Die Heißen Alten

GeschichteHumor / P16 Slash
Harry Potter Lucius Malfoy Remus "Moony" Lupin Severus Snape
06.09.2005
06.09.2005
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06.09.2005 6.880
 
Titel: Die "Heißen Alten"

Autorin: KrissyNigthwish

Genre:  Humor

Altersfreigabe: P16- Slash

Disclaimer: Alle Charaktere gehören JKRowling, die mir wohl den Kopf abreißen würde, wenn sie wüsste, was ich mit ihrem "Kindern" mache *g*

Warnings: OOC, Blödsinn

Dank: Ich bedanke mich bei Ilka, die mir mit ihrem Ideen kreativ zur Seite stand *knuddel*

Betaleserin: Josephine

Anm.:  Hier ist mal wieder eine meiner bekloppten Geschichten. Ich hoffe, dass ihr euch auch bei dieser Geschichte nicht mehr halten könnt vor Lachen. Viel Spaß!

Widmung: Diese Geschichte ist für alle unter euch, die einfach mal wieder lachen wollen. Ich wünsche euch gute Unterhaltung!!!



Mehr als verärgert stampfte Harry aus dem Büro seines ehemaligen Schulleiters. Wie konnte Albus es wagen, ihm solch einen Auftrag zu geben? Aber was sollte Harry schon groß machen? Als Dumbledores Goldjunge hatte man keine Wahl. Er verdankte Albus zu viel als das er hätte seinen Auftrag ablehnen können. Und das wusste der alte Zauberer auch sehr genau.

Missmutig ging er die letzten Schritte aus den alt ehrwürdigen Mauern des Schlosses Hogwarts und trat in die wärmenden Strahlen der Sonne. Kaum hatten sich seine Augen an die Helligkeit gewöhnt, sah Harry auch schon Teil eins seines Unglückes auf einen Stock gestützt stehen.

Severus Snape stand nicht weniger missmutig aussehend vor den Toren Hogwarts. Er war inzwischen 73 Jahre halt, seine Haare waren mit vielen grauen Strähnen durchzogen und seit langem brauchte er einen Stock beim Gehen. Harry trat auf seinen ehemaligen Professor zu, als dieser ihn bemerkte, drehte er sich zu ihm um.

"Na da bist du ja endlich, Potter. Was fällt dir eigentlich ein mich hier so lange in der Sonne stehen zu lassen? Ich hätte mir sonst was einfangen können." Harry seufzte. Warum hatte Albus gerade ihm den Auftrag gegeben?

Severus Snape, Remus Lupin und Lucius Malfoy in ein Altenheim zu bringen war doch wirklich der beschissenste Auftrag den man sich vorstellen konnte.

Niedergeschlagen senkte Harry den Kopf. Er hatte keine Ahnung wie er diesen Trip überleben sollte.

"Machst du schon schlapp, Potter? Ich in deinem Alter hätte mir so was nicht erlauben können." Bla bla bla, dachte Harry und griff verärgert nach Snapes Koffern. "Kommen sie Professor. Wir haben noch einiges vor."

Voll gepackt mit Snapes Habseeligkeiten machte er sich auf den Weg zu seinem Wagen, den er einige Meter entfernt geparkt hatte. Innerlich stöhnte er auf. Diesen alten Sack in seinem schicken roten Cabriolet mitzunehmen war wirklich das Allerletzte.

Nachdem Harry die Koffer verstaut hatte und Snape sich mit Müh und Not auf den Beifahrersitz gesetzt hatte fuhren sie los. Die Fahrt verlief zu Harrys Beruhigung sehr ruhig. Snape hatte anscheinend wenig Interesse daran, sich mit Harry zu unterhalten. Umso besser, dachte Harry grimmig und fuhr die letzten Meter einer prachtvollen Einfahrt hoch. Sie waren auf Malfoy Manor angekommen.

Kaum hatte Harry den Wagen abgestellt erschien auch schon Malfoy Senior höchstpersönlich. Die ehemals blonden Haare waren nun weiß, hatten aber nichts an Länge und Glanz über die Jahre eingebüßt. Hätte Malfoy einen Bart gehabt, wäre er wohl zu einem Ebenbild Dumbledores geworden, denn eine Brille, wenn auch nicht halbmondförmig, trug er bereits. Der Schlangestock war verlängert worden und dient nun als Stütze seines Alters.

Bevor Harry aussteigen konnte, hatte ein Hauself bereits Lucius´ Gepäck verstaut. Inhaber dieses trat näher ans Auto. "Sev, altes Haus. Ich habe dich gar nicht aus der Entfernung erkannt. Wie geht´ s denn so?", fragte er beschwingt. Severus nickte nur schweigend. Dann erhob er sich um Lucius Platz zu machen.

"Am besten setzt ihr euch beide nach hinten, denn gleich holen wir noch Remus."

"Lass mal den Klugscheißer stecken, Potter", fauchte Severus schlecht gelaunt, dennoch taten beide wie geheißen.

Nach einigen Minuten erreichten sie Remus´ kleines Haus tief im Wald. Auch dieser hatte Harry bereits erwartet und schnell waren auch dessen Sachen im Auto verstaut. Harry atmete tief durch. Jetzt begann der wirkliche Horrortrip. Ganze zwei Stunden musste er nun mit den drei Senioren aushalten- und das auf zwei Quadratmetern.

