Sonntag Morgen...

von Lady Laya
GeschichteRomanze / P12 Slash
06.09.2005
06.09.2005
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Sonntag morgen. Ich liebe diesen einen Tag der Woche, an dem es mir vergönnt ist, meine Faulheit mal in vollen Zügen aus zu leben. Schlafen bis zum Mittagessen und den ganzen Tag nur in der Wohnung herum zu lümmeln. Nichts besser als das. Vögel zwitschern, ich musste wohl das Fenster offen gelassen haben. Die Sonne kitzelt mich an der Wange. Ich fühl mich gut. Im Bett ist es herrlich warm und eigentlich habe ich gar keine Lust auf zu stehen. Doch leider habe ich meinem Schatz, der neben mir liegt und seelig schlummert, versprochen diesen Morgen einmal - und zwar nur Ausnahmsweise! - ihm Frühstück ans Bett zu bringen und zu Mittag macht sich Frühstück auch nicht so gut. Ok jetzt würde es doch auch wohl schon eher einen Brunch geben, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Und was tut man nicht alles für einen lieben Schatz.
Er hatte gestern einen recht anstrengenden Tag. Vor ein paar Wochen hat er einen relativ großen und vor allem wichtigen Auftrag für seine Firma bekommen und war seit der her nicht vor zehn Uhr Abends nach Hause gekommen. Aber andererseits Freue ich mich auch für ihn. Er hat es endlich geschafft was er sich so sehr gewünscht hatte. Er hat seine eigene Design Agentur eröffnet und einen Kleinen Laden dazu, und er läuft nicht mal so schlecht, hat sogar schon ein paar recht zahlungskräftige Stammkunden gefunden. Ich bin richtig stolz auf ihn.  
Wie gesagt ist er gestern erst recht spät nach Hause gekommen. Um genau zu sein war es erst heute Morgen. So um zwei halb drei hat er die Türe zu unserer Wohnung auf geschlossen und ist vor Müdigkeit benahe im Flur noch eingeschlafen. Ich hab ihn dann ins Bett getragen. Er sieht so süß aus, wenn er schläft. Nicht das es anders wäre, wenn er wach ist, aber, wenn er schläft ist er eben besonders niedlich. Ihr versteht doch was ich meine, oder?
Sanft streiche ich ihm eine glänzende, Haselnuss farbene Haarsträne aus dem Gesicht. Er streckt sich meiner Hand entgegen und seufzt zufrieden. Aha, also doch auch schon wach. Ich muss lächeln. Sanft küsse ich ihn auf die zarte Haut seiner Schulter und legen meinen Arm wieder auf seine schmalen Hüften und streichle ihn liebevoll. Er bewegt sich leicht und rückt näher an mich heran. "Guten Morgen Liebling!"  flüstere ich ihm in Ohr und küsse ihn noch einmal. Er antwortete mir nicht, gurrt nur zufrieden vor sich hin. Er hat sich heute also ganz aufs Geniesen eingestellt. Na, dann werd ich halt mal aufstehen und ihm sein versprochenes Frühstück ans Bett bringen. Beinahe wiederwillig lässt er mich auch gehen und kuschelt sich wider in die weichen Lacken. Ich bleibe noch einen Moment neben dem Bett stehen und betrachte meinen kleinen Engel. Die Sonne zeichnet schwache Schatten auf seine samtige Haut und lässt sie in einem hellen Gold strahlen. Seinen wunderschönen leuchtend grauen Augen sind unter seinen Augenliedern versteckt. Ich liebe seine Augen und könnte Stunden damit verbringen sie zu betrachten. An manchen Tagen strahlen sie, wie pures Silber und an anderen wiederum sehen sie aus, wie die Regenschweren Wolken im Herbst. Seine Gestalt ist zierlich. Oft habe ich angst ihm weh zu tun, wenn ich ihn berühre, angst ihn zu zerbrechen. Er ist fast 5 Jahre Jünger, wie ich. Aber das macht uns nichts aus. Wir lieben uns. Während ich mich von seinem Anblick los reiße fange ich an über unser erstes Begegnen nach zu denken. Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen.

