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Unerwarteter Besuch ODER Was wollt ihr denn hier?

von Dendey
GeschichteAbenteuer / P16 / MaleSlash
Canard Thunderbeak Duke L'Orange Grin Mallory MacMallard Nosedive Flashblade Tanya Gertrude Vanderflock Wildwing Flashblade
07.01.2006
05.04.2007
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07.01.2006 5.492
 
Unerwarteter Besuch

Oder

Was wollt ihr denn hier?


Halt eben das was dabei heraus kommt, wenn ich mir vorstelle wie mein Leben in ein paar Jahren wohl sein könnte. ^^° also wundert euch bitte nicht allzu sehr darüber, ja? Es ist Ich-Perspektive, daher werde ich es auch nicht besonders kennzeichnen wenn ich denke (oder ob ich das überhaupt tue), alles was ich euch an Luxus zukommen lasse, ist das ihr wisst wann wer die Klappe mal wieder nicht halten kann. ^___^ Viel Spass!



Kapitel 1:



Es war mitten in der Nacht, ich hatte gerade meinen Pc heruntergefahren und das Licht gelöscht, als ich nochmal kurz ins Bad wollte. Meine Mutter war manchmal etwas eigen und in der letzten Zeit hatte sie auf die seltsamsten Dinge geachtet, zum Beispiel darauf das ich die Weihnachtsbaumkerzen vom Strom nahm, wenn ich ins Bett ging. Jetzt wo sie weg war, tat ich es aus reiner Gewohnheit. Sie war mit meinem Vater weg gefahren und wollte die Winterferien mit ihm im Schnee verbringen, bei ihrer Schwester. Ich hatte nichts dagegen das Haus über die Semesterferien mal für mich alleine zu haben, Weihnachten waren sie schließlich noch da gewesen und Sylvester verbrachte ich schon seit Jahren mit einer Freundin. Wir gingen dann immer auf's Feld, wo wir den Rest unserer Böller-Gruppe' trafen und dann gemeinsam das Neue Jahr begrüßten. Danach würde es bis in die frühen Morgenstunden, wir flogen meist erst zwischen fünf und sechs Uhr raus weil sie endlich ins Bett wollte, zu einer anderen Freundin nach Hause gehen. Ihre Eltern hatten nichts dagegen, im Gegenteil, sie brachten sogar jedes Jahr eine Flasche Sekt mit auf's Feld, zum Anstoßen, und blieben dann noch eine Weile um uns beim böllern zu zusehen, dann gingen sie voraus um schon einmal die Sektgläser zurecht zu stellen. Es würde nicht in einem Besäufnis enden, soviel war uns allen immer klar, denn das Einzige was wir zur Belustigung benötigten waren die seltsam verkrüppelten Figuren, die wir beim Bleigießen fabrizierten und unser beliebtestes Sylvesterspiel, Personenraten. Ich war wirklich verdammt schlecht in dem Spiel, meist war ich sogar die Letzte von uns Sechsen, die wusste wer sie gewesen war, aber dafür sorgten meine Personen auch meist für die größte Belustigung. Vor ein paar Jahren hatte einer unserer zwei Jungs es partout nicht geschnallt das Lassie' weiblich ist und erst einmal drei Runden gebraucht, bis es für ihn feststand, dass sein Geschlecht überhaupt definierbar war und er keinen Gegenstand darstellte. Auch das ich zu der Zeit James Bond' darstellte half ihm nicht sonderlich weiter, da ich ja schließlich kein Comedian war konnte ich mit Informationen wie männlich, noch lebend, über 50 und aus Film und Fernsehen bekannt auch nicht sonderlich viel anfangen und war einfach zu sehr in meine Grübeleien vertieft, um ihm bessere Tips zu geben.

Ich kam gerade aus dem Bad zurück und wollte die wie ausgestorben daliegende Küche durchqueren, welche absolut finster war, da ich den Weihnachtsbaum, der im Wohnzimmer stand bereits aus gemacht hatte, als ich draußen ein Geräusch hörte. Ich blieb kurz stehen um zu lauschen, aber als ich dann nur eine streunende Katze den Zaun hochspringen sah, setzte ich mich beruhigt wieder in Bewegung. Das Haus war schon ein wenig einsam, wenn meine Familie nicht da war, aber ich hatte ja noch meinen Hund. Ein spanischer Cocker, schwarz-weiß und so unglaublich dämlich, dass sie sogar einen Einbrecher begrüßen würde. Mit anderen Worten, der perfekte Wachhund, welcher momentan im Flur, mitten in der Treppe lag und vor sich hin schnarchte.

