Das Gesetz der Reinblüter

von Dhannah
GeschichteRomanze / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
02.02.2006
20.02.2006
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Hallo @alle Leser!

Dies hier ist meine erste Hermine/Draco Geschichte, doch auch der Endkampf wird eine Rolle spielen.
Die Geschichte ist auf P18 gesetzt, weil sie stellenweise düster ist und wegen Erotik bzw. einer angedeuteten Vergewaltigung.

Ansonsten viel Spaß beim Lesen.
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Titel: Das Gesetz der Reinblüter

Disclaimer: Nichts gehört mir - alles J. K. Rowling!


"Hermine Schatz, hast du alles für die Abreise morgen zusammen?" hörte das junge Mädchen ihre Mutter rufen. Sie lächelte verschmitzt. Eigentlich sollte sie sie nach all den Jahren besser kennen.
"Ja, Mom."
"Auch deine Sachen für das Schulsprecheramt?" Das Lächeln wurde breiter. Ihre Eltern taten sich schwer zu sagen, wenn sie stolz waren, aber diese Gesten zeigten ihr, dass sie es doch waren.
"Ja-ha!"
"Gut. Dann komm' bitte in die Wohnstube. Dein Vater und ich haben dir etwas zu sagen." Sie folgte der Bitte und fand sich schon bald im freundlichen Wohnzimmer wieder, das aus hellen Möbeln und einer Glasfront an der Westseite bestand. Am Ton ihrer Mutter und den jetzigen Blicken jedoch wusste sie, dass es etwas Schlimmes geben musste, was unaufschiebbar diskutiert werden musste. Hoffentlich war niemand gestorben. Unweigerlich dachte sie an Voldemort, der immer noch frei herum lief und nach Lust und Laune mordete. "Wie du weißt, bist du damals von uns adoptiert worden," behielt ihre Mutter das Wort. Sie nickte still. Das wusste sie. Man hatte nie ein Geheimnis daraus gemacht, aber die Lehrerschaft in Hogwarts wünschte dies nicht öffentlich kund zu tun. Zu viele Fragen, meinten sie. "Und oft hast du nach deiner Herkunft gefragt!" Auch dies stimmte. Nur hatte sie nie eine Antwort darauf bekommen. Mal sehen, vielleicht hatten sie sich jetzt entschlossen ihr diese Frage zu beantworten. "Du musst wissen, Hermine, dass wir bei deiner Adoption einen Eid eingehen mussten, dass wir dir bis kurz vor deinem 17. Geburtstag nichts sagen. Der Eid ist vollbracht und somit möchten wir dir dieses Geheimnis lüften. Du bist eine geborene Black-Tochter von Amaría und Regulus Black!" Ungläubig starrte sie ihre Eltern an. Aber das hieß Sirius war ihr Onkel gewesen und sie war mit Ron und Ginny verwandt, wenn auch nur im entferntesten Sinne. Egal. Doch was war daran so schlimm? Dies war doch keine Tragödie. Zwar waren ihre biologischen Eltern Anhänger von Voldemort gewesen, aber soweit sie von Sirius wusste besann er sich kurz vor seinem Tod auf die andere Seite zu wechseln.
"Warum bin ich hier aufgewachsen und nicht bei meinen Verwandten? Ich meine, ich hätte im schlimmsten Fall ja bei Sirius bleiben können."
"Dein Vater hatte dich damals zur Adoption in unserer Welt frei gegeben, weil er sich gegen den dunklen Lord stellte woraus Amarías Tod resultierte. Er wollte dich schützen. Allerdings gibt es noch etwas, was wir dir sagen müssen?" Fragend blickte Hermine ihre Mutter an. "Da du eine Reinblüterin bist fällst du auch unter ihr Gesetz." Gesetz? Sie dachte, Gesetze waren für die Allgemeinheit und nicht für bestimmte Zauberergruppen ausgelegt.
"Und das lautet?"
"Du wurdest nach deiner Geburt bereits einem Mann versprochen, der dich an deinem 17. Geburtstag heiraten wird." Sie schluckte hart, als ihre Mutter die Katze aus dem Sack ließ. Heiraten? An ihrem 17. Geburtstag? Aber das war bereits in drei Wochen. Dies war eindeutig schlimmer, als ein Todesfall. "Nicht in Panik verfallen,' ermahnte sie sich selbst. "Denk logisch!'
"Das kann nicht sein. Woher stammen dann die ganzen Halbblüter?" Triumphierend dachte sie ihre Eltern ausgespielt zu haben, doch sie täuschte sich sehr.
"Das Gesetz gibt es erst seit der Vermählung zwischen James Potter und Lily Evans. Die reinen Zaubererfamilien waren es leid langsam, aber sicher vor die Hunde zu gehen. Sie entschieden sich für ein Heiratsgesetz, was sogar von eurem Ministerium abgesegnet wurde. Die Ehen sind daher nicht gesetzwidrig." Mrs. Granger sah die Verzweifelung in den Augen ihrer Tochter und umarmte sie zärtlich. Vorsichtig strich sie ihr ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. "Es tut uns leid, Schatz, aber wir durften es dir vorher nicht sagen." Sie wusste, dass ihre Eltern nichts dafür konnten, aber es war unfair. Sie war doch noch so jung und hatte Träume. Natürlich wollte sie sich auch irgendwann mal verlieben, heiraten und Kinder bekommen. Doch da war der springende Punkt. Sie wollte sich verlieben und nicht zur Liebe gezwungen werden. Widerspenstig drehte sie sich aus der mütterlichen Umarmung.
"Darf ich wenigstens erfahren, wen ich heiraten muss." Vorsichtig tauschten ihre Eltern Blicke aus. Sie hatten diese Frage befürchtet, aber Mrs. Grangers Blick zeigte ihrem Mann unmissverständlich, dass sie es nicht sein würde, die ihr diese Hiobsbotschaft überbrachte. Kurz nippte Mr. Granger an seinem Cognac, der ihm auf einmal überhaupt nicht mehr schmeckte, und schaute dann fest in die Augen seiner Tochter. Sie war verletzt - tief in ihrem Inneren. Das wusste er. Und er würde mit seiner Antwort es nicht besser machen, aber sie verlangte danach.
"Es ist Draco Malfoy!"

