Das Ding mit dem Elch

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Remus "Moony" Lupin Severus Snape
26.08.2005
02.09.2005
7
18.077
8
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
26.08.2005 3.997
 
Titel: Das Ding mit dem Elch

Autorin: KrissyNightwish

Kapitel: 1/7

Altersfreigabe: P18 Slash

Disclaimer: Alle Charaktere gehören JKRowling

Betaleserin: JosephineDracul

Dank: Mein Dank geht an Steffi, die mir die Idee zu dieser Geschichte geliefert hat, an Fabian, der mit einem wunderbar kreativen Einfall ein Plot- Problem behoben hat und last but not least an Tobi, der für den Titel verantwortlich ist. *knuddel euch alle*

Anm.:  Die Idee zu der Geschichte kam wie schon gesagt von Steffi, doch der eigentliche Hintergrund war der Besuch einiger Norweger während eines Schüleraustausches. Der einzige Satz, den ich mir gemerkt habe, ist: "Du er en elk!" (übersetzt: Du bist ein Elch) Aus den Erzählungen und ein bisschen Fantasie meinerseits (die bekanntermaßen unerschöpflich ist  *g*) entstand diese kleine Geschichte, die euch hoffentlich gefallen wird. Viel Spaß!
Ach ja, noch was: Ich habe in dieser Geschichte mal wieder ein gutes altes Klischees aufleben lassen: Severus hat Minderwertigkeitskomplexe! Außerdem kann er wie in "Blumen, Blutwurst und Begierden" kochen und mag Blumen. Ich liebe einfach diese Vorstellung *g* Und nun halt ich meine Klappe und überlasse euch diese Geschichte.

Widmung: Für meinen Papa (*)



Kapitel 1: Crazy little thing called love
     
Ruhig im frühen Morgentau lag der glatte dunkle See vor ihren Füßen. Gigantische Berge, bewachsen mit riesigen Nadelbäumen ragten vor ihnen empor. Ein Nebelstreif schwebte am hinteren Ende des Sees über das Wasser und verbarg das gegenüberliegende Ufer.

Missmutig scharrte kein geringerer als Severus Snape mit den Füßen. Dieser Trip war schon jetzt die reinste Farce. Mit Remus Lupin und Gilderoy Lockhart sozusagen auf eine Urlaubsreise zu fahren war Schwachsinn erster Klasse. Und das alles musste er auf sich nehmen, ob er wollte oder nicht.

Denn dieses bestimmte Pulver, das sich aus dem Geweih eines Elches gewinnen ließ, gab es nur hier in Norwegen.

Warum er Lupin und Lockhart hatte mitnehmen müssen, war auch einfach zu beantworten: sie waren die einzig halbwegs vernünftigen Menschen, die freiwillig bereit waren eine Woche ihrer Zeit zu opfern, um Severus zu helfen. So schwer es Severus auch fiel, das zuzugeben, er war auf die beiden angewiesen. Schließlich konnte niemand einen Elch allein erledigen.

Sein Gepäck wieder vom Boden aufhebend, drehte er der Schönheit des Sees den Rücken zu und ging einige Schritte auf die Holzhütte zu, die auf einer kleinen Lichtung am Rande des Sees mit seinen umliegenden Bergen, lag.

Die beiden anderen hatten sein Gehen bemerkt, doch Remus wollte sich noch nicht von diesem Anblick trennen. Ganz tief wollte er diese Schönheit in sich aufnehmen, um sie nie wieder zu vergessen.

Lockhart stand neben ihm, schien jedoch keinen Blick für die Natur zu haben. Ungeduldig tappte er von einem Bein aufs andere, wich Remus allerdings nicht von der Seite. Genervt von Lockharts seltsamen Verhalten schaute Remus ihn strengen Blickes an, doch augenblicklich verschwand sein Ärger.

Der Blick, der ihm zugeworfen wurde, sprach Bände.

Lockhart hatte den Schlafzimmerblick schlechthin und leckte sich nun auch noch genüsslich über die Lippen. Remus konnte nicht anders, aber sein Mund öffnete sich vor Erstaunen. Das passierte hier doch nicht gerade wirklich? Gilderoy Lockhart versuchte ihn anzumachen?

Zur Bestätigung seiner Gedanken kräuselte Lockhart spielerisch eine Haarlocke in seinem Nacken. Anscheinend wollte er verführerisch wirken.