Es war mein erster Tag an der Uni gewesen und ich habe mich promt auf dem riesigen Gelände verlaufen. Irgendwie sah der Flur in dem ich mich nun befand nicht so aus wie ich mir das vorgestellt hatte. An den Wänden befanden sich große Glaskästen mit Teil schon wirklich abgefahren ausstaffierten Modellen darin. Mode. Hier war ich also falsch. Verzweifelt versuchte ich irgendwo einen Anhaltspunkt auf Jura zu finden- ein Buch, eine Gesetzestafel einfach irgendwas, aber nichts da. Entschlossen ging ich den Gang wieder zurück. Ich achtete nicht sonderlich auf meinen Weg,  war damit beschäftigt mir eine Notiz im Gehirn zu machen, auf das ich mir eine Wegbeschreibungskarte von meinem Zimmer zum Lehrsaal für Jura mache -  und plötzlich stieß ich an etwas an und flog, nicht sonderlich elegant, auf meinen Allerwertesten. Meinem Gegenüber ist es nicht viel besser ergangen. Anscheinend hatte er einen ganzen Stapel Papiere mit sich herum geschleift , die er nun hektisch versuchte wieder auf zu sammeln. "Sorry.." kam er zaghaft über seinen Lippen "Ich wollte nicht... ich hab sie nicht gesehen... wollte sie nicht über den Haufen rennen. Ist ihnen etwas passiert?" Stotterte er aufgeregt und sah mich dabei fast schon ängstlich aus seinen sanften grauen Augen an. Einen Moment muss ich ihn wohl verwirrt angestarrt haben, - ich habe wirklich im erstem Moment gedacht ein Engel stünde vor mir, doch dafür war der Sturz eindeutig nicht Ernst genug-  doch dann hatte ich mich wieder gefangen und rappelte mich auf. "Nein, nein. Nichts passiert. Ich hab ja auch nicht aufgepasst. Ist bei dir alles Ok?" Fragte ich nach und reichte ihm die Hand, um ihn beim aufstehen zu helfen. Er lies sich helfen, doch als er seinen linken Fuß belastete verzog er schmerzhaft sein Gesicht. "Autsch..." - "Hast du dir doch was getan?" Er hielt sich noch einem Moment an mir fest, stellte seinen Fuß vorsichtig ab und nickt mir dann tapfer zu. "Schon ok. Ist nicht schlimm." Versuchte er mich, recht unbeholfen, zu beruhigen. "Sicher? Ich kann dich schnell auf die Krankenstation bringen... ähm, na ja, wenn ich sie finde." "Nein. Machen sie sich nur keine Umstände. Ich muss sowieso in meine Lesung. Bin schon viel zu spät.." Stammelte er weiter.
Irgendwie sah er richtig süß aus, wie er da so vor mir stand. Hibbelig ohne Ende und doch so niedlich. Er war ein paar Jahre jünger als ich. Aber das hatte ich schon angenommen. Ich war einer der Ältesten in meinen Kursen. Hatte vorher schon ein Studium zur Naturwissenschaft abgebrochen und war somit über dem "normal" Schnitt der Uni.
"Erst mal, lass das "Sie" weg und dann, macht es mir keine Umstände. Das einzige Problem ist nur, dass ich den Weg zu Station nicht finden werde. Irgendjemand da oben hat vergessen mir so was, wie einen Orientierungssinn ein zu bauen." Er lächelte mich scheu an. Beinahe hätte es mich aus den Schuhen gehauen. Wie kann ein Mensch nur so unverschämt gut aussehen. "Ok." - "Ok, dann hätten wir das ja geklärt. Erfahre ich auch deinen Namen?" - "Oh.. ähm klar...Angelis, freut mich Si.. dich kennen zu lernen..." - "Jamie, freut mich auch dich kennen zu lernen, Angelus?...." - "-lis.." korrigierte er mich. "Angelis. Ein schöner Name. Hat er eine Bedeutung?"
Nun wurde er wirklich rot. "Ähm... na ja..." stotterte er leise und starrte dabei auf den Boden. "Engelsgesandter...." flüsterte er schließlich undeutlich. Ich hatte ihn zwar verstanden, aber ich konnte mir einfach nicht verkneifen ihn noch einmal nach zu fragen. Es war einfach zu niedlich wie er da so vor mir stand mit hoch rotem Kopf. "Engelsgesandter..." wiederholte er etwas lauter. "Hm, dass glaube ich gerne." Meinte ich worauf er mich etwas pikiert anschaute. "Ähm.. danke."

Ja ja, so war er, damals. Mein kleiner Engel.

Ich hab ihn dann am selben Tag noch einmal getroffen. Hatte es doch wirklich geschafft mich auf dem Nachhauseweg noch einmal zu verlaufen und landete in einem mir noch nicht wirklich bekannten Nebengarten der rießen Parkanlage die unseren Campus einsäumte. Eigentlich war ich eben wieder dabei mich aus diesem wieder zurück zu ziehen und meine alt bewährte Methode des Den-Weg-zurück-gehen-bis-man-den-Weg-wieder-kennt-Taktik anzuwenden, als ich in einem der hinteren Winkel, eine mir nicht ganz unbekannte Gestallt erblickte. >Angelis!< schoss es mir durch den Kopf. Dieser saß auf einer der Kleinern Mauer, die hier überall aus dem Boden zu sprießen schienen und wirkte auf mich ziemlich verloren. Langsam ging ich auf ihn zu. Ich näherte mich ihm bis auf wenige Meter und bemerkte dann ein verdächtiges Schimmern in seinen Augen die traurig, oder gar enttäuscht zu Boden gerichtet waren. "Hi Angelis!" sprach ich ihn vorsichtig an. Er erschrak scheinbar, denn er zuckte zusammen und einen Moment schien es so als wolle er weglaufen. Tat er aber nicht. Oder besser, konnte er nicht. Denn nun erkannte ich warum er zu so später Stunde noch hier war. Er hatte seinen linken Schuh und die Socke ausgezogen und das was ich da sah, war wirklich beunruhigend. Sein Knöchel war blau, lila, grün angelaufen und total geschwollen. >Verdammt!< "Oh Shit...." Entfuhr es mir, dann es registrierte ich, dass er mich anblickte. In seinen Augen standen Tränen. Er hatte Schmerzen. "Jamie..." Kam es wieder in diesem zaghaften, schüchternen Ton, in den ich mich so verliebt hatte. "Dein Fuß sieht ja böse aus. Angelis, das muss untersucht werden. So geschwollen wie das Ding ist, muss da irgendwas ab sein. Komm ich bring dich in ein Krankenhaus" Ohne auf eine Antwort von ihm zu warten, griff ich ihn am Arm und hob ihn auf meine Arme. Auf dem Weg zum Krankenhaus sagte er kaum ein Wort, konzentrierte sich nur darauf sein Bein nicht zu bewegen und war wahrscheinlich auch etwas verwirrt, weil ich ihn auf den Arm genommen hatte. Aber mit diesem Bein konnte er einfach nicht mehr laufen. Ich weiß heute noch nicht wie ich überhaupt zum Krankenhaus kam, aber wir sind dann irgendwie doch dort angekommen und ich übergab Angelis in der Notaufnahme einem freundlichem Arzt, der ihn gleich in einen Rollstuhl verfrachtete und mich anwies im Warteraum zu warten.... (was soll man da denn auch sonst machen...)