Remus, inzwischen mit grauen Haaren und Bart, stand etwas unschlüssig mit seiner Gehhilfe vor dem roten Auto und blickte sehnsüchtig zu seinem Haus zurück. Harry hatte sich bereits gesetzt und blickte Remus´ Rücken fragend an. "Kommst du, Remus?" Dieser nickte und drehte sich, so schnell es sein Alter erlaubte, um. Auf seine Gehhilfe gestützt ging Remus die letzten Schritte zum Auto. Mit einem Ächzen öffnete er die Tür, Tränen in den Augen stehend.

"Ich werde das alles so vermissen", schluchzte er traurig. "Mach dir mal nicht ins Hemd, alter Gryffindor", sagte Severus gehässig. Beleidigt und unendlich traurig blickte Remus ihn an. "Du hast ja kein Ahnung", motzte er vorwurfsvoll, "du gefühlloser Slytherin."

"Hey Jungs beruhigt euch", sagte Harry und half Remus erst ein Bein und dann das andere ins Auto zu kriegen. Lucius und Severus lachten fies, was Remus noch mehr zum Weinen brachte. Nachdem auch Remus´ Gehhilfe im Kofferraum verstaut war, setzte Harry sich zurück in seinen Wagen.

"Musste eigentlich diese schreckliche Farbe sein, Potter?", griff ihn Snape direkt an. Harry stöhnte innerlich. Das durfte doch nicht wahr sein. Womit hatte er das nur verdient? Er war doch immer so ein lieber Junge gewesen. Okay, mit der ein oder andere Sünde, aber wer war denn schon unbefleckt? Im wahrsten Sinne des Wortes.

"Ich denke, dass ist meine Entscheidung", sagte Harry hoffnungslos, aber wie er fand doch diplomatisch sehr geschickt. Aber Snape hatte natürlich etwas auszusetzen. Kaum war Harry losgefahren, fing das Gekeife an.

"So eine Unverschämtheit. Ich in meiner Jugend hätte mich nie getraut so mit jemand Älteres zu reden." Lucius nickte zustimmend. "Ja, du sagst es, Sev. Die heutige Jugend hat vielleicht Manieren. Ach was sag ich: Sittenverfall, das ist es", ereiferte sich der weißhaarige Slytherin. "Da hab ich doch erst letztens gesehen wie so ein junger Bengel meinte, er müsse mit seinen sechs Jahren einen Besen fliegen. Und das mit einem Affenzahn. Ich konnte ihm gerade noch so ausweichen. Dabei bin ich fürchterlich hingefallen."
"Ich sage, es ja immer: Die heutige Jugend hält gar nichts mehr von Regeln. Das ist seit Potter immer schlimmer geworden und das will schon was heißen", schimpfte Severus und hob drohend seinen Zeigefinger.

Harry hätte am liebsten alle drei rausgeschmissen. Remus, weil der immer noch am Flennen war, und die beiden Slytherins weil sie dermaßen penetrant und einfach dickköpfig waren.

"Tut mir doch seid dem Vorfall ständig der Rücken weh", klagte Lucius. "Der unfähige Arzt meint, es wäre was mit der Bandscheibe. Dieser bekloppte Spinner hat doch keine Ahnung. Nichts von den Medikamenten hilft. Ein absoluter Versager, das kann ich dir versichern..."

Weiter und weiter bemitleideten sich die beiden und schilderten sich ihr gegenseitiges Leid. Hier und da schnappte Harry noch einige Gesprächsfetzen auf. "Die ollen Zähne...fällt mir doch letztens das Gebiss raus...der Johannes will auch nicht mehr...alles Scheiße."

Harry glaubte er müsse sich übergeben. Dumbledore wusste gar nicht, was er ihm mit diesem Auftrag angetan hatte. Schließlich war Harry mit seinen 38 Jahren auch nicht mehr der Jüngste. Doch er schwor sich hoch und heilig im Alter nie so zu werden.

Remus hatte schon die ganze Fahrt nichts gesagt. Hoffentlich lebte dieser überhaupt noch. Besorgt drehte Harry seinen Kopf zur Seite. Remus´ Haupt war zur Seite gesunken und er war seelenruhig am Schlafen. Doch was war das?

Sabberte Remus etwa auf die lederbezogenen Sitze seines Cabriolets?

Mit einem plötzliches Herumreißen des Lenkrades und einer Vollbremsung, die die Reifen zum Quietschen brachte, stoppte Harry den Wagen augenblicklich am Rande der Landstraße. Ein erschrockenes Keuchen von Severus und ein spitzer Schrei von Lucius waren zu vernehmen. Der Übeltäter selber sabberte in aller Seelenruhe weiter. Grob stieß Harry diesen an. Erst nach einigen Versuchen hatte er den Alten wach gekriegt.

"Remus, würdest du es bitte unterlassen meinen Wagen zu verunreinigen?" Harry hatte diese neutrale Formulierung bevorzugt, er wollte Remus schließlich nicht vor den beiden Slyhterins bloßstellen, die bereits wieder interessiert die Ohren gespitzt hatten. Schuldbewusst schaute Remus zu Harry und nickte verstehend. Tief durchatmend lies Harry wieder den Motor an und fuhr weiter seines Weges.

Das Muggelaltenheim, in welches die drei gebracht werden sollten, war von Albus sorgsam ausgewählt worden. Die Zauberstäbe mussten alle drei abgeben, schließlich konnte keiner die Gefahr eingehen, dass die drei nicht irgendeinen Unfug anstellen würden. Anfangs hatte Harry das für zu übertrieben gehalten, doch in inzwischen wusste er, dass der Spruch "Im Alter werden ´se drollig" wirklich zutraf.

