Alarm! Wenn der Zwilling nicht aufgibt!

von Spielerin
GeschichteAllgemein / P12
Hao Asakura Ren Tao Yo Asakura
29.12.2005
28.07.2006
6
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Alarm! Wenn der Zwilling nicht aufgibt!



Storyboard:

Zeit: Nach Schamanenturnier
Pairing: Yo/Hao     Ich weiß dass die beiden Geschwister sind aber was soll ich machen? Die passen doch wohl eindeutig noch am besten zusammen oder?

Zeichenerklärung:
"/.../"     Kontakt in mentaler Art
"..."     Kontakt in physischer Art (normales Sprechen ^^)


1. Chapter: Verschwinde!

"Hey, Yo!", ruft es hinter mir. Anscheinend ist es wieder an der Zeit für ein Lächeln für einen Freund. Also setze ich eben dieses auf und drehe mich zu der Stimme um.
"Hi, Manta", begrüße ich ihn also. "Und, wie geht's so?"
"Mir geht's bestens. Ich habe von Horo Horo eine E-Mail bekommen, ich soll dir etwas ausrichten. Ich dachte mir, das sollte ich besser gleich tun und deshalb bin ich jetzt hier. Bei dir zu Hause war nämlich nur Anna und die meinte, du seiest hier irgendwo."
"Ok, Manta, aber was meinte denn Horo nun, dass du mir ausrichten sollst", lache ich halb.
"Ach ja, genau. Ich will dich nur vorwarnen. Er meinte nämlich, er würde bald hier sein um mal wieder ein paar Tage mit seinen alten Kumpels zu verbringen, da ja Ren auch in der Stadt ist. Außerdem hab ich ihm gesagt, dass auch Ryu in der Gegend ist und deshalb meinte er, er würde schon bald da sein."
"Oh, das ist aber nicht gut. Wenn Horo bald sagt, meint er meist noch denselben Tag und bei uns ist nicht aufgeräumt. Ich hätte das heute machen sollen, aber ich bin lieber vor Anna abgehauen." Bei der letzten Bemerkung lasse ich den Kopf hängen. Ja, Anna hat immer noch die Hosen an in meinem Haus... vielleicht sollte ich sie bei der nächsten Gelegenheit meinen Großeltern wiedergeben. Ich meine, das können sie mir doch nicht antun. Ich bin siebzehn und wohne mit einem Mädchen zusammen. Das lässt zwar einige Jungs neidisch werden, aber die kennen Anna nicht. Hinzu kommt, dass ich mit Anna nicht wirklich etwas habe. Sie ist wirklich ein nettes Mädchen wenn man sie kennt und sie weiß was sie will, was ein großer Vorzug sein kann, aber ich empfinde nicht mehr als Freundschaft für sie. Sie ist wohl meine beste Freundin. Obwohl sie sich sehr stark gibt, ist sie immer um mich besorgt und kümmert sich auch sehr gut um meine Seele. Und ich kann auch nicht behaupten, dass ihr Training nicht gut für mich wäre. Vielleicht sollte sie doch besser bei mir bleiben.
Oh, Mann, nein. Echt nicht, Yo! Das kannst du euch beiden nicht antun.
Erst vor vier Tagen habe ich ihr gesagt, dass sie für mich eine beste Freundin ist, aber keine zukünftige Frau. Sie schien es erst recht gut aufgenommen zu haben, doch ich bin mir sicher, dass ich sie später in ihrem Zimmer hab weinen hören. Ich hab mich dann auch nicht getraut zu ihr zu gehen, aus Angst, alles nur noch schlimmer zu machen.
Ich werde ihr auf jeden Fall den Vorschlag unterbreiten, dass sie gehen könnte. Wenn sie wirklich geht, muss ich mich halt damit abfinden, immerhin ist Anna diejenige, die es schwerer damit hat von uns beiden. Eine einseitige Liebe kann nämlich sehr hart sein - das weiß ich.
Ob ich verliebt bin? Als Antwort gibt es ein klares 'Nein'. Ich bin nicht verliebt - zumindest nicht soweit ich informiert bin. Allerdings fragt mal einen 17-jährigen was Liebe ist und ich glaub nicht, dass da allzu viel dabei herauskommt. Ich will damit nur sagen, dass ich noch nie verliebt war, es sein könnte, dass ich verliebt bin, aber dann würde ich dieses Gerücht von wegen Schmetterlinge und Ameisen im Bauch bestreiten. So etwas kann ich nicht fühlen. Andererseits geht es mir in letzter Zeit nicht so gut. Um genau zu sein hat alles an dem Tag angefangen, an dem ich das Turnier gewonnen habe und alle gegangen sind. Ren ist bald darauf wiedergekommen, Ryu ist wieder bei seiner Gang und besucht mich immer wenn er in der Nähe ist. Von unserem Komiker Yoko hab ich seit den Schamanenkämpfen nichts mehr gehört, Horo ist mit seiner Schwester in den Norden zurück und Rens Schwester Run hat die Aufsicht im Stammhaus ihrer Familie für ihren Bruder übernommen und kommt daher auch nur noch sehr selten. Faust betreibt mit Elisa ein Krankenhaus ganz in der Nähe, allerdings hat auch er kaum Zeit ...