Gerade als ich an der Küchentüre war, welche mich in das lang gestreckte Wohnzimmer mit meiner Pc-Ecke führen würde, hörte ich die Gartentüre in der Küche knarren. Ich wusste aber ganz genau, dass ich den Hund nicht raus gelassen hatte, also konnte sie es auch nicht sein, die nun aus der Kälte wieder rein wollte. Ich machte mich also darauf gefasst mein Heim zu verteidigen, denn sechs Jahre Judotraining vergisst man ja nicht einfach, als auch schon jemand meine Küche betrat. Ich nahm die Person nur als dunklen Schatten wahr, aber das genügte mir ja schon, um einen ersten Angriff zu starten, allerdings hatte ich mich wohl nicht schnell genug umgedreht, denn ich war diejenige die hier gerade angegriffen wurde. Ich fühlte nur wie sich eine Hand auf meinen Mund legte, deren zugehöriger Arm sich über meine rechte Schulter geschlichen hatte, und spürte wie ich an einen warmen Körper zurück gezogen wurde. In blinder Panik, die mich überkommen hatte als der Fremde, denn der durchtrainierte Oberkörper hinter meinem Rücken war definitiv männlich, mir meine Luftzufuhr abgeschnitten hatte weil ich wegen meinem Schnupfen kein bisschen durch die Nase atmen konnte, rammte ich ihm meinen linken Ellenbogen in die Rippen und kam frei. Ich wirbelte sofort herum, um noch einen Schlag nachzusetzen und so grub sich meine rechte Faust in seinen Magen, was ihm ziemlich wehtun musste, denn ich hörte ihn leise stöhnend nach Luft schnappen.

Das war der Moment in dem ich die Anwesenheit weiterer Schatten bemerkte und den mir am Nächsten stehenden auch gleich einmal mit einem rechten Spinkick gegen die Schulter an die Wand donnerte. Daraufhin wurde ich von hinten unter den Armen gepackt und versucht ruhig zu halten, denn mit dem Ausführen des Spinkicks hatte ich dummerweise meine Deckung aufgegeben. Ich begann natürlich sofort zu zappeln, da ich meine Ellenbogen diesmal leider nicht einsetzen konnte. Ein Schatten war dumm genug sich in perfekter Reichweite vor mich zu bewegen und so nutzte ich die Chance mich mit meinem Gewicht nach hinten zu lehnen und ihm meine Beiden Füsse ins Gesicht zu donnern. Nur gut, dass ich heute nicht meine Hausschuhe trug, sondern meine BikerBoots, die ich so liebte.
Mit einem erstickten Schrei ging dieser nun zu Boden, wand sich dort unten vor Schmerzen und hielt sich dabei das Gesicht fest. Ein kleines böses Grinsen schlich sich dadurch auf mein Gesicht. <<Tja, Kumpel, wenn man was von mir haben will das ich nicht hergeben will, dann sollte man sich besser warm anziehen.>> ging es mir triumphierend durch den Kopf, während meine Füße wieder zu einem festen Stand auf der Erde zurück kehren wollten.

"Das nennt ihr friedlich, ja?" hörte ich eine männliche Stimme von einem Schatten, der gerade die Küche betrat. Ihm folgte noch einer und setzte mit eindeutig weiblicher Stimme hinzu.
"Und laut-lau-leise?"
"Friedlich?" zischte ich nur aufgebracht.
"Seit wann ist denn Einbrechen bitteschön friedlich'?" giftete ich gleich noch hinterher. Ich war jetzt wirklich sauer, weil ich mich in diesem Griff nur sehr eingeschränkt bewegen konnte und meine Arme langsam anfingen taub zu werden.
"Einbrechen? Moment ich weiß, dass es vielleicht so aussehen mag, aber das ist ein Missverständnis." Wurde mir von dem Schatten, welcher klug genug war einen respektvollen Abstand von meinen Boots zu halten, versichert.
