Geschichte: Fanfiction / Anime & Manga / One Piece / FFs / Pale

Pale

von Aku
GeschichteAllgemein / P6
Nami Prinzessin Vivi / Miss Wednesday und Karuh
20.11.2005
20.11.2005
1
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Pale


Für Chris, weil ich ihn wohl am meisten mit meiner Obsession für dieses Pairing (auch wenn es hier keines ist) genervt hab.



Sie war blass. Seltsamerweise und bei allen anderen Qualitäten, die sie hatte, war das das Erste, was Nami an ihr aufgefallen war. Das beinahe kalkweiße Gesicht.
Seltsam, wenn man bedachte, dass sie aus einem Wüstenstaat wie Alabasta kam.
Auf eine verstörende Art und Weise war das schlimmer, als der Schmerz, den sie die ganze Zeit vergeblich zu verbergen versuchte, und die Sorge, die aus jeder ihrer Gesten sprach. Keine Sorge um sich selbst, sondern um andere, nur um andere.
Noch so eine Verrückte.
Nami seufzte, und die Prinzessin wandte sich ihr zu. "Nami?", erkundigte sie sich besorgt. Ja, besorgt. Dabei gab es dazu nicht den geringsten Grund.
"Es ist alles in Ordnung, Vivi. Aber wie geht es dir?"
Erstaunen flackerte in den dunklen Augen auf, Verwirrung. "Wie meinst du das? Es geht mir gut."
"Tut es nicht", stellte Nami fest und stellte ihr Glas auf den kleinen Beistelltisch. "Und das wissen wir beide. Himmel, selbst die Jungs wissen das!"
Die Prinzessin zuckte beinahe zusammen. "Ich muss nach Alabasta", murmelte sie.
"Oh ja, das hast du das eine oder andere Mal erwähnt." Nami schüttelte den Kopf. "Das kann doch nicht alles sein, oder?"
Vivi antwortete nicht, sondern sah auf das Meer hinaus, der Wind spielte in ihren blauen Haaren. Vielleicht war das die falsche Frage gewesen. Es war mehr als offensichtlich, dass da nichts anderes war. Wenn man sich freiwillig einer Organisation wie der Baroque-Firma anschloss und es nichts gab, was einen daran gehindert hätte, war da nicht mehr. - Und das erschreckte Nami mehr als alles andere.
Sie hatte das dringende Bedürfnis die Hand auszustrecken und dem Mädchen auf die Schulter zu legen, ohne dass sie selbst wusste warum, oder was sie mit dieser Geste hätte ausdrücken wollen. Trotzdem erschien es irgendwie richtig.
Langsam, vorsichtig, berührte sie den Arm der Prinzessin. Sofort sah Vivi sie an. "Nami?"
Die Navigatorin lächelte. Was blieb ihr auch anderes übrig?
"Ist es das wert?"
Vivi kniff die Augen zusammen. "Was?"
"Dein Land. Ist es es wert, dass du für es kaputt gehst?" Nami wusste, was es hieß, alles für seine Heimat zu tun. Aber in ihrem Fall war es ein kleines Dorf gewesen, eines, in dem sie jeden kannte. Das war etwas anderes als ein ganzes Land und Millionen von Menschen. - Sie wollte diese Erfahrung nicht machen müssen. Und irgendwie bewunderte sie die Prinzessin dafür, dass sie es ertrug.
"Natürlich ist es das."
"Und was ist mit dir? Denkst du nie an dich?"
Vivi zuckte mit den Achseln. "Ich bin Prinzessin. Ich habe Verantwortung für Alabasta."
"Aber du hast dir das nicht ausgesucht, du bist da hineingeboren."
Wieder schwieg die Prinzessin, und Nami senkte den Kopf. Sie wusste genau, dass sie recht hatte. Nur, gab ihr das das Recht, es auch auszusprechen?
Aber sie ertrug Vivis stummes Leiden nicht. Ein einzelner Mensch war nicht in der Lage, so etwas einfach auf seine Schultern zu laden. Eines Tages würde sie darunter zerbrechen.
"Würdest du an meiner Stelle etwas anderes tun, Nami?" Die Prinzessin sah auf ihre Finger, als sie diese Frage stellte und Nami zuckte mit den Achseln.
Sie wollte sagen, dass sie das tun würde. Aber letztlich... "Wahrscheinlich nicht."
"Eben. Ich will Alabasta retten, und wenn ich daran zerbreche, ist das der Preis, den ich zahlen muss."
Alles hatte seinen Preis, und Nami wusste das. Wusste es wahrscheinlich besser als irgendjemand sonst auf diesem Schiff. Menschen, Dörfer, Leben... Aber sie zog es vor, ihn in Berry zu zahlen.
