Von hinten durch die kalte Küche

GeschichteHumor / P16 Slash
Harry Potter Severus Snape
28.08.2005
25.07.2007
3
18.466
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Dieses Kapitel
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28.08.2005 4.296
 
Titel: Von hinten durch die kalte Küche
Autorin: KrissyNightwish
Genre: Humor
Altersfreigabe: P16- Slash
Warnings: OoC

Es war soweit. Alle Teilnehmer des diesjährigen Wettbewerbs waren in der Großen Halle eingetroffen. Mehr oder weniger freiwillig, was vor allem für manche, okay gut, für den Lehrer Severus Snape zutraf.

Albus hatte mal wieder eine Idee gehabt und was das heißt, braucht man wohl keinem zu erklären.

Missmutig sah Severus sich in der Großen Halle um. Es waren Weihnachtsferien und das Schloss war so gut wie leer. Bis auf die paar Lehrer und zu seinem Bedauern auch einige Schüler, unter ihnen natürlich Gryffindors Goldjunge und Severus Übelkeitserreger Nummer 1 Harry Potter. Der Junge stand zusammen mit seiner besten Freundin und Besserwisserin Hermine Granger zusammen.

Ansonsten waren die anderen Schüler ein eher geringes Übel. Justin Finch Fletchley, Hufflepuff, also ungefährlich und lieb. Und, Severus´ Augenweide in diesem Augenblick, Draco Malfoy. Warum der hier war, wusste selbst Severus nicht, aber das hatte sicherlich seinen Grund.

Die Lehrer allesamt schienen gut gelaunt zu sein. Diese Arschkriecher. Er konnte sie allesamt nicht leiden. Minerva, Flitwick und Lockhart. Ja wunderbar. Wer hatte diesen Trottel wieder als Lehrer eingestellt? Der hat doch nicht mehr alle beisammen. Albus begann nun zu sprechen und Severus hätte ihm am liebsten... Na ja, das wäre nicht jugendfrei.

"Hallo, meine lieben Dagebliebenen. Es freut mich heute umso mehr euch meinen diesjährigen Wettbewerb vorzustellen: Wer ist der beste Muggel!"

Albus kicherte, während sämtliche Anwesende ihn verständnislos anschauten. Der Muggel steht neben Potter, dachte Severus und versetzt Hermine, wie auch Draco es tat, einen finsteren Blick.

"Die Regeln", fuhr Albus fort "Lauten wie folgt: Immer ein Paar, bestehend aus Lehrer und Schüler wird eine Aufgabe in einem Bereich erfüllen. Da wir vier Paare haben, gibt es zwei Bereiche: Kochen und Backen. Immer zwei Paare teilen sich einen Bereich, zwischen ihnen findet nochmal ein internes Duell statt. Ich höchstpersönlich werde entscheiden, wer gewinnt, nachdem ich die Speisen gekostet habe. Ich werde nun gleich die Paare auslosen. Dann geht bitte jeder in eine Küche am Ende der Großen Halle."

Albus deutet auf sie. Tatsächlich dort standen dem Anschein nach, vier eigene geschlossene Räume.

Doch Severus dachte an etwas ganz anderes. Mit einem Schüler? Nein, nein, nein. Bitte nicht Potter oder Granger. Bitte nicht. Severus war drauf und dran in Tränen auszubrechen.

Albus fuchtelte ein wenig mit dem Zauberstab, dann las er die Namen vor.

"Professor Flitwick bitte mit Mister Fletchley in der Kategorie Kochen.

Professor McGonagall mit Miss Granger ebenfalls beim Kochen.

Professor Lockhart mit Mister Malfoy und Professor Snape mit Mister Potter beide beim Backen. Viel Spaß, in vier Stunden erwarte ich sie wieder hier."

Zwei Menschen in diesem Raum dachten gleichzeitig "Nein, das kann nicht sein."

Severus hätte am liebsten seinen Kopf gegen die Wand geschlagen.

