Cold Hearts

GeschichteAllgemein / P18
13.11.2005
18.09.2006
5
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A/N
Hey, danke für das Review Scarecrow!!!! Freu!!!
Wenigstens einer liest diese GEschichte, hier!!!! Juhuuu
Also, das mit der Entführung dauert noch ein Kapitelchen...
War mit der Inhaltsangabe schneller, als mit meinen Ideen/Gedanken zur Story *verlegengrins*
Hoffe es gefällt dir, das neue Chappie und
REVIEW!!! *biddö* Kritik ist wichtig !

Kapitel 1

Zwei Tage später...

Jess lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück und ließ ihren Blick, einen Arm lässig auf der Tischplatte liegend, durch die Bar wandern.

Das "Barbados", ihre Stammkneipe, war hoffnungslos überfüllt.

Platzte fast aus allen Nähten.

Von Teenagern und alten Menschen, von Schlagerliebhabern bis Rockern gab es hier alles!

Sämtliche Barhocker an der Theke waren belegt, so wie alle anderen Tische oder Sitzgelegenheiten der Bar.

Einige Pärchen drängten sich auf der kleinen Tanzfläche, am Kopfende der Theke, zu einem achtziger Jahre Hit.

Nur gut, dass sie frühzeitig hier hergekommen war, so hatte sie noch Plätze freihalten können.

Jess ließ sich noch ein wenig tiefer in den gepolsterten Sessel sinken, das Glücksgefühl genießend, den letzten Tisch ergattert zu haben.

Das Lied das aus den Boxen an den Wänden dröhnte, ließ ihr jedoch keine Ruhe.

Wie hieß dieser Song noch mal?

Sie konnte sich jedoch partout nicht an den Titel und schon gar nicht die Band erinnern.

"Hey, Jess!" Riss sie eine ihr wohlbekannte Stimme aus den Gedanken.

Die Angesprochene wandte den Kopf und erblickte Nicole und Antonio, die auf ihren Tisch zukamen.

"Hey, Leute!" Gab sie zurück und schob den Stuhl, der ihr am nächsten stand ein Stück zurück.

"Setzt euch."

"Nichts lieber als das..." Antwortete Antonio und ließ sich auf dem Stuhl Jess gegenüber nieder. Nicole setzte sich neben sie.

"Musstest du lange warten?"

"Wenn man bedenkt, dass wir uns um neun Uhr treffen wollten und..." Sie warf einen dramatischen Blick auf ihre Armbanduhr. "Es jetzt genau fünf Minuten vor zehn ist..."

Nicoles Augen weiteten sich.

"Was? Aber..." Auch sie riskierte einen Blick und ihre Brauen schossen in die Höhe.

"Habt ihr mit dem Papierkram so lange gebraucht?" Fragte Jess neckend, obwohl sie die Antwort schon längst wusste.

"Tja", meinte Antonio und kam Nicole so zur Hilfe. "Du weißt ja, wie Pollock ist... Der ganze Schreibkram den wir aufgebrummt bekommen haben...."

"Oh ja.. Meine Hand tut jetzt noch weh, " Stimmte Jess zu und rieb sich bei diesem Gedanken ihr rechtes Handgelenk.

Erst diese Standpauke und dann diesen ganzen Papierkram...

Es war wirklich viel gewesen...und alles Handschriftlich...

"Pollock ist ein Tyrann. Nur weil eine Lagerhalle in die Luft geflogen ist so einen Trubel zu machen..."

"Er ist unser Chef."

"Ist das nicht das gleiche, Jess?"

"Naja...ein Tyrann ist doch..."

"Jess!" Nicole verdrehte gespielt genervt ihre Augen.

"Trotzdem. Er kann von Glück sagen, dass da nichts Wertvolles drin war."

"Gott sei Dank. Sonst wären wir jetzt draußen." Warf Antonio ein und gab der Kellnerin ein Zeichen.