~.~.~.~

"HERMINE GRANGER?" Die entsetzte Stimme Dracos hallte durch das Haus der Malfoys. "Sie ist ein Schlammblut!"
"Nein, Draco! Zum aller letzten Mal: Sie wurde als Kleinkind nur von dieser Muggelfamilie Granger adoptiert. Ihre wahren Eltern sind Amaría und Regulus Black. Ich habe dir schon immer gesagt, du sollst dich zusammen reißen. Wie kann man es sich nur so mit seiner zukünftigen Frau verscherzen?" Lucius blickte in das vor Entsetzen erblasste Gesicht seines Sohnes.
"Wie sollte ich wissen, dass ich sie irgendwann heiraten muss, wo du es doch wusstest. Warum hast du mir nichts gesagt, Vater? Warum weiß niemand davon?"
"Hörst du nie zu?  Regulus Black war ihr Vater. Er ist ein Verräter gewesen und der dunkle Lord trachtet nach Rache."
"Und wieso liefern wir sie dann nicht aus?" Lucius merkte wie die Wut auf seinen Sohn in ihm aufstieg. Was dachte sich dieser Bengel nur? Hatte er ihm kein bisschen Anstand beigebracht?
"DRACO!" Die beißende Stimme seines Vaters war wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. "Du vergisst wohl über wen du redest. Sie ist nicht irgendein Reinblut, sondern eine Black - wie deine Mutter. Wir verraten unsere eigene Familie nicht. Du wirst sie heiraten und sie vom dunklen Lord überzeugen. Wenn sie ihm ihre Loyalität erweist, wird er die Rache vergessen. Immerhin ist sie eine talentierte Hexe. Hast du verstanden?"
Draco senkte den Blick. "Ja, Vater." Aber selbst glaubte er nicht an seine Worte. Hermine Granger vom dunklen Lord überzeugen. Sein Vater hatte gut reden. Das war etwa so, als wenn man den Teufel dazu überreden wollte, den Himmel wieder zu betreten, um mit Gott Tee zu trinken. Unmöglich!!! Außerdem sollte er sie heiraten... Heiraten! Als wenn dies das Normalste auf der Welt war. Natürlich wusste er von diesem Gesetz, aber warum sie? Warum der Mensch, den er sein ganzen Leben lang triezte und ihn wahrscheinlich am meisten hasste? Gedankenverloren machte er sich auf den Weg zu seinem Zimmer. Das konnte nur noch besser werden.
"Und bevor ich es vergesse: Du bist Schulsprecher!" Oder vielleicht doch nicht.