Remus lächelte leicht, was prompt mit einem most charming smile von Lockhart quittiert wurde. Remus´ Blick wanderte an Lockharts Körper entlang. Was sprach eigentlich dagegen, sich auf ein kleines Abenteuer einzulassen?

Lockhart war vielleicht ein blöder Schnösel, aber sein Körper konnte sich sehen lassen. Ein gepflegtes Äußeres, gute Figur, wen interessierte da schon, was im Schädel war? Für einen kleinen, unbedeutenden Fick war es sicherlich ausreichend.

Außerdem konnte Remus es sich eigentlich nicht erlauben wählerisch zu sein. Als ein in die Jahre gekommener Werwolf hatte man seinen lebenden Zauberstab wirklich nicht im Dauereinsatz, wenn man mal von der abendlichen Selbstbefriedigung absah.

Was würde also dagegen sprechen?

Severus Snape.

"Wenn ihr beide euch endlich genug angestarrt habt, könnten wir mit dem Auspacken beginnen." Snapes Worte hieben wie ein Peitschenknall in die idyllische Stille.

Remus schaute leicht verlegen und ein Hauch rosa legte sich auf seine Wangen. Nichts davon bei Lockhart. Dieser Schritt mit einem strahlenden Lächeln an den beiden vorbei, seine drei rosa Koffer vor sich her schwebend.

"Ich wüsste zu gern, wozu dieser Spinner drei Koffer für eine Woche braucht.", knurrte Severus gefährlich leise. Doch nicht die Tatsache, dass Lockhart drei Koffer mithatte, vermieste ihm dermaßen die Laune, sondern weil er gemerkt hatte, wie sehr ihm der Anblick eines mit Remus flirtenden Lockharts missfiel.

"Wahrscheinlich bewahrt er darin seine Haut- und Haarpflegeserie "Pfleg dich schön- mit Gildy", seine Designerkollektion "Ultimativ Gildy" und seine Dessousreihe "Gildy- almost naked" auf."

Severus konnte es nicht verhindern Remus mit einem äußerst dümmlichen Gesichtsausdruck nachzublicken, wie er Lockhart in die Holzhütte folgte.

Hatte er so was wie Bewunderung in Remus´ Stimme mitschwingen gehört?

Stand Remus etwa auf diesen wandelnden Schönling?

Nein, so blöd konnte selbst Remus nicht sein? Oder etwa doch?

Mach dir doch nicht vor, Severus.

Was hatte er schon einem gutaussehenden, gepflegten, attraktiven Mann mit einem charmanten Lächeln entgegenzusetzen?

Die ungekämmten, fettigen schwarzen Haare? Die gelben, schiefen Zähne? Den kleinen Bauchansatz? Die ungeschnittenen Zehen- und Fingernägel? Den haarigen Oberkörper? Oder die blasse Haut? Sei kein Narr, du hast nie im Leben eine Chance gegen Lockhart.

Ernüchtert und niedergeschlagen durch diese Erkenntnis ging auch Severus zurück zu seinem neuen zu Hause für eine Woche: die Holzhütte irgendwo in den Tiefen der Wäldern Norwegens.

Die Hütte hatte ihren Namen wirklich verdient. Es gab einen großen Raum in dem links von der Tür drei Betten mit kleinen hölzernen Nachtischchen standen, in der Mitte lag ein großer Teppich, der gruseliger Weise wie das Fell eines großen Bären aussah, rechts von der Tür befanden sich drei schaffellbezogene Sessel vor einem großen Kamin über dem das Geweih eines Hirsches prangte.

Wäre es doch nur das Geweih eines Elches gewesen! Dann hätte Severus dieser unseligen Reise ein Ende bereiten können. Aber das Schicksal hatte etwas anderes mit ihm vor.

Genau gegenüber der Tür befand sich eine kleine Kochnische. Es war also alles da, was man zum Leben brauchte.

Die Toilette befand sich allerdings außerhalb, wie Severus nun feststellte. Er hatte es nicht ertragen können zu sehen, wie Lockhart Remus immer wieder notgeile Blicke zuwarf.

Toilette war ein schönes Wort. Der Ort, wo man sein Geschäft verrichtete, war nichts Weiteres als ein kleines, windschiefes Häuschen, das den Eindruck machte jeden Moment über einem zusammenzubrechen. Durch die zusammengezimmerten Bretter pfiff der Wind und gab einem aufdringlichen Spanner Anlass zur Freude. Selbstbefriedigung fiel dann wohl für diese Woche flach.