"Klar, ein Missverständnis. Lass mich raten, ihr wolltet nur mal kurz telefonieren, richtig?" kam es mitfühlend und mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus unterlegt von mir.
"Eigent-eigen-also nein. Wir brau-bra-benötigen nur ihren Kühlschrank." Meinte daraufhin die weibliche Stimme.
"Ah, ja. Den Kühlschrank." Stellte ich mit emotionsloser Stimme fest und war echt baff, das denen in solch einer Situation so was einfallen konnte. Ich hätte eigentlich längst um Hilfe rufen können, aber irgendwie verspürte ich im Moment nicht die geringste Lust zum schreien.
"Warum eigentlich nicht gleich die Kühltruhe? Zu gross?" neckte ich dann noch, weil ich es einfach nicht sein lassen konnte und denen mal zeigen wollte wie unglaublich dämlich das klang was die da gerade verzapften.
"Sie haben eine?" fragte sie dann auch noch hoffnungsvoll und da war's dann auch schon mit meiner Geduld vorüber.
"NEIN!" blaffte ich sie ungehalten an.
"Oh, schade." Hörte ich ihre kleinlaute und ja, beinahe verletzt klingende Stimme leise.
"Wenn ihr wirklich nur die Kühltruhe wollt und mich dann in Ruhe lasst, das Teil ist ein auf ein auf zwei Meter gross und steht in dem Raum vor der Garage und der is übrigens immer offen, das heißt ihr macht euch nicht mal strafbar, weil ihr schließlich gar kein Schloss knacken müsst." Kam es dann seltsamerweise kooperierend von mir. Ich konnte es nicht haben wenn Leute mich zuerst auf die Palme brachten und dann anfingen zu heulen wenn sie eine passende Antwort erhalten hatte. Was tat ich dann also? Natürlich, der Klügere gibt nach.
"Danke. Das ist wirklich überaus freundlich." Kam es noch von ihr und schon verließ sie die Küche wieder in Richtung Garten.
"Die ist ja schlimmer als mein Vater." Murmelte ich, denn der brauchte auch nur irgendein Elektrogerät zu sehen und schon war er beschäftigt. Ich leugne ja gar nicht mal, dass man mich auch in einem Baumarkt aussetzen könnte und ich es wahrscheinlich erst nach einer Stunde bemerken würde, aber darum geht's hier ja grad gar nicht mal.
"Ein artverwandtes Wort über Technik und weg isse. Erinnert mich irgendwie an wen." Sinnierte ich dann vor mich hin, da ja ansonsten keiner eine gepflegte Konversation mit mir halten wollte.
"Kann bitte mal einer das Licht an machen?" schlug der intelligente Schatten vor und ich sah wie der, dem ich meinen Ellenbogen in die Rippen und dann die Faust in den Magen gerammt hatte, sich langsam, scheinbar vorsichtig, erhob, erst mal den Kopf schüttelte, so als müsse er sich orientieren und dann begann nach dem Lichtschalter zu suchen. Glücklicherweise war der nicht in normaler Höhe angebracht, sondern auf Augenhöhe, weshalb es wohl noch etwas länger dauern würde bis sie den finden würden.
"Kann bitte mal einer dafür sorgen, dass ich hier nicht so rumhänge?" fragte ich in ähnlichem Tonfall, aber meine Stimme war dann doch nicht so tief wie die von dem intelligenten Schatten, weshalb wohl auch keiner auf mich hören würde.
"Wer bist du überhaupt?" hörte ich den Intelligenten interessiert in meine Richtung fragen.
"Zufälligerweise diejenigewelche die hier in diesem Haus lebt." Gab ich nichts sagend zurück. Der Kerl konnte sich von mir aus auf den Kopf stellen, wenn er nicht wusste wer ich bin, dann würde ich es ihm garantiert nicht auf die Nase binden.
"Sie hat ein gutes Karma." Hörte ich eine sehr tiefe, aber seltsamerweise auch ruhige und sogar entspannend wirkende, Stimme hinter mir sagen. Wahrscheinlich mein Träger, denn meine Füße hatten nach der Aktion mit meinen Boots keinen Boden mehr gesehen, da ich an den Armen gehalten in der Luft baumelte.
