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Das Märchen vom verzauberten Porsche

von Elster
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P12 / MaleSlash
Brad Crawford / Oracle Farfarello / Jay / Berserker Ken Hidaka / Siberian Omi Tsukiyono / Mamoru Takatori Ran Fujimiya / Aya / Abyssinian Schuldig / Mastermind Yohji Kudou / Ryo Ito / Balinese
26.03.2005
26.03.2005
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26.03.2005 3.934
 
Kurzbeschreibung:
Es war einmal ein hübscher junger Florist namens Ran, mit Haaren rot wie Blut und Haut weiß wie Schnee, der lebte in einer großen Stadt in einem weit, weit entfernten Land...
Dann waren da noch Crawford, die überarbeitete Fee, und sein Azubi...
Aschenputtel auf Weiß Kreuz.

Schu x Ran
[com] [silly] [Märchensappiness vs. gnadenloser Materialismus]
Abgeschlossen

Disclaimer: Nein, sie gehören mir nicht. They're just voices in my head...



Aschenputtel auf WeißKreuz
-oder-
Das Märchen vom verzauberten Porsche


Es war einmal ein hübscher junger Florist namens Ran, mit Haaren rot wie Blut und Haut weiß wie Schnee, der lebte in einer großen Stadt in einem weit, weit entfernten Land.
Er hatte seine Eltern verloren und musste für seine kranke Schwester schwer schuften, weshalb er auch gezwungen war in einer WG zu leben.
Da er von Natur aus ein ordentlicher Mensch war und nie Glück beim Münzewerfen hatte, war er für den Haushalt zuständig. So musste er den ganzen Tag lang kochen, putzen, Wäsche waschen und Blumen verkaufen und das war sehr anstrengend.

Eines Abends, als er wieder einmal allein war und die Fenster des Blumenladens putzte, zischte und funkelte es plötzlich im Laden wie tausend Wunderkerzen und es zischte und funkelte und zischte und funkelte...

"Scheiß Special Effects! Können die diesen Mist nicht endlich abschaffen? Was ist denn das für ein stilloser und völlig überalterter Auftritt?", hörte der hübsche junge Florist eine männliche Stimme, die von lautem Husten immer wieder unterbrochen wurde.

Als die Rauchschwaden sich lüfteten, stand vor ihm ein Mann im Anzug mit dunklen Haaren und reichte ihm ernst eine Visitenkarte. "Guten Abend, mein Name ist Bradley Crawford und ich bin heute Abend ihre Glücksfee."

"Ähm...", sagte der hübsche junge Florist verwirrt. "Und wer ist das?" Er deutete auf einen weißhaarigen Mann mit Augenklappe hinter Crawford.
Brad warf einen kurzen Blick auf ihn. "Mein Azubi, wieso?"
"Na ja... es ist nur... er zerhackt gerade die Tulpen..."
"Farf! Hör auf!"

Ran sah die beiden verwirrt an. "W-wollen Sie Blumen kaufen?"
Crawford atmete einmal tief durch. "Nein verdammt! Ich bin eine Glücksfee, hab ich dir das nicht schon erklärt?"
"Ich mein ja nur... weil Sie nicht gerade wie eine Glücksfee aussehen..."
"Soll ich im Tutu rumrennen oder was? Und jetzt sag mir endlich deinen Wunsch! Solange er da" - er zeigte auf Farf hinter ihm - "noch nicht sein Diplom hat, was unter uns gesagt noch ein paar Jahrhunderte dauern kann, bin ich die einzige Glücksfee und ich kann dir sagen, ich bin ziemlich im Stress."

Der junge hübsche Florist sah schuldbewusst aus. "Also... ähm... na dann..." Er überlegte einen Moment. "Gesundheit?"
Crawford verdrehte die Augen. "Oh Nein, wieder so ein Depp, dem keiner die Wunschregeln erklärt hat!"
"Wunschregeln?"

"Ja, die allgemeinen Wunschregeln eben. Jedes Kind kennt sie. Gültig schon seit 305 nach Christus." Farf fauchte, aber Crawford setzte seinen Vortrag unbeeindruckt fort. "Ausgenommen sind die Bereiche Gesundheit, Unsterblichkeit, Geld und Liebe."
"Was bleibt dann noch übrig?"
"Hm... Du kannst dir zum Beispiel einen regenfreien Tag wünschen oder dass du zu einem Vorstellungsgespräch oder ähnlichem nicht nervös bist oder ne Pizza... alles Mögliche eben."

