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Mondlicht

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Harry Potter Lucius Malfoy Severus Snape
27.08.2005
27.08.2005
4
15.439
30
Alle Kapitel
44 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
27.08.2005 2.216
 
Titel: Mondlicht

Autorin: KrissyNightwish

Altersfreigabe: P18 Slash

Pairing: SS/HP

Disclaimer: Alle verwendeten Charaktere gehören JKRowling. Nur Idee ist MEINE...

Warnings: OoC

Anm.: Viel Spaß mit dem zweiten Teil von Mondlicht!


Es war Winter geworden in Hogwarts. Das Schloss war mit einer weißen Schneedecke bedeckt und auch die Ländereien waren eingehüllt in einen warmen Mantel aus Schnee. Die Sonne tauchte gerade hinter dem silber weiß glitzernden Wald auf. Der Himmel strahlte in einem unendlichen blau.

Der erste Tag der Weihnachtsferien begann trügerisch friedlich. Was auf diesem Schauplatz schon einige Stunden später stattfinden sollte, ahnte niemand.

Nicht mal die beiden eng aneinander gekuschelten Liebenden tief unten in den weiten des Kerkers.

Auch dort strahlte die Sonne durch einen winzigen Schacht und kitzelte Severus an der Nase. Er erwachte und hauchte seinem schwarzhaarigen Schatz einen Kuss auf den Mund.

Harry streckte sich und blickte Severus noch etwas verschlafen, aber voller Liebe, an. Er genoss die Sonnenstrahlen, die auch nun sein Gesicht erreichten und schloss genießerisch die Augen.

Die weiß verkrusteten Flecken auf dem Laken konnten diese Idylle nicht stören.

Severus schloss seine Arme um Harry und bedeckte sein Gesicht mit Küssen.

Harry musste unwillkürlich grinsen. Manchmal konnte sein Sev einfach nicht genug bekommen. Aber ihm ging es genauso. Auch in dieser Hinsicht waren sie sich ausgesprochen ähnlich. Inzwischen kannten sie sich so gut, dass Harry oftmals glaubte Severus schon ewig zu kennen. Das es erst vier Monate her war, konnte er nicht begreifen.

Er öffnete seine Augen wieder und blickte in das scheinbar unendliche schwarz von Severus´ Augen.

"Ich liebe dich", flüsterte Harry leise und fasste sich automatisch an die linke Hand. Dort prangte seit einiger Zeit ein kleiner unauffälliger Ring mit einer aber umso größeren Bedeutung. Severus und er hatten sich diese Ringe geschenkt, als Zeichen ihrer Liebe.

"Ich liebe dich auch, Harry", kam es sanft von Severus zurück, während sich Harrys Körperhaare aufstellten, auf Grund dieser wunderbaren Stimme.


Ein Schrei lies die beiden, wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett springen. Überrascht blickten sie sich um.

Ein Schwenker mit Severus´ Zauberstab und die beiden waren vollständig bekleidet. Keine Sekunde zu früh, denn schon stand Albus im Zimmer.

"Harry, Severus, das Schloss wird angegriffen. Todesser, Riesen und Dementoren marschieren unaufhaltsam auf uns zu. Ich habe alle zusammen gerufen, die ich erreichen konnte, Die finale Schlacht hat begonnen."

Und schon war er wieder weg. Mit gespannten Gesichtern blickten sich die beiden an.

Dann nickten sie. Stilles Einverständnis herrschte zwischen ihnen. Sie nahmen sich bei den Händen und schritten hinaus.

Kurz vor dem Ausgang trennten sie sich mit einem letzten Abschiedskuss. Wer hätte ahnen können, dass dies wirklich ihr letzter Kuss gewesen war.

Severus brannten die Tränen in den Augen und auch die kalte Luft, als er nach draußen trat, machte es nicht besser.

Er sah die Armee der dunkeln Seite unaufhaltsam auf sie zurollen. Noch waren sie einige hundert Meter entfernt, doch schon jetzt knisterte bereits die Luft, so als wüsste diese, dass die nächsten Stunden mit als die schrecklichsten in die Zaubereigeschichte eingehen würden.

Kaum zehn Minuten später war der weiße unschuldige Schnee Blut durchtränkt. Immer wieder gingen hier und dort Zauberer zu Boden. Die Luft war erfüllt von Schreien und Flüchen.

Severus hatte keine Zeit sich Gedanken über Harry zu machen. Er war gerade in ein Duell mit Bellatrix vertieft, welches er für sich entschied. Aber auch er blieb nicht ohne Schaden. In einem weiteren Duell mit Draco wurde er schwer verletzt. Er konnte sich noch gerade so retten, da Harry ihm zu Hilfe geeilt kam.

Um sie herum war die Schlacht am Toben. Gerade sah Severus, wie Remus von einem Riesen zerquetscht wurde. Tränen schossen in seine Augen. Wer musste noch alles sein Leben lassen, bevor dieser Wahnsinn ein Ende hatte.

Es war erstaunlich, wie viele Albus auf die Schnelle zusammen getrommelt hatte.