"Oh, nein, ein Splinter-Verschnitt." Seufzte ich, denn so was konnte ja nur von einem Meister wie dem kommen oder auch von Meister Popo, fiel es mir da ein, aber auch Modo wäre möglich. Nein, streicht Modo, der ist dann doch nicht ganz so seltsam drauf wie die andern. Himmel, ich kuck viel zu viele Zeichentrickfilme, wie meine Umwelt sie abwertenderweise betitelte.
"Ähm..." kam es daraufhin von dem vermeintlich Intelligenten, worüber ich mir inzwischen auch nicht mehr so sicher war.
"Also eigentlich heißt er ja Grin." Brachte er dann doch noch einen halbwegs vernünftigen Satz von sich.
"Falsch, denn ganz offiziell heißt er Check Hardwing! Recherchier demnächst gefälligst besser, bevor du dich mit mir anlegst!" Wies ich ihn zurecht. Also mal ehrlich, wer weiß das den bitteschön nicht? Eltern würden ihr Kind niemals Grin nennen, das passt doch zu keinem Nachnahmen!
Daraufhin entstand erst einmal ein laaaaaanges Schweigen in meiner Küche und glaubt mir es war ganz bestimmt keine verfressene Stille, wie es sonst üblich war, sondern einfach nur ein Nichts.
"Was? Geschockt? Solltest du auch sein. Was MD angeht legt man sich nämlich besser nicht mit mir an. Da kenn ich nix, also verarsch mich nicht." Irgendetwas musste ich ja sagen und es schien sogar etwas dabei gewesen zu sein das Interesse geweckt hatte, denn der Schatten den ich mit der Wand eine neue Bekanntschaft hatte schließen lassen fragte nun in den Raum hinein.
"M.D.? Military Destruction?"
"Nein, MightyDucks du dumme Nuss. Mann was für Knalltüten seid ihr eigentlich, mal ehrlich, wenn ihr schon bei mir einsteigt könntet ihr ja wohl wenigstens wissen wer ich bin und was für Hobbys ich habe. Dann hättet ihr nämlich auch gewusst, dass es abgrundtief dämlich ist in die Küche einzusteigen, wenn die Kühltruhe schließlich frei zugänglich ist." Maulte ich die blöde Zicke an, denn die Stimme war eine weibliche gewesen.
"Hast du den Lichtschalter jetzt bald mal gefunden oder muss ich dir jetz auch noch sagen wo der is?" fragte ich den Schatten, der bis gerade die Wände abgetastet hatte, ziemlich genervt.
"Wäre nett wenn Sie das täten, meine Dame." Kam es freundlich zurück und ich fühlte mich plötzlich an einen charmanten Gentlemen erinnert. Modo, aber der würde garantiert nicht bei mir einbrechen und war ganz nebenbei wahrscheinlich doppelt so gross wie der Kerl da.
"Wäre nett wenn ich dafür endlich runter gelassen werde." Stellte ich die Bedingung und wurde nach einem Nicken des scheinbar Intelligenten aka Anführers
sogar wirklich zurück auf den Boden der Tatsachen gebracht und dann los gelassen.
"Danke." Meinte ich artig und ging um den am Boden liegenden herum und durch die Türe ins Wohnzimmer. Ich war schließlich nicht blöde genug denen jetzt zu vertrauen und tatsächlich das Licht in der Küche an zu machen. Nein, ganz bestimmt nicht. Meine Schritte wanderten also zum Sideboard auf dem ich kurzfristig, nur über die Semesterferien, drei meiner Katanas geparkt hatte, wovon ich mir nun das Längste nahm. Es an meiner Seite haltend ging ich langsam zurück Richtung Küche.
"Was denn jetzt? Ist der Strom weg?" wurde ich gefragt, als ich schon fast wieder in der Küche war und immer noch kein Licht an gemacht hatte.
"Nö." Gab ich lässig von mir, zog das Katana und machte auch Gleichzeitig das Licht an.
Meine Gäste hatten keine Chance zu reagieren, im Gegensatz zu mir, denn ich hatte mir vorher genau gemerkt wo der mir nächste Schatten stand und konnte ihm nun eine frisch geschleifte Klinge and die Kehle halten. Ich musste kaum zwei Sekunden warten, da hatten alle die Punkte aus den Augen gezwinkert und konnten wieder einigermaßen sehen, sodass ihnen natürlich auffiel, das ich jetzt nicht mehr unbewaffnet war.
