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The Scourge - Die Geißel Lordaerons

von Claudi
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / Gen
17.08.2005
17.08.2005
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606
 
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17.08.2005 606
 
Die riesigen, gusseisernen Glocken des Palastes läuteten zu seiner Begrüßung.
Er hatte fast vergessen, wie himmlisch sie klangen; als würden sie seinen Triumph besingen.
Sein langer Samtmantel, der an den Schulterteilen seiner schwarzen Rüstung befestigt war, wog sanft hin und her, als er das Haupttor durchschritt.
Zwei seiner Akolythen folgten ihm wie sein eigener Schatten.
Von weitem sah er schon, wie die Brücke heruntergelassen wurde, um den Übergang über den Burggraben zu ermöglichen.
Seine schweren, gefütterten Stiefel mit den Totenkopf- Emblemen rasselten, als er über das hölzerne Tor schritt, dass unter seinen Schritten knarrte.
Von dort sah er sie schon.
Er schritt, gefolgt von den Akolythen, durch den nächsten Torbogen und gelangte so in eine Art Innenhof.
Es regnete Rosenblüten.
Die Kapuze des Samtmantels, die seinen gesamten Kopf verdeckte, gewährte ihm nur einen begrenzten Einblick auf die Pracht dieser Blüten.
"Prinz Arthas ist zurück!", rief die jubelnde Menge, die die Rosenblüten in den Innenhof warf, "Heil dem zukünftigen König von Lordaeron!"
Unter seiner Kapuze zwang sich Arthas zu einem Lächeln.
Wie Recht diese Ignoranten doch hatten...
Allerdings würden sie seine neue "Macht" am eigenen Leibe zu spüren bekommen.
Er fing eines der Rosenblätter im Flug mit seiner behandschuhten Hand.
Sie war wunderschön, doch gehörte sie zu einer Pflanze, die mit Dornen um diese Schönheit kämpfte.
Die Paladine taten es den Rosen gleich; sie kämpften für den Frieden und gegen das Chaos um das, was ihnen heilig ist, zu beschützen.
Ironisch, dass Arthas einmal geglaubt hatte, einer von ihnen sein zu können...
Als die Dunkelheit sein Herz überrannte und der Lichkönig sich in seinen Verstand schlich, hatte Arthas den heuchlerischen, nichtsnutzigen Menschen abgeschworen.
Er war in gewisser Hinsicht ein Untoter, aber er hatte sein menschliches Aussehen zum Großteil beibehalten.
Nur zwei Gefühle waren mit seinen früheren Erinnerungen nicht unter einer dicken Schicht aus Eis begraben worden: Hass und Vergeltungssucht.
Er sann auf Rache für die Schmach in Northrend, als man seine Truppen abziehen ließ, auf Geheiß Lord Uthers und seines Vaters.
Nun war es Zeit, ihnen die Rechnung dafür zu schreiben...
Er schloss seine Hand um das Rosenblatt und warf es - mitsamt seinem vergangenen Leben - fort.
Ein letztes Mal sah er die Menschen auf dem Balkon über sich lachend und fröhlich und die Sonne enthüllte unter der dunklen Kapuze nun sein wahres Gesicht.
Aber die Menschen in ihrer vollkommenen Arroganz dachten noch immer, dass er ihr liebenswürdiger, hilfsbereiter Prinz war.
Narren.
Hätten sie nur ihre alte Wachsamkeit bewahrt, so hätte man ihn nicht einmal eintreten lassen; aber diese Zeiten waren wohl lang vorbei.
Nach dem Sieg über die damalige Brennende Legion und die Orcs machten sich die Menschen das Leben schön und verloren ihre offenen Augen für das Böse.
Zu dumm, dass sie nicht mehr genug Zeit hatten, darüber zu klagen.
Arthas grinste und sah wieder geradeaus auf das große Tor, das zum Thronsaal seines Vaters führte.
Oh ja.
Jetzt würde er Rache nehmen und selbst zum König über Lordaeron und der Geißel werden...
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