Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hier ist Endstadion, haltet die Welt an

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
25.10.2005
31.12.2012
63
136.702
3
Alle Kapitel
296 Reviews
Dieses Kapitel
13 Reviews
 
 
25.10.2005 2.226
 
A/N: Ich weiß, dass es schwierig ist, eine Fortsetzung zu schreiben und dabei nicht zu oft auf den Vorgänger zu verweisen. Doch wenn es neue Leser gibt (man weiß ja nie xD), lege ich diesen ans Herz, eventuell einen Blick in Hilfe, ich hab meinen Weg verloren zu riskieren. Da tauchen nämlich die meisten Charaktere schon auf und es vereinfacht die Situation erheblich.

Bitte, hinterlasst Reviews... Bei Lob werde ich drei Meter groß ^^, bei Kritik versuche ich etwas zu ändern und bei Anregungen versuche ich diese zu verwirklichen...




Kapitel 01

Here I am - Back 2 Germany


~ Prolog ~




Drei Jahre war meine Ausreise aus Deutschland schon her und ich fragte mich des Öfteren schon, wo die Zeit geblieben war. Schließlich war ich erst zweiundzwanzig und konnte trotzdem schon ein Buch über mein Leben veröffentlichen. Nicht nur über die neunzehn Jahre in Deutschland. Auch in London hatte ich schon soviel erlebt, dass ich viele Blätter füllen konnte und mein Diary of Madman hatte schon eine ansehnliche Masse erreicht.
Was hatte ich schon in meinem kurzen Dasein bewirkt? Ich hatte mir zig Feinde gemacht, ein gutes Abitur hingelegt und mir ein neues Leben in London aufgebaut. Letzteres war schwerer, als meine damaligen Lehrer von meiner Intelligenz zu überzeugen.
Doch irgendwie hatte ich auch dies geschafft und ich hatte sogar zwei Freunde gefunden. James Penrose und David Johnsons waren die Personen, die meinen bisherigen Weg durch London verfolgt hatten. Beide Kerle hatte ich auf der University of London kennen gelernt. David arbeitete nun schon seit einem Jahr in einer Kanzlei und James würde ihm endlich folgen, womit ich jetzt alleine durch das Studentenleben ging.

Ich hatte mich in all den Jahren nicht verändert und liebte noch immer meine löchrigen Jeans. Meine Professoren hatten am Anfang einen Aufstand des Jahrhunderts geprobt, doch mich ließ dieser kalt und irgendwann färbte ich mir meine Haare auch wieder in krassen Farben. Nur meine T-Shirts lagerten noch immer im Schrank. Lag vielleicht daran, dass es in London unzählige Läden gab und ich nun andere Oberteile bevorzugte.
Doch das war nur eine Erneuerung meines Aussehens. Ich trug auch ein Piercing in der Augenbraue und trug neben dem Ring meiner Schwester noch zwei andere Schmuckstücke zur Schau. Einen hatte ich von David bekommen, als er die Uni verlassen hatte. Das andere Teil war ein Geschenk von James.

Ich war alles, nur keine angehende Anwältin! Diese Erkenntnis hatte ich nach drei Jahren gewonnen und aus diesem Grund musste ich mich bei Gelegenheit mit meiner Familie auseinandersetzen. Schließlich bezahlte mir mein Vater mein Studium, meine Wohnung und mein Leben.
Aber irgendwie fehlte mir der Mut zu dieser Tat. Immerhin hatte ich vor fast vier Jahren alles auf den Kopf gestellt, um nach London zu kommen und mein Vater hatte mich nur ungern gehen lassen. Wenn ich nun erzählte, dass ich mein Jurastudium abbrach, würde er nur wieder eine Bestätigung in seinen Worten sehen. Doch trotz guter Noten hatte ich einfach keine Lust mehr auf das Theater.
Ja, ich wollte die Welt verändern! Trotzdem war ich als Anwältin dazu nicht in der Lage, da es so etwas wie den Staat gab. Entweder musste ich in die Politik gehen und mit dem Premierminister einen Kaffee trinken oder ich musste zu Greenpeace gehen und mich an Öltanker ketten. So konnte ich mir wenigstens Gehör verschaffen. Als Anwältin hatte ich doch nur den Auftrag, meine Klienten vor dem Knast zu retten.