"Okay und jetzt raus mit der Sprache. Was wollt ihr hier?" fragte ich in einem bedrohlich leisen Ton, der verdammt an ein Knurren erinnerte und einem eiskalten Blick. Den Blick hatte ich sogar vor'm Spiegel geübt, das knurrend-sprechen kam ganz automatisch zu mir wenn ich sauer war und ganz genau das war ich gerade. Sogar extrem sauer.
"Ganz ruhig! Wir können doch über alles reden!" kam es sofort allarmiert von meinem Gegenüber, als dieser realisiert hatte, dass die Klinge die da so hübsch an seinem Hals hing auch wirklich schneiden konnte.
"Jetz mach dir mal nicht ins Hemd! Die Kleine hat eh nicht den Mumm dir ernsthaft zu schaden." Kam es zwar gehässig klingend, aber mit einem dennoch leicht besorgten Blick von der blöden Zicke, die jetzt an der Wand lehnte.
"Unterschätze deinen Gegner und du kannst dein Leben verlieren." Zitierte ich und war wirklich zutiefst überrascht, als ich realisiert das meine Stimme nicht die Einzige war, in der die Worte zu hören gewesen waren. Ich sah mich eine Millisekunde verwirrt in der Küche um und als mein Blick dann doch tatsächlich auf Check Hardwing traf, fiel ich echt aus allen Wolken.
"Sag mal was seid ihr eigentlich? Cosplayers? Hallo?? Die nächste Con ist doch erst in fünf Monaten!!!" warf ich ihnen dann vor und hatte überhaupt nicht registriert, das ich das Katana dabei hatte sinken lassen. Erst als eine Stimme von unten mich darauf hinwies hielt ich es wieder etwas sicherer für die Umstehenden an meiner Seite fest.
"Kannst du mit dem Ding bitte wo anders hin? Mein Schnabel muss nicht noch filetiert werden. Die Dampfwalze hat dem schon gereicht, besten Dank auch."
Es war die seltsamste Zusammenstellung an Sätzen die man finden konnte, um zu beschreiben was ich mit dem armen Kerl gemacht hatte, wenn man weder zu detailliert werden wollte, noch lange Sätze bilden wollte, aber es trat auf alle Fälle zu.
Ich sah auf den Boden, wo der Kerl immer noch lag, der meine Boots im Gesicht abgekriegt hatte und fiel noch mal aus allen Wolken, dabei war ich doch gerade erst wieder so mühsam am hoch krabbeln gewesen! Das Leben ist einfach nicht fair. Der Grund dafür war, dass sich da gerade Nosedive Flashblade auf meinem Küchenboden tummelte und ich mir echt verdammt sicher war, dass das überhaupt gar nicht sein konnte. Ich hob meinen Blick also wieder um den Rest der Personen zu betrachten, wobei ich mir sicher war, das das schon gar nicht mehr nötig war, denn es würde der Rest des Teams sein, wenn man einmal von Tanya Vanderflock absah, welche wahrscheinlich gerade meine Kühltruhe auseinander nahm.
Zu meiner Linken stand doch tatsächlich Duke L'Orange und besaß doch glatt die Frechheit ganz so aus zu sehen, als hätte es ihm überhaupt nichts aus gemacht das ich ihm eben eine Klinge an die Kehle gelegt hatte. Rechts an der Wand lehnte Mallory McMallard, welche ganz klar so aussah als ginge es sie einen Scheißdreck an, wo ich mit meinem Katana rumfuchtelte, solange es nicht direkt vor ihrem Schnabel war, aber in ihren Augen war auch noch ein Schimmerchen von Sorge zu sehen. Scheinbar war sie doch nicht so gefühlskalt wie ich immer dachte. Und direkt vor der offenen Küchentür stand dann auch noch der Leader. Unser allseits bekannter Maskenträger: Wildwing Flashblade.
"Okay, entweder einer von euch erklärt mir jetzt wie ihr in meine Küche oder überhaupt erst einmal auf diesen Planeten kommt oder ich mach hier gleich HaraKiri. Was immer euch lieber ist."
"Hara-Was?" fragte Nosedive von unten und schon hob ich meine Klinge und hatte schon eine 180°Drehung dieser vollführt, als sie mir von Duke unverschämterweise einfach weggenommen wurde.
"Nix, nix. Is eh schon zu spät dafür." Grummelte ich nur in mich hinein, während ich mich umdrehte und auf die große Eckcouch im Wohnzimmer zu steuerte. Auf halbem Weg drehte ich mich dann doch noch zu ihnen um.
"Was is jetz? Braucht ihr noch ne schriftliche Einladung? Ich nehme mal an die ganze Erklärung wird etwas länger dauern und da will ich nicht die ganze Zeit stehen." Erklärte ich ihnen mein Verhalten und wies sie mit einer ungeduldigen Handbewegung an endlich her zu kommen.
"Und macht bitte die Tür zu, ich heiz hier schließlich nicht den Garten." Bat ich sie noch. Doch bevor ich mich wieder umdrehen konnte hörte ich auch schon den aufkommenden Protest.
"Aber..." doch wie nicht anders zu erwarten war unterbrach ich Wildwing etwas genervt mit einem
"Was denn noch?" und stiefelte wieder zurück in die Küche um dann erst einmal den Böse-Blicke-Kontest zu gewinnen.
"Nosedive." Flüsterte Wildwing daraufhin fast hilflos klingend und ich sah erst jetzt was für einen Schaden ich bei dem überhaupt angerichtet hatte.
"Er blutet noch, das heißt er lebt. Ist doch ein verdammt gutes Zeichen oder nicht?" fragte ich in die Runde, welche von meiner Äußerung nicht sonderlich begeistert schien.
"Wie man's nimmt." Kam es von Mallory so mitfühlend wie immer, also absolut gefühlskalt.
"Ich hab einen Erste-Hilfe-Kasten in der Garage." War alles was sie noch von mir hörten, bevor ich auch schon draußen im Garten war und dann in der Garage, wo ich Tanya über den Weg lief, die es doch glatt geschafft hatte nicht nur die Kühltruhe sondern sogar noch den Lichtschalter zu finden.
"Und is das Teil zu gebrauchen?" fragte ich sie interessiert.
"Hmm, mög-mö-vielleicht." Wich sie aus, denn scheinbar blickte sie noch nicht vollkommen durch die bereits 20 Jahre alte Erdentechnik der italienischen Mammut-Kühltruhe.
"Haben Sie eine Ahnung von Anatomie?" fragte ich dann noch hoffnungsvoll, da ich mir fast sicher war, dass man bei Enten auf ganz andere Dinge achten musste als bei Menschen. Bei zu viel und zu schnellem Blutverlust bekamen Menschen nämlich schwarze Ringe unter den Augen, was man bei Enten garantiert nicht würde sehen können.
"Nunja, nur ein bis-bi-vage schon." Kam es leicht irritiert von Tanya.
"Gut, dann könnte ich Sie in der Küche brauchen. Ich befürchte nämlich das ich Nosedive den Schnabel gebrochen habe. Ich hol nur noch schnell das Verbandszeug." Bat und informierte ich sie auch zugleich. Ich ging also in die Garage, schnappte mir den Erste-Hilfe-Kasten, den ich da vor zwei Monaten erst an die Wand genagelt hatte und folgte dann Tanya in die Küche welche schon mal vorgegangen war.
"Okay, dann mal ran an den Verletzten." Vertonte ich gespielt fröhlich und wischte erst mal vorsichtig mit einem Küchentuch das Blut vom Schnabel. Dabei entdeckte ich, dass der Schnabel an sich noch eine ganz akzeptable Form hatte, aber auf der rechten Seite, also praktisch seiner Wange, war eine ziemlich lange Platzwunde. Scheinbar hatte ich mal wieder hauptsächlich mit dem rechten Fuß zugedonnert und dadurch war dann die Haut aufgerissen, weil der Schnabel dem plötzlichen Druck zwar stand halten konnte, aber den Druck auch gleichzeitig auf die nähere Gesichtsumgebung verteilt hatte, wodurch die Haut überspannt wurde und einfach riss.