~.~.~.~

"Mine, ist alles in Ordnung?" die helle Stimme eines rothaarigen Mädchens ließ sie aufhor-chen.
"Ja, wieso fragst du Ginny?" Es gelang Hermine ihr schönstes Lächeln ans Tageslicht zu be-fördern.
"Du schaust dich um, als wenn hinter jeder Ecke der Tod lauern könnte." "Der Tod wäre mir lieb,' dachte sie verbissen. "Dann müsste ich Malfoy nicht heiraten.' Malfoy? Oh nein, sie sah wie zwei blonde Schöpfe sich den beiden näherten.
"Könnten wir einen Schritt zulegen?" fragte sie vorsichtig, doch Ginny war den Blick von ihrer Freundin gefolgt. Ihr fiel zuerst Harry auf, der ein paar Meter hinter der Familie Malfoy ging. Skeptisch schielte sie zu Hermine. Was war nur mit ihr los?
"Willst du nicht auf Harry warten?" Sie wartete vergeblich auf eine Antwort. Hermines Augen hingen schon wieder an Malfoy, der sie anvisierte. "Hermine?" Keine Reaktion. Die blonden Männer waren auf ihrer Höhe angekommen. Lucius nickte seiner zukünftigen Schwiegertochter zu, während Draco ihrem Blick standhielt. Ein Blick, der ihm durch Mark und Knochen ging. Ein Blick, der fragte: Wieso? Wieso ich? Doch er wusste es selbst nicht. "Hermine?" Ginny zischte gefährlich ihren Namen nachdem sie sich das Schauspiel der drei angeschaut hatte. "Was geht hier vor?" Hermine entriss sich der Situation und guckte in das verständnislose Gesicht ihrer Freundin.
"Warum? Was soll hier schon vor sich gehen?" Sie drehte sich zu ihrem besten Freund, der die beiden gerade erreichten, und umarmte ihn freundschaftlich zur Begrüßung. Dabei merkte sie die Blicke von Ginny in ihrem Rücken, aber sie konnte und wollte ihr jetzt nichts über ihre bevorstehende Hochzeit erzählen. Sie selbst hatte es ja noch nicht einmal richtig verarbeitet. Danach gingen sie zum Gleis. Angeregt horchte sie Harrys Erzählungen, wie er den Sommer bei den Dursleys überstand. Kurzzeitig vergass sie, was ihr bis dahin den Kopf zerbrach. Lei-der hielt das nicht lang an. Als sie am Zug ankamen, holte sie die Realität ein. Sie war Schulsprecherin und hatte daher ein eigenes Abteil mit dem Schulsprecher - wahrscheinlich Malfoy, so wie es ihr Glück zurzeit mit ihr meinte. Sie versprach ihren Freunden während der Fahrt mal vorbei zu schauen und machte sich dann auf den Weg.

