Brunnenvergifter

von Gundolf
GeschichteAbenteuer / P12
Aragorn Gandalf
21.03.2005
13.06.2005
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Disclaimer: Alle Charaktere, Orte und sonstige Begriffe, soweit sie im Roman oder in der Filmtrilogie "Der Herr der Ringe" erscheinen, gehören nicht mir, sondern sind geistiges Eigentum von  J. R. R. Tolkien bzw. Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens.

Alles andere ist meins






Kapitel 1



In Minas Tirith ging eine unheimliche Todesserie um. Innerhalb von drei Wochen waren siebzehn Menschen mit schweren Vergiftungen in die Häuser der Heilung gekommen und nach wenigen Tagen verstorben, ohne, dass die Heiler ihnen hatten helfen können.

In seiner Not wandte sich der oberste Heiler an den Feldherrn Thorongil, denn ihm fehlte der Mut, dem Statthalter Ecthelion von dieser Sache zu erzählen. Der Statthalter war streng und der Mann befürchtete, wegen seiner fehlenden Kenntnis des tödlichen Giftes bestraft zu werden.

Thorongil erschien ihm als der geeignetere Ansprechpartner, denn der Feldherr hörte zu, stellte Fragen und hatte Verständnis, wenn jemand eigene Schwächen einräumte. In Minas Tirith mochten die Menschen den Feldherrn. Nicht nur, dass er die Feinde Gondors auf Distanz hielt, er galt auch als hervorragender Vermittler zwischen dem Volk von Gondor und dem Statthalter. Es gab nicht wenige, die den persönlich bescheidenen Thorongil an die Stelle des Statthalters wünschten.

Man wusste dennoch nicht viel von ihm. Bekannt war, dass er irgendwo im Norden geboren war, dass er vorher dem König von Rohan in ähnlicher Stellung gedient hatte, dass er die Elbensprache Sindarin beherrschte und die Völker Mittelerdes gut kannte. Und man wusste, dass Thorongil nicht sein richtiger Name war. Thorongil bedeutete im Sindarin Stern des Adlers und bezog sich auf einen silbernen Stern mit weißen Kristallen, den der Feldherr an seinem Mantel trug. Weil er Ecthelion einst gesagt hatte, dass sein Name nicht so wichtig wäre, hatte Ecthelion ihn schlicht nach diesem Stern genannt, der von vielen Waldläufern des Nordens getragen wurde

Doch niemand in Minas Tirith wäre auf die Idee gekommen, dass der Wunsch, den ebenso freundlichen wie erfolgreichen Heerführer als Herrn im Weißen Turm zu sehen, ganz und gar nicht falsch war. Denn Thorongil war niemand anderes als Aragorn, Arathorns Sohn, der Erbe Isildurs und damit der Erbe der Krone von Gondor.

Eine - eine einzige - Ausnahme gab es in dieser Hinsicht: Der Sohn des Statthalters, Denethor, argwöhnte schon länger, dass sich der letzte mögliche Erbe Isildurs hinter dem Feldherrn verbergen könnte. Er hatte noch keinen schlüssigen Beweis, aber dass der Feldherr den Zauberer Gandalf den Grauen vor dessen Ordensoberen Saruman vorzog und letzterem sehr misstraute, machte ihn verdächtig. Oft hatte Saruman den Statthalter vor einem Emporkömmling gewarnt, der die Krone von Gondor beanspruchen würde. Denethor, der eines Tages seinen Vater als Statthalter beerben wollte, wollte tunlichst verhindern, dass der Feldherr auf dumme Gedanken kam. Aber noch hatte er keine Mittel in der Hand, mit denen er Thorongil bei seinem Vater in Ungnade fallen lassen konnte.

Edagond, der oberste Heiler, ließ sich also bei Thorongil alias Aragorn melden. Der Feldherr hatte auch gleich Zeit für den Heiler.
"Ihr wolltet mich sprechen, Edagond." sagte er und bot dem Heiler Platz an.
"Ich danke Euch, dass Ihr mich gleich empfangt, Herr Thorongil. In Minas Tirith geschieht Entsetzliches - und wir können nichts dagegen tun. Bitte, helft uns!"
"Was ist passiert?" fragte Aragorn.
"Seit ungefähr drei Wochen gibt es immer wieder Fälle von Vergiftungen in Minas Tirith, Herr. Das schlimme dabei ist, dass wir nicht wissen, um was für ein Gift es sich handelt. Und ohne Wissen um das Gift finden wir kein Gegenmittel - vorausgesetzt, es gibt überhaupt eines." erklärte Edagond.
"Wer ist davon betroffen?"
"Männer, Frauen, Kinder; Reiche und Arme - es gibt keinen Unterschied."
Aragorn nickte und stopfte sich nachdenklich seine Pfeife.
"Und wo leben diese Leute?" fragte er dann.
"Ich weiß es nicht, Herr."
"Dann prüft das bitte. Klärt genau, wo die Menschen leben, was sie gegessen haben, was sie trinken, mit wem oder was sie in Berührung kommen. Nur dann findet Ihr heraus, welches Gift es ist. Und dann könnt Ihr auch ermitteln, ob es ein Gegenmittel gibt." erklärte der Feldherr.      
"Ihr seid so kenntnisreich und könnt wohl eher nachfragen. Wärt Ihr bereit, mir dabei zu helfen, Herr Thorongil? Ich weiß, dass Eure eigentliche Aufgabe die Verteidigung Gondors ist, aber vielleicht fällt das ja doch in Euren Bereich?"
Aragorn lächelte leicht. Der Heiler hatte eine liebenswerte Art der Überredung.
"Ja, ich helfe Euch." grinste er.
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