Und dort wartete ich dann auch. Fast 3Stunden!!! Doch das warten hatte sich auch gelohnt, denn schließlich kam mein Engelchen auch wieder aus dieser einen doofen Tür - ich weiß nicht ob ihr das auch kennt, aber irgendwie haben alle Notaufnahmen, die ich kenne, so blöde Türen mit Milchglas, die den Wartebereich, in dem ich mich befand, vom Behandlungstrakt, in dem Angelis sich befand, trennte  - heraus. Sein Bein war in eine elegante weiße Schiene gepackt und ihm waren zwei tolle Krücken verpasst geworden. Allerdings sah er immer noch nicht ganz so fit aus. Musste ihn wirklich gestresst haben, dieser doofe Knöchel. Aber immerhin lächelte er mir freundlich zu, als er mich erblickte. Der Arzt sagte noch irgendwas- was ich nicht wirklich mitschnitt- und ließ uns dann alleine. "Na also, ist doch schon viel besser so, oder?" fragte ich ihn und er nickte mir zu. "Ja... danke..." murmelte er und wieder legte sich ein sanfter Rothauch auf seine Wangen. "He, war doch selbstverständlich. Kein Problem. Jetzt müssen wir dich nur noch nach Hause bringen." - "Ähm, ich... " Pause "Ja? Was denn?" hakte ich nach.. "Ich könnte... mein Mitbewohner hat ein Auto, er könnte uns sicher abholen, ich müsste ihn halt anrufen, aber.." der Haselnussbraunhaarige zuckte etwas hilflos mit den Achseln, ich musste schmunzeln. "Gib mir die Nummer, ich mach das schon!" bot ich prompt an.. Irgendwo in diesem Kasten gab es sicher auch ein Telefon. Etwas unbeholfen ließ er sich auf einem der Stühle im Warteraum nieder, kramte in seiner Hosentasche und reichte mir ein kleines Büchlein - Nein kein kleines Schwarzes Adressbüchlein...- "Er ist unter "Will Kenney" eingetragen." Erklärte er noch schnell und schon machte ich mich auf den Weg, Ich musste auch gar nicht weit gehen. Kaum eine Ecke weiter fand ich auch schon einen Münzautomaten und rief den "Mitbewohner" von Angelis an - insgeheim machte ich mir auch schon Gedanken darum, was für eine Art "Mitbewohner" er wohl sein würde... ob da mehr war.... nein, einfach nicht dran denken, noch besteht ja Hoffnung, oder?..-.
Es hatte noch nicht mal ganz einmal geklingelt als auch schon jemand abhob und aufgeregt in den Hörer rief "Angelis? Angelis, bist du das, Kleiner??.." - >Kleiner?< -  "Ähm, nein, nicht ganz. Mein Name ist Jamie. Ich bin ein... Bekannter von Angelis und ich soll dir was von ihm ausrichten." - "Aha. Und was, wenn man fragen darf?" - Oh, war da jemand gereizt? -  "Ähm, na ja, er fragt an, ob du uns abholen kannst?" - "Ja, klar, wo seid ihr denn und warum ruft Angelis nicht selber an? Ist ihm etwas passiert?" Ok, so schnell kann aus Gereiztheit, Sorge werden. "Kann man so sagen. Er hat sich den Knöchel angeknackst und ist im Krankenhaus..." - "Tütütü" Ich wertete das nun einfach mal als ein Zustimmen, auf das er uns abholen würde.
Und somit ging ich zurück zu Angelis. Und den nächsten Anblick werde ich wohl auch nie vergessen. Angelis war auf den Stühlen zusammengesunken und schlief seelig. Ein Anblick der den Teufel erweichen würde. >Engelsgesandter. Ja, besser konnte man es nicht treffen.<
Geweckt habe ich ihn nicht. Ich hab einfach nur meine Jacke über ihn gelegt und mich neben ihn gesetzt .- Na ja, eigentlich habe ich seinen Kopf auf meinem Schoß gebettet. Gott hatte er da weiches Haar. Hat er jetzt auch noch... Ähm, weiter im Text.... - Keine halbe Stunde später kam dann auch Will an. - Interessanter Junge... Also, vom Aussehen und Auftreten her... Auf jeden Fall ein ganz ein netter...hm, kurze Beschreibung: ca. 175cm "groß", kantige, schöne Gesichtszüge, Augen wie eine Katze bei Nacht und platinblonde nach hinten geschmalzte Haare. Sieht aber echt nicht schlecht aus. -  
"Angelis?" - "Er schläft." - "Ah, dann musst du wohl.." - "Ich bin Jamie, ja.... Ihm geht es gut, er ist nur etwas sehr müde. Am besten steckst du ihn gleich ins Bett." - "Ja das werde ich wohl machen." Antwortete Will, nachdem er mir schnell die Hand gegeben hatte und warf Angelis dann wieder einen besorgten Blick zu. Dieser bewegte sich, grummelte verschlafen und öffnete schließlich seine Augen. Will hatte sich vor ihm nieder gekniet und lächelte ihm freundlich zu. "Hi Kleiner. Na, was machst du denn für Sachen?" - "Hi, Will." War alles was Angelis dazu sagte. Dann setzte er sich auf. - Schade eigentlich, ich hätte gern noch eine weile so da gesessen. - Er schnappte sich seine Krücken und gemeinsam gingen wir zu Wills Auto, das direkt vor dem Krankenhaus stand.