Draco stolzierte mit Lockhart an ihm vorbei. Beide sahen aus, als hätten sie einen Besen im Hintern. Harry musste plötzlich so heftig lachen, dass sich Malfoy umdrehte.

"Pass bloß auf Potter. Ich werde dir ganz schön deine Eier blanchieren."
Harry grinste ihn an.

"Malfoy", sagte er betont zärtlich. "Blanchieren macht man beim Kochen. Deine Kategorie ist Backen." Liebevoll lächelte er ihn an.

"Potter ich wird es dir zeigen." Und weg war er.

Doch Gilderoy war stehen geblieben. "Professor Snape", sagte er in seinem Pfeifton. Dieser war gerade erst aus seiner Starre erwacht und klar geworden, dass das alles doch kein Traum sein konnte. "Ich hoffe sie haben Ahnung davon, denn ich werde es sehr genießen, sie zu besiegen." Und auch er rauschte davon.

Severus starrte ihm nach. So ein Idiot. Severus und Harry schauten sich an. Ob sie wollten oder nicht, sie dachten dasselbe: Den werden wir es zeigen.

"Beweg dich Potter", raunzte Severus Harry an und ging schnellen Schrittes voraus. Harry hätte am liebsten alles in der Umgebung verflucht. Jetzt musste er sich auch noch von Snape anschauzen lassen.

Zu allem Überfluss standen beide nun in ihrer Küche und schauten sich an. Severus hatte die Arme verschränkt. Das kann ja toll werden. Harry ergriff die Initiative. Er wollte nicht wegen Snape vor Malfoy das Gesicht verlieren.

"Ähm, Professor?", stammelte Harry nervös.

"Was ist, Potter?", blaffte ihn Severus an, der immer noch mit verschränkten Armen an einem Wandschrank stand. "Haben sie schon mal sowas gemacht. Ich meine ja nur, da sie wahrscheinlich Reinblüter sind und eher keine Ahnung haben."

Ohoh, falsche Wortwahl, Harry. Ganz falsch. Er sah, wie sich Snapes Gesicht verfinsterte.

"Ich bin hingegen bei Muggeln aufgewachsen und kann das." Severus zog eine Augenbraue in die Höhe.

"Tatsächlich. So gut, wie im Brauen von Zaubertränken, nehme ich an?" Ein sarkastisches Lächeln huschte über seine Lippen.

"Nein.", sagte Harry schlicht. "Wenn man Jahre lang den Koch für Muggel spielen muss, kann man das." Den bitteren Unterton konnte Harry nicht ganz aus seiner Stimme verbannen.

"Nein, wie rührend, Potter. Hast du etwa Kellner gespielt?"

Bloß nicht drauf reagieren. Das war leichter gesagt, als getan. "Ich will nur nicht von einem solchen Idioten, wie Malfoy besiegt werden. Oder wollen sie gegen Lockhart verlieren!?" Herausfordernd schaute Harry seinen Lehrer an.

"Wir werden nicht verlieren."

"Wir?", fragte Harry verdutzt.

"Ja Potter, wir. Ich kann es nun mal nicht ändern, aber ich werde nicht deinetwegen verlieren."

"Geht mir genauso.", sagte Harry bissig und fing an einige Utensilien aus den Schränken zu kramen. Dabei hatte Snape freien Blick auf ein sehr knackiges Körperteil, welches er auch unverhohlen betrachtete. Harry hatte sich inzwischen wieder erhoben.

"Also, Professor, haben sie irgendwelche Vorschläge, was wir backen können?" Immer noch mit verschränkten Armen dastehend schüttelte er den Kopf.

"Übrigens, meine Lieben", ertönte plötzlich Albus Stimme. "Natürlich ist keinerlei Zauberei gestattet und der Gewinner kriegt eine besondere Überraschung. Bis dahin." Und seine Stimme war verschwunden.