"Wann sind wir endlich da?", fragte Lucius gereizt von der Rückbank. "Meine Blase macht das nicht mehr lange mit."
"Und meine verkühlt sich, wenn du nicht endlich mal diese fahrende, halb frei gelegte gryffindorfarbende Kloschüssel abdeckst", schnaubte Severus.

Harry schnappte nach Luft. Sein tolles Auto als eine Kloschüssel zu bezeichnen war wirklich das Allerletzte. Bevor er etwas erwidern konnte, hatte sich Lucius bereits wieder beschwert.

"Wie lange dauert es noch? Ich muss mal!" Mein Gott, dachte Harry, die sind ja schlimmer als jedes Kleinkind.

"Ich kann ja hier gerade rechts anhalten", seufzte Harry genervt.

Lucius hustete. "Wenn du mir beim Pinkeln hilfst. Ich kann das nicht mehr allein."

Bitte was? Harry konnte es nicht fassen. Nein, nein, nein, so ein beschissener Tag!!!

Also, was tun? Lucius beim Pinkeln nicht nur zusehen, sondern auch noch tatkräftig zupacken oder die nächste Stunde noch einen nörgelnden Malfoy ertragen, der wahrscheinlich Snape in seiner Schimpftirade anstecken würde.

Resignierend senkte Harry den Kopf. Er hatte wohl keine andere Wahl.

Langsam bremste er ab und fuhr rechts ran. Nachdem Lucius aus dem Wagen ausgestiegen war, griff er wie selbstverständlich nach Harrys Arm und missbrauchte ihn als Stütze. Nach einigen Metern, nachdem sie hinter einem Busch verschwunden waren, um den neugierigen Blicken der beiden Insassen zu entgehen, kamen sie zum Stehen. Fragend schaute Harry Lucius an.

"Nun mach schon und öffne meine Hose. Mein Rücken ist zu steif ich komm da nicht mehr ran."

Nein, nein, nein, dachte Harry und war den Tränen nahe. Diese Entscheidung war alles andere als die Bessere gewesen. Seinen Ekel runterschluckend ging er vor Lucius auf die Knie und öffnete ihm den Reisverschluss. Dann zögerte er.

"Soll ich mir in die Hose machen. Du musst ihn schon rausholen und halten."

Albus, wenn ich dich in die Finger kriege..., dachte Harry düster. Ich werde dich zerreißen...foltern...quälen... Während Harry tausende Möglichkeiten im Kopf durchging, wie er diese Sache Albus heimzahlen konnte, zog er Lucius die Hose bis zu den Knien aus und schließlich auch die dunkelgrüne Unterhose. Etwas angewidert von dem schrumpeligen "Prachtstück", das ihm entgegen kam, verzog er das Gesicht.

"Du musst ihn halten", brüllte Lucius ihn an und Harry war sicher, dass die beiden im Auto jedes Wort verstanden hatten.

Gesagt- getan. Harry brachte es über sich Lucius beim Pinkeln handgreiflich zu unterstützen.

Als er wieder Lucius´ "Johannes", wie er ihn nannte, sicher verstaut hatte ging er zurück, wieder mit Lucius am Arm, zum Auto. Das breite Grinsen der beiden Andern bestätigte seinen Verdacht, dass sie alles mitangehört hatten.

Harry hätte am liebsten alle lautstark zur Sau gemacht. Zum Einen wollte er den Beiden dieses dämliche Grinsen aus dem Gesicht wischen und zum Anderen hätte er sich am liebsten die Hände abgeschnitten. Er hatte nie das Bedürfnis verspürt einmal Lucius den Schwanz zu halten, ansonsten hätte er sich wohl freiwillig einliefern lassen. Und nun spürte er immer noch das weiche Fleisch an seinen Fingern. Hätte Harry sich nicht so gut unter Kontrolle, hätte er sich übergeben.

Gerade als er weiter fahren wollte, fiel ihm etwas ein: Die Desinfektionstücher.

Erleichtert über diesen guten Einfall beugte er sich nach vorne zum Handschuhfach und öffnete es. Remus hustete. "Was machst du zwischen meinen Beinen?", fragte er irritiert. Harry verdrehte die Augen.

"Nach was sieht es denn aus? Ich suche etwas!" Das belustigte Schauben von Snape konnte er bis hier her hören.

"Zwischen Remus´ Beinen wirst du nichts finden, Potter." Ein hörbares Schlucken war Remus´ Antwort. Doch etwas anders hatte Harrys Aufmerksamkeit gebannt. Sich die Hände mit den inzwischen gefundenen Tüchern abwischend, drehte er sich provozierend zu Severus um, der hinter Remus saß.

"Äußerst interessant, Professor! Woher wissen sie das denn so genau?" Harry sah mit Genugtuung, das Snape trocken schluckte und seine Mimik sich veränderte. Hab ich dich, dachte Harry und drehte sich wieder nach vorne.

"Das geht dich gar nichts an", schnauzte Snape und verstummte augenblicklich.

Harry startete den Motor und fuhr weiter. Es war nicht so, als wäre er wirklich in Snapes Liebschaften interessiert, ihn aber ein bisschen aus der Reserve zu locken, hatte durchaus seinen Reiz. Etwas besser gelaunt und die Lucius- Pinkel- Aktion schon fast vergessen, fuhr er weiter. Erleichtert stellte er fest, dass es nur noch 45 Minuten waren, bis sie das Heim erreicht hatten, dann wäre er die drei Senioren endlich los.

Musik. Das war es, was er jetzt brauchte. Hätte er es mal nicht getan.

Kaum hatte er seine Lieblingsband am Laufen, kam auch schon lautstarkes Genörgel von der Rückbank.

"Das kann man doch nicht Musik nennen!"

"Wie kann man so was hören?"

"Solch ein Traditionsverfall. Schrecklich, meine armen Ohren."

Nach drei Minuten reichte es Harry. Niemand machte seine Musik schlecht. "Okay Jungs, es reicht. Ich höre meine Musik oder ihr könnt aussteigen. Eure Volksmusik kann ja keine Sau ertragen." Auf der Rückband wurde hörbar nach Luft geschnappt.

"So eine Unverschämtheit."

"Wir hören überhaupt keine Volksmusik." Harry lachte gehässig.

"Ach nein?"

Nun meldete sich auch Remus zu Wort. "Seit die da Drogen nehmen schaue ich Musikantenstadel nicht mehr."

Das Lachen, das von der Rückbank drang, lies das ganze Auto wackeln. Auch Harry konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. Remus und Musikantenstadel? Wenn das mal nicht zum Brüllen war.

"Ihr seit so fies", maulte Remus leicht beleidigt. "Diese Musik war immer so schön. Und dieses Lied: So blau, wie das Meer tief... ne anders, das hieß: So tief, wie das Meer blau, ist meine Liebe zu dir", sang Remus die letzten Wörter des Liedes.

Wieder drang schallendes Gelächter von hinten. Sein Gesang war zwar sehr schön gewesen, doch das Lied...

Remus war fast am Weinen.

"Wie könnt ihr nur. Vor allem du Severus, nach allem, was zwischen uns war", schniefte Remus vorwurfsvoll. Jetzt wurde es interessant, dachte Harry und lauschte, was wohl nun kommen würde. Auch Lucius schien dieses Thema brennend zu interessieren, denn Harry merkte, wie er sich hinter ihm auf seinem Sitz straffte.

"Das ist schon lange her und inzwischen sollten wir beide alt genug sein, um damit vernünftig umgehen zu können. Zumindest bin ich das." Severus hatte keinerlei Emotionen in der Stimme.

"Tu mal nicht so cool. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie du damals fast bettelnd vor mir lagst und mich anflehtest dir es doch endlich zu besorgen", rief Remus triumphierend.

"Das gehört hier ganz und gar nicht hin", presste Severus zornig zwischen zusammen gebissenen Zähnen hindurch.

"Doch", entgegnete Remus motzig. "Wenn du schon so unfair bist und mich nach allem, was zwischen uns war, so schlecht behandelst." Severus rollte mit den Augen.

"Es war nie etwas zwischen uns außer Sex." Remus schnappte nach Luft, dann ließ er den Kopf hängen.

"Ja du hast Recht, wir hatten beide unseren Spaß, damit ist das Thema wohl abgeschlossen."

"Na endlich", fügte Severus desinteressiert hinzu.

Die nächsten zehn Minuten verliefen recht schweigsam. Harry schickte ein Stoßgebet zum Himmel und hoffte inständig, dass es so bleiben möge. Doch er wurde nicht erhört.

Mehrere Dinge geschahen urplötzlich zur selben Zeit. Lucius kam an den elektrischen Fensterregler. Als dieses dann logischerweise hochgefahren wurde, erschreckte sich Lucius so sehr, dass  er einen erstickenden Schrei ausstieß und Harry um den Hals fiel. Dieser von der plötzlichen und mehr als unerwarteten Umarmung erschütterte, erschreckte sich so sehr, dass er das Auto bei voller Fahrt zum Stillstand brachte. In die Gurte geworfen blieb allen die Luft weg.

"Lucius", schrie Harry sauer auf und drehte sich wutentbrannt um. "Was soll der Scheiß? Kannst du nicht deine Finger bei dir lassen?" Lucius, wie die anderen auch, war ziemlich blass um die Nase.

"Sorry", stammelte er und Harry hatte irgendwie Mitleid. Nach ein paar Momenten, in denen er in Ruhe ein- und ausgeatmet hatte, setzte er seinen Weg Richtung "Seniorenresidenz Mayflower" fort. Doch sein Martyrium war noch lange nicht zu Ende.

Lucius und Severus begannen auf der Rückbank wieder zu fachsimpeln. "Ah, siehst du hier, Luc, das sind diese neumodischen Klimaanlagen. Immer einen frischen Wind um die Nase, obwohl das in dieser Karre wohl überflüssig ist." Missbilligend hielt Severus seine Nase in den Wind, was bei der Größe seines Zinkens wirklich kein Problem war.

Ganz ruhig, Harry. Ignorier diesen Schnösel einfach. Nur wie? Alte Leute, die von Dingen redeten von denen sie keine Ahnung hatten und noch dazu, wenn es reinblütige Zauberer waren, waren ziemlich schwer zu ignorieren. Das ganze war zu paradox.

"Ja, ja!", nickte Lucius zustimmend. "Und dann auch diese viele Eliträkzität. So ein Schnickschnack hätten wir früher nicht gebraucht."

Bloß nicht hin hören, Harry. Das Gespräch wurde jäh unterbrochen, als Harry zum weiteren Male an diesem Tage eine Vollbremsung hinlegen musste.

Ein sich küssendes Pärchen überquerte ohne Rücksicht auf Verluste die Fahrbahn. Harry war außer sich. Das hätte tierisch schnell ins Auge gehen können, vor allem weil das eine Landstraße war und Fußgänger nichts darauf zu suchen hatten. Das Pärchen ignorierte das Auto völlig.

"Entschuldigen Sie, könnten Sie bitte zur Seite gehen?!", sagte der immer noch geschockte Harry halbwegs freundlich, da die beiden einfach auf der Fahrbahn stehen geblieben waren.