Der einzige Ort, wo er hätte allein sein können, war auch noch gleichzeitig der mieseste. Ganz zu schweigen von der Kanalisation. Die Grube unter dem Brett mit einem Loch war alles andere als appetitlich. Na wenigstens gab es einen Klodeckel, sodass nicht der ganze Gestank das Häuschen verließ.

Etwas angeekelt beschloss Severus wieder zurück zu ihrem Haus zu gehen und erst einmal eine Tasse Tee zu trinken. Vorbei an dem massiven Eichentisch mit den zwei Bänken, die vor der Hütte standen, kam er näher an die Tür. Bereits in einiger Entfernung konnte er Gekicher von drinnen vernehmen.

"Nicht Gilderoy, wenn Severus reinkommt." Das war Remus´ Stimme und die Worte die er sagte, jagten einen eiskalten Pfahl durch sein Herz. Lockhart kicherte nur ein wenig und setzte, was auch immer er tat, fort, was Severus aus Remus' wieder eingesetztem Lachen schloss. Wut schnürte ihm die Kehle zu. Den beiden würde er es zeigen.

In gekonnter Manier riss er die Tür auf und ging entschlossenen Schrittes herein. Der gewünschte Effekt trat ein.

Wie Erstklässler schauten die beiden entsetzt auf noch dazu sehr verlegen.

Remus lag mit entblößtem Oberkörper und nackten Füßen auf dem mittleren Bett, Lockhart saß auf der Kante mit einem Fläschchen in der Hand.

Herablassend und scheinbar gleichgültig blickte er die beiden an. "Entschuldigt, dass ich euch bei euren Spielchen störe, aber ich wohne hier auch noch." Remus wurde knallrot. Lockhart lachte nur dümmlich.

"Gilderoy hat mir nur eines seiner neuen Produkte gezeigt.", rechtfertigte sich Remus. Übertrieben verständlich nickte Severus.

"Ach so, Gildy hat dir nur sein neues Produkt gezeigt inklusive Gratisbehandlung vom Meister persönlich. Wie konnte ich das nicht wissen." Selbst tadelnd schüttelte er den Kopf.

Remus richtete sich auf.

Sah Severus da etwa ein kleines triumphales Lächeln? Oh, oh, das konnte nichts Gutes bedeuten.

"Man könnte meinen du bist eifersüchtig. Als wärst du mein Mann, der mich gerade inflangranti erwischt hat und nun eine Szene macht." Severus´ Gesichtszüge erschlafften. Wenn Remus wüsste, wie nah dran er wäre. Nur das Remus nicht sein Mann war. Leider

Doch schnell hatte Severus seine Fassung wieder gefunden und seine Augen verengten sich zu Schlitzen. "Treiben sie es nicht zu weit, Lupin." Und wieder stahl sich dieses triumphierende und doch so süße Lächeln auf Remus´ Lippen.

"Wie ich es treibe hast du wohl kaum zu entscheiden, es sei denn du möchtest daran Teil haben."

Das hatte gesessen.

Was sollte er jetzt noch sagen?

Severus beschränkte sich auf ein verächtliches Schnauben und wandte sich einem der Sessel zu, in den er sich missmutig niederließ und eine Tasse Tee aus dem Nichts erschienen ließ.

Doch selbst seinen Tee konnte er nicht genießen. Er wurde unfreiwilliger Zuhörer von Lockharts privater Kosmetikberatung. "Und das ist meine neueste Kreation. L´ odeur du Gildy, was soviel wie Gildys Duft heißt."

Kaum hatte er zu Ende gesprochen hörte Severus auch schon ein leises Sprühgeräusch und augenblicklich konnte er Gilderoy riechen. Das Duftwässerchen roch tatsächlich nach Lockhart. Obwohl Severus diesem nie näher als einen Meter gekommen war, kannte er diesen penetranten aufdringlich süßen Duft nur zu gut.

Zu seiner eigenen Befriedigung vernahm er Remus´ unterdrücktes Husten. Ein süffisantes Lächeln stahl sich auf Severus´ Lippen, was die beiden aber nicht sehen konnten, da der Sessel mit dem Rücken zu den Betten stand.

