser rückte ein wenig näher zu ihm rüber. „ Ich veäppel dich doch gar nicht! Ich fänds gar nicht so schlimm, wenn du schwul wärst…“, flüsterte er Bill ins Ohr und für einen Augenblick trafen sich ihre Blicke.
„Bill?“
„Ja?“, antwortete Bill kaum hörbar.
„Hast du schon mal einen Jungen geküsst?“
Der Blondschopf näherte sich immer weiter Bills Gesicht
Bei dieser frage musste Bill schwer schlucken und schüttelte nur den Kopf, schaute Andi aber direkt in seine blauen Augen.
„Möchtest du es einmal ausprobieren…?“