"Scheint nur eine Platzwunde zu sein. Die Haut ist ein wenig aufgerissen und weil das eben so nah am Schnabel ist blutet das auch so schlimm." Stellte ich meine Diagnose und erhielt ein Nicken von Tanya, welches ich durch die Augenwinkel wahrnahm.
"Mit anderen Worten es sieht mal wieder viel schlimmer aus als es ist." Versuchte ich die anderen Anwesenden aufzuheitern, denn Wildwing sah echt so aus, als würde er mir hier gleich in der Küche kollabieren, nur weil sein Bruder meinen Küchenboden ein wenig eingefärbt hatte.
"Wie wär's wenn ihr schon mal ins Wohnzimmer vor geht und mich hier einfach mal machen lasst?" schlug ich daher vor.
Wildwing wollte gerade wieder protestieren, als Duke ihm unerwartet das Wort abschnitt. "Ich denke das ist eine gute Idee. So machen wir Sie wenigstens nicht unnötig nervös." Meinte er nur und ging schon mal vor. Mallory warf mir noch einen misstrauischen Blick zu, bevor auch sie die Küche verließ um auf der blauen Eckcouch platz zu nehmen. Wildwing warf noch einen überbesorgten Blick auf seinen kleinen Bruder, welcher ihm nur mit einem Daumen hoch' klar machen musste das er wirklich okay war und dann waren wir nur noch zu dritt in der Küche als auch Grin sich in Bewegung setzte und Wildwing einfach mit zur Couch bugsierte.
"Was meinen Sie, ob wir das nähen müssen?" fragte ich Tanya, welche mich einfach nur irritiert und fassungslos zugleich anstarrte.
"Nein!" kam es entschieden von Nosedive.
"Du hast hier gar nichts zu sagen Kleiner!" wies ich ihn freundlich darauf hin, dass er doch bitte den Schnabel halten sollte.
"Ich bin Tanya." Kam es daraufhin völlig zusammenhanglos von der Seite und jetzt durfte ich total irritiert kucken.
"Nennt mich einfach Alex. Das bin ich im Moment am ehesten gewohnt."
"Wie geht das denn?" wollte Nosedive wissen und musste sofort zischend Luft holen, weil das Sprechen ihm im Moment ziemlich wehtun musste.
"Wolltest du nicht den Schnabel halten? Ist weniger schmerzhaft." Wies ich ihn daraufhin, dass er ein wenig achtsamer sein sollte, denn schließlich war mit mir und meinen Boots ja nicht zu spaßen.
"Ähm...'du' wäre mir aber lieb-lie-angenehmer." Lächelte Tanya schüchtern und ich wurde sofort wieder daran erinnert, warum ich sie so gut leiden konnte.
"Aber gerne doch, Tanya." Lächelte ich daraufhin nur ziemlich breit und sah Tanya an wie die Spannung und Unsicherheit von ihr abließ.
"Dive." Kam es von dem vernachlässigten Patienten und ich grinste ihn nur an, während ich mir ein wenig Iod-Tinktur als Desinfektionsmittel auf eine Mullbinde träufelte und das dann an die Wunde hielt.
Nosedive schreckte natürlich sofort zurück als das Zeug da so plötzlich brannte und sah mich strafend an, seinen netten Vorwurf ich würde das garantiert mit Absicht machen verbiss er sich jedoch. Auch wenn es ihm sichtlich schwer fiel.
"Sorry, aber das muss sein." Stimmte ich ihn wieder versöhnlich und desinfizierte weiter.
"Was ist jetzt, Tanya? Nähen oder nicht nähen? Denn das ist hier die Frage." Scherzte ich auf Dive's kosten.
"Ich bin mir nicht sich-si-schlüssig." War ihre äußerst hilfreiche Antwort.
"Tja, Dive. Dann fürchte ich kann ich es dir leider nicht ersparen das Ganze rein sicherheitshalber mit ein, zwei Stichen zu nähen. Du willst da ja schließlich keine bleibende Narbe behalten oder?" entschied ich einfach.
Ein leidender Blick traf meine Augen, aber dann nickte er resigniert mit dem Kopf. Scheinbar hatte er eingesehen, das er an der Nadel nicht vorbei kam.
"Also, Vorschlag zur Güte. Ich verspreche dir auch, dass ich dich nicht mehr trete, wenn du es nicht verdient hast. Okay?"