"Ich denke, das ist nicht ganz mein Geschmack!", hörte er Remus sagen und sein Grinsen verstärkte sich. Lockhart schien das nicht zu interessieren.

"Ein wirklich tolles Parfüm mit einem unwiderstehlichen Charme, genau wie ich."

Severus´ Miene verfinsterte sich. Dieser Typ war wirklich zu dämlich. Und genau dieser Penner, oder politisch korrekt gesagt: dieser hirnamputierte Vollidiot sollte ihm, Severus Snape, das Opfer seiner Begierde vor der Nase wegschnappen.

Nein! Diese Rechung würde nicht aufgehen. Dafür würde er schon sorgen.

"Ich möchte ja ungern euch beiden Turteltäubchen stören, aber wir sollten uns in Bezug auf die Hausarbeit einigen." Severus war aufgestanden und sah die beiden abwartend an. Zu seinem Vergnügen hatte er beim dem Thema Hausarbeit Lockhart entgültig das Grinsen aus dem Gesicht gewischt.

"Wie ihr wisst dürfen wir nur so wenig Zauberei wie nötig benutzen, da Elche die Anwesenheit von Magie spüren. Also: Wer kocht, wer putzt, wer bringt den Müll raus und wer macht den Abwasch?" Severus blickte von einem zum anderen. Lockhart war sichtlich geschockt.

"A... arbeiten?", stotterte er.

Severus´ berühmtes spöttisches Grinsen stahl sich auf seine Lippen und selbst Remus konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Ja, armer Gildy, du musst arbeiten.", sagte er in gespielt mitleidigem Ton. "Also?"

"Ich denke wir sollten uns abwechseln. Dazu könnte ich einen Wochenplan erstellen, wo sich jeder in der entsprechenden Spalte mit seiner Aufgabe einträgt.", sagte Remus voller Tatendrang. Severus zog eine Augenbraue in die Höhe.

"Eine Liste, welch ein toller Vorschlag." Sein Sarkasmus wollte nicht so recht gelingen. Die Idee und Remus´ leuchtende Augen waren einfach zu niedlich. "Aber für unseren unterbemittelten Freund ist das sicher eine Hilfe." Fies grinsend bedachte er Lockhart mit einem überheblichen Blick.

"Ach, Sevi. Wer wird denn gleich so gehässig sein. Wir sind doch im Urlaub.", rief Lockhart gut gelaunt und warf mit einem eleganten Schwung seine kurzen, blonden Haare zurück.

Severus knirschte mit den Zähnen. "Wir haben schon einen Freiwilligen, der das Klo putzt."

Lockhart geriet in Panik. "Davon hast du aber nichts gesagt."

Drohend trat Severus einen Schritt auf Lockhart zu. "Dann nenne mich nie wieder Sevi. Ist das klar, Gildy?"

Lockharts Knie schlotterten und seine Lippen bebeten leicht. Dann lächelte er unsicher und nickte.

Remus hatte sich in der Zwischenzeit auf einen Sessel gesetzt und besagte Liste angefertigt. Stolz hielt er sie in die Höhe. "Fertig"

Eines musste man dem Werwolf lassen, ordentlich war er. Severus konnte sich das Grinsen kaum noch verkneifen. Die Art und Weise, wie Remus sich verhielt, der Stolz über seine Arbeit und die kindliche Freude in seinem Gesicht, ließen ihn unglaublich niedlich werden.

"Kann jemand von euch kochen? Ich bin da eher unbegabt, von daher würde ich lieber andere Aufgaben übernehmen."

Lockhart schien aus seiner Angststarre erwacht zu sein. "Kochen ohne Zauberstab?", fragte er schrill lachend. "Nein"

Severus bezweifelte stark, dass Lockhart selbst mit Zauberstab auch nur ein Ei gekocht kriegen würde. Etwas angepisst, auf Grund der scheinbaren Unfähigkeit seiner beiden "Mitarbeiter", schüttelte er den Kopf.

"Dann koche ich eben."

"Du kannst kochen?", fragte Remus sichtlich überrascht.

"Nur weil sie nichts von meinen verborgenen Talenten wissen, heißt das nicht, das ich diese nicht hätte.", gab Severus bissig zurück.

Darauf fiel Remus nichts mehr ein und schloss seinen vor Überraschung geöffneten Mund.

"Gut, wenn ich mich jeden Tag um alle Mahlzeiten kümmern muss, teilt ihr euch den Rest auf." Mit Feuereifer trug Remus Severus in die Spalte "Kochen" für jeden Tag ein. Dann hob er den Kopf.