"Was wollt ihr trinken?" Fragte er seine Kollegen, die beide fast gleichzeitig "Cosmopolitan" sagten, sich ansahen und dann in schallendes Gelächter ausbrachen.

Antonio konnte nur den Kopf schütteln und gab die Bestellungen an die Kellnerin weiter, die soeben an ihren Tisch getreten war - wobei er noch ein Bier für sich hinzufügte.

"Das was ihr genommen habt, will ich auch."

"Was, die Cocktails?" Fragte Jess, als sie sich so weit unter Kontrolle hatten, dass sie wieder ruhig atmen konnten.

"Nein. Das was für eure Laune verantwortlich ist.

Nach dem ganzen Kram, den Pollock uns aufgebrummt hat..."

Jess jedoch winkte nur ab.

"So viel war das nun auch nicht. Aber... Jetzt mal ehrlich... Was habt ihr beiden die letzte Stunde gemacht?"

"Gearbeitet."

"Natürlich..."

"Komm schon. Haben wir dich jemals über dein Liebesleben ausgequetscht?"

"Ich erinnere mich dunkel an die Sache mit dem Typen aus der Computerabteilung..."

"Ach der... Das war doch nur zu deinem Besten..."

"Ach so, na dann..." Jess Mundwinkel zuckten spöttisch.

"Also, was ich zu eurem besten beisteuern kann..."

"Oh nein..." Antonio hielt sich wie ein kleines Kind die Ohren zu. "Sag es nicht...bitte..."

Jess konnte nicht anders, als bei seinem Anblick erneut in Gelächter auszubrechen.

"Schon gut..." Brachte sie zwischen ihrem Lachen hervor.

"Entspann dich, was soll denn die Kellnerin denken?"

Und tatsächlich trat in diesem Moment die Kellnerin an ihren Tisch, ein Tablett mit ihren Getränken auf den Händen.

"Ist es nicht wichtiger, was ich denke?" Fragte Nicole gefährlich leise, als die Kellnerin wieder sich um den Nachbartisch kümmerte.

Jess konnte sehen, wie peinlich es Antonio war. "Du bringst mich noch in Teufels Küche..." Zischte er in ihre Richtung und versuchte Nicole zu beschwichtigen.

Jess beobachtete das Geplänkel der beiden und wusste, dass Nicole es nicht ernst meinte.

Sie liebte es einfach Antonio hin und wieder ein wenig zu ärgern.

Wie sie Jess selbst gesagt hatte: so etwas belebt die Beziehung...

Plötzlich fiel Jess eine junge Frau, etwa in ihrem Alter, auf.

Sie stand an der Theke.

Ihre Kleidung... Völlig ungewöhnlich für einen netten Abend...

Schlabberig und irgendwie...unpassend...

Bunt zusammengewürfelt.

Eine weite helle Jacke, über einer dunklen Jeanshose und ihre ganze Haltung...

Jess Brauen zogen sich zusammen. Irgendetwas stimmte nicht, das hatte sie im Gefühl.

Doch ihr Gefühl sagte ihr auch noch etwas anderes.

Dass sie diese Frau irgendwo schon einmal gesehen hatte.

Irgendwo...

Nur wo...?

Angestrengt dachte sie nach. Zermarterte sich ihr Gehirn, bis es ihr plötzlich einfiel.

"Melanie!"

Ohne auf ihre Kollegen zu achten, die bei ihrem Ausruf irritierte Blicke wechselten, sprang sie auf und kämpfte sich zur Theke durch.

"Mel, schön dich zu sehen!"

Die Frau zuckte unvermittelt zusammen und fuhr herum, als hätte sie einen Geist gesehen.

Fragend sah sie Jess an.

"Entschuldige, wenn ich so stürmisch bin, aber erkennst du mich nicht? Wir sind zusammen in einer Klasse gewesen und waren..."

