Children Of Tomorrow

von Riley
GeschichteDrama / P12
Dr. Sydney Green Jarod Mr. Lyle Mr. Parker Mr. Raines Ms. Parker
23.06.2005
25.03.2014
24
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23.06.2005 3.312
 
Children of Tomorrow Kapitel 2: Victor und Jenna


The Center
Blue Cove, Delaware
14. Juli 1996
"Hannah?", flüsterte Gage so leise wie möglich; aber die Stimme des kleinen Jungen bebte vor Aufregung. Er kroch auf allen vieren durch einen der Luftschächte des Centers. Durch die regelmäßig angeordneten Zugänge zu den Schächten fiel fahles Licht, so dass die Phoenix-Zwillinge keine Taschenlampen brauchten, um sich darin zu Recht zu finden. Irgendwo - weit entfernt - summte ein Ventilator.
Hannah setzte sich aufrecht im Luftschacht auf, direkt neben einem der Ausgänge, und sah durch das Gitter, das den Ausgang verschloss. Gage, der voraus gekrochen war, drehte sich zu seiner Schwester um und murmelte etwas vor sich hin, während er sich umdrehte und zu seinem Zwilling zurückkrabbelte.
In dem Raum, in den die Phoenix-Zwillinge blickten, saß Angelo auf einem Stuhl, umgeben von Stapeln aus roten Notizbüchern, die er durchblätterte. Der Empath hatte die Augebrauen zusammengezogen und den Mund halb geöffnet während er arbeitete. Die Tür zu dem Raum wurde stürmisch geöffnet und das markante Geräusch von hochhackigen Schuhen erfüllte den Raum.
"Miss Parker!", flüsterte Hannah ihrem Bruder zu. Die beiden warfen sich einen viel sagenden Blick zu. Die Mundwinkel des kleinen Mädchens schoben sich unwillkürlich nach oben und sie lächelte über das ganze Gesicht. Gage nickte und musste ebenfalls lächeln. "Sydney, Schluss damit!", zischte Miss Parker scharf; sie ging zu Angelo hinüber und riss ihm das rote Notizbuch aus der Hand, das er gerade las. Der ältere Psychiater, der Miss Parker gefolgt war, schloss die Tür vorsichtig hinter sich und schwieg. "Wunderknabe und Wunderknabe Junior - das hätte uns gerade noch gefehlt! Wonderboy und sein Bruder spielen Familie! Das hätte sie doch wahnsinnig gefreut, oder Sydney?" Sie schleuderte das rote Notizbuch über den Boden. Angelo sah verwirrt nach oben und blinzelte ein paar Mal.
"Parker, beruhigen Sie sich!", verlangte Sydney mit ruhiger Stimme.
Parker verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn herausfordernd an. "Ich soll mich beruhigen, Sydney? Nun, mein Vater wurde gerade von einem Sweeper-Team zu unserem großen Mister Unbekannt gebracht, Jarod ist wieder einmal abgehauen, Kyle ist tot, und Raines schnorchelt nach einer Hauttransplantation bald wieder hier im Center herum. Und ich soll mich beruhigen, während die ganze Welt um mich herum Kopf steht? Und noch was: Hätten sie mich schießen lassen, dann würde der Kerl jetzt durch die Erde atmen anstatt auf der Station für Brandverletzte die Bettpfannen voll zu pinkeln!" "Ich bin sicher, Ihr Vater rauch bald wieder auf. Und was Mr. Raines angeht... Nun, ich denke, dass wir zumindest eine Weile nicht mehr über ihn nachdenken müssen." Sydney seufzte.
Angelo löste sich aus seiner Starre und griff nach Parkers Hand. "Miss- Miss Parker!" "Was?", erwiderte sie gereizt und wollte ihre Hand aus dem Griff des Empathen befreien; Angelo hielt sie jedoch fest.
"Phoenix ist hier um sie zu trösten, Miss Parker!" Angelo deutete auf den Eingang zum Luftschacht, von wo aus Gage und Hannah die Szene beobachteten.
Gage packte seine Schwester am Oberarm und zog sie vom Gitter weg, damit niemand sie sehen konnte. "Er hat uns entdeckt."