"Hab ich nie verdient." Brabbelte er nur mit gesenktem Blick vor sich hin und Tanya musste darauf kichern.
"Na dann hab ich ja in Zukunft auch keinen Grund mehr dir meine Boots anzuvertrauen." Lächelte ich und hatte schon die Einmal-Handschuhe an, um Nadel und Faden zu benutzen. Die Nadel und der Wundfaden waren steril, also konnte ich sofort loslegen. Ich stach also ganz vorsichtig kurz neben den Rand der Wunde ein und eher in der Wunde wieder raus, auf der anderen Seite ging das natürlich anders rum. Insgesamt machte ich drei solcher Stiche, jagte ihm die Nadel also ganze sechsmal durchs Fleisch und fand mich dann als Empfänger eines sehr anschuldigen Blickes wieder. Ganz so als hätte ich einem fünfjährigen sein Polizeiauto weggenommen.
"Is was?" fragte ich höflich besorgt und wurde mit Ignoration bestraft. Ich zog den Faden fest und verknotete ihn so, das die Wunde zugezogen war, wobei mir natürlich weder der kurze Schmerz noch die Tränen in Dive's Augen entgingen.
"So. Schon vorbei." Flüsterte ich nur und half ihm dann auf die Beine. Da ich ihm das Blut vorher schon abgewischt hatte übergab ich ihn in Tanya's vertrauensvolle Hände.
"Bringst du ihn bitte schon mal zur Couch? Ich räum noch schnell auf." Tanya nickte mir nur bejahend zu und so machte ich das Blut mit einem nassen und vor allem kalten Lappen weg.
"TEE?" rief ich ins Wohnzimmer hinein und vernahm ein zustimmendes Gemurmel.
"Okay, welchen hättet ihr gerne?" stellte ich auch schon die nächste Frage, denn was Tee anging, hatte meine Mutter wieder die absolute Manie am besten gleich 50 verschiedene im Schrank stehen zu haben. Mein Vater rollte dazu immer nur die Augen, aber mir kam das Ganze sogar entgegen, denn meine paar Teesorten fielen unter dem ganzen Krempel ohnehin nicht mehr auf.
"Fudinyu?" kam es hoffnungsvoll aus dem Wohnzimmer und ich schickte erst mal einen total irritierten Blick zurück.
"Gerne, wenn du welchen dabei hast. Von so nem Tee hab ich nämlich noch nie was gehört." Machte ich ihnen gleich mal sämtliche Hoffnungen zunichte.
"Dann halt einfach irgendeinen den du da hast." Wurde mir die Wahl der Teesorte von Tanya großzügigerweise übergeben.
"MANANA-TEE!!! Das ist Ginkgo und Zitronengrass!" legte ich damit fest, dass nun alle unter meinem Lieblingstee zu leiden hatten und da das Wasser inzwischen auch schon kochte, machte ich gleich zwei Teekannen á zwei Teebeuteln fertig und trug diese umsichtig ins Wohnzimmer, wo ich beide Kannen auf dem Glastisch absetzte.
"Tassen kommen sofort." Gab ich noch zum besten, holte die dann tatsächlich in der Küche, wobei ich mir noch den Zucker und ein paar Löffel mitnahm und damit zurück ins Wohnzimmer wanderte.
Einen kurzen Moment hatte ich Zeit mich darüber zu wundern, das doch glatt sechs Personen ganz bequem auf meiner Couch Platz hatten, bevor ich selbst mich im Schneidersitz auf dem Teppich nieder ließ. Eine Angewohnheit, die mir meine Mutter einfach nicht austreiben konnte.
"Bitte, bedient euch." Lud ich sie dazu ein sich den Tee schmecken zu lassen.
"Willst du wirklich da auf dem Boden sitz-sit-bleiben?" fragte Tanya etwas irritiert.
"Klar. Warum nicht? Ist doch bequem." Lächelte ich nur, während Duke sich als der Mutigste von allen bewies und meinen Tee probierte. Völlig überrascht hob er dann den Kopf und sah mich mit einem sehr seltsamen Blick an.





Glaubt mir ich weiß das es fies ist jetzt auf zu hören, aber ich will auch was lesen, mal ehrlich: könnt ihr mir das verübeln?
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