"Was muckst du denn hier so rum. Wir hatten gerade geilen Sex im Gebüsch, da musst du uns nicht irgendwelche Vorschriften machen." Harry blieb die Spucke weg. Das war doch die Höhe. Die beiden waren Mitte zwanzig und lachten Harry frech ins Gesicht.

"Was fällt euch ein, ihr Grünschnäbel", schimpfte auf einmal Severus von hinten. "Macht euch bloß vom Acker oder ich werde mir euch höchstpersönlich vorknöpfen." Drohend schwang Severus seinen Stock.

"Was willst du denn, Opa?", fragte das Mädchen überheblich. "Nur weil du keinen mehr hochkriegst, machst du hier Stress." Schrill lachend entfernten sich die Beiden.

"Und ob er noch einen hoch kriegt", brüllte Remus ihnen sauer hinterher.

Über das Entsetzten über das Verhalten der "Grünschnäbel" geriet Remus´ Anmerkung in Vergessenheit. Auch wenn Harry den Alten Recht geben musste, aber das Gekeife ging ihm so langsam aber sicher auf die Nerven. Wann würden sie endlich dort ankommen?

Anscheinend wurden Harrys Gebete diesmal erhört. Nach einer weiteren Viertelstunde kamen sie beim besagten Altenheim an. Harry parkte das Auto auf dem Parkplatz und öffnete den Kofferraum. Sofort war ein Pfleger bei ihm und half ihm das Gepäck auszuladen. Nachdem sie alles vor das Auto gestellt hatte, schaute Harry auf.

Sofort verschlug es ihm die Sprache. Der Pfleger sah blendend aus. Er war schätzungsweise Mitte dreißig, hatte mittellanges blondes Haar und die blausten Augen, die Harry jemals gesehen hatte.

"Ich bin Thomas", lächelte Harrys Gegenüber und zeigte eine reihe weißer gepflegter Zähne. "Du kannst mich aber Tom nennen." Harry war hin und weg von diesem Erscheinungsbild.

"Harry", sagte Harry verblüfft und schüttelte ihm die dargebotene Hand.

"Deine Verwandten?", fragte Tom mit einem Nicken zu den drei Alten, die gerade, jeder auf seine Weise, versuchten aus dem Wagen zu kommen. Harry grinste.

"Nein, nur gute Bekannte." Tom nickte verstehend. Freundlich begrüßte er die drei und half Remus aus dem Wagen, der es nach mehreren Anläufen immer noch nicht geschafft hatte das Auto zu verlassen- sehr zum Amusement der beiden Slytherins.

Tom ging mit einem triumphierend lächelnden Remus, der den beiden Slytherins nur einen gehässigen Blick zu warf,  am Arm und zwei Koffern in der anderen Hand voraus. Harry schnappte sich die anderen Koffer und als er einige Gesprächsfetzen der beiden mürrisch dreinblickenden, hinterher dackelnden Alten aufschnappte wusste er sofort, um was es ging.

"Schmeißt sich dieser Widerling doch direkt an unseren Tom ran", schnaubte Lucius verächtlich.

"Sssccchhhtttt, Luc", beschwichtigte ihn Severus. "Der kriegt ihn nie. Aber bitte sag nie wieder "unser Tom". Das erinnert mich doch zu sehr an alte Zeiten." Lucius nickte verstehend und erdolchte Remus mit seinen Blicken, da er offenbar Tom zum Lachen gebracht hatte.

Auch Harry versetzte es einen Stich. Was war denn an dem alten grauhaarigen Remus so lustig, dass sich sein Tom nicht mehr einkriegte? Harry beschleunigte seine Schritte und holte Tom und Remus ein.

Dann kamen sie auch schon in der eigentlichen Residenz an. Und diese hatten ihren Namen wirklich verdient. Das Gebäude war groß, hell und freundlich und hatte eine angenehme Atmosphäre.

"Ich werde ihnen nun ihr Zimmer zeigen.", sagte Tom freundlich lächelnd und gemeinsam nahmen sie den Aufzug. Kaum hatte sich dieser in Bewegung gesetzt entstand eine kleine Rangelei. Lucius schupste Remus ein klein wenig, sodass dieser zur Seite wegknickte und sich im letzten Moment erst auffangen konnte. Diesen Moment nutzte Lucius um sich ganz dicht an Tom heranzudrängen. Triumphierend blickte er auf Remus hinab und hakte sich bei Tom ein. Gleichzeitig bekam er zwei tödliche Blicke von Harry und Severus.

Der Aufzug hielt und alle verließen, mehr oder minder aneinanderhängend, den Fahrstuhl im dritten Stock. Nach einigen Schritten blieb Tom stehen. Mit einem Schlüssel öffnete er die Tür mit der Nummer 17 und bot, mit einer kleinen Verbeugung den drei Alten an, einzutreten.

Ein kleiner Flur führte in eine geräumiges Wohnzimmer, von dem vier Türen ausgingen. Harry hob fragend eine Braue.

"Sie sind alle in einem Zimmer untergebracht. Jeder hat natürlich sein eigenes Schlafzimmer. Aber es gibt nur ein Bad und ein Wohnzimmer." Harry starrte ihn an. Dann ging er einen Schritt auf  ihn zu und flüsterte in dessen Ohr.

"Sind Sie sicher, dass Sie die drei in einem Zimmer unterbringen wollen?"

Lucius, Severus und Remus hatten keine Zeit sich über das Zimmer Gedanken zu machen, die Art und Weise, wie Harry mit ihrem Tom redete lenkte sie zu sehr ab.