Immer wieder neue Hexen und Zauberer kamen von überall her. Das erhöhte zwar ihre Chance auf einen Sieg, doch die Leichen wurden nicht weniger.

Immer wieder sah man Opfer auf beiden Seiten auf die schrecklichste Art verstümmelt oder zu Tode gequält. Severus konnte das nicht mit ansehen, außerdem musste er weiter kämpfen.

Sein Harry schleuderte gerade Draco zu Boden, als niemand anderer als Voldemort auftauchte.

Severus spürte sein Dunkles Mal erglühen und konnte Harry warnen. Doch dieser wusste, dank seiner Narbe, bereits von Voldemorts Ankunft.

Der Schnee schien neben dem rot immer grauer zu werden. Der Himmel hatte sich mit Wolken behangen und die Sonne war langsam aber sicher am Untergehen.

Harry nahm den Kampf mit Voldemort auf. Severus hatte sich im Wald versteckt. Ob er wollte oder nicht, aber seine Beine trugen ihn nicht mehr. Von seinem Platz zwischen zwei Bäumen aus, hatte Severus Blick auf alles, was geschah und vor allem auf das Duell.

Sein Herz machte einen Sprung, als Harry zu Boden ging. Ich muss ihm helfen, war das einzige, was Severus dachte. Ich muss ihm helfen.

Er hievte sich mit Mühe hoch und machte sich auf den Weg zu Harry. Dieser hatte gerade Voldemort einen Schlag versetzt. Severus schlich sich so gut es ging an und erhob seinen Zauberstab, gleichzeitig mit Harry.

Voldemort lag entwaffnet auf dem Boden.

Jetzt, dachte Severus. Jetzt, und Harry dachte dasselbe.

Gleichzeitig sprachen sie den Spruch und die Macht des gemeinsamen, des vereinten Zaubers besiegelt Voldemorts Schicksal auf immer.

In gewisser Weise war der Abgang des gefürchtetsten Zauberers seit vielen Jahren vergleichsweise unspektakulär.

Severus sank zu Boden. So stark zitterte er am ganzen Leib. Harry war eine Sekunde später bei ihm und versuchte ihn zu stützen.

Die Schlacht tobte weiter. Niemand schien Notiz von Voldemorts Tod genommen zu haben.

Harry wollte nur noch Severus in Sicherheit bringen. Seine Pflicht war erfüllt.

Der Mond war inzwischen aufgegangen und tauchte das Schlachtfeld in unheimliches Licht, das von Dunkelheit jedoch fast gänzlich verschluckt wurde. Harry ging mit Severus zurück zum Schloß.

Die Rufe: "Er ist tot" hallten noch in seinem Kopf. Severus ging es ähnlich. Der Schmerz lähmte sämtliche seiner Glieder. Er wollte Harry noch etwas sagen, doch er versank in den Tiefen der Unendlichkeit, die eine Ohnmacht mit sich bringt.



Das Nächste, was Severus wahrnahm, war ein leises Flüstern. Wo war er? Wie war er hier her gelangt? Vorsichtig versuchte er sich zu bewegen. Dann öffnete er die Augen. Das Tageslicht blendete ihn und er schloss die Augen umgehend. "Severus", hörte er eine Stimme flüstern. Er erkannte diese Stimme.

"Albus?", fragte Severus in die plötzliche Stille hinein und öffnete die Augen. Vor ihm stand tatsächlich Albus zusammen mit Professor McGonagall.

"Oh, Severus, sie leben", sagte diese und wischte sich die Tränen aus den Augen. Dann verließ sie umgehend die Krankenstation.

Severus blickte sich um. Erinnerungen strömten auf ihn ein und er wurde sich bewusst, warum er hier lag.

"Albus", sagte er, während seine Stimme krächzte.

"Hier, nimm einen Schluck Wasser.", sagte Dumbledore liebevoll und reichte ihm ein Glas. Nachdem die Kühle Flüssigkeit seine Kehle hinunter geronnen war, erhob er abermals die Stimme zum Reden.

"Wo ist Harry?" Das war alles, was er wissen wollte. Dumbledore blickte ihn mitleidig an. Severus´ Herz setzte aus. War Harry etwa tot? Nein, das konnte nicht sein. Das... Er blickte sich um. Alle anderen Betten waren leer. Nein.

"Severus. Es tut mir leid.", begann Albus leise. "Aber Harry ist gegangen."

Severus dachte rasch nach. Gegangen? Nicht tot?

"Ist er also nicht..."

"Nein Severus, er ist nicht tot."

Unendliche Dankbarkeit durchflutete ihn. Harry war am Leben. Doch was meinte Albus mit gegangen?

"Wo ist er?" Seine Stimme versagte abermals. Er hatte sie wohl lange nicht mehr gebraucht.

"Du bist seit nun über einem halben Jahr hier. Wir hatten zeitweise nicht mal mehr die Hoffnung, dass du überhaupt überlebst. Doch ein neuer Trank hat dich scheinbar geheilt."

Severus musste das erst einmal verdauen. "Über ein halbes Jahr? Dann..."