Ran starrte nachdenklich auf den Boden. "Da müsste ich jetzt erst mal..."
Plötzlich piepte ein Telefon. Brad zog es aus seiner Tasche und klappte es auf. "Ja? ... Nein. Nein, da müsste noch Hühnerfleisch im Kühlschrank ... Ja, wenn du nachgeguckt hast, dann ist da eben nichts mehr ... Mach dir halt was in der Mikrowelle warm! ... Nein. ... Buntwäsche bei 42 Grad, ja. ... Tschüß."
Er legte auf und sah Rans entgeisterten Blick. "Entschuldige, das war mein Sohn. Hast du dich jetzt endlich entschieden? Wie gesagt: Stress."

"Ähm..."
"Okay, ich seh schon, das wird so nichts. Dann nehmen wir Standardwunsch Nummer eins. Ballausrüstung bis Mitternacht mit Gelegenheit den Märchenprinzen zu treffen."
Ran blickte auf. "Sollte es nicht ne Märchenprinzessin sein?", fragte er.
Crawford und Farf starrten Ran an, sahen dann sich an und brachen schließlich in lautes Lachen aus.

Dann wurde Crawford schlagartig wieder ernst. "So, hör auf mit den Witzen, ich hab heut noch anderes zu tun. Zuerst kümmern wir uns um das Kleid."
Der junge hübsche Florist funkelte ihn mörderisch an. "Ich sag dir, wenn du mir ein Kleid anziehst, dann warst du wirklich die letzte Glücksfee.", knurrte er.
"Travestie schadet nie.", kicherte Farf, wurde aber von beiden ignoriert.

"Gott!" (Farf fauchte wieder.) "Dann eben kein Kleid.", stöhnte Crawford genervt. Er nahm seine Rolex ab und schwenkte sie einmal kurz, wieder zischte und funkelte es und Ran stand plötzlich in einem schicken, schwarzen Anzug und einem dunkelroten Hemd da.
"Na ja, sieht doch ganz schnucklich aus, was meinst du, Farf?", kommentierte Crawford gelangweilt.
"Jepp. Würd ich mitnehmen, wenn ich ihn auf der Straße finden würde.", meinte Farf.

Ran betrachtete sein Spiegelbild in der Schaufensterscheibe und ignorierte die Feen.
"So, jetzt brauchen wir noch ein Fahrzeug.", meinte Crawford mit einem abfälligen Blick auf den rosa Betriebsroller des Blumenladens, der auf dem Gehweg davor geparkt war. Er sah sich einen Moment im Verkaufsraum um, wobei eine kleine, himmelblaue Gießkanne seine Aufmerksamkeit erregte. Er nahm die Kanne in die Hand und ging damit vor den Laden, Ran und Farf im Schlepptau.

"Okay, das müsste gehen.", sagte er, wedelte wieder mit seiner magischen Rolex und aus der kleinen, himmelblauen Gießkanne wurde ein großer, weißer, sehr teurer und traumhaft schöner Porsche. Mit zitternden Fingern zeichnete Ran die geschwungenen Linien des Fahrzeugs auf dem makellosen Lack nach. "Ähm... könnten wir die Sache mit Prinz und Ball und so nicht vergessen und ich behalte den Porsche?", fragte er mit verliebtem Blick auf das  göttliche Automobil.

Crawford schüttelte bedauernd den Kopf. "Nein, das bleibt alles nur bis Mitternacht, dann verwandelt sich dein Anzug wieder in deine normalen Sachen und der Porsche wieder in eine Gießkanne, da kann ich auch nichts machen, das ist ein internationales Wunschabkommen."
Ran sah ihn unglücklich an. "Und warum ausgerechnet bis Mitternacht? Warum nicht bis ein Uhr achtundfünfzig oder viertel vor drei?"

Crawford verdrehte die Augen. "Hör auf rumzunörgeln. Das ist-"
"Lass mich raten: Internationales Wunschabkommen?"
"Richtig." Crawford machte seine Rolex wieder um und sah mit gerunzelter Stirn darauf. "So, das war's dann. Ich hab schon viel zu viel Zeit vertrödelt, muss noch woanders hin. Farf wird dich als dein magischer Beistand begleiten und dir deinen Märchenprinzen zeigen, nach Mitternacht wirst du dich übrigens an nichts mehr erinnern können, aber wenn du alles richtig machst, wird er sich an dich erinnern und dich finden."