"...Freundinnen..." Vollendete Melanie den Satz und ein merkwürdiges Flackern huschte über ihr Gesicht.

Fast erleichtert...

"Ja. Auf der High - School. Du warst der Schrecken der Lehrer, weißt du noch..."

Ein kleines Lächeln umspielte die Lippen Melanies und sie entspannte sich sichtlich.

"Ja... Ich erinnere mich noch gut an das Gesicht Mrs. Castels. Jedes Mal wenn irgendetwas verschwunden ist, war ich schuld... "

"Und meistens hatte sie recht..." Meinte Jess und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

"Was machst du hier? Wartest du auf jemanden?"

"Wie...oh, äh...nein...ich wollte nur...ein wenig unter Menschen sein..."

"Willst du dich dann vielleicht zu uns setzen? Wir können uns einen Sessel teilen..."

Melanie zögerte. "Ich weiß nicht recht..."

"Ach komm' schon. Ich muss dir Antonio und Nicole unbedingt vorstellen."

Ohne auf die Proteste der jungen Frau zu achten, zog Jess sie mit sich zu ihrem Tisch.

"Nic, Antonio, das hier ist Melanie, eine alte Schulfreundin..."

Die beiden Agenten horchten auf, Eine alte Schulfreundin? Das konnte interessant werden!

Antonio beugte sich sogleich interessiert vor.

"Hallo, ein Zeitzeuge? Dann kannst du uns ja etwas über Jess' Schandtaten erzählen?"

"Oh, ich höre..." Nicole war sofort ganz Ohr. "Ihr wart zusammen in derselben Klasse?"

Melanie, offenbar verlegen über die plötzliche Aufmerksamkeit, errötete leicht.

"Ja..."

"Komm setz dich." Jess rückte auf ihrem Sessel etwas zur Seite, so dass Melanie sich setzen konnte.

Mit einem leisen danke' folgte sie der Aufforderung.

Die nächste Zeit verging wie im Flug, jedenfalls hatte Jess das Gefühl...

Sie redeten über alles und jeden.

Alte Geschichten, Schulfreunde, verhasste Klassenkameraden, die Lehrer...und langsam taute die junge Frau auf. Sie ließ sich sogar dazu darauf ein, mit Antonio über Football zu diskutieren. Welches Team das bessere sei und welches nicht...

Nicole ließ sich nur zu gerne mitreißen und bald waren alle drei in ihrem Gespräch vertieft.

Jess nahm sich ein wenig die Zeit ihre ehemalige Freundin zu beobachten.

Sie war dünn geworden, seit sie sie das letzte Mal gesehen hatte.

Die bunten Strähnen waren aus ihrem blonden Haar verschwunden und es wirkte matt.

Sie trug sie jetzt bis zu den Schultern, anstatt wie damals einen bunten Kurzhaarschnitt - und ihre Augen...

Auch wenn ihr Leben nie leicht gewesen war, so hatten sie doch immer einen bestimmten Glanz gehabt.

Regelrecht gesprüht vor Witz und Ironie... Jetzt fehlte beides ganz und gar... - und das machte Jess Sorgen...

Irgendetwas bereitete ihr Probleme... Da war sie sich ganz sicher...

"Entschuldigt bitte aber ich muss los..." Unterbrach Melanie plötzlich die aufkeimende Diskussion.

"Jetzt schon? Wir wollten doch noch gerne mehr über eure Geschichten erfahren." Schmollte Antonio gespielt.

"Tut mir leid, ich muss morgen früh raus..."

"Schade..." Jess erhob sich ebenfalls und gab Melanie ein Stück Papier, auf das sie schnell ihre Handynummer gekritzelt hatte. "Hier, ruf an, dann können wir mal weg gehen und reden...

"Danke..."

Ein scheues Lächeln umspielte Melanies Lippen, als sie sich von ihnen verabschiedete und die Bar verließ.