Die Beiden haben mich dann vor meinem Wohnheim abgesetzt und sind weiter gefahren, nachdem Angelis mir noch schnell seine Adresse aufgeschrieben hatte.

Inzwischen habe ich die Küche erreicht. So, was brauch ich jetzt alles? Erst mal Kaffee. Und Tee für meinen Schatz. Hab immer noch nicht verstanden, was er an dem Zeug findet, aber auch egal. So. Was noch? Brötchen, in den Ofen. Es lebe Aufbackwahre. Marmelade, Käse, Wurst und mein geliebtes Nutella auf das Tablett. Ein bisschen Grünzeug, also Obst und so was, leben ja schließlich gesund. Teller, Besteck, Tassen,... Ok. Und jetzt? Hm... Ah, eine kleine Vase, ein Blümchen, perfekt. Ups, Butter... Sollte man nicht vergessen. So letzter Check. Ähm ich glaube jetzt habe ich alles. Also auf zurück zu meinem Schatz.  Und der schläft immer noch. Faules Ding... Ok, ein überaus süßes, schnuckeliges, liebenswürdiges, faules Ding. So jetzt noch bisschen Schnulzenmusik und auf geht's... ähm, also , ich meine mit dem Frühstück, nicht das hier jemand auf komische Gedanken kommt... "Guten Morgen Schatz, Frühstück ist fertig." Wohlig seufzend kuschelt er sich noch einmal tief in die Kissen. Ich stelle das Tablett auf unserem Nachtisch ab und beuge mich über ihn. "Hast keinen Hunger, Liebling. Hab mir extra mühe gegeben..." flüstere ich ihm ins Ohr und beginne dann sanft daran zu knabbern. Ein kalter Schauer bedeckt seine Haut. Nun endlich schlägt er die Augen auf und mein Blick trifft auf silberne Augen. "Du bist schwer, Jay..." ist das erste was er sagt. Beleidigt ziehe ich mich zurück. "DAS, war jetzt nicht genau das was ich hören wollte, Liebling..." Doch so leicht lässt sich meine kleine Schmusekatze nicht abschütteln. Ehe ich mich versehe, wandern seine Hände um meine Hüfte herum und legen sich besitzergreifend um meinen Bauch. Sein Gesicht ist nun ganz dicht an meinem Rücken. Ich kann spüren das er lächelt. "Und jetzt kommst du wieder angekrochen. So hat mans gerne." - "Beleidigte Leberwurst." Versucht Angelis mich weiter zu necken und muss sich das kichern verkneifen, er weis das ich ihm nicht wirklich böse bin. Könnte ich gar nie... Sein warmer Atem streichelt meine Haut und bereitet mir ein angenehmes Gefühl im Bauch. Seine Finger bewegen sich leicht über meine Haut, kraulen mich liebevoll. Er regt sich und bewegt sich, kleine Küsse verteilend über meinen Rücken. Ich muss mich beherrschen um nicht auf zu stöhnen. "Unfaire Diskussionsmethode." Beschwere ich mich. Er geht nicht darauf ein. Ist entzwischen an meinem Ohr angekommen und knabbert daran. Er weis das ich das liebe. "Verzeihst du mir? Oder willst du weiter Kleinkind spielen... Bekomm nämlich langsam Hunger..." seuselt er schließlich. "Hunger... ja, genau. Aber nicht auf Brötchen. Und wenn du weiter so unschuldig tust, kann ich für nichts mehr garantieren, Schatz." - "Womit aufhören?" fragt er nach und beginnt wieder an meinem Ohr zu knabbern. "Etwa hiermit?" - "Ja, genau damit." Jetzt reicht es mir. Ich drehe  mich in seinem Griff herum und drücke ihn zurück in die Kissen. Fröhliche Augen funkel mich spielerisch an. "Du hast es ja nicht anders gewollt." Gespielt ernst beuge ich mich über ihn und nehme seine süßen Lippen in beschlag. Promt denke ich mich wieder an unseren ersten Kuss.

Sommer. Eine laue Nacht. Ich hatte mit Angelis den neuen Film von Johnny Depp im Kino angesehen. Inzwischen gingen wir des öfteren mal miteinander weg und amüsierten uns jedes mal köstlich. Angelis war zwar ein recht ruhiger Zeitgenosse, aber Spaß konnte man mit ihm trotzdem haben und auch wenn er nicht viel sagte, wenn er einmal den Mund auf machte und etwas sagte, dann saß dies auch. An diesem Abend hatte wir dann einfach noch keine Lust nach Hause zu gehen und so lud ich Angelis noch auf eine Tasse Tee; inzwischen hatte ich herausbekommen, das er keinen Kaffee mochte, oder besser , keinen vertrug; ein. So saßen wir als in unserem neuen Stammlokal und liesen uns verwöhnen. - Also ich meine in Form von Gutem Kaffee und anscheinend auch sehr gutem Tee zumindest behauptete das Angelis. Ich trink dieser aufgebrühte Kräuter- Wasser- Zeugs ja nicht. - Angelis war an diesem Abend irgendwie besonders ruhig gewesen. Und so langsam machte ich mir richtig Sorgen um den Kleinen. >Habe ich irgendwas falsch gemacht?< fragte ich mich schon zweifelnd. "Angelis? Was ist denn heute mit dir los? Ich meine still bist du ja immer, aber heute schlägst du alle Rekorde. Ist dir was über die Leber gelaufen?" Angelis lachte kurz auf. "Nein. Ist nichts. Brauchst dir keine Sorgen zu machen..." murmelte er dann, hob aber seinen Blick nicht, starrte immer noch auf die Teetasse die vor ihm stand und die er krampfhaft mit beiden Händen fest hielt. Das gefiel mir gar nicht. "Angelis, wenn irgendetwas ist dann kannst du mir das ruhig sagen. Ich bin dein Freund und ich werde dir bei allem helfen. Egal was es ist. Das weist du auch. Also?" Er schüttelte nur den Kopf. Nun wandelte sich meine Sorge schon langsam in Ärger um. Warum wollte er es mir denn nicht sagen, wenn es ihn doch so offensichtlich  belastete? Mit einem Handzeichen gab ich dem Kellner zu verstehen das ich zahlen wollte. Er war auch sofort da. Noch ehe Angelis etwas sagen konnte hatte ich auch seinen Tee mit bezahlt und gab ihm zu verstehen das ich gehen wollte. Er trank seinen Tee mit einem Zug aus und begleitete mich aus dem Lokal. Etwa hundert Meter weiter befand sich ein kleiner Park. Auf diesen hielt ich zu. So einfach wollte ich Angelis nicht davon kommen lassen. Kurz nach dem Eingang schnappte ich mir Angelis Hand und zog ihn in eine abgelegene Ecke. Angelis wusste gar nicht wie ihm geschah. "So, Kleiner. Und jetzt deckst du mal die Karten auf. Was ist los mit dir?" Leicht angstvolle Augen starrten mich an. In ihnen spiegelte sich sanft das Mondlicht wieder. Am liebsten hätte ich ihn gleich in diesem Moment auf der Parkbank hinter uns genommen. Doch etwas in seinem Blick hielt mich zurück- war das wirklich Angst? Wovor? Vor mir? Er war bei meinen direkten Worten zusammen gezuckt. >So erreichst du bei ihm auch nicht mehr!!< schallt ich mich in Gedanken. Liebevoll nahm ich seine Hand und zog ihn zu mir auf den Schoß während ich es mir auf der Bank bequem machte. Ich legte ihm eine Hand um die Hüfte und mit der anderen strich ich ihm sanft über die Wange. "Ich mach mir Sorgen, Kleiner!" - schon vor einiger Zeit hatte ich Wills Kosenamen für Angelis übernommen. - "Willst du mir ehrlich nicht sagen was du hast? Kann ich dir nicht helfen? Hast du Probleme?" - "Ja..." hauchte er schüchtern "Ja.. was?" fragte ich nach. "Ich.. ich hab ein... Problem..." - "Und was ist es?" -"...Du.." nun war es an mir still zu sein. Er hatte ein Problem? Mich? Was hatte ich getan? "Es.. es ist nur... Ich weiß nicht.." stotterte er. "Naja.. du verwirrst mich..." - "Du mich grade auch.." fand ich meine Sprache wieder. Doch er beachtete es einfach nicht und sprach weiter. "Ich... Du.. Es ist nur... Ich weiß nicht wie ich es sagen soll. Ich weiß nicht was ich für dich empfinde, ich.. habe Angst davor es zu wissen... Und ich weiß nicht was du für mich.. oder ob du überhaupt.. Es ist einfach.. Ach ich kann es nicht sagen..." So langsam redete er sich wirklich in Verzweiflung. Ich beschloss dem ganzen ein Ende zu bereiten. Sanft, aber bestimmt griff ich seinen Nacken und zog ihn mir entgegen. Seine samtweichen Lippen trafen die meinen und in diesem Moment waren alle Zweifel davon gefegt. Als ich ihn Atemlos wiederfrei gab, blickte er mich leicht erschrocken an. "Du.. du.." stotterte er. Ich legte ihm meinen Finger auf die Lippen die von unserem Kuss noch leicht rot und geschwollen waren. "Schsch... nicht reden... geniesen..." flüsterte ich zurück und zog ihn noch einmal zu mir herunter. Nun entspannte auch er sich vollens und gab sich ganz meinem Kuss hin. Es war einfach überweltigend.

Genauso atemlos wie damals entlies ich meinen kleinen Engel nun auch wieder aus meiner Umarmung. Wieder traf ich auf seinen Blick. Diese wunderschönen Augen. Das glänzen und die Wildheit die sich in ihnen wiederspiegelte faszinierten mich noch immer. Er lächelte und brachte damit seine Augen noch mehr zu strahlen. "So.. und jetzt hab ich  Hunger." Flüsterte er und machte sich von mir frei. Ich knurre nur unzufrieden und mache mich wieder auf den weg zu meiner Betthälfte während er sich aufsetzt und das Tablett ins Bett zieht. Ich kann einfach nicht wiederstehen und lege ihm meine Hand auf den Schenkel. Er registriert sie nur nebenbei, so vertraut ist diese Berührung schon zwischen uns beiden. Während es sich daran macht sein erstes Brötchen zu schmieren sinke ich schon wieder in meine Erinnerungen ein. Es gibt einfach zu viel an das sich zu erinnern lohnt seit dem ich meinen Kleinen Engelsgesandten getroffen habe. Z.B den Tag an dem er seinen Abschluss an der Uni in Modedesign und Management abgeschlossen hatte.

Er war so stolz gewesen. Strahlte den ganzen Tag. Endlich hatte er es geschafft nun stand ihm nichts mehr im Weg. Kaum das er sein Zeugnis und einer Sonderehrung für besondere Leistungen erhalten hatte stürmte er zu mir und umarmte mich heftig. Ich lies ihn machen. Inzwischen war den meisten aus meinem und seinem Kurs bekannt das wir miteinander gingen und bis her hatte auch noch keiner ein Problem damit gehabt. Ich hob ihn hoch und wirbelte ihn durch die Luft und er Lachte laut vor vergnügen. "Ich hab es geschafft! Hahaha.. Ich hab es geschafft!" lachte er. Kaum das ich ihn wieder zu Boden gelassen hatte schlang er seine Arme um mich zog mich nach unten und küsste mich leidenschaftlich. Das die anderen uns dabei missmutig beobachteten war ihm egal. Als er mich wieder los lies strahlte er übers ganze Gesicht und wandte sich dann an Will der neben mir gestanden hatte und uns einfach nur leise lächelnd beobachtete hatte. Am Anfang war ich mir ja noch nicht sicher gewesen in welchen Verhältnis die beiden zueinander standen doch inzwischen war mir klar das Will einfach so was wie ein großer Bruder für Angelis war.  Angelis hatte ja sonst keine weiteren Angehörigen mehr. Also ersetztem ihm seine Freunde diese. Will wurde ebenso eine freudige Umarmung wie mir zuteil. Er lächelte den Kleineren liebvoll an und wuschelte ihm durch die Haare. "Glückwunsch, mein Kleiner." Gratulierte er. Endlich waren die ganzen Zweifel die Angelis in der letzten zeit nach den Prüfungen geplagt hatten vergessen. Er kam wieder zu mir und kuschelte sich zufrieden an meine Brust während ich einen Arm um ihn legte. "Na also.. aber erst groß die Panik machen. Ich hab dir doch gesagt das du das locker schaffst." stichelte ich, doch er lies sich jetzt nicht mehr aus der Ruhe bringen sondern rieb einfach nur geniesend seine Wange an meine Brust. Ich lächelte und strich ihm die wirren Haare glatt. "So, dann lass uns doch mal nach Hause gehen. Bevor wir hier noch wurzeln schlagen." Schlug ich vor und zwinkerte Will dabei unauffällig verschwörerisch zu. Wir hatten ohne Angelis wissen eine kleine Party für ihn organisiert. Keiner von uns beiden hatte auch nur am geringsten an seinem Erfolg bei den Prüfungen gezweifelt.