Aber wenn Geld nicht genügte...
Sanji tänzelte zu ihren Liegestühlen, wobei er es trotz Drehungen, Sprüngen und dem Schwanken des Schiffes schaffte, das Tablett, das er auf einer Hand balancierte, immer gerade zu halten. "Nami-Schatz! Vivilein! - Ich habe euch Drinks gemacht!", flötete er, als spreche er mit zwei Weltwundern gleichzeitig.
"Volltrottel", drang Zorros missmutiges Knurren dazwischen, aber der Smutje ignorierte den Schwertkämpfer geflissentlich, um sich ganz den beiden Frauen widmen zu können.
Mit einer tiefen Verbeugung bot er ihnen das Tablett und die darauf stehenden Drinks an. Vivi stieg das Blut in die Wangen und Nami grinste.
Man sollte meinen, dass sie ein solches Gehabe gewohnt war. Andererseits sah das echte Leben einer Prinzessin wohl anders aus, als sie und Nojiko sich das damals ausgemalt hatten. Wahrscheinlich. Denn in ihren Kinderträumereien war das größte Problem die Auswahl des richtigen Märchenprinzen gewesen. Rebellionen und Schwerverbrecher hatten dort irgendwie nie eine Rolle gespielt.
"Danke, Sanji", lächelte sie und betrachtete das Kunstwerk von einem Getränk. Eiswürfel schwammen in einer orangeroten Flüssigkeit, die zum Boden hin gelblich wurde, am Rand steckte eine Zitronenscheibe und das Glas glitzerte in der Sonne.
"Das wäre doch nicht nötig gewesen", murmelte Vivi, aber Sanji hatte zu diesem Thema eine ganz eigene Meinung. Wie gewöhnlich.
"Oh doch! Es ist nur eine Kleinigkeit, die ich Euch anbieten kann, als Dank dafür, dass Ihr mit Eurer unvergleichlichen Schönheit unser Schiff beehrt."
"Topflappen, du nervst."
"Entschuldigt, meine Damen, und vielleicht solltet Ihr die Augen schließen, auf dass sie nicht mit einem solchen Gräuel konfrontiert werden." Er fuhr auf dem Absatz herum. "Hast du etwas gesagt, Idiot?!"
"Schwerhörig, Kochtopf?"
"Du hast einfach keine Ahnung von Frauen, Säbelheini!"
"Aber du, oder wie?!"
"In der Tat, Salatkopf!"
Die beiden Männer gingen aufeinander los und Nami kicherte amüsiert.
"Sollten wir nicht etwas tun?", warf Vivi schüchtern ein und starrte die beiden Streithähne an. Falls es möglich war, wurde sie noch blasser, als Sanjis Nase zu bluten begann.
"Ach, die beiden brauchen das manchmal einfach. Ignorier sie einfach."
"Aber..." Dann begann auch die Prinzessin zu lächeln. "Waren sie schon immer so?"
"Schon bevor Sanji an Bord gekommen ist. Aber wenn es drauf ankommt, sind sie ein tolles Team. Du machst dir zu viele Sorgen, Vivi."
"Meinst du?"
Nami schüttelte den Kopf und nippte an ihrem Drink. "Ich weiß es."
Vivi zuckte mit den Achseln und trank ebenfalls einen Schluck.
"Es ist nicht richtig, euch da mit reinzuziehen", stellte sie schließlich fest.
Nami seufzte. "Jetzt ist es zu spät. Ruffy hat gesagt, dass er dich nach Alabasta bringt, also wird ihn nichts davon abhalten. - Außerdem haben wir einen Deal, oder?"
"Ich werde meine Schulden bezahlen, keine Sorge."
"Dafür werde ich schon sorgen", grinste die Navigatorin. "Den anderen wird es ohnehin scheißegal sein."
"Wie meinst du das?"
Nami begann die Zitrone über ihrem Drink auszudrücken, und sah dem Saft dabei zu, wie er in das Getränk tröpfelte. "Sie sind alle verrückt. Es geht ihnen nicht um Geld, oder irgendetwas anderes. Ruffy hat dir versprochen, dich in Alabasta abzuliefern, also tun wir das. Das ist alles was für die Spinner zählt."
"Und für dich?"
Die Navigatorin zuckte mit den Achseln. Ja, was zählte für sie? "Das Geld. Ich mag Geld." Und die Erfahrung, das Abenteuer, die Freundschaft der anderen. "Außerdem mache ich mir Sorgen um dich."
"Um mich?" Vivi sah sie an, als würde sie nicht begreifen.
Nami lächelte. "Irgendwer muss es tun, oder?"
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