"Können wir nicht..." Hannah sah zu dem Gitter; Miss Parkers Stimme war zu hören, die von Angelo eine Erklärung forderte.
"Nein!", erwiderte ihr Bruder flüsternd aber bestimmt. "Noch nicht, Baby Girl! Mr. Parker ist weg und wer weiß, was als nächstes geschieht. Wir müssen warten." Er krabbelte weiter durch den Luftschacht und seine Zwillingsschwester folgte ihm, wenn auch schweren Herzens.
"Gage? Wer ist Kyle?", fragte Hannah schließlich, während sie sich weiter durch den Schacht bewegten.
"Ein Toter."
"Achso", murmelte sie und schwieg.



SL 16

Sam hatte ein mulmiges Gefühl im Magen als er Raines´ Sachen in der Krankenstation abgegeben hatte. Zwar hatte er den Doktor nicht gesehen, doch der Gedanke, dass er wegen Brandverletzungen dort lag versetzte den Sweeper in eine unruhige Stimmung. Nicht, dass er Mitleid mit Raines hatte; ganz im Gegenteil, seiner Meinung nach verdiente der grausame Mann noch viel mehr als das. Aber er kannte Raines besser und wusste, dass er sich irgendwann dafür rächen würde an dem, der ihm das angetan hatte. Als Sam den Korridor entlang lief, um die Krankenstation wieder zu verlassen, hörte er Babygeschrei aus einem Raum kommen. Eine Frauenstimme mischte sich unter das Weinen der Babys. Der Sweeper blieb an der Tür stehen, hinter der die Geräusche hervordrangen und öffnete sie neugierig. Wenn ein Säugling im Center war, dann hatte das meist nichts Gutes zu bedeuten - für das Kind!
Der Raum war hell erleuchtet; natürlich hatte er keine Fenster, aber ansonsten sah er aus wie ein gewöhnlicher Krankenraum wie man ihn auch in jedem Krankenhaus hätte sehen können. Ein leeres Krankenbett stand in der Mitte des Zimmers, und in der Ecke hatte sich eine Frau mit langen, hellbraunen Haaren gerade über etwas gebeugt. Sie hat Sam den Rücken zugewandt. Der Sweeper erkannte sie jedoch; ihr Name war Amy Mackenzie und sie hatte ihn ein paar Mal versorgt, als er wegen kleiner Wunden auf der Krankenstation gewesen war.
"Amy?", fragte Sam, um sich bemerkbar zu machen.
Die junge Frau drehte sich um und lächelte matt, als sie ihn sah. Da sah er auch, dass sie auf jedem Arm je ein strampelndes Baby hielt; das war in eine blaue Decke gewickelt war, das andere in eine rote. Die Neugeborenen schrien und schienen sich nicht beruhigen zu lassen. "Hallo Sam." Amy wandte sich dann wieder den beiden Babys zu, indem sie sie leicht hin und her wiegte und sanft auf sie einsprach.
"Wer ist das?" Sam blieb im Türrahmen stehen.
"Sam, darf ich vorstellen: Victor und seine Zwillingsschwester Jenna."
"Victor und Jenna...", murmelte Sam.
Sie nickte. "Ja, sie sind heute um drei Uhr morgens - vor mehr als vierzehn Stunden - auf die Welt gekommen und seitdem schreien sie nur. Sie lassen sich nicht beruhigen und füttern lassen sie sich auch nicht. Die beiden schreien so lange, bis sie erschöpft sind und einschlafen, und wenn sie wieder aufwachen schreien sie weiter." Sam sah, dass Amy auch schon vollkommen erschöpft war. "Mr. Parker war wegen der Geburt der beiden schon seit Monaten aufgeregt; ich habe ihm natürlich sofort bescheid gesagt, dass die beiden geboren wurden, aber er ist nicht gekommen; die einzigen Besucher, die die beiden bisher hatten, waren die Phoenix-Zwillinge, die ich vorhin gegen Typhus geimpft habe."
"Gage und Hannah?" Sam hob die Augenbrauen.
"Ja, kennst du die beiden?"
Sam nickte. "Mr. Parker hat mir vor zwei Tagen die Aufgabe zugeteilt, mich um die beiden zu kümmern."