"Sie ist nett, deine Freundin. Ein wenig reserviert, aber nett." Antonio nahm noch einen Schluck aus seiner Bierflasche.

"Sie war früher nicht so..." Jess sah Melanie nachdenklich hinterher.

"Jetzt wirkt sie so..."

"...verschreckt?" Half Nicole nach.

Jessica nickte. "Ja. Irgendwie...ängstlich..."

"Wie war sie früher?" Fragte Antonio und sah seine Kollegin und Freundin aufmerksam an.

"Hast du uns eben nicht zugehört?"

"Doch, aber ich möchte eine Personenbeschreibung. Von dir!"

Jess gab sich geschlagen.

"Das ist hier kein Fall, weißt du?"

"Aber du machst dir doch Sorgen?" Nicole neigte ihren Kopf zur Seite.

"Ist es nicht so?"

Die junge Agentin neben ihr nickte.

"Ja, schon gut... Ihr Name ist oder war damals Carter. Melanie Carter.

Sie ging in die gleiche Klasse wie ich und war ein absolut verrücktes Huhn."

"Also das Gegenteil von dir..." Grinste Nicole und erntete einen kritischen Blick von ihrer Partnerin, bevor diese fortfuhr:

"Wie wir schon erzählt haben, war sie der Schrecken aller Lehrer, ein kleiner Punk - aber als Freundin unersetzlich. Ich war untröstlich, als sie mit ihrer Familie weg zog..."

"Weißt du mehr über die Familie?"

Jess dachte angestrengt nach.
"Es ist lange her... Ihr Vater war, glaube ich, Mechaniker...und ihre Mutter arbeitete in einem Imbiss als Putzkraft..."

"Hatte sie Geschwister?"

"Ja, einen Bruder, doch der ist mit achtzehn von zu Hause weg. Ich glaube das hat sie nie richtig verkraftet."

"Wohin ist er gegangen?"

"Wird das ein Verhör, Antonio?"

"Hey, ich versuch' sie nur besser zu verstehen..."

Jessica schüttelte den Kopf.

"Das ist doch Unsinn. Ihr ging es bestimmt nicht gut, jeder hat mal einen schlechten Tag."

"Na wenn du meinst.... Immerhin ist sie deine Freundin."

Jess runzelte die Stirn.

"Was soll das denn jetzt heißen, Nicole?"

Diese nahm einen Schluck von ihrem Cosmopolitan und zuckte mit den Schultern.

"Nichts. Nur dass du dir vielleicht ein klein wenig mehr Gedanken über deine Freundin machen solltest..."

Jess war der anklagende Nachhall in der Stimme ihrer Freundin nicht entgangen und sie hatte plötzlich den Drang, sich verteidigen zu müssen.

"Hör zu. Ich habe sie Jahre nicht gesehen - und dann kann ich sie nicht einfach mit Fragen löchern."

"Wieso nicht?"

"Weil es unhöflich ist. Darum!"

Jess seufzte und lehnte sich wieder zurück.

"Ich bin mir sicher, dass sie sich melden wird - dann kann ich sie immer noch...ausfragen, in Ordnung?"

Antonio und Nicole tauschten einen Blick und nickten dann.

"In Ordnung." Antwortete der Agent. "Aber wenn es rauskommen sollte, dass sie irgendwelche Probleme hat..."

"Ja, Papa. Dann werde ich es euch sofort sagen..."

Antonio konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen und nickte.

"Dann wäre das ja erledigt," meinte Nicole. "Antonio, warst du eigentlich schon mal..."

Für die beiden schien die Sache abgehakt, doch Jess war es einfach nicht möglich, sich auf ihr Gespräch zu konzentrieren.

Immer wieder wanderten ihre Gedanken zu Melanie - und sie verfluchte sich, nicht nach ihrer Nummer gefragt zu haben.

Das Gefühl, das etwas passieren würde, ließ sie einfach nicht los...
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