"Wieso nicht?", fragte Tom. "Außerdem sind ihre Renten zu niedrig, als das jeder ein eigenes Zimmer bekommen könnte." Harry grinste und handelte sich dafür vernichtende Blicke ein. "Was haben sie denn mal beruflich gemacht?", fragte Tom interessiert.

"Professor für Zaub... ähm Chemie", sagte Severus und die Reaktion, die er von Tom bekam, veranlasste ihn den jungen Mann anzulächeln.

"Ein Akademiker also, meine Hochachtung Professor. Intelligenz macht schließlich sexy." Harry wäre bei diesen Worten am liebsten an die Decke gegangen. Jeder Mensch war sexy, aber doch nicht Severus Snape!!!

"Lehrer für Biologie und Sport", sagte Remus mit Stolz beschwellter Brust, schließlich hatte der knackige Pfleger jetzt lange genug Severus angestarrt. Der Plan ging auf und Tom schenkte seine Aufmerksamkeit Remus. Zähneknirschend nahm Severus das zur Kenntnis.

"Oh, man sieht ihnen noch heute an, dass sie mal Sportler waren. Diese athletische Figur." Sein Blick wanderte von Remus´ Körper zu Lucius.

"Und sie, Mr...?"

"Malfoy, Lucius Malfoy", entgegnete Lucius und klang dabei so jugendlich, wie schon lange nicht mehr.

"Ich..."

Tja, was hatte Lucius eigentlich beruflich gemacht? Seine Karriere als Todesser und rechte Hand Voldemorts?

"Ich war Vizepräsident einer adeligen Gruppierung, die über Jahre hinweg erfolgreich notwendige Reformen zum Schutze der noch lebenden Adeligen umgesetzt hat."

Sämtlichen Anwesenden, bis auf Tom, fiel die Kinnlade herunter. Ja, so konnte man das auch ausdrücken. Tom schien sehr beeindruckt.

"Wow, dann sind sie also ein van Malfoy?" Lucius nickte leicht lächelnd. "Willkommen in ihrem neuen Palast Mister Lucius van Malfoy!", sagte Tom scherzhaft und deutete eine leichte Verbeugung an. Lucius grinste und nickte angemessen. Den anderen drei wurde übel. Wie konnte man dem eh schon eingebildeten Malfoy auch noch Honig um den Bart schmieren, vor allem, wenn dieser Honig von dem Traum aller Männer geschmiert wurde.

Harry hustete. "Ich denke, wir sollten die drei nun alleine lassen, damit sie sich an ihr neues zu Hause gewöhnen können." Tom schenkte nun all seine Aufmerksamkeit Harry, sehr zu Lucius´ Ärgernis.

Tom nickte lachend und ging mit Harry hinaus. An der Tür angekommen drehte sich Tom noch einmal um.

"Wenn irgendetwas ist, ziehen sie an dieser Leine neben der Tür, dann komme ich sofort." Tom drehte sich auf dem Absatz um und verlies mit Harry das Zimmer. Kaum waren sie draußen piepste ein kleines Gerät ins Toms Tasche. Blitzschnell öffnete er die Tür zu Zimmer Nr. 17.

"Was ist passiert?", fragte er besorgt.

Lucius, Remus und Severus hingen alle drei an der Leine und schauten mehr oder minder ertappt.

"Wir wollten nur mal testen, ob es funktioniert", murmelte Severus und Tom lachte.

"Ich sehe sie dann beim Abendessen", sagte er liebvoll und zwinkerte. Gemeinsam mit Harry verließ er das Zimmer.

Kaum hatte er die Tür geschlossen, begann Harry ein Gespräch.

"Sie haben den dreien ganz schön den Kopf verdreht, wissen sie das?" Den leichten Vorwurf konnte Harry nicht ganz aus seiner Stimmer verbannen. Tom lachte ihn an und seine blauen Augen schienen wie wild zu funkeln.

"Ich habe es bemerkt, doch etwas anderes hielt mich davon ab." Harry wollte dieses Spielchen eingehen.

"Was denn?", fragte er betont unwissend.

"Die schönsten Augen, die ich jemals gesehen habe", bekam er von Tom als Antwort. Harry lächelte. Dieses Kompliment war das Beste, das er je bekommen hatte. "Darf ich dich nach Dienstschluss auf einen Drink einladen?", fragte Tom plötzlich. "Ich würde dich gerne näher kennen lernen. Ich meine natürlich nur, wenn du das möchtest", fügte er leise hinzu.

"Sehr gerne", war Harrys strahlende Antwort.

"Und wenn dir die Seniorenbar nichts ausmacht?!" Harry schaute Tom verwirrt an. "Na ja, ich wohne in diesem Haus und die nächst größere Stadt ist viel zu weit weg. Unsere hauseigene Seniorenbar ist wirklich in Ordnung, außer du hast etwas gegen Alte." Ja, das hatte er. Solch einen Trip wie heute wollte er nicht noch mal erleben.

"Nein, das ist kein Problem. Ich würde mich sehr freuen." Lächelnd verabschiedeten sie sich voneinander.

*****

Die Zeit bis zum Abendessen war für Harry eine Tortour. Wann würde er endlich Tom wiedersehen?

Ein kleiner Zwischenfall im Zimmer Nr. 17 ließ die Zeit allerdings wie im Flug vergehen. Harry wollte bei den Dreien noch einmal vorbeischauen.

Kaum war er auf den Gang im dritten Stock getreten, hörte er auch schon großen Lärm. Severus Snape schien völlig aufgelöst und war fast am Weinen. In diesem Zustand hatte er sich an Tom gehängt und redete auf ihn ein. Harry traute seinen Augen nicht.