Amy lächelte und nickte. "Die beiden haben den Babys auch die Namen gegeben. Ich schaffe es aber nicht, die beiden zu beruhigen, und gleich muss ich mich wieder um ein paar Patienten auf der Wachstation kümmern."
Sam schloss die Tür hinter sich und ging auf die junge Ärztin zu. "Als würden sie wissen, was hier auf sie zukommt." Er griff nach dem Baby in der hellblauen Decke und nahm es auf den Arm während er mit einer Hand den Kopf des Säuglings stützte. "Ich nehme an, das ist Victor."
Sie schüttelte den Kopf. "Du hältst gerade Jenna."
Beide Babys hatten einen hellen, blonden Flaum auf ihrem sonst kahlen Kopf. Jenna öffnete nun ihre blauen Augen und sah den Sweeper, der sie hielt, für einen Moment schreiend an bevor sie aufhörte zu weinen und ihn stumm betrachtete. Sam sah das Neugeborene auf seinem Arm überrascht an. Amy sah ebenfalls überrascht aus und Victor schrie auf ihrem Arm weiter.
"Du scheinst Glück zu haben mit Zwillingen." Die junge Ärztin bedeutete Sam vorsichtig, Jenna in ihre Krippe zu legen. "Ich musste die beiden hierher bringen, weil die anderen auf der Station sich zu sehr über die beiden beklagt haben."
Als Sam Jenna niederlegte blieb der Säugling ruhig und gluckste vor sich hin. Nun nahm Sam ihren Bruder auf den Arm, auf dieselbe Weise wie zuvor das Mädchen, während Amy Fläschchen für die beiden holen ging, um noch einmal zu versuchen, sie zu füttern. "Was soll denn das ganze Theater?", fragte der Sweeper den neugeborenen Jungen ernst, als er nicht aufhörte zu schreien. "Mit dir wird das auch mal kein gutes Ende nehmen, kleiner Schreihals!" Da schluckte Victor und - wie seine Schwester zuvor - stellte sein Geschrei augenblicklich ein. Toll, dachte Sam bitter, wenn sich das herumspricht, werd´ ich noch so was wie das Kindermädchen oder die Säuglingsschwester. Amy schien beinahe überglücklich zu sein als sie mit zwei Fläschchen für die Zwillinge hereinkam und feststellte, dass beide sich beruhigt hatten. Sam hatte Victor und seine Schwester in die gleiche Krippe gelegt, was den Geschwistern zu gefallen schien. Den zwei Babybetten zu folge hatten man sie zuvor in separate Krippen gelegt gehabt.
"Sie mögen es wohl nicht, getrennt zu sein", stellte Sam fest als er eine der Flaschen nahm um damit Jenna zu füttern. Das Baby macht große Augen, als Sam ihr den Gummiaufsatz der Flasche in den Mund steckte und sie anfing, gierig daran zu saugen. "Du scheinst halb verhungert zu sein, Baby Girl."
"Und ihr Bruder genau so." Inzwischen ließ sich auch Victor wieder von Amy auf den Arm nehmen, ohne dabei zu schreien, und trank stattdessen genau so eifrig wie seine Schwester. "Du scheinst ein Händchen für Zwillinge zu haben, Sam." "Ich hab´ befürchtet, dass du das sagst..."

SL-3
Sweeper-Lounge


Nachdem Sam die beiden neugeborenen Zwillinge gefüttert und sie wieder eingeschlafen waren, warf er im Aufenthaltsraum der Sweeper einen Blick auf eine DSA, die früher an diesem Tag auf der Krankenstation aufgezeichnet wurde:
Gage and Hannah - for Center use only
Einer der Behandlungsräume in der Krankenstation war darauf zu sehen. Willie saß auf einem der vier Liegen an der Wand und ließ sich gerade eine leichte Brandwunde verarzten, die er sie zugezogen hatte, als er Raines gerettet hat. Ein anderer hielt sich einen Eisbeutel an die Stirn - seine Beule war ebenfalls eine Erinnerung an eine Begegnung mit dem Pretender Jarod. Ansonsten unterhielten sich nur noch zwei Männer dunkelblonde Männer in einer Ecke des Raumes - die beiden schienen Center-Projekte zu sein, denn sie trugen die Center-Uniform aus einer grauen Leinenhose und dem Hemd. [Zwillinge überall, dachte Sam, denn die Männer sahen identisch aus.] Eine junge Frau mit hellblonden Haaren und rotem Kostüm öffnete die Tür und betrat den Raum, gefolgt von Gage und Hannah. Die beiden trugen weiße Leinenhosen und T-Shirt, die ein paar Nummern zu groß für sie waren, so dass je eine knochige Schulter durch das Kopfloch des Kleidungsstücks rutschte; und die ursprünglich kurzen Ärmel reichten den beiden Kindern fast bis zu den Handgelenken.
"Setz´ euch da hin!", sagte die Frau im roten Kostüm und deutete auf die Liege, die der Tür am nächsten war. Die beiden nickten und kletterten darauf. Während die beiden scheinbar brav dasaßen begann auf der anderen Seite des Raumes Geschrei: in zwei bisher unbemerkten Krippen lag in jeder je ein Säugling, der sich die Lunge aus dem Leib schrien.
Die Phoenix-Zwillinge wurden hellhörig als sie die beiden hörten, was man daran sah, dass sie aufsahen und sich aufrechter hinsetzten.
Als die Frau, die sie hergebracht hatte, wieder gegangen war, sprangen die Zwillinge -von den anderen Ärzten und Patienten im Raum unbemerkt - auf und liefen hinüber zu den Krippen. Die beiden waren gerade groß genug, um über den Rand der hohen Bettchen mit dem Gitterrand hineinsehen zu können, wenn sie sich auf die Zehenspitzen stellten.
"Sie vermissen bestimmt ihr Mommy", meinte Hannah als sie eines der Babys eingehend betrachtete, und fügte hinzu: "Oder ihren Daddy."
Gage sagte nichts sondern schob seine Hand durch die Gitterstäbe einer des Bettchens, um das Baby darin an der Wange zu streicheln. "Seine Haut ist ganz weich", stellte er überrascht fest. Doch der Säugling begann bei der Berührung nur noch lauter zu schreien und stärker zu strampeln.
"Sieht so aus, als hättet ihr schon mit Schreihals eins und Schreihals zwei hier Bekanntschaft geschlossen." Amy stand lächelnd hinter Gage und Hannah.
"Heißen sie wirklich Schreihals eins und Schreihals zwei?", fragte Hannah.
"Nein, natürlich nicht."
"Und wie heißen sie dann?", wollte Gage wissen.
"Na ja, sie haben noch keine Namen. Mr. Parker wird ihnen wahrscheinlich einen geben... aber er ist bis jetzt noch nicht aufgetaucht."
"Ist es ein Mädchen? Dann sollte sie Jenna heißen!", entschied Gage und versuchte noch einmal, das Baby an der Wange zu berühren.
"Das hier ist ein Junge", sagte Amy und meinte damit das Baby, das Gage zaghaft streichelte. "Aber das andere Baby ist seine Schwester."
"Dann soll sie Jenna heißen", beschloss Hannah mit kindlicher Bestimmtheit, "und der Name von ihrem Bruder ist dann...", das kleine Mädchen runzelte die Stirn und überlegte, "Victor!" "Und wie kommt ihr auf die Namen?", erkundigte sich die Ärztin.
"Jenna klingt so ähnlich wie Hannah - und ich mag den Klang", rechtfertigte sich Gage stolz. "Na gut, dann kommt jetzt; soweit ich weiß, ist eure Impfung dran! Ihr setzt euch da hinten hin, damit ich mich um Victor und Jenna kümmern kann, ja? Vielleicht hören sie ja jetzt auf zu schreien..." Amy seufzte, aber es schien die beiden Kinder glücklich zu machen, dass sie die Namen der Neugeborenen benutzte, die die beiden ihnen gegeben hatten.
Sam musste unwillkürlich schmunzeln, als er die DSA sah. Er nahm einen kleinen Notizblock heraus und schrieb: Victor & Jenna *14.07.1996; 3.08 am & 3.23 am. Dann fiel Sam etwas anderes ein: Er schlug noch einmal die Akten über Gage und Hannah auf und was er sah, überraschte ihn. Darauf hatte er beim ersten Durchlesen gar nicht geachtet, und dann hatte der Ärger mit Kyle angefangen... Nun schrieb er allerdings in sein Notizbuch noch dazu: Gage & Hannah *14.07.1988; 2.32 pm & 2.40 pm.