"Was halten sie von Apfelwaffeln mit Rumsahne, Professor?", fragte Harry, der sich nun ebenfalls mit verschränkten Armen seinem Lehrer gegenüber stellte. Dieser nickte. Harry schüttelte innerlich den Kopf. Wieso musste er auch diesen missgelaunten Professor zum Partner kriegen. Das war ja kaum auszuhalten. Was soll´s, dachte sich Harry. Musst du eben den Anfang machen.

"Professor, würden sie mir das bitte umbinden?" Harry hielt Severus eine dunkelgrüne Schürze hin. Warum musste er ihn auch fragen?

"Ich soll was?", fragte Severus betont ruhig.

"Mir das umbinden Professor und sie brauchen ja auch eine." Abermals bückte sich Harry und holte eine rosa Schürze aus dem Schrank. Severus riss die Augen auf.

"Wage es dich bloß nicht, Potter mir dieses Ding anziehen zu wollen." Harry grinste.

"Ich wollte schon immer mal sehen, wie ihnen rosa steht, Professor." Harry hielt es nun für richtig sich jetzt selbst die rosa Schürze umzubinden und so zu tun, als hätte er gar nichts gesagt. Severus stand leicht pikiert immer noch am anderen Ende der Küche und machte keine Anstalten sich zu bewegen.

"Kommen sie Professor. Wir müssen anfangen. Ich habe wirklich keine Lust, dass sie hier länger herum stehen, wie ein bockiges Kind, das man nicht hat mitspielen lassen. Ich denke sie wollen Lockhart besiegen. Also helfen sie mir endlich."

Severus´ Augen schienen Blitze zu schießen. In Sekundenschnelle war er bei Harry und hatte ihn mit Hilfe seines Körpers an einen der Schränke gedrückt.

"Ein bockiges Kind, Potter?", flüsterte Severus gefährlich leise. "Wenn du nicht sofort dein vorlautes Mundwerk hältst, werde ich Mittel und Wege finden es dir zu stopfen. Ist das klar?" Severus drückte seinen Körper unangenehm schwer an Harry. Doch die Zeiten waren vorbei in denen er sich einfach von Snape einschüchtern lies.

"Professor", sagte er betont freundlich "Ich denke, wir sollten beginnen, denn wenn uns jemand so sieht, heißt es noch wir hätten was miteinander. Und das wollen sie doch sicherlich nicht, oder etwa doch?" Snape zitterte vor Wut.

"Potter noch ein Wort..."

"Und was? Stopfen sie mir meinem Mund? Mit was denn, Professor?", fragte Harry unschuldig klingend. Snapes Kiefer mahlte und seine Hand ballte sich zur Faust. Dann rückte er blitzartig von Harry ab.

"Fangen wir an.", sagte er schlicht und griff sich die grüne Schürze.

Überrascht musste Harry feststellen, wie Snape von ganz allein die Zutaten aus dem Kühlschrank sammelte und sie auf der Anrichte bereitstellte. Dann drehte er sich, herausfordernd eine Augenbraue gehoben, zu Harry um.

"Also, Potter in welcher Reihenfolge kommen die Zutaten in die Schüssel?" Harry kramte in seinem Gedächtnis.

"Also zuerst 250g Butter. Würden sie die bitte in die Mikrowelle stellen, das erleichtert das Rühren mit dem Schneebesen um ein vielfaches." Severus sah ihn unverständig an. Dann dämmerte es Harry: Sein Lehrer konnte gar nicht wissen, was eine Mikrowelle war. Ein leichtes Grinsen huschte über sein Gesicht, doch er hielt sich zurück. Den Professor jetzt noch zu provozieren, wäre äußerst gefährlich und Harry wollte nicht unbedingt wissen mit was Snape ihm den Mund stopfen wollte.

"Tun sie die Butter einfach in eine Tasse und dann in das Gerät dort." Harry zeigte auf die Mikrowelle in der Ecke der Küche. Harry war erstaunt, aber Snape tat wie geheißen und kam auch sofort mit der Uhreinstellung klar.

Derweilen füllte Harry den Zucker und die Eier in die Schüssel und rührte um. Er bemerkte, dass Snape sich neben ihn stellte und interessiert zu sah, was Harry tat.

Plötzlich drang ein seltsamer Geruch an Harrys Nase. Er drehte sich um.

"Ach du Scheiße", rief Harry und eilte zu der Mikrowelle aus der Rauchschwaden quollen. Severus hatte seinen Zauberstab gezückt. Harry dreht sich gerade zu ihm um.

"Professor, was haben sie...Nein, kein Zauber.", rief Harry in letzter Sekunde und rannte ein paar Schritte auf Severus zu.

Blöd nur, dass der eben von Harry fallen gelassenen Schneebesen im Weg lag. Er stolperte und flog mit voller Wucht in Severus rein, bis sie beide schließlich übereinander und schwer atmend auf dem Boden lagen. Der Gestank und der Rauch breiteten sich immer weiter in der kleinen Küche aus.

Wie benommen lagen die beiden immer noch auf dem Boden. Verwirrt schaute Harry seinen Lehrer an.

"Auf wie viel Minuten haben sie die Mikrowelle gestellt, Professor?" Dieser schüttelte mit dem Kopf.

"Ich habe keine Ahnung.", sagte er resigniert. Dann plötzlich, als hätte ihn der Schlag getroffen, knurrte er. "Ich weiß ihre Nähe durchaus zu schätzen, Mister Potter. Aber ich wäre ihnen sehr verbunden, wenn sie von mir runtergehen würden."

Harry trieb es die Schamesröte ins Gesicht. Er wurde sich wieder bewusst, dass er immer noch auf seinem Lehrer lag. "Entschuldigung", murmelte er und erhob sich. Harry, was machst du nur immer für einen Scheiß. Da liegst du auf Snape und merkst es nicht. Du solltest mal den Arzt aufsuchen.

Immer noch beschämt ging Harry zur Mikrowelle und öffnete. Rauchschwaden kamen ihm entgegen und er ging schleunigst zum Fenster, um es zu öffnen. Seltsamerweise kam frische Luft herein, obwohl sie doch eigentlich in der Großen Halle hätten sein müssen. Sicherlich war Dumbledore dafür verantwortlich.

Harry hustete einige Male bevor er neue Butter in der Mikrowelle schmelzen ließ. Er schwor sich, nie wieder Snape ein solche Aufgabe übernehmen zu lassen. Dieser stand neben der Schüssel und hatte einen Mixer in der Hand.

Harry riss die Augen auf. Abgesehen davon, dass der Anblick eines Severus Snape mit Mixer in der Hand, nicht gerade ein häufiges Bild war, machte dieser den Mixer auch noch an, aber leider auf ein zu hohen Stufe. Das Ding vibrierte wie wild in Severus´ Hand und als er es ins die Eier- Zucker- Brühe hielt, geschah das unvermeidliche...

Harry hatte einen entsetzen Aufschrei von sich gelassen, während Snape den Mixer vor Schreck los lies und dieser nun Kapriolen auf dem Küchentisch schlug. Schnell zog Harry den Stecker und der inzwischen steppende Mixer gab seinen Geist auf. Die magische Aura Hogwarts´ hatte wirklich keinen guten Einfluss auf Muggelgeräte. Dann eilte er zu Severus, der mit dem Rücken zu ihm stand.

"Ist alles in Ordnung, Professor?", fragte Harry und legte angesprochenem eine Hand auf die Schulter. Snape dreht sich ruckartig um und Harry musste sehr stark an sich halten nicht laut loszulachen.

Severus hatte die Eierbrühe in den Augenbrauen, auf Nase und Wange verteilt. Ein bisschen klebte in seine Haaren und gleichzeitig schaute er auch noch ziemlich bedröppelt drein.

"Ich wollte doch nur mal ausprobieren", sagte er kleinlaut und absolut Snape- untypisch.

Harry fand das nur niedlich. Mit einem leisen Kichern schnappte Harry sich das nächste Handtuch und wischte Snape die Eierreste aus dem Gesicht. Anscheinend war der Meister der Zaubertränke sehr empfindlich im Gesicht, denn ein kleines Lachen konnte er sich nicht verkneifen, als Harry ihn berührte.