Es war ein rund um gelungener Abend geworden. Will, Angelis und ich amüsierten uns köstlich. Angelis war inzwischen schon bei mir eingezogen und Will  wohnte zwei Häuser weiter mit seiner Momentanen Flamme Joel zusammen in einer Wohnung. Am Anfang war es ganz schön schwer gewesen ihn davon zu überzeugen das es mir mit dem Kleinen ernst war, schließlich war Angelis bei unserem kennen lernen erst 19 und ich bereits 24 , doch inzwischen akzeptierte er mich an Angelis Seite und in den letzten zwei Jahren hatte wir auch schon so etwas wie eine kleine Freundschaft aufgebaut. Als endlich die letzten Gäste am frühen Morgen gegangen waren brach ich einfach auf dem Sofa zusammen und schloss erschöpft die Augen. Einige Augenblicke später senkte sich das Polster weiter und ich spürte wie sich Angelis an mich ankuschelte. Ich hob meine Hand und kraulte ihn liebevoll im Nacken. Er liebte das und fing auch promt an leise zu schnurren. Er regte sich und suchte nach meinen Lippen ich senkte meinen Kopf und fing seinen sanften Mund ab. Wir streichelten uns liebevoll und gaben uns einfach unseren Gefühlen von Glück und Zufriedenheit hin. An diesem Abend schliefen wir das erste Mal miteinander. Es war auch Angelis wirkliches Erstes Mal. Also war ich besonders sanft zu ihm. Und es war einfach traumhaft gewesen.

"Jetzt will ich erst mal in die Dusche.  Ich stinke grausam!" murrt mein Engel und versucht sich aus den Lacken zu winden. Ich schlinge meine Arme um ihn und schnüffle verspielt an seinem Rücken. "Ich finde du riechst herrlich mein Engel. Nach Verbotenem und dir... nach Vanille und Schokolade... einfach zum anbeißen." Ich kann diesem Geruch nicht wiederstehen und beginne an seiner Hüfte zu knabbern. Er kichert und dreht sich leicht in meiner Umarmung. "So.. nach Vanille und Schoko also... dann ist ja gut..." meine Strategie zeigt Erfolg und er legt sich wieder in meine Arme. Mein kleiner zierlicher, zerbrechlicher Engel. Ich würde alles für ihn tun. Er kuschelt sich wieder vertrauensvoll in meiner Arme und schließt die Augen, ich küsse ihn sanft und streiche ihm die langen braunen Haare aus dem Gesicht. "Ich liebe dich mein Engel." - "Ich liebe dich auch, Jay" haucht er zurück, in Erwartung dessen, was ich noch mit ihm vor habe. Ich übereile nichts, wir haben Zeit. Ein ganzes Leben lang. Ein Leben dem wir gemeinsam, siegessicher entgegenblicken. Und wir lassen uns sinken. In die Erinnerung dessen, was war und die Erwartung dessen, was noch kommen sollte.

ENDE


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