~.~.~.~

Draco hatte gerade seinen Koffer auf dem Gepäckträger verstaut, als die Tür aufging und - wie nicht anders erwartet - Hermine Granger eintrat. Ein wenig skeptisch blickte sie auf ihren Koffer und dann hoch zum Gepäckträger. Unschlüssig beugte sie sich zum Koffer hinunter, als sie in ihrer Bewegung erstarrte und sich dann wieder aufstellte. Missmutig schaute sie zum Jungen, der am Fenster stand und sie still beobachtete. "Denk nicht mal im Traum daran, dass ich dich um Hilfe bitte.' Dann ließ sie sich auf das Polster fallen und starrte wieder auf den Koffer.
Lässig stieß sich der junge Mann vom Fenster ab. Er wusste sofort, dass Hermine nicht die Kraft besaß den Koffer nach oben zu hieven. Er erwartete keine Bitte um Hilfe. Es war für ihn selbstverständlich, dass er dies machte. Immerhin hatte er sechs Jahre wieder gut zu machen. Nur er allein - sie nicht, denn sie hatte in all den Jahren nichts falsch gemacht. Außerdem spukten die Worte seines Vaters noch in seinem Kopf. Die Ehre der Familie muss gerettet werden - überzeuge sie vom dunklen Lord. Und wie sollte er dies schaffen, wenn sie sich weiter angifteten? Dazu kam diese verdammte Hochzeit. Das war schon kein Traum, aber eine Ehe in Hass zu führen war ein reiner Albtraum.
Sie staunte nicht schlecht, als Draco ihren Koffer hinauf hob, doch ihr gesunder Menschenverstand schaltete sich bald darauf wieder ein. Es war eindeutig, warum er dies tat. Nicht um ihr zu helfen sondern um sein schlechtes Gewissen, das er sicherlich haben musste, zu beruhigen. Jetzt hatte er etwas Gutes getan. Nun konnte er sie wieder sechs Jahre lang triezen, beschimpfen und verletzen. Innerlich seufzend schlüpfte sie aus ihren Sneaker, zog ihre Knie hoch und bettete ihr Kopf darauf. Sie wollte ihn weder sehen noch hören. Eigentlich wollte sie überhaupt nichts mit diesen Menschen zu tun haben. Unweigerlich erinnerte sie sich an die Situation, als ihr Vater seinen Namen ausgesprochen hatte. Sie guckte entsetzt von einem Elternteil zum anderen bis ihr klar wurde, um wen es sich dort handelte. Ein Schluchzer entwich ihrer Kehle. Tränen rannen über ihr Gesicht. Mrs. Granger, die ihre Tochter noch nie so aufgelöst gesehen hatte, wollte sie wieder in die Umarmung ziehen, aber Hermine entwich ihr und floh weinend auf ihr Zimmer. Sie konnte und wollte diesen Tyrann nicht heiraten. Spürbar merkte sie wie die Tränen ihre Kehle zuschnürten. Reflexartig drückte sie ihr Gesicht weiter in die Knie. Er sollte nicht sehen, dass sie weinte.
Als der Zug sich in Bewegung setzte, nahm Draco den Platz gegenüber von Hermine am Fenster an und schaute sich die vorbei fliegende Landschaft an. Stille breitete sich aus, in der er hin und wieder einen Blick auf sie warf. Wenn er sie so betrachtete, musste er zugeben, dass sie gar nicht so übel ausschaute. Sie war schlank und hatte für ihre Figur einen recht üppigen Busen. Das einstige Vogelnest auf ihrem Kopf konnte sie bändigen. Nun fielen ihr sanfte Locken über die Schultern. Nur ihre Augen, die mal hell glänzten, wirkten matt und leer. Ob er daran Schuld hatte? War er es gewesen, der sie in all den Jahren brach und ihr diese Leere gab? Sie hatte nichts anderes verloren. Nur ihr Leben - an ihm. Seufzend wand er seinen Blick wieder von ihr ab. So etwas sollte er nicht denken. So hatte er nie gedacht! Warum eigentlich nicht? Warum hatte er sich nie Gedanken darüber gemacht, wie es dem Menschen erging, die er tyrannisierte? "Weil du besser bist.' Aber wieso? "Auf Grund deiner Herkunft!' Stimmte das? War Hermine denn nun besser als vor der Wahrheit? Jein, sie war immer noch dieselbe Hexe mit denselben Fähigkeiten. Ihre Freunde waren immer noch Potter und Weasley. Das einzige, was sich geändert hatte, waren ihre Augen. Diese verdammte Leere einer gebrochenen Seele.

~.~.~.~

Also Draco ist nicht so ganz wie im Buch. Ich hoffe ihr mögt mir das verzeihen, wenn es nicht in dieses Bild passt.
Ach und HBP wurde nicht berücksichtigt. Spielt also auf den Stand von Band 5.

LG DanDark
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