"Sie sind ein kleines Ferkel, wissen sie das?", sagte Harry und musste ziemlich grinsen, während er das letzte bisschen Eierpampe von Severus´ Wange wischte. Snape zog es vor dies zu ignorieren. Was konnte er denn dafür, dass dieses Ding am Spinnen war?

Nach der Säuberungssaktion wendeten sich die beiden wieder der Schüssel zu, deren Inhalt auf ein Minimum geschrumpft war. So wird das nichts, dachte Harry, als er nochmal Eier und Zucker hinzufügte. Dann gab er die geschmolzene Butter, sowie Zimt und gemahlene Mandeln dazu. Er hatte den Schneebesen wieder vom Boden aufgehoben und rührte kräftig. Severus stand ihm zur Seite und schaute zu.

"Professor könnten sie bitte 500g Äpfel schälen. Alles was die brauchen liegt auf dem Küchentisch."

Severus nickte und ging zu besagter Stelle. Dort türmten sich die Äpfel und ein Schäler. Severus nahm das Ding in die Hand (den Schäler, nicht das, was ihr denkt) und beäugte es argwöhnisch. Er hatte beim besten Willen keine Ahnung, wozu das gut sein sollte.

Ein Husten und ein leiser Fluch riss ich aus seinen Gedanken. Und beinahe hätte er diesmal laut los gelacht. Harry stand, wie vom Donner gerührt ihm zugewandt. Sein Gesicht und seine Schürze waren über und über mit Mehl bedeckt. Severus grinste.

"Wer ist hier ein kleines Ferkel?" Harrys bedröppeltes Gesicht wandte sich zu einer beleidigten Mimik.

"Das Mehl wollte eben nicht so, wie ich.", sagte er trotzig.

Severus grinste noch mehr. Mit einem stillen Lächeln dreht er sich wieder zu seinem Tisch um. Doch sein Lächeln gefror, als er den Schäler sah. Dieses bösartige Ding wollte ihm einfach nicht gehorchen. Wozu war das denn gut? Severus war so in seinen Mordgedanken über den Schäler vertieft, dass er Harry nicht bemerkte, der hinter ihm stand.

"Wissen sie, wie man damit umgeht, Professor?" Severus sagte nichts. Harry schloss daraus, dass die Antwort "Nein" war. "Warte ich zeig es ihnen", sagte Harry, nahm den Schäler und "häutete" den Apfel, indem lange Schlangen aus Apfelschale auf den Tisch fielen. "Versuche sie es."

Harry hielt seinem Lehrer den Schäler hin. Dieser nahm ihn zögerlich und versuchte sein bestes, doch so recht wollte es ihm nicht gelingen. Seine abgeschälte Apelhaut glich eher Papierkrümeln, als langen Schlangen. Harry hatte Mitleid mit seinem Professor.

"Warten sie." Vorsichtig nahm er Severus´ Hände in die seinem und machte mit ihm die Bewegungen beim Apfelschälen einige Male. Schließlich lies er seinen Professor wieder los, nachdem ihm aufgefallen war, dass er ihn bereits viel zu lange festgehalten hatte.

Mit einem Gesicht so rot, das die Farbe sogar durch das Mehl zu scheinen schien, ging er zum Waschbecken um sich selbiges abzuwaschen.

Dann kehrte er wieder zu der Schüssel zurück. Da Severus aber noch die letzte Zutat, die Äpfel, schälte, zog es Harry vor schon mal die Sahne zu schlagen, da dass das letzte war, was er Severus machen lassen wollte. Was hätte der wohl aus der Sahne gemacht?

Harry wollte lieber nicht dran denken, schließlich hatte der Meister der Zaubertränke schon die ganze Küche mit Eierdotter bespritzt und unter Rauch gesetzt. Den Mixer konnte Harry auch nicht benutzen, dann blieb wohl nur noch ein weiterer Schneebesen.

Etwas unzufrieden über den Mangel an elektrischen Geräten nahm Harry den Schneebesen zur Hand und begann die Sahne zu schlagen. Nach ungefähr 15 Minuten, als Severus die Äpfel fertig hatte war auch Harry fertig- aber nicht nur mit der Sahne, sondern auch sein rechter Arm. Die Lähmungserscheinungen waren sicher normal.

Leider war ihm auf Grund seines Armes ein bisschen viel Rum in die Sahne gelangt, doch das glich er mit einer ordentlichen Ladung Zucker wieder aus. Welche allerdings auch nur durch seinen zitternden Arm in die Sahne gelangt war und nicht aus bäckerischem Fachwissen.

Severus brachte ihm die kleingeschnittenen Äpfel und gab sie zu dem Teig.

"Würden sie bitte das Waffeleisen in die Steckdose stecken, ich kann mich keinen Zentimeter mehr bewegen." Severus nickte und unter Harrys wachsamen Auge, steckte Snape den Stecker in die Dose. Als er wieder auf ihn zu kam, hob er fragend eine Augenbraue.

"Was ist, Potter?" Harry verzog schmerzvoll das Gesicht.

"Ich habe meinen Arm irgendwie überstrapaziert. Meine Muskeln streiken und ich kann nichts mehr anfassen."

"Kommen sie her, Potter", sagte Snape barsch. Etwas verwirrt kam Harry auf Snape zu.

"Umdrehen", sagte dieser. Was sollte das denn nun werden? Doch Harry befolgte die Anweisung seines Lehrers. Harry stand nun genau vor Snape, nur das er ihm mit dem Rücken zugewandt war. Ein ziemlich unangenehmes Gefühl.

Dann spürte Harry plötzlich zwei Hände auf seiner Schulter und zuckte leicht zusammen. Snapes Hände wanderten massierend über seine Schulter und weiter über seinen Arm. Harry konnte es nicht glauben. Er stand hier mit Severus Snape, dem Severus Snape und wurde von ihm massiert. Das konnte doch nur ein Traum sein.

"Besser?" Severus Stimme riss ihn aus seinen Gedanken.

"Ja, danke", sagte er, obwohl er sich wünschte, es solle weitergehen.

Das Waffeleisen war heiß und Harry begann einen Löffel Teig ins Waffeleisen zu füllen. Wieder einmal beobachtete ihn Snape und bei der nächsten Waffel legte der Professor selbst Hand an. Es war erstaunlich wie schnell Snape lernte. Noch erstaunlicher war es jedoch, dass Harry und Severus ohne Probleme Hand in Hand arbeiteten.

Nach einer weiteren dreiviertel Stunde waren die Waffeln gebacken und nett auf einer Platte angerichtet, in deren Mitte sich die Sahne in einem gläsernen Pokal befand. Voller Stolz und mit einem breiten Lächeln blickten die beiden ihr Machwerk an.

Keinen Moment zu früh, denn Albus´ Stimme ertönte wieder. "Meine Lieben, die Zeit ist vorbei. Kommt bitte mit euren Gaumenschmäusen in die Große Halle."

Zusammen trugen die beiden die Platte aus der Küche und zu einem Tisch, an dem Albus saß.

Harry blickte sich um. Die anderen Kandidaten waren auch da, doch als sein Blick auf Malfoy fiel traute er seinen Augen nicht. Malfoys Gesicht war übersäht mit Rußflecken und ebenso Gilderoy, dessen goldblondes Haar erschlafft auf seine Stirn fiel. Beide sahen ziemlich mitgenommen aus. Harry grinste. Was mochte da wohl vorgefallen sein? Anscheinend waren die beiden aus dem Rennen.

Dumbledore erhob sich und die leisen Gespräche von Minerva und Hermine, sowie von Flitwick und Justin erstarben.

"Zuerst muss ich euch mitteilen, dass ein Team ausgeschieden ist. Mr Malfoy und Professor Lockhart haben, nachdem die Mikrowelle explodiert war, Zauberei benutzt und wurden disqualifiziert."

Harry und Severus warfen sich einen Blick zu. Severus lächelte leicht schuldbewusst, während Harry zurück lächelte, allerdings ein weiteres Mal rot wurde.

"Ich werde nun die Hauptspeisen der Teams Minerva/Hermine und Flitwick/Justin kosten und danach die Leckereien von dem Team Severus/Harry. Solange könnt ihr euch setzten."

Mit einem Wink seines Zauberstabes waren für alle Stühle vorhanden, während sich Albus mit kindlicher Freude auf das Essen stürzte. Die verschiedenen Teams saßen sich schweigsam gegenüber, doch bei Harry und Severus wollte ein kleines Grinsen nicht aus dem Gesicht verschwinden.

Nach zwanzig Minuten war es soweit. Albus hatte sich abermals erhoben, sank jedoch augenblicklich auf den Stuhl zurück.

"Entschuldigt, aber das Essen war einfach zu köstlich. Das französische drei- Gänge Menü von Minerva/Hermine war ein wahres Feuerwerk der Geschmacksempfindungen und das im besten Sinne des Wortes."

"Olle Streber", murmelte Severus und Harry nickte ihm zustimmend zu.

" Die Pasta des Teams Flitwick/Justin hat diesen Eindruck abgerundet und war ebenfalls sehr köstlich. Aber genauso die hervorragenden Apfelwaffeln mit Rumsahne des Teams Severus/Harry. Da ich mich aber entscheiden muss, was mir wahrlich nicht leicht gefallen ist, habe ich mich für das Team mit einem einfachen Rezept entschieden. Es sind die kleinen, alltäglichen Dinge, die das Leben so außergewöhnlich machen. Herzlichen Glückwunsch."

Alle starrten den Direktor an.

"Wer ist es denn nun, Albus", knurrte Severus, der langsam ungeduldig wurde.

"Habe ich das noch nicht gesagt? Oh, entschuldigt, ihr wisst ja, das Alter..." Er kratzte sich am Kopf und fuhr grinsend fort.

"Gewonnen hat das Team Severus/Harry. Herzlichen Glückwunsch."

Harry war erstarrt. Er konnte es nicht fassen. Sie hatten tatsächlich gewonnen.

Außer sich vor Freude, gewonnen zu haben und außerdem besser als Malfoy gewesen zu sein, sprang er in die Luft und warf sich Severus mit den Worten "Wir haben gewonnen" an den Hals. Dieser erwiderte die Umarmung.

Sie hatten tatsächlich gewonnen.

Ein unüberhörbares Husten war zu vernehmen und die beiden flohen regelrecht auseinander. Peinlich berührt schauten sie zu Albus, der nur mit einem leichten Lächeln auf seinem Stuhl saß.

"Der Preis für die Gewinner...", sagte er ohne auf die geschockten Mienen der anderen Anwesenden, wegen der kleinen Umarmungsattacke, zu achten.

"...ist eine Wellness- Woche zu zweit in den Sommerferien. Viel Spaß."

Albus klatschte vor Freude in die Hände und auch die anderen stimmten mit ein.

Harry hatte diesmal wirklich der Schlag getroffen.

Aber nicht nur ihn. Auch Severus stand wie vom Donner gerührt da.

Eine Wellness- Woche mit Potter?

Dafür hatte er sich den Arsch aufgerissen?

Das war unmöglich. Das konnte nur ein schlechter Traum sein.

"Professor?", sagte Potter da neben ihm. "Bitte zwicken sie mich, dass kann doch nur
ein Traum sein."

Langsam bewegte Severus seine Hand zum Arm des Jungen und kniff zu. Dieser
schrie auf.

"Au, das tat weh."

Es war kein Traum. Es war verdammte Realität. Wo sollte das nur hinführen...???


Fin
Und nun bitte ich noch um ein paar Kommentare.
Eure Krissy!
P.S. Wer das Rezept für die leckeren Apfelwaffeln haben möchte, kann einfach ne Mail an mich schicken.
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