Ran trat bedrohlich auf Crawford zu und packte ihn am Kragen. "Wie?! Was ist denn das für ein scheiß Konzept? Ich werde mich nicht mehr dran erinnern können? Ich habe einmal in meinem Leben die Gelegenheit, mit so einem geilen Auto zu fahren und werde mich nicht mal mehr dran erinnern können?"

Crawford drehte sich zu Farf um ohne den hübschen jungen Floristen, der ihn da am Kragen gepackt hielt zu beachten und sah ihn fragend an. "Was ist das nur mit ihm und dem Auto?"
Farf zuckte die Schultern. "Liebe auf den ersten Blick?, fragte er zurück.
Crawford machte sich von Ran los und strich sich die Falten aus seinem hellen Armanianzug.

"Ich kann auch nichts dafür. Das sind mal wieder internationale Wunschabkommen. Keine Ahnung, wer das eingeführt hat, aber im Zuge der Emanzipation haben die ganzen Frauen immer selbst ihren Märchenprinzen gesucht und irgendwer meinte, das entspräche nicht der romantischen Ästhetik oder so ein Schwachsinn..."
"Ist euch schon aufgefallen, dass ich ein Mann bin?", grummelte Ran.

Crawford winkte genervt ab. "Ja ja, was auch immer. Lass uns einfach unsere Arbeit machen, Junge. Wir wissen, was wir tun."
Mit diesen Worten verabschiedete sich Crawford und verschwand hustend in zischendem, funkelndem Wunderkerzenglimmer.

Farf kramte in seinen Taschen und beförderte ein zerknittertes Formular ans Tageslicht, das er auf die Motorhaube des Porsche knallte. "So, hier das Formblatt 8a. Du unterschreibst unten rechts für den Wunschempfang und kreuzt bitte an, wie zufrieden du mit unserem Service warst. Ach ja und wir wären dir dankbar, wenn du bei Bemerkungen hinschreibst, dass du die Wunderkerzen doof fandest.", leierte er runter.

Ran unterschrieb schnell und dann ging es los. Sie fuhren etwa zwei Stunden durch die Stadt und es war die schönste Fahrt in Rans Leben. Nicht nur, dass er einen tollen Wagen fuhr, nein, die Ampeln wurden vor ihm niemals rot, die anderen Auto schienen ihm Platz zu machen und kein einziges Insekt zermatschte an der Windschutzscheibe, obwohl es eine laue Sommernacht war.

Als sie vor einem großen, von Flutlichtscheinwerfern hell beleuchteten Gebäude ausstiegen, fiel es Ran sehr schwer, die Autoschlüssel wegzugeben und mit Farf zusammen auf den roten Teppich zu treten. Traurig sah er dem weißen Porsche hinterher, als er in der Nacht verschwand.

Ungeduldig packte Farf ihn am Ärmel und schleifte ihn den roten Teppich entlang ins Innere des Gebäudes. Es war die Prämiere irgendeines Kinofilms, aber die eigentliche Vorführung war schon vorbei und sie betraten gleich die große Halle, in der die Prämierenparty stattfand.
Es war ein Buffet mit großen Eisfiguren und allem drum und dran aufgebaut und überall standen prächtig gekleidete Prominente in kleinen Grüppchen zusammen.

"Mann, du kannst das alles nachher noch anstarren, aber ich hab heut noch ne Verabredung also beweg deinen Hintern.", murmelte Farf und schleifte ihn ohne Rücksicht auf Verluste weiter durch die Menge, bis sie vor einem Grüppchen um einen jungen Mann mit langen, orangen Haaren standen.

"So. Das ist er.", sagte Farf und zeigte auf den Mann. "Darf ich vorstellen? Ran, das ist Schuldig, ein vielversprechender junger Schauspieler. Schuldig, das ist Ran, ein... Florist. Jetzt gebt euch schön die Hand und unterhaltet euch, ich muss weg." Mit diesen Worten wollte er sich schon umdrehen und weggehen, wurde aber von Ran am Ärmel festgehalten und zurückgezogen.

"Moooment mal. Was soll das? Ich meine, das soll er sein? Er sieht nicht besonders stark aus und auch nicht gerade schlau. Und hast du mal einen Blick auf seine Frisur geworfen?"
Schuldig hob protestierend die Hand. "Ey... Also bitte."
Farf warf nur einen abschätzenden Blick auf Schuldig und zuckte dann mit den Schultern. "Na und, dafür ist er reich, berühmt und gutaussehend. Man kann nicht alles haben. Außerdem hat eure Beziehung eine dreiundsechzigprozentige Chance kein völliger Reinfall zu werden. Was Besseres findest du nicht."

"Wie? Dreiundsechzig Prozent sind aber nicht besonders viel, oder?"
Farf sah ihn nickend an. "Tja, siehst du. Ich an deiner Stelle würd mir mal Gedanken darüber machen. Und jetzt lass mich los, ich würde gerne gehen." Und kaum hatte er das gesagt, verschwand auch er wie zuvor Crawford hustend in einer zischenden, funkelnden Wunderkerzenwolke.

Schuldig und Ran blieben erstaunt stehen, während alle Umstehenden nichts gesehen zu haben schienen.
"Ähm... n'Abend.", sagte Schuldig verwirrt.
"Hm.", brummte Ran, der immer noch finster auf die Stelle starrte an der Farf verschwunden war. "Ich werd mir nie wieder was wünschen."
"Wie?"
Er sah Schuldig genervt an. "Ach nichts."

"Ähm... rauchst du?", fragte Schuldig, der sich gerade eine Zigarette anzündete.
"Nein. Du übrigens auch nicht, wenn du mein Märchenprinz bist."
Schuldig zuckte die Schultern, rauchte und Ran seufzte genervt auf.
"Hast du wenigstens einen Porsche?"
Schuldig nickte leicht verwirrt, aber grinsend.
Der hübsche junge Florist verdrehte die Augen. "Das ist immerhin schon mal ein Anfang."
Sie standen eine Weile schweigend da und sahen sich an.

"Ähm...", meinte Schuldig nach zwei oder drei Minuten. "Du hast da aber eben auch einen Mann mit weißen Haaren und Augenklappe gesehen, der in so Glitzerzeugs verschwunden ist?"
Ran fasste sich mit der Hand an die Stirn. "Sag. Einfach. Nichts."
"Hm... Okay, ich brauch einen Drink. Kommst du mit?", fragte Schuldig mit einem Lächeln und Ran nickte und ging mit ihm mit.

Rans erster Gedanke, als er am nächsten Morgen wieder zu sich kam, war: "Nie wieder Alkohol!" Sein zweiter Gedanke war seltsamerweise, dass es schade wäre, dass er keinen weißen Porsche mehr hätte, dabei hatte er nie einen weißen Porsche besessen. Was hatte er nur wieder für einen Schwachsinn geträumt?

Er öffnete die Augen und erkannte, dass er sich nicht in seinem Zimmer befand, was ihn nur noch mehr verwirrte. Eine Bewegung neben sich ließ ihn sich umdrehen, wobei ihm zufällig der Mann neben ihm ins Auge fiel.
Hä?! ... Scheiße!!!!! ... Okay, nie wieder Alkohol, Klappe die zweite.

Er sprang auf, dankte allen Göttern, dass der Fremde neben ihm noch schlief, suchte sich seine überall im Zimmer verstreuten Sachen zusammen und machte, dass er wegkam, um allen zwangsläufig folgenden Peinlichkeiten zu entgehen.

Das Schlagen der Tür weckte Schuldig auf, der sich den schmerzenden Kopf hielt und versuchte, sich an gestern Abend beziehungsweise gestern Nacht zu erinnern. Ihm fiel eine unglaublich tolle Fahrt in einem göttlichen weißen Porsche ein sowie...
"Ran!" Innerhalb von Sekunden war er am Fenster seines Hotelzimmers, sah aber nur noch einen roten Haarschopf, der außer Hörweite am Ende der Straße um eine Ecke verschwand.

"Verdammt!", fluchte er, zog sich schnell eine Hose über, rannte aus dem Zimmer, ignorierte die über den halbnackten Mann schockierten Gäste in der Lobby und raste hinaus auf den Bürgersteig, wo er ein Stück rannte und dann äußerst unelegant über eine kleine, himmelblaue Gießkanne stolperte, die unschuldig herumlag.