"Was soll ich nur machen?", schluchzte Severus und fiel Tom um den Hals. Harry sah mehr als deutlich, dass sich Snapes Hand auf Toms Hintern legte. "Lucius, mein armer Lucius", heulte Snape weiter.

"Was ist denn passiert?", fragte Tom hilfsbereit ohne die Umarmung zu lösen.

"Ach...es ist so schrecklich", schluchzte Snape weiter und packte nun vollends zu. Ein gemeines Grinsen zeigte sich auf seinem Gesicht und er blickte Harry geradewegs an. Harry traf es wie ein Blitz: Das Ganze war gespielt.

Gerade führte Snape seinen Tom an der Hand in das Zimmer Nr. 17. Harry schlich hinter her.

Lucius lag schreiend und anscheinend von Schmerzen gequält auf dem Boden. Tom hatte aber keine Chance ihm zu helfen, da der weinende Snape sich wieder an ihn schmiss und ihn fest im Griff hielt.

"Es ist so schrecklich", weinte er weiter. Lucius sah aus den Augenwinkeln, dass Severus Tom voll in Beschlag genommen hatte. Plötzlich wurde Lucius´ Geschrei noch lauter und quälender.

Daraufhin riss Tom sich von Severus los und eilte zu Lucius, den er sofort in den Arm nahm und beruhigend auf ihn einredete.

"Ist ja alles gut, Lucius", sagte er sanft und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht. Lucius war ganz still geworden und schmiegte sich glücklich lächelnd an den Körper des jungen Pflegers.

Harry, der die ganze Szenerie von der Tür aus beobachtete, wurde bewusst, dass dieser Anfall oder was es auch immer gewesen sein möchte, nicht echt war. Eifersucht schnürte ihm die Kehle zu, aber er wollte bestimmt jetzt keine Szene machen. Also blieb er relativ ruhig an der Tür stehen.

Tom half Lucius zur Couch und zog dieser ihn dann unverschämter weise mit auf das Polster. Severus ballte die Hände zu Fäusten und presste die Lippen zusammen. Sein Einsatz hatte nichts gebracht.

"Du mieser Betrüger", fauchte er. "Du hast doch gar nichts."

"Halt den Rand, Sev", entgegnete Lucius biestig und zog Tom noch näher zu sich. Dieser hatte keine Chance sich aus dem Klammergriff zu befreien.

"Du willst doch nur Tom umarmen, gib´ s doch zu."

"Stimmt doch gar nicht", rief Lucius entsetzt und lies Tom, der erleichtert aufatmete, los. "Aber warum hast du ihm den eben die ganze Zeit an den Hintern gepackt, Sev? Du bist doch scharf auf den." Tom stand auf und blickte zwischen den beiden hin und her, die ihn in ihrem Gekeife nicht mehr beachteten.

"Red nicht so einen Unsinn."

"Ich glaube ich werde ohnmächtig", lies sich eine leise Stimme hinter Tom vernehmen. Dieser wirbelte herum. Remus war leichenblass und fiel gerade zu Boden. Im letzten Moment konnte Tom ihn auffangen. Zärtlich nahm er ihn auf den Arm und brachte ihn ins Bett.

Severus und Lucius waren verstummt. "Der Glückspilz...", murmelte Severus. "Warum muss er gerade mit ihm ins Schlafzimmer gehen?", seufzte Lucius resigniert.

"Ha", rief Severus gewinnend. "Du willst also doch was von ihm." Lucius schaute seinen alten Freund herablassend an.

"Na und, du doch auch."

Der Streit begann wieder von vorne und Harry beschloss, dass es Zeit war sich auf das Treffen mit Tom vorzubereiten.

Mit Hilfe seines Zauberstabes hatte er sich erfrischt und neue Kleidung angelegt. Pünktlich um acht Uhr holte Tom ihn in der Einganshalle ab. Gemeinsam schritten sie durch einige Flure bis sie schließlich in der Seniorenbar angelangt waren. Überrascht musste Harry feststellen, dass dieser Ort wirklich sehr angenehm war.

Der Raum war abgedunkelt und verschiedene Beleuchtungseinrichtungen spendeten buntes Licht. Eine Diskokugel flackerte, Schwarzlicht lies alles Neonfarbene leuchten und die bunten Scheinwerfer ließen eine schöne Tanzfläche erkennen. Eine Bar zierte die linke Hälfte des Raumes auf der anderen Seite befanden sich viele Sessel mit kleinen Tischchen. Es war wirklich sehr schön.

Harry und Tom setzten sich an einen dieser Tische und bestellten zwei Cocktails. Dann lies Harry seinen Blick schweifen. Auf der Tanzfläche befanden sich einige Paare, die sich zu einer langsamen Musik noch langsamer bewegten.

Mit einem grimmigen Blick stellte er fest, dass auch seine drei Lieblingssenioren, die alle wieder völlig gesund waren, diese Bar betreten hatten und sich gerade viel zu unschuldig dreinblickend an einen Tisch neben Harry und Tom setzten. Harry knirschte mit den Zähnen. Jetzt musste er auch noch sein Date mit den dreien teilen. Es war zum Verrückt werden.