"... nicht wahr, Yo?", reißt mich Manta aus den Gedanken.
Ich sehe ihn erst kurz fragend an, bevor ich ihn frage: "Entschuldige bitte Manta, was hast du gesagt?"
"Ich habe gesagt, dass es sicher schön sein wird, wenn mal wieder alle zusammen sind. Hast du's nicht mitbekommen, dass alle von unserer früheren Gruppe zurückkommen um mit dir ins neue Jahr zu feiern?"
"Neue Jahr? Geht das alte schon dem Ende zu?", frage ich ihn erstaunt.
"Sag mal Yo, träumst du immer noch? Sieh dich doch mal um. Eltern die durch die Straßen rennen um noch die letzten Vorbereitungen zu treffen, aufgeregte Teenager, die über ihren ersten Tempelbesuch reden und dass sie sich eine neue, beziehungsweise ihre erste Liebe wünschen wollen und vor allem, hast du wirklich nicht mitbekommen wie kalt es geworden ist?"
Also jetzt wo er es sagt ... Es stimmt schon alles, aber dass schon ein Jahr vergangen sein soll...
"Sag mal, Yo. Was mir gerade einfällt: Was hast du denn mit Anna gemacht?", will Manta wissen.
"Warum? Was ist denn mit Anna?"
"Na ja, ich kann mich natürlich auch irren, aber irgendwie ist sie mir netter vorgekommen als sonst. Im Normalfall hätte sie mich sofort zur Hausarbeit abkommandiert - wenn du sie schon nicht machen willst - stattdessen lässt sie mich einfach wieder gehen und ihr Gesichtsausdruck zeigte, dass sie irgendwas bedrückt."
"Dann ist es also doch so schlimm", stelle ich nüchtern fest. "Ich hab sie über meine Gefühle zu ihr aufgeklärt; ihr gesagt, dass sie mehr so etwas wie eine kleine Schwester oder beste Freundin ist, aber nicht mehr."
"Und wie hat sie's aufgenommen?"
"Na ja, erstmal gut. Aber eine einseitige Liebe ist sicherlich nicht sehr lustig. Andererseits wäre es ihr gegenüber auch nicht fair gewesen, es ihr zu verheimlichen, da sie um mich besorgt ist und es einer Beziehung schadet wenn ein Partner nicht glücklich ist. Anna wäre mit Sicherheit eine wunderbare Ehefrau und ich beneide auch jetzt schon ihren Zukünftigen um sie, aber ich bin es nicht, der sie bekommen wird. Was ich ihr gegenüber empfinde ist keine Liebe, da bin ich mir sicher, obwohl ich nicht wirklich weiß, was ich unter dem Wort 'Liebe' verstehen soll."
"Also deinem Vortrag nach würde ich sagen, dass du sie liebst, aber dich selbst so schlecht machst, dass du denkst sie hätte etwas besseres verdient", meint Manta.
"Nein. Das ist es nicht. Ich habe lange darüber nachgedacht und wir wohnen jetzt auch schon eine ganze Weile zusammen, aber ich empfinde nichts für sie, womit Liebe beschrieben wird."
"Hm ..."
Wir gehen noch einige Zeit schweigend nebeneinander her, da springt mich plötzlich jemand an, schlingt seine Arme um meinen Hals und ruft laut meinen Namen aus.
Ich lächle einfach nur darüber. Wie kindisch mein alter Freund doch bleiben wird.
"Hi, Horo! Schön dich mal wieder zu sehen."
"Hey, Alter und wie schön es ist dich mal wieder zu sehen!"
"Hi, Horo", begrüßt ihn auch Manta.
"Hi, Kleiner" und damit ist seine ganze Aufmerksamkeit wieder bei mir. "Was hast du mit Anna angestellt? Sie war ja richtig umgänglich", bemerkt er.
"Ach, weißt du... ich weiß auch nicht so recht, aber es könnte sein, dass sie bald geht."
"Wirklich? Und warum?", fragen mich nun beide.
"Ich weiß nicht. Ist nur so 'n Gefühl."
"Aha ...", fängt unser Blauhaar an, zieht es jedoch vor dann das Thema zu wechseln. "Sagt mal, wollen wir nicht Ren besuchen und mit ihm über alte Zeiten quatschen und so? Ich mein, wenn Ryu in der Nähe ist können wir ihn auch mitnehmen und die anderen trommeln wir schon auch noch irgendwie zusammen."
"Klar!", ruft Manta sofort aus, aber irgendwie zweifle ich noch, dass ich im Augenblick Gesellschaft haben will. Ich würde lieber darüber Grübeln, warum ich in letzter Zeit so komisch bin; ja geradezu deprimiert. Vielleicht aber hat mir auch einfach nur die Gesellschaft meiner Freunde gefehlt und es wäre besser so. Also nicke ich ihm einfach nur lächelnd zu und wir machen uns auf den Weg zu Rens Haus.

"Sie wünschen?", kommt es auch sofort von einem seiner Bediensteten.
"Wir sind", fange ich an, doch werde ich auch schon unterbrochen und zwar von niemand geringerem als Ren selbst.
"Das sind meine Freunde, also sehen sie sie gut an und wenn sie das nächste mal kommen, lassen sie sie gefälligst gleich herein, verstanden?", herrscht Ren ihn geradezu an. "Kommt doch herein. Oh was sehe ich denn da? Horo gibt mir die Ehre", spottet er auch sofort.
"Na ja, irgendwer muss doch nachsehen, ob du nicht schon längst verreck gegangen bist bei deinen Manieren. Das ist nicht gesund."
"Aber du hast auch nicht mehr Manieren als früher wie ich feststellen muss. Bringt dir deine Schwester denn gar nichts bei?", höhnt er während wir ins Wohnzimmer gehen.
"Sag mal, hast du schon wieder einen neuen Diener? Du wechselst sie ziemlich häufig in letzter Zeit", bemerke ich.
"Ich weiß auch nicht... Ich bin mit keinem zufrieden."
"Wo ist denn Bason?", fragt Amidamaru, der gerade neben mir auftaucht.
"Er müsste oben sein. Er wollte ein neues Spiel ausprobieren. Ich schwör es: Der Typ schafft es, sogar als Geist noch fett zu werden."
"Ha ha ha. Wie bist du denn drauf Ren?"
"Ist doch egal. Was wollt ihr drei? Oder kommt ihr ohne Grund?"
"Wir wollten fragen ob du Zeit hast. Wir wollen sehen ob wir nicht auch noch Ryu auftreiben können und vielleicht auch noch Faust und Elisa einladen mit uns über alte Zeiten zu sprechen", erklärt Horo.
"Ryu braucht ihr nicht suchen. Der ist oben bei Bason." Und wie zur Bestätigung erklingt in dem Moment ein Schrei, der das ganze Haus zum Beben bringt.
"Er hat wohl gerade ein Spiel verloren, was?", frage ich nach.
"Hat sich so angehört, aber er soll trotzdem mein Haus stehen lassen."
"Also, kommst du mit?", frage ich nun.
"Auf welchen Mist ist denn die Idee gewachsen?", fragt er skeptisch nach.
"Auf", beginnt Horo doch unterbreche ich ihn schnell.
"Meinen", sage ich deutlich und Ren scheint es mir abzunehmen denn er steht auf und geht Richtung Treppe.
"Ich komme gleich wieder." Damit verschwindet er dann nach oben.
"Hey, was sollte das Alter?"
"Hättest du gesagt dass es deine Idee war, wäre er nicht mitgekommen. Ich weiß nicht was der Grund dafür ist. Vielleicht hätte er heute ja doch etwas vorgehabt. Aber ich weiß, dass er mir keine Bitte abschlägt, also hab ich halt schnell gefragt", erkläre ich kurz.
"Aber wir sind doch alle Freunde, da macht es doch keinen Unterschied wer auf die Idee kommt. Wir hätten ebenso sagen können, es wäre Yokos Idee gewesen."
"Ja, nur ist Yoko nicht hier."
"Und woher willst du wissen, dass er nicht mitgekommen wäre?"
"Hmmm... Wie soll ich das erklären? Seine Augen haben es mir verraten. Es war der gleiche Blick, wie der den ...", fange ich an, stocke dann jedoch.
"Den was?", fragt er nach.
"Es war der gleiche Blick, den ihr immer von Hao bekommen habt. Mir wollte er nie etwas antun, aber euch wollte er immer aus dem Weg räumen."
"Ja, aber dein Zwillingsbruder ist jetzt Geschichte. Den hast du voll platt gemacht!", jubelt er geradezu.
"Ja, das hab ich dann wohl", lächle ich, doch in meinem Innern sieht es ganz anders aus. Ich weiß genau, dass er noch lebt. Ich habe angegriffen und ich habe ihn verletzt, aber ich habe ihn nicht vernichtet. Er ist zu schnell abgehauen. Ich habe nur angst, dass er wiederkommen und meine Freunde töten will.
"Meister Yo!", höre ich plötzlich und schon hängt das nächste Ungetüm an mir. Steht vielleicht irgendwo an mir "Zur Begrüßung drücken"? Na ja, was soll's.
"Ich freue mich auch dich wieder zu sehen, Ryu", sage ich und begrüße danach auch Tokagero.
"Ok! Jetzt fehlen nicht mehr viele", jubelt Horo.
"Horo, was ich noch sagen wollte: Faust und Elisa betreiben ein Krankenhaus und ich möchte sie nicht bei ihrer Arbeit stören und vor allem nicht so kurzfristig rausreißen", erkläre ich ihm meine Bedenken.
"Du hast Recht. Da hätte ich mich schon zumindest einen Tag vorher melden müssen... Aber wir könnten doch noch Anna mitnehmen."
Ich weiß nicht so recht.
"Das ist eine gute Idee", stimmt auch Ryu zu und Manta scheint auch dafür zu sein.
"Ok, dann ist das abgemacht", jubelt Horo.
"Was ist abgemacht?", fragt eine Stimme hinter uns und ich drehe mich zu Ren um.
"Wir haben gerade entschieden, dass auch Anna mitkommt", lächle ich.
Der Chinese sieht mich daraufhin lange an. Zu lange für meinen Geschmack, doch dann wendet er doch noch seinen Blick ab und weist uns an, ihm aus dem Haus zu folgen.
Er hat wohl bemerkt, dass irgendwas nicht stimmt.