"Scheiße, scheiße, scheiße, scheiße, scheiße!", wiederholte er wie ein Mantra das Zauberwort der modernen Welt, das wenn man nur daran glaubte, alle bösen Geister vertreiben konnte. Welcher Idiot hatte die Gießkanne da liegen lassen? Warum schmissen die Leute einfach so ihren Müll auf die Straße? Was war nur mit der Gesellschaft los, dass sie so verkam?
Böse sah er erst auf die Gießkanne, dann auf sein aufgeschlagenes Knie und dann wieder auf die Gießkanne.

"Koneko no sumu le", war darauf zu lesen und in diesem Augenblick stellte Schuldigs Gehirn eine erstaunliche Verbindung her. Gießkanne - Florist - Blumenladen? Würde das dämliche Plastikteil ihn zu dem Mann führen, in den er sich unst... na ja, fast unsterblich verliebt hatte - oder den er zumindest total heiß und sexy fand?

Schnell ging er wieder hoch in sein Hotelzimmer, zum einen, um im Internet die Adresse eines gewissen Blumenladens nachzuschauen, zum anderen, um der Sitte zu entgehen, die wohl irgendjemand gerufen haben musste, und die gerade die Straße hochfuhr. Prüde Japaner!

Nur eine knappe Stunde später tauchte Schuldig vorm Blumenladen auf. Ran, der gerade arbeitete und ihn durch das Schaufenster sah, duckte sich schnell hinter dem Verkaufstresen, was die Aufmerksamkeit seiner Kollegen auf ihn zog.
"Ran? Suchst du da unten irgendwas bestimmtes?", fragte Ken, der gerade dabei war, das Wasser bei den Schnittblumen auszutauschen.

Ran sah ihn böse an. "Nein. Ich verstecke mich vor den Typen da."
In dem Moment betrat Schuldig den Raum und Yohji, Ken und Omi sahen ihn neugierig an. "Ich werd verrückt.", murmelt Yohji. "Hast du eine Ahnung, wer das ist?"
"Nicht wirklich. Und wehe, ihr verratet mich.", zischte Ran noch, bevor Schuldig in Hörweite war.

Als dieser an der Kasse ankam, lehnte er sich lässig dagegen und fragte lächelnd: "Guten Tag. Arbeitet hier zufällig eine junger Mann namens Ran? Mit roten Haaren?"
Yohji lächelte zurück. "Klar arbeitet der hier. Krieg ich ein Autogr- Autsch!" Er sah Ran böse an, der ihm mit der Faust gegens Schienbein geschlagen hatte und ging ein paar Schritte zur Seite.

Ran versuchte sich ohne gesehen zu werden, in das Lager und dann aus dem Hintereingang rauszuschleichen, erstarrte aber in seiner Bewegung als: "Er ist aber jetzt nicht zufällig da unten unterm Tresen?"
Yohji warf einen kurzen Blick auf Ran, der ihn mörderisch anfunkelte und sagte: "Ääääähm. Nein."

Schuldig schien nicht besonders überzeugt. "Und du sagst jetzt nicht nur nein, weil er da unten sitzt und dir wehtut, wenn du ja sagst?"
"Nnnnnnnnn-Nein?", fragte Yohji.
"Er will mich also nur nicht sehen?"
"Scheint so.", grinste Yohji.

Omi und Ken beobachteten die ganze Szene und gaben sich große Mühe nicht laut loszulachen und Ran schlug sich verzweifelt vor die Stirn.
Schuldig stellte die kleine, himmelblaue Gießkanne vorsichtig auf den ellipsenförmigen Wasserfleck auf dem Tresen, in den sie genau hineinpasste und verließ dann mit einem "Bin gleich wieder da." den Laden.

Sobald er weg war, tauchte Ran wieder über dem Tresen auf und ging auf Yohji los, der aber geschickt auswich.
"Woher kennst du Schuldig?", fragte Yohji ehrfürchtig.
Wie? Was? Schuldig? Na ja, irgendwie kam ihm der Name schon vage bekannt vor... "Wer?"
Yohji riss die Augen auf. "Was? Du kennst Schuldig nicht? Den berühmten, vielversprechenden, jungen Schauspieler?"

