Ippo ni Yoko

von MAC01
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18 Slash
Katsuya Jonouchi / Joey Wheeler Seto Kaiba
10.02.2006
09.11.2019
207
300021
20
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Dieses Kapitel
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Teil: 207 / ??

PoV (Sicht): Oshita Keizo

Warnings: ---

Kommentar: ---

***** ***** ***** ***** *****

Megumi steht neben mir und hat ihre Hand mit meiner verschränkt. Wir haben gestern Abend noch lange über Isonos Bitte gesprochen. Wieder einmal habe ich gemerkt, wie viel Glück ich habe, so eine Frau, wie sie, zu haben. Die endgültige Entscheidung überlässt sie mir, aber sie wird - egal, wie ich entscheide - hinter mir stehen und mit mir gemeinsam diesen Weg beschreiten. Das bedeutet mir wirklich sehr viel.

Ich betätige die Klingel der Villa und der Klang dieser lässt auch dieses Mal meine Nackenhärchen sich aufrichten. Früher hab ich diese Klingel immer gehört, bevor ein Wochenende voller Schmerz und Erniedrigung begann. Ich verstehe ohnehin nicht, warum Seto noch immer hier wohnt? Wem möchte er damit etwas beweisen? Ich weiß, dass auch er hier viel Schmerz und Leid erfahren hat. Also warum bleibt er hier?

Noch ehe ich dieser Frage weiter nachhängen kann wird die Tür vor uns geöffnet und Mokuba schaut mich beklommen an. In seinen Augen sehe ich, dass er mit uns jetzt nicht gerechnet hat. Aber auch generell sieht er uns sehr bestürzt an. Wir begrüßen ihn und dann kommt mir Megumi zuvor und fragt den jüngsten Hausbewohner, ob etwas nicht in Ordnung ist.

Mokuba lässt uns reinkommen, schließt hinter uns die Tür und meint, dass Isono Scheiße gebaut hat und Seto darauf sehr schlecht reagiert hat. Oh-uh... Isono hat Seto erzählt, dass er mit diesem Nagasato über alles gesprochen hat? Das... kommt früh. Sicherlich hat Seto getobt und geschrien. Doch Mokuba verneint nur. Ich zieh die Stirn kraus. Wie hat er dann reagiert, möchte ich von dem Schwarzhaarigen wissen. Alles was ich als Antwort bekomme sind die Worte 'aufgestanden und weggegangen'.

Das ist nicht gut. Ich kann mir vorstellen, dass Isono mit viel gerechnet hat, aber sicherlich nicht mit so einer Nicht-Reaktion. Das ist für ihn sicherlich viel schlimmer, als jeder Tobsuchts- und Schreianfall. Im Wohnzimmer seh ich Isono in einem Sessel sitzen. Er versucht die Fassung zu wahren und für jemand, der ihn nicht oder kaum kennt würde er normal wirken. Doch allein das er da sitzt und ins Leere starrt zeigt mir, wie sehr diese Nicht-Reaktion ihn getroffen hat.

Ich bitte Mokuba Megumi zu Isono zu bringen und frage ihn, ob Seto immer noch in seinem alten Zimmer am Ende des Gangs wohnt. Mokuba schüttelt den Kopf und sagt, dass sie jetzt im anderen Flügel ihre Zimmer haben und das Master-Schlafzimmer Setos und Jonouchis Zimmer ist. Dann frage ich, ob es okay wäre, wenn ich mal hoch gehen würde, um nach ihnen zu sehen. Mokuba nickt nur und bringt dann meine Frau zu meinem Lebensretter.

Für einen langen Moment schau ich die lange Treppe nach oben nur an. Ich muss mich mental daran erinnern, dass wir uns in einer anderen Zeit befinden. Keiner dieser Drecksäcke ist hier oder wird zurück kommen. Also setz ich mich endlich in Bewegung und steige die Treppe ins Obergeschoss hoch. Dort schau ich kurz in die Richtung, in der Gozaburos Schlafzimmer lag. Doch da steht jetzt ein Regal. Kurz irritiert mich das, doch dann wird mir bewusst, dass Seto wohl nach Gozaburos Tod dessen Schlafzimmer nie wieder betreten hat und es auch niemals wieder sehen wollte. Ich kann es ihm nicht verdenken.

Also wende ich mich in die Richtung, die mir Mokuba genannt hat. Ich geh diesen elend langen Flur mit seinen unzähligen Türen entlang, bis ich an die etwas breitere Tür des Master-Schlafzimmers komme. Ich klopfe, bekomme aber keine Antwort. Ich klopfe erneut, doch wieder kommt keine Reaktion. Vorsichtig öffne ich die Tür und stell fest, dass sie in einen Durchgang führt, der noch einmal mit einer weiteren Tür vom eigentlichen Schlafzimmer getrennt ist. Wie bei Gozaburos Schlafzimmer, geht es mir durch den Kopf und ich schaudere kurz.

Ich trete in den Durchgang, schließe hinter mir die Tür und klopfe an der zweiten. Jetzt vernehme ich ein gedämpftes 'Herein', aber nicht von Seto. Es muss Jonouchi sein, der mich rein bittet. Vorsichtig öffne ich die Tür und späh in das überwältigende Schlafzimmer. Dieser Raum hat eine Fläche, die der Hälfte des Erdgeschoss meines Hauses entspricht. Warum überrascht mich das überhaupt?

In Jonouchis Blick seh ich Überraschung. Aber auch etwas Enttäuschung. Scheinbar hat er mit jemand anderem gerechnet. Dennoch winkt er mich zu sich. Erst beim näher kommen sehe ich, dass Seto dicht an Jonouchi gekuschelt unter einer Decke liegt. Jonouchi hat seine Arme um ihn geschlossen. Ich muss ein wenig schmunzeln. Klar, ich weiß, dass die beiden zusammen sind. Aber wie sehr Seto Jonouchi vertraut wird mir erst jetzt wirklich klar.

Vor dem Bett knie ich mich hin. Mich auf die Bettkante zu setzen fühlt sich für mich falsch an. Außerdem hab ich genug Zeit in den Betten dieses Hauses verbracht. Nein, es ist schon okay so. Also begrüß ich erst Katsuya und dann Seto verbal, so dass der Brünette erkennt wer hier ist. Erst nach einem Moment kommt Bewegung in den anderen, der sich etwas von Jonouchi löst und sich zu mir dreht. Fragend blickt er mich an und ich sehe, wie sehr es ihn getroffen hat, dass Isono ohne Rücksprache mit ihm jemand von allem erzählt hat.

Vorsichtig lächle ich ihn an und sag ihm, dass ich gehört habe, was geschehen ist. Von ihm kommt erst mal keine Reaktion. Scheinbar weiß er nicht, was er auf diese Information erwidern soll. Also fahr ich fort. Erzähle Seto, dass Isono am gestrigen Abend bei mir war und mir von der derzeitigen Situation erzählt hat. Davon, in welch schlechter Verfassung Seto nach dem Gespräch mit seinem Therapeuten war. Offenbare, dass Isono mir schon gestern Abend gestand, dass er mit diesem Detectiv über alles gesprochen hat.

Seto nimmt seinen Blick von mir und richtet ihn an die Zimmerdecke. Dann entschuldige ich mich bei ihm, was seine Aufmerksamkeit wieder auf mich zieht. Ich kann seine Frage in seinen Augen sehen: Wofür entschuldige ich mich? Tatsächlich dafür, dass ich letzte Woche, als Seto mir von seinem Vorhaben erzählt hat, es einfach nur hingenommen habe. Nein, nicht nur einfach hingenommen. Ich war erleichtert, dass Seto etwas gegen eines dieser Monster tun möchte. Ich war stolz und erleichtert, dass ein anderer ihnen endlich Einhalt gebieten möchte. Und das war falsch.

Rückblickend hätte ich Seto schon da anbieten müssen, mit ihm gemeinsam Anzeige zu erstatten. Doch durch meine Erfahrungen bei meinem eigenen Versuch Anzeige zu erstatten war ich verschreckt, so dass ich diese Option schlicht und ergreifend nicht mal in Betracht gezogen habe.

Doch damit ist jetzt Schluss. Ich habe mich lang genug hinter meinem Glück und mein Leben, indem sich seit dem Entzug alles so wunderbar gefügt hat, versteckt. Ich werde morgen diesen Detectiv Nagasato kontaktieren, einen Termin ausmachen und dann sehen wir, ob ich dieses eine Mal Seto die schwere Bürde abnehmen kann.

Die Augen meines Gegenübers weiten sich überrascht und schockiert. Mit Mühe schüttelt er seinen Kopf und meint, dass das nichts an seiner Situation ändern wird. Selbst wenn ich Anzeige erstatte, würde er in die Öffentlichkeit gedrängt. Doch ich schüttle nur meinen Kopf und lächle zuversichtlich. Verwirrung macht sich in seinen Augen breit.

Lange bevor Seto und Mokuba von Gozaburo adoptiert und in diese Kreise hineingestolpert sind gab es diese Spiele schon. Mit den gleichen Beteiligten. Diese Zeit werde ich zur Anzeige bringen. So bleibt Seto in Bezug auf diese ganze Thematik außen vor, bis er irgendwann so weit ist, seine Peiniger anzuzeigen. Eine Träne löst sich aus Setos Augen und rinnt ihm langsam über die Wange zum Ohr. Doch ich lächle ihn nur zuversichtlich an, bevor ich aufstehe und die beiden wieder alleine lasse.

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