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Splitter eines zerbrochenen Spiegels

GeschichteDrama / P16 / MaleSlash
Ashmael Vaysh
08.01.2006
01.02.2007
4
3.672
 
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
08.01.2006 825
 
So, es tut mir leid, dass es etwas länger gedauert hat, doch meine Zeit war in den letzten zwei Monaten etwas knapp bemessen...udn ein schnell hingeschriebenes Kapitel möchte ja eigentlich auch keiner von euch ;-)

Ich danke allen, die mir so unfassabr nette Reviews geschrieben haben.
Viel Spaß bei Kap.2

„Nein…nein, du hast nichts mehr hier zu suchen!“, Vayshs schlanke Finger bohrten sich in seine Handflächen. In seinem Blick standen Grauen und Verzweiflung.
Ashmaels blaue Augen, in denen die gewohnte Stärke eines harischen Hauptmanns lag, glitzerten leicht.
„Oft schon habe ich davon geträumt, dich wieder zu sehen…und in vielen dieser Träume hast du mir die gleiche Antwort wie jetzt gegeben…“
Es wäre schwer für einen Außenstehenden gewesen, den leicht vibrierenden Ton in der festen und beherrschten Stimme Ashmaels wahrzunehmen, doch Vaysh, der seine Augen nun beinahe schützend geschlossen hatte, vernahm ihn überdeutlich.
Langsam suchten seine Augen die des blonden Hars und unter den dunklen vollen Wimpern trafen sich ihre Blicke, als Vaysh sanft an Ashmaels Geist rührte, wie eine überraschende Brise, die buntes Laub im Herbst spielerisch aufwirbelt.
„…das was du suchst, ist bereits tot…und das weißt du. Warum quälst du uns beide?“
Und obgleich kein einziges hörbares Wort im Raum gefallen war, hatte Ashmael jede einzelne, schmerzende Silbe verstanden.
Er hielt inne, ließ den Rothaarigen nicht aus den Augen, als würde ihr Blickkontakt das scheinbar Unvermeidbare hinauszögern, ja wenn nicht sogar verhindern.
„Ashmael, dieses Benehmen ist deines Ranges nicht würdig! Verlass meine Gemächer…bitte…“, hauchte Vaysh, dem die eigenen Worte wie brennendes Gift durch den Körper rannen. Langsam hob er den Arm, deutete auf die außerhalb des Lichtes der Kerzen liegende Tür.
Und genau in diesem Moment schien sich Ashmael eben dieses Ranges bewusst zu werden.
„Nein.“, antwortete er schlicht und hob die helle Braue über seinem linken Auge herausfordernd.
Überrascht öffnete Vaysh den Mund, ließ den Arm langsam sinken und sank auf einen niedrigen Hocker, der nur wenige Zentimeter hinter ihm stand.
„Du bist unvernünftig, stur und uneinsichtig.“, seufzte er, vergrubt das Gesicht in den Handflächen, nur um sich dann mit den schlanken Fingern nachdenklich durch das Haar zu fahren.    
Ein leichtes Lächeln, welches Vaysh allerdings verborgen blieb, war alles was Ashmael darauf antwortete und seine langsamen, in ihrer Bewegung einer Katze ähnlichen, Schritte verursachten keinerlei Geräusch als er sich dem Rothaarigen näherte.
„Wie würde ein Har meines Ranges denn nun handeln, Vaysh?“
In diesem Moment hob dieser mit einem schweren Seufzen den Kopf und sah in die starken blauen Augen, die er noch immer begehrte, eher er aufstand und ihm trotzig entgegen sah, was Ashmael schadenfroh lächeln ließ – diese Seite hatte er an seinem Chesnari immer geliebt.
„Ein Har deines Ranges würde sich nicht dermaßen lächerlich machen und sich um etwas bemühen, das den Aufwand nicht wert ist!“, entgegnete Vaysh ärgerlich.
Doch Ashmaels gewohnt sicherer Blick blieb bestehen und schnell wie eine Raubkatze hatte er einen Arm um den schlanken Körper des Rothaarigen geschlungen und ihn zu sich gezogen.
Überrascht ließ Vaysh seinen Atem entweichen und jedes Wort, welches nun im zornigen Tonfall seinen Lippen entkommen wollte, blieb ihm in der Kehle stecken, als die filigranen und doch gleichzeitig kraftvollen Finger Ashmaels durch seine Haare fuhren.
Zu verführerisch fiel der Schein der Kerzen auf die blonde Haarmähne und bildete dort einen verspielt tanzenden Lichtreigen.
Die sinnlichen Lippen und die blauen Augen wirkten in dieser Art des Halbschattens beinahe mystisch und ließen in Vaysh  die schmerzende Erinnerung aufflackern, die sein Herz so lange unter Verschluss gehalten hatte.
Sanft berührte Ashmael die weiche Haut an Vayshs Kinn und hob es etwas an, hielt ihn weiterhin mit seinem Blick gefangen und schloss die Augen erst, als ihre Lippen sich berührten, ein wohliger Schauer durch ihrer beider Körper jagte und Vaysh Ashmael zögerlich und scheu Einlass gewährte.

Wie als würden starke und kraftvolle Wellen gegen ihn branden, wollte Vaysh, in einem Anflug von neuerlichem Zweifel, zurückzucken, doch Ashmaels flache Schwerthand legte sich sacht aber bestimmt auf den Rücken seines ehemaligen Chesnaris und drückte ihn gegen seine Brust, welche sich unter der plötzlichen Erregung ihres Kusses schneller hob und senkte.

Hätte der Rothaarige es gewollt, so hätte er dem harischen Hauptmann wohl mehr Widerstand leisten können, doch das Gefühl, welches sich wärmend seines Körpers und vor allem seiner Sinne bemächtigte, ließ diesen Gedanken nicht einmal ansatzweise zu.

Den schlanken Körper in seinen Armen haltend, teilte Ashmael seinen Atem, welcher den Geschmack und Duft einer Zitronenblüte inne hatte, die sich zum ersten Mal, nach einem kühlenden Regenschauer, den wärmenden Strahlen der Sonne öffnete, mit Vaysh.
Der sanfte Geschmack vieler exotischer, wenngleich milder Gewürze, untermalt von einem Farbregen in den verschiedensten Rot- und Orangetönen mischte sich mit Ashmaels Atem und für einige Augenblicke schien die Welt um beide Hara zu verschwimmen.
Die Welt war nichts mehr wert; jedes Geräusch und jede Bewegung um sie herum erschien wie ein ungreifbarer Traum und nur die Anwesenheit des anderen war es, wofür beide atmeten.

 
~tbc~
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