"Hey, Yo", fängt Horo plötzlich an, "Ich weiß ja nicht, aber willst du vielleicht lieber allein fragen?"
Ich lächle ihn an und nicke. Also gehe ich ins Haus und sehe mich um.
Wo steckt sie wohl?
"Anna?", frage ich in die Stille.
"A...", setze ich erneut an, als ich etwas höre. Weint da jemand?
Ich gehe in die Richtung, aus der die Laute zu kommen scheinen, halte vor Annas Zimmer.
Die Tür ist ein Spalt breit offen und ich wage einen Blick.
Sie sitzt in der Mitte des Zimmers auf dem Boden. Anna sitzt so aufrecht wie immer. Ich kann zwar ihren Blick nicht sehen, aber ich denke, es ist der Starke, den sie immer zeigt; nur eben mit Tränen.
Ich trete ein paar Schritte zurück und hole noch einmal tief Atem bevor ich noch einmal - diesmal etwas lauter - ihren Namen rufe.
Ich gebe ihr noch etwa fünfzehn Sekunden, um sich die Tränen wegzuwischen, bevor ich an der Tür klopfe und sie mich hereinbittet.
Ich bin froh zu sehen, dass sie sich unter Kontrolle hat - obwohl ich nichts anderes von Anna erwartet habe.
"Horo, Ren, Ryu, Manta und ich wollen zusammen über unsere gemeinsame Zeit bei den Schamanenkämpfen sprechen und ich will nun im Namen von uns allen fragen, ob du nicht Lust und Zeit hättest mitzukommen."
"..."
"Du musst nicht, wenn du nicht willst", meine ich leicht betrübt. Ich will sie nicht zwingen, deshalb sage ich es nicht laut, aber auch ich hätte sie gerne dabei. "Außerdem möchte ich dir das Angebot unterbreiten, wieder zurück zu gehen. Für den Fall, dass du nicht hier bleiben möchtest."
"Möchtest du denn, dass ich gehe?"
"Nein. Für mich bist du eine meiner wichtigsten Freunde und allein schon deshalb möchte ich dich nicht verlieren. Aber es ist nicht meine Entscheidung. Du musst wissen was du erträgst und auch, ob du es aushältst mit einem Idioten wie mir zusammen zu leben, der immer noch ..."
"'Der immer noch', was?", fragt sie nach.
"Ach, das ist jetzt nicht wichtig. Wir warten draußen so zehn Minuten. Komm, wenn du willst." Ich lächle sie an, wie sonst auch und verlasse das Zimmer.
Ich gebe ihr die Zeit um sich etwas herzurichten. Ihre Augen sind immer noch leicht rot und man sieht ihr an, dass sie geweint hat. Außerdem werde ich so auch herausfinden, ob sie bleibt oder nicht. Anna ist eine Person, die im Grunde immer genau weiß was sie will und auch auf ihr Herz hört. Daher müssten zehn Minuten reichen. Um ihr die Entscheidung zu erleichtern, habe ich ihr relativ wenig Zeit gegeben. Ihre Entscheidungen müssen aus dem Bauch heraus kommen, wenn sie gut für sie sein sollen.