"Kris!", rief James aus der Küche und ich bequemte mich von meinem Sofa. "Come over, or we gotta call the fire brigade!"
"Sure", grummelte ich und schlenderte in die Küche. Jamba, wie James von David und meiner Wenigkeit gerufen wurde, war ein erstklassiger Koch. Ein Grund, wieso er in der WG leben durfte. "Does Dave come to dinner or is he with his new flame?"
"Jealous?", erkundigte er sich grienend und stellte eine Auflaufform auf den Tisch.
"Never", erklärte ich und ließ mich auf den Stuhl fallen. "Not of this woman with her stork legs. If I'd be then only on Mika, because he's allowed to regard you as his property and I have to take you only as loan."
"Eat", sagte er und setzte sich mir gegenüber. "Or it gets cold. Mika!"
Besagter Mensch kam auch sofort an den Trog gerauscht. "What is it?"
"A warm meal on a cold plate", nuschelte ich und verspeiste den Nudelauflauf. "Sit down on your six letters."
"Back's got four", belehrte er mich grinsend und warf seinem Freund dann verliebte Blicke zu.
"And ass has three", grummelte ich, denn ich hasste diese Herzchenaugen. Ich selbst war zurzeit überzeugter Single. Meine bisherigen Beziehungen waren alle nicht die wahre Erfüllung gewesen. Aber meine Umwelt schien die große Liebe gefunden zu haben. "Guys, I've to tell you something."
"Looks like a damn serious disccussion", bemerkte Mika und legte seine Gabel auf den Tisch. "Go on, get it over with."

Was für ein blöder Spruch! Selbst nach mehr als fünf Jahren, erinnerte mich dieser Spruch noch immer an den blonden Adonis alias Philip Bauer. Ich hatte diesen Neujahrstag nicht vergessen können, obwohl ich viele Dinge ausprobiert hatte. Zum Beispiel hatte ich mir ein paar hübsche Engländer geangelt. Doch meine längste Beziehung hatte ein halbes Jahr gehalten.
"Come on, Kris", forderte mich Jamba auf. "Tell us."
Ich holte tief Luft und legte dann mein Besteck aus der Hand. "I'm gonna leave London and move to Munich", warf ich dann in den Raum.
"Why?", erkundigte sich Mika und ich konnte kleine Rauchwolken über seinem Kopf erahnen.
"Why not?", entgegnete ich und stand von meinem Platz auf. "My brother lives there and I also could continue my law studies."
"Dave knows about your plan?", fragte Jamba und ich schüttelte den Kopf. "But you'll tell your best friend?"
Notgedrungen nickte ich, da ich ja eh keine andere Wahl hatte. Dave war gleich im ersten Jahr mein Beschützer geworden und hatte mich immer aus meinen Tiefs geholt. Neben Max, Ebro und Levin war Dave einer meiner wichtigsten Freunde. "You won't tell him anything. That's my task and I'll inform him as soon as he's back from that woman."
"Why do you wanna leave us, Kris?", harkte Mika noch mal nach und deutete auf den leeren Stuhl. "Sit down and say why you turn the back to London."
"Because I'm German deep down inside", erklärte ich und ließ mich auf den Platz plumpsen. "Don't get me wrong. London's a great city and I met loads of nice people here. But I miss a lot of things like my through-slammed brother and the chief. Also the small Satan and the three women from Hanover. In addition to that I only came here, because I wanted to become a barrister."
"And now?", erkundigte sich Jamba vorsichtig. "What do you want to be now?"
Ich zuckte ahnungslos mit den Schultern. "All but not a barrister. I buried this dream last term. Sorry."


o o o 0 0 0 © ® © 0 0 0 o o o



Mein Flugzeug war pünktlich in Hamburg gelandet und als ich meine Taschen durch die Halle schleppte, wusste ich, dass ich das Richtige getan hatte.
Meine Erzeuger waren über die Nachricht weniger erfreut gewesen, wollten mich aber für die nächsten Tage in ihrem Haus aufnehmen. Dort würde mich wohl das große Donnerwetter erwarten, weil ich das Studium abgebrochen und noch keine Ahnung von meinem weiteren Leben hatte.
"Kris?!"
"Nice!", pfiff ich anerkennend, als ich Kay entdeckte. Aus dem kleinen Satanisten war ein ansehnlicher Typ geworden. Nichts mehr mit Schminke und Zottelmähne. "Where's my family?"
"Sprich Deutsch", schimpfte er und nahm mir eine Tasche ab. "Die ist Zuhause."
Grinsend trabte ich neben ihm her, ich hatte mir die englische Sprache einverleibt und es konnte Wochen dauern, bis ich mich wieder an meine Muttersprache gewöhnte. "Wieso soll ich denn Deutsch sprechen? Du verstehst doch auch mein Englisch!"
"Aber deine Oma nicht", erklärte er mit einem hinterhältigen Grinsen. "Also nun komm, sie hat heute noch eine Verabredung und keine Zeit."