"Was möchtest du machen, Gilderoy? Ich lasse dir gerne die Wahl." Das gefiel Severus ganz und gar nicht. Warum musste dieser Gryffindor so nett zu dem Trottel sein?

Der Trottel selber schien jedoch nicht viel von seinen Wahlmöglichkeiten zu halten. Angst spiegelte sich in seinem Gesicht wider. Remus sah das natürlich.

"Ich kann das natürlich auch alles machen, wenn du dich so sehr davor fürchtest." Musste Remus jetzt hier auch noch den gutherzigen Gryffindor raushängen lassen?

"Das kommt überhaupt nicht in Frage.", brauste Severus auf. "Wir sind hier alle zusammen und nur weil sich Mister Hilfe- ich- breche- mir- den- Fingernagel- ab zu schade zum Arbeiten ist, sehe ich nicht ein, wieso du diese Arbeit übernehmen solltest." Severus ließ keinen Widerspruch zu.

"Dann wasche ich ab und bring den Müll raus. Und du putzt, Gilderoy. Das dürfte eh nur ein bis zwei Mal nötig sein in der ganzen Woche." Severus war zwar nicht damit einverstanden, aber er hatte keine Lust einen flennenden Lockhart ertragen zu müssen, da dieser angesichts dieser leichten Aufgabe schon Tränen in den Augen stehen hatte.

Und wieder trug Remus alles mit einer Begeisterung in seine Liste ein, dass Severus vor Verzückung lächeln musste. Remus heftete die Liste an den Küchenschrank und strahlte Severus an. Lockhart saß etwas apathisch auf Remus´ Bett und starrte ins Leere.

Severus nutzte diesen Augenblick und nickte mit dem Anflug eines Lächelns zurück. Remus´ Gedanken überschlugen sich. War das da gerade ein Lächeln von Severus Snape gewesen? Und hatte er eben wirklich "du" zu Remus gesagt? Dieser Mann hatte wirklich verborgene Talente.

Immer noch etwas verwirrt setzte sich Remus wieder in einen Sessel, aber so dass er Severus beobachten konnte, der sich gerade in Bewegung Richtung Kochnische setzte.

Was verbarg der Slytherin eigentlich noch so alles hinter dieser Maske aus Sarkasmus und Kälte? Remus hätte zu gerne gewusst, ob Severus´ Verhalten, als er ihn und Gilderoy gesehen hatte, wirklich auf Grund von Eifersucht entstanden war. Er konnte es sich nicht erklären, aber der Gedanke daran ließ ihn lächeln. Severus hatte ohne Zweifel eine interessante Anziehungskraft.

Objekt seiner Gedanken stand am Herd und kochte. Zutaten befanden sich im Schrank und was nicht da war, hatte er sich heimlich herbeigezaubert. Aber kochen tat er auf Muggelart, schließlich war das sein geheimes Hobby. Es schien fast als tänzelte er am Herd. Schnitt, würzte, rührte und probierte.

Nach einer guten halben Stunde, in der Remus zur Ablenkung den mitgebrachten Tagespropheten gelesen hatte und Gilderoy seine Hände und Nägel gründlich gepflegt hatte, war das Essen fertig: Kartoffelpüree mit Sauerkraut und Würstchen.

Hungrig machten sich alle über das Essen her und Remus konnte nicht anders, als Severus sein Kompliment auszusprechen. Es schmeckte wirklich gut.

Nachdem sie ihre Mahlzeit beendet hatten saßen sie noch eine Weile schweigend am Tisch und verdauten in aller Ruhe. Severus unterbrach als erster die Stille.

"Ich denke, wir sollten unsere weiteren Schritte besprechen, damit es zu keinen Missverständnissen kommt. Ich schlage vor, dass wir uns morgen früh um vier auf den Weg machen um einen Elch zu erlegen. In der Morgendämmerung dürften wir die besten Chancen haben." Remus nickte.

"So früh?", keuchte Lockhart. "Ich brauch doch mindestens zwei Stunden im Bad."

"Welches Bad?", hauchte Severus triumphierend "Abgesehen davon werden die Elche wohl kaum Wert auf Schönheitspflege legen." Lockhart verzog nur missmutig das Gesicht.

