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Serjina und Dingow

von n0id
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
06.09.2005
12.10.2005
6
5.289
 
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06.09.2005 680
 
Die frühmorgendliche Sonne brannte wie immer auf Razor Hill. Nur wer wirklich etwas Wichtiges vorhatte, setzte sich der Hitze aus.
Alles wirkte wie ausgestorben, bis eine Trollin aus dem Gasthaus heraustrat und sich suchend umblickte, als sie auf die ausgetrocknete, von Rissen durchzogene Straße trat, die eigentlich nur aus rötlicher Erde bestand. Felsen, Erde, Steine - alles rötlich in dieser Gegend.

"He, Söldner!",

rief sie, worauf ein Troll in dem langsamen, gebückten und schlendernden Schritt, den man wie gewöhnlich nur an den männlichen Artgenossen sah, über die Straße herankam.

Da ist er ja endlich. Nie da, wenn man ihn braucht. Als hätte ich nicht genug zu tun, muss ich mich auch noch darum kümmern, dass er zur rechten Zeit da ist, wenn ich ihn brauche.

"Wo hast du dich schon wieder herumgetrieben ?"

Er hielt kurz vor ihr an und seufzte leise, bevor er antwortete.

"Hab' beim' Zaun gewartet. Den ganzen Morgen schon, echt."

Tatsächlich muss der Troll die ganze Zeit dort drüben gestanden haben ohne sich zu rühren, sodass er kaum zu sehen gewesen war. Denn er war aus dem Schatten der Holzpalisade gekommen, die Razor Hill umgab. Und dort war nichts, absolut nichts, außer halt den kühlenden Schatten.

Pah, das glaubt er ja selber nicht. Faules Söldnerpack, alle miteinander, wie Vater immer sagt.

Die Trollin zögerte einen Moment, dann drehte sie sich in Richtung des Tores, eigentlich nur eine Lücke in der Palisade, und ging los.

"Komm, Söldner!"

Dingow machte eine hilflose Geste.

"Ich brauch' noch meine Sachen, ich geh sie ma' holen."

Die Trollin fuhr ihn an:

"Das hättest du auch vorher erledigen können."

Sie drehte sich um und ging schnellen Schrittes weiter.

"Aber ...."

Abrupt blieb sie stehen.

"Beeil dich, ich habe nicht ewig Zeit oder willst du nachher in der prallen Mittagshitze losziehen ?"

Gebückt lief er los, während sie ihm ärgerlich, aber auch nachdenklich hinterher blickte.

Serjina war die Tochter eines Shamanen. Ja, eines sehr traditionellen Shamanen. Deshalb musste Serjina jetzt in der Hitze braten, damit auch sie den Weg eines angehenden Shamanen einschlagen konnte. Das Tal der Prüfungen, wo sie mit der Ausbildung begonnen hatte,
lag nun schon hinter ihr. Vol'jin auch, das Trolldorf zwischen dem Tal und Razor Hill. Und jetzt war sie am Vortag, nach unzähligen Prüfungen,  in Razor Hill angekommen. Aber hier warteten nur noch noch mehr Aufgaben. Dingow, den Söldner hatte sie irgendwo zwischen Vol'jin und dem Tal der Prüfungen aufgegabelt. Er hing dort herum und suchte einen Auftraggeber. Erst hatte sie abgelehnt, getreu dem Kodex ihres Vaters, an dessen Ratschläge sie sich meistens hielt und seine Meinungen über andere Völker und Gewohnheiten zu einem großen Teil übernommen hatte: 'Söldner sind das nutzloseste Pack was es gibt.' Doch warum sollte sie ihn nicht nutzen oder eher ausnutzen, überlegte sie dann.. Von da an begleitete er sie, nicht besser bezahlt als sie ihn behandelte.
Serjina hatte leuchtend rotes Haar, das ihr hinten locker über den Rücken fiel, sowie in vier geflochtenen Zöpfen über ihre Schultern hing. Ihre Augenfarbe war in einem ähnlichen Farbton wie ihr Haar und sie hatte, selbst für eine Trollin, außergewöhnlich kurze Stoßzähne.
In ihren spitzen Ohren, ähnlich den der Elfen, steckten jeweils zwei große Ohrringe und mehrere kleinere, wie man es oft bei ihresgleichen sah. Ihre Hautfarbe war ein geerbtes Merkmal ihres Vaters. Ein helles Blau-Grün.  
Eine interessante Kombination, doch nicht selten für Trolle.





update: 18|9|05
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