"Kommt sie nicht mit?", werde ich sofort gefragt, als ich wieder ins Freie trete.
"Weiß nich'. Wir warten noch neun Minuten, dann wissen wir es", lächle ich.
"Was...?", fragt Horo überrascht.
"Ach, das erklär ich dir, sollte sie nicht herauskommen."
Ren sieht mich wieder mit diesem komischen Blick an. Ich frage mich ernsthaft, wie viel er eigentlich weiß und vor allem, warum er so besorgt um mich scheint. Er hat sich doch sonst nie für einen von uns interessiert.
"Sag mal Yo, was ist denn mit Amidamaru los?", fragt mich der Chinese.
Ich sehe mich zu meinem Schutzgeist um und bemerke, dass er angespannt wirkt. Daraufhin konzentriere ich mich auf ihn und auch ich spüre plötzlich, dass eine bekannte Aura in der Stadt ist. Ich kann sie nicht zuordnen, verbinde allerdings nichts Gutes mit ihr.
"/Meister Yo, soll ich nachsehen gehen, wer das ist?/", fragt mich mein Schutzgeist über unsere mentale Verbindung, damit die anderen nichts davon erfahren. Ich bedeute ihm, dass er es auf sich beruhen lassen soll, indem ich leicht mit dem Kopf schüttle.
"Soll das heißen, dass du es nicht weißt?", fragt Ren, da er es anscheinend falsch interpretiert hat.
"Ähm, ja, ich weiß es nicht. Aber ich werd' es bestimmt noch herausfinden", sage ich. Allerdings scheint Ren zu bemerken, dass dies so nicht stimmt und sieht mich abermals an diesem Tag sehr seltsam und mit einem misstrauischen Blick an...
"Also, gehen wir?", fragt Anna als sie aus dem Haus tritt.
"Anna!", rufen wir alle aus einem Mund. Vor allem ich bin froh dass sie mitkommt, denn das bedeutet, dass sie nicht zurück will, sondern hier bleibt. Das ist jetzt wohl das erste Mal seit ich Hao, mehr oder weniger, besiegt habe, dass ich wieder wirklich lächle und diesmal bekomme ich von dem Chinesen keinen merkwürdigen Blick, sondern ein wunderbares Lächeln, um das so mancher neidisch werden würde.
Ich gehe auf das Mädchen in unserer kleinen Runde zu und lege erstmal einen Arm um ihre Schulter, gebe ihr einen Kuss auf die Wange, um auszudrücken wie froh ich bin, dass sie mitkommt.
Auch Anna lächelt mich an. Amidamaru ist für die anderen nun nicht mehr sichtbar, wodurch sie nicht bemerken können, wie dieses ungute Gefühl immer mehr in ihm anwächst.
"/Meister Yo, ich denke es wäre besser, diesen Tag hier zu bleiben/", spricht er zu mir.
"/Nein. Ich habe ihnen gesagt, dass ich mitkomme und das werde ich nun auch tun/", antworte ich ihm.
Wir machen uns also auf den Weg und durch das Empfinden meines Samuraifreundes, merke ich auch, dass wir uns dieser Aura entfernen, während sie sich uns allerdings nähert. Ich denke, dass sie zu mir will, allerdings gehe ich nicht weiter darauf ein. Zum einen, da ich gerade was anderes zu tun habe, zum anderen, weil ich kein gutes Gefühl dabei habe. Wenn ich durch Amidamaru diese Aura spüre, fühle ich mich sowohl wohl, als ich auch Angst fühle. Es ist nicht so, dass ich Angst um mich empfinde. Nein, ich empfinde Angst um meine Freunde. Aber wer würde ihnen Böses tun wollen? Mir fällt niemand ein.