Ran sah Yohji einen Augenblick lang nachdenklich an, dann schüttelte er den Kopf. "Nein, nie gehört. Ist das ein ausländischer Name?"
Yohji kippte fast um und Omi und Ken lachten jetzt laut.
"Ja, aber wenn du nicht mal weißt, wie er heißt, woher kennt er dich dann?", fragte Omi.
"Hm", meinte Ran etwas abwesend. "Ich bin heute Morgen in seinem Bett aufgewacht."

"Du bist WAS???", schrie Yohji ihn an.
"Ja, ich fand das auch nicht so toll.", sagte Ran jetzt wieder ganz ruhig.
Yohji schien kurz vor einen Anfall. "Nicht toll? Aber das IST toll! Der Lover von meinem Freund ist eine Berühmtheit!"
"Lover? Warum Lover?", fragte Ran hektisch.

"Na du hast doch gesagt, du bist in seinem Bett aufgewacht, mir würde da jetzt auch nichts anderes dazu einfallen.", meinte Ken hilfreich.
Ran beruhigte sich etwas und starrte grübelnd auf die kleine, himmelblaue Gießkanne, die jetzt wieder an ihrem Platz stand und von der er nicht mehr wusste, dass sie gestern ein anbetungswürdiger, weißer Porsche gewesen war. "Tja, so gesehen...", murmelte er dumpf.

"So gesehen wirst du dich mit ihm vertragen, wenn er wieder da ist. Und wehe, wenn nicht.", sagte Yohji bedrohlich und Omi und Ken nickten zustimmend.
"Ich versteh das nicht.", sagte Ran unglücklich.
"Was gibt es daran nicht zu verstehen? Das einzige, was ich nicht verstehe ist, wie du das so lange vor uns geheim halten konntest."
"Was denn geheim gehalten?", fragte Ran, der langsam, aber sicher an seinem Verstand zu zweifeln begann.

"Na deine Beziehung mit Schuldig, DEM Schuldig!", brüllten ihn die anderen unisono an.
"Ran schlug völlig fertig die Hände vors Gesicht. "Aber ich kenne ihn doch gar nicht." Oh Gott, das war alles so peinlich.

In diesem Moment fuhr vor dem Blumenladen ein blutrotes Porsche Cabriolet vor, darin Schuldig, der so schnell hereinstürmte, dass Ran keine Zeit hatte, sich noch einmal zu verstecken. Er hätte sich aber sowieso nicht versteckt, da er immer noch mit abwesendem, verliebtem Blick auf den draußen geparkten Porsche sah. An irgendetwas erinnerte ihn das doch... Porsche, Porsche...

Und plötzlich erinnerte er sich an seinen Traum, der ja anscheinend doch keiner gewesen war, an die Glücksfee Crawford und dessen Azubi Farf, an die magische Rolex und die Wunderkerzen, an den Porsche und an Schuldig.

"Du bist mein Märchenprinz... Na ja, zu dreiundsechzig Prozent.", murmelte er etwas verwirrt, aber laut genug, dass seine drei Kollegen es hörten und ihn entgeistert ansahen.
Schuldig nickte erfreut und sagte: "Ran, ich weiß es ist komisch und wir haben und ja auch erst gestern kennen gelernt, aber ich liebe dich. Willst du eine Spritztour mit mir machen?"

Yohji schubste Ran, der in Schuldigs Arme stolperte und diesem tief in die grünen Augen sah.
"Nur wenn ich fahren darf.", sagte er.

Und so bekam jeder das, was er sich im tiefsten Inneren seines Herzens schon immer sehnlichst gewünscht hatte:
Schuldig jemanden, den er liebte und der ihn vielleicht auch irgendwann lieben würde, und Ran einen Porsche. Und so lebten die drei dann glücklich für immer und ewig (mit einer Wahrscheinlichkeit von dreiundsechzig Prozent) und wenn sie nicht gestorben sind (oder der TÜV abgelaufen ist), dann leben sie noch heute.


ENDE

________________
Yupp, ich hoffe, euch sind nicht allzu viele Gehirnzellen weggestorben. Und falls sich jetzt jemand fragt, was diese Story mit Ostern zu tun hat, NICHTS.
Jedanfalls allen ein frohes Osterfest. ^_____^
bye bye ^^v
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