"Ja, Harry ist hier kein Schüler mehr. Außerdem..." Zum ersten Mal senkte Albus den Blick. Severus wusste, dass das nur das Schlimmste zu bedeuten hatte.

"Was, Albus?", fragte Severus scharf.

"Du hast einen Brief vom Ministerium bekommen. Hier, lies..." Etwas verwirrt und neugierig nahm Severus den Brief entgegen.

Professor Severus Snape,
Sie sind hiermit der Misshandlung und des Missbrauchs des zur Tatzeit minderjährigen und zusätzlich ihrem Schutzes unterstellten Schülers Mister Harry James Potter angeklagt. Ihre Verhandlung beginnt am Freitag nach ihrer Genesung.
Hochachtungsvoll
Cornelius Fudge
Zaubereiminister und Vorsitzender des Zauberergamots

Das Blatt zitterte in Severus´ Hand. Das konnte nicht sein. Er blickte sich Hilfe suchend nach Albus um, doch dieser war gegangen. Gut so. Denn eine Sekunde später fiel das Blatt zu Boden, während der Meister der Zaubertränke tränenüberströmt in sich zusammensank.

Flashback Ende

Severus blinzelte.

Konnte das denn alles wahr sein?

Es war wahr.

Warum?

Schon wieder war da diese nagende Frage, die sich in seinen Geist bohrte. Sie hatten sich doch geliebt. Sie waren füreinander geschaffen; schon immer gewesen,  nur hatten sie das nie bemerkt, bis zu diesem denkwürdigen Nachsitzen am Anfang des Schuljahres.

Dort hatte sich ihre Liebe entwickelt und war mit der Zeit nur noch größer geworden.

Warum war jetzt alles anders?

Was war passiert, als er auf der Krankenstation lag?

In seinem Kopf waren nichts als Fragen und keine einzige Antwort.

Harry sah ihn jetzt ja noch nicht mal an.

Was hatte er nur getan, das er hier sitzen musste?

"Professor, ich rede mit ihnen", schrie Fudge und Snape zuckte innerlich zusammen.

Nun richtete Severus seinen Blick auf Fudge, der ihn wütend anstarrte.

"Also, was haben sie zu ihrer Verteidigung zu sagen?"

Severus blickte zu Harry, doch dieser blickte zu Boden. Irgendwas stimmte hier nicht.

"Ich habe nichts dazu zu sagen, da keiner der Punkte der Wahrheit entspricht."

Severus lies Harry keinen Moment aus den Augen.

"Sie wollen also sagen, dass sie gänzlich ohne Schuld sind?", fragt Fudge misstrauisch.

"Ja", war Severus´ schlichte Antwort und ab dann hüllte er sich in Schweigen.

Nun kam der Augenblick der Wahrheit. Fudge stellte die alles entscheidende Frage:

"Halten sie liebe Mitglieder des Zauberergamots den hier anwesenden Severus Snape für schuldig?"

Einstimmig dafür.

Severus nahm es nicht mehr wahr.

Er fühlte sich wie gelähmt.

Konnte weder denken noch fühlen.

Außer dem Schmerz und die unendliche Enttäuschung darüber sich so sehr in einem Menschen geirrt zu haben. Er hatte wirklich gedacht, Harry liebe ihn. Doch er hatte sich geirrt.

Wie in Trance nahm er nur noch wahr, dass er verurteilt wurde und Wachen in den Verhandlungsraum stürmten. Von ihnen wurde er mitgenommen.

Nun war er hier.

Sein Geist ist wie leer gefegt.

Die Dementoren können ihm nichts anhaben, er hat keine Gedanken.

Nur Leere.

Unendliche Leere ist in ihm zu finden.

Severus steht am Fenster der kleinen Zelle. Eiskalte Nachtluft weht durch die Gitterstäbe, während der Mond hell weiß am Himmel steht. Die leuchtenden Sterne umringen ihn. Ganz sachte fallen einige Schneeflocken vor Severus Gitterfenster nieder und bedecken die Mondhelle Landschaft.

Von hier aus sieht Severus die weite Hügellandschaft, die dieser Insel so eigen ist. Das Wellen des Meeres brechen sich an den Felsen und ergeben einen unwirklichen Kontrast zu dem fallenden Schnee. Doch hier in Askaban ist nichts normal.

Severus steht immer noch am Fenster.

Wie jede Nacht.

Der Anblick beruhigt ihn.

Er weiß nur nicht mehr, wovon er ihn beruhigen soll.

Auch erinnert ihn der Schnee an etwas.

Doch er erinnert sich nicht mehr.

Er steht da und schaut aus dem Fenster mit einem leisen Lächeln ohne zu wissen, was daran so schön ist; ohne zu wissen, warum er hier ist; ohne zu wissen, das alles anders war.

Nichts ist da.

Nichts.

Nur Leere.

Unendliche Leere.

*****

Fortsetzung folgt

Ursprünglich war an dieser Stelle Schluss. Doch VickySnape hatte mir damals den ersten Kommentar zu dieser FF geschrieben mit der Bitte nach einer Fortsetzung. Und ich habe sie geschrieben.
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