Wir sitzen nun schon seit anderthalb Stunden in diesem Café und sprechen wirklich über nichts anderes, als wie mich jeder einzelne von ihnen kennen gelernt hat. Die interessanteste Geschichte ist meiner Meinung nach die von Ren. Ich weiß noch wie er mich herausgefordert hat, nur weil er einen Gegner weniger haben wollte beim Turnier. Später kam dann auch noch seine Schwester um ihm beizustehen.
Der Fremde im Übrigen beschäftigt mich immer noch, jedoch weiß ich auch noch nicht, wer es sein könnte. Wer sollte auch meinen Freunden schaden wollen. Sie alle sind sehr nett, und echte Kumpels. Jedoch glaube ich auch nicht, dass mich mein Gefühl betrügt. Wer auch immer das ist, er will nichts Gutes. Gleichzeitig aber verspüre ich auch den Drang nachzusehen und herauszufinden wer das ist.
Es vergehen weitere zehn Minuten, in denen meine Freunde weiter reden und ich nachgrüble.
Plötzlich schnellt mein Kopf in die Höhe und ich kehre in die Realität zurück.
Ich weiß nun, wer es ist. Aber das kann doch nicht sein. Was sollte er hier suchen?
Ganz plötzlich stehe ich vom Tisch auf, der Stuhl fällt fast um und ich laufe aus dem Café.
Das kann einfach nicht sein.

Ich halte vor meinem Haus, atme tief ein und aus. Ich bin den ganzen Weg gerannt und bin jetzt auch dementsprechend außer Atem (etwa 6 km).
Direkt vor mir auf der Veranda, sitzt mein Bruder. Mit überschlagenen Beinen sitzt er da und lächelt mir entgegen wie immer. Er scheint sich nicht im Geringsten verändert zu haben. Noch nicht einmal seine Haarlänge erscheint mir anders.
"Wird aber auch Zeit dass du kommst, Otouto. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen", begrüßt er mich.
"Was willst du hier? Ich wusste zwar, dass du überlebt hast, aber dass du so blöd sein würdest hier aufzutauchen ..."
Nach meinem ersten Satz kann ich einen Stich fühlen. Wahrscheinlich spielen mir meine empathischen Fähigkeiten einen Streich. Irgendwer ist vermutlich gerade vorbeigegangen, der zur Zeit Probleme in seiner Beziehung hat.
"Yo-chan", spricht mich mein Bruder mit belegter Stimme an.
"Was?", zische ich absolut unfreundlich, wofür ich nur einen verletzten Blick ernte. Was soll das? Warum will er mir nun Schuldgefühle einreden? Ich war es nicht, der versucht hat meine Freunde umzubringen.
Er kommt langsam auf mich zu, bis er direkt neben mir steht. Sein Blick geht die ganze Zeit über an mir vorbei. Plötzlich spüre ich eine Hand auf meiner Schulter.
"Ich werde ihnen nichts tun, solange sie es mir gleichtun."
"Gedankenlesen? So etwas wie Anstand kennst du wohl nicht", zische ich ihm entgegen.
"Ist es dir so zuwider meinen Namen auch nur zu denken, geschweige denn auszusprechen, Otouto?", fragt er mich und wieder einmal ist seine Stimme belegt.
"Du hast fast ein Jahr lang versucht meine Freunde ins Jenseits zu schicken, sie mir wegzunehmen! Soll ich dir dafür vielleicht dankbar sein!" Ich weiß dass ich ihm jedes einzelne Wort geradezu entgegenspucke, jedoch ist das auch beabsichtigt; nicht aber diese Gefühle, die ich dafür ernte. Was sind das nur für Emotionen? Kommen sie von ihm? Ich kann sie nicht einordnen.
"Du bist auch nicht höflicher als ich, Otouto", meint er.
Ich merke, dass er nicht meine Worte meint und ziehe die Schultern hoch.
"Zum einen: Das geht dich gar nichts an. Zum anderen: Ich habe nicht damit angefangen."
"Hao", bittet er.
"Was willst du hier?", wiederhole ich stattdessen meine erste Frage.
"Na ja, ich bin kein Typ, der so leicht aufgibt. Ich möchte, dass du mich verstehst. Deshalb bin ich wiedergekommen. Deine Freunde sind mir egal. Alles was ich will bist du, kleiner Bruder."
Ich sehe ihn unverwandt an und überlege, was genau er denn gerade gesagt hat.
Ich! Ihn verstehen! Dass ich nicht lache!
"Ich bleibe so lange, bis ich die Antwort bekomme, die ich hören will", informiert er mich. Ich bin mir sicher, dass auch er weiß, dass meine Freunde ganz in der Nähe sind.
"Verschwinde!", befehle ich ihm.
"Nicht, bevor du mir nicht antwortest", besteht er.
Aaaargh! Du regst auf!
"Verschwinde endlich!"
Er verharrt.
"Geh! Bitte, Hao ...", sage ich dann kleinlaut, den Kopf gesenkt. Es kostet mich einiges an Überwindung ihn auch noch wirklich beim Namen anzusprechen. Eigentlich wollte ich ihm diese Genugtuung nicht geben.
Er sieht mich kurz erstaunt an, dann beginnt er zu lächeln und sagt: "Na gut, aber ich komme heute Abend wieder." Dann ist er verschwunden.
Keine Sekunde zu früh wenn ihr mich fragt, denn vielleicht zwei Sekunden später fliegen meine Freunde, an deren Spitze Anna, um die Hausecke. Ich bleibe noch kurz mit dem Rücken zu ihnen stehen. Versuche meine Mimik wieder unter Kontrolle zu bekommen, die versteinert zu sein scheint.
"Was ist denn... los, Yo?", fragt Horo keuchend.
"War jemand hier? Ich dachte, ich hätte ein Furiyoku gespürt", setzt Anna an, in bedeutend besserer Kondition als Horo.
Ich kann zwar noch nicht lächeln, aber meine noch immer einigermaßen ernste Miene, dürfte es meinen Freunden ohnehin leichter machen mir zu glauben.
"Nein, niemand war hier."
Ich weiß zwar nicht, wohin mein Bruder verschwunden ist, aber recht weit kann er nicht weg sein, denn ich kann in diesem Moment wieder fühlen, dass ihn meine Worte treffen.
Verschwinde jetzt endlich!, herrsche ich ihn in Gedanken an - sehr wohl in dem Wissen, dass er gerade in meinen Gedankengängen ist. Kurz darauf fühle ich nichts mehr. Entweder hat Hao sehr schnell gelernt seine Emotionen zu verbergen oder er ist gegangen. Aber im Grunde ist das nun auch egal. Er sagte, er würde heute Abend wiederkommen. Wie unverschämt! Hat ihn vielleicht irgendjemand eingeladen? Was will der Typ eigentlich von mir? Soll er sich doch wieder mit dem kleinen Mädchen herumtreiben, das alles sieht. Wie heißt die gleich noch mal? Opacho glaub ich war's. Mit ihr war er gut beraten, da er so immer wusste, welcher seiner Gegner gerade was tat. Außerdem schien die Kleine doch sehr an ihm zu hängen; wo also war sie jetzt?
Die anderen sehen sich erst gegenseitig an, bevor Anna und Ren mich fest, Manta und Horo mich fragend ansehen.


Also. Wem die Story gefallen hat, und möchte, dass es weiter geht, der schreibt mir doch bitte ein Kommi. Ich habe es so eingerichtet, dass man nicht eingeloggt sein muss, um ein Kommi zu schreiben ok? ^^
Erst wenn ich zumindest ein Kommi habe geht es weiter (gleiche Voraussetzungen wie im Mexx)!

Spielerin
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