"Da wir so früh raus müssen, wäre es sehr ratsam heute Abend nicht die Sau raus zu lassen." Mit einem missbilligenden Blick schaute er von Remus zu Gilderoy.

"Ich denke da brauchst du dir keine Sorgen zu machen, Severus.", sagte Remus und klang ganz eindeutig amüsiert. Was ging wohl im Kopf dieses Werwolfes vor?

*****

Den Nachmittag verbrachte jeder nach seinem Geschmack.

Remus hatte sich nach dem Abwasch mit einem Buch an den See gesetzt und genoss die wärmenden Strahlen der Sonne.

Lockhart widmete sich ganz sich selbst und starrte stundenlang lächelnd in einen Spiegel.

Severus hingegen machte eine kleine Erkundungstour durch den Wald. Er umrundete den See und sah Orte, die ihm vor Schönheit die Sprache verschlugen. Es ging stetig berauf und das Ufer des Sees wurde immer kleiner.

Man konnte es nicht glauben, doch am anderen Ende dieses Sees befang sich ein hohes Felsenplateau, von dem ein Wasserfall mit berauschender Geschwindigkeit hinab zum See glitt. Kein Wunder das man diesen märchenhaften Ort von ihrer Hütte nicht sehen konnte, da der See fast die Form einer Mondsichel hatte und somit Bäume den Blick behinderten.

Severus war gebannt von diesem Naturschauspiel, welches sich ihm bot. Einfach wunderschön. Er wusste nicht, wie lange er dort gestanden hatte, aber als sein Magen zu knurren begann, wusste er, dass er zurück musste.

Er nahm denselben Weg zurück, da der mächtige Wasserfall von einem nicht minder mächtigen Fluss gespeist wurde, den Severus nicht ohne weiteres überqueren konnte. Immer noch erfüllt von dem Erlebnis, das ihm zu Teil geworden war, trat er den Rückweg an und kümmerte sich, wie vorgesehen, um das Abendessen in Form einiger Scheiben Brot und Aufschnitt.

Beruhigend war auch die Tatsache, das Remus und Lockhart immer noch an den vorherigen Plätzen gewesen waren, als er wieder kam. Es gab wohl keinen Grund zu der Annahme, dass die beiden etwas miteinander gemacht hätten.

Die letzten Bissen waren geschluckt und eine bleierne Müdigkeit überfiel Severus. Seine kleine Tour hatte ihn ganz schön geschlaucht. Gähnend schnappte er sich seine Zahnbürste und putzte sich seine Zähne mit frischem Wasser aus dem See. Schnell hatte er außerhalb der Hütte im Schutze der Dämmerung seinen schwarzen Pyjama gegen seine Robe getauscht und schlüpfte ohne ein weiteres Wort in sein Bett.

Die neugierigen Blicke von Remus sah er nicht. Doch auch dieser fiel bald vor Müdigkeit wortwörtlich vom Hocker. Die Wärme der Sonne hatte seine Haut erhitzt und er fühlte sich einfach nur müde. Remus zog sich allerdings in der Hütte um, nicht ohne sich sehr lasziv zu bewegen, da er Gilderoys Blicke förmlich auf sich brennen spürte. Warum sollte er ihn dann nicht ein wenig ärgern?

Doch er war zu müde um dieses Spielchen weiter zu treiben.

Schließlich zog sich auch Lockhart um. Er trug ein flauschiges, fliederfarbenes Nachthemd und drehte sich noch einige Lockenwickler ins Haar.

Die letzte Lampe, in Form einer Kerze, wurde gelöscht und mit der Dunkelheit, die sich über sie senkte, kam auch der ruhige, entspannende Schlaf.


*****

Fortsetzung folgt

Ich hoffe, der erste Teil meiner FF hat euch gefallen. Hinterlasst mir doch bitte einen Kommentar. Dann kriegt ihr auch mehr zu lesen *harharhar*


(*) Ich widme dieses Kapitel meinem Papa, da er hier mein Vorbild für Remus´ Verhalten war. Auch er will immer alle Aufgaben auf einer Liste festhalten (Am besten eine mit dem Computer erstellte Liste). Das ist zeitweilig nervig, aber auch richtig süß. Außerdem ist auch er, wie Severus in der Geschichte, ein leidenschaftlicher Hobbykoch, der es versteht wunderbar Gerichte zu zaubern (und das ohne Magie)!!! Danke Papa, dass es dich gibt.
Review schreiben