Oha, mit Oma Antonia hatten meine Eltern schwere Geschütze aufgefahren und ich musste mir eine plausible Erklärung einfallen lassen, damit mein Kopf nicht durch die Wohnung rollte.
"Du hast dich in drei Jahren verändert", bemerkte Kay und lotste mich ins Parkhaus. "Wieso?"
"Why not?", schoss ich zurück und sein Blick sprach Bände. "Mensch Kay, das kann ich nicht in einem Satz erklären."
"Wir haben eine längere Fahrt vor uns", entgegnete er. "Du hast also Zeit."
Nickend folgte ich ihm zum Auto und nachdem ich mein Gepäck in den Kofferraum verstaut hatte, ließ ich mich auf dem Beifahrersitz nieder. "Wo soll ich anfangen, Kay?"
"Am Anfang", erklärte er und startete den Wagen. "Der Einfachheit halber, am Anfang. Also?"
Gott, hatte der kleine Satanist einen Wortschatz bekommen. So kannte ich den Langhaardackel nicht und ich schielte ihn von der Seite an. Dann entdeckten meine Augen einen Ring. "Du hast dich in eine Ehe gestürzt?", fragte ich perplex und deutete auf das Teil.
"Vor drei Monaten", beantwortete er mir meine nächste, noch unausgesprochene Frage. "Und du kennst sogar meine Frau. Ihr seid zusammen zur Schule gegangen."
Mir schwante Fürchterliches! "Etwa Barbie, die das letzte Jahr mit mir die Bank gedrückt hat?"
"Nein", lachte er und dann bekam ich einen Geistesblitz.
"Petra", sagte ich einfach nur und sein Grienen reichte mir als Antwort. "Gratuliere!"
"Danke und nun erzähl mir deine Geschichte", forderte er mich auf und lenkte das Auto durch Hamburg.

Und so begann ich mit meiner Erzählung. Angefangen mit meiner Ankunft in London und ich kämpfte mich ganz langsam bis zur Abreise vor. "Irgendwann ist es mir einfach zu dumm geworden", erklärte ich. "Ständig die blöden Blicke wegen meinen Klamotten und meiner Frisur. Doch mein einer Professor knallte mir die Wahrheit an den Kopf. Ich würde niemals in einen Gerichtssaal passen. Und das ist ja auch Tatsache."
"Und deswegen hast du London verlassen?", erkundigte er sich und steuerte sein Auto durch die mir bekannte Kleinstadt. "Wegen einem Professor?"
Ich schüttelte den Kopf und lehnte mich in den Sitz zurück. "Der Typ mag vielleicht Recht haben, aber aus diesem Grund bin ich nicht zurück nach Deutschland. Weißt du, ich wollte schon als Kleinkind die Welt verändern. Aber das kann ich als Anwältin nicht. Also habe ich das Studium abgebrochen und vielleicht finde ich hier ja meine wahre Bestimmung."
"Du hast einen Knall", bemerkte er und ich starrte aus dem Fenster.
Wie oft war ich durch diese Straße gelatscht? Hatte den Weg zu McDonalds gesucht? Lag es tatsächlich erst drei Jahre zurück? "Wieso hast du mich nie besucht, Kay?"
"Wir dachten, dass du für ewig aus unserem Leben verschwunden bist", antwortete er und verließ die Stadt gen Dorf. "London und unser Kaff sind zwei Welten. Außerdem hast du dich auch lange nicht gemeldet, Kris."
Schuldig! Aber die ersten Monate in London war es für mich das große Abenteuer gewesen. Erst später wachte ich auf und erkannte die Wahrheit. "Kay, ich werde zu meinem Bruder nach München gehen. Kenneth weiß schon Bescheid und ich kann bei ihm und Bella wohnen. Aber wir bleiben diesmal in Kontakt. Versprochen!"



Da meine Englischkenntnisse ausreichend bis mangelhaft sind und selbst zwei Reisen nach London nichts an meinen Fähigkeiten geändert haben, habe ich mir eine Dolmetscherin zugelegt. ^^ Vielen Dank also an Calypso für ihre Arbeit! :)
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast