Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

..und in der Ferne läuten die Glocken

von Elyandor
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P6 / Gen
07.08.2005
07.08.2005
1
712
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
07.08.2005 712
 
Langsam erhebe ich mich von diesem Tisch, nehme meine Sachen und gehe weg. Ich werde gefragt was mit mir los ist. Ich zwinge mich zu einem Lächeln "Nichts, keine Bange. Bin nur müde" und gehe weiter. Ihr gebt euch mit diesem Argument zufrieden und lasst mich ziehen. Ich erkläre noch Einer vom Service wie lecker das Essen war und schlendere dann langsam mit Block und Bleistift bewaffnet weiter. Ich gehe bei der Loggia vorbei und noch immer hält mich keiner auf. Ich spaziere bei der guten alten Chame vorbei, beim Flugdach und bei der KuBu. Starr zwinge ich meinen Blick weiter auf den Kieselsteinweg und gehe weiter vorbei an der Meixner Höhe wandere durch das Gelände und bin doch bei dir.
Stumm bleibe ich stehen, mir bewusst, dass ich das Gelände gleich verlasse und gehe weiter. Obwohl ich noch Stift und Block in der Hand habe, gehe ich auf den Lieslfels zu. Quer lege ich mir den Bleistift zwischen die Zähne und den Block rolle ich zusammen und beginne den Fels zu erklimmen. Ausgelaugt lasse ich mich in das Moos fallen, richte mich aber gleich wieder auf, da ich weiß, dass ich noch etwas zu tun habe. Etwas sehr Wichtiges. Ich lausche kurz in die Stille hinein und setzte mich dann auf den abgewetzten Fels. Ich nehme meinen Bleistift zur Hand und beginne zu schreiben. Eine Nachricht an dich. Ich beobachte aus den Augenwinkeln wie die Lichter in St.Gilgen angehen und sich meine ganze Umgebung in ein schwummriges Licht taucht. Ich lasse mein altes Feuerzeug aufschnappen und stelle es auf den Fels neben mich. Ich muss mich beeilen sonst werde ich noch am Ende als vermisst gemeldet. Aber außerhalb der Grenze werden sie mich nicht so schnell finden.
Zitternd fasse ich meine Gedanken und will sie zu Papier bringen. Sie sind wichtig, verdammt wichtig. Ich bemerke, wie mein Name auf dem Zettel beginnt zu verwischen. Es beginnt also schon wieder zu regnen. Ich fasse mir genervt an den Kopf und bemerke, dass es nicht regnet sondern dass ich weine. Obgleich dieser Tränen, muss ich schreiben. Gedanklich zwinge ich meinen Körper zu schreiben. Er muss einfach schreiben! Nein, eigentlich muss ich nur aufhören zu weinen. Beeil dich, Somebody! Beeil dich, schreib endlich. Du weißt heute ist deine letzte Chance.  Ich setzte den Bleistift mit mehr Gewalt als Gefühl wieder auf den mittlerweile durchnässten Zettel und beginne. `Liebe Sophia`, nein jetzt schreib weiter! Doch mein Körper lässt mich im Stich und ich sacke zusammen. Nein, komm schon. Dein Körper muss sich was Besseres einfallen lassen! Doch eben dieser Körper will nicht mehr. Ich richte mich erschlagen auf und betrachte den Zettel. Jetzt hat es auch wirklich zu regnen angefangen. Fallen höchstens die Spuren die meine Tränen hinterlassen nicht so auf. Ich höre aus der Ferne Donner und sehe zuckende Blitze und schleppe mich den Weg wieder herunter. Gerade ein paar Meter nach der Wiese angekommen, verlassen mich meine Sinne wirklich und ich klappe zusammen. So ist das also wenn man stirbt. Oder sterbe ich nicht? Ich habe noch immer den Zettel in meiner Faust und merke dass mich jemand in die Arme nimmt und mit mir in den Armen in die Gruppe zurückgeht. Damn it, ist  der Brief doch nicht fertig geworden. Ich höre eine Stimme `Wieder gefunden! Du weißt, es hat keinen Sinn, ich finde dich überall`.
Ja ja, Anybody, ich weiß du findest mich überall. Und den Zettel habe ich noch immer in der Hand.
`Was hast du überhaupt dort gemacht? Irgendwas Wichtiges?`
Ja, irgendwas sehr Wichtiges. Doch ich weiß nicht mehr was. Ich höre  aus der Ferne von St. Wolfgang  wie die Glocke gerade das zwölfte Mal schlägt. Und ich weiß nicht mehr was ich getan habe. Doch da war ein Zettel. Ein Zettel mit: `Liebe Sophia`.

Diese Geschichte  widme ich Sophia. Danke für die Stunden.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast