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Splitter eines zerbrochenen Spiegels

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P16 / MaleSlash
Ashmael Vaysh
08.01.2006
01.02.2007
4
3.672
 
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Dieses Kapitel
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08.01.2006 858
 
Wie könnte mich mich für meine *sehr* lange Abwesenheit entschuldigen? Wahrscheinlich gar nicht...es tut mir leid. Asche auf meine Tomaten. Leider bringt nur Kerzenlicht das passende Flair, welches erst jetzt im Herbst wieder aufkommt ;-)
Egal, ich habe euch lange genug warten lassen und will daher auch gar nicht lange weiterreden. Nur eine Anmerkung noch: Leider habe ich noch keinen Beta gefunden :-(

Kapitel 3:

 
Dies war es, was sie einst zueinander geführt hatte: Die Magie ihrer Seelen. Ein Hauch von Unendlichkeit und Mystik, der ihrer beider besonderes Zeichen trug, jedoch nur so flüchtig wahrnehmbar wie ein einzelner Sonnenstrahl, der tapfer durch die Wolken brach, ehe die Gewalt der dunklen Gewitterwolken ihn wieder verschlang.
Der erste Tropfen löste sich und fiel auf den Boden der Wirklichkeit.

Vaysh schlug die Augen auf und löste sich aus Ashmaels Kuss, jedoch nicht aus seiner Umarmung. Eine einzelne Träne lief schimmernd die blasse Haut an der Wange des Rothaarigen entlang; schien das Licht der Kerzen einzufangen.
„Warum brichst du alte Wunden auf, Ash? Warum lässt du die Blumen auf dem Grab unserer Liebe nicht einfach die Inschrift unserer Namen zuranken und vergessen…“, hauchte er leise und schlug den Blick nieder um nicht in die funkelnden Aquamarine sehen zu müssen, die seinem ehemaligen Chesnari gehörten.
„Thiede mag Dinge und Gefühle brechen, Vaysh. Ich jedoch würde dir so etwas nie antun…verbanne die düsteren Gedanken von Grabsteinen. Rufe die Vergangenheit nicht um Hilfe an, es ist lediglich die Zukunft die von Belang ist…“, sanft strich er mit den Fingern an Vayshs nacktem Oberarm entlang, woraufhin dieser leicht erschauderte und den Blick hob.
Der harische Hauptmann erkannte die noch immer präsente Unsicherheit und für einen kurzen Augenblick flammte der blanke Hass gegen Thiede, den er nie ganz hatte vergessen können, wieder auf, doch er war nicht von Dauer. Thiede sollte nicht auch hier Macht über sie haben, nicht in diesem Moment, da Ashmael hoffte, eben jenen Geliebten zurück zuholen, den er ihm genommen hatte.

„Was hätte ich um Hoffnung gegeben…“, begann Vaysh leise und ging an dem blonden Har vorbei, der nur schwer dem Drang standhielt, die rotschimmernde Mähne zu liebkosen.
„Hoffnung dich wieder zu sehen. Hoffnung, dass all die Träume, die ich in den einsamen Nächten durchlebte, wahr würden.“, er hielt inne, während er Barfuß vor die Balkontür trat, in die Dunkelheit starrte, als lauerten dort die Schatten und Geister der Vergangenheit, die nur darauf warteten, ihn erneut mit sich zu ziehen.
Ein Schauer bahnte sich den Rücken Ashmaels entlang, denn er spürte jedes einzelne Wort von den Lippen seines Chesnaris wie eine Welle der Emotionen: Dunkle, träge und freudlose Wellen am Ufer in kalter Nacht.
„…doch die Hoffnung schwand, und der Schmerz gewann an Stärke. Aus verzweifelter Hoffnung wurde grausame Gewissheit. Ich versuchte zu vergessen…alles was ich war, alles was ich liebte. Die Inschrift unserer Namen ist schon vor langem verdeckt und unleserlich geworden, Ash.“
Und noch ehe der Blonde etwas hätte antworten können, schien Vaysh die seelische Stütze entrissen zu werden, die ihn so lange aufrecht gehalten hatte.
Langsam glitt er auf die Knie, die Hände nach vorne hin abgestützt, während ihm die langen Trassen der roten Mähne über die Schultern fielen. Sein Blick war noch immer dorthin gerichtet, wo die Dunkelheit die Wirklichkeit zu verschlingen schien.
Und auch als er spürte, wie Ashmael ihn von hinten mit seinen starken Armen umfasste, ihm Halt und Wärme gab, wobei sein Atem leicht über Vaysh Nacken kitzelte, wandte er sich nicht ab.
„Komm…es ist kalt, Vaysh.“, murmelte Ashmael und versuchte den anderen Har mit sachtem Druck zum Aufstehen zu bewegen.
„…was ist, wenn du heute Nacht gehst und sie wieder kommen…sie lauern bereits…warten nur, bis ich wieder allein bin. Allein mit meinen Gedanken und Erinnerungen; den falschen Hoffnungen und Träumen…“
„Ich werde nicht gehen heute Nacht. Das Leben hat uns zu lange voneinander fern gehalten.“ Wie einen Traumwandler, der nicht verstand, was mit ihm geschah, lies Vaysh sich von Ashmael langsam hochziehen und zum Bett führen. Und diesmal war es nicht der Rothaarige, der sich noch einmal prüfend umsah um sich zu vergewissern, dass ihnen von dort draußen nichts folgte. Doch dachte der harische Hauptmann weniger an Visionen oder Dämonen…wobei: er dachte an Thiede. Wäre Dämon nicht durchaus zutreffend? Unerklärlicherweise blickte Ashmael einen Moment lang warnend in die Dunkelheit, als wenn Thiede persönlich dort stehen und ihn mit seinem bekannt überheblichen Lächeln mustern würde.

>Nein, nicht heute Thiede<

Und mit jedem Schritt, den sie gemeinsam zu Vayshs großem Bett taten, schien die Dunkelheit in ihren Herzen ein Stück zu weichen. Und obgleich die rothaarige Schönheit noch immer mit verschleiertem Blick in das Kerzenmeer sah, so spürte Ashmael doch, wie sehr sein Chesnari sich danach sehnte ihm nahe zu sein.
     
~*~
Ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen. Falls ihr Interesse habt, möchte ich euch einen Blog, der gerade von mir und meiner Freundin gestaltet wird, ans Herz legen.
Er basiert auf einem alten Rollenspiel über die Wraeththu und wer selbst seine Rolle als Har finden möchte, ist bei uns mehr als willkommen:
http://www.blogigo.de/The_Way_of_Vision_And_Fate
Liebe Grüße
Feuerstern/Vento
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