Tom hatte Harrys Blick wohl falsch gedeutet. "Es ist wirklich schön hier, nur die Musik ist dürftig. Was dieser Schuppen bräuchte wäre eine richtige Rockband. Das würde den Laden zum Kochen bringen und mich ehrlich gesagt auch.", fügte er anzüglich grinsend hinzu. "Ich liebe Rockmusik"

Harry nickte, dann beugte er nach vorne und flüsterte leise in Toms Ohr. "Ich finde wir haben hier zu viele unliebsame Zuhörer. Wollen wir nicht woanders hingehen." Mit einem atemberaubenden Augenaufschlag schaute Harry Tom an.

Und ohne auch nur die geringste Notiz von den drei mürrisch dreinblickenden Senioren zu nehmen, verschwand Harry Hand in Hand mit Tom und den Cocktails.

Die drei Alten blieben zurück. Remus fing plötzlich an zu lächeln und beugte sich zu den anderen vor, die ebenfalls jedes Wort der Konversation mitbekommen hatten.

"Wir alle drei wollen, dass Harry Tom nicht kriegt." Gerade wollten die beiden wieder lautstark die Stimme erheben, doch mit einer seiner erhobenen Hand brachte Remus sie zum Schweigen. "Leugnen ist zwecklos!", meinte schlicht. "Unser Tom scheint auf Rockmusik zu stehen und wünscht sich nichts sehnlicher, als eine Rockband in dieser Residenz. Tun wir ihm doch den Gefallen." Remus´ Augen blitzten teuflisch auf und selbst Severus wurde etwas mulmig zumute. "Ich meinerseits kann recht gut singen"

"Das haben wir gehört", unterbrach ihn Lucius und konnte sich ein gemeines Grinsen nicht verkneifen. Den Kommentar ignorierend fuhr Remus fort.

"Wie ich weiß, kannst du, Severus, ziemlich gut E- Gitarre spielen und wenn ich mich nicht irre, hast du, Lucius, einmal Schlagzeugunterricht gehabt. Wir haben also alles, was wir brauchen, um uns den leckeren Pfleger zu schnappen." Gerissen grinsend lehnte sich Remus zurück und schaute die beiden anderen unter halb gesenkten Lidern abwartend an.

"Ziemlich gerissen für einen Gryffindor", bemerkte Lucius trocken. Remus´ Augen blitzten.

"Ich bin dabei", willigte Severus ein und Lucius schloss sich dessen Aussage an. Remus grinste. "Dann lasst uns proben!"

*****

Zwei Wochen später war es soweit. Der Auftritt der "Heißen Alten" war seit einer Woche groß angekündigt worden.

Die Seniorenbar war rappelvoll und eine kleine Bühne war errichtet worden. Vor dieser Bühne saßen sämtliche Heimbewohner auf ihren Stühlen.

Die drei Mitglieder der "Heißen Alten" begannen völlig im Dunkeln zu spielen. Ein kleines Gitarrensolo von Severus. Lucius unterstützte ihn nach einigen Takten. Als schließlich Remus mit geschlossenen Augen begann die ersten Töne zu singen, wurde das Licht aufgeblendet und die drei erschienen im vollen Licht der Scheinwerfer. Aufgeregtes Quieken der weiblichen Anwesenden und Erstaunen raunte durch den Saal.

Die drei trugen enge Hosen und Oberteile. Severus mit schwarzer Jeans und dunkelgrünem Muskelshirt zog sämtliche Blicke auf sich. Aber auch Lucius mit seiner dunkelblauen Jeans, dem violetten Hemd und den zusammengebundenen Haaren trug seinen Anteil zum Gekreische bei. Remus trug eine hellblaue Schlagjeans und ein rotes enges Shirt.

Remus´ Stimme durchdrang die Körper und hinterlies eine wohlige Gänsehaut. Die drei legten nun so richtig los und rockten was das Zeug hielt. Severus spielte mit aller Leidenschaft und seine Haare fielen ihm dabei ins Gesicht, was unglaublich sexy aussah.

Oma Herta aus Reihe eins war einem Ohnmachtsanfall nahe.

Sämtliche weiblichen Heimbewohner kreischten vor Vergnügen und Begeisterung. Die Zimmernachbarin der "Heißen Alten", Roberta, hielt nichts mehr auf ihrem Stuhl und sie begann wie wild zu tanzen. Viele taten es ihr gleich und die bis eben sitzende Meute hatte sich in einem jubelnden, tanzenden, kreischenden Haufen verwandelt.

Der erste Slip flog nach wenigen Minuten auf die Bühne. Na ja, okay es war kein Slip, sondern eher ein weißer Baumwoll- Liebestöter, aber das war schließlich besser als nichts.

Auch Harry und Tom waren mit von der Partie und rockten als die beiden Jüngsten mit. Tom riss sich vor Begeisterung über diesen starken Auftritt das Hemd vom Körper und warf es auf die Bühne.

Den dreien war das nicht entgangen. Sie blickten Tom an, der gerade seine Arme um Harry schlang und ihm einen hungrigen Kuss aufdrückte. Alle drei wussten mit einem Mal, dass sie keinerlei Chance bei Tom hatten. Ihren Ärger schluckten sie herunter und widmeten sich ganz dem, was für sie ihr Lebensinhalt geworden war: Der Musik.

Oma Herta war tatsächlich gerade umgekippt und mit einem leicht überlegenen Grinsen legten sich die "Heißen Alten" für ihre Fans noch einmal richtig ins Zeug.

In dem Trubel schlich sich ein neckisch grinsender Albus aus dem Raum und disapparierte einige Momente später. Harry hatte seinen Auftrag wirklich gut erfüllt, auch wenn Dumbledore dafür seinen geliebten weißen Baumwoll- Liebestöter hatte hergeben müssen.

ENDE

*****
Und??? Eure Meinung bitte! *ganz lieb schau*
Krissy
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