SL 10
Zimmer der Phoenix-Zwillinge
Die Lichter im Flur und in ihrer Zelle waren schon gelöscht und Gage und Hannah lagen auf ihrem gemeinsamen Bett und dösten vor sich hin; die Zwillinge hatten keinen besonders tiefen Schlaf. Ihr Zimmer war etwas größer als die der Pretender - immerhin war es für zwei gedacht. Ir Bett stand an der linken Wand, und gegenüber der Tür war ein langer Schreibtisch, auf dem Blätter und Bücher verstreut lagen. Auf dem Boden waren ein paar Bauwerke aus Legosteinen aufgebaut. Über eines dieser Gebilde stolperte der Sweeper, als er in der Dunkelheit die Tür öffnete und eintrat; Sam fluchte als er mit dem Fuß gegen eine Nachbildung des Big Bens stieß. Durch das Geräusch des Zertrümmerns ihres Bauwerkes und Sams Stimme schreckten die zwei Gestalten, die zusammengekauert auf dem Bett gelegen hatten auf.
"Ich bin´s nur", sagte er schnell.
"Was machst du hier, Sammy?", fragte Hannah.
Der Sweeper knipste das Licht an und sah die Zwillinge, die zerzaust zwischen den Decken auf ihrem Bett saßen. "Ihr erinnert euch also?"
"Natürlich", meinte Gage. "Und sie sagen, dass du auch auf uns aufpasst."
"Stimmt das?", wollte seine Schwester hoffnungsvoll wissen.
"Ja, das stimmt", bestätigte Sam. "Und als ich mir vorhin eure Akte durchgelesen habe, ist mir etwas aufgefallen." Nun lächelte er über das ganze Gesicht.
"Was denn?", fragten die Kinder synchron. Sie wussten nicht recht, was das zu bedeuten hatte. Wenn normalerweise jemand ihre Akten durchsah, dann aus dem Grund, dass ihm etwas an der Arbeit der Zwillinge nicht gefiel, oder dass er noch weiter Tests brauchte, weil Informationen fehlten.
"Nun, ihr seid seit heute sechs Jahre alt." Sam holte musste über den erstaunten Gesichtsausdruck der sonst so schlauen Phoenix-Zwillinge lachen. Die beiden sahen ihn ungläubig an. "Glaubt es ruhig. Happy Birthday!"
Er setzte sich zu den beiden aufs Bett; Hannah kletterte in seinen Schoß und Gage lehnte sich an seinen Arm als sei es die natürlichste Sache der Welt. Nun war es Sam, der über die plötzliche Vertrautheit erstaunt war.
Aber die beiden waren gerührt; noch hatte sich niemand den Gedanken gemacht, ihnen etwas über ihren Geburtstag zu sagen und sie hatten es nie für wichtig gehalten, aber nun fanden sie es doch aufregend.
"Ich hab auch etwas für euch." Er holte zwei in Goldpapier eingewickelte, kleine Päckchen aus seiner Jackettasche. "Das ist für dich, Hannah, und das für Gage." Er gab jedem der beiden ein Päckchen.
Einen Augenblick betrachteten sie ihre Geschenke mit purer Freude auf ihren Gesichtern. Sie betrachteten es von allen Seiten mit einem ehrfürchtigen Blick.
"Ihr müsst es öffnen", forderte sie der Sweeper auf, "dazu ist es da!"
Die beiden widersprachen nicht sondern begannen vorsichtig die Klebestreifen an den Seiten zu entfernen. Je eine weiße Schachtel kam zum Vorschein. Die Zwillinge hoben den Deckel ihrer Schachteln, in denen eine Halskette für die beiden lag. Es war ein länglicher Kristalltropfen an einer Silberkette.
"Danke!", riefen die beiden im Chor. Hannah fiel Sam um den Hals und Gage betrachtete den Kristall an seiner Kette, wie er sich im Licht spiegelt; der sonst so ernste Junge sah selten fröhlich aus.
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